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Wer schlecht hört, merkt bald, wie die Probleme im Umgang mit Anderen wachsen. Das betrifft Gespräche in Gruppen, Telefonate und Meetings mit mehreren Kollegen. Viele ziehen sich immer weiter zurück. Die Folge ist schleichende Isolation. Das muss nicht sein.

Schwerhörigkeit wird oft verdrängt

Betroffenen wird oft erst klar, dass sie schlecht hören, wenn sie von Außenstehenden darauf hingewiesen werde. Die erste Reaktion in vielen Fällen: Verdrängung. Wie sonst lässt sich erklären, dass sich nur rund elf Prozent der Betroffenen hierzulande auch behandeln lassen? Offensichtlich arrangieren sich viele mit ihrer Einschränkung. Besonders im beruflichen und sozialen Umfeld macht sich dies bemerkbar.

Soziale Kontakte schwinden

Schwerhörige beginnen, sich unwohl zu fühlen, wenn sie in einer Gruppe zusammenstehen, Meetings mit vielen Kollegen werden zur Herausforderung. Das gilt auch im privaten Bereich, bei Festen und Feiern mit vielen Hintergrundgeräuschen – alles Anzeichen für einen Hörverlust, der den Alltag zunehmend erschwert. Die Probleme im Job wachsen und sozialen Kontakte schwinden. Das bedeutet letztlich ein zunehmender Rückzug aus der Gesellschaft, was die Lebensqualität stark beeinträchtigt.

Lebensqualität zurückgewinnen

Also, besser frühzeitig zum Ohrenarzt gehen und auf Freunde hören. Dank Hörgeräten und implantierbare Hörlösungen muss sich heute möglich fast niemand mehr mit den negativen Folgen von Hörverlust abfinden – auch, wenn er weit fortgeschritten ist. Vielen Menschen hat diese Möglichkeit dabei geholfen, Lebensqualität zurück zu gewinnen und soziale Kontakte aufzufrischen.

Von Hörverlust hart getroffen

Einer von ihnen ist Petr Dobias: „Von Beruf bin ich Diplom-Ökonom. Jahrelang habe ich für einen Industriebetrieb Kunden betreut – das hat mir großen Spaß gemacht. Auch mein Privatleben war stets voller Freude: Meine Frau und ich haben zwei Kinder großgezogen und viele Reisen gemeinsam unternommen. Wir sind gerne zu Konzerten gegangen oder waren mit unseren Freunden aus. Meine plötzliche Ertaubung hat dieses Leben abrupt beendet.“

Anfangs nahm er die Verschlechterung seines Gehörs hin, aber als er fast nichts mehr hörte, war das ein Schock: „Bereits vor 25 Jahren bin ich auf einem Ohr ertaubt. Da ich auf der anderen Seite noch gut gehört habe, habe ich nie etwas unternommen. Aber irgendwann wurde mein Gehör auch auf dem gesunden Ohr immer schlechter. Zuerst hielt ich das für eine Alterserscheinung, nach zwei schweren Hörstürzen war ich aber plötzlich fast vollkommen taub. Da halfen auch keine Hörgeräte mehr!“

Alles tun, wieder zu hören

Wie bei vielen Betroffenen leidet Petrs ganzes Leben unter seinem eingeschränkten Gehör: „Beruflich war ich mit nur 52 Jahren am Boden. Der plötzliche Hörverlust hat mich hart getroffen und ich war bereit alles zu tun, um wieder hören zu können. Ich war eigentlich immer ein sozialer und aktiver Mensch, wegen meines Hörverlusts habe ich mich aber immer weiter zurückgezogen. Auch meine Familie und Freunde waren damals sehr verunsichert. Ich wollte unbedingt wieder hören können – deshalb war die Entscheidung für mich absolut richtig. Mit den Hörimplantaten habe ich Schritt für Schritt mein Leben wieder zurückbekommen.“

Tipps und Erfahrungen von Betroffenen

Mit anderen Betroffenen ist Petr als HörPate aktiv und bietet an Fragen zu beantworten und seine Geschichte zu teilen, um anderen den Mut zu geben sich nicht mit dem Hörverlust abzufinden: „Deswegen möchte ich als HörPate anderen Menschen helfen die für sie richtige Entscheidung treffen zu können. Mein Ratschlag ist es zu handeln. In den meisten Fällen kommt das verloren gegangene Gehör nicht von alleine zurück. Nur andere Betroffene wissen, wie sich diese Situation wirklich anfühlt und können einem bei der Entscheidung helfen. Deshalb will ich über die HörPaten Plattform meine Erfahrungen und Tipps weitergeben und anderen Menschen helfen.“

Posted by Helmut Achatz

Vorruheständler, Journalist, Börsianer, Vorstand VHS Olching, Wirtschaftsingenieur,

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