Wie Banken & Sparkassen Kunden abzocken

Finanzen

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Der Leitzins ist bei 2,4 Prozent, für Tagesgeld gibt’s ein halbes Prozent und die Gebühren sind gestiegen – so zocken Banken und Sparkassen ihre Kunden ab.

Als die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins senkte, waren die Banken und Sparkassen schnell bei der Hand und senkten die Habenzinsen, sprich die Zinsen für Einlagen der Kunden, ebenfalls ganz flott. Jetzt, da die EZB die Leitzinsen langsam wieder erhöht, gibt es immer noch Banken und Sparkassen, die ihre Kunden am ausgestreckten Arm verhungern lassen und die Zinsen bei deutlich unter einem Prozent belassen.

Leitzins EZB

Leitzins EZB

Beispiel gefällig? Die Sparkasse Bottrop ist so ein Fall. Für Tagesgeld gibt es „0,50“ Prozent Zinsen – und um die Kunden ordentlich zu verhöhnen, steht gleich daneben: „Machen Sie mehr aus Ihrem Geld.“ Klingt schon komisch.

Magerzinsen bei Sparkassen

Banken und Sparkassen sitzen auf Billionen – und bekommen dafür von der EZB ordentlich Zinsen. Davon sehen die Kunden aber meist nichts, wie das Vergleichsportal Verivox ermittelt hat. „Nur jede sechste Bank hat die jüngste Leitzinserhöhung durch die Europäische Zentralbank (EZB) zumindest teilweise an ihre Tagesgeldanleger weitergegeben; von insgesamt 823 ausgewerteten Banken und Sparkassen in der Verivox-Auswertung haben 138 seit der letzten EZB-Sitzung am 11. Juni ihre Tagesgeldzinsen erhöht.“

Bei den regionalen Geldhäusern müssen sich laut Verivox Tagesgeldanleger im Schnitt mit wesentlich niedrigeren Zinsen begnügen: „Die Sparkassen zahlen durchschnittlich 0,41 Prozent aufs Tagesgeld.“ Sie haben nach dem jüngsten Zinsschritt der EZB ihre Durchschnittszinsen nur minimal angehoben. „Im Schnitt bieten die überregionalen Banken rund dreimal so hohe Tagesgeldzinsen wie die örtlichen Sparkassen und Volksbanken“, so Verivox.

Zinsen auf Tagesgeld

Dabei geht es auch anders: Neobanken bieten deutlich höhere Tagesgeldzinsen – in der Spitze bis zu 4 Prozent. Allerdings gilt das nur für Neukunden und auch nur für wenige Monate. Im Anschluss geht’s dann wieder deutlich runter. Leider verlangen Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken auch deutlich höhere Gebühren. Der Kunde muss dem nicht tatenlos zusehen, denn er hat die Wahl zwischen teuren und kostenlosen Girokonten: Bundesweit gibt es immer noch kostenlose Girokonten, bei denen Girocard und Überweisungen nichts kosten und auch keine monatliche Grundgebühr in Rechnung gestellt wird, ohne dafür eine Bedingung zu stellen.

 

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Helmut Achatz

Macher von vorunruhestand.de

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