Messen 2019 für die 50plus-Generation

Messen für die 50plus-Generation schießen wie die Pilze aus dem Boden. Mittlerweile gibt es bereits zwei Dutzend dieser Messen in Deutschland und Österreich mit Zigtausend Besuchern. Das Messejahr beginnt bereits im Januar und endet erst im November. Ein Überblick.

Die Messemacher haben sich längst auf die 50plus-Generation eingestellt. Die Münchner Messe hat extra ein Casting für Models initiiert, auf dem sie Damen und Herren ab 45 Jahren suchen. Denn auf ihrer Modeshow Anfang Mai zur Messe „Die66“ will Projektleiter Stefan Ostermeier „den Besuchern tragbare Mode für die Generation 50plus zu zeigen, die authentisch präsentiert wird“.

Zwei Dutzend Messen für Best-Ager

Mode ist aber nur eines der Themen, die auf den Best-Ager-Messen das Publikum anziehen. Es geht auch um Finanzen, Wellness, Gesundheit, Reisen und Lifestyle. „Die 66“ ist zwar die größte Messe ihrer Art, aber nicht die einzige. Mittlerweile haben sich auch in anderen Städten deutschlandweit und in Österreich etabliert. So findet in Nürnberg die „Inviva“ statt, in Bremen die „Invita“, in Erfurt die „Besser leben“ und in Stuttgart „Die besten Jahre“.

Übersicht über 50plus-Messen

TerminMesseOrtBeschreibung
12.1.-13.1.201950plus Freude am LebenRatingenWohnen, Vorsorge, Freizeit, Gesundheit
26.1.-27.1.201950plus Freude am LebenErkrathWohnen, Vorsorge, Freizeit, Gesundheit
5. January 1900afaAugsburgHeimat, Freitzeit, Gesundheit
3. March 1900Bleib aktiv!St. Pölten (A)Lifestyle, Gesundheit, Reisen
27.2.-3.3.2019 invivaNürnbergErlebnismesse Mitten im Leben
9.3.-10.3.201950plus Freude am LebenEuskirchenWohnen, Vorsorge, Freizeit, Gesundheit
6.4.-7.4.201950plus Freude am LebenHeinsbergWohnen, Vorsorge, Freizeit, Gesundheit
10.4.-13.4.2019LebenslustWien (A)Finanzen, Gesundheit, Reisen, Kultur
13.4.-14.4.201950plusRied (A)Gesundheit, Wohnen, Reise, Mode
3.5.-5.5.2019 Die 66München50plus-Messe
18.5.-19.5.201950plus Freude am LebenSolingenWohnen, Vorsorge, Freizeit, Gesundheit
28.5.-30.5.2019SeniorentagDortmundVeranstaltungen, Mitmach-Aktionen, Messe
14.9.-15.9.2019Besser lebenErfurtLifestyle-Messe
17.9-18.9.2019InvitaBremenFit & Aktiv im Alter
6. October 201950 plus - Fit + Aktiv TagAmbergAktive Lebensgestaltung 50plus
8.10.-9. 10. 2019Generation Plus/Alt werden war gesternWuppertalGesundheit, Wohnen, Reisen, Hobbys 
13. October 2019SeniorenmesseBurgdorfGesundheit, Wohnen
20. February 190050plus InfotageHeilbronnLeben, Wohnen, Fitness und Gesundheit
2.11.-3.11.201950plus Freude am LebenLangenfeldWohnen, Vorsorge, Freizeit, Gesundheit
9.11.-10.11.201950plus Freude am LebenHeinsbergWohnen, Vorsorge, Freizeit, Gesundheit
15.11.-17.11.2019senaktivInnsbruck (A)Hobby, Heim, Gesundheit, Wellness, Reisen
21.11.-24.11.2019Die besten JahreStuttgartAlter, Vorsorge, Gesundheit

Die Messen werden eingerahmt von Vorträgen und Mitmachprogrammen. In den Vorträgen geht es um Glück und Zufriedenheit im Alter, wie gelingendes Altern aussieht und die neue Kultur des Alterns. Die Herausforderung einer alternden Gesellschaft verlangen nach neuen Antworten, weil wir immer älter werden und – wir Alten – prozentual immer mehr.

Info, Mitmachen und Spaß im Programm

Natürlich geht es auf den Messen um Ernährung und Gesundheit, Reisen, Wellness, Kultur – und nicht zuletzt Mode. Finanzen ist ebenfalls ein wichtiges Thema und Wohnen. Die Erfurter Messe hat sich das Thema Genuss auf die Fahnen geschrieben und wird einen Live-cooking-Bereich mit regionalen Produkten einrichten.

Bilder von der „Inviva“ 2015


Die 50plus-Generation hat viele Fragen, deswegen laden die Messemacher zu Diskussionsrunde, Workshops und Promi-Gesprächen ein. Der Spaß kommt ebenfalls nicht zu kurz: Auf der „Die 66“ im vergangenen Jahr verzauberte beispielsweise die Mezzosopranistin Cornelia Lanz das.

 

Foto: meine-afa.de




Wie clever wohnen mit Smart Home funktioniert

Wir Vorruheständler – und Bereits-Rentner – sind mit dem Internet aufgewachsen. Warum es nicht auch stärker nutzen, um uns das Leben in den eigenen vier Wänden zu erleichtern? Mit Smart Home lässt sich vieles im Haus problemlos steuern. So funktioniert’s.

Smart Home? Nicht für uns! Doch gerade für uns! Die Technik, die dahinter steckt, erleichtert uns das Leben. Vieles im Haus lässt sich problemlos steuern, überwachen und vereinfachen. Der positive Effekt: Wir können mit Smart Home sogar länger in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben.

Was ist Smart Home und wie funktioniert es? Die meisten von uns sind mit den Internet aufgewachsen, kennen sich einigermaßen aus und erledigen das meisten online. Kurzum, wir sind eine internetaffine Generation. Wir sind offen für Neues – und Smart Home gehört dazu. Die Idee von Smart Home: Prozesse und Abläufe im Alltag unkompliziert zu automatisieren, um uns das Leben zu erleichtern. Wie werden die Systeme gesteuert? Entweder mit Smartphone, per Fernbedienung oder sogar ganz ohne. Ein Smart-Home-System bietet uns mehr Komfort und mehr Sicherheit.

Digitale Helfer für den Alltag

Vielleicht klingt das alles etwas abstrakt, was heißt Smart Home konkret? Smart Home kann die Steuerung des Saugroboter sein, des Kühlschranks, der Wasch- und Kaffeemaschine. Wer aktuell noch auf der Suche nach einem passenden Saugroboter für das smarte Zuhause ist, der schaut am besten beim praktischen Saugroboter Testvergleich rein. Auf dem Vergleichsportal gibt es Entscheidungshilfe mit vielen hilfreichen Tipps und Informationen rund um die digitalen Reinemacher, die Hausarbeit deutlich erleichtern. Um möglichst lange und ohne fremde Hilfe im eigenen Wohnhaus zu bleiben, sind die funktionalen Smart-Home-Vernetzungen für den Alltag eine perfekte Lösung.

Smart Home ist aber noch mehr als nur Saugroboter und intelligenter Kühlschrank. Dazu gehört auch das komplette Unterhaltungsangebot. Ob Smart TV oder Blu-Ray-Player – sie sind unkompliziert steuerbar. Das Leben mit Smart Home wird ein ganzes Stück komfortabler. Smart Home verspricht mehr Genuss sowie ein eigenbestimmtes Leben – und mehr Sicherheit. Per smarter Steckdose lassen sich Geräte auch von unterwegs ausschalten; intelligente Tür- und Fenstersicherungen erschweren Einbrechern das Leben.

Energiesparen leicht gemacht

Das Smart Home erkennt Stromfresser und Energieräuber. Nach einer Analyse sind Beleuchtung und Heizung daher individuell regelbar. Das ist nicht nur in puncto Energiesparen von Vorteil, sondern auch, wenn die Temperatur über Nacht stark abfällt. So lässt sich die Heizung wettergerecht programmieren. Mit smarter Technik lässt sich die Beleuchtung stromsparend und clever auf die eigenen Bedürfnisse abstimmen. Automatische Bewegungssensoren erkennen, wenn jemand den Raum betritt – und das Licht geht an. Beim Verlassen kümmert sich die Technik darum, es zu löschen.

Smart Home für mehr Sicherheit

Dem Smart Home Monitor aus dem Jahr 2017 zufolge sind die drei wichtigsten Gründe für den Kauf von smarter Technik: Komfort, Sicherheit und Spaß. Vielleicht sollten wir uns das Kürzel ALL merken – ALL heißt Ambient Assisted Living und meint so viel wie altersgerechte Assistenzsysteme für ein selbstbestimmtes Leben. Wir Älteren wollen möglichst lang in den eigenen Wänden wohnen. Die vertraute Umgebung zu verlassen, ist oft der letzte Schritt. Mit Smart Home verlängern wir die Spanne des selbstbestimmten Lebens in den eigenen vier Wänden. Die Kinder werden per beispielsweise Smartphone informiert, wenn es zu Unregelmäßigkeiten kommt und sich die Eltern länger nicht melden.

Schon mal von Notrufknopf oder -armband gehört? Das Notrufarmband wird direkt um das Handgelenk getragen. Dank dessen lässt sich in Notsituationen ein Notruf an eine im System gespeicherte Nummer absetzen. Es ist gerade für Verwandte von Alleinlebenden ein beruhigendes Gefühl zu wissen, dass sie im Notfall jederzeit informiert werden, wenn es Oma oder Opa, Tante oder Onkel schlecht geht. Das Smart Home ist so intelligent zu erkennen, wenn sein Bewohner stürzt: Durch Sensoren, die bei Druck im Teppich betätigt werden, setzt das System automatisch einen Notruf ab. Auch die Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend – „Zuhause im Alter“ – ist der Meinung, dass dank Technik viele länger in den vertrauten vier Wänden bleiben können und nicht ins Heim umziehen müssen.

Weitere Informationen zum Thema „Länger zuhause leben“ gibt es auf dem Internetportal Wegweiser für das Wohnen im Alter vom BMFSFJ und der Initiative „Zuhause im Alter“.

pixabay.com © Pixaline (CC0 Creative Commons)




Jahresrückblick 2018 – Themen, Trends und Temperamente

Wie war 2018? Ein Jahresrückblick. Höchste Zeit, so kurz vor Silvester das Jahr Revue passieren zu lassen mit den besten Bildern und Beiträgen. Es war ein turbulentes Jahr, in dem einige Weichen neu gestellt wurden, es war ein politisches Jahr, das ins kommende Jahr ausstrahlt, es war heißes Jahr mit neuen Temperaturrekorden.

Das war 2018

Januar

3. Januar
Riester ist Murks und die betriebliche Altersvorsorge steckt voller Ungereimtheiten – das dämmert immer mehr, die selbstverantwortlich fürs Alter vorsorgen.  Die Versorgungslücke lässt sich so nicht füllen, weil die Kosten die Rendite auffressen. Mehr dazu …

25. Januar
Auch Männer kommen in die Wechseljahre. Jeder zehnte Mann ist davon betroffen. Was das heißt und wie entgegenwirken?
Mehr dazu …

26. Januar

28. Januar
Das Ringen um die Mütterrente hat begonnen. Sie ist Murks und Mogelpackung. Mütter fühlen sich ungerecht behandelt und begehren auf. Mehr dazu …

Februar

11. Februar
Der Koalitionsvertrag ist für Rentner und Krankenversicherte eine Mogelpackung und Etikettenschwindel. Das Ziel von Union und SPD, die Rente „für alle Generationen gerecht und zuverlässig“ zu gestalten, ist nichts anderes als Augenwischerei. Von Anerkennung der Lebensleistung oder Generationengerechtigkeit kann keine Rede sein. Und die Millionen von Direktversicherten wurden wieder von der CDU/CSU über den Tisch gezogen. Mehr dazu …

18. Februar
Wie gelingt ein original ungarisches Kesselgulasch am besten? Eigentlich ist das ganz einfach. Wobei es auf das „eigentlich“ ankommt. Beim Kesselgulasch kommt es auf den Kessel an und das Dreibein – und natürlich auf die Feuerstelle. Das Rezept ist vergleichsweise simpel. Ein bisschen Geduld sollte der Koch freilich mitbringen. Wie gesagt, Kesselgulasch ist Männersache. Mehr dazu …

20. Februar

27. Februar
Forderungen nach einem Kinderbonus bei der Rente werden laut? Die CSU will einen „Kinderbonus“ erstreiten. Es wird wieder über die Erziehungsleistung von Eltern gesprochen. Mehr dazu …

März

5. März
Das Kriegsende liegt 73 Jahre zurück, dennoch beschäftigt uns dieser kollektive Wahnsinn immer noch – uns Kriegsenkel. Der Krieg prägt uns Kriegsenkel, die wir zwischen 1950 und 1975 geboren wurden, ob wir es wollen oder nicht. Mehr dazu …

6. März

11. März
Zum 1. Januar 2018 ist das Betriebsrentenstärkungsgesetz in Kraft getreten. CDU/CSU und SPD haben leider die Chance vertan, die Betriebsrente zu reformieren. Das Betriebsrentenstärkungsgesetz ist eher ein Betriebsrentenschwächungsgesetz. Wer fürs Alter vorsorgen will, sollte das besser privat und eigenverantwortlich tun. Er sollte sich nicht auf die Politik verlassen – aus 13 gewichtigen Gründen.  Mehr dazu …

25. März
Am 14. Oktober 2018 wählen die Bayern ihren Landtag. Es wird Zeit, die CSU daran zu erinnern, was sie Millionen angetan hat, die eigenverantwortlich fürs Alter vorsorgen. Deswegen trafen sich Ende die Direktversicherungsgeschädigten zum 1. Münchner Stammtisch der Direktversicherungsgeschädigten. „Erst angelockt, dann abgezockt“ – damit muss Schluss sein. Das finden immer mehr, die per Entgeltumwandlung fürs Alter vorgesorgt haben und am Ende, wenn sie in Rente gehen knapp ein Fünftel an die Krankenversicherung abdrücken müssen. Mehr dazu …

April

11. April
Das Euro-System ist eine WG-Kasse, aus der sich einige ungeniert bedienen und die anderen blechen. Das ist die wichtigste Erkenntnis des einflussreichsten Volkswirtschaftlers Hans-Werner Sinn, der am 7. März 2018 runde 70 wurde und in dem Buch „Auf der Suche nach der Wahrheit“ seine Lebensgeschichte aufgeschrieben hat. Er zeigt, wie die EZB mit dem Euro Rentner schleichend enteignet – und viele andere auch. Mehr dazu …  

17. April
Ruhestand ist nicht mehr – die Generation 50plus ist heute fitter als früher. Sie will nicht einfach nur Enkel hüten und sich die Abende mit Kartenspielen vertreiben. Die Bestager treibt es hinaus. Sie wollen etwas erleben, reisen, sich weiterbilden und sich fit halten. Diesen Bedürfnissen kommt „Die 66“ nach – „Deutschlands größte 50plus Messe“ (O-Ton Messe München). Mehr dazu …

18. April
Schönheit kennt kein Alter, doch jugendlich frisches Aussehen ist der Inbegriff von Attraktivität. Verschiedene Alterserscheinungen treten im fortgeschrittenen Alter Zeit immer deutlicher hervor. Gerade Frauen fragen sich mit dem Einsetzen der Wechseljahre, wie sie den Veränderungen entgegenwirken können. Die besten Schönheitstipps für Frauen ab 50. Mehr dazu …

25. April
170, 160, 150, 140 Euro – darf’s noch etwas weniger sein? Von Jahr zu Jahr fallen die Versprechungen der Anbieter von Riester-Renten. Und dann wundern sich die Versicherer, dass keiner mehr Riestern will. Riestern lohnt sich nur noch für Minimal-Verdiener mit vielen Kindern. Alle anderen sollten davon besser die Finger lassen – und da hilft auch das neue Betriebsrentenstärkungsgesetz nichts, das Anfang des Jahres in Kraft trat. Mehr dazu …

Mai

Wegen meiner Reise in den Westen der USA, von Salt Lake City nach San Francisco, ist es von Ende April bis Mitte Juni stillgeworden auf meinem Blog. Deswegen hier einige Bilder aus Utah, Idaho, Wyoming, Nevada, Arizona und Kalifornien.

Von Salt Lake City nach San Francisco


Juni

14. Juni
Zum 1. Juli 2018 bekommen die rund 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner mehr Rente. Um wie viel die Rente steigt? Im Westen um 3,22 Prozent, im Osten um 3,37 Prozent. Die Infos über Rentenerhöhung sind bereits versandt oder werden in den kommenden Tagen versandt. Mehr dazu ...

20. Juni
Allen ist klar, die gesetzliche Rente muss reformiert werden, wenn sie auf Dauer funktionieren soll. Die von der Regierung eingesetzte Rentenkommission soll’s richten. Dumm nur, dass die jüngere Generation in dieser Rentenkommission komplett fehlt. Was ist von einer solchen Rentenkommission zu erwarten? Mehr dazu …

23. Juni
Am 18. Juni 2017 endete „meine“ Tour de France in Bordeaux. Schon damals hatte ich mir geschworen, die Tour wieder dort fortzusetzen, wo ich sie 2017 beendet hatte. Jetzt war es so weit. Am 29. Juni machte ich mich auf den Weg nach Bordeaux. Lest selbst, was ich in den Folgewochen alles erlebt habe. Mehr dazu …

30. Juni
Tag 33 meiner Tour de France – „Accès Vendée/Routes Barrées – le Samedi 7 Juillet de 9h à 16h“, heißt es auf dem Schild am Straßenrand bei Bourg-Chapon nördlich von La Rochelle. Hier kommt also die Tour de France durch wie schon mal 1955. Wie ich der Tour hautnah gekommen bin. Wow, schon 33 Tage en Route. Mehr dazu …

Juli

15. Juli
Tag 48 meiner Tour de France – „Bravo les Bleus“ titelt sogar Google. Frankreich ist Fußball-Weltmeister – verdient, oder? Die Franzosen feiern den Weltmeister gebührend mit Auto-Corso, tanzen und singen. Die Franzosen haben die Kroaten mit 4:2 geschlagen und sind damit Fußball-Weltmeister. Was hat das mit meiner Tour de France zu tun? Na, ich bin in Sainte-Ménehould – 44 Kilometer von Verdun entfernt und erlebe die Siegesfeier hautnah mit. Mehr dazu …

19. Juli
Tag 52 meiner Tour de France – und das Ende. Dieses Mal endet sie ganz geplant in Straßburg. Von Bordeaux bis Straßburg sind es 1634 Kilometer, 12 255 Meter Steigung, 69 329 verbrauchte Kalorien. Übrigens, insgesamt habe ich in den 52 Tagen auf meiner Tour de France 3494 Kilometer zurückgelegt. Mehr dazu …

22. Juli
Der Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) reformiert seine Tarife. Leider geht die MVV-Tarifreform zu Lasten der Rentner, besonders die aus dem Umland. Wer als Senior öffentlich fährt, wird bestraft. Gelten soll das ab 9. Juni 2019. Die Isarcard 65 für das Gesamtnetz (M+6) als Monatskarte wird dann mit 89,40 Euro sage-und-schreibe 29,4 Prozent mehr kosten als die bisherige vergleichbare Isarcard mit 69,10 Euro. Mehr dazu …

30. Juli

31. Juli
In punkto Radfreundlichkeit hinkt Deutschland hinterher – Holland, Dänemark und selbst Frankreich sind weiter. Deutschland muss Radland werden, nur so können wir dem Klimawandel entgegenwirken. Jetzt ist die Zeit zum Handeln. Mehr dazu …

August

2. August
Warum Altersarmut weiblich ist – weil vor allem Frauen Kinder großziehen, Lücken in ihrer Erwerbsbiografie haben und in schlecht bezahlten Berufen arbeiten. In München kommen dazu noch hohe Lebenshaltungskosten, was ihre Lage verschlimmert. Deswegen hat sich das „Münchner Bündnis gegen Frauenaltersarmut“ zusammengetan. „In München gibt es 60 000 arme Frauen“, weiß Wilhelm Kling, Vorsitzender des Seniorenausschusses München. Vermutlich sind es noch wesentlich mehr, denn viele arme Frauen schämen sich, zum Amt zu gehen. Sie empfinden es entwürdigend, um Hilfe zu betteln, die doch ihr gutes Recht ist. Mehr dazu …

9. August
Die Landtagswahl in Bayern wirft ihre Schatten voraus. Am Sonntag, den 14. Oktober 2018 wählen die Bayern ihren Landtag mit 180 Abgeordneten. Was dürfen Bayerns Rentner von den Parteien erwarten? Was darf der erwarten, der fürs Alter vorsorgt? Ein Vergleich der Wahlprogramme bringt Licht ins Dunkel. Mehr dazu …

16. August
Der alte Mann, das unbekannte Wesen – ist das so? Was wissen wir über alte Männer? Wenig. Wie bewältigen Männer das Alter? Warum sterben Männer früher als Frauen? Eine Gebrauchsanweisung ist überfällig. Mehr dazu …

20. August
Die Tabellenergebnisse der Bundesliga können viele aus dem Effeff herunterbeten, wenn sie aber nach dem Rentenniveau gefragt werden, versagen viele komplett, sprich, sie haben keine Ahnung von Rente. Dabei geht es doch um ihr Auskommen im Alter.
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28. August
Dieses Jahr ist durch den heißen Sommer alles früher dran – auch die Zwetschgen. Also beginnt jetzt die Datschi-Saison. Wie gelingt ein original Augsburger Zwetschgendatschi am besten? Zwetschgen sind keine Pflaumen und ein Zwetschgendatschi kein Pflaumenkuchen, soviel vorweg. Der süß-säuerliche Geschmack eines Zwetschgendatschi ist was ganz Besonderes – und die Krönung von Spätsommer und Frühherbst. Mehr dazu …

29. August

September

5. September

8. September
Wie gut haben es Rentner? Der Vermögensverwalter Natixis bewertet jedes Jahr die Bedingungen für Ruheständler in 43 Ländern. Deutschland ist im Renten-Ranking vom 7. auf den 13. Platz zurückgefallen. Mehr dazu …

11. September
Rente soll für Beamte kein Tabu mehr sein – Bundesarbeitsminister Hubertus Heil will auch Beamte in die gesetzliche Rentenversicherung einbeziehen. Das deutete er bei der Auftaktveranstaltung „Zukunftsdialog“ an. Das heißt, Heil kann sich eine Erwerbstätigenversicherung vorstellen, wie es sie in Österreich schon längst gibt. Auch in der Schweiz zahlen alle ein, sprich Angestellte, Selbstständige und Beamte.  Mit gesetzlicher und betrieblicher Rente kommen die Schweizer auf ein Sicherungsniveau von 60 Prozent. Davon können deutsche Rentner nur träumen. Mehr dazu …

27. September
„Wer Rentner quält, wird nicht gewählt“ – das war der Schlachtruf von weit mehr als 200 Direktversicherungsgeschädigten auf dem Münchner Marienplatz am 27. September 2018 auf der Demo gegen Abzocke. Die von Politik und Krankenkassen Abgezockten wollen das Unrecht der Doppelverbeitragung nicht länger hinnehmen und gehen auf die Straße. Mehr dazu …

Erfolgreiche Demo gegen Abzocke durch Krankenkassen

Erfolgreiche Demo gegen Abzocke durch Krankenkassen

Oktober

1. Oktober
Mittlerweile lebt jeder 14ste Rentner im Ausland. Ihre Zahl steigt – von 2000 bis 2017 von 1,1 auf 1,5 Millionen. Die meisten Renten werden nach Italien überwiesen, gefolgt von Spanien und Österreich. Mehr dazu …

8. Oktober
Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts – sie ist das wichtigste Gut. Und dafür lässt sich etwas tun. Dazu gehören eine ausgewogene Ernährung und regelmäßig altersgerechter Sport. Aber, dazu gehören auch Konsequenz und Ausdauer, gepaart mit etwas Spaß. Mehr dazu …

9. Oktober
Riester-Rentner zahlen keine Krankenversicherungsbeiträge, Betriebsrentner aber schon – und zwar doppelt. Diesen Irrsinn von Politik und Krankenkassen versteht kein vernünftiger Mensch. Den Krankenkassen dämmert, wie wütend viele Betriebsrentner sind und lenken ein. Ob das die Union auch begreift, deren Politiker im Gesundheitsausschuss sitzen? Ob sie die Verbeitragung fallen lassen?
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15. Oktober

31. Oktober
Wer ist wann wie alt? 60 ist das neue 40 und 70 das neue 50. Wir fühlen uns jünger als wir altersmäßig sind. Wir 60plus-Generation werden anders alt. Warum grau das neue Pink ist – die Antwort darauf liefert eine Ausstellung im Frankfurter Museum der Weltkulturen. Mehr dazu …

November

3. November
Das Rentenpaket soll ganz schnell im Bundestag durchgepeitscht werden. Kapiert haben es die wenigsten Abgeordneten, aber sie werden wegen des Fraktionszwangs brav zustimmen. Die Rentenformel wird damit reine Willkür – Beitrags- und Steuerzahler werden zur Kasse gebeten. Mehr dazu …

4. November
Das Rentenpaket bringt auch etwas für die Mütter. Ab 2019 bekommen Mütter – und Väter –, deren Kinder vor 1992 geboren wurden, dank Mütterrente II mehr Geld. Allerdings gibt’s nur einen halben Rentenpunkt. Mehr dazu …

12. November
Bislang weigert sich die Union, das Unrecht der Doppelverbeitragung abzuschaffen. Es scheint sich jedoch innerhalb der Partei ein Sinneswandel zu vollziehen, denn Bundesgesundheitsmininster Jens Spahn will die abgezockten Betriebsrenter zumindest entlasten. Kippt die Doppelverbeitragung? Mehr dazu …

13. November
Wie mehrere Medien berichten, dürfte die Rentenerhöhung 2019 ordentlich ausfallen. Die Rede ist von 3,18 Prozent im Westen und 3,91 Prozent im Osten.  Der Rentenschätzerkreis kommt „onvista“ zufolge bei seinen Berechnungen auf eine Rentenerhöhung zum 1. Juli 2019 auf 3,18 Prozent im Westen und auf 3,91 Prozent im Osten. Mehr dazu …

15. November
Zahlen Eltern zu viel in die Rente ein? Ja! Und Kinderlosen zahlen zu wenig. Gesundheitsminister Jens Spahn hat das erkannt – und der Aufschrei ist groß. Die eine Möglichkeit wäre, die Rentenbeiträge der Eltern zu senken oder die der Kinderlosen zu erhöhen. Nur einmal angenommen, die heutige Generation bliebe kinderlos – wer sollten dann ihre Renten bezahlen? Es gäbe niemand, weil die gesetzliche Rente im Umlageverfahren funktioniert. Die Frage bleibt hypothetisch, weil es immer noch Paare gibt, die Kinder – damit künftige Beitragszahler großziehen – und somit das Umlageverfahren sichern. Dafür werden sie aber nicht belohnt, sondern bestraft. Sie schultern gleich zwei Lasten. Mehr dazu … 

16. November
Ab Januar 2019 bekommen Neu-Erwerbsminderungsrentner mehr Geld, denn die  sogenannten Zurechnungszeit steigt ab dem 1. Januar 2019 auf einen Schlag um drei Jahre und fünf Monate. Bestands-Erwerbsminderungsrentner bleiben außen vor. Openpetition will gleiche Erwerbsminderungsrente für alle. Die Große Koalition, kurz Groko, ist stolz darauf, dass sie die Erwerbsminderungsrente verbessert, dumm nur, dass Schwarz-Rot die bisherigen Erwerbsminderungsrentner vergessen hat. Mehr dazu …

17. November
SPD und Grüne sind sich in punkto Abschaffung von Hartz IV einig. Sie wollen ein Bürgergeld oder eine Art Bafög für alle, weil sie glauben, dass sie damit den sozialen Zusammenhalt fördern. Umgekehrt wird ein Schuh draus – bei einem hohen Gemeinsinn darf der Staat großzügiger sein. Zurzeit werden die Fliehkräfte aber eher größer als kleiner. Mehr dazu …

20. November
Durch die jüngste Rentenerhöhung liegen die Renten von annähernd fünf Millionen Rentner über dem Grundfreibetrag, entsprechend müssen sie Steuern zahlen. 2019 werden es weitere 48 000 sein, die erstmals steuerpflichtig werden. Mehr dazu …

26. November

Dezember

6. Dezember

17. Dezember
Die Deutschen sparen sich arm – richtig gehört. Die Inflation ist weit höher als die Zinsen. Unterm Strich steht somit ein Minus, das heißt, wer spart wird ärmer. Wer’s nicht glaubt, muss nur Zinsen und Inflation vergleichen. Das Realvermögen schrumpft schon seit Jahren. Ruhestandsplanung wird zum Minus-Geschäft. Mehr dazu …

18. Dezember
Riester ist eine Totgeburt – wer’s nicht glaubt, muss sich nur die Zahlen anschauen. Trotz Erhöhung der Zulage und die Befreiung der Sozialversicherungspflicht schrumpft die Zahl der Verträge. Aber viele haben das Gefühl, Riester ist zu kompliziert und bringt zu wenig. Deswegen läuft Riester aus dem Ruder. Mehr dazu …

19. Dezember
Heute drei, morgen Dutzende – Pensionskassen kommen wegen der Nullzinspolitik von EZB-Chef Mario Draghi in die Bredouille. Leidtragende sind deutsche Betriebsrentner, deren Altersvorsorge gefährdet ist. Mehr dazu …

 

Tote des Jahres

Mal ganz abgesehen von Rente, staatliche Abzocke, Niedrigzins und Gebühren sind 2018 einige Ikonen, Künstler, Politiker, Denker und Schauspieler unserer Jugend gegangen.

Januar

Im Januar sterben gleich zwei Franzosen, die unsere Jugendzeit begleitet haben – am 7. Januar ist es France Gall („Poupée de cire, poupée de son“) und am 20. Januar der Cuisine-Gott Paul Bocuse. Was wäre unsere Jugend ohne Ikea gewesen und dem Regal „Billy“?  Ikea-Begründer Ingvar Kamprad stirbt am 27. Januar.

Februar

am 2. Februar stirbt der deutsche Schauspieler Rolf Zacher
am 8. Februar geht die deutsche Schauspielerin Marie Gruber („Go Trabi Go“)
am 21. Februar verlässt Ulrich Pleitgen die Bühne („Immer Ärger mit Opa Charly“)

März

am 11. März stirbt Kardinal Karl Lehmann, der frühere Bischof von Mainz
am 11. März verlässt Siegfried Rauch das „Traumschiff“ für immer
am 14. März endet das Leben des Mathematikers Stephan Hawking
am 22. März verklingt der Song der Jazz-Ikone Morgana King

April

Am 2. April verklingt die Stimme von Winnie Mandela
am 17. April stirbt die ehemalige First Lady Amerikas, Barbara Bush

Mai

am 4. Mai legt Abi Ofarim endgültig die Gitarre zur Seite
am 17. Mai stirbt Jürgen Marcus („Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben“)

Juni

am 27. Juni stirbt Joe Jackson, Vater von Michael Jackson

Juli

am 9. Juli steigt Hans Günter Winkler das letzte Mal vom Pferd
am 13. Juli stirbt Christine Nöstlinger („Maikäfer flieg“)

August

am 16. August geht die „Queen of Soul“ Aretha Franklin
am 18. August tritt der ehemalige UN-Generalsekretär Kofi Annan für immer ab
am 23. August ist für Dieter Thomas Heck die Show zu Ende

September

Am 6. September stirbt US-Schauspieler Burt Reynolds
am 9. September stirbt Daniel Küblböck („Deutschand sucht den Superstar“)

Oktober

am 1. Oktober endet das Lied von Charles Aznavour
am 6. Oktober stirbt die Opernsängerin Montserrat Caballé

November

am 14. November verlässt Schauspieler Rolf Hoppe die Bühne
am 26. November stirbt Bernardo Bertolucci („Der letzte Tango“)
am 30. November stirbt George H. W. Bush

Dezember

am 13. Dezember stirbt Jazz-Größe Nancy Wilson




Früher war alles schlechter – uns geht’s heute besser

Die mediale Allgegenwärtigkeit hat uns ein bisschen die Optik verzerrt. Natürlich gibt es Altersarmut und Unrecht, aber ganz so schlimm ist es vielleicht doch nicht. Das will Guido Mingels mit seinem Buch „Früher war alles schlechter“ beweisen – zum mittlerweile zweiten Mal.

Mal ehrlich, wer schon jemals versucht hat, in den 80ern eine Opernkarte in München zu kaufen, weiß, was das für eine Tortur war. Wer nicht früh genug da war, ging leer aus – und stand da vielleicht schon stundenlang an. Mit Zeitung, Wurstbrot und Thermoskanne versorgt sowie einem Klappstühlchen saßen Operfans in der Schlange vor dem Schalter und warteten, bis die Klappe geöffnet wurde. Mittlerweile ist es etwas einfacher, aber nur etwas. Zum Glück gibt’s ja nicht nur die Live-Oper, sondern Kino-Versionen aus der Met und der Scala. Oper war damals nur jene, die viel Geld oder viel Zeit mitbrachten. Das hat sich geändert.

Wer von kultureller Verarmung spricht, sollte sich einmal die Statistik anschauen: „In der Spielzeit 1991/92 gab es 3387 Inszenierungen an öffentlich getragenen Theatern in Deutschland, 2014/15 waren es 5381“. Na, geht’s uns da heute nicht besser als früher? Das war nur ein Beispiel, Guido Mingels hat sage-und-schreibe 63 davon in seinem Buch „Früher war alles schlechter 2“ zusammengestellt.

Früher war alles schlechter

Trotz Kriegen, Krankheiten und Katastrophen geht es uns heute besser als früher. Vielleicht nicht in allem, aber in vielem. Von Weltuntergang zu reden, ist ziemlich daneben. Das heißt natürlich nicht, dass wir uns entspannt zurücklehnen können, aber ganz so übel wie viele meinen, ist die Gegenwart dann doch nicht, auch wenn uns Aktivisten das gerne weißmachen wollen. Ein anderes Beispiel ist die Genitalverstümmelung: „1985 waren in rund 30 Ländern, in denen die weibliche Genitalverstümmelung verbreitete Praxis ist, noch 51 Prozent der 15- bis 19-jährigen Mädchen betroffen, 2015 sind es 37 Prozent“. Um nicht missverstanden zu werden, das sind 37 Prozent zu viel, aber die Aufklärungsarbeit der Kenianerin Nice Leng’ete, Rugiatu Turay und Ann-Marie Caulker aus Sierra Leone hat offensichtlich dazu beigetragen, diesen Irrsinn einzudämmen.

60-Jährige laufen Marathon

Auch beim Ruhestand hat sich im Vergleich zu früher einiges verbessert. Wir sind, seien wir uns ehrlich, heute gesünder als früher – und sportlicher. Wir alten Knacker fahren eine Tour de France und wir nehmen am Berlin Marathon teil. „60 ist tatsächlich das neue 40, selbst die Zahl betagter deutscher Marathonläufer steigt“, schreibt Mingels. Bei den Männern habe sich der Anteil der über 60-jährigen Teilnehmer von 37 pro 1000 im Jahr 2003 auf heute 61 pro 1000 erhöht. Was die Bestzeiten betrifft, so leisten über 60-Jährige heute Fantastisches. „Die Bestzeit eines Deutschen in der Klasse über 60 im vergangenen Jahr (2017) beim Berlin Marathon: 2:59:31“, begeistert sich Mingels. Damit hätte derjenige sogar vor 50 Jahren manchen Olympioniken übertroffen.

4,7 Kinder statt 6,6 pro Frau

Besser ist allerdings manchmal immer noch nicht gut, wie Seite 62 belegt, auf der es um die „afrikanischen Geburtenraten“ geht. Einige arme Länder weisen Mingels Statistik zufolge immer noch Geburtenraten auf, „sie sie in Europa zuletzt im 19. Jahrhundert vorkamen“. Aber der Fortschritt ist eben manchmal eine Schnecke.

Früher war alles schlechter – uns geht’s heute besser

Früher war alles schlechter 2

Das Buch ist ein Augenöffner, was beispielsweise die „Morde an Kindern“ zeigt. „In der gesamten Geschichte der Menschheit war niemals jemand sicherer als ein siebenjähriges Kind in der heutigen westlichen Welt“, zitiert Mingels den englischen Risikoforscher David Spiegelhalter. Wir glauben, in Gewalt zu versinken, dabei ist das Gegenteil der Fall, so schrecklich jedes Einzelschicksal ist. Aber 1995 wurden 48 Kinder unter 14 Jahren ermordet, 2015 waren es 16.

Für Journalisten braucht es immer einen Aufhänger, weil Geschichten besser ankommen, wenn sie personalisiert sind. Das kann aber leicht die Wahrnehmung verzerren und den Eindruck vermitteln, die Welt sei grundböse. Mingels hat da ganz recht, wenn er kritisiert, dass Medien oft aus Sensationslust ein eindimensionales Bild zeichnen. Es fehlt die Einordnung. „Wir suchen das Haar in der Suppe und übersehen dabei die Suppe selbst“ – womit er nicht Unrecht hat. Journalisten, mich eingenommen, erzeugen dadurch ein Zerrbild der Wirklichkeit, die vielfältiger ist, als wir wahrhaben wollen und teils bewusst dagegen anschreiben.

„Früher war alles schlechter“ ist kein Schmöker, sondern eher ein Augenöffner und Entzerrer, den immer wieder in die Hand zu nehmen lohnt.

„Früher war alles schlechter 2“ von Guido Mingels.
erschienen 2018 bei DVA, München.
144 Seiten, Preis: 15,00 Euro
ISBN 978-3-421-04834-9
– ein  SPIEGEL-Buch –

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Mit Sport bis ins hohe Alter gesund bleiben

Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts – sie ist das wichtigste Gut. Und dafür lässt sich etwas tun. Dazu gehören eine ausgewogene Ernährung und regelmäßig altersgerechter Sport. Aber, dazu gehören auch Konsequenz und Ausdauer, gepaart mit etwas Spaß.

Sport bis ins hohe Alter

Wir müssen dem Altern nicht einfach nur tatenlos zusehen, sondern können uns aktiv für unsere Gesundheit und Wohlbefinden einsetze. Salutogenese heißt das Zauberwort – das Gegenteil von Pathogenese. Es geht bei der Salutogenese also darum, wie ich mich gesund erhalte. Gesunde Ernährung spielt eine wichtige Rolle und die ärztliche Versorgung bei der Prävention von Krankheiten oder der Behandlung von chronischen Leiden. Und dafür bieten Krankenkassen oder Magazine reichlich Tipps an. Zur Ernährung und der regelmäßigen Vorsorge kommt noch die Bewegung. Mit ausgewogenem Sport lässt sich so manches Zipperlein verhindern.

Wer sich nur schwer selbst motivieren kann, geht am besten in den Verein oder schließt sich einer Gruppe an. Inspirierend wirkt auch ein Match im Fernsehen oder der Besuch im Stadion. Wir fiebern mit unserem Lieblingsverein und lassen uns anstecken von der Begeisterung Anderer. Wer nicht nur die Daumen drücken will, kann natürlich auf seinen Favoriten wetten. Das klassische Wettbüro ist freilich längst aus der Mode gekommen. Der Trend zu Online-Wetten nimmt zu.

Langsam Leistung steigern

Zuschauen und Wetten ist das Eine, Selbermachen das Andere – der Fernseher kann die Bewegung nicht ersetzen. Dabei kommt es allerdings auf die Dosis an. Wer meint, er könne aus dem Stand einen Marathon laufen, muss sich nicht wundern, wenn er schon nach wenigen Kilometern zusammenklappt. Es ist allemal besser, langsam die Leistung zu steigern, statt gleich in die Vollen zu gehen. Das gilt gerade für uns Ältere.

Tour de France für alte Knacker

Wir dürfen uns dabei durchaus an Vorbilder orientieren. Ein Bernard Hinault, der fünfmalige Gewinner der Tour de France, setzt sich auch als 64-Jähriger noch aufs Rad, ein Paul Breitner, der sich sozial engagiert und auch körperlich fit hält, gehören dazu. Sport ist ein regelrechtes Wundermittel gegen das Altern und hilft uns, gesund zu bleiben.

Sport steigert die Funktionen des Immunsystems, da Adrenalin ausgeschüttet wird. Das Hormon animiert Abwehrzellen dazu, sich schneller zu vermehren und aktiver zu werden. Sport ist zudem gesund für das Herz. Bei ständigem Ausdauertraining wird die Muskulatur hier gestärkt. Dadurch kann das Herz viel wirtschaftlicher arbeiten. So wird bei geringerem Aufwand mehr Blut durch das System gepumpt und die Blutgefäße elastisch gehalten. Dadurch reduzieren sich Blutdruckprobleme. Der Cholesterinspiegel wird ebenfalls durch den Sport reguliert, weshalb Arteriosklerose oder gar Schlaganfälle und Herzinfarkte verhindert werden können. Sport verringert das Osteoporose-Risiko. Ab dem 40. Lebensjahr nimmt die Knochendichte ab – Sport wirkt dem entgegen. Sport steigert ferner unsere kognitive Leistungsfähigkeit. Regelmäßige Bewegung regt unser  Denkorgan an – dank der höheren Sauerstoffzufuhr.




Rastlos im Beruf, ratlos im Ruhestand? Was tun?

Raus aus dem Job, rein in die Rente – viele Männer fallen dann in ein Loch. „Rastlos im Beruf, ratlos im Ruhestand“, der Titel des Buchs von Wolfgang Schiele trifft den Nagel auf den Kopf. Was so harmlos klingt, endet bei einigen im Desaster. Das muss nicht so kommen.

Rastlos im Beruf, ratlos im Ruhestand

„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft, zu leben“, heißt es in einem Gedicht von Hermann Hesse über die Stufen des Lebens. „Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise, mag lähmende Gewöhnung sich entraffen“, womit der deutsch-schweizerische Dichter die Aufgabe unserer letzten Heldenreise treffend beschreibt. Die Entberuflichung verlangt uns einiges ab, auf das uns niemand wirklich vorbereitet hat. Aber wozu gibt es Bücher wie „Rastlos im Beruf, ratlos im Ruhestand“ von Wolfgang Schiele?

Wie den Übergang meistern

Der Übergangscoach und Resilienztrainer hat sich die Zeit genommen, seine Erkenntnis in diesem Buch zusammenzufassen. Ihm geht es darum, vor allem uns Männern zu helfen, diese Zäsur im Leben zu meistern. Gerade Männer brauchen dieses Buch dringend. Für einige könnte es sogar ein Erste-Hilfe-Anleitung sein. Schiele spricht von „Heldenreise“ – und darauf sollten wir uns einrichten. Wir müssen uns im Übergang bewähren und eigene Verwandlungen vollziehen. Wer sich davor drückt, wird Schiffbruch erleiden wie einst Odysseus. Der Held aus Ithaka ist allerdings dann doch noch heimgekehrt, was er seiner List und seinem Durchhaltevermögen verdankte.

Von Odysseus lernen

Rastlos im Beruf, ratlos im Ruhestand?

Rastlos im Beruf, ratlos im Ruhestand?

Nur ist nicht jeder Übergängler so listenreich wie Odysseus. Das darf angesichts der Zahlen bezweifelt werden: Die Suizid-Rate gerade unter Senioren ist vergleichsweise hoch. 45 Prozent aller Selbsttötungen sind der Deutschen Stiftung Patientenschutz von Menschen im Seniorenalter. Sicher sind einige dabei, die quälende Schmerzen nicht mehr aushalten und sich deshalb das Leben nehmen, ein anderer Teil kommt aber mit dem Abschied aus dem Beruf nicht klar und wird depressiv.

Wider den Renten-Blues

Schiele hat das Problem, den Rentner-Blues so aufgedröselt, dass jeder nachvollziehen kann, wie aus der anfänglichen Euphorie ein Gefühl der Bedeutungslosigkeit wird, das schließlich zum Suizid führt. Gerade Männer sollten sich die Bore-Out-Uhr genau anschauen und sich fragen, wo ihr Zeiger steht – noch beim inneren Rückzug oder schon beim Zweifel am Sinn des Lebens.

Schiele belässt es aber nicht bei der Analyse der Übergangsprobleme – er bietet Lösungen an. Wer auf der Bore-Out-Uhr schon bei sieben oder acht angekommen ist, braucht dringend den Erste-Hilfe-Koffer des Übergangscoach. Wer noch bei drei oder vier ist, sollte sich überlegen, wie er zu einer Vision – der bildhaften Vorstellung einer zukünftigen Realität – kommt und daraus Ziele ableitet. Ziele motivieren und geben uns Halt in der dritten Lebensphase, wie einst Odysseus, der alles daransetzte, zu Frau und Kind zurückzukehren. Dieses Ziel half ihm, alle Widerstände zu überwinden.

Das Beste aus der Rente machen

Aufblühen oder abwracken? Wer seinen Ruhestand nicht aktiv gestaltet, muss sich nicht wundern, wenn er versauert. Diesen Ruhestand zu gestalten, das ist die Herausforderung – und sie verlangt planmäßiges Vorgehen. Nichts schlimmer, als den Tag zu verdaddeln oder einfach so vor sich hinzudämmern. Wer nichts tut, macht vieles verkehrt. „Wer jeden Abend sagen kann – ‚ich habe gelebt‘ -, dem bringt jeder Morgen einen neuen Gewinn“, schrieb einmal der römische Philosoph Lucius Annaeus Seneca. „Jeder ist seines Glückes Schmied“, heißt ein Sprichwort. Das heißt, wir haben es in der Hand, aus diesem letzten Lebensabschnitt das Beste draus zu machen. Warum das so ist und wie es gelingen kann, lässt sich in Schieles Buch nachlesen.

Was ist unsere Erfahrung wert?

Es ist dem Buch anzumerken, dass es von einem verfasst wurde, der weiß, wovon er schreibt. Rührend bis mitfühlend das Kapital, in dem Schiele beschreibt, wie er seinen „virtuellen beruflichen Suizid“ einleitete, indem er die Dateien auf seinem Rechner löschte, die Festplatte jungfräulich abzugeben. Mit Erstaunen verinnerlicht er, dass es für seinen Posten keine Nachfolgeregelung gibt. Seine Erfahrungen zählen nichts mehr. Das schmerzt.

Schiele rückt die Herausforderung des Übergangs ins Bewusstsein und liefert praktikable Lösungen – unterlegt mit Beispielen und Checklisten. Sein Buch ist im wahrsten Sinn des Worts ein Handbuch zur „aktiven Gestaltung der dritten Lebensphase“. In dem 288-Seiten-Werk steht alles, was ein Unruheständler wissen muss.

Und falls eine Frage unbeantwortet bleiben sollte – Schiele ist im Internet unter www.coachingfiftyplus.de zu erreichen und auf seinem Blog Späte-Freitheit-Ruhestand.

Zwei, drei Jahre Vorbereitungszeit

Rente hat uns niemand beigebracht – diese Erkenntnis ist das große Motto des Buchs, dass jeder Vorruheständler lesen sollte. Ruheständlern kann es übrigens auch nicht schaden. Besser ist es allerdings, sich schon zwei oder drei Jahre vor der Entberuflichung mit der dritten Lebensphase zu beschäftigen. Nur wer verstanden habe, wie wichtig es ist, „die Droge Arbeit wie ein Antidepressivum gezielt auszuschleichen, um psychischen Entzugsproblemen aus dem Weg zu gehen“, kann gelassen nach der Abschiedsfeier in Rente gehen.

Leider gibt es viele Männer, die ihrem Job nachtrauern und es nicht schaffen, sich mental von Beruf und Firma zu verabschieden, die immer noch ihrer alten Bedeutung nachtrauern und dabei vergessen, das Hier und Jetzt zu genießen und einen neuen Sinn zu finden. Dabei hätten sie im Ruhestand die Chance, die „Schatztruhe der Kindheit zu öffnen“ und Versäumtes nachzuholen. Denn erstmals im Leben sind wir frei von Zwängen und müssen weder Schule noch Arbeitgeber gerecht werden.

Kunst des späten Gelingens

Das wohl wichtigste Kapitel in Schieles Buch ist das über „die Kunst des späten Gelingens“. Er will uns animieren, wertschätzend und versöhnlich Abschied vom bisherigen Karriereweg zu nehmen, in die Schatztruhe der Kindheitsträume zu greifen, auf die Lebenserfahrung zu bauen und sich der vielfältigen Kompetenz bewusst zu werden. Wer das Wort „Salutogenese“ noch nicht kannte, lernt es in Schieles Buch kennen – Salutogenese heißt nichts anderes, als Gesundheit aktiv zu pflegen, vorzubeugen statt nachzubehandeln. Und dazu gehört, sich seiner verbleibenden Lebenszeit bewusst zu werden und sie zu strukturieren – nach Jahren, Wochen und Tagen. „Akzeptieren Sie das Altern und gehen Sie souverän und selbstbestimmt damit um“, rät Schiele Ruheständlern. Schaff‘ dir deine neue Identität lautet der Impetus, sprich, gib‘ dir einen Schubs – und zwar nachhaltig. Dem ist nichts hinzuzufügen.

Alpenüberquerung oder Tour de France?

Was das ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Das kann ein Nord-Süd-Alpenquerung sein, die persönliche Tour de France, ein Buch oder eine neue Sprache. Oder wie wäre es mit Vorlesen im Kindergarten, mit Acrylmalerei oder dem Initiieren einer Bürgerbewegung. Vielleicht fällt da dem Einen oder Anderen Konstantin Weckers Lied „Sage nein ein. Da heißt es im Lied: „Ob als Penner oder Sänger, Bänker oder Müßiggänger, ob als Priester oder Lehrer, Hausfrau oder Straßenkehrer, ob du sechs bist oder hundert, sei nicht nur erschreckt, verwundert, tobe, zürne, misch dich ein – sage nein!“. Mitmischen ist wie eine Verjüngungskur.

Schiele macht Lust aufs aktive Altern, größer kann ein Kompliment kaum sein. Der Ruhestand ist Unruhestand – das ist unsere Aufgabe und unsere Chance.

Das Buch
„Rastlost im Beruf, ratlos im Ruhestand?“von Wolfgang Schiele.
Erschienen 2018 im Springer-Verlag, Heidelberg.
288 Seiten, Preis: 19,99 Euro
ISBN 978-3-662-56567-7
ISBN 978-3-662-56567-4



Deutschland rutscht im Renten-Ranking deutlich ab

Wie gut haben es Rentner? Der Vermögensverwalter Natixis bewertet jedes Jahr die Bedingungen für Ruheständler in 43 Ländern. Deutschland ist im Renten-Ranking vom 7. auf den 13. Platz zurückgefallen.

Die Rentensystem-Experten von Natixis bewerten mit ihrem Global Retirement Index die Rentensysteme von weltweit 43 Ländern und veröffentlichen ihre Ergebnisse im Renten-Ranking. Sie setzen für das Renten-Ranking 18 Kriterien an, zusammengefasst in vier Sub-Indizes. Was nun Deutschland betrifft, so sehen die Rentenexperten vor allem ein Problem bei der nachhaltigen Finanzierung des deutschen Rentensystems. Deswegen ist Deutschland im Renten-Ranking auch vom 7. auf den 13. Platz abgerutscht.

In punkto Gesundheit hat sich die Bewertung Natixis‘ nicht geändert, in punkto Lebensqualität und materielle Sicherheit hat sich Deutschland sogar leicht verbessert, aber richtig bergab ging’s bei den finanziellen Rahmenbedingungen. 2017 brachte es Deutschland noch auf Platz 21, 2018 rutschten wir dann auf Platz 34 ab – ein Platz im unteren Drittel.

Deutschland fällt zurück

Deutschland machen vor allem die Niedrigzinsen zu schaffen und eine hohe Inflation. Damit schrumpft das Vermögen der Deutschen automatisch – keine rosige Perspektive für die Zukunft. Darüber hinaus wollen die Deutschen aber schon überhaupt kein Risiko eingehen und bunkern ihre Altersvorsorge auf Giro- und Tagesgeldkonten sowie bei den Versicherungen. Wie jeder weiß, gibt’s da aber keine Zinsen. Zudem langt der Staat auch noch kräftig zu. Immer mehr Rentner müssen ihre Renten versteuern. Bei der Steuerbelastung erreicht Deutschland nur noch 24 von 100 möglichen Punkten. Das heißt, den Menschen hierzulande bleibt immer weniger von ihrem Gehalt und ihrer Rente übrig, weil der Staat den Rest wegbesteuert.

Nur Platz 13 im Renten-Ranking

Was auch noch auffällt – Deutschland hat den siebthöchsten Wert bei den Gesundheitsausgaben pro Kopf und den achthöchsten Wert bei den Krankenversicherungsausgaben.

Schweiz, Island, Norwegen vorn

RangLandGesundheit*Finanzen*Lebensqualität*materielle Sicherheit*Gesamt*
1Schweiz8778928084
2Island8571889384
3Norwegen9060928781
4Schweden8967907178
5Neuseeland8579906378
6Australien8578836678
7Irland8271837377
8Dänemark8559947477
9Kanada8774836577
10Niederlande9058838076
11Luxemburg9262807376
12Finnland8163936975
13Deutschland8657837975
14Österreich8654877674
15Tschechien7269758274
*in Prozent

Quelle: Natixis Global Retirement Index

Bedenklich verschlechtert hat sich auch das Verhältnis der 65-Jährigen gegenüber jüngeren Altersgruppe. Mit 32,5 Prozent liegt Deutschland damit im Schlussfeld. Viele Alter bezogen auf wenige Junge ist ein schlechtes Zeichen und beeinträchtigt Sozialsystem und Wettbewerbsfähigkeit. Bereits jetzt knirscht es vernehmlich im Sozialsystem.

Schweiz ist Spitzenreiter

Wer gehört zur Spitzengruppe? Spitzenreiter in punkto Ruhestandsqualität ist die Schweiz, gefolgt von Island und Norwegen. Platz vier nimmt Schweden ein, Platz fünf Neuseeland, Platz sechs Australien, Platz sieben Irland, Platz acht Dänemark, Platz neun Kanada und Platz zehn die Niederlande. Auf den Plätzen zehn bis 15 folgen Luxemburg, Finnland, Deutschland, Österreich und die Tschechische Republik. Abgeschlagen auf dem 16. Platz liegen die USA. Die Schlusslichter bilden Griechenland (41), Brasilien (42) und Indien (43).  

Risiken für den Wohlstand im Alter

An der demografischen Entwicklung hat sich wenig geändert, wenn Deutschland dank Zuwanderung auch nicht mehr bevölkerungsmäßig schrumpft. Deutschland unterjüngt – oder überaltert – immer noch. Das sind schlechte Aussichten für das Sozialsystem.

Spezielles Problem in Deutschland ist das Anlageverhalten. Anders als Schweizer, Schweden, Dänen und Norweger verweigern sich Deutsche Aktien als Vermögensanlage. Aber nur mit Aktien lässt sich auf Dauer das Vermögen sichern – nicht mit Tagesgeld oder Versicherungen. Denn Versicherungen haben wegen der Regelarien Schwierigkeiten, die versprochenen Zusagen zu erfüllen. Das betrifft eben nicht nur die private Vorsorge, sondern auch die betriebliche.




Wie Probiotika dem Darm helfen

Es lohnt, den Darm pfleglich zu behandeln – eine funktionierende Verdauung fördert unser Wohlbefinden und die Immunabwehr. Mit Probiotika helfen wir ihm bei seiner Arbeit. Was sind Probiotika und wie wirken sie?

Stress schlägt nicht nur auf den Magen, sondern beeinträchtigt auch den Darm – die Milchsäurebakterien mögen Stress gar nicht. Aber genau sie sind es, die schädliche Keime bekämpfen und eine gesunde Darmflora herstellen. In unserem Darm leben Billionen von Bakterien – nicht nur Milchsäurebakterien. Die Mikroorganismen – auch Mikrobiom genannt – helfen uns, das Essen zu verwerten, sie bekämpfen Krankheitserreger und fördern so das Immunsystem. Darüber hinaus produziert die Darmflora das für die Blutgerinnung wichtige Vitamin K. Vitamin K regelt die Blutgerinnung, aktiviert die Knochenbildung und hält unsere Gefäße sauber.

Stress schlecht für die Darmflora

Stress ist schlecht für die Darmflora, aber auch Antibiotika sind es – beides bringt den Darm aus dem Gleichgewicht. Wie dem Darm bei seiner Arbeit helfen? Das Zauberwort heißt Probiotika. Was sind Probiotika und wie helfen sie dem Darm? Die meisten von uns denken bei Probiotika vermutlich an Joghurt – das am meisten verbreiteten „Functional Food“. Auch Kefir oder Buttermilch sind aufgrund ihres Milchsäuregehaltes beliebte Nahrungsmittel, in denen Probiotika in natürlicher Form enthalten sind. Allerdings ist fraglich, ob der viel gepriesenen probiotische Joghurt tatsächlich hilft – oder nicht doch eher nur den Umsatz des Herstellers ankurbeln soll.

Wie Probiotika dem Darm helfen

Wer erinnert sich noch an Ilja Metschnikow? Der russische Bakteriologe ist sozusagen der Vater der Probiotik. 1908 erhielt Metschnikow sogar den Medizinnobelpreis – auch für seine Erkenntnisse zur Probiotik (lat.: pro = für, bios = Leben). Er fand heraus, dass milchsäure-produzierende Bakterienstämme schädliche Bakterien verdrängen können, was sich positiv auf das Immunsystem auswirkt. Wie ist er auf die Idee gekommen? Das lange Leben bulgarischer Hirten hat ihn dazu inspiriert, die regelmäßig Joghurt aßen. Warum sich die Bakterien im Joghurt positiv auf das Immunsystem auswirkt, ist noch nicht vollständig erforscht – nachgewiesen ist allerdings ein die Immunabwehr stabilisierender Effekt über den Darm.

Was Darmbakterien leisten

In der  Ernährungsmedizin spielen Probiotika für den Darm eine wichtige Rolle. Darmbakterien sind unverzichtbar für ein stabiles und gesundes Immunsystem. Milchsäurebakterien – und auch Hefepilze – helfen dem Darm, Krankheitserreger auszubremsen. Probiotika helfen dabei, entzündliche Prozesse zu verringern. Voraussetzung ist, dass die gewünschten Mikroorganismen auch tatsächlich an der richtigen Stelle ankommen. Probiotika sind freilich kein Allheilmittel. Letztlich kommt es auf das Produkt an – und die kontinuierliche und regelmäßige Einnahme, um überhaupt eine Wirkung zu erzielen.

Was steckt hinter Probiotika?

Am bekanntesten unter den Lebensmitteln mit entsprechenden Mikroorganismen, meist Milchsäurebakterien, ist dank werbewirksamer Maßnahmen probiotischer Joghurt. Mittlerweile werden aber auch anderen Produkten probiotische Bakterien zugesetzt, darunter Quark, Speiseeis und Käse. Bis vor wenigen Jahren haben die Hersteller noch vollmundig und plakativ mit Heilsversprechen und gesundheitsfördernder Wirkung geworben. Die EU hat dem einen Riegel vorgeschoben, weil die Hersteller den wissenschaftlichen Nachweis schuldig blieben. Spektakulär klingende Bezeichnungen sollen die Heilsversprechen wettmachen, um sie vom regulären Joghurt abzugrenzen. Faktisch gibt es jedoch lediglich für einige spezifische Aspekte und auch nur sehr wenige konkrete Bakterienstämme einen positiven Nachweis. Also genau hinschauen. Ein normaler Naturjoghurt ist oft besser als angereicherte Produkte.

Wenn der Darm Hilfe braucht

Probiotika können dennoch bei einigen Symptomen und Erkrankungen eine positive Wirkung haben. Das gilt besonders für ältere Menschen nach einer Antibiotika-Erkrankung. Antibiotika schädigen die Darmflora; häufig ist Durchfall die Folge. Probiotika helfen, dass sich gesundheitsfördernde Bakterien wieder ansiedeln können. Auch bei einem Reizdarm sind positive Effekte geläufig.

Eine aktuelle  Studie  an Mäusen zeigt den Nutzen selbst bei Erkrankungen der Leber. Beim Abnehmen sehen Studien einen Zusammenhang zwischen einer gesunden Darmflora und einem Diäterfolg. Probiotische Joghurts sind hier allerdings nicht erfolgreich. Stattdessen ist es sinnvoller, auf therapeutische Probiotika in Tablettenform zu setzen. Die Zusammensetzung der rezeptfreien Produkte ist so, dass die Wirkstoffe auch gezielt dort ankommen, wo sie benötigt werden. Probiotika für eine gute Darmflora  sind geeignet langfristig Verdauungsbeschwerden zu lindern. Eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt in Bezug auf die individuellen Details ist empfehlenswert.




Warum die Kontrolle der Augen im Alter wichtig ist

Je älter wir werden, desto höher ist das Risiko an einem Augenleiden zu erkranken. Viele unterschätzen das. Zwar spüren wir, dass die Sehkraft nachlässt, aber nicht alle reagieren darauf – Erblinden ist manchmal die Folge. Wer das Risiko minimieren will, der sollte spätestens ab dem 40. Lebensjahr regelmäßig zu Kontrolluntersuchungen gehen. Deswegen ist die Kontrolle der Augen im Alter wichtig.

Sehkraft nimmt im Alter ab

Mit zunehmendem Alter sind es insbesondere drei Erkrankungen, die innerhalb der Bevölkerung weit verbreitet sind, darunter der der Graue sowie der Grüne Star. Allein in Deutschland leiden etwa zehn Millionen Menschen unter dem Grauen Star. Was ist der Graue Star? Das ist eine Erkrankung, die die Linse des Auges direkt betrifft. Aufgrund einer zunehmenden Trübung der Linse nimmt die Sehschärfe ab. Sinkt die Sehschärfe unter einen Wert von 50 bis 60 Prozent, empfehlen Ärzte in der Regel eine Operation. Während dieses Eingriffs wird die Linse entfernt und durch eine künstliche Augenlinse ersetzt.

Kontrolle der Augen im Alter wichtig

Während der Graue Star einfach zu behandeln ist, können die Folgen eines zu spät diagnostizierten Grünen Stars deutlich gravierender sein. Beim Grünen Star trägt ein hoher Augeninnendruck dazu bei, dass der Sehnerv geschädigt wird. Eine derartige Schädigung des Sehnervs lässt sich nicht wieder rückgängig machen. Allerdings ist es möglich, das Voranschreiten der Erkrankungen zu stoppen, sofern der Grüne Star erkannt wird. Deshalb ist es wichtig, sich rechtzeitig mit ausführlichen Informationen rund um das Thema zu versorgen und sich regelmäßig vom Augenarzt kontrollieren zu lassen. Wir Ältern können vieles – nur nicht uns gehen lassen, wozu auch die regelmäßige ärztliche Kontrolle gehört.

Eine weitere und weit verbreitete Erkrankung ist die Alterskorrelierte Makuladegeneration, kurz AMD genannt. Durch ein zunehmendes Absterben der Sinneszellen innerhalb der Netzhaut nimmt die Sehkraft stetig ab. Erste Hinweise auf eine Erkrankung können Betroffene meist selbst wahrnehmen. Erscheinen Linien verzerrt oder können Buchstaben nur verschwommen wahrgenommen werden, ist dies in der Regel ein Hinweis auf eine voranschreitende AMD. Treten etwaige Sehstörungen auf, dann ist es ratsam, möglichst bald zum Arzt zu gehen, da die AMD nur im frühen Stadium behandelt werden kann.

Wie Augenleiden erkennen?

Um Augenleiden frühzeitig erkennen zu können, ist es unabdingbar, regelmäßig zum Augenarzt zu gehen. Er kann dank unterschiedlicher Tests Schwächungen der Sehkraft sowie mögliche Erkrankungen frühzeitig diagnostizieren – einer davon ist der Gesichtsfeldtest, eine Möglichkeit zur Erkennungen von Sehschwächen. Der Augenarzt untersucht, ob der Patient kleine Objekte sowie Lichtpunkte wahrnehmen kann. Anhand der Resultate ist der Arzt in der Lage, eine Karte des noch bestehenden Gesichtsfeldes zu erstellen.

Wer bis ins Rentenalter gesund bleiben will, muss Risiko- und Schutzfaktoren ausbalancieren. Dabei ist „Gesundheit kein Zustand, sondern ein Prozess“, wozu eben auch die regelmäßige ärztliche Kontrolle gehört.

 

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Warum Nostalgie gut fürs Gedächtnis ist

Im Alter fit bleiben? Kein Problem. Ruhestands-Coach Wolfgang Schiele hat die Erfolgsformel ausgegeben: (körperliches) Training + soziale Kontakte + neue Eindrücke = besseres Gedächtnis. Aber auch das genaue Gegenteil von neuen Eindrücken hilft, sprich Nostalgie.

Nun hat das „bittersüße Schwelgen“ ja einen eher zweifelhaften Ruf in unserer schnelllebigen und vorwärtsorientierten Welt. Zur Nostalgie neigende Menschen werden als realitätsfremd belächelt und zuweilen für ihren stereotypen Erkennungsspruch „Früher war alles besser“ von den Jüngeren verhöhnt. Man solle „im Hier und Jetzt“ leben, heißt es von allen Seiten. Die Wahrheit ist aber: Nostalgie ist keinesfalls etwas Schlechtes, sondern kann unsere Stimmung und sogar unser Gedächtnis verbessern.

Natürlicher Abwehrmechanismus

Aber zuerst die Frage: Was ist Nostalgie überhaupt? Sozialanthropologen definieren sie gern als eine „lebhaft-sentimentale Sehnsucht nach dem Vergangenen“. Wissenschaftler sind sich aber inzwischen einig, dass hinter dem Begriff nicht nur ein vages Konzept steht, sondern ein realer Abwehrmechanismus unseres Gehirns, der unser seelisches Wohlbefinden regulieren soll. So ist es auch kein Wunder, dass wir vor allem immer dann nostalgisch werden, wenn wir uns in einer Krise befinden, uns einsam fühlen oder dem Ende eines bisherigen Lebensabschnitts nachtrauern.

Nostalgie gezielt einsetzen

Nun ist es aber auch möglich, diese automatisierte Reaktion unseres Gehirns gezielt einzusetzen, um unser Gedächtnis nachhaltig zu trainieren. Dafür müssen wir uns jedoch keineswegs an unsere letzte Scheidung zurückerinnern oder absichtlich mit dem kleinen Zeh gegen ein Tischbein rennen. Stattdessen nutzen wir die typischen Katalysatoren der Nostalgie: alte Erinnerungsstücke, Filmklassiker sowie bestimmte Düfte wirken besonders gut. Da die meisten nostalgischen Erinnerungen zudem beziehungsorientiert sind, kann es helfen, sich mit Verwandten und Freunden zusammenzusetzen und gemeinsam Familienfotos durchzublättern – wieder ein gutes Argument für die oft belächelte, aber überhaupt nicht altmodische Leidenschaft, Fotoalben zu jedem noch so kleinen Lebensereignis zu erstellen.

Fleetwood Mac gut fürs Erinnern

Auch wenn heutige Fleetwood-Mac-Konzerte oder ein Irish Folk Festival das Feeling der 70er nicht mehr wirklich aufleben lassen können, ist Musik doch ein weiterer nachweislicher Faktor, der lebhafte Erinnerungen begünstigt. Ein so guter sogar, dass selbst Alzheimer-Patienten, wenn sonst gar nichts mehr geht, zumindest noch ihre Lieblings-Oldies wiedererkennen und mitsingen können. Nostalgie wird in vielen Seniorenheimen sogar gezielt als Mittel gegen das Vergessen eingesetzt. So fremdeln viele Demenzkranke zwar mit der Gegenwart, fühlen sich beim Ausflug zum Trödelmarkt oder in einem Zimmer mit Schwarz-Weiß-Fotos aus ihrer Kindheit aber wie zu Hause.

Flanieren in die Vergangenheit

Das „Memory-Lane“-Projekt in einer Pension im englischen Winterbourne geht mit besonders gutem Beispiel voran. Dort hat man nämlich eine gesamte „Straße der Erinnerungen“ mit alten Fassaden, originalgetreuen Möbeln und benutzbaren Gebrauchsgegenständen wie Wählscheibentelefonen und antiken Standbriefkästen eingerichtet. Eine Promenade durch diese Kulisse soll nicht nur Gefühle von Verwirrung und Angst verringern, sondern auch das Langzeitgedächtnis auf Trab halten.

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