Taugt Kalorienzählen, um das Gewicht zu kontrollieren?

Zum Jahresanfang haben Diäten Hochkonjunktur. Wer zu viel Gewicht auf die Waage bringt, fühlt sich dick und will das ändern. Aber wie geht schlank? Runter mit den Kalorien, Sport bis zum Exzess? Es geht darum, beides vernünftig auszutarieren.

Die Deutschen überschätzen oft ihr Bewegungspensum – und wissen es oft nicht einmal, wie vor kurzem „Fit for Fun“ festgestellt hat. Wir bewegen uns zu wenig, das Magazin verweist dabei auf eine Studie. Sie glauben, sie hätten sich genug bewegt, um die Kalorien zu verdienen, die sie zu sich nehmen. Sie zählen die Kalorien, vergessen aber allzu oft, wie groß ihr tägliches Bewegungspensum war. Waren es 10 000 Schritte – oder doch deutlich weniger? Stimmt das Bewegungspensum zur  Kalorienzufuhr? Sie passen leider häufig die körperliche Aktivität nicht ihrem Bedarf an. Das Zählen der aufgenommenen Kalorien ist zwar ein guter Ansatz zur Gewichtsreduktion, allerdings sollten dabei noch einige andere Dinge bedacht werden.

Kalorien sind nicht alle gleich

Nicht jede Kalorie hat genau die gleiche Wirkung auf den Körper. So kommt es auch auf die Nahrungsmittel drauf an, die Kalorien liefern. 500 Kalorien grüner Salat sind sicher nicht 500 Kalorien Pommes Frites gleichzusetzen. So sollten diejenigen, die Kalorien zählen, unbedingt drauf achten, welche Nahrungsmittel sie zu sich nehmen. Ist die Ernährung nicht ausgewogen, könnte der eigene Körper dauerhaft geschwächt werden.

Mehr Bewegung, mehr Kalorien

Viele machen den Fehler, auf Gedeih und Verderb die Kalorienzufuhr gering zu halten, um ihren Tagesbedarf zu unterschreiten. Dieser Bedarf liegt bei einem erwachsenen Mann zwischen 2000 und 2500 kcal. Bei Frauen liegt der Wert etwas darunter. Diese Größe ist allerdings auch von der eigenen Verfassung, dem Alter und der täglichen Aktivität ab. So hat ein Bauarbeiter einen deutlich höheren Bedarf, als eine Bürokraft, wenn keiner einer zusätzlichen körperlichen Aktivität nachgeht. Die Zufuhr von Kalorien sollte an den Bedarf angepasst werden. Durch Sport kann der Kalorienbedarf um ein Vielfaches steigen. Ein olympischer Schwimmer nimmt, als Extrembeispiel, mehr als 10 000 Kalorien während intensiver Trainingstage zu sich. Schwimmen ist ein sehr gutes Beispiel, da dabei sehr viele Kalorien verbraucht werden und sich die Sportart gut für ältere Menschen eignet, da Sehnen und Gelenke durch die Bewegung im Wasser wenig belastet werden. Ideal ist auch Radfahren. Wer einige Wochen mit dem Rad unterwegs ist, kann ungeniert essen und nimmt trotzdem ab. Sportlich aktive Menschen sollten also ihre Zufuhr dem täglichen Bedarf anpassen, damit keine Mangelerscheinungen auftreten.

Fett, Kohlenhydrate und Eiweiß

Das reine Kalorienzählen hat weitere Nachteile. Auch wenn relativ genau der Tagesbedarf zugeführt wird und so der Körper mit ausreichend Energie versorgt ist, kann Kalorienzählen falsch sein. Es kommt auch auf die richtige Zusammensetzung der Lebensmittel an. Neben der bekannten Ernährungspyramide, die als grobes Schema für eine ausgewogene Ernährung herangezogen werden kann, ist es zudem wichtig, das richtige Verhältnis von Fett, Kohlenhydraten und Eiweiß zu sich zu nehmen. Als grober Richtwert werden meist 30 Prozent Fett, 55 Prozent Kohlenhydrate und 15 Prozent Eiweiß aufgeführt.

Gewicht reduzieren – so geht’s

Das Kalorienzählen kann eine gute Hilfe sein, Gewicht zu reduzieren. Dabei muss aber deutlich mehr beachtet werden, als die reinen Kalorien, die ein Mensch zu sich nimmt. In Kombination mit Sport und einer ausgewogenen Ernährung hat es sich millionenfach bewährt. Es ist aber zu beachten, den täglichen Bedarf nie deutlich zu unterschreiten, da der Körper sonst Muskeln und Organe angreift, um Energie bereitzustellen.

Dieser Beitrag erscheint im Rahmen der Challenge von Nadine Becker, die zu „28 Days of Blogging“ aufgerufen hat. Das heißt, 28 Tage im Februar jeden Tag einen Blog-Post zu schreiben. Alle Blogger, die mitmachen, verlinken ihre Beiträge auf Facebook in der Gruppe 28 Days of Blogging, bei Pinterest und Instagram. Bin selbst gespannt, ob ich das in letzter Konsequenz durchhalte.  Also, bleibt neugierig – wo immer ihr auch mitlest und haltet Ausschau nach #28daysofblogging .

Foto: Unsplash –  Photo by i yunmai on Unsplash




Jahresrückblick 2018 – Themen, Trends und Temperamente

Wie war 2018? Ein Jahresrückblick. Höchste Zeit, so kurz vor Silvester das Jahr Revue passieren zu lassen mit den besten Bildern und Beiträgen. Es war ein turbulentes Jahr, in dem einige Weichen neu gestellt wurden, es war ein politisches Jahr, das ins kommende Jahr ausstrahlt, es war heißes Jahr mit neuen Temperaturrekorden.

Das war 2018

Januar

3. Januar
Riester ist Murks und die betriebliche Altersvorsorge steckt voller Ungereimtheiten – das dämmert immer mehr, die selbstverantwortlich fürs Alter vorsorgen.  Die Versorgungslücke lässt sich so nicht füllen, weil die Kosten die Rendite auffressen. Mehr dazu …

25. Januar
Auch Männer kommen in die Wechseljahre. Jeder zehnte Mann ist davon betroffen. Was das heißt und wie entgegenwirken?
Mehr dazu …

26. Januar

28. Januar
Das Ringen um die Mütterrente hat begonnen. Sie ist Murks und Mogelpackung. Mütter fühlen sich ungerecht behandelt und begehren auf. Mehr dazu …

Februar

11. Februar
Der Koalitionsvertrag ist für Rentner und Krankenversicherte eine Mogelpackung und Etikettenschwindel. Das Ziel von Union und SPD, die Rente „für alle Generationen gerecht und zuverlässig“ zu gestalten, ist nichts anderes als Augenwischerei. Von Anerkennung der Lebensleistung oder Generationengerechtigkeit kann keine Rede sein. Und die Millionen von Direktversicherten wurden wieder von der CDU/CSU über den Tisch gezogen. Mehr dazu …

18. Februar
Wie gelingt ein original ungarisches Kesselgulasch am besten? Eigentlich ist das ganz einfach. Wobei es auf das „eigentlich“ ankommt. Beim Kesselgulasch kommt es auf den Kessel an und das Dreibein – und natürlich auf die Feuerstelle. Das Rezept ist vergleichsweise simpel. Ein bisschen Geduld sollte der Koch freilich mitbringen. Wie gesagt, Kesselgulasch ist Männersache. Mehr dazu …

20. Februar

27. Februar
Forderungen nach einem Kinderbonus bei der Rente werden laut? Die CSU will einen „Kinderbonus“ erstreiten. Es wird wieder über die Erziehungsleistung von Eltern gesprochen. Mehr dazu …

März

5. März
Das Kriegsende liegt 73 Jahre zurück, dennoch beschäftigt uns dieser kollektive Wahnsinn immer noch – uns Kriegsenkel. Der Krieg prägt uns Kriegsenkel, die wir zwischen 1950 und 1975 geboren wurden, ob wir es wollen oder nicht. Mehr dazu …

6. März

11. März
Zum 1. Januar 2018 ist das Betriebsrentenstärkungsgesetz in Kraft getreten. CDU/CSU und SPD haben leider die Chance vertan, die Betriebsrente zu reformieren. Das Betriebsrentenstärkungsgesetz ist eher ein Betriebsrentenschwächungsgesetz. Wer fürs Alter vorsorgen will, sollte das besser privat und eigenverantwortlich tun. Er sollte sich nicht auf die Politik verlassen – aus 13 gewichtigen Gründen.  Mehr dazu …

25. März
Am 14. Oktober 2018 wählen die Bayern ihren Landtag. Es wird Zeit, die CSU daran zu erinnern, was sie Millionen angetan hat, die eigenverantwortlich fürs Alter vorsorgen. Deswegen trafen sich Ende die Direktversicherungsgeschädigten zum 1. Münchner Stammtisch der Direktversicherungsgeschädigten. „Erst angelockt, dann abgezockt“ – damit muss Schluss sein. Das finden immer mehr, die per Entgeltumwandlung fürs Alter vorgesorgt haben und am Ende, wenn sie in Rente gehen knapp ein Fünftel an die Krankenversicherung abdrücken müssen. Mehr dazu …

April

11. April
Das Euro-System ist eine WG-Kasse, aus der sich einige ungeniert bedienen und die anderen blechen. Das ist die wichtigste Erkenntnis des einflussreichsten Volkswirtschaftlers Hans-Werner Sinn, der am 7. März 2018 runde 70 wurde und in dem Buch „Auf der Suche nach der Wahrheit“ seine Lebensgeschichte aufgeschrieben hat. Er zeigt, wie die EZB mit dem Euro Rentner schleichend enteignet – und viele andere auch. Mehr dazu …  

17. April
Ruhestand ist nicht mehr – die Generation 50plus ist heute fitter als früher. Sie will nicht einfach nur Enkel hüten und sich die Abende mit Kartenspielen vertreiben. Die Bestager treibt es hinaus. Sie wollen etwas erleben, reisen, sich weiterbilden und sich fit halten. Diesen Bedürfnissen kommt „Die 66“ nach – „Deutschlands größte 50plus Messe“ (O-Ton Messe München). Mehr dazu …

18. April
Schönheit kennt kein Alter, doch jugendlich frisches Aussehen ist der Inbegriff von Attraktivität. Verschiedene Alterserscheinungen treten im fortgeschrittenen Alter Zeit immer deutlicher hervor. Gerade Frauen fragen sich mit dem Einsetzen der Wechseljahre, wie sie den Veränderungen entgegenwirken können. Die besten Schönheitstipps für Frauen ab 50. Mehr dazu …

25. April
170, 160, 150, 140 Euro – darf’s noch etwas weniger sein? Von Jahr zu Jahr fallen die Versprechungen der Anbieter von Riester-Renten. Und dann wundern sich die Versicherer, dass keiner mehr Riestern will. Riestern lohnt sich nur noch für Minimal-Verdiener mit vielen Kindern. Alle anderen sollten davon besser die Finger lassen – und da hilft auch das neue Betriebsrentenstärkungsgesetz nichts, das Anfang des Jahres in Kraft trat. Mehr dazu …

Mai

Wegen meiner Reise in den Westen der USA, von Salt Lake City nach San Francisco, ist es von Ende April bis Mitte Juni stillgeworden auf meinem Blog. Deswegen hier einige Bilder aus Utah, Idaho, Wyoming, Nevada, Arizona und Kalifornien.

Von Salt Lake City nach San Francisco


Juni

14. Juni
Zum 1. Juli 2018 bekommen die rund 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner mehr Rente. Um wie viel die Rente steigt? Im Westen um 3,22 Prozent, im Osten um 3,37 Prozent. Die Infos über Rentenerhöhung sind bereits versandt oder werden in den kommenden Tagen versandt. Mehr dazu ...

20. Juni
Allen ist klar, die gesetzliche Rente muss reformiert werden, wenn sie auf Dauer funktionieren soll. Die von der Regierung eingesetzte Rentenkommission soll’s richten. Dumm nur, dass die jüngere Generation in dieser Rentenkommission komplett fehlt. Was ist von einer solchen Rentenkommission zu erwarten? Mehr dazu …

23. Juni
Am 18. Juni 2017 endete „meine“ Tour de France in Bordeaux. Schon damals hatte ich mir geschworen, die Tour wieder dort fortzusetzen, wo ich sie 2017 beendet hatte. Jetzt war es so weit. Am 29. Juni machte ich mich auf den Weg nach Bordeaux. Lest selbst, was ich in den Folgewochen alles erlebt habe. Mehr dazu …

30. Juni
Tag 33 meiner Tour de France – „Accès Vendée/Routes Barrées – le Samedi 7 Juillet de 9h à 16h“, heißt es auf dem Schild am Straßenrand bei Bourg-Chapon nördlich von La Rochelle. Hier kommt also die Tour de France durch wie schon mal 1955. Wie ich der Tour hautnah gekommen bin. Wow, schon 33 Tage en Route. Mehr dazu …

Juli

15. Juli
Tag 48 meiner Tour de France – „Bravo les Bleus“ titelt sogar Google. Frankreich ist Fußball-Weltmeister – verdient, oder? Die Franzosen feiern den Weltmeister gebührend mit Auto-Corso, tanzen und singen. Die Franzosen haben die Kroaten mit 4:2 geschlagen und sind damit Fußball-Weltmeister. Was hat das mit meiner Tour de France zu tun? Na, ich bin in Sainte-Ménehould – 44 Kilometer von Verdun entfernt und erlebe die Siegesfeier hautnah mit. Mehr dazu …

19. Juli
Tag 52 meiner Tour de France – und das Ende. Dieses Mal endet sie ganz geplant in Straßburg. Von Bordeaux bis Straßburg sind es 1634 Kilometer, 12 255 Meter Steigung, 69 329 verbrauchte Kalorien. Übrigens, insgesamt habe ich in den 52 Tagen auf meiner Tour de France 3494 Kilometer zurückgelegt. Mehr dazu …

22. Juli
Der Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) reformiert seine Tarife. Leider geht die MVV-Tarifreform zu Lasten der Rentner, besonders die aus dem Umland. Wer als Senior öffentlich fährt, wird bestraft. Gelten soll das ab 9. Juni 2019. Die Isarcard 65 für das Gesamtnetz (M+6) als Monatskarte wird dann mit 89,40 Euro sage-und-schreibe 29,4 Prozent mehr kosten als die bisherige vergleichbare Isarcard mit 69,10 Euro. Mehr dazu …

30. Juli

31. Juli
In punkto Radfreundlichkeit hinkt Deutschland hinterher – Holland, Dänemark und selbst Frankreich sind weiter. Deutschland muss Radland werden, nur so können wir dem Klimawandel entgegenwirken. Jetzt ist die Zeit zum Handeln. Mehr dazu …

August

2. August
Warum Altersarmut weiblich ist – weil vor allem Frauen Kinder großziehen, Lücken in ihrer Erwerbsbiografie haben und in schlecht bezahlten Berufen arbeiten. In München kommen dazu noch hohe Lebenshaltungskosten, was ihre Lage verschlimmert. Deswegen hat sich das „Münchner Bündnis gegen Frauenaltersarmut“ zusammengetan. „In München gibt es 60 000 arme Frauen“, weiß Wilhelm Kling, Vorsitzender des Seniorenausschusses München. Vermutlich sind es noch wesentlich mehr, denn viele arme Frauen schämen sich, zum Amt zu gehen. Sie empfinden es entwürdigend, um Hilfe zu betteln, die doch ihr gutes Recht ist. Mehr dazu …

9. August
Die Landtagswahl in Bayern wirft ihre Schatten voraus. Am Sonntag, den 14. Oktober 2018 wählen die Bayern ihren Landtag mit 180 Abgeordneten. Was dürfen Bayerns Rentner von den Parteien erwarten? Was darf der erwarten, der fürs Alter vorsorgt? Ein Vergleich der Wahlprogramme bringt Licht ins Dunkel. Mehr dazu …

16. August
Der alte Mann, das unbekannte Wesen – ist das so? Was wissen wir über alte Männer? Wenig. Wie bewältigen Männer das Alter? Warum sterben Männer früher als Frauen? Eine Gebrauchsanweisung ist überfällig. Mehr dazu …

20. August
Die Tabellenergebnisse der Bundesliga können viele aus dem Effeff herunterbeten, wenn sie aber nach dem Rentenniveau gefragt werden, versagen viele komplett, sprich, sie haben keine Ahnung von Rente. Dabei geht es doch um ihr Auskommen im Alter.
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28. August
Dieses Jahr ist durch den heißen Sommer alles früher dran – auch die Zwetschgen. Also beginnt jetzt die Datschi-Saison. Wie gelingt ein original Augsburger Zwetschgendatschi am besten? Zwetschgen sind keine Pflaumen und ein Zwetschgendatschi kein Pflaumenkuchen, soviel vorweg. Der süß-säuerliche Geschmack eines Zwetschgendatschi ist was ganz Besonderes – und die Krönung von Spätsommer und Frühherbst. Mehr dazu …

29. August

September

5. September

8. September
Wie gut haben es Rentner? Der Vermögensverwalter Natixis bewertet jedes Jahr die Bedingungen für Ruheständler in 43 Ländern. Deutschland ist im Renten-Ranking vom 7. auf den 13. Platz zurückgefallen. Mehr dazu …

11. September
Rente soll für Beamte kein Tabu mehr sein – Bundesarbeitsminister Hubertus Heil will auch Beamte in die gesetzliche Rentenversicherung einbeziehen. Das deutete er bei der Auftaktveranstaltung „Zukunftsdialog“ an. Das heißt, Heil kann sich eine Erwerbstätigenversicherung vorstellen, wie es sie in Österreich schon längst gibt. Auch in der Schweiz zahlen alle ein, sprich Angestellte, Selbstständige und Beamte.  Mit gesetzlicher und betrieblicher Rente kommen die Schweizer auf ein Sicherungsniveau von 60 Prozent. Davon können deutsche Rentner nur träumen. Mehr dazu …

27. September
„Wer Rentner quält, wird nicht gewählt“ – das war der Schlachtruf von weit mehr als 200 Direktversicherungsgeschädigten auf dem Münchner Marienplatz am 27. September 2018 auf der Demo gegen Abzocke. Die von Politik und Krankenkassen Abgezockten wollen das Unrecht der Doppelverbeitragung nicht länger hinnehmen und gehen auf die Straße. Mehr dazu …

Erfolgreiche Demo gegen Abzocke durch Krankenkassen

Erfolgreiche Demo gegen Abzocke durch Krankenkassen

Oktober

1. Oktober
Mittlerweile lebt jeder 14ste Rentner im Ausland. Ihre Zahl steigt – von 2000 bis 2017 von 1,1 auf 1,5 Millionen. Die meisten Renten werden nach Italien überwiesen, gefolgt von Spanien und Österreich. Mehr dazu …

8. Oktober
Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts – sie ist das wichtigste Gut. Und dafür lässt sich etwas tun. Dazu gehören eine ausgewogene Ernährung und regelmäßig altersgerechter Sport. Aber, dazu gehören auch Konsequenz und Ausdauer, gepaart mit etwas Spaß. Mehr dazu …

9. Oktober
Riester-Rentner zahlen keine Krankenversicherungsbeiträge, Betriebsrentner aber schon – und zwar doppelt. Diesen Irrsinn von Politik und Krankenkassen versteht kein vernünftiger Mensch. Den Krankenkassen dämmert, wie wütend viele Betriebsrentner sind und lenken ein. Ob das die Union auch begreift, deren Politiker im Gesundheitsausschuss sitzen? Ob sie die Verbeitragung fallen lassen?
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15. Oktober

31. Oktober
Wer ist wann wie alt? 60 ist das neue 40 und 70 das neue 50. Wir fühlen uns jünger als wir altersmäßig sind. Wir 60plus-Generation werden anders alt. Warum grau das neue Pink ist – die Antwort darauf liefert eine Ausstellung im Frankfurter Museum der Weltkulturen. Mehr dazu …

November

3. November
Das Rentenpaket soll ganz schnell im Bundestag durchgepeitscht werden. Kapiert haben es die wenigsten Abgeordneten, aber sie werden wegen des Fraktionszwangs brav zustimmen. Die Rentenformel wird damit reine Willkür – Beitrags- und Steuerzahler werden zur Kasse gebeten. Mehr dazu …

4. November
Das Rentenpaket bringt auch etwas für die Mütter. Ab 2019 bekommen Mütter – und Väter –, deren Kinder vor 1992 geboren wurden, dank Mütterrente II mehr Geld. Allerdings gibt’s nur einen halben Rentenpunkt. Mehr dazu …

12. November
Bislang weigert sich die Union, das Unrecht der Doppelverbeitragung abzuschaffen. Es scheint sich jedoch innerhalb der Partei ein Sinneswandel zu vollziehen, denn Bundesgesundheitsmininster Jens Spahn will die abgezockten Betriebsrenter zumindest entlasten. Kippt die Doppelverbeitragung? Mehr dazu …

13. November
Wie mehrere Medien berichten, dürfte die Rentenerhöhung 2019 ordentlich ausfallen. Die Rede ist von 3,18 Prozent im Westen und 3,91 Prozent im Osten.  Der Rentenschätzerkreis kommt „onvista“ zufolge bei seinen Berechnungen auf eine Rentenerhöhung zum 1. Juli 2019 auf 3,18 Prozent im Westen und auf 3,91 Prozent im Osten. Mehr dazu …

15. November
Zahlen Eltern zu viel in die Rente ein? Ja! Und Kinderlosen zahlen zu wenig. Gesundheitsminister Jens Spahn hat das erkannt – und der Aufschrei ist groß. Die eine Möglichkeit wäre, die Rentenbeiträge der Eltern zu senken oder die der Kinderlosen zu erhöhen. Nur einmal angenommen, die heutige Generation bliebe kinderlos – wer sollten dann ihre Renten bezahlen? Es gäbe niemand, weil die gesetzliche Rente im Umlageverfahren funktioniert. Die Frage bleibt hypothetisch, weil es immer noch Paare gibt, die Kinder – damit künftige Beitragszahler großziehen – und somit das Umlageverfahren sichern. Dafür werden sie aber nicht belohnt, sondern bestraft. Sie schultern gleich zwei Lasten. Mehr dazu … 

16. November
Ab Januar 2019 bekommen Neu-Erwerbsminderungsrentner mehr Geld, denn die  sogenannten Zurechnungszeit steigt ab dem 1. Januar 2019 auf einen Schlag um drei Jahre und fünf Monate. Bestands-Erwerbsminderungsrentner bleiben außen vor. Openpetition will gleiche Erwerbsminderungsrente für alle. Die Große Koalition, kurz Groko, ist stolz darauf, dass sie die Erwerbsminderungsrente verbessert, dumm nur, dass Schwarz-Rot die bisherigen Erwerbsminderungsrentner vergessen hat. Mehr dazu …

17. November
SPD und Grüne sind sich in punkto Abschaffung von Hartz IV einig. Sie wollen ein Bürgergeld oder eine Art Bafög für alle, weil sie glauben, dass sie damit den sozialen Zusammenhalt fördern. Umgekehrt wird ein Schuh draus – bei einem hohen Gemeinsinn darf der Staat großzügiger sein. Zurzeit werden die Fliehkräfte aber eher größer als kleiner. Mehr dazu …

20. November
Durch die jüngste Rentenerhöhung liegen die Renten von annähernd fünf Millionen Rentner über dem Grundfreibetrag, entsprechend müssen sie Steuern zahlen. 2019 werden es weitere 48 000 sein, die erstmals steuerpflichtig werden. Mehr dazu …

26. November

Dezember

6. Dezember

17. Dezember
Die Deutschen sparen sich arm – richtig gehört. Die Inflation ist weit höher als die Zinsen. Unterm Strich steht somit ein Minus, das heißt, wer spart wird ärmer. Wer’s nicht glaubt, muss nur Zinsen und Inflation vergleichen. Das Realvermögen schrumpft schon seit Jahren. Ruhestandsplanung wird zum Minus-Geschäft. Mehr dazu …

18. Dezember
Riester ist eine Totgeburt – wer’s nicht glaubt, muss sich nur die Zahlen anschauen. Trotz Erhöhung der Zulage und die Befreiung der Sozialversicherungspflicht schrumpft die Zahl der Verträge. Aber viele haben das Gefühl, Riester ist zu kompliziert und bringt zu wenig. Deswegen läuft Riester aus dem Ruder. Mehr dazu …

19. Dezember
Heute drei, morgen Dutzende – Pensionskassen kommen wegen der Nullzinspolitik von EZB-Chef Mario Draghi in die Bredouille. Leidtragende sind deutsche Betriebsrentner, deren Altersvorsorge gefährdet ist. Mehr dazu …

 

Tote des Jahres

Mal ganz abgesehen von Rente, staatliche Abzocke, Niedrigzins und Gebühren sind 2018 einige Ikonen, Künstler, Politiker, Denker und Schauspieler unserer Jugend gegangen.

Januar

Im Januar sterben gleich zwei Franzosen, die unsere Jugendzeit begleitet haben – am 7. Januar ist es France Gall („Poupée de cire, poupée de son“) und am 20. Januar der Cuisine-Gott Paul Bocuse. Was wäre unsere Jugend ohne Ikea gewesen und dem Regal „Billy“?  Ikea-Begründer Ingvar Kamprad stirbt am 27. Januar.

Februar

am 2. Februar stirbt der deutsche Schauspieler Rolf Zacher
am 8. Februar geht die deutsche Schauspielerin Marie Gruber („Go Trabi Go“)
am 21. Februar verlässt Ulrich Pleitgen die Bühne („Immer Ärger mit Opa Charly“)

März

am 11. März stirbt Kardinal Karl Lehmann, der frühere Bischof von Mainz
am 11. März verlässt Siegfried Rauch das „Traumschiff“ für immer
am 14. März endet das Leben des Mathematikers Stephan Hawking
am 22. März verklingt der Song der Jazz-Ikone Morgana King

April

Am 2. April verklingt die Stimme von Winnie Mandela
am 17. April stirbt die ehemalige First Lady Amerikas, Barbara Bush

Mai

am 4. Mai legt Abi Ofarim endgültig die Gitarre zur Seite
am 17. Mai stirbt Jürgen Marcus („Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben“)

Juni

am 27. Juni stirbt Joe Jackson, Vater von Michael Jackson

Juli

am 9. Juli steigt Hans Günter Winkler das letzte Mal vom Pferd
am 13. Juli stirbt Christine Nöstlinger („Maikäfer flieg“)

August

am 16. August geht die „Queen of Soul“ Aretha Franklin
am 18. August tritt der ehemalige UN-Generalsekretär Kofi Annan für immer ab
am 23. August ist für Dieter Thomas Heck die Show zu Ende

September

Am 6. September stirbt US-Schauspieler Burt Reynolds
am 9. September stirbt Daniel Küblböck („Deutschand sucht den Superstar“)

Oktober

am 1. Oktober endet das Lied von Charles Aznavour
am 6. Oktober stirbt die Opernsängerin Montserrat Caballé

November

am 14. November verlässt Schauspieler Rolf Hoppe die Bühne
am 26. November stirbt Bernardo Bertolucci („Der letzte Tango“)
am 30. November stirbt George H. W. Bush

Dezember

am 13. Dezember stirbt Jazz-Größe Nancy Wilson




Mit Sport bis ins hohe Alter gesund bleiben

Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts – sie ist das wichtigste Gut. Und dafür lässt sich etwas tun. Dazu gehören eine ausgewogene Ernährung und regelmäßig altersgerechter Sport. Aber, dazu gehören auch Konsequenz und Ausdauer, gepaart mit etwas Spaß.

Sport bis ins hohe Alter

Wir müssen dem Altern nicht einfach nur tatenlos zusehen, sondern können uns aktiv für unsere Gesundheit und Wohlbefinden einsetze. Salutogenese heißt das Zauberwort – das Gegenteil von Pathogenese. Es geht bei der Salutogenese also darum, wie ich mich gesund erhalte. Gesunde Ernährung spielt eine wichtige Rolle und die ärztliche Versorgung bei der Prävention von Krankheiten oder der Behandlung von chronischen Leiden. Und dafür bieten Krankenkassen oder Magazine reichlich Tipps an. Zur Ernährung und der regelmäßigen Vorsorge kommt noch die Bewegung. Mit ausgewogenem Sport lässt sich so manches Zipperlein verhindern.

Wer sich nur schwer selbst motivieren kann, geht am besten in den Verein oder schließt sich einer Gruppe an. Inspirierend wirkt auch ein Match im Fernsehen oder der Besuch im Stadion. Wir fiebern mit unserem Lieblingsverein und lassen uns anstecken von der Begeisterung Anderer. Wer nicht nur die Daumen drücken will, kann natürlich auf seinen Favoriten wetten. Das klassische Wettbüro ist freilich längst aus der Mode gekommen. Der Trend zu Online-Wetten nimmt zu.

Langsam Leistung steigern

Zuschauen und Wetten ist das Eine, Selbermachen das Andere – der Fernseher kann die Bewegung nicht ersetzen. Dabei kommt es allerdings auf die Dosis an. Wer meint, er könne aus dem Stand einen Marathon laufen, muss sich nicht wundern, wenn er schon nach wenigen Kilometern zusammenklappt. Es ist allemal besser, langsam die Leistung zu steigern, statt gleich in die Vollen zu gehen. Das gilt gerade für uns Ältere.

Tour de France für alte Knacker

Wir dürfen uns dabei durchaus an Vorbilder orientieren. Ein Bernard Hinault, der fünfmalige Gewinner der Tour de France, setzt sich auch als 64-Jähriger noch aufs Rad, ein Paul Breitner, der sich sozial engagiert und auch körperlich fit hält, gehören dazu. Sport ist ein regelrechtes Wundermittel gegen das Altern und hilft uns, gesund zu bleiben.

Sport steigert die Funktionen des Immunsystems, da Adrenalin ausgeschüttet wird. Das Hormon animiert Abwehrzellen dazu, sich schneller zu vermehren und aktiver zu werden. Sport ist zudem gesund für das Herz. Bei ständigem Ausdauertraining wird die Muskulatur hier gestärkt. Dadurch kann das Herz viel wirtschaftlicher arbeiten. So wird bei geringerem Aufwand mehr Blut durch das System gepumpt und die Blutgefäße elastisch gehalten. Dadurch reduzieren sich Blutdruckprobleme. Der Cholesterinspiegel wird ebenfalls durch den Sport reguliert, weshalb Arteriosklerose oder gar Schlaganfälle und Herzinfarkte verhindert werden können. Sport verringert das Osteoporose-Risiko. Ab dem 40. Lebensjahr nimmt die Knochendichte ab – Sport wirkt dem entgegen. Sport steigert ferner unsere kognitive Leistungsfähigkeit. Regelmäßige Bewegung regt unser  Denkorgan an – dank der höheren Sauerstoffzufuhr.




Rastlos im Beruf, ratlos im Ruhestand? Was tun?

Raus aus dem Job, rein in die Rente – viele Männer fallen dann in ein Loch. „Rastlos im Beruf, ratlos im Ruhestand“, der Titel des Buchs von Wolfgang Schiele trifft den Nagel auf den Kopf. Was so harmlos klingt, endet bei einigen im Desaster. Das muss nicht so kommen.

Rastlos im Beruf, ratlos im Ruhestand

„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft, zu leben“, heißt es in einem Gedicht von Hermann Hesse über die Stufen des Lebens. „Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise, mag lähmende Gewöhnung sich entraffen“, womit der deutsch-schweizerische Dichter die Aufgabe unserer letzten Heldenreise treffend beschreibt. Die Entberuflichung verlangt uns einiges ab, auf das uns niemand wirklich vorbereitet hat. Aber wozu gibt es Bücher wie „Rastlos im Beruf, ratlos im Ruhestand“ von Wolfgang Schiele?

Wie den Übergang meistern

Der Übergangscoach und Resilienztrainer hat sich die Zeit genommen, seine Erkenntnis in diesem Buch zusammenzufassen. Ihm geht es darum, vor allem uns Männern zu helfen, diese Zäsur im Leben zu meistern. Gerade Männer brauchen dieses Buch dringend. Für einige könnte es sogar ein Erste-Hilfe-Anleitung sein. Schiele spricht von „Heldenreise“ – und darauf sollten wir uns einrichten. Wir müssen uns im Übergang bewähren und eigene Verwandlungen vollziehen. Wer sich davor drückt, wird Schiffbruch erleiden wie einst Odysseus. Der Held aus Ithaka ist allerdings dann doch noch heimgekehrt, was er seiner List und seinem Durchhaltevermögen verdankte.

Von Odysseus lernen

Rastlos im Beruf, ratlos im Ruhestand?

Rastlos im Beruf, ratlos im Ruhestand?

Nur ist nicht jeder Übergängler so listenreich wie Odysseus. Das darf angesichts der Zahlen bezweifelt werden: Die Suizid-Rate gerade unter Senioren ist vergleichsweise hoch. 45 Prozent aller Selbsttötungen sind der Deutschen Stiftung Patientenschutz von Menschen im Seniorenalter. Sicher sind einige dabei, die quälende Schmerzen nicht mehr aushalten und sich deshalb das Leben nehmen, ein anderer Teil kommt aber mit dem Abschied aus dem Beruf nicht klar und wird depressiv.

Wider den Renten-Blues

Schiele hat das Problem, den Rentner-Blues so aufgedröselt, dass jeder nachvollziehen kann, wie aus der anfänglichen Euphorie ein Gefühl der Bedeutungslosigkeit wird, das schließlich zum Suizid führt. Gerade Männer sollten sich die Bore-Out-Uhr genau anschauen und sich fragen, wo ihr Zeiger steht – noch beim inneren Rückzug oder schon beim Zweifel am Sinn des Lebens.

Schiele belässt es aber nicht bei der Analyse der Übergangsprobleme – er bietet Lösungen an. Wer auf der Bore-Out-Uhr schon bei sieben oder acht angekommen ist, braucht dringend den Erste-Hilfe-Koffer des Übergangscoach. Wer noch bei drei oder vier ist, sollte sich überlegen, wie er zu einer Vision – der bildhaften Vorstellung einer zukünftigen Realität – kommt und daraus Ziele ableitet. Ziele motivieren und geben uns Halt in der dritten Lebensphase, wie einst Odysseus, der alles daransetzte, zu Frau und Kind zurückzukehren. Dieses Ziel half ihm, alle Widerstände zu überwinden.

Das Beste aus der Rente machen

Aufblühen oder abwracken? Wer seinen Ruhestand nicht aktiv gestaltet, muss sich nicht wundern, wenn er versauert. Diesen Ruhestand zu gestalten, das ist die Herausforderung – und sie verlangt planmäßiges Vorgehen. Nichts schlimmer, als den Tag zu verdaddeln oder einfach so vor sich hinzudämmern. Wer nichts tut, macht vieles verkehrt. „Wer jeden Abend sagen kann – ‚ich habe gelebt‘ -, dem bringt jeder Morgen einen neuen Gewinn“, schrieb einmal der römische Philosoph Lucius Annaeus Seneca. „Jeder ist seines Glückes Schmied“, heißt ein Sprichwort. Das heißt, wir haben es in der Hand, aus diesem letzten Lebensabschnitt das Beste draus zu machen. Warum das so ist und wie es gelingen kann, lässt sich in Schieles Buch nachlesen.

Was ist unsere Erfahrung wert?

Es ist dem Buch anzumerken, dass es von einem verfasst wurde, der weiß, wovon er schreibt. Rührend bis mitfühlend das Kapital, in dem Schiele beschreibt, wie er seinen „virtuellen beruflichen Suizid“ einleitete, indem er die Dateien auf seinem Rechner löschte, die Festplatte jungfräulich abzugeben. Mit Erstaunen verinnerlicht er, dass es für seinen Posten keine Nachfolgeregelung gibt. Seine Erfahrungen zählen nichts mehr. Das schmerzt.

Schiele rückt die Herausforderung des Übergangs ins Bewusstsein und liefert praktikable Lösungen – unterlegt mit Beispielen und Checklisten. Sein Buch ist im wahrsten Sinn des Worts ein Handbuch zur „aktiven Gestaltung der dritten Lebensphase“. In dem 288-Seiten-Werk steht alles, was ein Unruheständler wissen muss.

Und falls eine Frage unbeantwortet bleiben sollte – Schiele ist im Internet unter www.coachingfiftyplus.de zu erreichen und auf seinem Blog Späte-Freitheit-Ruhestand.

Zwei, drei Jahre Vorbereitungszeit

Rente hat uns niemand beigebracht – diese Erkenntnis ist das große Motto des Buchs, dass jeder Vorruheständler lesen sollte. Ruheständlern kann es übrigens auch nicht schaden. Besser ist es allerdings, sich schon zwei oder drei Jahre vor der Entberuflichung mit der dritten Lebensphase zu beschäftigen. Nur wer verstanden habe, wie wichtig es ist, „die Droge Arbeit wie ein Antidepressivum gezielt auszuschleichen, um psychischen Entzugsproblemen aus dem Weg zu gehen“, kann gelassen nach der Abschiedsfeier in Rente gehen.

Leider gibt es viele Männer, die ihrem Job nachtrauern und es nicht schaffen, sich mental von Beruf und Firma zu verabschieden, die immer noch ihrer alten Bedeutung nachtrauern und dabei vergessen, das Hier und Jetzt zu genießen und einen neuen Sinn zu finden. Dabei hätten sie im Ruhestand die Chance, die „Schatztruhe der Kindheit zu öffnen“ und Versäumtes nachzuholen. Denn erstmals im Leben sind wir frei von Zwängen und müssen weder Schule noch Arbeitgeber gerecht werden.

Kunst des späten Gelingens

Das wohl wichtigste Kapitel in Schieles Buch ist das über „die Kunst des späten Gelingens“. Er will uns animieren, wertschätzend und versöhnlich Abschied vom bisherigen Karriereweg zu nehmen, in die Schatztruhe der Kindheitsträume zu greifen, auf die Lebenserfahrung zu bauen und sich der vielfältigen Kompetenz bewusst zu werden. Wer das Wort „Salutogenese“ noch nicht kannte, lernt es in Schieles Buch kennen – Salutogenese heißt nichts anderes, als Gesundheit aktiv zu pflegen, vorzubeugen statt nachzubehandeln. Und dazu gehört, sich seiner verbleibenden Lebenszeit bewusst zu werden und sie zu strukturieren – nach Jahren, Wochen und Tagen. „Akzeptieren Sie das Altern und gehen Sie souverän und selbstbestimmt damit um“, rät Schiele Ruheständlern. Schaff‘ dir deine neue Identität lautet der Impetus, sprich, gib‘ dir einen Schubs – und zwar nachhaltig. Dem ist nichts hinzuzufügen.

Alpenüberquerung oder Tour de France?

Was das ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Das kann ein Nord-Süd-Alpenquerung sein, die persönliche Tour de France, ein Buch oder eine neue Sprache. Oder wie wäre es mit Vorlesen im Kindergarten, mit Acrylmalerei oder dem Initiieren einer Bürgerbewegung. Vielleicht fällt da dem Einen oder Anderen Konstantin Weckers Lied „Sage nein ein. Da heißt es im Lied: „Ob als Penner oder Sänger, Bänker oder Müßiggänger, ob als Priester oder Lehrer, Hausfrau oder Straßenkehrer, ob du sechs bist oder hundert, sei nicht nur erschreckt, verwundert, tobe, zürne, misch dich ein – sage nein!“. Mitmischen ist wie eine Verjüngungskur.

Schiele macht Lust aufs aktive Altern, größer kann ein Kompliment kaum sein. Der Ruhestand ist Unruhestand – das ist unsere Aufgabe und unsere Chance.

Das Buch
„Rastlost im Beruf, ratlos im Ruhestand?“von Wolfgang Schiele.
Erschienen 2018 im Springer-Verlag, Heidelberg.
288 Seiten, Preis: 19,99 Euro
ISBN 978-3-662-56567-7
ISBN 978-3-662-56567-4



Warum das Beste noch vor uns liegt

“Leben muss rückwärts verstanden, aber vorwärts gelebt werden”, sagt der dänische Philosoph Søren Kierkegaard. Also, entspannt zurücklehnen oder noch mal etwas Neues anpacken? Wer weiß, vielleicht liegt das Beste noch vor uns.

Glücklicherweise erinnern wir uns eher an die positiven Erlebnisse als an die negativen – die Wechseljahre sind überstanden, die Midlife-Krise durchlebt. Beim Blättern der Fotoalben ergötzen wir uns an Szenen mit unseren Kindern. Irgendwann kommen wir aber an den Punkt, an dem wir uns fragen, wie die zweite Hälfte des Lebens verlaufen wird. Was wartet noch auf uns? Jetzt einfach entspannt zurücklehnen oder noch mal etwas Neues anpacken? Wir können aus einem reichen Erfahrungsschatz schöpfen – warum ihn nicht nutzen?

Warum gerade jetzt?

Keiner treibt uns mehr an, außer wir uns selbst. Wir müssen nicht mehr konkurrieren, wir müssen uns nicht mehr beweisen, sondern können uns auf das konzentrieren, was uns Spaß macht. Meist stellt sich erst jetzt eine innere Gelassenheit ein, die einem bei neuen Zielen hilfreich zur Seite stehen kann. So verwundert es nicht, dass bei einer so bedeutenden Ehrung wie der Vergabe des Nobelpreises, die Preisträger im Durchschnitt 58 Jahre alt sind und laut einer Statistik des „Spiegel“ sogar immer älter werden. Bis zum Jahr 2013 befand sich unter den 839 Nobelpreisträgern lediglich eine einzige Person, die unter 30 Jahre alt war. Um demnach mit wissenschaftlichen Erkenntnissen auf sich aufmerksam machen zu können, sind wohl etliche Jahre intensiver Forschungsarbeit notwendig.

Übrigens gilt das nicht nur für Nobel-Preisträger – eine Studie, in der 236 Preisträger aus ganz verschiedenen prestigeträchtigen Bereichen miteinander verglichen wurden, zeigt, dass 33 der Gewinner bereits über 50 Jahre alt waren. Diese Analyse, die vom Online-Casino Betway erstellt wurde, verdeutlicht, dass ein durchschnittlicher Siegertyp mindestens 13 Jahre in seinem Metier tätig ist, bevor er einen Sieg erlangt. Ein Beweis dafür, dass es im Normalfall ein bestimmtes Maß an Lebenserfahrung braucht, um in seinem Berufsfeld zum Experten zu werden und entsprechend ausgezeichnet zu werden. Es muss ja nicht gleich der Nobelpreis sein.

Die Zeit ist reif für… ein Buch!

Viele von uns träumen ein Leben lang davon, einen eigenen Roman zu verfassen. Warum noch länger davon träumen? Wir haben doch endlich Zeit dafür. Als wir noch von neun bis fünf eingespannt waren, fehlten uns Zeit und Energie für ein solches Projekt – aber jetzt, warum nicht das Versäumte nachholen? Im Vorruhestand gibt es keine Ausreden mehr. Wir haben einen kostbaren Erfahrungsschatz angesammelt – Material genug für ein Buch. Die Autorin Ingrid Noll zeigt, wie es geht. Mit Mitte 50 veröffentlichte sie 1991 ihren allerersten Roman „Der Hahn ist tot“, der sich gleich über eine Million Mal verkaufte. Bis heute hat sie insgesamt 14 Kriminalromane veröffentlicht. Sie ist damit eine der erfolgreichsten deutschen Schriftstellerinnen im Krimi-Genre. Einige ihrer Werke wurden sogar verfilmt, von denen „Die Apothekerin“ mit Katja Riemann in der Hauptrolle sicherlich am bekanntesten und bei buecher.de daher auch als DVD erhältlich ist. Ingrid Noll darf sich zudem über besondere Ehrungen in Form des Friedrich-Glauser-Preis (1994) und der Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg (2002) freuen.

schreibmaschine

Statt der Schreibmaschine steht bei den meisten heute ein Laptop

Nicht jeder ist ein Krimi-Autor, aber wie wäre es denn mit einem Sachbuch oder einem Reiseroman? Wer zu Beginn noch eine Anleitung für das kreative Schreiben braucht, schaut am besten bei Autorendock vorbei und bucht ein Seminar von erfolgreichen Schriftstellern.

Sportliche Lorbeeren einsammeln

Keine Zeit zum Schreiben, Malen oder Musizieren? Wie wäre es denn mit Sport? Mit 92 Jahren können wir uns bejubeln lassen, Rekorde aufstellen und sich sogar einen Namen als älteste Frau der Welt, die einen Marathon absolviert hat. 2015 ist eine Amerikanerin knapp siebeneinhalb Stunden gelaufen, um die 42,2 Kilometer zurückzulegen. Der älteste männliche Teilnehmer eines Marathons zählte sogar schon über hundert Lebensjahre.

Warum das Beste noch vor uns liegt

Es muss ja nicht unbedingt die Jagd nach Rekorden sein – ein bewegungsreicher Lebensrhythmus lohnt sich. Sportlich aktive 60-jährige sind vergleichsweise so fit sein wie Untrainierte in ihren 40ern. Ein regelmäßiges Training in den Alltag einzubinden, kann dazu beitragen, die eigene Stimmung aufzuhellen, den altersbedingten Rückgang von Muskelmasse zu verlangsamen und vor allem das Herz zu stärken.

Warum denn nicht ein Hobby wie Golfen mit einem Urlaub an malerisch schönen Orten verbinden? Bernhard Langer tritt auch noch mit 60 Jahren bei Golfturnieren an und kann nahezu unangefochten jedes Jahr innerhalb der PGA Champions Tour, zu der professionelle Golfer über 50 antreten, den Gesamtsieg für sich entscheiden. Seit 2007 hat Langer in dieser Liga 37 Turniere gewonnen und Preisgelder in einem Gesamtwert von 25 Millionen Dollar erspielen können. Es ist also nie zu spät dafür, in seinem Leben einen echten großen Erfolg zu erzielen – gehen wir’s an!




Warum Männer anders altern

Der alte Mann, das unbekannte Wesen – ist das so? Was wissen wir über alte Männer? Wenig. Wie bewältigen Männer das Alter? Warum sterben Männer früher als Frauen? Eine Gebrauchsanweisung ist überfällig. Die liefert Eckart Hammer in seinem Buch „Männer altern anders“.

„Altwerden ist nichts für Feiglinge“ – der Spruch von Mae West gilt noch viel mehr für Männer. Denn, mal ehrlich, Männer tun sich mit dem Altwerden noch viel schwerer als Frauen. Warum ist das so? Dieser Frage ging der Sozialpädagoge und Sozialwissenschaftler Eckart Hammer nach und schrieb ein „Männerbuch“, „das sich mit Fragen des Älterwerdens und Alters jenseits des 50. Lebensjahres aus Männersicht und mit Blick auf Männer befasst“. Hammers Buch ist eine Art „Gebrauchsanweisung“ – für Männer, wobei Frauen davon genauso profitieren können.

Hammer stellt die fünf Dimensionen unseres Lebens und unserer Identität in den Mittelpunkt. Er hangelt sich daran entlang und zeigt auf, wie wichtig es ist, diese fünf Säulen in Balance zu halten – ein ganzes Leben lang und nicht nur im Alter. Zu diesen fünf Säulen gehören:

  • Arbeit
  • Soziales Netz
  • Körper
  • Materielle Sicherheit
  • Werte und Sinn

Warum Männer anders altern

Wenn eine Säule brüchig wird oder ihr zu viel Bedeutung zugemessen wird, gerät das Lebensgebäude in Schieflage. Das ist gerade für Männer ein Problem, die oft Arbeit und Beruf über alles andere stellen. Nach der Entberuflichung, sprich in der Rente, merken viele, dass sie die anderen Säulen in ihrem Leben vernachlässigt haben. Denn, mit der Arbeit fallen auch soziale Kontakte weg; dem Körper haben sie jahrelang zu wenig Beachtung geschenkt und die Sinnfrage mit Aktionismus erfolgreich verdrängt.

Der sogenannte Ruhestand ist eine gewaltige Zäsur, gerade im Leben von Männern. Er verlangt uns Flexibilität und Anpassung ab. Vieles muss neu definiert werden, auch die Beziehung zur Partnerin – erinnert sei nur an Loriots Film „Pappa ante portas“, den wohl die meisten über 50 kennen.

„Wer alt werden will, muss jung damit anfangen“ – der Satz klingt unlogisch, umso richtiger ist er. Es geht darum, sich schon früh zu überlegen, spätestens Anfang oder Mitte der 50er, wie das „neue Rollenfach“ für uns Männer im Alter aussehen soll. „Die meisten Aktivitäten im Alter, so die Ergebnisse der Ruhestandsforschung, sind spätestens im dritten Lebensjahrzehnt angefangen worden“. Das ist mit dem Satz gemeint. Wer sich erst in der Rente überlegt, was er machen will, ist zu spät dran. Einige fallen regelrecht in ein Loch. Alles, was im Haus repariert werden muss, ist schnell repariert – was dann? Das heißt, wir müssen uns schon vor der Rente für die Rente präparieren. Dafür ist Hammers Buch die passende Gebrauchsanweisung.

Arbeit auch mal Arbeit sein lassen

Wem gar nichts einfällt, nimmt sich am besten Hammers anderes Buch Das Beste kommt noch – Männer im Unruhestand“ vor, das Tipps für die Zeit nach dem Beruf enthält. Wie gesagt, die Einübung sollte schon vorher beginnen und unsere Fixierung auf die Arbeit zurückzudrehen.

Apropos soziale Kontakte – mann sollte sich nicht auf das Frauennetz verlassen, sondern selbst Kontakte knüpfen, Freundschaften pflegen. Das gilt besonders für Freundschaften außerhalb des beruflichen Dunstkreises. Wie viele echte Freunde habe ich? Auf wen kann ich mich verlassen? Hammer bringt es auf den Punkt.

Männer leben kürzer als Frauen

Männer altern anders

Männer altern anders

Die dritte Säule in Hammers Gebäude ist der Körper, die Leiblichkeit. Es sei doch erstaunlich, wie achselzuckend wir es hinnähmen, dass Männer kürzer leben als Frauen. Der Unterschied beträgt hierzulande immerhin sechs Jahre – und wird auch künftig kaum zusammenschrumpfen. „Die männliche Rolle gefährdet Ihre Gesundheit“, warnt Hammer. Männer sind das schwächere Geschlecht, trotzdem gehen sie unsensibel und sorglos mit ihrem Körper um. Einige treiben regelrecht Raubbau mit ihrem Körper und wundern sich dann, dass er es ihnen übelnimmt „Mannsein ist eine hochriskante Lebensform und besteht aus Leistung, Härte und Distanz sich selbst gegenüber“, schreibt Hammer in seinem Buch. Aber vielleicht ist das ja von der Natur so vorgesehen, denn, wozu taugt ein Mann noch, wenn er seine Pflichten erfüllt hat, sprich Kinder gezeugt, ein Haus gebaut und einen Baum gepflanzt hat? Nicht von ungefähr kommen prozentual mehr Jungs auf die Welt als Mädchen – die Natur rechnet also automatisch mit Ausschuss. Sorry, wenn das zynisch klingt, es ist nicht so gemeint.

[nextpage title=“Männlichkeit gefährdet Gesundheit“]

Ist das nicht Ansporn genug, dem entgegenzuwirken? Jeder weiß vermutlich selbst, was wir uns angedeihen lassen sollte, um möglichst lang gesund zu bleiben – Sport, ausgewogene Ernährung, kein Nikotin … Wir müssen lernen, im Alter anders mit unserem Körper umzugehen. Dazu gehört Hammers Meinung nach auch „das Ja zum Altern“. Wir müssen „nicht mehr müssen“. Das Alter ist das große Privileg, aussteigen zu können aus dem ewigen Konkurrenzkampf, was uns „eine neue späte Freiheit“ bringen kann. Zur Leiblichkeit gehört übrigens auch die Sexualität, Berührung, Zärtlichkeit. „Wer berührt noch den alten Mann?“, fragt Hammer. Dabei sind wir von klein an auf Berührung angewiesen. Ohne verkümmern wir.

Altersarmut ist weiblich

Alt und arm waren früher häufig eng miteinander verknüpft. Das ist mittlerweile für viele von uns glücklicherweise kein so großes Problem mehr. „Altersarmut ist weiblich“, weswegen sich in München beispielsweise ein Bündnis gegen Frauenaltersarmut zusammengetan hat.

Trotzdem gibt es auch arme Rentner, nur ist ihre Zahl deutlich geringer, weil sie meist ein Leben lang gearbeitet haben, während Frauen wegen Kindererziehung oder Pflege zuhause blieben und eben keine Rentenpunkte sammeln konnten. „Die gute Zeit der Alten ist heute“, proklamiert denn auch Hammer. So wird es voraussichtlich nicht bleiben, denn die Jungen werden die Last der Alten irgendwann nicht mehr schultern wollen oder können. Ab 2025 kommen langsam die Babyboomer ins Rentenaltern und werden den Generationenvertrag belasten.

Für die materielle Sicherheit gilt auch der Satz, wer alt werden will, muss früh anfangen – oder umgemünzt, wer im Alter abgesichert sein will, muss früh vorsorgen. Da bleibt der Sozialpädagoge und Sozialwissenschaftler entsprechende Tipps schuldig. Aber dafür gibt’s ja diesen Blog!

Die Sinn-Fragen im Leben

Der Sinn-Frage kommt keiner aus. Alte Männer fragen sich irgendwann:

  • Wie bin ich geworden, was ich bin?
  • Was wollte ich ursprünglich?
  • Was würde ich heute anders machen?

Wer sich diesen Fragen nicht stellt, kommt in Gefahr, „körperlichen und/oder seelischen Schaden zu nehmen“, so Hammer. Schaden heißt, depressiv zu werden. „Depression kann die Reaktion auf ein ‚entpflichtetes‘ Leben sein, in dem neben Genuss und Müßiggang kein wirklicher Sinn und Tiefgang mehr empfunden wird; sie kann die unbewältigte Trauer über die vielen Verluste sein, die ein langes Leben mit sich bringt“, bringt es Hammer auf den Punkt. Depression könne schließlich die Antwort auf eine Lebensbilanz sein, deren sinnhafte Abrundung nicht gelingt und keinen inneren Frieden einkehren lässt. Depression führt nicht selten zum Selbstmord – und das ist ein Männerproblem. Hammer zitiert Statistiken, danach übersteigt die Suizidquote der Männer über 65 Jahren die der Frauen um das Zweieinhalbfache.

Wie wichtig bin ich für Andere?

Wie dem entgehen? Der Psychiater Klaus Dörner empfiehlt, die „Perspektive zu wechseln, weg von der Selbstbestimmung hin zur Bedeutung für andere“. Denn, wenn niemand mehr auf einen warte und etwas von einem erwarte, so der Psychotherapeut Jürg Willi, sei man sozial tot. Deswegen rät Hammer uns Über-50-Jährigen Mentor zu sein für einen Jüngeren.

Hammers Anregungen für uns alte Männer? Es sollte uns um die „rechte Balance zwischen einem abschiedlichen Leben und einem Leben mit Idealen und Hoffnung bis zuletzt“ gehen. Was können wir tun, um die fünf Säulen unseres Lebensgebäudes auszutarieren? Der Psychotherapeut Hans Jellouschek gibt uns sechs Aufgaben mit auf den Weg:

  • Den Körper und die Gesundheit pflegen
  • Sich der eigenen Seele öffnen
  • Die Dinge verkosten und spüren
  • Eigene Träume verwirklichen
  • Persönliche Beziehungen pflegen
  • Vom bloß Vergnüglichen zum Wertvollen gelangen

Darauf kommt es aber nicht nur im Alter an, „im Alter treten lediglich die lebenslangen Fragen des Mannseins in deutlicherer Kontur hervor und werden unabweisbarer“, so Hammer in seinem Buch. Er bringt es auf die kurze Formel: „Heute richtig leben!“. Albert Schweitzer schrieb: „Man wird alt, wenn man seinen Idealen Lebewohl gesagt hat. Mit den Jahren runzelt die Haut, mit dem Verzicht auf Begeisterung aber runzelt die Seele“ – dem ist nichts hinzuzufügen.

Älterwerden ist gar nicht so schlecht

Eins vielleicht noch: „Älterwerden ist gar nicht so schlecht, wenn man die Alternative bedenkt“. Das hat der französische Schauspieler Maurice Chevalier gesagt – und er ist damit 83 Jahre alt geworden.

Das Buch erfüllt seinen Zweck „Informationen und Orientierung für Männer ab 50“ mit Bravour. Es taugt auch für alle, die mit ihnen leben. Dabei liest es sich amüsant und weitet den Blick auf die Chancen und Risiken alternder Männer.

Infos zum Buch:

Männer altern anders
219 Seiten
Mabuse
2017
9,95 Euro
Bestellnr.: 202388
ISBN: 9783863213886



Warum Deutschland Radland werden muss

In punkto Radfreundlichkeit hinkt Deutschland hinterher – Holland, Dänemark und selbst Frankreich sind weiter. Deutschland muss Radland werden, nur so können wir dem Klimawandel entgegenwirken.

 Radweg? Fehlanzeige! In vielen deutschen Städten sind Radler Verkehrsteilnehmer zweiter Klasse. Von sechs Milliarden Euro Investitionen in den Straßenbau kommen der „Wirtschaftswoche“ nur hundert Millionen bei der Rad-Infrastruktur an . Das sind prozentual 1,6 Prozent. Die „ZEIT“ spricht sogar von nur 0,5 Prozent. Dabei weiß jeder, dass Radler nicht nur den Radlern gut tun, sondern auch der Umwelt. Trotzdem passiert wenig. Woran liegt’s?

Vielleicht liegt es daran, dass Politiker sich chauffieren lassen, statt selbst zu strampeln, vielleicht liegt’s an der fehlenden Lobby. Wer tritt schon für Radler ein? Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) – aber ansonsten? Den meisten Politikern sind die Radler ziemlich wurscht, wie das in Bayern heißt.

Warum Deutschland Radland werden muss

Die Radlern können noch so viel gegen diese Wurschtigkeit protestiern, es passiert vergleichsweise wenig. Dabei wären mehr Radler gut für die Radler selbst und die Umwelt. Wer radelt, tut etwas für seine Gesundheit und entlastet die Umwelt. Aber Radfahren wird hierzulande zu wenig gefördert. Mal ehrlich, wo gibt es in den Innenstädten schon wirklich ausgewiesene Radwege? Selbst wenn, sind sie von Autos zugeparkt. Die ZEIT-Redakteurin Lea Frehse fleht jedes Mal auf der Fahrt zur Redaktion, dass sie nicht von rücksichtslosen Autofahrern umgenietet wird.

Eingeklemmt zwischen Lkws und Autos

Wer durch Olchings Hauptstraße fährt, einer Stadt im Münchner Speckgürtel fährt, betet am besten vorher, dass er heil an der S-Bahn ankommt, denn auf der Hauptstraße sind Radler nicht vorgesehen. Lkws brettern nur wenige Zentimeter an den Radlern vorbei; Autofahrer biegen knapp hinter den Pedalisten rechts ab; Ein-Parker setzen ohne Rücksicht einfach zurück. So geht das jeden Tag. Es ist ein Wunder, dass „nur“ so wenig Radler unter die Räder kommen.

Die ZEIT-Redakteurin – und nicht nur sie – fragt sich: „Geht’s noch?“. Was ist mit Klimaschutz und Gesundheitsvorsorge? Wir erleben den Klimawandel hautnah in Form steigender Temperaturen und sind dennoch nicht bereit, unser Mobilitätsverhalten zu hinterfragen. Wir Radler werden wie Verkehrsteilnehmer zweiter Klasse betrachtet. Was läuft da schief in diesem Land?

Kopenhagen Welt-Rad-Hauptstadt

Warum tut sich Deutschland so schwer mit seinen Radlern? In anderen Ländern funktioniert es doch auch – erinnert sei nur an Holland und Dänemark. Für die Dänen ist es selbstverständlich, selbst Möbelstücke mit dem Rad zu transportieren. In Kopenhagen gibt es Radschnellwege und Radgaragen. Kopenhagen ist sogar die Fahrrad-Welthauptstadt – noch vor Amsterdam. Wer schon einmal in Kopenhagen oder Amsterdam war, weiß, welche Rolle dort das Rad spielt. Und bei uns?

Spießrutenlaufen in Deutschland

„Radfahrer fristen ein Dasein am Rand von Autoschneisen, manchmal in Lebensgefahr“, schreibt Lea Frehse. Liegt es an der Auto-Lobby, dass sich in Deutschland so wenig bewegt in punkto Radlfreundlichkeit? Da dürfte viel dran sein. Das Bewusstsein ist wohl nicht da, anders als in Frankreich, das sein Tour-Fahrer bejubelt. Städte, durch die das Paleton saust, brezeln ihre Straßen und Schaufenster auf mit Trikots und sonstigen Devotionalien. In Städten wie Bordeaux gibt es gut beschilderte zweispurige Radtrassen. Davon sind Städte wie München, Frankfurt oder Berlin weit entfernt.

Radler haben kaum Lobby

Aber leider ist die Lobby der Radler, der ADFC einfach zu schwach hierzulande. Er hat erst vor kurzem wieder – unterstützt durch eine Sternfahrt zum Königsplatz – ein Radgesetz für Bayern gefordert. So fordert er beispielsweise ein verbindliches Radverkehrsprogramm, ein durchgängiges Radwegenetz, Radabstellplätze, eine Verdoppelung des Budgets für die Förderung des Radverkehrs, mehr Personal für die Umsetzung des Radverkehrsprogramms und eine deutliche Verbesserung der Fahrradmitnahme in Bus und Bahn. Also, nichts Unverhältnismäßiges. https://www.radgesetz-bayern.de/

„Sichere und entspannte Mobilität für alle“ – ja, so einfach könnte es sein, wenn Politiker umdächten. Radelnde Bürger würden etwas für ihre Gesundheit und die Gesundheit ihrer Mitbürger tun, sie würden die Umwelt entlasten und den Mobilitätsstress reduzieren.

Musterbeispiel Wuppertal

Einzelne Kommunen wie Wuppertal preschen vor. Eine stillgelegte Bahntrasse wurde zum zentralen Radweg ausgebaut. Insgesamt kann Wuppertal auf 67 Kilometer Radwege verweisen. Aber, das ist leider nicht die Norm, sondern eher die Ausnahme. „Für eine echte Wende muss das Auto Platz machen“, fordert Lea Frehse. Ja, das ist so. Warum brauchen Autos so viel Platz? Warum muss jeder unbedingt vor dem Geschäft parken? Weniger Platz für Autos, mehr Platz fürs Rad! Das würde zur Entschleunigung und zur Verbesserung der Luftqualität in den Städten beitragen.

Braucht’s eine Tour d’Allemagne?

Vielleicht brauchen wir auch eine Tour d’Allemagne – in Frankreich sind Autofahrer Radlern gegenüber deutlich zuvorkommender als in Deutschland. Die Tour de France hat offensichtlich das Bewusstsein der Autofahrer verändert. Ganz abgesehen davon fahren viele selbst Rad und sind entsprechend umsichtiger, wenn sie Velos überholen. Von Franzosen, Holländern und Dänen können sich Deutsche eine Scheibe abschneiden.




Tag 52 meiner Tour de France

Tag 52 meiner Tour de France – Tag 52 ist gleichzeitig das Ende meiner Tour de France. Dieses Mal endet sie ganz geplant in Straßburg. Von Bordeaux bis Straßburg sind es 1634 Kilometer, 12 255 Meter Steigung, 69 329 verbrauchte Kalorien – das Navi registriert alles.

Tag 52 meiner Tour de France

Die Strecke Sarrebourg-Strasbourg hat mich mit Frankreich ausgesöhnt. Schon kurz nach Sarrebourg beginnt ein Radweg direkt am Marne-Rhein-Kanal entlang – gut ausgebaut, ohne große Steigungen, schattig, kühl und abwechslungsreich. Da sind selbst 80 Kilometer ein Klacks.

Am Marne-Rhein-Kanal entlang

Ich winke den Bootsfahrern zu, weiche Mitradlern aus und lasse die Landschaft an mir vorbei ziehen. Wie gerufen bietet sich gegen Mittag ein Kiosk am Kanal an, wo ich einen Hühnchen mit Salat esse und dazu ein Panache, sprich ein Radler. Allerdings hat der gute Mann vom Kiosk keine Zitronenlimonade – so entschließen wir uns, das Bier mit kohlensäurehaltigem Mineralwasser zu mischen. Auch ok.

Mein Ziel Straßburg erreicht

Ich komme schon um halb drei Uhr in Straßburg an – Zeit genug, in aller Ruhe zu duschen. Das Hotel hat ein Schwimmbad, das ich nur zu gerne nutze. Es bleibt noch Zeit, in die Stadt zu fahren, dieses Mal aber mit der Tram und nicht mit dem Rad. Das hängt abgesperrt in der Radl-Garage und wartet bis morgen auf den Heimtransport.

Straßburg ist das Ziel meiner Tour de France

1634 Kilometer in 24 Tagen

Tja, insgesamt bin ich in diesen 24 Tagen von Bordeaux bis Straßburg 1634 Kilometer geradelt – vermutlich waren es noch einige Kilometer mehr, da ich manchmal vergaß, von „Pause“ auf „Aufnahme“ umzustellen. Der erste Teil „meiner“ Tour de France endete ja in Bordeaux, der zweite Teil sollte in Bordeaux beginnen. Dazwischen lagen einige Schwierigkeiten mit der Bahn, mit Autobahnbrücken und Nägeln auf der Straße.

Meine Regenjacke musste ich in den annähernd dreieinhalb Wochen nur einmal auspacken. Ich hatte auch sonst Glück – kein Unfall oder schlimmere Panne. Schlauch wechseln ist normal. Die Seine-Überquerung hat meine Flexibilität heraus gefordert. Dieses Mal hatte ich keine Probleme mit Bakterienkulturen in der Trinkflasche, weil ich sie jeden Abend mit Spülmittel und heißem Wasser behandelte – also keine Diarrhoe. Dank Flohsamenschalen hat’s auch mit der Verdauung prima geklappt. Regelmäßiges Einreiben mit Protect-Salbe verhinderte Scheuerstellen im Schritt weitgehend– bis auf einmal. Aber wozu gibt es Arnika als Globulis – hatte ich mir extra mitgenommen.

 

Ich habe einiges dazugelernt – und es beim zweiten Teil besser gemacht.

„Tour de France für alte Knacker“ als Buch

Statt iPad Mini habe ich dieses Mal einen Asus Transformer Mini dabei mit Tastatur. Damit schreibt es sich einfach besser. Allerdings lässt die Antenne zu wünschen übrig. Gelegentlich fand mein Asus kein WLAN, wo mein Handy keine Probleme hatte.

Die Erfahrungen, die ich während dieser 52 Tage gemacht haben, will ich in einem Buch zusammenfassen – der Titel „Tour de France für alte Knacker – eine Reise vom Berufsleben in die Rente“. Impuls für diese Tour war: eine Zäsur zwischen Berufsleben und Rente. Zugegeben, „meine“ Tour war ein heftiger Einschnitt – vielleicht geht’s auch eine Nummer kleiner. Aber diese Tour war eine gute Erfahrung und hat ihren Zweck erfüllt – Abstand zum bisherigen Leben zu gewinnen, Zeit für Selbstreflexion, ein ganz bewusster Orts- und Sprachwechsel. Ich kann heute sagen: Ich bin in der Rente angekommen – und genau das wünsche ich alle Anderen auch, die in Rente gehen. Nichts schlimmer, als dem Alten nachzuweinen und in der Vergangenheit zu verharren. Die Rente bietet neue Möglichkeiten – nutzt sie!

Meine Tour de France soll ein Beispiel geben – nicht mehr, nicht weniger.

3494 Kilometer in 52 Tagen

Übrigens, insgesamt habe ich in den 52 Tagen auf meiner Tour de France 3494 Kilometer zurückgelegt. Pro Tag habe ich sicher mehr als hundert Euro gebraucht – für Hotelzimmer, Essen und Trinken, Eintritte, Zugfahrt und Verschleißteile. Dabei habe ich nicht immer im Restaurant gegessen, sondern mich – zwangsweise – ab und an selbst versorgt, nun, weil schlichtweg in manchen Orten an manchen Tagen kein offenes Lokal zu finden war.

à bientôt

Morgen bin ich zurück in Olching, wo andere Herausforderungen auf mich warten – welche, werdet ihr in Kürze lesen.




Tag 51 meiner Tour de France

Tag 51 meiner Tour de France – Restaurants und was es damit auf sich hat. Wer glaubt, er könne mal eben zwischendurch un coup de vin trinken, sieht sich getäuscht. Gerade in der Provinz ist es manchmal schwer bis unmöglich, eine Bar, geschweige denn ein offenes Restaurant zu finden.

Tag 51 meiner Tour de France

Bauer Etienne, dem die Ferme Ste Marie in Rémilly gehört, erzählt so beiläufig beim Frühstück, dass er zehn radelnde Holländer zu Gast hatte. Leider waren sie an einem Montag da – und montags ist in punkto Essen gehen ein ganz schlechter Tag. Weil alles im Dorf geschlossen war, bettelten sie ihn an, ihnen etwas zuzubereiten. Was Etienne und seine Frau dann auch taten.

Die Provinz trocknet aus

Tja, so viel zum Thema Essen gehen. In manchen Dörfern in Lothringen gibt es nicht mal mehr eine Bar, geschweige denn ein Restaurant. Also, von wegen zwischen durch mal ein Gläschen Wein. Gut, wer als Radler zwei Flaschen Wasser dabei hat. In größeren Städten wie Bordeaux, Rouen oder Straßburg mag das ja anders sein, aber die Provinz trocknet langsam aus – im wahrsten Sinn des Worts.

In Couloisy – zwischen Compiègne und Soissons – war alles zu, ganz oder saisonal. Ich habe alles gegessen, was ich auf dem Zimmer fand: Mini-Müsli-Riegel und sogar den Zucker. Ich habe mir beide Schoko-Trinks gemacht und beide Cafés mit reichlich Zucker. Die Restaurants waren „definitivement fermé“. Irgendwie habe ich die Nacht überstanden, um am Morgen ordentlich zuzulangen.

Grand Frais statt Restaurant

Heute in Sarrebourg habe ich mich bei Ibis Budget eingemietet. Eigenartigerweise gibt es in der Nähe von Ibis immer einen „Grand Frais“, sprich einen Supermarkt gleichen Namens. Also, statt essen zu gehen, kaufe ich bei Grand Frais ein. Wie der Zufall es so will, sehe ich einen Eisblock, genau da, wo ich mein Rad absperren will. Eisblöcke taugen ideal zum Kühlen von Rosé-iWein beispielsweise. Ich kaufe also ein Baguette, Schinken, Käse, Blaubeeren und einen Ziegenmilch-Joghurt – nicht fragen – ein. Pack den Eisblock ein und radle ins Hotel. Ich muss sagen: formidable. Die Auswahl in punkto Gemüse, Käse und Wein ist in Frankreich deutlich größer als bei uns. Allein schon bei Aubeginen kennen die Franzosen deutlich mehr Sorten.

Boulangerie und Bar – ein prima Duo

Was ich bei der Gelegenheit noch loswerden wollte – es ist durchaus ok, sich beim Bäcker mit einer Quiche zu versorgen und dann in der Bar dazu ein Panache zu trinken. Häufig sind Boulangerie und Bar in unmittelbarer Nähe.

Also, ich werde es künftig schätzen, wenn ich beim Durchfahren eines Dorfs an einer Bar vorbeikomme, die geöffnet hat – und ein Panache, sprich ein Radler zu trinken.

Übrigens, heute ist mein vorletzter Tour-Tag. Morgen geht’s nach Straßburg, wo ich abgeholt werde. Damit endet dann meine Tour de France.

Von Rémilly nach Sarrebourg

 

à demain




Tag 50 meiner Tour de France

Tag 50 meiner Tour de France – „Déviation“ heißt Umleitung, und so eine Umleitung kann einem die ganze Planung über den Haufen werfen. Also, höchste Zeit über das Thema Baustellen und Umleitungen zu reden.

Tag 50 meiner Tour de France

„Route barrée“ oder „Straße gesperrt“ klingt nicht gut, bedeutet es doch einen Umweg – eine „Déviation“. Ok, uns Journalisten wird ja eine gewisse Chuzpe, sprich Dreistigkeit zugesprochen. Mal ehrlich, sonst kämen wir in dem Beruf auch nicht weit. Ich habe mich bislang darauf verlassen – und bin ganz gut damit gefahren, auch bei „Route barrée“. Bislang haben die Bauarbeiten die Augen zugedrückt und mich durch gewunken, was mir viele Kilometer ersparte. Einmal ließen sie mich mein Rad sogar unter dem Bagger durchschieben. Heute klappt es dummerweise nicht. „Pas de Chance“ – Pech gehabt. Das Stückchen Anfahrt bis zur Baustelle war umsonst, ich muss umkehren.

Ohne Karte läuft nichts

Das wurmt mich, es hilft aber nichts. Ich muss mir einen anderen Weg suchen. Die Umleitung ist für Autos gemacht, für Radler gibt’s vielleicht andere Wege. Das Navi ist in solchen Situationen leider nicht sonderlich hilfreich, weil es einen dazu auffordert, umzukehren – was natürlich wegen der Baustelle nicht geht. Deswegen ist es gut, eine verlässliche Karte dabei zu haben. Die Michelin 1:200 000 ist ganz brauchbar und zeigt auch kleinere Straße und Radwege. Dank der Karte kann ich auch Steigungen und Gefälle besser einschätzen. Vor allem hilft mir die Karte einzuschätzen, ob es sinnvoll ist, den vom Navi vorgeschlagenen Weg zu nehmen – oder besser zu lassen.

Bei Umleitungen ist eine Karte unumgänglich, denn die „Déviation“ ist natürlich für Autos gedacht – und führt in großem Bogen um die Baustelle herum. Für Radler gibt es meist andere Möglichkeiten.

Ich will heim

Die „Déviation“ heute ärgert mich besonders, da ich jetzt möglichst schnell nach Hause will. 49 Tage unterwegs, fast jede Nacht ein anderes Hotel, permanent präsent sein, um ja nicht in einem Schlagloch hängen zu bleiben, immer voraus planen, bis zur Erschöpfung zu radeln, die Schweiß-Sonnenmilch-Melange aus den Augen wischen, auf den langen Geraden vor sich hin stieren … irgendwann reicht’s. Das ist ein schleichendes Gefühl, das langsam hochkriecht und sich einnistet.

„Ich will heim“ – alles drängt danach. 49 Tage sind sieben Wochen – sieben Wochen unterwegs. Es drängt mich nach Hause. Ich habe in diesen Wochen viel erlebt, mittlerweile ist so eine Art Sättigung eingetreten.

Außerdem warten einige und wartet einiges auf mich in Olching. So ein Projekt wie meine „Tour de France“ ist wie eine Auszeit – spannend und abwechslungsreich, aber der Alltag hat doch auch etwas für sich. Einfach nicht nachdenken zu müssen, wo ich am Abend schlafe, den Tag gemütlich angehen zu lassen, die vertraute Umgebung, vertraute Menschen … das hat etwas. Aber dafür verreisen wir – oder?

Auf dem Weg von Metz nach Sarrebourg – Rémilly

Heutige Distanz übrigens: 94 Kilometer – von Verdun nach Rémilly. Ohne Umleitung wären es nur 85 Kilometer gewesen. Morgen geht es weiter Richtung Sarrebourg und dann nach Straßburg, mein Ziel.

à demain