Rente für den Staat: Jeder zweite zahlt Steuern

Finanzen

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Annähernd die Hälfte der 21 Millionen Rentner wird zur Kasse gebeten: Der Fiskus kassiert Milliarden, denn Rentenerhöhungen kurbeln die Steuerlast an.

Rente wird zum Steuermodell des Staates

Die gesetzliche Rente sollte den Lebensabend absichern. Doch für immer mehr Ruheständler wird sie zur Einnahmequelle des Staates. 2025 flossen laut Bundesfinanzministerium rund 63 Milliarden Euro an Einkommensteuer aus Renteneinkünften in die Staatskasse. Fast drei Viertel aller Rentenleistungen gelten inzwischen als steuerpflichtig. Von der Brutto-Rente bleibt immer weniger netto übrig.

Rentenerhöhung zu 100 % besteuert

Besonders ärgerlich: Rentenerhöhungen bedeuten für viele Rentner nicht automatisch mehr Kaufkraft. Weil der persönliche Rentenfreibetrag eingefroren bleibt, wächst mit jeder Rentenanpassung der steuerpflichtige Anteil der Rente. Wer bislang keine Steuern zahlen musste, kann durch eine Rentenerhöhung plötzlich steuerpflichtig werden. Das heißt, jede Rentenerhöhung wird zu 100 Prozent besteuert.

Knapp die Hälfte der Rentner zahlt Steuern

Zwar zahlt nicht jeder Rentner tatsächlich Einkommensteuer. Dennoch werden 2026 voraussichtlich rund 9,6 Millionen Rentner als steuerbelastet eingestuft. Damit trifft die Rentenbesteuerung inzwischen nahezu jeden zweiten Ruheständler.

Immer mehr Geld landet beim Fiskus

Die Politik rechtfertigt die Entwicklung mit der seit 2005 laufenden Umstellung auf die nachgelagerte Besteuerung. Faktisch erleben viele Senioren jedoch, dass von jeder Rentenerhöhung ein wachsender Teil beim Finanzamt landet. Während die Renten nominal steigen, greift der Staat immer tiefer zu.

Der Grundfreibetrag, der eine Art Existenzminimum darstellt, ist zwar Anfang 2026 auf 12. 348 Euro (24.696 Euro für Verheiratete) angehoben worden, trotzdem müssen immer mehr Rentnerinnen und Rentner Steuern zahlen.  Es werden 204. 000 Ruheständler neu als Steuerzahler hinzukommen, weil sie von Juli an 4,24 Prozent mehr Rente erhalten. Bei ihnen passiert das, worauf die Rentenversicherung alle Rentenempfänger hinweist: „Auch wenn Sie zu Rentenbeginn noch keine Steuern zahlen, kann sich dies im Laufe des weiteren Rentenbezugs ändern.“ Mit dem Aufschlag von 4,24 Prozent ist die gesetzliche Rente zum vierten Mal innerhalb von fünf Jahren seit 2022 um mehr als vier Prozent gestiegen.

Für viele Ruheständler stellt sich deshalb eine grundsätzliche Frage: Dient die Rentenanpassung noch der Sicherung des Lebensstandards oder vor allem der Sanierung der Staatsfinanzen? Die Antwort fällt angesichts von 63 Milliarden Euro Steuereinnahmen aus Renten immer schwerer.

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Helmut Achatz

Macher von vorunruhestand.de

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