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Über das Altwerden denken die meisten Menschen nur ungern nach. Sollten sie aber, denn die Bevölkerung altert stetig. Oft bedeutet das Angst vor abnehmender Mobilität: Bestimmte Tätigkeiten fallen schwerer, und Treppenstufen werden plötzlich zum Hindernis. Um sich nach wie vor wohl zu fühlen, kann ein Umbau helfen – und jeder kann bis ins hohe Alter in der gewohnten Umgebung bleiben.

Barrierefreies Bad heißt modernisieren

Das Badezimmer steht häufig im Fokus einer altersgerechten Anpassung – neben stufenlosen Zugängen zur Eingangstür, Treppenlifte in mehrstöckigen Wohnungen oder Häusern und einer besseren Beleuchtung des gesamten Wohnraums. Barrierefreie Bäder sind längst als moderner Mehrwert des Wohnraums zu verstehen – so entsteht erst gar nicht der Eindruck von Sterilität wie bei einem Pflegeheim. Vielmehr ist das Gegenteil der Fall, wie ein Blick in Hotels oder Neubauten belegt. Dort erfüllen barrierefreie oder barrierearme Bauweisen nicht nur die Standards des Bundes, sondern beeindrucken auch mit zeitgemäßem Design. Wer Informationen zu den erwähnten Standards sucht, wird im Leitfaden für barrierefreies Bauen des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit fündig.

Heute schon an morgen denken

Wer heute schon an morgen denkt, spart doppelt Kosten beim Umbau. Einige Beispiele zeigen, wie sich die Basis schaffen lässt, um in Zukunft Kosten zu sparen und frühzeitig Gefahrenquellen im Haushalt zu erkennen und zu umgehen:

    • “Duschen sollten möglichst ebenerdig gefliest und bodengleich sein, oder, falls das nicht möglich ist, einen maximal zwei Zentimeter hohen Einstiegsrand haben.”, rät die Aktion “Das sichere Haus”. Der gemeinnützige Verein, der sich unter anderem mit Unfallprävention beschäftigt, bietet viele weiterführende Informationen rund ums Thema. Sogenannte Walk-in Duschen, sprich Duschen mit schwellenlosen oder bodengleichen Einstieg, bieten die nötige Sicherheit und sind in diversen Ausführungen und für jeden Geschmack erhältlich. Sturzbedingten Verletzungen wird damit vorgebeugt. Rutschhemmende Bodenbeläge geben zusätzlichen Halt.
    • Oft unterschätzen Renovierungswillige den Bedarf an Freifläche zwischen den einzelnen Sanitärobjekten; manchmal erweisen sich die baulichen Gegebenheiten als problematisch. Um die Toilette herum zum Beispiel ist Bewegungsfreiraum besonders wichtig. Außerdem gilt es zu beachten, dass die Sitzhöhe mit etwa 46 bis 48 Zentimetern hoch genug ist, damit Senioren mühelos aufstehen können. Selbst in kleineren Badezimmern sollten rechts und links neben der Toilette Stützklappgriffe installiert sein – kein Problem, sie auch später kostengünstig nachzurüsten, sofern der Platz ausreicht. Bei zusätzlichen Einschränkungen durch einen Rollstuhl sind etwa 90 Zentimeter Bewegungsfreifläche zu einer Seite nötig, sowie eine Fläche von 150 mal 150 Zentimetern davor.
    • Wichtig ist außerdem, dass rings um das Waschbecken genügend Ablagefläche vorhanden ist, um Wasch- und Kosmetikutensilien ablegen zu können. Um vor dem Waschtisch sitzen zu können, sind diese in einer Einbauhöhe von 80 bis 85 Zentimetern zu montieren. Eine Unterputzlösung des Siphons verhindert, dass man sich die Knie stößt. Ein Flachaufputzsiphon stellt eine kostengünstige Alternative dar.

Handelt es sich nicht um einen umfangreicheren Hausumbau, sondern lediglich um die altersgerechte Anpassung des Badezimmers, ist es nicht notwendig, Architektenbüros zu beauftragen. Dann sind spezialisierte Handwerksbetriebe der richtige Ansprechpartner.

Foto: Flickr DAVINCI_BVM_LO_12 DAVINCI Haus

Posted by Helmut Achatz

Vorruheständler, Journalist, Börsianer, Vorstand VHS Olching, Wirtschaftsingenieur,

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