Zusammen weniger allein – warum nicht in eine Senioren-WG ziehen?

Wie wohnen im Alter? Besser früher als zu spät darüber nachdenken. Wir werden immer älter und wir Alten werden immer mehr. Wie wäre es denn mit einer Senioren-WG?

Immer mehr Menschen sind im Alter auf die Pflege durch fremde Personen angewiesen. Während sich früher meist die Familienmitglieder um die Betreuung der Älteren kümmerten, leben viele Senioren heute alleine. Hinzu kommt, dass die Menschen ein immer höheres Alter erreichen und der Anteil an alten Menschen an der Bevölkerung steigt. Während derzeit 21 Prozent der Deutschen über 65 Jahre alt sind, werden es bis 2030 schon 30 Prozent sein. Grund genug, sich möglichst frühzeitig über die Wohnsituation im Alter Gedanken zu machen.

Pflegeplätze kaum noch bezahlbar

Wer keine Angehörigen hat, die bereit und in der Lage sind, die Pflege selbst zu übernehmen, ist auf Hilfe durch professionelle Pflegekräfte angewiesen. Altersheime sind jedoch eine kostspielige Angelegenheit. Ein Pflegeheimplatz in Deutschland kostet im Schnitt 3.300 Euro im Monat. Nach Abzügen der Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung muss die eigene Rente bis auf einen Betrag von knapp 110 Euro an Taschengeld für den Eigenanteil aufgewendet werden. Dieser beträgt durchschnittlich um die 1700 Euro im Monat – viel mehr, als die meisten Senioren mit ihrer Rente abdecken können.

In diesem Fall sind die nächsten Angehörigen gesetzlich dazu verpflichtet, einzuspringen – sofern es ihnen finanziell möglich ist. Wer dazu in der Lage ist, sollte sich deshalb rechtzeitig um eine private Pflegeversicherung bemühen, die im Alter für zusätzliche finanzielle Entlastung sorgen kann.

Pflegeheimplätze sind aber nicht nur teuer, sie genießen hierzulande auch nicht den besten Ruf. Darüber hinaus finden viele Senioren die Vorstellung schrecklich, nicht mehr in ihren eigenen vier Wänden leben zu können. Es ist wichtig, sich rechtzeitig Gedanken zu machen, wie und wo wir unseren Lebensabend verbringen möchte und welche Alternativen zum Pflegeheim zur Verfügung stehen.

Möglichst frühzeitig in eine Senioren-WG

Eine Alternative zum Altersheim kann für viele Menschen eine sogenannte Senioren-Wohngemeinschaft sein. Das Zusammenleben mit mehreren älteren Personen in einem Haus oder einer Wohnung hat gleich mehrere Vorteile:

  • Wir laufen weniger Gefahr, im Alter zu vereinsamen
  • Bewohner können sich gegenseitig unterstützen
  • Mietkosten und Ausgaben können geteilt werden
  • Pflege kann gemeinsam organisiert werden

Trotz aller Vorteile ist die Gründung einer Senioren-WG jedoch nicht ganz einfach, denn die Ansprüche an eine geeignete Immobilie sind hoch. Sie muss nicht nur die richtige Raumaufteilung haben, sondern nach Möglichkeit barrierefrei sein, um dort auch noch mit einer eingeschränkten Mobilität wohnen zu können.

Supermarkt um die Ecke

Wichtig sind auch nahe gelegene Einkaufsmöglichkeiten und eine gute Verkehrsanbindung sowie Arztpraxen und kulturelle Angebote, die leicht zu erreichen sind. Die richtigen Mitbewohner für eine Senioren-WG zu finden, gehört sicherlich auch nicht zu den leichtesten Aufgaben – schließlich müssen alle Mitglieder auch zueinander passen und sich sympathisch sein. Um mögliche Konflikte bereits im Voraus zu vermeiden, gehören feste Regeln zu einer Wohngemeinschaft unter Senioren ebenso wie zu einer Studenten-WG.

Wer sich für das Wohnen in einer Senioren-WG interessiert, sollte sich möglichst frühzeitig dazu entschließen und dort einziehen, solange er noch halbwegs fit und unabhängig ist.

 

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Sterbegeldversicherung – welche und für wen?

Spätestens Mitte unserer 60er Jahre fangen wir an zu überlegen, was passiert, wenn das Leben endet. Wo die letzte Ruhestätte finden, wie soll das Begräbnis ablaufen? Wer wird sich um alles kümmern? Wer trägt die Kosten? Soll ich eine Sterbegeldversicherung abschließen?

Manchmal kommen einem diese Gedanken beim Tod eines nahen Verwandten wie der Eltern oder eines der Geschwister. Beerdigung, Grabstein und das ganze Drumherum können zur Belastung werden. Wie vorsorgen? Lohnt es sich, die Hinterbliebenen gegen die Bestattungskosten abzusichern? Die Beerdigung kostet einige Tausend Euro, die im Zweifel von den Nachkommen getragen werden müssen. Wer keine Möglichkeit hat, eine solche Summe bis zu seinem Tod anzusparen, belastet ganz automatisch die Nachkommen. Damit es dazu nicht kommt, kann eine Sterbegeldversicherung abgeschlossen werden. Was gilt es zu beachten?

 

Krankenkasse zahlt kein Sterbegeld mehr

Eine private Sterbegeldversicherung ähnelt an sich der Lebensversicherung. Vor dem Vertragsabschluss wird eine Summe festgelegt, die die Nachkommen – oder vertraglich vereinbarte Personen – im Todesfall des Versicherten erhalten. Die Unterschiede liegen in der Höhe des Versicherungsbetrags: Während die Lebensversicherung die Finanzierung des Lebensunterhalts (notfalls auch des eigenen) ermöglichen soll und dementsprechend oftmals einige Hunderttausend Euro beträgt, soll die Sterbegeldversicherung vor allem die Kosten für die Bestattung decken, welche in Deutschland derzeit – bei einer Gästezahl von rund 30 Personen, mit Kaffee und Trauerrede – etwa mit einer Summe von 3000 bis 9000 Euro veranschlagt werden kann. Die Kosten schwanken regional und natürlich auch mit der Ausführung der Feier sowie weiterer Einzelheiten. Anfang der 2000er wurde noch Sterbegeld durch die gesetzlichen Krankenkassen gezahlt, was seit 2004 allerdings nicht mehr der Fall ist – hierdurch wurden Sterbegeldversicherungen erst interessant.

Wartezeit beachten

Bei der Auswahl der Police sollten einige Dinge beachtet werden. Das mag vielleicht makaber klingen, nach dem Abschluss der Versicherung muss eine sogenannte Wartezeit – also von Vertragsabschluss bis Eintreten des Versicherungsfalls – eingehalten werden. Innerhalb dieser Wartezeit erhalten die Hinterbliebenen nicht die volle Versicherungssumme, sondern nur die bereits eingezahlten Beiträge. Das heißt: nicht allzu lang warten mit dem Abschluss. In der Regel wird allerdings bei einem plötzlichen Unfalltod eine Ausnahme gemacht; bei einem solch tragischen und unvorhersehbaren Ereignis zahlen die Versicherungsunternehmen meist den vollen Betrag. Dennoch gibt es Unterschiede: Bei vielen Tarifen beträgt die Wartezeit vier Jahre, einige Versicherungen zahlen hingegen bereits nach drei Jahren aus. Grundsätzlich zieren sich die Versicherer bei Suizid.

Versicherungssumme bei Bedarf anpassen

Weiterhin bieten einige Policen eine sogenannte Erhöhungs0ption. Üblicherweise haben die Policen eine Laufzeit von zehn bis 20 Jahren. In dieser Zeit verliert das Geld an Kaufkraft und die Kosten für eine Beerdigung steigen, weshalb es also nach einiger Zeit durchaus sinnvoll sein kann, die Versicherungssumme anzupassen. Dazu erlauben auch einige Versicherer einen Zugriff auf das angesparte Kapital, sollte es einmal zu einem finanziellen Engpass kommen und die Sterbegeldversicherung in diesem Fall einem anderen Zweck zugeführt werden. Sind keine Nachkommen vorhanden oder sollen diese sich nicht um die Grabpflege kümmern müssen, können auch Assistenz-Leistungen im Tarif mit aufgenommen werden, diese funktioniert ebenfalls über externe Anbieter. Dabei kann es sich neben der bereits erwähnten Grabpflege auch um eine Schadensversicherung für die Grabstätte handeln, sodass ein vollständiger Versicherungsschutz von Bestattung über Grabpflege bis zur Bewahrung der Erinnerungsstätte geboten wird.

Wer braucht eine Sterbegeldversicherung?

Eine Sterbegeldversicherung ist im Grunde eine ganz normale Versicherungspolice. Es lohnt sich zu vergleichen. Denn trotz ähnlicher Leistungen unterscheiden sich die Tarife zum Teil erheblich. Letztlich geht es um den monatlichen Beitrag und die Flexibilität.

Die Kernpunkte vergleichen

Entsprechende Tarife können sowohl online als auch beim eigenen Versicherungsberater unverbindlich verglichen werden. Wichtig ist:

  • Auszahlungssumme im Sterbefall
  • eventuelle Zusatzleistungen (Grabpflege)
  • Einzahlungssumme
  • Wartezeit
  • Flexibilität
  • Laufzeit und Erhöhungsoption
  • Transparenz des Anbieters

Was auch noch zählt: wie vertrauenswürdig ist der Versicherer. Deswegen gilt es immer auch Hintergrundinfos zu beschaffen und nicht blind auf vermeintlich verlockende Tarifaussagen zu vertrauen – ein Grund, warum hier besonders die großen Namen für Leben- und Sterbegeldversicherungen gefragt sind.

Nicht vergessen – rechtzeitig abschließen. Das entspannt das Verhältnis zu den Nachkommen.

 

 

Bild: unsplash.com @Sigurdur Fjala Jonsson




Danke sagen mit kreativen Sprüchen und Zitaten

„Danke für diesen guten Morgen, danke für jeden neuen Tag …“ – viele werden das Lied kennen. Wir sollten jeden Moment schätzen und dankbar sein, für das, was andere Menschen für uns tun. Warum einem lieben Menschen das nicht einfach sagen – mit einer Nachricht, einer Postkarte oder einem kleinen Geschenk?

In unserem Leben gibt es gute und schlechte Momente geben, die dafür da sind, uns freundlicher, stärker und besser zu machen. Geteiltes Leid ist halbes Leid, geteilte Freude ist doppelte Freude – an der Lebensweisheit ist etwas dran. Freunde und Familie helfen uns, Trauer leichter zu überwinden und Freude voll auszukosten. Dafür gebührt ihnen ein Dankeschön.

Zeit, Danke zu sagen

Gerade jetzt ist die Zeit, sich wieder daran zu erinnern. Schickt euren Verwandten und Freunden seelenvolle Dankessprüche, um sie an die kleinen Freuden im Leben zu erinnern, um ihnen aufrichtig zu danken und zu zeigen, wie wichtig sie euch sind. Diese kreativen Sprüche und Zitate sind genau das, was ihr braucht, um eure Gefühle auszudrücken.

Lest euch diese Sprüche und Zitate durch – ihr findet sicher etwas Passendes.

Danke-Sprüche für Hilfe

Wie passende Worte finden, um wunderbaren Menschen für ihre Hilfe, Unterstützung und ihren Glauben zu danken? Wie wäre es mit den folgenden!

  • „Deine Zeit sehr kostbar ist
    du trotzdem immer hilfsbereit bist
    wenn es für mich mal schwierig wird
    meine Dankbarkeit dein Haupt ziert.“
    – Ute Nathow
  • Für Deine Hilfe möchte ich mich von ganzem Herzen bedanken.
    Ohne Dein Verständnis und Deine Unterstützung wäre mein Leben grau und traurig. Danke Dir für alles.
  • „Es möchten tausend Blumenherzen
    dir Dank und Liebe zeigen,
    weil du so hilfreich mir gewesen
    in Müh und schweren Zeiten.
    Ich möchte dir den Himmel
    im schönsten Glanze schenken
    und im tiefsten Innern
    immer an dich denken.“
    – Monika Minder
  • „Leider lässt sich eine wahrhafte Dankbarkeit mit Worten nicht ausdrücken.“ – Johann Wolfgang von Goethe
  • Ich kann nicht erklären, wie dankbar ich bin.
    Vielen Dank für Deine Hilfsbereitschaft,
    für Deine Freundlichkeit und echte Herzlichkeit.
  • „Was uns allen zumeist fehlt, ist das tiefe, dauernde Bewusstsein des wirklichen Elends auf Erden, sonst würden wir über den Gefühlen einerseits des Mitleids, andrerseits des Dankes ganz der kleinlichen Misere des eigenen Lebens vergessen.“
    – Christian Morgenstern
  • Du hast mich in den schwierigsten Zeiten meines Lebens unterstützt. Du hast mir geholfen, an mich zu glauben und eine andere Person zu werden. Du hast die Freundlichkeit mit mir geteilt und mein Herz mit Wärme erfüllt. Danke.
  • „Es ist ein lobenswerter Brauch: Wer was Gutes bekommt, der bedankt sich auch.“ – Wilhelm Busch
  • Danke, dass Du mich letzte Nacht zum Ausgehen überredet hast. Deine Hilfe ist von unschätzbarem Wert. Die verlorene Brieftasche, der Kampf, die gebrochene Hand – das alles war es wert!
  • Ich habe noch nie eine aufrichtigere, freundliche und hilfsbereite Person getroffen. Ich danke Gott dafür, dass Du in dieser Welt bist. Alles, was Du für mich tust, ist unbezahlbar.

Danke-Freundin-Sprüche

Freunde sind die Menschen, die immer verstehen, unterstützen, helfen und euch nie verlassen werden. Erinnert ihr euch, wie dankbar ihr ward, eine Freundin zu haben? Außerdem zeigt eurer Freundin, dass ihr glücklich seid, sie in eurem Leben zu haben.

Verwendet diese Danke-Freundin-Sprüche, um zu zeigen, dass eure Freundin einzigartig ist.

  • Viele Menschen können meine Stimmung verbessern, aber nur Du kannst mein Herz zum Singen bringen und meine Seele zum Guten leuchten. Danke, liebe Freundin.
  • Nur Du kannst mit Balsam meine geistigen Wunden bedecken und mich von Traurigkeit heilen. Du bist mein Lichtstrahl.
  • Du hast mir geholfen, wichtige Dinge zu finden. Ich habe mein Lächeln, meinen Mut und meinen Glauben gefunden.
  • Deine Unterstützung, Deine Hilfe, Deine Fürsorge, Dein Vertrauen in mich sind von unschätzbarem Wert. Du bist die beste Freundin in der Welt. Danke, dass Du in meinem Leben bist.
  • Einmal sagte Marie von Ebner-Eschenbach: „Wirklich gute Freunde sind Menschen, die uns ganz genau kennen und trotzdem zu uns halten.“ Danke, dass Du meine Freundin bist.
  • Wenn ich weine, bist Du bei mir. Wenn ich lache, bist Du bei mir. Wenn ich dumme Dinge tue, unterstützt Du mich. Du bist die zweite Hälfte meiner Seele. Unsere Freundschaft ist unzerbrechlich.
  • Du bist mein Leitstern. Ich kann Dir folgen, wenn ich mich verirrt habe und Du meinen Weg beleuchtest. Ich könnte nicht dankbarer sein, weil ich Dein Freund bin.
  • Mein Leben ist so gesegnet mit einigen der erstaunlichsten Menschen. Danke, dass Du ein Teil meiner Reise bist.
  • „Niemand sieht die Dinge wie Du,
    fühlt wie Du, denkt wie Du,
    spricht wie Du …
    Du bist einzigartig.“
    – Markus P. Baumeler
  • „Ein wahrer Freund ist ein Geschenk des Himmels.“ – Friedrich der Große

Lustige Danke-Zitate

Wenn ihr euch bei jemandem bedanken möchtet, ist nichts besser, als ein Lächeln auf sein Gesicht zu zaubern. Drückt eure Dankbarkeit auf wunderbare Weise aus – durch lustige Danke-Zitate. Hier sind einige großartige Ideen:

  • „Danke, dass Du dir beim Kochen immer so Mühe gibst.“ – unbekannt
  • „Ich bat Gott, mir einen guten Ehemann zu geben und Du hast Gott nicht um eine gute Frau gebeten, also hast Du mich empfangen. Vielen Dank für Deine Geduld.“ – unbekannt
  • „Ich danke Deinen Eltern, dass sie genau diese Gene zusammengeworfen haben.“ – unbekannt
  • „Du hast mein Jahr so viel verrückter gemacht. Danke.“ – unbekannt
  • „Ich bringe keine Blumen und auch keine Pralinen, Danke sag ich trotzdem, denn ich tu Dich sehr lieben.“ – unbekannt
  • „Wie schnell der Dank der Menschen doch verweht / Und Undank wird!“ – Sophokles
  • „Was du mit Geld nicht bezahlen kannst, bezahle wenigstens mit Dank.“ – Deutsches Sprichwort
  • „Ich bin dankbar für jedes Lachen, außer wenn Milch aus meiner Nase kommt.“ – Woody Allen
  • „Tadle Gott nicht, weil er den Tiger erschaffen hat. Danke ihm dafür, dass er dem Tiger keine Flügel verlieh.“ – äthiopisches Sprichwort
  • „Dankbarkeit zu empfinden und sie nicht zu zeigen, ist wie ein Geschenk einzupacken und es niemandem zu geben.“ – William Arthur Ward

Kurze Danke-Zitate

Manchmal braucht ihr nicht tausend Worte, um eure Dankbarkeit auszudrücken und das Herz einer anderen Person zu wärmen. Diese Zitate helfen euch, auf rührende Weise „Danke“ zu sagen.

  • Danke, dass Du immer an mich glaubst und mich unterstützt.
  • Danke, dass Du mein Leben aufgehellt hast und ein wenig Licht in diese fahle Welt gebracht hast.
  • Du hast mir die Inspiration gegeben, die ich brauchte. Vielen Dank.
  • Ich bin gesegnet, einen so wunderbaren Freund wie Dich zu haben.
  • Ich bin so dankbar, dass ich jeden Moment meines Lebens mit Dir teilen kann.
  • Danke Oma, dass Du mir beigebracht hast, wie man die leckerste Suppe kocht!
  • Ich schätze alles, was Du für mich tust.
  • Danke, dass Du mir geholfen hast, selbst zu bleiben und nicht den falschen Weg im Leben zu wählen.
  • Alle meine guten Erinnerungen sind mit Dir verbunden. Du bist wunderbar.
  • Um Deine Witze zu verstehen, brauche ich den ganzen Tag. Danke, dass Du mich immer zum Lachen gebracht hast.

 

Bildquelle: http://fruchtknall.de/WebRoot/Ecab/Shops/22540l/5378/A456/D8EC/8D0C/85BB/0A0C/05ED/9250/Grusskarte3_ml.jpg




CDU will Vertrauen von Betriebsrentner zurückgewinnen

Mit einem Federstrich haben Ulla Schmidt (SPD) und Horst Seehofer (CSU) 2003 Millionen von Betriebsrentner enteignet. Einige Mitglieder der CDU wollen das verloren gegangene Vertrauen wieder zurückgewinnen. Ob ihnen das gelingt?

Wer über eine Betriebsrente – und Direktversicherungen wurden per Gesetz dazu gemacht – vorsorgt, muss sowohl in der Anspar- als auch in der Auszahlungsphase Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung zahlen. Das hat 2003 Rot-Grün mit Hilfe der CDU und der CSU durchgesetzt. Auf dem Parteitag der CDU in Hamburg Anfang Dezember wollen die CDU-Mittelstandsvereinigung und der Kreisverband der CDU Minden-Lübbecke die bestehende Ungerechtigkeit beseitigen.

CDU hat Betriebsrentner abgezockt

Ob die CDU da mitspielt? Der CDU-Kreisverband Minden-Lübbecke hat an den 31. Bundesparteitag einen entsprechenden Antrag gestellt, um diese Abzocke zu beseitigen. Im Antrag selbst wird dem Kreisverband zufolge konkret die Rücknahme der ab dem 1. Januar 2004 bestehenden vollen Beitragspflicht für die vollen Sozialabgaben (gemeint sind hier der Arbeitnehmer- und der Arbeitgeberanteil) aus arbeitnehmerfinanzierten Direktversicherungsverträgen gefordert. Die konkrete Rückzahlungsabwicklung der bereits erhobenen Beiträge solle durch eine eigene Ausführungsverordnung geregelt werden.

Altersvorsorger sind die Dummen

„Über sechs Millionen Arbeitnehmer haben in den 80er und 90er Jahren auf Anraten der Politik für ihr Alter privat vorgesorgt, indem sie unter anderem Lebensversicherungen, sogenannte Direktversicherungen, abgeschlossen haben; mit Inkrafttreten des Gesundheitsmodernisierungsgesetzes im Januar 2004 wurde aber seitens der Krankenkassen für diese Direktversicherungen rückwirkend eine Beitragspflicht abgeleitet und zwar bei Kapitalauszahlung ein auf Basis von 120 Monatsbezügen berechneter Betrag in Höhe des jeweiligen Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteils“, schildert Die CDU-Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Kirstin Korte die Lage. Das hat mächtig Ärger bei den Betroffenen ausgelöst. Der Verein der Direktversicherungsgeschädigten (DVG) machte und macht mobil gegen diese Abzocke durch die Politik. „Die Gesetzesänderung 2004 erfolgte somit ohne Vertrauens- und Bestandsschutz für die Altverträge“, merkt Kirstin Korte richtig an.

Zehn Jahre lang zahlen

Die Geschädigten werden jeden Monat wieder an diese Ungerechtigkeit erinnert, weil sie insgesamt zehn Jahre Krankenkassenbeiträge zahlen müssen. Jeden Monat wächst die Zahl der Geschädigten, weil bedingt durch Laufzeiten bei Lebensversicherungen von bis zu 25 bis 30 Jahren und die zehnjährige Beitragszahlung dieses Problem noch einige Jahrzehnte bestehen werde. Jährlich erreichen die Beitragsbescheide Korte zufolge rund 250 000 Betroffene. „Mit dem Wissen, dass dieser Vorteil durch die Sozialversicherungsbeiträge im Alter zunichtegemacht wird, wären die Verträge damals nicht abgeschlossen worden, denn alternativ waren auch private Kapitallebensversicherungen möglich, die zwar aus dem Nettoeinkommen bezahlt werden, jedoch flexibler und bei Auszahlung komplett steuer- und sozialabgabenfrei waren,“ so Korte. „Die Gesetzesänderung von 2004 hat einen schwerwiegenden Vertrauensverlust in die Politik und in den Rechtsstaat zur Folge“, ist sie sich sicher. „Die entstandene Ungerechtigkeit wollen wir mit unserem Antrag korrigieren und das verloren gegangene Vertrauen zurückgewinnen“, so ihr Anspruch.

Was die CDU noch alles auf ihrem Hamburger Parteitag diskutiert, haben die „Dresdner Neuesten Nachrichten“ zusammengetragen. Dazu gehören beispielsweise

Dienstpflicht

„CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer hat in ihrer Partei offenbar einen Nerv getroffen, als sie im Sommer die Einführung einer allgemeinen Dienstpflicht zum Thema machte. Gleich zwölf Anträge aus unterschiedlichen Lagern der Union greifen die Dienstpflicht auf.

Doppelte Staatsbürgerschaft

„Seit 2016 liegt ein von der Jungen Union initiierter Parteibeschluss vor, der den Doppelpass ablehnt. Doch unter Verweis auf die Zwänge der damaligen Koalitionsvereinbarung mit der SPD setzte sich Kanzlerin Merkel damals darüber hinweg. Damit wollen sich viele Delegierte nicht abfinden – das Thema kommt jetzt wieder zur Sprache.“

Solidaritätszuschlag

Die Mittelstandsvereinigung will die vollständige Abschaffung des Solidaritätszuschlags in der laufenden Legislaturperiode.

Foto: CDU/Tobias Koch




Merkel hinterlässt Deutschland eine schwere Hypothek

Wenn Angela Merkel geht, werden erst viele begreifen, welche Hypothek sie Deutschland und den Deutschen aufgebürdet hat – und diese Hypothek werden sie noch nach Jahren oder sogar Jahrzehnten spüren. Um was geht es genau?

„Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe.“ – so lautet der Eid, den sie mittlerweile mehrmals abgelegt hat, zuletzt am 14. März 2018.

Vertrauensschutz

Nehmen wir mal etwas ganz Grundsätzliches: den Vertrauensschutz. Dagegen hat die Bundeskanzlerin mehrmals verstoßen. Das beste Beispiel ist die Doppelverbeitragung von Betriebsrenten – und dazu wird auch die Direktversicherung subsummiert. Wer vor 2003 eine Direktversicherung abgeschlossen hat, hat darauf vertraut, dass sie in der Rente nicht verbeitragt wird. Genau das passiert aber – also, von wegen „pacta sunt servanda“ oder Verträge sind einzuhalten. Das Prinzip der Vertragstreue ist der wichtigste Grundsatz des öffentlichen und privaten Vertragsrechts. Die rot-grüne Koalition unter Gerhard Schröder hat das Vertrauen mit Hife der Union bereits gebrochen, Angela Merkel hatte 13 Jahre Zeit, dieses Vertrauen wieder zurückzugewinnen, in dem sie die Doppelverbeitragung abschafft und den Zustand vor 2003 wieder herstellt. Sie hat es nicht getan.

Gesetze

Nehmen wir das Beispiel des § 437 des Bürgerlichen Gesetzbuches. Im § 437 des BGB geht es um die Mängelrüge und die Behandlung von Mängeln. Darin heißt es, „ist die Sache mangelhaft, kann der Käufer, wenn … Nacherfüllung verlangen, nach den §§ 440, 323 und 326 … von dem Vertrag zurücktreten oder nach § 441 den Kaufpreis mindern und nach den §§ 440, 280, 281, 283 und 311a Schadenersatz oder nach § 284 Ersatz vergeblicher Aufwendungen verlangen.“ Das ist doch eigentlich ziemlich eindeutig, warum gilt das nicht bei mangelhaften Diesel-Fahrzeugen? Warum gibt es eine Lex Merkel, mit der die Autokonzerne die Rechte der Käufer unterlaufen können? Millionen Diesel-Fahrzeug-Besitzer haben wegen der Nichtanwendung des § 437 bereits viel Geld verloren, die Autokonzerne lachen sich ins Fäustchen und halten die Käufer weiter hin. Was ist das für ein Amtsverständnis einer Bundeskanzlerin, die Gesetze so wenig verteidigt?  Sie hätte als Bundeskanzlerin für die Rechte der Verbraucher eintreten müssen. Sie hat es nicht getan.

Energiewende

Wer erinnert sich noch an die energiepolitische Entscheidung Angela Merkels? Es lohnt sich, die Ankündigung vom 30. Mai 2011 Revue passieren zu lassen. Sie verlangte den kompletten Ausstieg aus der Atomenergie bis 2022. Noch im August 2010 plädierte sie allerdings für eine Verlängerung der Reaktorlaufzeiten um bis zu 15 Jahren. Die Nuklearkatastrophe in Fukishima am 11. März 2011 hat sie zu einer Kehrtwende in der  Energiepolitik. Statt sich aber dieser Mammut-Aufgabe mit aller Kraft zu widmen zum Wohle des deutschen Volks, ist der Umbau in den Folgejahre verplätschert.

Planlosigkeit statt Planbarkeit zeichneten die Jahre nach der Kehrtwende aus mit der Folge, dass Deutschland mittlerweile Weltmeister bei den Strompreisen ist. Eine Familie mit einem Stromverbrauch von 4000 Kilowattstunden pro Jahr zahlt dem Vergleichsportal Verivox zufolge mit 1219 Euro am meisten in Europa. Mittlerweile können sich Hundertausende hierzulande den Strom nicht mehr leisten. Dabei bringt Merkel als Physikerin die besten Voraussetzung mit, um diese Aufgabe mit Bravour zu bewältigen – das Gegenteil ist der Fall. Wo bleiben die Lösungen, um Energie zu speichern? Was ist mit Energieeffizienzprogrammen? Sie hat es nicht getan.

Euro-Rettung

Der von Merkel protegierte Mario Draghi hat „what ever it takes“ (was immer es braucht) die Deutschen kalt enteignet und tut es immer noch. Die Inflation ist dank seiner Geld-Generierung auf mittlerweile annähernd 2,5 Prozent gestiegen, während es für Sparguthaben schon lange keine Zinsen mehr gibt. Das heißt, wer sein Geld zur Sparkassen bringt, zahlt drauf, weil sein Vermögen schrumpft. Merkel hätte 2011 den damaligen Bundesbankchef Axel Weber bei seiner Kandidatur um das Amt des Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB) unterstützen können. Sie hat es nicht getan. Als Folge wurde der Italiener Draghi Notenbankchef. Die Welt sähe heute sicher anders aus. Weber hatte sich damals vehement gegen Hilfsmaßnahmen gesträubt, was ihn bei Merkel unbeliebt machte. Merkel hat sich über die No-Bail-Out-Regeln des Maastricht-Vertrags hinweg gesetzt. Die Nichtbeistandsklause „No Bail Out“ heißt, dass eine Haftung der Europäischen Union für Schulden eines Mitgliedsstaats ausgeschlossen sind. Die Europäische Union hat Hunderte von Milliarden an Hilfskrediten gewährt, um zu verhindern, dass Griechenland aus der Euro-Zone fällt. Seitdem fließen weiter Milliarden an Problemländer. Merkel verstieg sich 2010 und auch noch 2011 zu der Behauptung „scheitert der Euro, dann scheitert Europa“. Nur komisch, dass die Dänen überzeugte Europäer sind und trotzdem bei ihrer Krone bleiben. Sie kommen ganz gut ohne Euro zurecht und sind mittlerweile sicher heilfroh, Deutschlands Annäherungsversuche erfolgreich abgewehrt zu haben.

Damit nicht genug, die Deutsche Bundesbank steht über die sogenannte Targetsalden der EZB – das ist wie ein Girokonto – für Griechenland und andere marode Länder ein. Deutschland hat sich auf gigantische Bürgschaft eingelassen, die irgendwann fällig werden. Daran werden noch Generationen leiden müssen.

Die Hypothek von Merkel

Ganz abgesehen von den Bürgschaften hat Merkel Ländern wie Italien geradezu ermuntert, weiter Schulden zu machen. Ein italienischer Innenminister Matteo Salvini legt eher noch eine Schippe drauf, weiß er doch, dass andere Europäer, vor allem die Deutschen, einspringen werden, wenn Italien im Schuldensumpf versinken sollte. Merkel hat erreicht, dass wir erpressbar sind. Salvini wird irgendwann sagen, „wenn ihr uns nicht helft, lassen wir den Euro platzen“. An die Maastricht-Kriterien hat sich das Land noch nie gehalten.

Flüchtlingskrise

Seit 2015 redet Deutschland fast nur noch über ein Thema: die Flüchtlingskrise. Angela Merkels Satz „Wir schaffen das“ ist an Selbstherrlichkeit kaum zu überbieten. Wer ist „wir“, was heißt „schaffen“ und vor allem, was heißt „das“? Merkel hat nicht nur sich einbezogen, sondern ganz Deutschland – die heutige Generation und gleich auch nachfolgende Generationen.
Die „Neue Zürcher Zeitung“, die Deutschland mit etwas Abstand betrachtet, schreibt: „Inzwischen behauptet kein Ökonom oder Manager mehr, dass die massenhafte Zuwanderung für den deutschen Staat ein Segen sei – im Gegenteil.“ Wegen des geringen Bildungsniveaus kalkuliere der Finanzwissenschafter Bernd Raffelhüschen, „dass jeder Flüchtling in seiner Lebenszeit per saldo 450 000 Euro kostet“. Bei zwei Millionen Zugewanderten bis 2018 summiere sich das auf Gesamtkosten von 900 Milliarden Euro, so die NZZ. Es könnte aber noch mehr werden, weil viele keinen Schulabschluss haben oder sogar Analphabeten seien. Nur mal zum Vergleich: Der Bundeshaushalt 2019 sieht Ausgaben von 343,6 Milliarden Euro vor. Kein Verweis auf Rücklagen, die der Staat bilden müsste für diese Mammut-Aufgabe. Wer soll dieses Geld erarbeiten? Sie hat es nicht getan und wird es auch nicht mehr tun. Diese Aufgabe überlässt sie den anderen.

Infrastruktur

Wer häufig Bahn fährt, merkt schnell, wie marode Deutschlands Infrastruktur ist. Kaum eine Zugfahrt läuft so ab, wie sie ablaufen sollte. Mal fehlt Personal, mal bremst eine Weichenstörung den Zug aus. Kein Vergleich mit Frankreich, wo die Züge pünktlich fahren und deutlich schneller als deutsche Bahnen. Leider sieht es auf der Straße nicht viel besser aus, was jeder bestätigen kann, der regelmäßig mit dem Auto pendelt. In manchen Schulen läuft das Wasser von der Decke, in vielen Klassen müssen Lehrer immer noch 25 und mehr Kinder unterrichten. Die Liste ist lang – und jedem dürfte noch mehr einfallen lassen. Das spricht gerade nicht dafür, dass Deutschland in den vergangenen Jahren vernünftig und nachhaltig investiert hätte. „Der Staat lebt von seiner Substanz, da der Wertverlust auf die öffentliche Infrastruktur stärker ist als die Neuinvestitionen“, kritisiert  der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Marcel Fratzscher. Er ist damit nicht allein. Weil so wenig investiert wurde, hinkt Deutschland auch bei der Digitalisierung hinter her. Mit einem Kraftakt soll jetzt der Rückstand zu anderen Ländern verringert werden. Was hat diese Bundeskanzlerin in den 13 Jahren ihre Kanzlerschaft getan?

Kanzlerschaft

So lange waren die Kanzler/innen im Amt Quelle: Statista

Alexander Will, Politikredakteur der Nordwest Zeitung bringt es auf den Punkt, wenn er sagt, dass Merkel Deutschland geprägt hat, „aber auf destruktive Weise“. Die Suppe werden nur andere auslöffeln müssen, vor allem nachfolgende Generationen. Ferdinand Knauß schreibt in seinem Buch „Merkel am Ende“ so treffend „Merkel steht für nichts; sie weicht Konflikten aus, anstatt klar Position zu beziehen, und hat keine politische Überzeugung, die sie nicht bereit wäre, für den Machterhalt jederzeit wieder aufzugeben.“ Das Ergebnis von 13 Jahren „Fahren auf Sicht“ sei ein unbestelltes Haus, das sie hinterlasse, eine ausgezehrte Partei und ein Land, das nicht für die Zukunft gestärkt sei.




Früher war alles schlechter – uns geht’s heute besser

Die mediale Allgegenwärtigkeit hat uns ein bisschen die Optik verzerrt. Natürlich gibt es Altersarmut und Unrecht, aber ganz so schlimm ist es vielleicht doch nicht. Das will Guido Mingels mit seinem Buch „Früher war alles schlechter“ beweisen – zum mittlerweile zweiten Mal.

Mal ehrlich, wer schon jemals versucht hat, in den 80ern eine Opernkarte in München zu kaufen, weiß, was das für eine Tortur war. Wer nicht früh genug da war, ging leer aus – und stand da vielleicht schon stundenlang an. Mit Zeitung, Wurstbrot und Thermoskanne versorgt sowie einem Klappstühlchen saßen Operfans in der Schlange vor dem Schalter und warteten, bis die Klappe geöffnet wurde. Mittlerweile ist es etwas einfacher, aber nur etwas. Zum Glück gibt’s ja nicht nur die Live-Oper, sondern Kino-Versionen aus der Met und der Scala. Oper war damals nur jene, die viel Geld oder viel Zeit mitbrachten. Das hat sich geändert.

Wer von kultureller Verarmung spricht, sollte sich einmal die Statistik anschauen: „In der Spielzeit 1991/92 gab es 3387 Inszenierungen an öffentlich getragenen Theatern in Deutschland, 2014/15 waren es 5381“. Na, geht’s uns da heute nicht besser als früher? Das war nur ein Beispiel, Guido Mingels hat sage-und-schreibe 63 davon in seinem Buch „Früher war alles schlechter 2“ zusammengestellt.

Früher war alles schlechter

Trotz Kriegen, Krankheiten und Katastrophen geht es uns heute besser als früher. Vielleicht nicht in allem, aber in vielem. Von Weltuntergang zu reden, ist ziemlich daneben. Das heißt natürlich nicht, dass wir uns entspannt zurücklehnen können, aber ganz so übel wie viele meinen, ist die Gegenwart dann doch nicht, auch wenn uns Aktivisten das gerne weißmachen wollen. Ein anderes Beispiel ist die Genitalverstümmelung: „1985 waren in rund 30 Ländern, in denen die weibliche Genitalverstümmelung verbreitete Praxis ist, noch 51 Prozent der 15- bis 19-jährigen Mädchen betroffen, 2015 sind es 37 Prozent“. Um nicht missverstanden zu werden, das sind 37 Prozent zu viel, aber die Aufklärungsarbeit der Kenianerin Nice Leng’ete, Rugiatu Turay und Ann-Marie Caulker aus Sierra Leone hat offensichtlich dazu beigetragen, diesen Irrsinn einzudämmen.

60-Jährige laufen Marathon

Auch beim Ruhestand hat sich im Vergleich zu früher einiges verbessert. Wir sind, seien wir uns ehrlich, heute gesünder als früher – und sportlicher. Wir alten Knacker fahren eine Tour de France und wir nehmen am Berlin Marathon teil. „60 ist tatsächlich das neue 40, selbst die Zahl betagter deutscher Marathonläufer steigt“, schreibt Mingels. Bei den Männern habe sich der Anteil der über 60-jährigen Teilnehmer von 37 pro 1000 im Jahr 2003 auf heute 61 pro 1000 erhöht. Was die Bestzeiten betrifft, so leisten über 60-Jährige heute Fantastisches. „Die Bestzeit eines Deutschen in der Klasse über 60 im vergangenen Jahr (2017) beim Berlin Marathon: 2:59:31“, begeistert sich Mingels. Damit hätte derjenige sogar vor 50 Jahren manchen Olympioniken übertroffen.

4,7 Kinder statt 6,6 pro Frau

Besser ist allerdings manchmal immer noch nicht gut, wie Seite 62 belegt, auf der es um die „afrikanischen Geburtenraten“ geht. Einige arme Länder weisen Mingels Statistik zufolge immer noch Geburtenraten auf, „sie sie in Europa zuletzt im 19. Jahrhundert vorkamen“. Aber der Fortschritt ist eben manchmal eine Schnecke.

Früher war alles schlechter – uns geht’s heute besser

Früher war alles schlechter 2

Das Buch ist ein Augenöffner, was beispielsweise die „Morde an Kindern“ zeigt. „In der gesamten Geschichte der Menschheit war niemals jemand sicherer als ein siebenjähriges Kind in der heutigen westlichen Welt“, zitiert Mingels den englischen Risikoforscher David Spiegelhalter. Wir glauben, in Gewalt zu versinken, dabei ist das Gegenteil der Fall, so schrecklich jedes Einzelschicksal ist. Aber 1995 wurden 48 Kinder unter 14 Jahren ermordet, 2015 waren es 16.

Für Journalisten braucht es immer einen Aufhänger, weil Geschichten besser ankommen, wenn sie personalisiert sind. Das kann aber leicht die Wahrnehmung verzerren und den Eindruck vermitteln, die Welt sei grundböse. Mingels hat da ganz recht, wenn er kritisiert, dass Medien oft aus Sensationslust ein eindimensionales Bild zeichnen. Es fehlt die Einordnung. „Wir suchen das Haar in der Suppe und übersehen dabei die Suppe selbst“ – womit er nicht Unrecht hat. Journalisten, mich eingenommen, erzeugen dadurch ein Zerrbild der Wirklichkeit, die vielfältiger ist, als wir wahrhaben wollen und teils bewusst dagegen anschreiben.

„Früher war alles schlechter“ ist kein Schmöker, sondern eher ein Augenöffner und Entzerrer, den immer wieder in die Hand zu nehmen lohnt.

„Früher war alles schlechter 2“ von Guido Mingels.
erschienen 2018 bei DVA, München.
144 Seiten, Preis: 15,00 Euro
ISBN 978-3-421-04834-9
– ein  SPIEGEL-Buch –

Alle Buch-Rezensionen finden sich hier … 




Miss 50plus Germany 2019 ist eine Sächsin

Schön im Alter? Ja, geht. Die Sächsin Evelyn Reißmann beweist es. Sie wurde zur Schönheitskönigin Ü50 gewählt – oder, wie das offiziell heißt zur „Miss 50plus Germany“. Bis 2019 darf sie diesen Titel tragen.

Längst ist die Miss-50plus-Germany-Wahl etabliert und bereits seit sieben Jahren Tradition. Die Jungen haben Deutschlands Laufstege nicht länger für sich gepachtet. In diesem Jahr hat sich 52-jährige Evelyn Reißmann aus Plauen dabei gegen 19 Konkurrentinnen durchgesetzt. Sie überzeugte vor allem mit „Selbstbewusstsein, Charme, Klugheit und natürlich ihrer Schönheit, lobte Ralf Klemmer, Geschäftsführer der Miss Germany Corporation“.

Miss 50plus kommt aus Sachsen

Insgesamt hatten sich mehr als 500 Frauen aus ganz Deutschland beworben. Sie mussten sich einer Jury stellen, die unter anderem aus dem CDU-Politiker Wolfgang Bosbach (ehemaliges Mitglied des Deutschen Bundestages & Rechtsanwalt), Alphonso Williams (DSDS Gewinner), Frederic Meisner (Fernsehmoderator) und Jessika Cardinahl (Schauspielerin) bestand.

Gekürt wurde die Sächsin in Bad Zwischenahn von ihrer Vorgängerin „Miss 50plus Germany 2018“, Manuela Thoma-Adofo.

Wie bleibt frau fit und in Form? Die alleinerziehende Mutter einer 16-jährigen Tochter macht regelmäßig Yoga und geht gern mit ihrem Hund spazieren. Sie glaubt an die Macht der Gene. Allerdings verhält sie sich auch gesundheitsbewusst und trinkt laut MDR Sachsen „viel Wasser und Tee“. Außerdem habe sie schon als Kind immer kalt geduscht.

Von Profi-Models bis Triathletin

Der Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ vermittelt einen Eindruck, wer sich alles um den Titel Schönheitskönigin Ü50 beworben hat: „Ein paar Profi-Models der Kategorie Best-Age waren dabei, Seniorinnen also, die derart makellos wirken, dass sie auf Fotos die Illusion vermitteln, 50 plus sei das tollste Alter überhaupt; man erkannte sie an ihrem kraftvollen Hüftschwung und ihrem stabilen Lächeln; bei anderen zitterten die Mundwinkel; wieder andere lächelten so flüchtig, als käme ihnen die ganze Situation mit vielen Zuschauern und Kameras doch irgendwie seltsam vor.“ Es haben sich laut SZ auch eine Bayernliga-Triathletin vorgestellt, eine Chinesisch und Afrikaans sprechende Stewardess, eine Diplom-Ingenieurin mit fünf Kindern, eine Tanztrainerin mit neun Enkeln, eine Kleindarstellerin, die eine schwere Krankheit überwunden hat und eine Moderatorin mit Rückenschmerzen, die mit ihrer kleinen Tochter gerne Schlagzeug spielt und die Physiotherapeutin Heyden-Straub, die „sich über die Ablenkung von den Härten in der Entzugsklinik freute“ – „lauter Frauen mit Erfahrungen und neuem Mut also“.

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Warum wir den November dringend brauchen

Der Sommer war groß, der Oktober golden – der November besinnlich. Es wird Zeit zurückzuschauen und nach vorne zu blicken. Dafür braucht’s den November, ein Monat, um Einkehr zu halten.

Wenn nicht jetzt, wann dann? Sich besinnen auf das, was uns dieses Jahr geschenkt hat, Freundschaften aufzufrischen, die Familien um sich zu sammeln. Dafür braucht’s den November. Christian Morgenstern hat es so stimmig beschrieben:

„Nebel hängt wie Rauch ums Haus,
drängt die Welt nach innen,
ohne Not geht niemand aus,
alles fällt in Sinnen.“

November haben ihren eigenen Charme

Angeregt zum Besinnen hat mich Lutz Prauser, der auf seinem Blog fragt, was mir spontan zum Thema Novemberglück einfällt. Beim Nachdenken darüber ist es so einiges:

Das fängt mit Allerheiligen an – ein Tag, an dem wir nicht nur die Gräber unserer Toten besuchen, sondern auch die Lebenden. Wir treffen uns am Grab, blicken zurück, reden über das, was war und hätte sein können. An Allerheiligen sehen wir Menschen wieder, zu denen wir vielleicht ein ganzes Jahr keinen Kontakt hatten. Wir knüpfen das unsichtbare Band neu. Die Zeit bleibt für eine Weile stehen, wir spüren, dass wir endlich sind.

Wir sehnen uns nach Nebel, Raureif, Regen und Kälte, denn der „Sommer war sehr groß“, wie es Rainer Maria Rilke in seinem Gedicht „Herbsttag“ verbal ausmalt.

„Herr, es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren lass die Winde los.
Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
Gibt ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.

Wir sehnen uns nach der Schwere, denn das Leichte haben wir zur Genüge genossen. Wir sehnen uns nach Rückzug, denn wir waren so lange offen. Wir sehnen uns nach drinnen, denn draußen waren wir so oft.

Schluss mit Tomate-Mozzarella

Vorbei die Zeit von Tomate-Mozzarella und Wurstsalat, jetzt ist Fondue Savoyarde und Raclette angesagt, Eintopf und Grünkohl mit Pinkel. Es darf wieder deftig sein. Leichtkost war gestern. Die Saison ist eröffnet und das erste Fondue schon längst ausgestippt, Caquelon und Rechaud stehen wieder im Schrank und warten auf den nächsten Einsatz. Dazwischen darf es aber auch ein Raclette sein. Meine Kinder haben zusammengelegt und mir vor Jahren eines zu Weihnachten geschenkt – auch aus Eigennutz, weil sie (fast) alle gerne Raclette essen. Irgendwann habe ich dieses Ritual einmal eingeführt – und das setzt spätestens im November ein, wenn die Tage kürzer werden und die Nächte länger. Fondue und Raclette wechselten sich dann alle Sonntage ab. Mittlerweile sind sie alle ausgezogen, erinnern sich aber noch gern an die Zeit – und kommen auch wieder, wenn Vater einlädt.

Apropos Kinder, so ein bisschen vermisse ich dieses „Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne …“ und den Martinsumzug am 11. November, wenn Scharen von Kindern mit ihren Laternen durch die Straßen ziehen. Meine Kinder sind mittlerweile groß und Enkel haben sich noch nicht angekündigt.

Am 11. 11. fängt der Karneval an

War da nicht noch was am 11.11.? Richtig, um 11:11 Uhr fängt im Rheinland der Karneval an – also, von wegen besinnlich. Die Jecken fiebern diesem Tag entgegen und dann kann sie nichts mehr halten.

Zu meinen November-Ritualen gehört der Türkranz – wie auf dem Blog-Foto. Natürlich ist es für mich selbstverständlich, ihn selbst zu binden. Ich umrunde dann mein Gärtchen mit Gartenschere und Tüte bewaffnet, schnippele mal hier einen Zweig ab und mal da, bis die Tüte schließlich voll ist. Gleich an der Zufahrt wächst Ilex, der sich bereits teils rot gefärbt hat, dazu die Heckenrosen, das ganze garniert mit Efeu und Kirschlorbeer.

„Le Beaujolais Nouveau est arrivé“

„Le Beaujolais Nouveau est arrivé“ – damit kündigt sich der neue Weinjahrgang an. Am dritten Donnerstag im November wird der Primeur, der erste Wein des gleichen Jahres ausgeschenkt. Die Franzosen machen ein Mords Bohei daraus. Der Wein aus dem Beaujolais darf acht Wochen nach der Lese getrunken werden. 2018 war’s der 15. November, an dem die erste Flasche Beaujolais nouveau entkorkt wurde. Ich habe ihn noch nicht probiert, aber es wird höchste Zeit, das nachzuholen. Übrigens, soll er dieses Jahr „exceptionnel“ sein.

Glühmost als Alternative zu Punsch

November ist auch die Saison für Glühmost – ja, richtig gehört „Glühmost“. Glühwein kann ja jeder, aber Glühmost ist was Besonderes und die perfekte Alternative zu Glühwein, Grog und Punsch. Bei einem Kaminfeuer oder einer Kerze lässt sich Schmuddelwetter besser aushalten. Für Glühmost braucht’s natürlich Apfel/Birnenmost, eine Zimtstange, Sternanis und Nelken, einen Apfel und Calvados. Das ultimative Rezept für Glühmost findet ihr natürlich auf meinem Blog.

Wo ist die Lichterkette?

Je intensiver ich nachdenke, desto mehr fällt mir zum Novemberglück ein. Ist November nicht auch der Monat, in dem wir auf den Dachboden klettern, um nach der Weihnachtsbeleuchtung zu suchen? Die Tage werden kürzer, so dass es mittlerweile schon um 17 Uhr dunkel wird – und früher. Also, raus mit den Lichterketten, -vorhängen und -sternen! Und was passt besser zum LED-Rentier-Schlitten als eine Weihnachtsplätzchensammlung. Es wird höchste Zeit, die Rezepte für Kokoskipferl, Dominosteine und Husarenkrapfen heraus zu kramen.

Erschöpft vom Nachdenken über das Novemberglück braucht’s eine Pause – am besten bei einem spannenden Buch. Wir müssen nicht länger ein schlechtes Gewissen haben angesichts des Nieselwetters, dass wir auf der Couch abhängen und ganz entspannt einen Krimi verschlingen oder uns von einem Historienroman fesseln lassen.

Mal ehrlich, so übel ist der November gar nicht – oder?




Die richtige Kleidung für gesunde Haut

Etwa jeder zehnte Deutsche leidet unter empfindlicher Haut. Besonders Ältere sind davon betroffen, denn ihre Haut erneuert sich langsamer und sie reagiert empfindlicher auf Umweltreize. Entsprechend ist eine altersgerechte Feuchtigkeitspflege wichtig. Was viele nicht wissen, auch die Kleidung kann die Gesundheit der Haut beeinflussen – grobe Nähte, krankmachende Inhaltsstoffe in Farben oder raue Materialien können zu Reizungen, Jucken und sogar Entzündungen führen. Worauf bei der Kleiderwahl achten?

Allergene, Farbstoffe – ihre Wirkung auf die Haut

Modische Bluejeans, bunte Schuhe oder spitzenbesetzte Büstenhalter – auch im Alter möchten wir uns schick kleiden. Doch nicht immer sorgt die Kleidung für einen schönen Auftritt, wenn die Haut nach ein paar Stunden oder auch Tagen mit Rötungen oder Ausschlag reagiert. Denn leider befinden sich in den Textilien oft bedenkliche Chemikalien. Zwar sind schwer krankheitserregende Stoffe wie DMF (Dimethylformamid) mittlerweile in der EU verboten. Doch der Großteil der belasteten Kleidungsstücke kommt aus Asien. Dort sind Chemikalien wie Azo-Farben, Cadmium oder auch Formaldehyd frei erhältlich und werden bei der Textilproduktion trotz deutlichem Rückgang noch immer verwendet. Welche Wirkungen solche chemischen Stoffe auf den Menschen haben, ist bis heute nur zum Teil erforscht. Nachgewiesen ist aber, dass die Schadstoffe die Haut reizen und Kontaktallergien auslösen können. Inwieweit die Giftstoffe auch schwerwiegende Erkrankungen wie Nervenschäden oder Krebsleiden verursachen können, ist bis dato unklar.

Kleiderauswahl mit Bedacht

Immer der Nase nach – wer beim Kleiderkauf unangenehme Gerüche wahrnimmt, sollte besser die Finger von dem Kleidungsstück lassen. Denn riecht das auserwählte Shirt etwa nach Plastik oder beißend nach Chemie, ist es vermutlich mit Textilhilfsmitteln behandelt worden. Ebenso vorsichtig sollten wir sein, wenn das gewünschte Kleidungsstück ausschließlich separat gewaschen werden soll. Oftmals liegt das an leicht löslichen Farbpartikeln, die sich beim Schwitzen auch auf der Haut ablösen können.

Kleidung besser aus Naturfasern

Wer trockene Haut hat, sollte Kleidungsstücke aus weichen Naturfasern tragen, denn diese reizen die Haut nicht. Das können Materialien wie Biobaumwolle, Seide, Leinen oder Kaschmir sein. Bei Kleidungsstücken, die direkt auf der Haut aufliegen, ist es ratsam, zu hellen Farben zu greifen, da sich in helleren Teilen in der Regel weniger Farbreste verstecken als bei dunkel gefärbter Kleidung. Diese Regel gilt sowohl für Unterwäsche als auch für Stoffhosen oder Oberhemden. Wer hierbei auf der sicheren Seite sein möchte, greift am besten zu Kleidungsstücken mit Siegeln wie „Öko-Tex 100“ oder „Global Organic Textile Standard“ – sie garantieren eine schadstoffarme Herstellung.

Bei Jacken kommt es vor allem auf die Atmungsaktivität an. Denn staut sich die Wärme, kann unsere Haut ebenso mit Rötungen und Juckreiz reagieren. Entsprechend sollten besonders wir Senioren zu Jacken aus klimaregulierenden Materialien greifen, wie sie beispielsweise im Herrensortiment von Walbusch zu finden sind.

Zu guter Letzt hilft bei sensibler Haut vor allem eins: Waschen. Je häufiger ein Kleidungsstück gewaschen wird, desto geringer sind die Spuren chemischer Bestandteile. So schonen wir unsere empfindliche Seniorenhaut und verhelfen ihr langfristig zu einem gesunden Hautbild.

Bildrechte: Flickr Happy couple Pedro Ribeiro Simões CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten




Warum grau das neue Pink ist

Wer ist wann wie alt? 60 ist das neue 40 und 70 das neue 50. Wir fühlen uns jünger als wir altersmäßig sind. Wir 60plus-Generation werden anders alt. Warum grau das neue Pink ist – die Antwort darauf liefert eine Ausstellung im Frankfurter Museum der Weltkulturen.

Wir werden immer älter und wir werden immer mehr – das ist neu, so was gab’s in der Geschichte noch nie. Wie wirkt sich das auf uns und auf die Gesellschaft? Aber, was heißt schon „uns“? In USA sieht Älterwerden anders aus als hierzulande oder in Bolivien oder Japan. Übers Älterwerden gehen die Meinungen weltweit auseinander. Das Frankfurter Weltkulturen Museum hat einiges zum Thema Älterwerden zusammengetragen – in Texten und Bildern.

Grau ist das neue Pink

Die Ausstellung steht unter dem Motto „Grey ist the new pink“. „Wie Bruchstücke einer Lebenserinnerung fügt die Ausstellung den individuellen Umgang mit Lifestyle, Liebe uns Sexualität, Weitergabe von Wissen, Langlebigkeit, Krankheit, Gesundheit und Tod zu einer Anthologie des Alterns zusammen“, schreiben die Museumspädagogen.

Künstler zum Thema Älterwerden

18 Künstler aus zehn Ländern beschäftigen sich mit dem Thema Älterwerden. Darunter ist beispielsweise auch Günther Krabbenhöft, Jahrgang 1945. Ich würde mich nie so kokettieren wie Krabbenhöft, irgendwie bewundere ich ihn. Er kokettiert mit seinem Alter auf eine coole Art, die illustriert, was wir Alten alles sein können. Er ist Model – Altenmodel. Krabbenhöft hat bei Instagram eine Fangemeinde, um die ihn jeder beneiden kann. Die Sammlung der Frankfurter enthält auch eine Fotoserie dreier Geschwister aus Nigeria, die alle über hundert Jahre alt geworden sind und Bilder texanischer Mädchen, die gerade mit Lockenwicklern und Schminke auf einen Schönheitswettbewerb vorbereitet werden – und dadurch weitaus älter wirken, als sie sind. Krabbenhöft ist der Älteste, Meret Buser die Jüngste der Ausstellung.

Vom Rapper zum Würdenstab

Die Bandbreite der Ausstellung reicht vom betagten Rapper bis zum „Würdestab“. Die Museumspädagogen haben sich einiges einfallen lassen, um das Thema Älterwerden ins Bewusstsein zu rücken. Zu den 59 ethnographische Objekte gehört auch eine aus toten Vögeln hergestellte Paste, die auf Sumatra gegen Falten helfen soll – und ein geheimnisvolles Harz, dem eine ähnliche Wirkung nachgesagt wird.

Fotos, Videos und Zeichnungen komplettieren das Bild des Älterwerdens. Darauf zu sehen sind ältere Menschen beim Spazieren, beim Karten- und Tennisspielen, am Strand. Auch Liebe im Alter spielt in der Ausstellung eine Rolle. „Eine alte Frau lacht in die Kamera, sie trägt einen pinken Hut“ – vermutlich kommt daher der Titel „Grau ist das neue Pink“.

Älterwerden, so viel vorweg, muss nicht schlimm sein. „Die meisten der insgesamt mehr als 350 Einsendungen zeigten ein positives und lebensfrohes Bild des Älterwerdens“, so Kuratorin Alice Pawlik. Natürlich dürfen auch Krankheit und Tod nicht fehlen – sie gehören zum Älterwerden.

Wir werden alle älter

Wir altern eigentlich schon ab der Geburt. Am Anfang ist uns das nicht bewusst – im Gegenteil, wir wollen älter erscheinen als wir sind, weil wir den Erwachsenen nacheifern. Nur, irgendwann kommt der Punkt, wo wir uns wünschen jünger zu sein. Wir begreifen dann, das wir endlich sind. Dann überlegen wir uns, was von uns bleibt. Wer ehrlich ist, wird das bestätigen. Der Frage „Was bleibt von uns?“ können wir nicht ausweichen. Wir fühlen uns verantwortlich, was aus der Welt nach uns wird. Älterwerden hat viele Facetten. Die Ausstellung versucht, dem gerecht zu werden.

Warum Omas Vlogs hochladen

Die Jungen haben Blogs und Vlogs nicht für sich gepachtet. Einige der Älteren – ich auch – sind schon lange online. Wir haben die ersten Webseiten gestaltet, da waren die Kinder gerade erst geboren. Warum sollen wir diese Medien nicht nutzen, mit denen wir aufgewachsen sind? Wir haben noch so viel zu erzählen und zu vermitteln – warum nicht Vlogs nutzen? Instagram ist nur eine Plattform. Die Märchen lesenden, 85 Jahre alte „MarmeladenOma“ ist mittlerweile eine Ikone bei youtube.

Das Museum zeigt die Ausstellung vom 26. Oktober bis zum 1. September 2019. 

@weltkulturen.museum unter #GreyIsTheNewPink!