Für Rentner gehört das eigene Fahrzeug einfach zum Alltag – als Garantie für Mobilität. Wer als Rentner sparen muss, setzt am besten beim Auto an. Warum nicht bei der Reparatur sparen und selbst reparieren. Was geht und was nicht?

In der Stadt ist ein Auto vielleicht nicht unbedingt notwendig, aber auf dem Land. Wer mobil sein will kommt ohne kaum aus. Wer nur eine kleine Rente hat, für den wird ein Auto allerdings wegen hoher Spritpreise, Versicherungs- und Reparaturkosten fast schon zum Luxus – eine Zwickmühle. Wie lässt sich dieser Zwiespalt auflösen? Wie wäre es denn mit Selbermachen? Damit lässt sich Geld sparen.

Reparieren leicht gemacht

Der Luftfilter setzt sich zu, der Auspuff rostet, der Ölwechsel steht an und die Reifen sind abgefahren. Wer nur ein bisschen handwerkliches Geschick hat, kann das mit ein wenig Erfahrung und mit dem passenden Werkzeug leicht selbst reparieren und die defekten Teile gegen neue auswechseln. Das spart Geld.

Ölwechsel für kleines Geld

Eine der wichtigsten Wartungsarbeiten, die sich für kleines Geld auch problemlos selbst machen lassen, ist der Ölwechsel – fällig in der Regel alle 15 000 Kilometer oder einmal im Jahr. Dafür braucht es eigentlich nur eine Hebebühne oder eine Auffahrhilfe, so dass der Do-it-your-selfer den Ölfilter und die Ölablassschraube leichter entfernen und den Auffangbehälter für das Altöl platzieren kann. Vorher sollte noch der Deckel am Öleinfüllstutzen, durch den das neue Öl später eingefüllt wird, abgeschraubt werden. So fließt das alte Öl – am besten betriebswarm (Vorsicht vor Verbrennungen!) – besser ab. Nach dem Aufbocken des Fahrzeuges Ölablassschraube lösen und das Altöl in einem geeigneten Behälterauffangen. Nach dem Ablassen, die Schraube wieder fest verschließen, den neue Ölfilter einsetzen und schon kann das neue Öl eingefüllt werden. Das Altöl kann bei dem Händler, bei dem das neue Motoröl gekauft wurde, auch wieder zurückgegeben werden.

Luftfilterwechsel schnell erledigt

Ein weiteres Verschleißteil am Auto, das immer wieder in regelmäßigen Abständen gewechselt werden muss, ist der Luftfilter. Der sitzt im Luftfilterkasten und ist somit bei den meisten Autos gut zu erreichen. Für einen Luftfilterwechsel reicht meist handelsübliches Werkzeug. Das meist mit vielen Falten versehene, spezielle Filterpapier muss von Zeit zu Zeit ausgetauscht werden. Dabei sollte auch gleich der Luftfilterkasten mit gereinigt werden, denn darin setzt sich öfter mal Schmutz ab. Meist ist der je nach Modell zwischen 20 und 100 Euro teure Luftfilter in weniger als 20 Minuten auch von Laien zu wechseln. Der Autobesitzer spart sich das Geld für den Werkstattbesuch.

Auspuffwechsel kein Problem

Einfacher wird es beim Auspuffwechsel. Auch beim Wechsel vom Endschalldämpfer lässt sich bares Geld sparen. Das Fahrzeug muss nur rückwärts auf zwei Auffahrrampen gefahren werden, die Schelle zwischen dem Mittelschalldämpfer und dem Endschalldämpfer (Vorsicht – heiß!) wird gelöst und schon kann der alte Auspuff samt Aufhängungsgummis abgezogen werden. Dann neue Gummis am neuen Auspuff montieren, alles wieder einfädeln und die Halterungsschelle wieder fest anziehen.

Reifenwechsel als Standard-Spar-Modell

Wer richtig Geld sparen will oder muss, lagert seine Reifen am besten in der eigenen Garage – hängend oder auf einem sogenannten Reifenbaum, denn die Werkstatt verlangt natürlich Geld fürs Einlagern von Reifen. Mit ein bisschen Hilfe ist auch der Wechsel kein Problem. Dafür braucht es einen Wagenheber: Fahrzeug aufbocken, Radbolzen oder -muttern lösen, alte Reifen samt Felgen abbauen und Saisonreifen aufziehen. Wichtig ist, dass die Reifen ab und an zum Auswuchten gebracht werden. Wer selbst nicht mehr ganz so fit ist, lässt sich von den erwachsenen Kindern oder Enkel helfen.

Batteriewechsel – Job für Sparfüchse

Auch moderne Autobatterien halten nicht ewig – nach fünf bis sieben Jahren muss eine neue Starterbatterie her. Für einen Wechsel muss das Fahrzeug zunächst abgestellt werden und alle Verbraucher am Auto sollten abgeschaltet sein. Dann zuerst das schwarze Kabel am Minuspol entfernen, in einem zweiten Schritt das rote Kabel am Pluspol. Sind beide Kabel abmontiert, so kann die Halterung der Batterie an der Karosserie abgeschraubt werden und der alte Akku wird aus dem Auto herausgehoben. Nach dem Einsetzen und Festschrauben der neuen Autobatterie wird das rote Kabel am Pluspol zuerst befestigt, ehe dann das schwarze Kabel am Minuspol folgt.  Wer Korrosion an den Batterie-Polen verhindern will, reibt diese vorher noch mit säurefreiem Fett ein.

Auch Arbeiten wie der Glühbirnenwechsel oder der Wechsel der Wischerblätter müssen nicht in einer teuren Werkstatt erfolgen. Mit ein wenig handwerklichem Geschick, dem passenden Werkzeug und etwas Erfahrung schaffen das viele auch selbst.

Posted by Helmut Achatz

Vorruheständler, Journalist, Börsianer, Vorstand VHS Olching, Wirtschaftsingenieur,

2 Comments

  1. Die Zeit wo man am Auto viel selbst machen kann ist vorbei. Das ist offensichtlich von den Werkstätten so gewollt. Früher habe ich die Zündkerzen regelmäßig selbst gewechselt. Das kann ich jetzt nicht mehr weil ich einen speziellen Schlüssel für die Motorabdeckung haben muß. Sicher kann man immer noch viel Geld sparen wenn man den Ölwechsel selbst macht. Natürlich sollte man sich als Rentner auch Zeit lassen sein Fahrzeug selbst zu reinigen. Nach Einführung des Mindestlohnes in Deutschland ist die Fahrzeugreinigung aus Profihand alles andere als billig. Ich wohne zum .Glück in Malta wo der Mindestlohn etwas über € 4,- pro Std. beträgt. Da bekommt man auch noch eine Komplett Fahrzeugreinigung für € 10,-. Auch der Ölwechsel ist hier mit € 28,- nur halb so teuer wie in Deutschland. Ich muß Herrn Tischler unbedingt beipflichten daß Qualitätsartikel einer Fachwerkstatt auf Dauer unbedingt kostengünstiger sind als Billigartikel einer Servicekette. Wer als Rentner etwas für sein Auto tuen will sollte es auf jeden Fall regelmäßig gründlich reinigen und auf Rostbefall achten. Wer sein Auto über einen längeren Zeitraum behalten möchte sollte einen Rostschutz anbringen lassen. Was den Rostschutz betrifft kann man durchaus Nacharbeiten ausführen. Trotzdem sollte man alle 5 Jahre den Rostschutz durch einen Fachbetrieb überprüfen lassen. Was den Geiz der Rentner betrifft so möchte ich anmerken daß man mit der Rente einfach weniger finanzielle Mittel zur Verfügung hat als wie der Werktätige Bürger. Dafür hat man aber mehr Zeit und die sollte man zu seinem Vorteil nutzen.

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  2. Erwin Tischler 20. März 2019 at 16:55

    Helmut Achatz, hier bin ich ausnahmsweise mal anderer Meinung. Das Auto gehört in einer Fachwerkstatt. Z.B. habe ich beim Räderwechsel nichts von Anziehdremoment und Drehmomentschlüssel gelesen. Das ist sehr wichtig und muß sowohl bei der Erstmontage als auch nach 50 km Laufstrecke gemacht werden. Oder die Bremsen: Da sollen nur Fachleute ran. Was die Abgasanlage angeht, wird häufig am falschen Ende gespart, z. B. wird ein einer „Servicekette“ ein Endschalldämpfer für 90,– Euro eingebaut, der nach 3 Jahren verrostet ist. Ab Werk oder beim Fabrikatshändler wird aber ein Edelstahl-Endschalldämpfer eingebaut für 198,– Euro, der hält aber 10 Jahre! Was war nun günstiger! – Insbesondere uns Älteren, die sowieso mit zunehmendem Alter immer sparsamer ( oder geiziger? ) werden, kann ich nur raten, an sicherheitsrelevanten Produkten und deren Service nicht zu sparen! Das letzte Hemd hat keine Taschen…

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