Warum Warren Buffett auch nur mit Wasser kocht

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Wie gut ist Buffett wirklich?

Somit kommen wir automatisch zur zweiten Frage? Ist Buffett wirklich so gut, wie alle meinen? Die Frage ist ziemlich einfach zu beantworten. Warren Buffett ist Chef der Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway, deren Aktien jeder an der Börse kaufen kann. Ihre Wertpapierkennnummer ist A0YJQ2, die ISIN ist US0846707026. Warren Buffet ist zwar nicht mehr der reichste Mann der Welt, aber er gehörte zu den reichsten. Sein Vermögen beläuft sich aktuell (Stand: 28. Juli 2017) auf 63,8 Milliarden Euro, so zumindest weist es „Forbes“ in seiner Milliardärsliste aus.

Aktiencharts miteinander vergleichen

Der Kursverlauf der Berkshire-Hathaway-Aktie lässt sich ganz einfach auf Seiten wie comdirekt oder onvista mit dem Kursverlauf eines Index wie dem MDax vergleichen. Da Warren Buffett ja keine Dividenden ausschüttet, sondern wieder gleich in seine Investmentgesellschaft investiert sowie wie der MDax, werden damit auch Äpfel mit Äpfel verglichen. Der Chart über einen Zeitraum von siebeneinhalb Jahren ist ziemlich eindeutig: Der MDax schneidet deutlich besser ab als die Berkshire-Hathaway-Aktie. Ja, aber wie ist das mit der Outperformance, sprich dem besseren Abschneiden der Berkshire-Hathaway-Aktie im Vergleich zum amerikanischen Index S&P 500? Ganz einfach, der S&P 500 ist ein Kursindex, während die Berkshire-Hathaway-Aktie sozusagen eine Performance-Aktie ist, die auch Dividenden enthält anders als der S&P 500, in dem Dividenden nicht eingerechnet sind. Da kann Warren Buffett leicht besser sein als der S&P 500. Wer den Total-Return-Index S&P 500 – also Kurs plus Dividende – mit der Berkshire-Hathaway-Aktie vergleichen würde, würde nicht schlecht staunen. Was Wunder, ein Total-Return-Indexfonds auf den S&P 500 wie db-Xtracker (ISIN: LU0490618542) schlägt die Berkshire-Hathaway-Aktie deutlich. Das weiß Warren Buffett auch, deswegen empfiehlt er seinen Erben ja auch, nicht auf Einzelaktien, sondern auf Indexfonds zu setzen. Den Index auf Dauer zu schlagen, schafft eben kein Fondsmanager – und Warren Buffett ist ja auch nichts anderes als ein Fondsmanager.

Warren Buffett liebt Coke

Warum das so ist, dürfte jedem klar sein, der unvoreingenommen darüber nachdenkt: Jeder Anleger hat so seine Vorlieben – bei Warren Buffett ist es eben Coca-Cola, weil er damit sein erstes Geld verdient hat. Ein Index ist jedoch gefühlslos und deswegen unbestechlich.

Übrigens, der Vergleichschart enthält nicht nur die Berkshire-Hathaway-Aktie, sondern auch den MDax, den Weltaktienindex MSCI World und den Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen, der nach dem Value-Investing-Prinzip anlegt sowie den Dax und den S&P 500 als Kursindex. Die Grafik spricht für sich. Warum plagen ich immer noch so viele mit der Auswahl von Einzelaktien ab? Weil sie eben glauben, besser zu sein als der Markt, was meist Kompentenzillusion ist.

Vergleich Berkshire Hathaway mit Indizes und Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen

Vergleichschart Berkshire Hathaway und MDax

Vergleichschart Berkshire Hathaway und MDax

Zumindest eines zeigt das Beispiel Warren Buffet: Wer reich werden will braucht viel Geduld. Warren Buffet hat sein erstes Geld schon als Knabe mit Coca-Cola verdient – aber das ist eine andere Geschichte. Übrigens, iBlog-Finance hat zehn Tipps von Warren Buffett gesammelt – einer davon heißt „Investiere in dich, bevor du in jemand anderen investierst“. Vielleicht sollte das möglichst viele beherzigen, die immer noch glauben, ihre Bank wird’s schon richten. Wie wäre es denn mal mit etwas Eigeninitiative in punkto Geldanlage?

Disclaimer:

Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Die hier enthaltenen Aussagen sind nicht als Angebot oder Empfehlung bestimmter Anlageprodukte zu verstehen. Dies gilt auch dann, wenn einzelne Wertpapiere oder Investments erwähnt werden. Der Beitrag soll lediglich einen Überblick über die Möglichkeiten geben und die selbständige Anlageentscheidung erleichtern

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Helmut Achatz

Macher von vorunruhestand.de

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