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Tag 15 meiner Tour de France – es ist Féria in Nîmes. La Feria ist immer Pfingsten, dieses Jahr vom 1. bis 5. Juni. La Féria bedeutet blutiger Stierkampf – Corrida. Die Féria bringt zweimal pro Jahr Leben in die Stadt: Zu Pfingsten und zur Weinlesen im Herbst. Stierkampf ist der Mittelpunkt, daneben ziehen Pferdumzüge, Musikkapellen und Tanz sowie Wein die Besucher in ihren Bann. Umzüge, ähnlich wie zu Karneval in Köln, locken die Menschen nach Nimes – das sind Themenwägen, Reiter, Fanfarengruppen und Pyrotechniker. 

Féria in Nimes

 

Wir, sprich meine Älteste und ihr Mann fahren mit dem Shuttle-Bus zum Bahnhof, von wo aus die Avenue direkt zur Arena führt. Alles easy oder was? Nicht ganz, denn wir haben Danjo dabei, den Hund der Beiden. Die Security will uns erst nicht mitfahren lassen, hat dann doch ein Einsehen. Denn wie sollen wir ins Zentrum kommen? Viele Straßen sind gesperrt, Taxi nehmen keine Hunde mit – oder nur ungern. Die Security hat ein Einsehen und lässt uns einsteigen – für 2,60 aller et retour, sprich hin und zurück. 

Angst vor Anschlägen

Die meisten anderen kommen ebenfalls mit dem Shuttle-Bus zum Bahnhof. Über uns kreist ein Hubschrauber, überall patrollieren Soldaten mit Maschinengewehr. Frankreich ist aufgewacht nach den Anschlägen in Paris und Nizza. Polizei ist allgegenwärtig. Die Féria wäre natürlich ein ideales Ziel für Terroristen. Wir sehen dann doch vergleichsweise harmlos aus, deswegen bleiben wir unbehelligt. 

Corrida um 11.30 Uhr

Es liegt freudige Erwartung in der Luft. Wir sind dann um 11.30 Uhr an der Arena. Es hätte sogar noch Karten für die Corrida gegeben – 21 Euro das Stück. Aber mit Hund wird das nichts, denn einer müsste so lange draußen warten – und eine Corrida dauert zwei Stunden, mindestens. Am 4. Juni ab 11.30 Uhr stehen die Toros de Victoriano der Rio auf dem Programm und Enrique Ponce sowie Javier Jiménez, schließlich Andres Roca Rey – wohl als Ersatz. 

Wir begegnen der Gruppe „La Txunga“ vor der Arena, die uns kurzen Anhalten ließ. Sie zieht vorbei mit Trommelwirbel und Bannerschwenken. „La Txunga“ wird teilweise übertönt von der Musik anderer Kapellen, die in der Budenstraße aufspielt. 

Rote Tücher als Symbol

Wir lassen Corrida Corrida sein und umrunden den Bau. Nîmes  bewirbt sich zurzeit um die Aufnahme in die Liste der Weltkulturerben. Teile der Arena wurden – oder werden – erneuert. Insgesamt ist die Arena noch vergleichsweise gut erhalten. 

Viele der Besucher tragen rote Tücher um den Hals – wohl so eine Art Symbol für La Féria. Gesang, Gelächter, Ausgelassenheit – die Stimmung steigt. Wir entschließen uns noch, ein Panaché zu trinken und dann den Shuttle-Bus zum Hotel zu nehmen. 

Zurück im Hotel schlüpfen mein Schwiegersohn und ich in die Radl-Klamotten und schwingen uns auf’s Rad. Wir strampeln gen Süden bis Saint-Laurent-d’Aigouze, das ist auf dem Weg nach Aigues-Mortes am Meer. Wir übernachten im „Lou Garbin“ – ein ehemaliges Weingut in der „Petite Camargue“. Die Anlage ist liebevoll eingerichtet – stimmig eben. Die Häuschen Reet gedeckt, weiß getüncht, viele Bäume, zwei Pools. Es ist der Anlage anzumerken, dass hier jemand mit Verstand und einem Gefühl für Esthetik aus Werk gegangen ist. Trotzdem hat die Anlage „nur“ zwei Sterne. 

 

Au revoir et à bientot

Posted by Helmut Achatz

Vorruheständler, Journalist, Börsianer, Vorstand VHS Olching, Wirtschaftsingenieur,

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