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Tag 9 meiner Tour de France – ich geb’s zu, ich hab’s getan. ich habe mir eine Fahrkarte gekauft für die Strecke Cannes-Marseille. Die Aussicht auf eine vielbefahrene Route National bei sommerlicher Hitze und dazu noch mit vielen Steigungen haben mich kapitulieren lassen. Ganz abgesehen haben mein Hintern und meine Lippen so noch einen Tag länger Zeit, sich zu regenieren. 

Mit dem Zug nach Marseille

Ich nahm also den Zug um 9.19 Uhr von Cannes nach Marseille. Das war auch kein Problem. Die französische Bahn hat einige Waggons für Fahrräder ausgewiesen. Das Ganze kostete mich als Vertreter der Generation 60plus 23,50 Euro – ich finde, ein günstiger Preis für 170 Kilometer, denn so weit liegen Cannes und Marseille auseinander. 

So ein bisschen kenne ich Marseille ja, war ich doch vor einigen Jahren schon mal für eine Woche hier, wenn auch zum Jahresende. Hauptattraktion ist natürlich der alte Hafen und das Museum Mucem (Museum der Ziviilsation Europas und des Mittelmeers – Musée des Civilisations de l’Europe et de La Méditerannée) gleich in der Nähe. Eröffnet wurde das Mucem 2013 anlässlich der Verleihung „Kulturhauptstadt Europas“ an Marseille.

 

Mucem – Mekka der Ingenieure

 

Das Museum Mucem in Marseille

Das Museum Mucem in Marseille

Das Musem ist eine Art Quader mit einer filigranen Haut aus schwarzem Beton, der „wie elegante Spitze wirkt“. Das Ganze Viereck hat eine Seitenlängen von 72 Mete und ist von Wasser umgeben. Der Clou, eine Fußgängerbrücke spannt sich über das Wasser und verbindet den Quader mit dem Fort Saint-Jean, eine Brücke zwischen Alt und Modern. Das Fort wiederum verbindet ebenfalls eine Brücke mit dem Viertel Panier. Das Museum ist ein Meisterwerk der Ingenieurkunst – ein filigranes Betonnetz. Die Fußgängerbrücke wiederum spannt sich 19 Meter über das Wasser und ist ebenfalls aus Faserbeton. Wer genau hinschaut, sieht im Beton die Fasern. Die filigrane Außenhaut gibt dem Quader etwas Leichtes. Der Raum zwischen Gebäude und Außenhaut ist begehbar – einfach sehens- und erlebenswert.

 

Das filigrane Spitzenwerk aus Beton - von innen gesehen

Das filigrane Spitzenwerk aus Beton – von innen gesehen


Mucem für unfallfreie Fahrt

Dafür – und für Anderes – wollte ich einfach etwas Zeit haben und bin deswegen mit dem Zug gefahren. Marseille hat einen morbiden Charme, der sich erst auf den zweiten Blick erschließt. Die Stadt hat ihre Probleme mit den Immigranten aus dem Maghreb. Gleichzeitig ist sie lebendig und farbig. Als ich da war, hingen Fähnchen in den Gassen zwischen den Häusern. Unverkennbar ist in einigen Stadtvierteln der Verfall. 

Mein zweiter Besuch galt der Kirche ganz oben auf dem Hügel: Notre-Dame de La Garde – unübersehbar in Marseille. Ich bedankte mich, dass meine bisherige Tour ohne größeren Unfall verlief – und hoffentlich weiter verläuft. Notre-Dame de La Garde ist Pilgerstätte der Seeleute, die sich für unfallfreie Jahre bedanken. In der Kirche hängen viele Schiffsmodelle, die den Besucher daran erinnern, dass er es mit einer besonderen Stätte zu tun hat. 

Chinesisch in Marseille

Es war ja mal wieder Montag – und da sind viele Lokale in Frankreich geschlossen. Ich irrte also etwas umher, bis ich dann wieder mal beim Chinesen landete. 

Bonne nuit et à demain!

 

Posted by Helmut Achatz

Vorruheständler, Journalist, Börsianer, Vorstand VHS Olching, Wirtschaftsingenieur,

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