Last Updated on 3. Oktober 2020 by Helmut Achatz

Das Rentengefälle zwischen dem Saarland und Thüringen ist mit durchschnittlich 253 Euro besonders groß. Insgesamt sind die Renten auch nach 30 Jahren Wiedervereinigung im Osten deutlich niedriger, ausgenommen Ost-Berlin. So sieht die Rentenstatistik in Deutschland aus.

Die Deutsche Rentenversicherung hat ihren Rentenatlas 2020 veröffentlicht – und der enthalt spannende Statistiken. So hat sich die Rentenbezugsdauer der Frauen von 1966 bis heute annähernd auf 21, Jahre verdoppelt. Männer hingegen beziehen ihre Rente im Schnitt nur 18,2 Jahre. Kehrseite der Medaille: Wir können immer später in Rente gehen – im Schnitt erst mit 64,5 (Frauen) und 64,0 (Männer).

Gefälle in Deutschland

Der vor kurzem erschienene Rentenatlas weist erstaunliche Zahlen aus. So bekommen der Deutschen Rentenversicherung zufolge Saarländer mit 1545 Euro durchschnittlich die höchste Rente in Deutschland ausbezahlt, gefolgt von Nordrhein-Westfalen mit 1522 Euro. Schlusslicht sind die Thüringer mit im Schnitt 1292 Euro. Die niedrigsten Renten bekommen Niedersächsinnen mit nur 1134 Euro. Der Abstand zwischen Männern und Frauen ist enorm.

Männer und Frauen – große Unterschiede

Das ist, wohlgemerkt, ein Durchschnitt. Der Unterschied zwischen Männer und Frauen ist immer noch gewaltig. Männer bekommen im Schnitt annähernd 1570 Euro netto vor Steuern, Frauen lediglich 1173 Euro. Wobei der größte Unterschied gerade in Nordrhein-Westfalen existiert – mit 503 Euro. Das alles ist im Rentenatlas der Deutschen Rentenversicherung nachzulesen.

Interessant – in den vergangenen Jahren ist das durchschnittliche Alter, in dem Altersrenten erstmalig in Anspruch genommen wurden, deutlich auf mittlerweile 64 Jahre gestiegen. 1997 beispielsweise gingen Männer bereits mit 62 Jahren in Rente.

Grund für den Anstieg des Renteneintrittsalters ist unter anderem das Auslaufen von zwei vorgezogenen Altersrentenarten. Die vorgezogenen Altersrentenarten konnten in der Vergangenheit teilweise schon mit 60 Jahren in Anspruch genommen werden, wie bei der Altersrente für Frauen oder bei der Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeitarbeit.

Rentenbezugsdauer gestiegen

Trotzdem erhöht sich die Rentenbezugsdauer, weil wir alle immer älter werden. Seit den 60er Jahren hat sie sich annähernd verdoppelt. Männer dürfen noch 18,2 Jahren erwarten, Frauen 21,7 Jahre.

Mehr als 1,75 Millionen Renten gehen ins Ausland. Das ist in etwa jede 14. Rente – annähernd drei Viertel davon in Länder der Europäischen Union (EU). Die größte Gruppe unter ihnen sind laut Rentenversicherung Italiener (rund 367 000 Rentenempfängerinnen und -empfänger), gefolgt von den Nachfolgestaaten des früheren Jugoslawien, Spanien, Griechenland und Österreich.

Neben diesen Daten bietet der Rentenatlas noch weit mehr interessanter Fakten. Es lohnt sich also, einmal durchzublättern.

 

Rentenniveau sinkt seit Jahrzehnten

JahrSicherungsniveau vor Steuern
198057.6
199055
200052.9
200152.6
200252.9
200353.3
200453
200552.6
200652.2
200751.3
200850.5
200952
201051.6
201150.1
201249.4
201348.9
201448.1
201547.7
201648.1
201748.2
201848.1
201948,1*
202048,0**
202148
202248
202348
202448
202548
*geschätzt
**Haltelinie
Quelle: Deutsche Rentenversicherung

Posted by Helmut Achatz

Vorruheständler, Journalist, Börsianer, Vorstand VHS Olching, Wirtschaftsingenieur,

3 Comments

  1. Erwin Tischler 9. Oktober 2020 at 9:50

    Es würde vor allem der Zufriedenheit der ostdeutschen Mitbürger zugute kommen und das Zusammenwachsen von Ost und West fördern. Vielleicht sollte sich mal der wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages damit beschäftigen. Ich werde diese Frage mal an unseren Bundestagsabgeordneten Dr. Matthias Middelberg von der CDU herantragen.

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  2. Helmut Achatz 4. Oktober 2020 at 20:50

    Lieber Erwin,
    das ist richtig. Die Lebenswirklichkeiten in Ost- und Westdeutschland der Generation, die jetzt in Rente geht oder schon gegangen ist, sieht ganz anders aus. Ich kenne keine Statistik, aber das will nichts heißen. Vielleicht weiß jemand aus der Runde mehr.

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  3. Erwin Tischler 3. Oktober 2020 at 11:05

    Lieber Helmut, was oft vergessen wird: Das westdeutsche Rentnerpaar bezieht überwiegend nur 1 Rente, weil die Ehefrau sich im Westen um Familie und Kinder gekümmert hat, während der Ehemann oftmals der Alleinverdiener war.
    Im Osten mussten aber alle Frauen arbeiten und die Kinder kamen in die staatlichen Kinderkrippen, so dass ein Rentnerehepaar überwiegend 2 Renten beziehen müsste. Daraus folgere ich, dass das ostdeutsche Rentnerpaar trotz niedrigerer Rente im Osten oftmals mehr Rente zur Verfügung hat als das westdeutsche Rentnerpaar. Kann man das belegen? Gibt es Statistiken darüber?

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