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2019 steigen die Sozialbeiträge für Rente, Krankenkasse und Arbeitslosenversicherung – sie steigen, weil die Beitragsbemessungsgrenze vom Staat angehoben wird. Besserverdiener zahlen spürbar mehr. Das ist natürlich auch eine Methode an mehr Geld zu kommen, ohne die Beitragssätze selbst zu erhöhen.

Gutverdiener werden 2019 nicht schlecht staunen, wenn sie die Januar-Gehaltsabrechnung lesen. Denn die Beitragsbemessungsgrenzen (BBG) in der Sozialversicherung werden im kommenden Jahr deutlich angehoben. Das geht aus dem Referentenentwurf „Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2019“ des Bundesarbeitsministeriums hervor.

Höhere Sozialbeiträge 

Die Grenzwerte in der allgemeinen Rentenversicherung und Arbeitslosenversicherung steigen im Westen von bislang 6500 Euro monatlich auf 6700 Euro, im Osten 5800 Euro monatlich auf 6150 Euro – das sind drei Prozent im Westen und sechs Prozent im Osten. Das liegt deutlich über der Inflationsrate. Bezogen auf das Jahr liegen die Beitragsbemessungsgrenzen dann künftig bei 80 400 Euro in Westdeutschland und 73 800 Euro in Ostdeutschland. Eine höhere BBG bedeutet: weniger netto.

Angleich West-Ost

Die Rechengrößen für die neuen Länder werden laut Bundesministerium für Arbeit und Soziales „dieses Jahr erstmalig unter Berücksichtigung des Rentenüberleitungsabschlussgesetzes festgelegt“. Der darin bestimmte schrittweise Rückgang des Umrechnungsfaktors führe zu einem vergleichsweisen starken Anstieg der Beitragsbemessungsgrenzen in den neuen Ländern, die – genau wie der aktuelle Rentenwert (Ost) – bis zum Jahr 2025 an die Westwerte angeglichen werden.

Die Beitragsbemessungsgrenze steigt auch in der Kranken- und Pflegeversicherung von derzeit 4425 Euro im Monat (53 100 Euro jährlich) auf 4537,50 Euro monatlich (54 450 Euro jährlich) steigen.

Das Bundesministerium geht einfach davon aus, dass der Lohn in dem vorausgegangenen Jahr entsprechend gestiegen ist.

Posted by Helmut Achatz

Vorruheständler, Journalist, Börsianer, Vorstand VHS Olching, Wirtschaftsingenieur,

2 Comments

  1. Norbert Schönert 12. September 2018 at 17:47

    Dass Beitragsbemessungsgrenzen überproportional steigen geht seit Jahrzehnten. Warum gleich gut verdienende im Osten weniger bezahlen müssen ist mir bis heute ein Rätsel. Man nimmt es vorzugsweise von denen die sich nicht wehren können. Der Start eines radikalen Umbaus unseres Sozialsystems ist längst überfällig. Stichwort: Österreich. Meine Hoffnung in unserem jetzigen politischem System: keine!!!

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    1. Wolfgang Domeier 14. September 2018 at 0:33

      Die Beitragsbemessungsgrenzen führen dazu, dass starke Schultern weniger tragen müssen, als schwache!
      Sie sind eines Sozialstaates, der sich ernst nimmt, unwürdig, weil dabei übrig bleibt, dass Solidarität nur innerhalb abgegrenzter Gruppen stattfindet.
      Auch, wenn das Bundesverfassungsgericht dieses Prinzip für Recht erkabnnt hat, ist es trotzdem schlecht für den Zusammenhalt der Gesellschaft.

      Deshalb sollte es überhaupt keine Beitragsbemessungsgrenzen und keine Ausgrenzung oder Befreiungen in den Sozialversicherungen geben. Allerdings müssten dann auch die Beitragssätze entsprechend reduziert werden.
      Weil dies aber ein (notwendiger und längst überfälliger) Umbau der Sozialsysteme wäre, kann das nicht einfach per Verordnung gemacht werden.
      Es braucht dazu neue und bessere Gesetze, die aber nicht so einfach von selbst kommen werden. Die Interessenvertretungen der Arbeitgeber, der Versicherungswirtschaft und vieler Berufsverbände, die eigene Altersversorgungswerke betreiben, laufen dagegen Sturm.

      WIR Rentner UND Beitragszahler müssen diesen Lobbys etwas entgegensetzen: Unsere Stimmen! Denn wir wären die Mehrheit, wenn wir diese Mehrheit nur sichtbar machen würden: campact.org/solidarische-renten

      Wolfgang Domeier, 27721 Ritterhude

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