Den Ruhestand auf Mallorca planen

Mallorca ist für viele Deutsche das Traumziel fürs Alter. Durch das mediterran milde Klima und eine perfekte Infrastruktur ist die Baleareninsel ideal, um dort die Rente zu genießen – entweder ganz oder für einige Monate im Jahr

Viva la Siesta

Für die meisten Auswanderer ist das mediterrane Klima der ausschlaggebende Grund, sich im Rentenalter auf Mallorca niederzulassen. Ein längerer Aufenthalt mildert häufig gesundheitliche Probleme wie Rheuma, Asthma, Gelenkentzündungen, Herz- oder Kreislaufbeschwerden. Darüber hinaus geht es in Spanien entspannter zu als im hektischen Deutschland. Noch immer gehört die Siesta zwischen 14 und 17 Uhr zum Lebensstil. Erst danach nimmt das Leben wieder Fahrt auf und wird in die Abende ausgedehnt. Das kommt Ruheständlern entgegen und fördert die Lebensqualität. Die ausgezeichneten Flugverbindungen sind ein weitere Pluspunkt – und dazu kommen günstige Flugpreise. Die Lieben in Deutschland sind nur rund zwei Flugstunden entfernt.

Kein Visum notwendig

Deutsche Residenten benötigen für Mallorca kein Visum, da Mallorca zu Spanien und somit zur EU gehört. Zudem gibt es vor Ort keine Einschränkungen beim Immobilienkauf. In punkto Rentenzahlung muss sich auch niemand groß Gedanken machen, denn Ruheständler können sich die Rente auf ein spanisches Konto überweisen lassen. Die Mallorca Zeitung erklärt, was dabei zu beachten ist.

Auf Mallorca wird häufig Deutsch gesprochen und die deutsche Community ist vor Ort stark vernetzt. Es gibt deutsche Lokale, Supermärkte und Firmen, niemand muss somit auf Gewohntes verzichten. Auch deutsche Immobilienmakler, Rechtsanwälte, Handwerker und (vor allem) Ärzte sind weit verbreitet. In Palma kümmert sich ein deutscher Pfarrer ausschließlich um deutsche Auswanderer (vor Ort Residenten genannt) und die Seniorenbetreuung. Es kann trotzdem nicht schaden – und ist ein Gebot der Höflichkeit – für den Alltag zumindest ein wenig Spanisch zu lernen. Das macht die Kommunikation mit den mallorquinischen Nachbarn und Behörden deutlich einfacher.

Nasskalte Winter

Die Winter auf den Balearen sind im Vergleich zu Deutschland in der Regel deutlich milder, aber häufig sehr nasskalt. Da heizt jeder gern. Allerdings dauer die Heizperiode nur von November bis maximal März. Da es keine zentrale Heizungsversorgung gibt, wird häufig mit Holzöfen oder Elektroheizungen geheizt. Wer auf eine Heizung nach deutschem Vorbild nicht verzichten will, lässt sie sich nachträglich einbauen. Hierzu wird dann ein Gas- bzw. Öltank benötigt.

Auf Mallorca wohnen

Wer an Immobilien auf Mallorca denkt, hat meist traumhafte Villen mit noch traumhafteren Ausblicken aufs Meer vor seinem inneren Auge. Dumm nur, dass diese Traumhäuser für die meisten von uns unerschwinglich sind. Allerdings gibt es auch Wohnungen und Häuser zu niedrigeren Preisen. Appartements sind teilweise schon ab 200 000 Euro zu haben, abhängig von Lage und Ausstattung. Wer eine Finca in ländlicher Idylle sucht, muss allerdings schon mit 500 000 Euro und mehr rechnen.

Bild : ©istock.com/Alex




Wer will schon das ganze Zeug?

Die Eltern sterben und hinterlassen eine Menge Zeug, darunter Reisemitbringsel, Kaffeeservice, Dosen, Bücher – und niemand will die vermeintlich wertvollen Besitztümer, nicht mal die Kinder. Was mit dem ganzen Zeug anfangen?

Mutter stirbt oder ein Onkel – und wir müssen uns um die Haushaltsauflösung kümmern. In der Zwei- oder Drei-Zimmerwohnung türmen sich die Preziosen aus längst vergangener Zeit. Aber wer will das Zeug? Okay, vielleicht ist das etwas übertrieben, aber das, was Onkel Heinz und Tante Liesbeth während 60 oder gar 70 Jahren angesammelt haben, ist entweder nicht mehr zu gebrauchen, altmodisch, angeschlagen oder passt schlicht nicht mehr in unsere Zeit.

Was tun mit dem ganzen Zeug?

Was tun? Das klingt jetzt vielleicht morbide, aber vielleicht solltet ihr euch schon mal Gedanken machen, was ihr mit den Möbeln, Chinavasen, Kristallgläsern und dem anderen Nippes anfangen wollt, wenn der traurige Tag kommt.

Sollen wir die Erbstücke nur deswegen im eigenen Haus stapeln, weil Mutter so ihnen hing? Heißt das nicht gleichzeitig, auf morgen verzichten? Verstellen wir uns nicht den Weg nach vorn? Mal ehrlich, der alte Mahagonitisch von Großtante Luise ist nahezu wertlos. Und wer glaubt, er hebt das gute Stück für die Kinder oder Enkel auf, erlebt wahrscheinlich eine unvergnügliche Überraschung, wenn er sie fragt.

Matratze per Internet bestellt

Junge Paar wollen sich selbst einrichten. Wer in die Runde fragt, dürfte erstaunt über die Antworten sein. Sie wollen nichts von den unseren Sachen. Sie sind mit Ikea aufgewachsen, bestellen die Matratze übers Internet, hängen das Rennrad an die Wand. Minimalismus ist für sie kein Fremdwort, anders als für uns Babyboomer. Sie richten sich eher spartanisch ein und bauen zu Gegenständen weniger emotionale Bindungen auf als wir. Bücherwand? Wozu! CD-Sammlung? Hey! Wozu gibt es Streamingdienste. Wenn wir Glück haben, verkaufen wir ein paar Bücher auf dem Bücherflohmarkt oder wir verschenken sie.

Vielleicht findet das eine oder andere Stück bei „Bares für Rares“ einen wohlwollenden Antiquitätenhändler. Flohmärkte sind mittlerweile zugeschüttet mit unverkäuflichen Erbstücken. Vielleicht lässt sich noch was über Ebay verkaufen, aber das kann ebenfalls enttäuschend sein. Wer einen Haushalt auflösen muss, kann froh sein, wenn er noch etwas für die Erbstücke bekommt, meist müssen die Angehörigen eher für den Service zahlen. Pro Zimmer kommen schnell einige Hundert Euro zusammen. Das Geschäft scheint zu boomen, denn wer nach „Entrümpelung“ googlet, findet seitenweise Angebote.

7 Tipps fürs Entrümpeln

  1. Mit den Eltern oder Verwandten reden – welche Geschichte steckt hinter den Dingen?
  2. Nehmt euch Zeit, einen Käufer zu finden – wer etwas Zeit mitbringt, findet einen Käufer.
  3. Googlen kann nicht schaden – recherchiert, ob es einen Markt gibt für die Erbstücke.
  4. Lasse den Schmuck schätzen – kann sein, dass genau der Ring oder die Kette gefragt ist.
  5. Vielleicht nimmt ein Laden einige Stücke in Kommission – oder eine Entrümpelungsfirma.
  6. Finde jemand, der die Stücke brauchen kann – und gib sie günstig ab.
  7. Bereite dich auf Enttäuschungen vor – wir Babyboomer sind viele, von denen einige ihr Zeug loswerden wollen.
Dieser Beitrag erscheint im Rahmen der Challenge von Nadine Becker, die zu „28 Days of Blogging“ aufgerufen hat. Das heißt, 28 Tage im Februar jeden Tag einen Blog-Post zu schreiben. Alle Blogger, die mitmachen, verlinken ihre Beiträge auf Facebook in der Gruppe 28 Days of Blogging, bei Pinterest und Instagram. Bin selbst gespannt, ob ich das in letzter Konsequenz durchhalte.  Also, bleibt neugierig – wo immer ihr auch mitlest und haltet Ausschau nach #28daysofblogging .

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Wieviel Untertan steckt noch in uns Bürgern?

Verdun und Ingolstadt haben eines gemeinsam – eine Dauerausstellung zum Ersten Weltkrieg. Wer durch die Reduit Tilly in Ingolstadt schlendert, ist erstaunt, was aus uns in hundert Jahren geworden ist. Aber die Obrigkeitshörigkeit haben wir Untertanen teilweise immer noch nicht abgelegt. Wie viel Untertan steckt in uns?

Die bayerische Armee gibt es nicht mehr, aber das Bayerische Armeemuseum“. Das Museum ist an sich schon sehenswert, noch packender ist aber die Dauerausstellung zum Ersten Weltkrieg. Wer begreifen will, wie wir Deutschen wurden was wir sind, fährt nach Ingolstadt und geht ins Reduit Tilly. „Das Reduit Tilly ist ein Festungsbau aus dem 19. Jahrhundert“, schreibt das Faltblatt zur Ausstellung. Dort, wo heute Bilder, Plakate und Gasmasken hängen, standen früher Kanonen. Heute schlendert der Besucher von Raum zu Raum, vom Deutsch-Französischen Krieg 1870/71, von Militär und Tradition, von Kriegsausbruch und Westfront, von Schützengraben und Materialschlacht, von Kolonien und Niederlage, von Geldentwertung und Revolution. Der Erste Weltkrieg bereitete den Zweiten vor.

Vom Untertan zum Revolutionär

Die Weimarer Republik trug von Anfang an das Scheitern in sich. Die Knebelung der Siegermächte waren die Ursache für Hunger und Unruhen. Marodierende Soldaten, die nach dem Krieg nicht mehr wussten wohin, organisierten sich in Freikorps und in Soldatenräte. Anarchie und Chaos, Hunger und Elend begleitete die Republik. Die Deutschen sehnten sich nach einem starken Mann, denn sie mit Hitler bekamen – anders, als sie sich das vorgestellt hatten.

Wer die Exponaten in der Reduit auf sich wirken lässt, begreift, wie es zum Ersten Weltkrieg und in der Folge zum Zweiten kam. Für uns heute ist das kaum vorstellbar, aber die Ausstellung dröselt die Fäden auf.

Obrigkeitshörigkeit und Patriotismus

Jedes Mal wieder war es Kadavergehorsam und Obrigkeitshörigkeit, die Selbstgefälligkeit der monarchischen Kräfte, das Untertanentum der Deutschen, die sich von einem Kaiser und einem Gröfaz – dem größten Führer aller Zeiten – vor den Karren spannen lassen. Nur wenige begehrten auf, zu wenige. Die Revolten während der Räterepublik vor hundert Jahren blieben nur eine Episode in der Geschichte. Davor und danach waren die Deutschen wieder brave Untertanen.

Für beide war es ein Leichtes, den Krieg  zum „Stahlbad“ zu verklären, „das wohltätig die Kräfte der Völker vor Erschlaffung bewahre“. Erschreckend die Begeisterung, mit der junge Männer in den Krieg zogen.

Wer die Reduit verlässt, weiß, warum das nie wieder passieren darf. Die Ausstellung ist Mahnung und Erinnerung, was Kriege anrichten.

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Wenn Alte zu Alkoholikern werden

Ein Bier am Abend oder ein Gläschen Wein gehört bei vielen von uns dazu. Nur, oft bleibt’s nicht bei dem einen Bierchen. Wo hört Genuss auf und wo fängt Alkoholismus bei uns Alten auf. Sind wir schon zu Alkoholikern geworden?

Alkohol enthemmt, das weiß jeder; Alkohol entspannt; Alkohol macht gesellig. Alles ok, aber Alkohol macht auch abhängig. Wer alt ist und einsam greift gern zur Flasche und genehmigt sich oft mehr als ein Glas Wein. Wer seine Impulse nicht im Griff hat, gleitet so schnell in die Sucht ab.

Schön, wer sagen kann: „Betrifft mich nicht“. Leider ist Alkoholismus mittlerweile ein sich ausbreitendes Phänomen. Bei den AOK-Versicherten ab 60 Jahre beispielsweise ist die Häufigkeit alkoholbedingter Störungen in den vergangenen fünf Jahren um jährlich 2,3 Prozent gestiegen, schreibt die „Schwäbische“. Der AOK-Studie zufolge waren in Baden-Württemberg 22 371 Versicherte ab 60 Jahren wegen Alkoholsucht in Behandlung.

Wenn Alte zu Alkoholikern werden

Es dürfte vermutlich niemand sondern wundern, dass vor allem Männer gefährdet sind. Von den Behandelten waren „nur“ 6081 Frauen, aber 16 290 Männer. Das hat vermutlich auch damit zu tun, dass Frauen die besseren Netzwerke haben, während Männer oft im Alter vereinsamen – und dann zur Flasche greifen. Einsamkeit spielt eine entscheidende Rolle, wenn jemand im Alter in den Alkoholismus abdriftet.

Sucht im Alter noch immer tabu

Wann beginnt die Sucht? Wer täglich wie selbstverständlich Alkohol trinkt, ist dem Alkoholismus schon ein Stückchen näher. Der Übergang vom normalen Alkoholkonsum zum Alkoholmissbrauch und schließlich zur Sucht ist schleichend. Alkohol ist gesellschaftsfähig und hat ein positives Image. Das erschwert es, das eigene Verhalten zu hinterfragen. „Das ist die Generation der Babyboomer, denen ging es immer gut; sie finden es ganz normal, zu Hause abends eine Flasche Wein aufzumachen oder dies nach der Arbeit im Stammlokal mit Freunden zu tun“, wird Steven Dooley in der „Zeit“ zitiert. Dooley beschäftigt sich an der Uniklinik Mannheim mit der Wirkung von Alkohol auf die Leber. Ein gutes Glas Wein gehöre zum Lebensstil und gelte als kultiviert, meint Alkohol-Experte Dooley.

Alkohol als Gesellschaftsdroge

Gefährlich wird es, wenn Alkohol nicht mehr als Genuss­mittel konsumiert, sondern als Hilfsmittel benutzt wird, schreibt der „Stern“. Alkohol weitet die Gefäße, lässt uns „runterkommen“ und den Stress vergessen. Damit betäuben wir Leere, Angst und Selbstzweifel. Wenn’s denn bei einem Gläschen bleibt, ist das durchaus in Ordnung, allerdings gewöhnen wir uns nur allzu leicht an Alkohol. Wer zwei oder drei Gläser Wein braucht oder ein halbes Dutzend Bierflaschen, hat die Grenze zum Missbrauch schon überschritten.

Wer in der Lage ist, auch mal einen Tag ohne Alkohol auszukommen, hat gute Chance, dem Teufelskreis zu entkommen. Wer nicht mehr dazu in der Lage ist, ist schon in die Sucht abgedriftet.

Wege raus aus der Sucht

Wer süchtig ist, kommt kaum noch allein aus der Sucht wieder heraus. Der Alkoholsüchtige ist leider schon psychisch abhängig. Wenn der Alkoholspiegel sinkt, wächst das Verlangen nach dem Suchtmittel. Der Tag ohne wird zur Qual. Der Alkoholsüchtige richtet sein ganzes Denken darauf aus, wieder an Stoff zu kommen. Alles andere rückt in den Hintergrund. Das hat natürlich Folgen für das soziale Umfeld. Der Weg ins Abseits ist vorgezeichnet.

Wie geht das Umfeld damit um?

Was heißt das aber für Familie und Freunde? Oft leidet die Familie unter Alkoholikern, denn sie vernachlässigen ihre Pflichten, driften ab oder werden sogar aggressiv, wenn sie ihr Quantum nicht bekommen. Es ist schwer, Trinker mit ihrem Handeln zu konfrontieren, weil sie abwiegeln oder revoltieren.

Wie der Sucht entkommen?

Aus der psychischen Abhängigkeit vom Alkohol wird auch die physische Abhängigkeit – bis am Ende Wahnvorstellungen auf den Trinker warten oder eine Leberzirrhose. Ganz abgesehen davon, dass Alkohol massenweise Gehirnzellen vernichtet.

Letztlich bleibt nur Entziehungskur und Selbsthilfegruppe, um dem Alkoholismus zu entkommen. Das ist schwierig, aber nicht unmöglich und erfordert eine enorme Kraftanstrengung. Nach dem Entzug ist Alkohol tabu – für immer, denn ein Schluck reicht als Trigger, der den Rückfall auslöst.

Bundesweit gibt es ein breites Angebot an Reha-Kliniken und Selbsthilfegruppen, an die sich Alkoholiker und ihre Angehörigen wenden können. Wer früh anfängt, hat gute Chance, den Alkoholismus zu entkommen.

Infos und Adressen:

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Auf Kleidergrößen ist kein Verlass mehr

Kleiderkauf ähnelt immer mehr einem Lotteriespiel. Ein 54 ist keine 54 mehr, sondern vielleicht eine 50, weil die Größe bei Bugatti anders ausfällt als bei Boss. Jede Marke nimmt ihr eigenes Maß zum Ärger der Kunden. Wer online bestellt, muss die Ware mehrmals umtauschen, bis er endlich das passende gefunden hat. Kurzum, auf Kleidergrößen ist kein Verlass.

Braxx, Bugatti, Boss – jeder macht in punkto Größe was er will, mit dem Effekt, dass sich der Kunden an nichts mehr orientieren kann. Dabei gibt es auch für Kleidung eine europäische Norm, die DIN EN 13402-1, nur hält sich keiner dran – ist ja auch nicht bindend. In dieser Norm, werden – ähnlich wie für Schrauben, Steckdosen und Papierformat – Größenbezeichnungen von Bekleidung definiert, insbesondere Begriffe und Verfahrung für die Messung am Körper. Die EN 13402-2 bestimmt die Primär- und Sekundärmaße, EN 13402-3 legt die Größenbezeichnungen auf der Grundlagen von Körpermaßen und Sprungwerten fest.

Kein Verlass auf Kleidergrößen

Weil die Normen nicht bindend sind, definiert jedes Modelabel für sich, was 38 oder 44 ist, mit dem Verweis, Konfektionsgrößen ließen sich nicht normieren. Die internationalen Einheiten wie S, M, L und XL helfen den Kunden leider auch nicht weiter, weil ein L in Modena oder Catania etwas anderes bedeutet als in Stockholm oder Kopenhagen.

Wir Europäer sind ja so unterschiedlich, deswegen muss das wohl so sein. Wirklich? Komisch, die Amerikaner – und Amerika ist groß – können das doch auch. Wer eine Jeans kauft, kann sich, zumindest bei den großen Marken, an Bundweite und Schrittlänge orientieren.  Ein Problem ist noch die Umrechnung in Inch, denn die USA verweigert sich dem metrischen Maß.  Ein Inch sind 2,54 Zentimeter. Wer also Bundweite und Beinlänge misst, muss die Zahlen noch durch 2,54 teilen, um die Inch-Größe zu bekommen. Dann aber dürfte es kein Problem sein, die passende Jeans zu finden. Größe W38/L30 bedeutet dann, die Bundweite beträgt 96 Zentimer – geteilt durch 2,54 – oder aufgerundet 38 Inch, die Beinlänge bemisst sich auf 30 Inch oder 76 Zentimeter. W38/L30 ist etwas für untersetzte Herren, Damen mit kurzen Beinen kommen vielleicht mit W28/L30 zurecht, Damen mit normaler Konfektionsgröße mit W28/L32 und langbeinige mit W28/L34 oder W28/L36.

Straight, tapered – alles klar?

So weit so gut, Modelabels unterlaufen aber dieses einfach Maßsystem mit Bezeichnung wie „skinny“, „slim“,  „high rise“, „regular“, „boot cut“, „saddle“, „straight“, „high waist“, „tapered“ – alles klar? Modelabel hassen Vergleichbarkeit und unternehmen alles, um Verbraucher an die eigene Marke zu binden mit eigenen Größen, die nicht mehr vergleichbar sind.

Mittlerweile sind Größenangaben bei Hosen, Hemden und Bluse schon lange keine Garantie mehr für Passgenauigkeit. Selbst wer glaubt, er hat den passenden Hersteller gefunden, wird erstaunt sein, dass selbst die Größen je nach Modelabel variieren.

Entnervte Kunden in der Anprobe

Der Effekt dieses Verwirrspiels: Vor den Umkleidekabinen in Modeläden türmen sich die anprobierten Hosen und Jacken, weil sich Verbraucher heute nicht mehr nach Größenangaben orientieren können. Männer sind da meist ungeduldiger als Frauen und geben nach der sechsten oder siebten Hose, die wieder am Bund kneift, entnervt auf. Noch schlimmer beim Online-Kauf. Zwei Hosen in Konfektionsgröße 40 bestellt und alle beiden Hosen passen nicht. Dabei ist die eine am Bund zu weit, bei der anderen spannt das gute Stück am Oberschenkel. Also wieder zwei Retouren mehr. Selbst große Versender, die Größenberatung anbieten, sind mit diesem Problem überfordert. „Es kann passieren, dass auf derselben Seite eines Versandhauskatalogs zwei ähnliche Jogginghosen verschiedener Marken abgebildet sind; bestellt der Kunde beide in der gleichen Größe, ist es möglich, dass die eine Hose zu groß ist, die andere zu klein“, zitiert „Der Westen“ Thomas Rasch, Hauptgeschäftsführer des Modeverbands „German Fashion“, der 340 Unternehmen der Modebranche vertritt.

Beschiss bei der Kleidergröße

Bei Damen spielt sicher die Psychologie ein entscheidende Rolle beim Kleiderkauf. Wenn sie altern, ändert sich die Kleidergröße. Wir gehen eher in die Breite als in die Höhe, sie wollen aber die Kleidergröße behalten. Das kann nicht funktionieren. Die Marke zu wechseln, ist pure Selbsttäuschung. Leider gilt das auch umgekehrt – um jugendlicher zu wirken, wird aus einem Sakko Größe 54 ein Sakko Größe 50 – 50 klingt einfach besser als 54. Damit haben wir Männer ein Problem, denn wir akzeptieren meist, dass wir im Alter in die Breite wachsen, wählen zwei Nummer größer – und das gute Stück passt trotzdem nicht.

Kleidungskauf wird zur Tortur

Durch diese Rücksichtslosigkeit der Marken und Negieren jeder Normung wird Kleiderkauf zur Tortur. Das müsste nicht sein. Am Ende bleibt dem Kunden nur übrig, sich einen Bekleidungslieferanten zu suchen, bei dem er weiß, dass 54 auch 54 ist, was leider einfacher klingt, als es in der Mode-Wirklichkeit ist.

Ulf Gerhards hat auf seinem Blog „Zeilenendes Sammelsurium“ einmal ausführlich beschrieben, welche Probleme ein Mann beim Kauf einer neuen Hose zu meistern hat. Köstlich zu lesen. Gerhards schildert den Hosenkauf des Herrn Zeilenende Senior, der, weil Mutter Zeilenende dabei ist, „zu einem stundenlangen Rosenkrieg“ ausartet. Und „in der Herrenabteilung vom Kaufhof schafft es Herr Zeilenende Senior, sämtliche Verkäuferinnen gegen sich aufzubringen“. Aber einfach selbst lesen.

Und Vanezia Blum hat sich in Instagram mal mit Hosen der gleichen Größe unterschiedlicher Marken fotografiert – einfach nur krass. Das kann’s doch nicht sein – oder?

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Hosen kaufen war früher immer eine Qual für mich – ich habe mich regelrecht davor gesträubt. In meinem Schrank lagen Hosen von Größe 36-44 ✌🏼️ Jeans ist nicht gleich Jeans & die Größe bedeutet erstrecht nichts! Seht ihr wie unterschiedlich mein Körper aussieht auf den Bildern? Es ist beides die gleiche Größe, nur die Marke unterscheidet sich! Die Linke fällt aus wie eine kleine 36er, die Rechte wie eine große 38er. Kauft eine Hose nach dem Gefühl! Könnt ihr ohne zu ersticken den Knopf schließen? Könnt ihr in ihr 3 Stunden Autofahren? Müsst ihr immer an ihr rumzupfen? Eine Jeans soll unseren Körper umschließen & uns ein gutes Tragegefühl geben – keine schlechte Laune 🙈❤️ [Übrigens liegt zwischen den Bildern ein Zeitunterschied von circa 5 Minuten 😂] #positivevibes #happyme #beforeandafter

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Hosenkauf wird zur Wissenschaft

Hosenkauf wird dank des Negieren jeglicher Normen zur Wissenschaft. Die Modeflüsterin Stefanie Gruppe hat deswegen einen dreiteiligen Hosenratgeber ins Netz gestellt. Wem langweilig ist und wer sonst nichts zu tun hat, kann sich ja mit Stefanies Hosenserie vergnügen, in der sie über High Rise, Paperbag, Capri, 7/8 und Bermuda aufklärt.

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Taugt Kalorienzählen, um das Gewicht zu kontrollieren?

Zum Jahresanfang haben Diäten Hochkonjunktur. Wer zu viel Gewicht auf die Waage bringt, fühlt sich dick und will das ändern. Aber wie geht schlank? Runter mit den Kalorien, Sport bis zum Exzess? Es geht darum, beides vernünftig auszutarieren.

Die Deutschen überschätzen oft ihr Bewegungspensum – und wissen es oft nicht einmal, wie vor kurzem „Fit for Fun“ festgestellt hat. Wir bewegen uns zu wenig, das Magazin verweist dabei auf eine Studie. Sie glauben, sie hätten sich genug bewegt, um die Kalorien zu verdienen, die sie zu sich nehmen. Sie zählen die Kalorien, vergessen aber allzu oft, wie groß ihr tägliches Bewegungspensum war. Waren es 10 000 Schritte – oder doch deutlich weniger? Stimmt das Bewegungspensum zur  Kalorienzufuhr? Sie passen leider häufig die körperliche Aktivität nicht ihrem Bedarf an. Das Zählen der aufgenommenen Kalorien ist zwar ein guter Ansatz zur Gewichtsreduktion, allerdings sollten dabei noch einige andere Dinge bedacht werden.

Kalorien sind nicht alle gleich

Nicht jede Kalorie hat genau die gleiche Wirkung auf den Körper. So kommt es auch auf die Nahrungsmittel drauf an, die Kalorien liefern. 500 Kalorien grüner Salat sind sicher nicht 500 Kalorien Pommes Frites gleichzusetzen. So sollten diejenigen, die Kalorien zählen, unbedingt drauf achten, welche Nahrungsmittel sie zu sich nehmen. Ist die Ernährung nicht ausgewogen, könnte der eigene Körper dauerhaft geschwächt werden.

Mehr Bewegung, mehr Kalorien

Viele machen den Fehler, auf Gedeih und Verderb die Kalorienzufuhr gering zu halten, um ihren Tagesbedarf zu unterschreiten. Dieser Bedarf liegt bei einem erwachsenen Mann zwischen 2000 und 2500 kcal. Bei Frauen liegt der Wert etwas darunter. Diese Größe ist allerdings auch von der eigenen Verfassung, dem Alter und der täglichen Aktivität ab. So hat ein Bauarbeiter einen deutlich höheren Bedarf, als eine Bürokraft, wenn keiner einer zusätzlichen körperlichen Aktivität nachgeht. Die Zufuhr von Kalorien sollte an den Bedarf angepasst werden. Durch Sport kann der Kalorienbedarf um ein Vielfaches steigen. Ein olympischer Schwimmer nimmt, als Extrembeispiel, mehr als 10 000 Kalorien während intensiver Trainingstage zu sich. Schwimmen ist ein sehr gutes Beispiel, da dabei sehr viele Kalorien verbraucht werden und sich die Sportart gut für ältere Menschen eignet, da Sehnen und Gelenke durch die Bewegung im Wasser wenig belastet werden. Ideal ist auch Radfahren. Wer einige Wochen mit dem Rad unterwegs ist, kann ungeniert essen und nimmt trotzdem ab. Sportlich aktive Menschen sollten also ihre Zufuhr dem täglichen Bedarf anpassen, damit keine Mangelerscheinungen auftreten.

Fett, Kohlenhydrate und Eiweiß

Das reine Kalorienzählen hat weitere Nachteile. Auch wenn relativ genau der Tagesbedarf zugeführt wird und so der Körper mit ausreichend Energie versorgt ist, kann Kalorienzählen falsch sein. Es kommt auch auf die richtige Zusammensetzung der Lebensmittel an. Neben der bekannten Ernährungspyramide, die als grobes Schema für eine ausgewogene Ernährung herangezogen werden kann, ist es zudem wichtig, das richtige Verhältnis von Fett, Kohlenhydraten und Eiweiß zu sich zu nehmen. Als grober Richtwert werden meist 30 Prozent Fett, 55 Prozent Kohlenhydrate und 15 Prozent Eiweiß aufgeführt.

Gewicht reduzieren – so geht’s

Das Kalorienzählen kann eine gute Hilfe sein, Gewicht zu reduzieren. Dabei muss aber deutlich mehr beachtet werden, als die reinen Kalorien, die ein Mensch zu sich nimmt. In Kombination mit Sport und einer ausgewogenen Ernährung hat es sich millionenfach bewährt. Es ist aber zu beachten, den täglichen Bedarf nie deutlich zu unterschreiten, da der Körper sonst Muskeln und Organe angreift, um Energie bereitzustellen.

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Foto: Unsplash –  Photo by i yunmai on Unsplash




Schwäbische Krautkrapfen als ideales Winteressen

Hausmannsgerichte haben leider wenig Fans, zumindest nicht offiziell. Deswegen ist es an der Zeit, Rezepte aus der Jugendzeit heraus zu kramen. Eines dieser verborgenen Schätze sind schwäbische Krautkrapfen. Schmecken gut und lassen sich auch am nächsten Tag aufgewärmt genießen.

Schwaben sind für Spätzle bekannt, weniger für Krautkrapfen – schade, denn gerade im Winter sind Krautkrapfen das passende Gericht. Wenn es draußen kalt und ungemütlich ist, braucht der Mensch etwas Deftiges. Aber Herbst und Frühjahr sind ja auch nicht so verkehrt. 

Krautkrapfen nur ein Winteressen?

Kraut und Schwaben – wie passt das zusammen? Offensichtlich ganz gut. Denn wie vieles andere, sind Krautkrapfen aus Nudelteig, dazu kommen Speck, Zwiebeln und Kraut. Wer den Nudelteig selbst zubereitet, sollte etwas Zeit mitbringen, denn der soll noch eine halbe Stunde ruhen.

Dann Nudelteig ausrollen und in zwei breite Streifen schneiden. Die Krautmasse drauf verteilen und einrollen. Die Rolle in vier Zentimeter dicke Scheiben schneiden und in die Auflaufform (mit Deckel) setzen. Alles andere steht im Rezept …

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Kirschmichel geht auch im Winter als Stimmungsaufheller

Anfang Februar packt so manche der Winterblues. Wie wäre es denn mal mit einem Kirschmichel, eine Süßspeise als Stimmungsaufheller mit etwas Schlagsahne obendrauf und einem Schuss Kirschwasser.

Günstig und gut – damit ist der Kirschmichel am schnellsten beschrieben. Wer noch alte Semmel – oder Brötchen, wie Norddeutschen sagen – vom Vortag hat, kann daraus ein leckeres Mittag- oder Abendessen fabrizieren. Der Name klingt zumindest lustig. In einige Regionen ist die Süßspeise auch unter Kirchenplozzer bekannt oder Kirschenjockel. Die meisten unter euch werden ihn kennen, er ist ein Stück Kindheit.

Wie wäre es mal mit Kirschmichel?

Warum nicht mal wieder einen Kirschmichel ausprobieren und den Lieben servieren? Vorteil – er geht schnell und die Köchin oder der Koch kann altbackene Semmel verbrauchen, statt sie wegzuwerfen, was heute mittlerweile wieder verpönnt ist.

Der Kirschmichel ist vor allem in Süddeutschland verbreitet, aber vielleicht können sich auch Nord- und Ostdeutsche damit anfreunden. Er kommt warm auf den Tisch; die Reine bleibt stehen, damit sich jeder noch mal bedienen kann. Der Kirschmichel lässt sich mit frischen Kirschen zubereiten, aber eben auch im Winter mit Kirschen aus dem Glas. Dazu passt übrigens auch ein schöner Weißwein oder ein Rosé. Der Kirschmichel lässt sich als Deko mit Puderzucker bestreuen, im Winter mit Orangenspalten aufpeppen und im Sommer mit Zitronenmelisse-Blättchen. Vanillesauce passt auch prima dazu. Bon Appetit!

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Das nachfolgende Rezept ist für vier Personen.

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Wie viel Koran verträgt Deutschland?

Wer Thilo Sarrazins Buch „Feindliche Übernahme“ liest, sollte vorher den „Chronist“ gelesen haben, um zu begreifen, was Religion aus Menschen macht. Vor gut tausend Jahren starteten Katholiken ihren Kreuzzug gegen den Koran und gegen Moslems, weil sie sich auf Gottes Wille beriefen.

Am 27. November 1095 brandete der Ruf „Deos lo vult“ („Gott will es“) durch die Menge, die sich auf freiem Feld vor den Stadttoren des französischen Clermonts um Papst Urban II versammelt hatten. „Brecht auf, um die Schmach, welche die Heiden (gemeint sind die Moslems) über unsere Brüder gebracht haben, zu tilgen“, stachelte Urban die Menge an. „Jeder sollte zu diesem guten Werk aufbrechen und diese abscheuliche Rasse vernichten, die es gewagt hat, sich gegen Gottes Willen aufzulehnen“, schreibt Matthias Wenzel in seinem Buch „Chronist“. Und wer sich aufmache, dem versprach der Papst die Vergebung seiner Sünden. „Den Kämpfern im Namen Christi soll ewiges Leben im Reich Gottes zuteilwerden“, so Urban in Wenzels Buch. Ob es so war, wissen wir nicht, aber wir kennen die Folgen Urbans Aufruf zum Kreuzzug.

Komisch, Urban hat sich einfach über das fünfte Gebot – „Du sollst nicht töten“ – hinweggesetzt. Urban hat Gottes Wille nach seinem Gutdünken missbraucht mit verheerenden Folgen. Wem kommt das bekannt vor? Diese Missdeutung war beileibe kein Einzelfall in der Geschichte der katholischen Kirche. Gemordet wurde auch später in Gottes Namen. Christen sind indes nicht die einzigen, die Gottes Wille vorschieben, wenn es darum geht, Andersgläubige mit dem Verweis auf Gottes Wille umzubringen. Das haben Moslems ebenfalls Jahrhunderte lang bewiesen.

Gott will es – wirklich?

Der Aufruf eines Papstes dürfte heute schwerlich eine auch nur ähnliche Euphorie auslösen wie vor gut tausend Jahren. Im Islam sieht das jedoch anders aus. Gott wird vorgeschoben, wenn es darum geht, andere umzubringen. Auch der Satz ist fast der gleiche „Inschallah“ heißt fast das gleiche wie „Deos lo vult“ – „wenn Gott will“ steht im Koran, „Gott will es“ gab Urban aus, um die Gräuel des ersten Kreuzzugs zu rechtfertigen.

Koran vom Alten Testament inspiriert

Die Bibel besteht aus zwei Teilen: dem Alten und dem Neuen Testament. Im Alten Testament geht es ziemlich skrupellos zu. Da heißt es beispielsweise, „wer Menschenblut vergießt, dessen Blut soll durch die Menschen vergossen werden“. Mit anderen Geschöpfen ist das Alte Testament nicht sonderlich zimperlich. Da heißt es, „Furcht vor euch und Schrecken sei bei allen Erdentieren … in eure Hand sind sie gegeben“. Das alttestametarische Gedankengut hat sich bis in die Jetztzeit erhalten. Männliche Küken werden als Shredderware angesehen und Schweine sind für uns nur Fleischlieferanten. Trotz 30 Jahre Religionskrieg, trotz Aufklärung und Französischer Revolution mit ihrer Trennung zwischen Staat und Kirche hat sich diese alttestamentarische Einstellung bis heute nur marginal geändert. Übrigens, wir zahlen alle immer noch für die Bischöfe der katholischen Kirche, ob wir Atheisten sind oder Moslems.

Mohammed hat sich vom Alten Testament inspirieren lassen. Ganze Passagen des Koran ähneln dem Alten Testament – mit Ausnahme der Beschneidung. Im Koran steht explizit: „Er schuf die Himmel und die Erde in gerechter Weise und Er gestaltete euch und machte eure Gestalt schön und zu Ihm ist die Heimkehr.“ (Koran 64:3). Aber weil für viele Imame und Moslems die Beschneidung zur kulturellen Identität gehört, werden Jungs, vor allem türkische, im Alter zwischen sechs und 14 Jahren beschnitten. Wenn Gott es wirklich so wollte, hätte er Jungs ohne Vorhaut auf die Welt kommen lassen. Inschallah.

Wie religionsemanzipiert sind wir?

Thilo Sarrazin Feindliche Übernahme

Thilo Sarrazin – Feindliche Übernahme

Gut, dass die Deutschen nicht mehr ganz so bibeltreu sind, sonst müssten die Knäblein auch ans Messer. Auch von anderen gewaltsamen biblischen Vorgaben im Alten Testament, das an rund tausend Stellen von Tod und Verderbnis predigt, haben wir uns hierzulande emanzipiert. Wer Sarrazins Buch „Feindliche Übernahme“ liest, sollte das im Hinterkopf behalten. Aber zur Frage: Wie viel Koran verträgt Deutschland? Und darum geht es letztlich. Wer den Koran ernst nimmt, muss zwangsläufig mit dem Grundgesetz in Konflikt geraten. Das hat Sarrazin erkannt und ein Buch darüber geschrieben. Ist es wirklich so, dass Koran-Gläubige die deutsche Gesellschaft übernehmen – oder übertreibt er damit maßlos? Schon vor dem Erscheinen im August 2018 wurde sein Werk zum Skandal erklärt. Ist sein Buch ein Skandal? Oder deckt Sarrazin eine Entwicklung auf, die sich unter der Oberfläche abspielt und die deshalb nicht wahrgenommen wird?

Wer kann den Koran verstehen?

Sarrazin hat den „Koran in der Übersetzung von Rudi Paret von der ersten bis zur letzten Zeile“ gelesen und sich mit den Suren und Versen auseinandergesetzt. Kann er den Koran als nicht Nicht-Koran-Gelehrter überhaupt verstehen – so wie auch nur Urban dazu befähigt war, die Bibel auszulegen? Urban war sicher bibel-fest und hat sich trotzdem über das fünfte Gebot hinweggesetzt, weil er mit dem Kreuzzug seine Zwecke verfolgte und sich um Gottes Gebote einen Dreck scherte. Warum sollten Imame nicht ähnlich denken und agieren wie Urban? Imame in den Ditib-Moscheen (Diyanet İşleri Türk İslam Birliği), sprich der Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e. V., werden kaum das Grundgesetz lobpreisen und die Trennung von Staat und Religion fordern, wie es die Franzosen mit dem Schlachtruf „Liberté, Égalité, Fraternité“ (Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit) in einer blutigen Revolution erkämpft und auch hierzulande die Säkularisation eingeleitet haben, auf die wir viel halten.

Ebenso wie das Alte Testament gibt der Koran klare Handlungsanweisung für den Alltag der Gläubigen – und die sind alles andere als Grundgesetz-kompatibel. Sarrazin verweist auf Sure 4, Vers 34 des Koran: „Die Männer sind über den Frauen, weil Gott sie ausgezeichnet hat … und wenn ihr fürchtet, dass Frauen sich auflehnen, dann vermahnt sie, meidet sie im Ehebett und schlagt sie“, übersetzt Paret. Hartmut Bobzin übersetzt die Sure 4, Vers 34 so: „Die aber, deren Widerspenstigkeit ihr befürchtet … und schlagt sie“. Daran sei auch nichts zu deuteln, so der emeritierte Professor für Islamwissenschaften der „Zeit“ gegenüber. Alle Versuche, das „Schlagen“ weg zu übersetzen, halte er für Taschenspielertricks und zerlegt den arabischen Satz wa-dribûhunna – in „und“, „schlagt!“ „sie“. So stehe es da, so sei es gemeint.

Gleichberechtigung eine Fremdwort

Hadraht Mirza Masroor Ahmad und Ahmadiyya Muslim Jamaat mildern das in ihrer Koran-Übersetzung etwas ab und schreiben von „straft sie“. Aber auch das hat mit Egalité nichts zu tun und mit der Würde des Menschen, die laut Artikel 1 des Grundrechts „unantastbar“ schon gleich gar nicht. Die Sure verstößt ferner gegen Artikel 3, der besagt, dass „alle Menschen vor dem Gesetz gleich sind, Männer und Frauen gleichberechtigt“ und „niemand darf wegen seines Geschlechts benachteiligt werden“. Wenn Männer Frauen strafen, wird das vom Koran gutgeheißen, umgekehrt nicht. Männer beruhigen ihr Gewissen, wenn sie Frauen schlagen, damit, dass der Koran ihnen ja das Recht dazu gebe, wie Malte Henk und Henning Sußebach in der „Zeit Online“ („Was steht da?“) schildern.

Auch beim Erben sind Frauen nicht gleichberechtigt, denn Sure 4, Vers 11 besagt laut Parets Übersetzung, dass einen Erben „männlichen Geschlechts gleichviel wie auf zwei weiblichen Geschlechts kommt“. Hadraht Mirza Masroor Ahmad und Ahmadiyya Muslim Jamaat schreiben in ihrer Übersetzung: „Ein Knabe hat so viel Anteil wie zwei Mädchen …“. Das sind jetzt nur zwei Beispiele aus dem Koran, die der Egalité, sprich der Gleichheit Hohn sprechen.

Grundgesetz kontra Koran

Sure 4, Vers 16 in der Übersetzung von Hadraht Mirza Masroor Ahmad und Ahmadiyya Muslim Jamaat verstößt ganz klar gegen Artikel 2, Satz 2 unseres Grundgesetzes, dass „das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit … Freiheit der Person“ als selbstverständlich ansieht. Das gilt ebenfalls für Sure 4, Vers 16, in der es heißt „und wenn welche von euren Frauen Unziemliches begehen, dann ruft vier von euch als Zeugen … bezeugen sie es, dann schließet sie in die Häuser ein, bis der Tod sie ereilt oder Allah ihnen einen Ausweg eröffnet“.  Dieben werden die Hände abgeschnitten wie in Sure 5:39 vom Koran gefordert – auch nicht gerade Grundgesetz-konform. Ehebrecher werden mit einhundert Streichen gegeißelt, so verlangt es Sure 24:3 – und das Ganze vor versammelter Mannschaft. Körperliche Unversehrtheit kennt der Koran nicht.

Fraternité, sprich Brüderlichkeit verbietet der Koran sogar, in dem er den Gläubigen in Sure 5:51 an Herz legt, „nicht die Juden und die Christen zu Freunden zu nehmen“. Juden und Christen – Atheisten sicher eingeschlossen – sind eben keine Brüder.

Sarrazin – und nicht nur er – hat mit seinem Buch eine Diskussion losgetreten, ob westlich Werte und muslimische Traditionen miteinander vereinbar sind. Was das Erb- und Strafrecht betrifft, sind Frauen Menschen zweiter Klasse.

Trennung zwischen Kirche und Staat

Sarrazin fürchtet, dass sich mit zunehmender Zuwanderung von Koran-Gläubigen nach Deutschland die Ansicht durchsetzt, das deutsche Grundgesetz müsse sich dem Koran anpassen, weil es im Koran „keine klare Unterscheidung zwischen religiösem und weltlichen Recht …“ gibt. In der Einleitung zu seinem Buch schildert er, was ihn umtrieb, dieses Buch zu schreiben. Es war vor allem die Frage, „inwieweit der Islam und die Einwanderung von Muslimen nach Europa eine Gefahr für die Zukunft der westlichen Gesellschaft und für unser Lebensmodell bildet“. Was ihn stört ist vor allem, dass „es nicht gut ist, wenn sich in der Gesellschaft Gruppen bilden, die ethnisch, religiös oder wirtschaftlich dauerhaft abgesondert sind und fast nur untereinander heiraten“. Er fordert deshalb in der Einleitung, Einwanderer „sollten integrationswillig sein; ihre Zahl so bemessen und ihre Zusammensetzung so gemischt sein, dass ich in Europa keine verfestigten ethnischen Untergruppen bilden“. Was aber wegen des Koran per se schwierig bis unmöglich ist. Deswegen wird Sarrazin angefeindet.

Ermordet wegen einer Karikatur

Anstoß für sein Buch sei auch der Angriff auf Islam-Kritiker gewesen, erinnert sei nur an Salman Rushdie, den dänischen Zeichner Kurt Westergaard, der Schriftstellerin Sabatina James, die zum Christentum konvertierte und seitdem von ihrer Familie bedroht wird, vom Publizisten Hamed Abdel-Samad („Integration. Ein Protokoll des Scheiterns), dem Sohn eines sunnitischen Imams, der Polizeischutz braucht und Seyran Ates, die Rechtsanwältin, die sich für einen zeitgemäßen Islam einsetzt und eine Moschee gegründet hat, erhält Morddrohungen und kann ohne Personenschutz nicht aus dem Haus. Erinnert sei an den Anschlag auf „Charlie Hebdo“ Anfang 2015 mitten in Paris, bei dem 17 Menschen von radikalen Koran-Verfechtern ermordert wurden. Die Zeichner haben sich über Koran und Propheten Mohammed lustig gemacht und mussten dafür sterben. Gemeuchelt von Koran-Gläubigen. Das alles spielte und spielt sich wohlgemerkt nicht in der muslimisch-geprägten Welt ab, sondern in Europa.

Was steht da?

Islam ohne Koran ist nicht zu verstehen, deswegen beschäftigt sich Sarrazin gleich im ersten Kapitel damit. Seine Kritiker werfen ihm vor, er sei nicht in der Lage, den Koran zu interpretieren, geschweige denn, ihn auszulegen. Da sei wieder mal an Urban II erinnert, der sicher Bibel-Exeget war, aber die Bibel so auslegte, wie es ihm in den Kram passte. Was auf diese Exegese folgte, wissen wir ja. Sarrazin versucht, sich ein Bild vom Koran zu machen – und dabei greift er auf eine deutsche Übersetzung zurück. „Koran“ heißt übrigens wörtlich das „Sich-Ergeben“, „Sich-Unterwerfen“ unter den Willen Gottes. Er geht auf die Kernaussagen des Koran ein über Gott, Mohammed, Pflichten, Ungläubige, Auferstehung, Hölle, Paradies, Dschihad (Krieg gegen Ungläubige), Sklaverei, Sexualität, Frauen und Strafrecht. Sarrazin zitiert nur, ohne sich auf die Auslegung zu berufen, was ihm seine Kritiker vorwerfen.

In Kapital zwei geht Sarrazin auf die „islamische Staatenwelt von Arabien bis Indonesien“ ein im Hinblick auf demografisches und wirtschaftliches Gewicht, auf die Stellung in Wissenschaft und Technik, Stabilität, Demokratie, Krieg und Frieden.

In Kapital drei zeigt Sarrazin die „Problemzonen islamischer Gesellschaften“ auf in punkto Verhältnis der Geschlechter und die Rolle der Frau, Fundamentalismus und Terror.

In Kapitel vier untersucht Sarrazin „die Muslime in den Gesellschaften des Abendlandes“, Altersaufbau, Kriminalität, Parallelgesellschaften, Moscheegemeinden, Heiratsverhalten und Geburtenhäufigkeit.

Kapital fünf ist überschrieben mit „Was man tun muss“. Er warnt, in „Ehrfurcht vor der Religion den Islam vor Kritik zu schützen“ und fordert eine „Befreiung der Einwanderungspolitik von Ideologie und Wunschdenken“.

Bereitschaft zur Integration

Jeder kann zu Sarrazins Buch stehen wie er will, aber lesen wäre nicht schlecht. Er wird von vielen, auch von Teilen der Presse, verteufelt, weil er ausspricht, woran es Koran-Gläubigen teilweise mangelt – an der fehlenden Bereitschaft zur Integration. Die Religionsfreiheit wird Muslimen wie auch anderen Gläubigen im Grundgesetz explizit zugestanden. Wer an den Koran glaubt, kann seine Religion „in der Moschee und zu Hause frei ausüben und darf, außerhalb der regulären Arbeitszeit als abhängig Beschäftigter, fasten und beten, wie er möchte“, schreibt Sarrazin. Dem ist nichts hinzuzufügen. „Wer allerdings auf die optische Abgrenzung der Frauen durch Kopftuch und Schleier nicht verzichten möchte, wer an Verwandtenheiraten und …, wer nicht zulässt, dass die Töchter am Schwimmunterricht teilnehmen …, der ist in seinem Herkunftsland oder im Herkunftsland seiner Ahnen besser aufgehoben, und das sollte man auch unmissverständlich kommunizieren“ – harte Worte.

Einiges von dem, was er in seinem Buch anprangert, wird längst in einer breiten Öffentlichkeit diskutiert, beispielsweise die zweifelhafte Finanzierung von Moscheevereinen oder die Sprache der Prediger, von denen bei weitem die meisten kaum oder kein Deutsch können.

Sarrazins Thesen provozieren

Wie sehr Sarrazin mit seinen Thesen aneckt, ist am wiederholten Versuch der SPD abzulesen, ihn loszuwerden und aus der Partei auszuschließen. Damit wird „seine“ Partei nicht verhindern können, dass sich immer mehr fragen, wie das denn ist mit dem Koran und dem Grundgesetz – was denn nun gilt. Eigentlich müsste doch klar sein, dass „in weltlichen Dingen der Staat über der Religion steht“, wie Sarrazin in seinem Buch schreibt. „Was er verbietet, hat Vorrang vor dem, was die Religion erlaubt; was er erlaubt, ist auch dann erlaubt, wenn es durch das religiöse Gesetz verboten ist“. Aber uneigentlich schleicht sich hierzulande Respektlosigkeit einiger ein gegenüber dem Grundgesetz, dessen uneingeschränkte Gültigkeit sie nicht länger akzeptieren. Das fängt bei muslimischen Jungs an, die ihre Lehrerin die Achtung verweigern, weil sie ja eine Frau ist und damit zweitrangig und hört bei prügelnden Ehemänner auf, die sich auf Sure 4, Vers 34 berufen. Mädchen, die sich im muslimischen Umfeld nicht an die vom Koran vorgegebene Kleiderordnung halten, werden als Schlampen oder ehrlos bezeichnet und auch so behandelt.

Sarrazins Buch ist schwer verdauliche Kost mit annähernd 500 Seiten, vielen Tabellen und Literaturhinweisen. Die Debatte um sein Werk ist zwar abgeflaut, die Probleme aber sind geblieben und werden eher noch wachsen. Eine Ahnung, was auf die westliche Gesellschaft noch zukommt, gibt auch das Buch „Inch’Allah“, in dem die beiden französischen Journalisten Fabrice Lhomme Gérard Davet von „Le Mond“ feststellen, dass in Frankreich die rigide Auslegung des Koran an Boden gewinnt und das Alltagsleben der Gläubigen bestimmt – im Gegensatz zu den Werten und Idealen der französischen Gesellschaft, die auf „Liberté, Egalité, Fraternité“ basieren und einer strikten Trennung von Staat und Religion. Noch handele es sich, schreibt die „Welt“ um „ein Randphänomen, aber eines, das voranschreite und deshalb ‚beängstigend‘ sei“. Die beiden Journalisten haben zusammen mit fünf Volontären viele Interviews im Problem-Département Seine-Saint-Denis nordöstlich von Paris geführt und in ihrem Buch „Inch’Allah“ zusammengetragen. Zurzeit gibt es das Buch nur auf Französisch.

„Feindliche Übernahme“ von Thilo Sarrazin
erschienen 2018 bei FBV, München.
496 Seiten, Preis: 24,99 Euro
ISBN: 978-3-95972-162-2



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