Fit bleiben – auch mental. So funktioniert’s

Fitness ist einer der Trends, die tatsächlich sinnvoll sind – wer fit ist und in Bewegung bleibt, lebt nachweislich gesünder. Oft wird bei aller körperlichen Ertüchtigung aber die mentale Komponente vernachlässigt. Das ist mehr als fahrlässig, denn schließlich ist die geistige Gesundheit mindestens genauso wertvoll.

Körper und Geist

Gehirntraining unterscheidet sich dabei im Grunde gar nicht so sehr von körperlichem Training; so wie bei einem untrainierten und wenig beanspruchten Körper Muskelkraft und Ausdauer immer mehr nachlassen, verliert das Gehirn an Leistungsfähigkeit, wenn es nicht genügend gefordert wird. Hinzu kommt, dass mit zunehmendem Alter die allgemeine Gehirn- und Gedächtnisperformance sowieso nachlässt – ein ganz normaler Vorgang, ähnlich dem altersbedingten körperlichen „Verschleiß“. Was viele nicht wissen: Der Gipfel der geistigen Leistungsfähigkeit ist mit spätestens 25 Jahren erreicht, danach lässt sie langsam, aber stetig nach.

Abhilfe schaffen Maßnahmen wie eine gesunde Lebensweise – genauso wichtig ist es aber, auch im fortgeschrittenen Alter weiterhin soziale Kontakte zu pflegen und intellektuell aktiv zu sein. Das Schöne an letzteren Anforderungen ist, dass sie im wahrsten Sinne des Wortes spielend erfüllt werden können.

Spielend fit

Geistige Fitness kann man sehr effizient beim Spielen trainieren. Gerade komplexe Spiele wie Schach, die ein hohes Abstraktionsvermögen verlangen, sind hervorragend geeignet. Kartenspiele wie Skat oder Doppelkopf regen die grauen Zellen mit ihrem Anforderungsmix aus Regelkenntnis, Aufmerksamkeit und Taktik ebenfalls gut an und sind außerdem noch gesellig. Und auch simple Spiele wie Memory haben einen positiven Effekt.

Gehirntraining funktioniert aber auch als Solist(in): Kreuzworträtsel und Sudoku halten den Kopf auf Trab. Damit sich ein nachhaltiger Trainingseffekt erzielen lässt, ist aber Abwechslung das höchste Gebot. Denn wer zum Beispiel ausschließlich Sudokus löst, wird darin zwar immer besser, fordert sich aber auch immer weniger, und gerade dieses „gefordert sein“ ist essenziell. Wer nach neuen und unbekannten Spielen sucht, findet im Netz ein großes Angebot an kostenfrei spielbaren Denkspielen, bei denen vermutlich viele immer neuen Herausforderungen begegnen – für Abwechslung ist also gesorgt.

Auf diese Weise tut auch die 60plus-Generation spielend etwas für ihre geistige Gesundheit, und ganz nebenbei sie einem eventuell drohenden Bore-Out ein Schnippchen – denn wer sich mental anstrengt und mit anderen misst, hat gar keine Zeit, sich zu langweilen.

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Wie sich akuter Stress am besten abbauen lässt

Stress ist im Grunde nichts Schlechtes. Als instinktives Überbleibsel längst vergangener Zeiten half er den Jägern und Sammlern, in Gefahrensituationen Höchstleistungen zu erbringen, um das eigene Überleben zu sichern. Da Stress eine zutiefst natürliche und automatisierte Reaktion unseres Körpers ist, können wir oft nicht viel gegen sein Erscheinen tun. Aber wir können uns etwas unternehmen, in schnell abzubauen – und das sollten wir auch, denn häufiger akuter Stress oder gar Dauerbelastung kann schwere Folgen für Körper und Psyche haben: Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch erhöhten Blutdruck, Diabetes durch hohen Blutzuckerspiegel, Magen-Darm-Geschwüre wegen verringertem Stoffwechsel, um nur ein paar zu nennen. Wie aber akuten Stress abbauen?

Übergang vom Arbeitsleben zur Rente

Dass nur junge Menschen gestresst sind, ist ein Irrglaube. Denn mit dem Älterwerden verändern sich viele Dinge und nicht alle können damit gut umgehen. Eine problematische Situation ist etwa der Übergang vom Arbeitsleben zur Rente. Für viele war der Beruf jahrzehntelang Lebensinhalt. Fällt die Arbeit weg, bleiben oftmals nur noch Leere und unendlich viel Zeit, mit der manche nichts anfangen können. Andere haben einen übervollen Terminkalender, sind sportlich aktiv, engagieren sich in Vereinen, kümmern sich um die Familie, Haus und Garten – und sind schnell damit überfordert. Aber was hilft tatsächlich gegen plötzliche Stressattacken? Gleich zur Chemiekeule greifen? Besser nicht.

Kräuter – kein Hexenwerk

Viele Ratgeber schwören noch immer auf bewährte Heilkräuter gegen akuten Stress. Selbst homöopathische Arzneimittel enthalten stets irgendeine Form von Pflanzen- oder Blütenextrakt, die dort Heilung versprechen, wo die Allgemeinmedizin versagt. Die Wirksamkeit bestimmter Kräuter ist wissenschaftlich nachgewiesen. So hilft Passionsblume Studien zufolge zuverlässig gegen Angst und nervöse Unruhezustände. Ob die Wirkung von den in der Pflanze enthaltenen Flavonoiden oder den ätherischen Ölen herrührt, ist bis heute ungeklärt.

Auch Lavendel, Johanniskraut und Hopfen wurden zahlreichen Tests unterzogen, die allesamt positive Resultate lieferten. Bereits in kleinen oder verdünnten Dosen, zum Beispiel in Form von homöopathischen Globuli, Tees oder Essenzen wie von der Bach-Blüte Elm sollen sie Unruhe, Stress und Überforderung schon kurz nach der Einnahme lindern. Dabei scheiden sich die Geister darüber, ob der lindernde Effekt wirklich körperlichen oder eher psychischen Ursprungs ist.

Bewusstes Atmen

Entspannungsübungen gegen akuten Stress gibt es viele, von Meditation, über Spaziergänge bis hin zum ausgelassenen Tanzen. Eines haben sie aber alle gemeinsam: Im Mittelpunkt steht die bewusste Atmung als Kernelement. Eine hilfreiche Übung ist die der Bauchatmung:

  1. Aufrecht hinsetzen.
  2. Tief durch die Nase in den Bauch einatmen und dabei bis zehn zählen.
  3. Ohne die Luft anzuhalten, langsam durch den Mund ausatmen und dabei bis zehn zählen.
  4. Jetzt den Atem für sechs bis zehn Sekunden anhalten.
  5. So lange wiederholen, bis spürbar Besserung eintritt.

Warum das hilft?

Warum das hilft? In Stresssituationen beschleunigt sich die Atmung automatisch, um Gehirn und Muskeln mit mehr Sauerstoff zu versorgen. Die Übung lenkt diese Abläufe wieder in normale Bahnen. Auch beim als Reiki bekannten Händeauflegen oder verschiedenen Klopfübungen steht bewusstes Atmen im Mittelpunkt. Welche Variante individuell am besten wirkt, lässt sich aber nur im Selbstversuch herausfinden.

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Wie die Autobranche unsere Gesundheit ruiniert

Offensichtlich nimmt es die Autobranche nicht sonderlich ernst mit dem Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit, die in Artikel zwei des Grundgesetzes verankert ist. Wie anders ließe sich sonst erklären, dass ihre Dieselfahrzeuge ein Vielfaches an Stickoxide hinauspusten wie erlaubt? Und wenn sich die Geschädigten wehren, werden sie hingehalten oder gar noch angefeindet. Und so ruiniert die Autobranche unsere Gesundheit.

Diesel-Gipfel am 2. August

Aber der Reihe nach: Am Mittwoch, den 2. August treffen sich in Berlin mehrere Minister, darunter Verkehrsminister Alexander Dobrindt und Umweltministerin Barbara Hendricks mit den Chefs von VW, Audi, Porsche, BMW, Ford und Opel sowie dem Verband der Automobilindustrie (VDA). Teilnehmer des „Nationalen Forums Diesel“ sind ferner der Deutsche Städtetag, die IG Metall und die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA). Eingeladen sind die Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Es fehlen Verbraucherschützer wie die Bundes Umwelthilfe oder der Bund Naturschutz.

Kein Verbraucherschützer beim Diesel-Gipfel

Die Teilnehmerliste sagt schon alles – die Mehrheit vertrat und vertritt die Meinung, das Eigentumsrecht der Autofahrer hat Vorrang vor dem Recht auf saubere Luft. Dabei müsste es genau umgekehrt sein, wie im Grundgesetz verankert. Warum reden wir nicht über „Rad statt Auto“. Der britische „The Guardian“ hat das Thema angestoßen und titelt „Swapping cars for bikes, not diesel for electric, is the best route to clean air“ (Der Tausch von Autos gegen Fahrräder ist der beste Weg zu sauberer Luft – nicht Diesel gegen Elektro). Wie wenig Räder im Alltag genutzt werden, lasse sich an Zahlen ablesen. So seien 2015 nur zwei Prozent der Wege in England mit dem Rad zurückgelegt worden, obwohl die durchschnittliche Länge jeder Fahrt lediglich sieben Meilen betragen habe. Der Wechsel zum Rad könnte nicht nur die Luftverschmutzung reduzieren, sondern auch andere Probleme wie Staus lösen.

Was sich die Kritiker einfielen ließen

 

Eben, weil dieser Diesel-Gipfel mehrheitlich von Vertretern der Industrie dominiert wird, sollte keiner allzu viel erwarten. Die Belange der belasteten Bürger wurden schon jahrelang hintangestellt, Klagen abgewiesen oder verschleppt.

Diesel dreckiger als erlaubt

Dabei ist mittlerweile längst bewiesen, dass Diesel-Fahrzeuge im Alltag deutlich mehr Stickoxide und Feinstaub emittieren als die vorgeschrieben. Der Diesel ist eine Mogelpackung. Die Folgen müssen alles tragen – nein, einatmen. Die Luft in den Ballungsräumen ist weit stärker belastet als zulässig. Wenn denn die Diesel so sauber wären, dürfte das nicht sein – es ist aber so.

Warum kocht das Thema gerade jetzt hoch? Die Grenzwerte für die gesundheitsgefährdenden Stickoxide werden schon seit Jahren regelmäßig überschritten. Der Druck kommt von außen, denn die Europäische Kommission hat ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland eingeleitet. Zudem hat der Druck der Umweltschutzverbände vor Verwaltungsgerichten zugenommen. Fahrverbote liegen nach jahrelangen Gerichtsverfahren jetzt in greifbarer Nähe. Fahrverbote drohen in Stuttgart, München und Hamburg.

Jetzt führt Ford auch noch die deutsche Autoindustrie vor“, wie die „Welt“ schreibt. Wer ein Fahrzeug mit Dieselmotoren der Euro-Normen 1 bis 3, die bis zum Jahr 2006 zugelassen worden sind, abgebe, solle je nach Modell zwischen 2000 und 8000 Euro „Umweltbonus“ erhalten. Der Kunde müsse jedoch einen neuen Ford kaufen. Pfiffig und werbewirksam. „Wir atmen alle die gleiche Luft, deshalb teilen wir die Bedenken bezüglich der Luftqualität in den Stadtgebieten und glauben, dass das Paket, das wir heute ankündigen, einen bedeutenden Beitrag zur Verbesserung der Situation leisten kann“, so der Deutschland-Vize von Ford Wolfgang Kopplin über die Aktion. „Über die Weiterentwicklung unserer Fahrzeuge hinaus sind wir davon überzeugt, dass die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Städten und Kommunen und echte Innovationen die Luftqualität entscheidend verbessern können – auch kurzfristig“, so Kopplin.

Jetzt zwingt der Markt auch VW und seine Töchter zu Zugeständnissen. „Volkswagen bietet Besitzern von älteren Diesel-Autos einen Rabatt“, so das „Handelsblatt“. Die so genannte Umweltprämie solle beim Kauf eines neuen Golf 5000 Euro betragen. Das kommt einer Abwrackprämie für Diesel-Fahrzeuge gleicht. Das „Handelsblatt“ rät jedoch, das Kleingedruckte zu lesen.

Die Autohersteller haben getrickst und getäuscht und betrogen – und sie haben damit nicht aufgehört. Sie hoffen, auch in Zukunft die Lungen der Menschen weiter ungestraft belasten zu dürfen. Vielleicht hilft die Aktion von Ford, dass einige umdenken. Bei BMW hat der Vorstoß der Konkurrenz offensichtlich schon gewirkt: „BMW kündigte eine ‚Umweltprämie‘ von bis zu 2000 Euro an für Kunden mit einem Dieselfahrzeug mit Euro-4-Abgasnorm oder älter; Bedingung ist demnach der Erwerb eines BMW-Elektroautos i3, eines Plug-in-Hybrids oder eines Dieselwagens mit der Euro 6-Norm; die Aktion soll bis Ende 2017 laufen“, schreibt die „Süddeutsche Zeitung“.

Der Staat als oberster Kontrolleur hat jahrzehntelang weggeschaut und die Autohersteller in ihrem Unrecht bestärkt. Erst Messungen der Deutschen Umwelthilfe (DUH) ließen die Betrügereien auffliegen – und natürlich die USA: Im September 2015 deckte die US-Umweltbehörde EPA die illegalen Abschalteinrichtungen in Motorsteuerungen bei Diesel-Fahrzeugen von Volkswagen auf. VW hatte per Software den Motor so gesteuert, dass er im Labor die Abgasnormen erfüllt, aber nicht auf der Straße. Diese VW-Modelle wurden – und werden – aber nicht nur in den USA verkauft, sondern auch hierzulande. Amerika hat sich gegen diesen Betrug gewehrt, Deutschland nimmt ihn hin.

Kontrolleure schauen weg

Das Kraftfahrtbundesamt hat einfach weggesehen, statt seine Pflicht zu erfüllen und die Fahrzeuge aus dem Verkehr zu ziehen. Selbst moderne Diesel-Fahrzeuge, die der Euro-6-Norm sind Dreckschleudern, wie die DUH in Tests belegt. Im Sommer lagen die Stickoxidemissionen bei mobilen Messungen teils neunfach über dem Grenzwert von Euro 6, im Winter sogar 17,2-fach darüber. Aber dieses Abgas atmen wir alle ein – und das wird in der Diskussion um Euronorm und Grenzwerte geflissentlich übergangen.

Der Protest wird lauter und ist nicht mehr so leicht zu überhören. Stefan Stahl von der „Augsburger Allgemeinen“ bringt es auf den Punkt:

Eigentlich ist das eine Selbstverständlichkeit: Die Luft sollte in einer Stadt so sauber sein, wie es der Gesetzgeber vorschreibt. Doch in Stuttgart und München ist dies an bestimmten Straßen nicht der Fall. Die Politiker wissen das seit Jahren – und schauen weg. Der Glaube muss vorgeherrscht haben, es werde alles so weitergehen in der Auto-Republik Deutschland. Doch dann fühlte sich VW unverwundbar und glaubte sich mit manipulierten Dieselfahrzeugen selbst in den USA durchmogeln zu können. Was für eine unglaubliche Dummheit!

Die DUH formuliert es etwas härter: „Diesel-Abgase töten!“ Alle Verkehrsminister in dieser Zeit haben nur die Schultern gehoben und der Autobranche ansonsten freie Hand gelassen. Erst als der Skandal 2015 von der amerikanischen Umweltbehörde aufgedeckt wurde, wurde auch Dobrindt aus seinem Schlaf gerissen.

Gewinn wichtiger als Gesundheit

Ohne auf die Details einzugehen, lässt sich doch sagen, dass den Autokonzernen der Gewinn wichtiger war als die Gesundheit von Menschen. Die Branche wiegelt ab und verharmlost. Auf Dauer wird das aber nicht funktionieren. Es braucht jedoch eine andere Verkehrspolitik. Wann begreifen die Automanager, dass sie umdenken müssen – falls nicht, werden sie dazu gezwungen. Die Folgen des Einfach-weiter-so wären weit schlimmer.

Aber, der Diesel-Gipfel am Mittwoch dürfte vermutlich kaum einen Wendepunkt markieren, darauf lässt schon allein die Liste der Eingeladenen schließen. Die Runde wird vor allem versuchen, Fahrverbote zu vermeiden. Also, Augen zu und durch – auf Kosten der Bürger. Tatsächlich haben sich die Beteiligten auf ein Software-Update geeinigt. Das ist der kleinster gemeinsame Nenner und hilft der Umwelt nicht weiter. Diesel-Fahrzeuge werden also weiter unsere Atemluft verpesten. „Die 5,3 Millionen Dieselautos in Deutschland sollen mit einer neuen Software weniger Schadstoffe ausstoßen“, schreibt die „Welt“. Umweltschützer und Experten halten das, so die „Süddeutsche Zeitung“ allerdings für Augenwischerei. „Ein Software-Update bringt gar nichts“, zitiert sie etwa Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen.

Was die Diesel-Gipfel-Besteiger versprechen – das Video zum Gipfel

Foto: Rueter/DUH




Wie Apotheker und Ärzte Patienten hinters Licht führen

Wer krank wird, sollte lateinisch können. Wenn nicht, machen ihm Ärzte und Apotheker ein X für ein U vor, führen uninformierte Patienten hinters Licht und in die Abgründe der Verschreibungspraxis. Wenn auf dem Rezept das Kästchen „aut idem“ (oder das Gleiche) angekreuzt ist, bekommt er eben nicht das Gleiche oder etwas Ähnliches, sondern wirklich genau das, was auf dem Rezept draufsteht, ansonsten schiebt ihm die Apothekerin oder der Apotheker ein anderes Medikament über den Tresen.

Uninformierte Patienten Apotheker und Ärzte setzen die Logik in der Praxis außer Kraft: Beim Ankreuzen dieses Kästchens „aut idem“ bekommen Patienten eben nicht das Gleiche, sondern genau das, was auf dem Rezeptformular draufsteht, also beispielsweise DiltaHexal 90mg Retardabl. Weil das aber jeder Patient verstehen würde, haben Ärzte und Apotheker das Kästchen schon gleich mal lateinisch beschriftet und dann noch die Logik umgekehrt. Schließlich bedeutet auch das Ankreuzen des Kästchens „Gebührenpflichtig“, dass der Patient Gebühren bezahlen muss – und nicht umgekehrt. Das heißt, Ärzte und Apotheker widersprechen sich bereits auf diesem Formular selbst. Das ist nichts anderes als Verbrauchertäuschung.

aut idem ins Gegenteil verkehrt

Die Bedeutung von „aut idem“ wurde ins Gegenteil verkehrt. Wenn ein Arzt heute „aut idem“ ankreuzt, muss der Apotheker das aufgeschriebene Medikament abgeben – und wenn es nicht angekreuzt ist, gibt’s nur „das Gleiche“.

Ok, dass Apotheker und Ärzte nichts von Logik halten, ist das eine, dass Apotheker und Ärzte ihre Patienten aber für dumm verkaufen, ist das andere. Warum informieren Apotheker ihre Kunden nicht, dass sie ihnen etwas anderes liefern als auf der Bestellung draufsteht, so wie das im normalen Umgang zwischen Lieferant und Kunden üblich ist. Schon mal was von den Prinzipien eines ehrbaren Kaufmanns gehört? Den Hausbesitzer möchte ich sehen, der sich mit einem Fenster ohne Sprossen zufriedengibt, wenn er ein Sprossenfenster bestellt hat. Aber in der Apotheke ist das mittlerweile normal, dass Patienten ein ähnliches Medikament bekommen, das aber nicht dasselbe ist, wie auf dem Rezept vermerkt. Vielen, ich hoffe nicht allen Apothekern, ist diese Abweichung nicht einmal ein informierender Satz wert.

Von wegen Kundenorientierung

Kundenorientierung sieht anders aus, anders als beispielsweise in Olching in der Bären-Apotheke. Was ist da in der Bären-Apotheke passiert? Statt DiltaHexal 90 mg schob die Apothekerin der Kundin Diltiazem AL 90 retard über die Theke. Das Üble daran, die beiden Packungen sehen sich zum Verwechseln ähnlich – und sie heißen ja auch ähnlich.

Ist das nun ein Einzelfall? Nein, das passiert deutschlandweit sicher millionenfach – jeden Tag. Michael Wenzel hat sein Erlebnis mit „aut idem“ treffend Mitte Februar 2017 in der „Westerwälder Zeitung“ erzählt: So viel vorweg, er hat beim Arzt auf „aut idem“ bestanden, da er ein anderes Medikament möglicherweise nicht vertrage. Ein Arzt, so viel zur Erklärung, erlaubt dem Apotheker demnach durch das Ankreuzen der beiden Wörter auf einem Rezept, ein anderes als das namentlich verordnete, aber wirkstoffgleiches Arzneimittel abzugeben. Aber zurück zu Wenzels Erzählung: „Kein Problem, heißt es, und Minuten später marschiere ich mit dem Rezept zur nächsten Apotheke. Kurzes Gespräch, dann ab nach Hause. Dort angekommen, bemerke ich, dass ich ausgerechnet das Mittelchen erhalten habe, das ich nun einmal überhaupt nicht haben möchte. Nichts mit ‚aut idem‘. Also, neues Rezept anfordern, es abholen, wieder zur Apotheke, zuvor erhaltenes Medikament umtauschen und die verträgliche Arznei in Empfang nehmen. So hätte es eigentlich laufen müssen. Denkste, denn als ich mit dem neuen Rezept vor der Apothekerin stehe, meint diese nunmehr fest, dass das kleine ‚aut idem‘-Kreuzchen falsch angebracht sei. Also wieder zum Arzt, dann zur Apotheke und anschließend zur Arbeit …“

Warum Ersatzmedikamente?

Die Krankenkassen wollen sparen und gestehen ihren Mitgliedern oft nur Medikamente zu, die den gleichen Wirkstoff enthalten aber billiger sind. Gleicher Wirkstoff heißt nicht, dass das Ersatzmedikament auch gleich verträglich ist, denn außer dem Wirkstoff enthalten Medikament ja auch andere Bestandteile. Hat nun der Arzt das „aut idem“-Feld nicht angekreuzt, muss die Apotheke eines der drei günstigsten Arzneimittel mit gleicher Stärke und Zusammensetzung des Wirkstoffs verkaufen.

Folgen der Rabattverträge

Was steckt dahinter? Krankenkassen vereinbaren mit Pharmakonzernen Preisnachlässe auf Arzneimittel. Angenommen, der Arzt verschreibt jetzt genau das Medikament, für das die Krankenkasse einen Rabatt ausgehandelt hat, dann bekommt der Patient das Medikament auch. Falls dieser Fall – und das meist so – nicht eintritt, bekommt der Kunde vom Apotheker ein anderes Medikament mit gleichem Wirkstoff – und das ist dann ein Medikament von einem Pharmahersteller, für das die Krankenkasse einen Vertrag abgeschlossen hat. Weil aber jede Krankenkasse andere Rabatte mit unterschiedlichen Pharmaherstellern aushandelt, bekommt Patient A, der bei Krankenkasse B Mitglied ist ein anderes Medikament als Patient B, der bei Krankenkasse B Mitglied ist. Und damit das Ganze auch nicht zu einfach ist, gilt ein einmal gewährter Rabatt ja nicht für alle Ewigkeit. Das heißt, sollte die Krankenkasse einen günstigeren Lieferanten finden mit höheren Rabatten, dann wird sich ihren bestehenden Vertrag aufkündigen und wechseln. Für den Patienten bedeutet das, dass er statt dem bisher verordneten und gut wirkenden Mittel ein anderes „aut-idem“-Produkt bekommt.

Verbraucher zahlen die Zeche

Wer also will, dass er ein bestimmtes Medikament bekommt, muss darauf achten, dass das „aut-idem“-Kästchen angekreuzt ist. Pech, wenn sich der Arzt weigert. Viele Ärzte gehen dazu über, einen Wirkstoff aufzuschreiben und nicht den Handelsnamen, um Problemen aus dem Weg zu gehen. Übrigens, es gibt noch die Möglichkeit, dass der Patient die Mehrkosten selbst trägt. Aber, um mal wieder kompliziert zu machen: Der Kunde zahlt in der Apotheke nicht den Aufpreis, sondern den kompletten Preis des Medikaments. Von der Krankenkasse bekommt er einen Teil des Preises zurück – so viel, wie eben das rabattierte Medikament gekostet hätte. In der Regel zahlt der Versicherte dann noch eine Art Verwaltungskosten.

 Wie lese ich mein Rezept? Ein Erklärvideo


Ein ziemlicher Irrsinn, um pro Medikament einige Cent zu sparen. Die Techniker Krankenkasse ist da indes anderer Ansicht, durch diese Praxis spare sie „bei gleicher Versorgungsqualität im Jahr über 250 Millionen Euro“.

 




Die richtige Pflege für reife Haut

Neben vielen anderen Dingen am und im Körper verändert sich mit dem Alter auch das größte Organ des Menschen, die Haut. Damit sie auch mit 50 plus noch strahlt, braucht es nicht nur die richtige Pflege. Dermatologen zufolge sollten Senioren auch besser täglich duschen, als ausgiebige Vollbäder zu genießen.

Juckreiz, Rötungen oder sehr trockene Partien – die Haut reagiert darauf, wenn sie nicht das bekommt, was sie braucht. Im Alter ist das vor allem: Ruhe.

Milde Reinigung fürs Gesicht

Runzeln und Falten lassen sich nicht gänzlich verhindern. Schließlich ist es ganz natürlich, das die Haut im Alter faltig wird und nicht mehr pfirsichglatt ist. Mit guter Pflege und UV-Schutz lässt sich der Alterungsprozess jedoch hinausschieben – so kommt es gar nicht erst zu lästigen Beschwerden wie Kontaktallergien und Juckreiz. Entsprechende Reinigungsmittel stellen den natürlichen Säureschutzmantel wieder her, machen die Haut widerstandsfähiger und verhindern, dass sie an Feuchtigkeit verliert. Forscher von der Charité Berlin empfehlen, viel Wasser zu trinken, da eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr nachweislich einen vitalisierenden Effekt hat: Die Durchblutung und der Stoffwechsel der Haut werden angekurbelt und die Haut ist widerstandsfähiger.

Kosmetiker und Dermatologen raten zusätzlich dazu, nur milde, seifenfreie und pH-neutrale Waschlotionen zu verwenden, die die Haut nicht austrocknen und den Fett- und Feuchtigkeitsmangel im Alter ausgleichen. Um Kosmetika mit Duft- und Konservierungsstoffen sollten Menschen mit reifer Haut hingegen einen großen Bogen machen, da diese Hautprobleme verursachen können. Für die abschließende Gesichtspflege eignen sich vor allem Cremes mit natürlichen Ölen wie Jojoba- und Nachtkerzensamenöl und hautberuhigenden Inhaltsstoffen wie Alge, Aloe Vera oder Calendula. Diese Stoffe wirken entzündungshemmend und beschleunigen die Wundheilung. Denn auch Kratzer oder rissige sowie aufgeschürfte Hautstellen verheilen mit steigendem Alter langsamer und schlechter.

So lässt sich die Haut ins Gleichgewicht bringen

  • Rückfettende Reinigungsmilch für empfindliche Haut
  • Reizlindernde Kühlmasken mit hautberuhigender Wirkung
  • Feuchtigkeitsmasken gegen trockene Haut
  • Leichte Massagen mit Ölen oder Fluids auf Lipidbasis für geschmeidige Haut

Besser Duschen statt Baden

Der Dermatologe Dr. Ulrich Klein aus dem nordrhein-westfälischen Witten rät älteren Menschen zudem dazu, zu duschen und auf lange Schaumbäder zu verzichten. Denn „je älter wir werden, desto mehr bauen die Talgdrüsen an Qualität und Quantität ab. Das kann zu Ekzemen führen und Allergien fördern“, erklärt der Experte. Nicht nur für die Haut, auch in puncto Barrierefreiheit sind ebenerdige Walk-In-Duschen, wie sie hier erhältlich sind, die bessere Wahl. Denn das Verletzungsrisiko beim Steigen über den Badewannenrand oder durch Ausrutschen auf der Seife im Stehen ist bei einer Wanne wesentlich höher. Zudem gilt es bei der Körperhygiene auf raue Waschlappen und alkalische Seifen zu verzichten, die den Säureschutzmantel angreifen. Parfümfreies Duschgel und Pflegeprodukte für Babyhaut leisten übrigens auch älteren Menschen gute Dienste.

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Warum Wandern das ideale Hobby ist

55 ist einfach das beste Alter, oder? Die meisten sind mit 55 Jahren – und darüber – noch gesund und fit, beruflich läuft es rund, die Kinder sind aus dem Haus. Es bleibt mehr freie Zeit für sich und seine Interessen. Viele müssen auch nicht mehr jeden Euro zweimal umdrehen.

Was damit anstellen? Briefmarken sammeln war gestern, heute rückt das Thema Gesundheit in den Vordergrund.

Wandern als ideales Hobby

Der Generation 55plus geht es nicht mehr um den Nervenkitzel oder darum zu testen, wer der Beste und der Stärkste ist, sondern Entspannung, gesundheitsbewusste Erholung und auch Genuss stehen im Vordergrund. Dafür ist kaum etwas anderes besser geeignet als Wandern.

Wandern als Volkssport?

Die richtige Wanderausrüstung

Ganz ohne Equipment, wie Ausrüstung auf neudeutsch so schön heißt, geht es auch beim Wandern nicht. Trotzdem hält sich die Zahl der Gegenstände in Grenzen – außer jemand will über die Alpen zu Fuß wandern.

Wer zu Fuß unterwegs ist, merkt schnell, das viel Gepäck hinderlich ist – es verbietet sich von selbst, viel Gepäck mitzunehmen. Unbedingt notwendig sind eigentlich nur:

  • bequemes, festes Schuhwerk
  • geeignete Kleidung
  • Regenschutz
  • Rucksack
  • Trinkflasche
  • Handy für Notfälle
  • eventuell Wanderstock

Deutschlands schönsten Wanderstrecken

Deutschland ist für das Wandern wie geschaffen. Es gibt kaum ein anderes Land mit so einer Vielfalt von Landschaften, Sitten, Kulturen und Traditionen auf so engem Raum. Von Friesland im Norden zu den Alpen im Süden, dem Rheintal im Westen bis zum Spreewald im Osten, Deutschland hat Wanderern viele Landschaften zu bieten.

  1. Der Goldsteig

Der Wanderweg ist mit mehr als 650 Kilometern Länge der längste zertifizierte Qualitätswanderweg Deutschlands. Er führt von Marktredwitz bis Passau und verbindet den Oberpfälzer mit dem Bayerischen Wald. Der Weg führt streckenweise auf mehr als 1.000 Metern Höhe entlang. Teilstrecken des Goldsteigs sind auch für Anfänger geeignet.

  1. Der Heidschnuckenweg

Der Wanderweg nimmt seinen Anfang in Hamburg-Fischbeck und schlängelt sich in vielen Windungen mitten durch die Lüneburger Heide. Die Endstation ist die Residenzstadt Celle. Der Heidschnuckenweg ist über 200 Kilometer lang und eignet sich auch für Anfänger. Der höchste Punkt liegt gerade einmal 169 Meter über dem Meeresspiegel.

  1. Harzer Hexenstieg

Der Harzer Hexenstieg ist zwar „nur“ hundert Kilometer lang, führt aber durch die herrliche Landschaft des Harzes, Deutschlands nördlichstes Mittelgebirge. Der höchste Punkt führt über den 1141 Meter hohen Brocken, den höchsten Berg Mitteldeutschlands. Beim Wandern durchquert der Naturliebhaber auch den Nationalpark Harz.

  1. Rennsteig

Der Rennsteig ist Deutschlands ältester und bekanntester Fernwanderweg. Er gehört auch zu den meist frequentierten und wird jährlich von etwa 100 000 Wanderern begangen. Der Rennsteig erstreckt sich über 170 Kilometer und nimmt seinen Anfang in Eisenach, wo sich auf der Wartburg der Reformator Martin Luther einige Zeit aufhielt. Er führt über den Kamm des Thüringer Walds, des Thüringer Schiefergebirges und des Frankenwalds und endet in Blankenstein an der Saale. Der Rennsteig ist ein historischer Grenzweg, der bereits im 14. Jahrhundert erstmals erwähnt wurde.

In der Ruhe liegt die Kraft

Wandern ist kein Leistungssport, sondern eine schöne und gesunde Freizeitbeschäftigung. Zum Wandern eignen sich nicht nur die bekannten Fernwanderwege. In und um fast jeden Ort finden sich gut markierte Wege, die zur Erkundung der Umgebung einladen. Sogar im Ruhrgebiet oder in Berlin gibt es schöne Fleckchen Natur oder geschichtlich interessante Wanderwege. Wichtig ist, dass Wandern Spaß macht. Am besten wandert es sich übrigens in Gesellschaft, mit der Familie, dem Ehepartner oder Freunden und Kollegen.


Max und Tanja berichten mit einem Augenzwinkern auf Ihrem Blog SurvivalMesserGuide.de über die Freuden des Outdoorlebensstils und ihre Leidenschaft für Outdoormesser. Von ihnen stammt auch dieser Gastbeitrag.




Was wirklich in die Hausapotheke gehört

Eine Hausapotheke darf in keinem Haushalt fehlen. Was gehört hinein? Wo sollte sie hängen oder stehen? Was ist sonst noch zu beachten? Die besten Tipps – plus Checkliste für den Hausgebrauch.

Schnittwunden, Halskratzen, Kopfschmerzen – mit einer gut sortierten Hausapotheke lassen sich kleine Wehwehchen selbst behandeln. Manchmal muss es zudem schnell gehen. Wer will schon mit einer blutenden Wunde erst zur Apotheke laufen, ganz abgesehen davon, dass die ja nicht immer offen hat. Auch bei Kopfschmerzen oder Halskratzen ist jeder froh, einfach in seinen Fundus an Medikamenten greifen zu können, um diese Malaisen zu behandeln.

Die meisten Deutschen haben vermutlich eine Hausapotheke. Aber mal ehrlich, wie viele wissen schon, ab das wichtigste enthalten ist. Oft fristet die Hausapotheke ein trauriges Dasein – versteckt in einer Ecke im Bad oder in der Abstellkammer. Nicht selten sammeln sich längst abgelaufene Pillen, Tropfen und Salben an oder Medikamente, von denen keiner mehr weiß, wofür sie einmal verschrieben wurden.

Wohin gehört die Hausapotheke?

Aber der Reihe nach. Wo sollte die Hausapotheke stehen oder hängen sein? Ideal ist natürlich ein kühler, trockener Raum. Das kann das Home-Office sein, die Diele oder das Schlafzimmer. Küche oder Bad taugen nicht als Ort für Hausapotheken. Medikamente mögen keine hohe Luftfeuchtigkeit.

Wie sieht die Hausapotheke aus?

Wie sollte die Hausapotheke aussehen? Ideal ist ein eigenes Schränkchen – warum denn nicht mal etwas investieren. Mit weißem Korpus und Milchglasscheibe kann sogar eine Hausapotheke etwas hermachen. Wenn das Schränkchen dann noch in Augenhöhe hängt, erleichtert das die Orientierung.

Was gehört hinein?

Jetzt zur Frage, was wirklich in eine Hausapotheke gehört. Natürlich unbedingt Verbandmaterial – und Arzneimittel sowie ein Fieberthermometer. Aber der Reihe nach:

Checkliste

  • Wundpflaster
  • Mull-Kompressen
  • Verbandspäckchen
  • Heftpflaster
  • Blasenpflaster
  • Dreiecktuch
  • Einweghandschuhe
  • Verbandsschere – und klammern
  • Pinzette
  • Fieberthermometer
  • Kühlpacks (die gehören ins Gefrierfach)
  • Schmerzmittel (Ibuprofen, Acetylsalicylsäure beispielsweise)
  • Erkältungsmittel
  • Halstabletten oder -lutschpastillen
  • Durchfallmedikamente
  • Wunddesinfektionsmittel (Spray und Salbe)
  • Mittel gegen Mückenstiche
  • Mittel gegen Lippenherpes
  • Rheuma- und Schmerzsalbe
  • Augentropfen
  • Hirschtalgstift
  • Erste-Hilfe-Anleitung

Wer auf Homöopathie schwört, legt sich am besten ein Set mit wichtigsten Mittel zurecht – am besten in Form von Kügelchen (Globuli). Es gibt Etui mit den 50 oder 60 wichtigsten Mitteln plus eines Führers „Homöopathie für den Hausgebrauch“.

Wer das Thema Hausapotheke ernst nimmt, überprüft auch deren Inhalt regelmäßig – mindestens einmal im Jahr. Also, einmal kurz auf das Verfallsdatum schauen – was abgelaufen ist, gehört ersetzt. Wenn Verpackungen angebrochen sind, gehören sie ebenfalls entsorgt. Wenn Salben und Cremes geöffnet wurden, gilt es ebenfalls, sie zu ersetzen. Gerade eine Salbe gegen Lippenherpes schadet dann mehr als sie nützt, weil sich Bakterien ansiedeln. Wie sieht es mit den Beipackzetteln aus? Liegen sie der Verpackung bei? Medikamente sollten in der Originalverpackung aufbewahrt werden. Wer seine verschreibungspflichtigen Arzneimittel in der Hausapotheke lagert, sollte sie nach der akuten Behandlung wieder entfernen.

Aber selbst Verbandsmaterial hält nicht ewig. Wenn Binden und Kompressen schon seit Jahren in der Hausapotheke schlummern, ist es besser, sie auszutauschen. Funktioniert das Fieberthermometer noch? Wenn nein, besser Batterie ersetzen.

Ist alles noch komplett?

Ganz wichtig, ist die Hausapotheke noch komplett? Wenn nein, dann besser möglichst bald auffüllen. Schließlich soll die Hausapotheke ja parat sein, wenn wir sie nötig haben.

… und wenn mal gerade das richtige Medikament fehlt und es ist Not am Mann, dann hilft die Notdienst-Apotheke.  Zu finden ist die beispielsweise in Bayern auf der Seite der Bayerischen Landesapothekerkammer oder der „Apotheken-Umschau“.

Was in den Urlaub mitnehmen?

Was gehört ins Reisegepäck? Klar, wer in exotische Länder fliegt, denkt sicher an die nötigen Impfungen, aber denkt er auch an seine Reiseapotheke? Was gehört in die Reiseapotheke?

  • Schmerzmittel
  • etwas gegen Juckreiz
  • Mückenschutz
  • Sonnenschutz
  • Durchfallmittel
  • Mittel gegen Reisekrankheit
  • Verbandsmaterial
  • Desinfektionsmittel

… und natürlich die Medikamente gegen akute und chronische Krankheiten

 

 




Warum Mobilität im Alter wichtiger wird

Bluthochdruck, Meniskus, Rheuma – es gibt so vieles, was uns im Alter einschränkt, uns und unsere Mobilität. Da wird manchmal bereits der wöchentliche Einkauf zum Problem oder die Dusche oder das Treppensteigen. Wie lässt sich die Mobilität im Alter erhalten?

Was anstellen, um auch im Alter mobil zu bleiben? Mal ehrlich, wäre nicht auch ein Umzug in eine neue Wohnung manchmal die beste Lösung? Die die meisten Wohnungen und Häuser in Deutschland sind nicht unbedingt altersgerecht – und nicht für ein ganzes Leben gedacht. Wenn der Alltag immer schwieriger zu meistern ist, muss sich eben die Wohnung anpassen – und nicht umgekehrt. Mit einigen Umbauten können die meisten auch in der Lage so lange wie möglich im Eigenheim bleiben. Umziehen ist eine, aber nicht die einzige Option.

Was gibt es an Hilfsmitteln, um auch im Alter mobil zu bleiben?

Duschen zum Betreten

Täglich baden oder duschen – für viele ist das eine Selbstverständlichkeit. Was aber, wenn der hohe Badewannenrand zum Hindernis wird oder der glatte Wannenboden? Wie viele Ältere haben sich beim Baden oder Duschen schon schwer verletzt? Das muss nicht sein. Bäder und Duschen lassen sich ans Alter und die neuen Umstände anpassen. Die Lösung heißt Einstiegsbad und -dusche. Dank einer kleinen Tür an einer Seite der Dusche oder der Badewanne kann jeder auch im Alter ganz bequem ein- und aussteigen. Damit nicht genug, durch Extra-Sitz und Wandstützen wird Duschen und Baden so komfortabel wie möglich.

Mit dem Lift Treppe steigen

Im Alter erweist sich die Treppe für einige als Hürde. Nur mit fremder Hilfe lassen sich noch die Stufen überwinden. Einfach hinnehmen? Nein, denn auch dafür haben sich findige Techniker etwas einfallen lassen, um das Treppensteigen zu erleichtern: den praktischen Treppenlift. Der Treppenlift wird per Schienensystem an die Außen-oder Innenseite der Treppe angebracht. Ein integrierter motorisierter Sitz transportiert mobilitäts-eingeschränkte Menschen bequem von A nach B oder andersherum transportieren. Der Treppenlift passt sich dank unterschiedlichen Variationen den Lebensumständen an. Beispielsweise kann jeder einen Treppenlift für eine gewisse Zeit mieten, ein gebrauchtes Modell kaufen – oder eben sich doch für einen komplett neuen Lift entscheiden.

Den Stuhl ins Rollen bringen 

Das Haus ist das eine, der Ort und die nähere Umgebung das andere. Wer nicht mehr gut zu Fuß ist, für den werden auch der wöchentliche Einkauf oder ein Arztbesuch zur Herausforderung. Wie wäre es mit einem Seniorenmobil oder einem Stuhl, der rollt? Ein Seniormobil bringt Mobilitätseingeschränkte gemütlich zum Supermarkt oder Apotheke – und sie sind nicht auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen. Wer nicht mehr alleine Autofahren kann und jemanden gefunden hat, der das Fahren übernimmt, der kann sein Mobil einfach und sicher im Kofferraum verstauen. 

Wer will schon unselbstständig sein

Im Alter mobil zu bleiben – das hat für Senioren oberste Priorität. Unselbständigkeit belastend und frustriert. Altersexperten haben Lösungen parat – ob Treppenlift oder Seniorenmobil. Niemand sollte sich scheuen, sich seine Einschränkungen einzugestehen – wie soll ihm sonst geholfen werden? Meist sind die Angehörigen die richtigen Ansprechpartner, um Probleme zu bereden und zusammen das passende Hilfsmittel zu finden, um die individuelle Situation zu verbessern.




Fünf Tipps, wie sich ein Bad ideal fürs Alter anpassen lässt

Ob wir es wollen oder nicht – wir werden älter. Die Muskeln beginnen zu schwächeln und alltägliche Abläufe, die sonst so mühelos von der Hand gingen, werden zum Problem. Gerade im Bad spüren wir diese Entwicklung – höchste Zeit über einen Umbau nachzudenken.

Wie locker sind wir doch früher über den Wannenrand gestiegen und haben uns ins warme Wasser gleiten lassen – und heute? Diese Aktion wird manchmal zum Act. Das muss nicht sein. Es wird Zeit, über einen seniorengerechten Umbau nachzudenken.

Was sich so beiläufig liest, ist eben ganz und gar nicht beiläufig. Worauf müssen Sanierungswillige achten? Fünf Tipps für den Umbau zum barrierefreien Badezimmer.

1. Toilette mit erhöhter Bauform

Für viele führt der Weg am Morgen zunächst mal zur Toilette. Damit das Hinsetzen trotz eingeschränkter Beweglichkeit mühelos klappt, empfiehlt sich eine Toilettenerhöhung. Durch ein paar zusätzliche Zentimeter wächst das WC auf eine Höhe von 46 oder 48 Zentimeter. Da muss niemand mehr allzu tief Knie beugen, wodurch der Toilettengang leichter fällt. Und was für eine WC-Form wählen? Stand-WC oder Hängetoilette? Beide bringen’s auf eine Höhe von 46 oder 48 Zentimeter; bei einer wandhängenden Toilette genügt oft bereits ein verstellbares Montageelement. Wo bekommt der Sanierungswillige ein solches Stand-WC? Bei Calmwaters beispielsweise oder ähnlichen Badshops. Zusätzlichen Halt bieten Griffe neben dem Klosett. Auch auf Reisen muss kein Senior auf den Komfort verzichten – dafür gibt es die Toilettensitzerhöhung. Sie ist transportabel und lässt sich bei Bedarf einfach auf den WC-Sitz legen. Je nach Modell ist sie sogar mit Haltegriffen ausgestattet.

2. Barrierefreier Waschplatz

Seniorengerechte Waschbecken? Was soll da anders sein? Das Waschbecken ist praktischerweise unterfahrbar – heißt, es bietet genug Beinfreiheit. Bei einem solchen Waschbecken ist es auch kein Problem, sich einen Stuhl zu holen, um sich darauf niederzulassen und sich in Ruhe zu rasieren oder zu waschen.

3. Wasserhahn mit gutem Handling

An Retro-Wasserhähne zum Drehen freuen sich vielleicht Vintage-Fans, fürs Alter sind aber Einhebelmischer besser. Mit einer Hand stellen Nutzer die Wassermenge und –temperatur ein, während sie sich mit der zweiten Hand am Beckenrand oder einem Haltegriff festhalten. Empfehlenswert sind Armaturen mit eingebautem Thermostat: Das Wasser kommt richtig temperiert aus dem Hahn. Und dann darf die sensor-gesteuerte Variante nicht vergessen werden – dank eines eingebauten Infrarotsensors erkennt der Kran eine sich nähernde Bewegung, öffnet die Absperrung und schon fließt ein kräftiger Strahl aus dem Auslauf heraus.

4. Bodengleiche Dusche

Wer schon jemals in einem barrierefreien Badezimmer geduscht hat, weiß die Vorteile zu schätzen. Durch die schwellenlose Bauweise der bodengleichen Dusche fällt der Einstieg leicht; maximal 2,5 Zentimeter misst die Duschwanne in der Höhe. Das ist auch für Rollstühle kein Problem. Bei  durchgefliesten Duschboards ist der Übergang vollkommen ebenmäßig. Mit Glastüren statt eines Vorhangs wirkt das Badezimmer größer und offener – und die Türen öffnen sich zur Sicherheit nach außen.

Wer eine Dusche in ein Seniorenbad einbauen will, sollte auf die Maße achten: Für ein barrierefreies Bad misst die Dusche mindestens 1,20 Meter in Breite und Länge; ist die Nasszelle für einen Rollstuhlfahrer gedacht, sollte es mindestens 1,50 x 1,50 Meter sein.

5. Badewannen mit Tür

Das entspannte Bad nach einem anstrengenden Tag möchte kaum jemand missen. Gerade bei müden Knochen und schmerzenden Muskeln sorgt das warme Wasser für wohlige Momente. Besonders leicht klappt der Einstieg bei einer Badewanne mit Tür – die ist entweder bereits beim Kauf integriert oder wird nachträglich in die Wanne eingebaut. Abgedichtet ist die Tür mit einer Dichtung aus Silikon oder Gummi, schließlich soll das Wasser in der Wanne bleiben.

Eine gute Alternative ohne Tür sind in den Boden eingelassene Wannen mit einer Randhöhe von etwa 25 Zentimeter. Optisch erinnern sie stark an die herkömmlichen Badewannen. Selbst die 30plus-Generation ist vom Look begeistert. Den sicheren Halt beim Ein- und Ausstieg garantieren Griffe am Wannenrand sowie an der Wand; eine zusätzliche Antirutsch-Beschichtung im Inneren der Wanne garantiert den sicheren Stand. Seniorenbadezimmer? Das klingt nach viel Aufwand, muss aber nicht sein – und schon gar nicht ist es mit den kargen Bädern im Krankenhaus zu vergleichen. Im Vordergrund stehen Entspannung und Wohlfühlen. Bilder, Skulpturen, Pflanzen und Stores bringen Ambiente ins Bad.  Die Tipps sollen Sanierungswilligen die Orientierung erleichtern – und das Bad bleibt im Alter eine Wohlfühloase.




Wer wo wie lange lebt in Deutschland und warum

Der Frage, wer wo wie lange lebt, ist das Max-Planck-Institut für demographische Forschung in Rostock nachgegangen. Interessant war vor allem, ob es noch Ost-West-Unterschiede bei der Lebenserwartung gibt. Ja, aber kaum noch, so das Fazit. Vor allem die Frauen im Osten haben den Demographie-Experten zufolge den Rückstand gegenüber den Frauen im Westen nahezu aufgeholt.

Im Westen kommen Frauen auf 82,8 Jahre

Um es kurz zu machen – im Westen lag die durchschnittliche Lebenserwartung der Frauen bei 82,8 Jahren, im Osten bei 82,6 Jahren (Stand 2015); bei den Männern ist die Ost-West-Kluft noch etwas größer. Eine Studie von 2015 ergab, dass Männer im Osten im Schnitt 76,6 Jahre alt werden, Männer im Westen 78,0 Jahre. 2017 sieht die Situation schon ganz anders aus, wie der „Tagesspiegel“ im Juni 2017 schreibt. In Deutschland könne ein neugeborener Junge derzeit mit 78,2 Jahren rechnen; ein Mädchen komme auf 83,1 Jahre. Tendenz steigend. Im Deutschland während der Kaiserzeit hatten Neugeborene dem „Tagesspiegel“ zufolge hierzulande grade mal die Aussicht, 43 zu werden.

Wer wo wie lange lebt – abhängig von Wirtschaftskraft

Noch eins ist den Experten aufgefallen: Die Lebenserwartung hängt auch von der Wirtschaftskraft einer Region ab. Im Ruhrgebiet und im Saarland werden die Menschen nicht so alt – im Schnitt wohl gemerkt. Dafür fallen der Südwesten und der Süden Bayerns positiv auf. Statt Ost-West-Kluft bei der Lebensdauer gibt es den Forschern zufolge jetzt eine Süd-Nord-Kluft. Am ältesten werden die Frauen im Süden: Spitzenreiter bei der durchschnittlichen Lebenserwartung der Frauen ist Baden-Württemberg mit 83,6 Jahren, gefolgt von Sachsen, Bayern und Hessen. Der Atlas der Lebenserwartungen gleiche immer mehr einem Flickenteppich mit bundesweit einzelnen starken und schwachen Regionen, da auch im Westen Gebiete mit strukturellen ökonomischen Problemen zurückfallen. Das fiel auch dem „Tagesspiegel“ auf. Sie berufen sich dabei auf eine Studie des Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung.

Wo mehr Reiche wohnen, wird man älter. Weniger extrem als in den USA lässt sich das auch hierzulande nachweisen. So ergab eine Studie, dass man im Landkreis Starnberg im Durchschnitt gut acht Jahre länger lebt als in Pirmasens. Und das Robert-Koch-Institut hat errechnet, dass Männer aus benachteiligten Schichten in Deutschland zehn Jahre früher sterben als Geschlechtsgenossen aus bessergestellten Familien. Männliche Neugeborene der ärmsten Kategorie kommen demnach auf 70,1 Jahre, die wohlhabendsten auf 80,9 Jahre. Bei Frauen sind es 76,9 und 85,3 Jahre.

Das Ruhrgebiet fällt zurück

Lagen die Kreise mit der kürzesten Lebensspanne der Frauen 1996 noch im Osten, häufen sie sich jetzt den Forschern des Max-Planck-Instituts in Nordrhein-Westfalen. „Diese Teile des Ruhrgebiets sehen zwar auf der Karte klein aus, haben aber ähnlich viel Bevölkerung wie ein ostdeutsches Bundesland“, sagt Demograf Rembrandt Scholz. Das Schlusslicht unter den Bundesländern bei der Lebenserwartung der Frauen, das Saarland, liegt ebenfalls im Westen.

So habe eine Studie ergeben, dass Menschen im Landkreis Starnberg im Durchschnitt gut acht Jahre länger leben als in Pirmasens. Und das Robert-Koch-Institut hat dem „Tagesspiegel“ zufolge errechnet, dass Männer aus benachteiligten Schichten in Deutschland zehn Jahre früher sterben als Geschlechtsgenossen aus bessergestellten Familien. Männliche Neugeborene der ärmsten Kategorie kämen demnach auf 70,1 Jahre, die wohlhabendsten auf 80,9 Jahre. Bei Frauen sind es 76,9 und 85,3 Jahre.

„Heute liegen deutschlandweit vor allem hoch entwickelte Regionen vorne“, so Rembrandt Scholz vom Max-Planck-Institut. Das hänge auch mit Wanderungsströmen zusammen. Hoch entwickelte Regionen ziehen Menschen mit hohem Bildungsgrad an, die deutlich länger leben.

Das Berlin-Institut hat auch festgestellte, dass „im Endeffekt die Lebenserwartung vor allem an zwei Faktoren hängt: Sozialstatus und Bildung“. Beides bedinge einander, es beeinflusse Einkommen und berufliche Stellung, Wohnsituation, Ernährung, Risikoverhalten – alles ganz wesentliche Faktoren für Gesundheit und langes Leben.

Damit haben gerade Vorruheständler in Baden-Württemberg und Bayern, zuvorderst Frauen, eine deutlich längere Spanne, die sie genießen können. Die Grafik unten spricht für sich.

Weiterführende Links:

Wer wo wie lange lebt

Wer wo wie lange lebt – Flickenteppich mit Süd-Nord-Gefälle. Ost-Deutschland hat aufgeholt, dafür ist das Ruhrgebiet zurückgefallen, wie aus einer Studie des Max-Planck-Institut hervorgeht

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