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“Leben muss rückwärts verstanden, aber vorwärts gelebt werden”, sagt der dänische Philosoph Søren Kierkegaard. Also, entspannt zurücklehnen oder noch mal etwas Neues anpacken? Wer weiß, vielleicht liegt das Beste noch vor uns.

Glücklicherweise erinnern wir uns eher an die positiven Erlebnisse als an die negativen – die Wechseljahre sind überstanden, die Midlife-Krise durchlebt. Beim Blättern der Fotoalben ergötzen wir uns an Szenen mit unseren Kindern. Irgendwann kommen wir aber an den Punkt, an dem wir uns fragen, wie die zweite Hälfte des Lebens verlaufen wird. Was wartet noch auf uns? Jetzt einfach entspannt zurücklehnen oder noch mal etwas Neues anpacken? Wir können aus einem reichen Erfahrungsschatz schöpfen – warum ihn nicht nutzen?

Warum gerade jetzt?

Keiner treibt uns mehr an, außer wir uns selbst. Wir müssen nicht mehr konkurrieren, wir müssen uns nicht mehr beweisen, sondern können uns auf das konzentrieren, was uns Spaß macht. Meist stellt sich erst jetzt eine innere Gelassenheit ein, die einem bei neuen Zielen hilfreich zur Seite stehen kann. So verwundert es nicht, dass bei einer so bedeutenden Ehrung wie der Vergabe des Nobelpreises, die Preisträger im Durchschnitt 58 Jahre alt sind und laut einer Statistik des „Spiegel“ sogar immer älter werden. Bis zum Jahr 2013 befand sich unter den 839 Nobelpreisträgern lediglich eine einzige Person, die unter 30 Jahre alt war. Um demnach mit wissenschaftlichen Erkenntnissen auf sich aufmerksam machen zu können, sind wohl etliche Jahre intensiver Forschungsarbeit notwendig.

Übrigens gilt das nicht nur für Nobel-Preisträger – eine Studie, in der 236 Preisträger aus ganz verschiedenen prestigeträchtigen Bereichen miteinander verglichen wurden, zeigt, dass 33 der Gewinner bereits über 50 Jahre alt waren. Diese Analyse, die vom Online-Casino Betway erstellt wurde, verdeutlicht, dass ein durchschnittlicher Siegertyp mindestens 13 Jahre in seinem Metier tätig ist, bevor er einen Sieg erlangt. Ein Beweis dafür, dass es im Normalfall ein bestimmtes Maß an Lebenserfahrung braucht, um in seinem Berufsfeld zum Experten zu werden und entsprechend ausgezeichnet zu werden. Es muss ja nicht gleich der Nobelpreis sein.

Die Zeit ist reif für… ein Buch!

Viele von uns träumen ein Leben lang davon, einen eigenen Roman zu verfassen. Warum noch länger davon träumen? Wir haben doch endlich Zeit dafür. Als wir noch von neun bis fünf eingespannt waren, fehlten uns Zeit und Energie für ein solches Projekt – aber jetzt, warum nicht das Versäumte nachholen? Im Vorruhestand gibt es keine Ausreden mehr. Wir haben einen kostbaren Erfahrungsschatz angesammelt – Material genug für ein Buch. Die Autorin Ingrid Noll zeigt, wie es geht. Mit Mitte 50 veröffentlichte sie 1991 ihren allerersten Roman „Der Hahn ist tot“, der sich gleich über eine Million Mal verkaufte. Bis heute hat sie insgesamt 14 Kriminalromane veröffentlicht. Sie ist damit eine der erfolgreichsten deutschen Schriftstellerinnen im Krimi-Genre. Einige ihrer Werke wurden sogar verfilmt, von denen „Die Apothekerin“ mit Katja Riemann in der Hauptrolle sicherlich am bekanntesten und bei buecher.de daher auch als DVD erhältlich ist. Ingrid Noll darf sich zudem über besondere Ehrungen in Form des Friedrich-Glauser-Preis (1994) und der Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg (2002) freuen.

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Statt der Schreibmaschine steht bei den meisten heute ein Laptop

Nicht jeder ist ein Krimi-Autor, aber wie wäre es denn mit einem Sachbuch oder einem Reiseroman? Wer zu Beginn noch eine Anleitung für das kreative Schreiben braucht, schaut am besten bei Autorendock vorbei und bucht ein Seminar von erfolgreichen Schriftstellern.

Sportliche Lorbeeren einsammeln

Keine Zeit zum Schreiben, Malen oder Musizieren? Wie wäre es denn mit Sport? Mit 92 Jahren können wir uns bejubeln lassen, Rekorde aufstellen und sich sogar einen Namen als älteste Frau der Welt, die einen Marathon absolviert hat. 2015 ist eine Amerikanerin knapp siebeneinhalb Stunden gelaufen, um die 42,2 Kilometer zurückzulegen. Der älteste männliche Teilnehmer eines Marathons zählte sogar schon über hundert Lebensjahre.

Warum das Beste noch vor uns liegt

Es muss ja nicht unbedingt die Jagd nach Rekorden sein – ein bewegungsreicher Lebensrhythmus lohnt sich. Sportlich aktive 60-jährige sind vergleichsweise so fit sein wie Untrainierte in ihren 40ern. Ein regelmäßiges Training in den Alltag einzubinden, kann dazu beitragen, die eigene Stimmung aufzuhellen, den altersbedingten Rückgang von Muskelmasse zu verlangsamen und vor allem das Herz zu stärken.

Warum denn nicht ein Hobby wie Golfen mit einem Urlaub an malerisch schönen Orten verbinden? Bernhard Langer tritt auch noch mit 60 Jahren bei Golfturnieren an und kann nahezu unangefochten jedes Jahr innerhalb der PGA Champions Tour, zu der professionelle Golfer über 50 antreten, den Gesamtsieg für sich entscheiden. Seit 2007 hat Langer in dieser Liga 37 Turniere gewonnen und Preisgelder in einem Gesamtwert von 25 Millionen Dollar erspielen können. Es ist also nie zu spät dafür, in seinem Leben einen echten großen Erfolg zu erzielen – gehen wir’s an!

Posted by Helmut Achatz

Vorruheständler, Journalist, Börsianer, Vorstand VHS Olching, Wirtschaftsingenieur,

4 Comments

  1. Genau das können viele nicht sehen, nämlich neugierig gespannt nach vorne schauen, sondern lieber jammernd nach hinten. Ich bin jetzt und hier ein dankbarer glücklicher Mensch, geprägt durch diverse Schicksalsschläge und dennoch glücklich, jetzt und hier ein Leben leben zu können wie ich es mir vorstelle, wie ich es dankbar täglich geniesse. Auch meine GESUNDHEIT rührt zum großen Teil daher, daß ich mich erst gar nicht mit Krankheiten und Zipperchen beschäftige, sondern jeden Tag erfreut darüber bin, wie gesund ich bin!! Und meine Herausforderungen, nämlich noch zum Teil beruflich unterwegs sein zu können, nehme ich auch mit Begeisterung
    an und werde nach wie vor „trotz meines Alters“ haha) sehr ernst genommen:))) Wie alt ich bin? Eine Lady von knapp 70 Jährchen.))

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    1. Bravo! Weiter so!

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  2. Schreiben ist etwas Wunderbares. Ich schreibe kleine „Opüsschen “ ( für ein großes Opus fehlt noch der lange Atem) und lese meine Geschichten, die ca. eine Stunde füllen gerne einem geneigten Publikum vor ( mit schauspielerischem Talent). Es ist eine Freude für mich und meine Zuhörer ( hoffentlich).

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    1. Finde ich toll

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