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Sollen Staatsdiener in die gesetzliche Kasse einzahlen? Ein Wirtschaftsweiser warnt vor einem Zwei-Klassen-Gesundheitssystem und verlangt Reformen.
Das deutsche Gesundheitssystem steht vor massiven finanziellen Herausforderungen, während die Beiträge für gesetzlich Versicherte immer weiter steigen. Nun kurbelt ein Vorstoß aus den Reihen der Wirtschaftsweisen die Diskussionen um das Zwei-Klassen-Gesundheitssystem wieder an: Der Ökonom Achim Truger fordert eine radikale Kehrtwende und will Beamte verpflichtend in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) einbeziehen.
Keine Sonderrolle für Staatsdiener?
Bislang sind Beamte in der Regel privat versichert und erhalten von ihrem Dienstherrn eine Beihilfe zu den Krankheitskosten. Laut Truger ist dieses Heraushalten von Gutverdienern aus der gesetzlichen Solidargemeinschaft „völlig falsch“. Durch ihre stabilen und vergleichsweise hohen Einkommen könnten Beamte die notorisch klamme Kassenlage der GKV spürbar entlasten.
Ohne eine solche Strukturreform drohe das System langfristig in ein ungerechtes „Klassensystem“ abzugleiten. Zudem stellt der Ökonom grundsätzlich infrage, ob die Verbeamtung in bestimmten Berufsfeldern – wie etwa bei Lehrern oder Universitätsprofessoren – überhaupt noch zeitgemäß und notwendig ist.
Ungerechte gegenüber Beitragszahlern
Ein weiterer Kritikpunkt des Wirtschaftsweisen betrifft die unfaire Lastenverteilung im aktuellen System. Er bemängelt, dass sich der Bund bei den Gesundheitskosten für Bürgergeldempfänger einen „schlanken Fuß“ mache. Die tatsächlichen Kosten für deren Versorgung belaufen sich auf schätzungsweise zwölf Milliarden Euro im Jahr, werden jedoch nur zu einem Bruchteil aus Steuermitteln des Bundeshaushalts bezahlt.
Die enorme Differenz müssen aktuell allein die Beitragszahler der gesetzlichen Krankenkassen auffangen. Privatversicherte – und damit auch der Großteil der Beamten – beteiligen sich an dieser milliardenschweren Finanzierung der Allgemeinheit überhaupt nicht.
Krankenversicherung muss bezahlbar bleiben
Ein Einbeziehen von Beamten in die GKV könnte die gesetzlichen Beiträge langfristig stabilisieren, würde jedoch das gewohnte Versorgungssystem von Millionen Staatsdienern grundlegend verändern. Ob sich die Politik an dieses heiße Eisen herantraut, bleibt abzuwarten – die Debatte um die Bürgerversicherung ist damit jedoch pünktlich wieder entfacht.
Was denken Sie? Sollten Beamte in die gesetzliche Krankenversicherung einzahlen, um das System fair zu entlasten? Diskutieren Sie mit uns in den Kommentaren!
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