Wer bekommt mehr als 3000 Euro Rente?

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Von den rund 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner bekommen nur wenige eine Rente von 3000 Euro und mehr – wie wenige es sind, dürfte die meisten erstaunen.

In „X“ (vormals Twitter) kursiert ein Video von „PhnThms“ (Account ist leider mittlerweile gesperrt), in dem gefragt wird, wie viele von den 21 Millionen Rentnern in Deutschland brutto mehr als 3000 Euro Rente bekämen? Die Gefragte schätzt erst zehn Prozent, korrigiert die Zahl auf 500.000. Das ist natürlich viel zu hoch gegriffen. Aber wie viele sind es wirklich?

Es sind tatsächlich deutlich weniger. „PhnThms“ kommt auf 50. Tatsächlich nur 50? Kann das sein? Vielleicht sind es mittlerweile ein paar mehr, aber ihre Zahl bewegt sich immer noch im Promillebereich. Wer künstliche Intelligenz (KI) befragt und bei Google recherchiert, bekommt folgende Antwort:

3000 Euro Rente monatlich

„Die genaue Anzahl der Rentner, die mehr als 3.000 Euro Rente brutto erhalten, ist nicht eindeutig zu bestimmen. Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) veröffentlicht zwar jährlich den Rentenversicherungsbericht, in dem die Anzahl der Rentner mit bestimmten Rentenhöhen ausgewiesen wird, allerdings gibt es in diesem Bericht keine eigene Kategorie für Rentner mit einer Rente über 3.000 Euro brutto.

Aus verschiedenen Quellen lassen sich jedoch folgende Aussagen treffen:

  • Im Jahr 2022 erhielten bundesweit 50 Personen eine monatliche Altersrente von mehr als 3.000 Euro brutto. Dies entspricht einem Anteil von 0,002 % aller Rentner in Deutschland.
  • Der Rentenversicherungsbericht 2022 weist außerdem 2.193 Männer und 41 Frauen aus, die 45 bis 49 Beitragsjahre auf dem Buckel und mindestens 1,8 durchschnittliche Entgeltpunkte pro Jahr gesammelt haben. Dies bedeutet, dass diese Personen zwar nicht unbedingt mehr als 3.000 Euro Rente brutto erhalten, aber aufgrund ihrer hohen Verdienste im Berufsleben deutlich über der durchschnittlichen Rente liegen. (Quelle: https://www.ihre-vorsorge.de/)
  • Es ist davon auszugehen, dass die Anzahl der Rentner mit einer Rente über 3.000 Euro brutto in den kommenden Jahren leicht steigen wird. Dies liegt zum einen daran, dass das Rentenniveau in Deutschland seit Jahren sinkt, zum anderen aber auch daran, dass die Lebenserwartung steigt und somit mehr Rentner länger Rentenleistungen beziehen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Anzahl der Rentner mit einer Rente über 3.000 Euro brutto sehr, sehr gering ist. Es handelt sich um eine verschwindend kleine Gruppe von Personen, die aufgrund ihrer langen Beitragsdauer und/oder hohen Verdienste im Berufsleben eine überdurchschnittliche Rente erhalten.

Reiche Rentner, die große Ausnahme

Weitere Informationen:

Die Zahlen von „Ihre Vorsorge“ sind leider nicht mehr ganz aktuell: Sie stammen aus dem Jahr 2021. Der Rentenversicherungsbericht 2020 weist genau 40 Männer auf, mit einer Rente von mehr als 3.000 Euro. Sie kamen aber nur deshalb auf eine so „hohe“ Rente, weil sie mindestens 50 Beitragsjahre hatten und auf mindestens 1,8 durchschnittliche Entgeltpunkte pro Jahr kamen. Angesichts von 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner liegt die Zahl der Rentnerinnen und Rentner mit 3000 Euro monatlicher Rente im Promille-Bereich.

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3 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Ilona Maassen
    17. März 2024 11:38

    es besteht ein absolut ungerechter Unterschied zwischen Rentner und Pensionären, die um 70 % ihres letzten Bezuges erhalten, mit welcher Berechtigung. vor dem Gesetzt sind NICHT ALLE GLEICH

    Antworten
    • Stefan Radmacher
      21. Juli 2024 11:46

      Stimmt…Nicht! Leider unterliegen Sie der verbreiteten Fehlannahme, die Beamten würden nicht dafür bezahlen. Tatsächlich wurde ihnen bereits bei Wiedereinführung des Beamtenrechts nach dem II.Weltkrieg, aufgrund ihrer Versorgungssicherheit, durch das parlamentarische Gremium nur anteilig ein „privatwirtschaftliches“ Vergleichsgehalt zugestanden. Dazu ermittelte man die Einkommen bei entsprechender Ausbildung in der Zivilwirtschaft und entschied, 10 Monatsgehälter dieser Erhebung auf 12 Monate zu verteilen für die Beamten. Das entspricht einer persönlichen Versorgungsrücklage von knapp 17% für die Pensionskasse. Seit 1992 zahlen die Bundesbeamten(auch die der meisten Bundesländer) jedes Jahr zusätzlich 0,2 % mehr Rücklage, da diese automatisch von jeder Lohnerhöhung abgezogen werden. Sind seit 1992 nochmals 6,4% (ohneZinseszins). Insgesamt führen die Bundesbeamten damit 23,4% an Versorgungsrücklage ab. Und sie erreichen ihren Pensionseintritt frühestens nach 40 Jahren und nicht wie in der Rente nach 35 Jahren. Da für die höheren Lohngruppen der Beamten Studiengänge zwingend absolviert und bestanden werden müssen, liegt der Diensteintritt für Beamte des gehobenen und höheren Dienstes daher oft weit hinter dem der Privatwirtschaft mit Lehre- duales Studium etc. So kommen sie oft nicht auf die von Ihnen genannten 70%.
      Das Problem ist eher wie bei der Rente, es gibt und gab nach der Weimarer Rebuplik nie wieder eine Kasse in der das Geld liegt.

      Antworten
  • Helmut Achatz
    17. März 2024 11:54

    Leider wahr. Dabei wäre es so einfach, von den Nachbarn zu lernen. In Österreich gibt es nur „eine“ Pension für alle – zum Vorteil aller. Die österreichische Pension ist deutlich höher als die deutsche Rente, da alle einzahlen.

    Antworten

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