Was wir von den Niederlanden lernen können

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Anders als die Deutschen setzen auch die Niederländer, wie die Schweden und Norwegern auf den Kapitalmarkt für die Altersvorsorge. Die Niederländer brauchen deswegen vor Altersarmut auch keine Angst zu haben. Was wir von den Niederlanden lernen können.

An sich ist das niederländische Rentensystem auch nicht anders aufgebaut als das deutsche: Es ruht theoretisch auf drei Säulen – dem Allgemeinen Rentenversicherungsgesetz (AOW), einer Betriebsrente und privater Altersvorsorge.

Das war’s aber auch schon mit den Gemeinsamkeiten. Denn, wer in den Niederlanden wohnt oder arbeitet, ist nach dem Allgemeinen Rentenversicherungsgesetz (Algemene Ouderdomswet, AOW) versichert.  Wer das AOW-fähige Alter erreicht hat, hat Anspruch auf eine entsprechende Rente. Sie ist nicht mehr als ein Grundeinkommen und deckt das Existenzminimum ab.

Rentenalter auf 66 Jahre angehoben

Anfang 2018 wurde das Renteneintrittsalter auf 66 Jahre angehoben, 2021 auf 67 angehoben und ab 2022 erhöht sich das Renteneintrittsalter dann schrittweise um drei Monate pro Jahr entsprechend der höheren Lebenserwartung. Wer also, wie ich, am 1. März 1954 geboren wurde, kann in den Niederlanden erst mit 66 plus acht Monate in Renten gehen, wenn er den vollen AOW-Satz bekommen will. Die Grundrente entspricht etwa 70 Prozent des gesetzlichen Mindestlohns plus Urlaubsgeld. Der Mindestlohn betrug 2018 rund 1595 Euro (70 % = 1116).

Von den Niederlanden lernen

In die AOW zahlt fast jeder ein – und zwar 17,9 Prozent des Einkommens. Die Bemessungsgrenze liegt bei 37 149 (Stand 2023). Das Geld wird vom Arbeitgeber abgeführt.

Mit der umlagefinanzierten Grundrente kann niemand große Sprünge machen. Aber es gibt ja noch die kapitalgedeckten Pensionsfonds. Was es damit auf sich hat? Rund 90 Prozent der Holländer haben eine Zusatzrente aus einer der annähernd 400 Pensionsfonds. Selbstständige ohne Beschäftigte sind meist nicht drin. Jeder kann sich jederzeit über den Stand seiner Rentenansprüche online auf der Webseite MijinPensioenoverzicht.nl informieren.

Rentenniveau von 70 Prozent

Dank AOW plus Betriebsrente kommen die Holländer im Ruhestand auf ein Einkommen von 70 Prozent des Durchschnittsgehalts (bezogen auf die gesamte Berufsphase). 70 Prozent Altersvorsorge-Niveau ist doch deutlich höher als 48 Prozent Rentenniveau wie in Deutschland. In der Regel zahlt der Arbeitgeber zwei Drittel zur Betriebsrente, der Arbeitnehmer ein Drittel.

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Die niederländischen Pensionsfonds legen auf dem Kapitalmarkt an, deswegen können in einzelnen Jahren durchaus negative Renditen herauskommen. Der „Zorg & Welzijn“ Pensionsfonds verwaltete Ende 2023 rund 238 Milliarden Euro mit Gewinn. Wie die anderen Pensionsfonds setzt auch „Zorg & Welzijn“ auf den Kapitalmarkt – und das weltweit. Die Aufsicht der Fonds liegt bei der Niederländischen Zentralbank DNB und nicht dem Staat.

Mehr Infos zum niederländischen Rentensystem:

Dieser Beitrag ist Teil einer Serie über Rentensysteme im Ausland. Bislang sind Beiträge erschienen über:

 

  • schweden   Schweden Anders als die Deutschen setzen auch die Schweden auf den Kapitalmarkt für die Altersvorsorge – und fahren deutlich besser als wir Deutsche.

 

 

 

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Helmut Achatz

Macher von vorunruhestand.de

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