Regierung will mit Rentenkonto Rentner linken

Und wieder einmal gaukelt uns die Regierung vor, die Höhe der Rente ließe sich auf Knopfdruck abrufen. Arbeits- und Finanzminister schmieden eine unselige Allianz, um die Rentner mit einem Rentenkonto noch besser überwachen und abzocken zu können. Also Vorsicht!

Dem Staat ist nur daran gelegen, den Bürger zu kontrollieren, um auch noch den letzten Cent aus ihm heraus zu kitzeln. Ein Online abrufbares Rentenkonto wäre doch die ideale Lösung. Genau daran arbeiten Arbeit- und Finanzminister laut „Bild“. Mit einem Klick, so das Blatt, soll jeder in Deutschland zukünftig erfahren können, wie viel Geld er im Alter zur Verfügung hat.

Das hat nichts mit Fürsorge zu tun, dahinter steckt die Absicht, den Bürger auszuhorchen. Denn, für den Staat ist es ein leichtes, sich Zugang zu diesem Renten-Check zu verschaffen.

Wer will ein Rentenkonto?

Wer will denn so was? Es gibt einige Befürworter für eine solche übergreifende Infoplattform, in der alles zusammengefasst sein könnte, was der einzelne Bürger wissen muss, um einschätzen zu können, was er im Alter an Versorgungsansprüchen zu erwarten hat. Da ist zum einen der Bankenverband, dann natürlich der Arbeits- und Finanzminister und die Deutsche Renten Information. Auch das Deutsche Institut für Altersvorsorge spricht sich dafür aus. Treibende Kraft ist die Deutsche Renten Information.

Vorsicht vor staatlicher Fürsorge

Klingt aufs Erste plausibel und löblich. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung“ zitierte den jetzigen Wirtschaftsminister Peter Altmaier mit den Worten, dass „durch die Einführung eines digitalen Bürgerportals künftig sichergestellt werden soll, dass alle Verwaltungsdienstleistungen deutschlandweit elektronisch verfügbar sind“, so sein hehrer Ansatz. Gleichzeitig müsse ein solches Portal den Bürgern den Zugang zu einer unabhängigen Plattform bieten, die alle Ansprüche aus gesetzlicher Rente, Betriebsrente und privater Vorsorge sicher, einfach und übersichtlich zusammenfasst. Damit solle, so Altmaiers Argument, nachvollziehbar sein, „welche Anwartschaften der Bürger in den verschiedenen Säulen der Altersversicherung angespart hat“.

Wie gesagt, klingt fürsorglich. Cui bono – wem nützt ein solches Rentenkonto? Wirklich dem Bürger – oder nicht doch eher dem Staat. Dank eines solchen Rentenkontos kann der Staat dann viel besser abschätzen, wo er den Bürger noch schröpfen kann, denn dann liegen ja die ganzen Vermögensverhältnisse des Bürger offen – und für den Staat vergleichsweise bequem erreichbar.

Skepsis ist angebracht

Woher diese Skepsis? Dem Staat ist nicht zu trauen, das hat die Doppelverbeitragung von Direktversicherungen bewiesen. Der Staat beutet Betriebsrentner aus, für die Altersvorsorge wegen des Zugriffs von Staat und Krankenkasse zum Minus-Geschäft wird. Die Lebensversicherer werden vom Staat gezwungen, jeden Cent an die Krankenversicherung zu melden, den ein Bürger im Laufe seines Lebens über eine Direktversicherung angespart hat. Diese Information ist für Staat und Sozialversicherung Milliarden wert, denn der Besitzer einer Direktversicherung zahlt bei Rentenbeginn den Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil plus Pflegeversicherungsbeitrag an seine Krankenversicherung – annähernd 20 Prozent zehn Jahre lang. Möglich gemacht hat diese Enteignung ein Gesetz aus dem Jahre 2004, initiiert von der damaligen rot-grünen Regierung mit Unterstützung der Union. Das Gesundheitsmodernisierungsgesetz wird rückwirkend auch auf Verträge angewandt, die lang vor Inkrafttreten des Gesetzes abgeschlossen worden waren.

Excel statt Rentenkonto

Aber zurück zum Rentenkonto. Dem deutschen Staat ist in punkto Altersvorsorge nicht zu trauen, das hat er bis lang mehrfach bewiesen. Initiative in punkto Rentenübersicht ist besser – und dafür gibt es ein einfaches Mittel: eine Excel-Tabelle. Jeder kann in diese Tabelle alle Daten selbst eintragen, Excel summiert die Zahlen auf. Wer diese Tabelle ständig aktualisiert, hat problemlos einen Überblick über seine Altersvorsorge. Ach ja, Excel. Das ist ein Tabellenkalkulationsprogramm von Microsoft – das zu lernen ist kein Zauberwerk. Viele Windows-Nutzer dürften vermutlich bereits Excel auf ihrem Rechner haben. Die Bundesregierung könnte ja jedem ein Exemplar schenken. Wie wäre es denn, wenn der Staat statt in ein Rentenkonto zu investieren, in Finanzwissen investieren würde, wie es ja schon seit langem von Wirtschaftlern gefordert wird? Bislang sind alle derartigen Vorstöße im Sande verlaufen – oder habe ich da etwas nicht mitbekommen?




Offener Brief an Angela Merkel wegen Betriebsrenten

Betriebsrentner sind wütend, weil ihnen annähernd ein Fünftel im Alter fehlt. Sie werden von Staat und Krankenkassen abgezockt. Der Verein der Direktversicherungsgeschädigten (DVG) hat an Angela Merkel einen offenen Brief geschrieben, weil sie sich gegen eine Entlastung ausgesprochen hat.

Hier der Wortlaut des offenen Briefes des Vereins der Direktversicherungsgeschädigten (DVG) an Angela Merkel:

„Bild“ titelt „Merkel lehnt Entlastung von Betriebsrentnern ab“. Wir sind sehr überrascht, denn Union und SPD haben sich für eine Entlastung ausgesprochen. Damit brüskieren Sie 18 Millionen Menschen, die seit 2004 satte 44 Milliarden Euro an Krankenkassen- und Pflegebeiträge gezahlt haben. Allein der Betrag verdeutlicht, wie ein Gesetz die Lebensplanung vieler Menschen sabotiert – ohne Vorwarnung, ohne Übergangsfrist und rückwirkend.

Merkel lehnt Entlastung ab

Die Bundesregierung hätte ausreichend Gelegenheit gehabt, dieses Unrecht wieder gutzumachen. Warum steht im Koalitionsvertrag nichts von Entlastung? Beseitigen Sie dieses Unrecht sofort! Unterstützen Sie die Initiativen der Bayerischen Staatsregierung, Ihres Gesundheitsministers Jens Spahn und zahlreicher Kolleginnen und Kollegen Ihrer Fraktion. Und akzeptieren Sie doch bitte die klare Beschlusslage des Parteitages der CDU.

Protest gegen Merkels Hinhaltetaktik

Denken Sie daran: Schlechte Wahlergebnisse haben Gründe. Irgendwann begreift auch der letzte Wähler, was er von den Wahlversprechen der Union zu halten hat. Der Direktversicherungsgeschädigte e.V. (DVG) ist offen für Vorschläge zur Entlastung. Was wir nicht länger hinnehmen, ist das „Aussitzen“ dieses Themas.

Wir hoffen, Sie begreifen, dass die Bürger diesen Zustand nicht länger einfach hinnehmen. Sie müssen umdenken, um bei den bevorstehenden Wahlen das Vertrauen von 18 Millionen Wählerinnen und Wählern zurück zu gewinnen.




So können Rentner Steuern sparen

Durch die Rentenerhöhungen werden immer mehr Rentner steuerpflichtig. Wer 2018 mehr als 9000 Euro – der steuerliche Grundfreibetrag – Rente plus Zusatzverdienst bezieht, muss eine Steuererklärung abgeben und zahlt Steuern. Wie Rentner Steuern sparen können.

Übersteigt die Rente plus Zuverdienst durch Nebentätigkeiten 9000 Euro (Grundfreibetrag), sind auch Rentner dazu verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben. In dieser Erklärung machen sie viele Angaben genauso wie steuerpflichtige Arbeitnehmer. Allerdings gibt es da einiges, was speziell auf Rentner gemünzt ist – und ihnen zugutekommt. Wer das weiß und nutzt, kann bei der Steuererklärung einiges sparen.

So lassen sich Steuern drücken

Die Lohnsteuerhilfe (Lohi) schätzt, dass durch die Rentenerhöhung 2019 rund 48 000 Rentner Steuern zahlen müssen, die bisher keine Steuern zahlen mussten. Ein Viertel aller Rentner, knapp fünf Millionen Senioren, müssen der Lohi zufolge 2019 ihre Steuererklärung abgeben, worüber sich der Finanzminister freut, der 410 Millionen Euro zusätzlich kassiert.

Jeder sollte seine Steuern drücken – wie geht das? Hans Daumoser, Vorstand der Lohi Bayern, stellt die sieben effektivsten Steuertipps für Rentner vor:

Sonderausgaben

„Zunächst dürfen laut Gesetz die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung als Sonderausgaben angesetzt werden“, so der Steuerexperte der Lohi. „Das sind immerhin schon rund elf Prozent der Rente.“ Auch Beiträge zur Haftpflicht-, Unfall- oder Zahnzusatzversicherung kommen in Frage, wenn die steuerliche Höchstgrenze noch nicht erreicht wurde. Nicht zu vergessen sind die sonstigen Sonderausgaben, wie ein Versorgungsausgleich, Unterhaltsleistungen, die Kirchensteuer, Parteibeiträge und Spenden. In den meisten Fällen wird der Pauschbetrag von 36 Euro (72 Euro bei gemeinsamer Veranlagung) überschritten.

Haushaltsnahe Dienstleistungen

Werden haushaltsnahe Dienstleistungen in Anspruch genommen, so können die Kosten dafür zu 20 Prozent abgesetzt werden. Darunter fallen nicht nur die Kosten für eine Putzhilfe oder ambulante Pflege, sondern auch der Hausnotruf. Wer krankheitsbedingt in einem Pflegeheim wohnen muss, kann alle Dienstleistungen im Heim, auch für den Haarschnitt oder die Fußpflege, als haushaltsnahe Dienstleistung geltend machen. Mieter finden häufig auch Posten in der Nebenkostenabrechnung des Vermieters, die absetzbar sind. Ähnlich zu den haushaltsnahen Dienstleistungen lassen sich auch Handwerkerrechnungen in der Rente von der Steuer absetzen.

Außergewöhnliche Belastungen

Alle Ausgaben, die unter die außergewöhnlichen Belastungen fallen, sollten für die Steuererklärung addiert werden. Dies sind beispielsweise die Kosten für eine Brille, ein Hörgerät, den Zahnersatz oder den Rollator. Auch nicht verschreibungspflichtige Medikamente auf Rezept, Zuzahlungen bei der Physiotherapie, Honorare für Heilpraktiker oder vom Arzt verordnete medizinische Behandlungen, die die Krankenkasse nicht übernommen hat, können in der Steuererklärung angegeben werden. Wissenschaftlich nicht anerkannte Behandlungen müssen zuvor vom Amtsarzt attestiert werden.

Fahrtkosten zum Arzt, zur Physiotherapie oder ins Krankenhaus können mit 30 Cent pro Kilometer berücksichtigt werden. Viele einzelne kleinere Rechnungen können hier am Ende ins Gewicht fallen. Und große Investitionen wie in einen Treppenlift, im Zuge eines alters- oder behindertengerechten Umbaus des Eigenheims, machen sich richtig bemerkbar. Es kommt zwar die zumutbare Belastung zum Tragen, bevor etwas abgesetzt werden kann, aber die ist bei kleineren Renten nicht wirklich hoch.

Behindertenpauschbetrag

Bei permanenten chronischen Leiden oder dauerhaften gesundheitlichen Einschränkungen sollte darüber nachgedacht werden, ob nicht ein Behinderungsgrad festgestellt werden kann. Wird ein Grad der Behinderung von 25 bis 100 bescheinigt, so kann nach dem Grad gestaffelt der Behinderten-Pauschbetrag zwischen 310 und 1420 Euro und erhöht bis 3700 Euro geltend gemacht werden.

Liegt der Behinderungsgrad bei 70 mit dem Merkmal „G“ oder bei 80, so kann zusätzlich eine Pauschale für Fahrtkosten in Höhe von 900 Euro als außergewöhnliche Belastung beansprucht werden. Bei den Merkmalen „aG“, „BI“ oder „H“ können für Privatfahrten von bis zu 15 000 Kilometer und sogar bis zu 4500 Euro abgesetzt werden, wenn die tatsächliche Fahrleistung nachgewiesen oder glaubhaft gemacht werden kann.

Werbungskosten

Jedem steuerpflichtigen Rentner wird vom Finanzamt automatisch eine Pauschale von 102 Euro angerechnet. Oft liegen aber höhere Werbungskosten, beispielsweise  aufgrund einer gebührenpflichtigen Renten- oder Steuerberatung, Mitgliedschaft bei einem Lohnsteuerhilfeverein, Kontoführungsgebühren, Gewerkschafts- oder Verbandsbeiträgen vor. Auch Rechtsberatungs- oder Prozesskosten, bei denen es um die Rente geht, sind anzuführen. Wird einem Nebenjob, der kein Minijob ist, nachgegangen, so kommen die Fahrtkosten, Arbeitsmittel und Fortbildungskosten dazu.

Günstigerprüfung für Kapitalerträge

„Liegt der persönliche Steuersatz in der Rente unter 25 Prozent und fallen aufgrund von lebenslangen Ersparnissen Kapitalerträge an, so sollte auf der Anlage KAP die „Günstigerprüfung“ angekreuzt werden“, rät Hans Daumoser. Denn dann wird die Differenz zwischen dem niedrigeren persönlichen Steuersatz und der abgeführten Abgeltungsteuer rückerstattet.

Wer Steuern zahlen muss, sollte seine Steuererklärung von sich aus fristgerecht abgeben und darauf achten, dass er möglichst viel absetzen kann. Damit das Finanzamt die Abzüge anerkennt, müssen aber das ganze Jahr über Belege gesammelt werden. Denn nur nachweisliche Ausgaben werden steuerlich berücksichtigt. Wer jedoch unter dem steuerfreien Existenzminimum lebt, kann sich von der Abgabepflicht zur Steuererklärung befreien lassen und ist damit ein für alle Mal den Papierkram los.

 

Quelle: obs/Lohnsteuerhilfe Bayern e.V./© lohi




Frauen sind im Alter arm dran – ärmer als Männer

Beim Ruhestandsgeld klafft weiter eine Lücke zwischen Frauen und Männern. Sie wird zwar langsam kleiner, weil mehr Frauen erwerbstätig sind und Erziehungszeiten besser anerkannt werden, aber so richtig befriedigen kann das nicht.

Wenn westdeutsche Frauen ihren Rentenbescheid anschauen, muss ihnen schlecht werden, denn da stehen im Schnitt kaum mehr als 600 Euro und ein paar Zerquetschte drauf. Westdeutsche Männer bekommen hingegen im Schnitt 1078 Euro und damit deutlich mehr. Die Lücke bei den Renten der Vertreter beider Geschlechter ist gewaltig. Ostdeutsche haben’s besser, vor allem ostdeutsche Frauen, denn sie bekommen im Schnitt wohlgemerkt 894 Euro, ostdeutsche Männer 1171 Euro.

In der ehemaligen DDR war das System der Kindergärten und Horte deutlich besser ausgebaut als in Westdeutschland, weswegen ostdeutsche Frauen durchgehend arbeiten konnte. Zudem war Arbeitslosigkeit in Ostdeutschland bis zur Wende nahezu unbekannt. Das heißt, viele ostdeutsche Frauen können bis dahin eine durchgehende Erwerbsbiografie vorweisen.

Frauen bekommen 606 Euro, Männer 1087

Die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung hat sich die Unterschiede bei den Ruhegeldern einmal vorgenommen und errechnete, dass Frauen 2014 durchschnittlich 618 Euro, Männer 1037 Euro gesetzliche Renten bekommen. Bei den Betriebsrenten sei die Differenz sogar noch eklatanter. So bekämen Männer 2011 im Schnitt mit 574 Euro fast dreimal so viel Geld wie Frauen. Für 2015 hat die Stiftung ein „Gender Pension Gap“ von 53 Prozent errechnet. Seitdem hat sich kaum etwas verändert, denn auch heute sind die Unterschiede immer noch eklatant.

Gesetzliche und private Rente addiert, sind es bei Frauen nur 43 Prozent der Altersbezüge wie bei Männern. Die Unterschiede haben sich der Studie zufolge seit Anfang der 90er-Jahre zwar angeglichen, aber so richtig befriedigen kann das niemand.

Wer hat schuld an dieser Diskrepanz?

Wer oder was trägt Schuld an dieser Diskrepanz: Die mangelnde Vereinbarkeit von Kindererziehung und Arbeit. Mal ehrlich, meist bleibt die Kindererziehung doch bei den Frauen hängen – und damit sind sie später im Rentenalter die Gekniffenen. Denn ihnen fehlen Beitragszeiten, obwohl sie etwas für die Rentenversicherungen getan haben, nämlich das Heranziehen künftiger Beitragszahler.

Knapp zusammengefasst heißt das:

  • Lücken in der Erwerbsbiografie: Frauen waren häufig nicht durchgängig berufstätig
  • oft nur Teilzeit: Frauen arbeiten häufig nur Teilzeit
  • Niedriglohn: Frauen tendieren zu Berufen (sozialer Bereich, Dienstleistung), in denen sie weniger verdienen
  • Öfter mal Pausen: Kinder zu betreuen, verlangt Präsenz und das lsst sich nur schwer mit dem Job vereinbaren
  • Minijobs: häufig nutzen Frauen Minijobs ohne Rentenversicherung

Frauen weltweit schlechter versorgt

Übrigens, die „geschlechtsbezogene Ungleichheit in der Alterssicherung ist keine deutsche Besonderheit, wenngleich die Situation in Deutschland im europäischen Vergleich besonders ungünstig ist“, so das Institut der Hans-Böckler-Stiftung.

Am 8. März 2019 ist Frauentag – und in Berlin sogar ein Feiertag, den es einst auch in der DDR gab. Die Berliner haben den Frauentag vor allem eingeführt, weil sie sonst so wenige Feiertage haben. Bayern beispielsweise hat 13 Feiertag, die Augsburger sogar noch einen mehr. Wer in erfunden hat, darüber streiten sich Deutsche und Amerikaner. Denn bereits 1909 haben gab es einen Frauentag in den USA. 1910 schlug die deutsche Sozialistin Clara Zetkin auf der Frauenkonferenz in Kopenhagen die Einführung eines entsprechenden Gedenktags vor.

Am 18. März 2019 gibt es dann den Equal Pay Day. Der Equal Pay Day (EPD) ist so etwas Ähnliches wie der Steuerzahlergedenktag, denn bis dahin arbeiten Frauen umsonst (im Vergleich zu Männer, die mehr verdienen). 2018 war der Equal Pay Day übrigens am 19. März, das heißt, es hat sich in punkto Gender Pay Gap kam etwas verändert.




Lebensversicherungen sind nichts für die Altersvorsorge

Unbewusst haben wir’s ja alle gewusst, dass Lebensversicherungen nicht für die Altersvorsorge taugen. Der Bund der Versicherten (BdV) hat es auf den Punkt gebracht: Viele, wenn nicht sogar die meisten kündigen ihre Versicherung – mit Recht, denn die Nachteile überwiegen.

„Kündigungen von Lebensversicherungen sind der Normalfall, nicht die Ausnahme“, hat der BdV hochgerechnet und bezieht sich dabei auf die Statistik der Versicherer.  Die vom Gesamtverband der Versicherer (GDV) veröffentlichten Stornoquote liegt bei 2,6 Prozent. Hochgerechnet auf eine Laufzeit von 28 Jahren und länger kommt da einiges zusammen. Deshalb seien Leben-Policen ungeeignet zur Altersvorsorge, meint BdV-Vorstandssprecher Axel Kleinlein.

20 Prozent Abzug bei Lebensversicherungen

Der BdV schätzt, dass „wenn heute hundert Männer im Alter von 20 Jahren einen Vertrag bei einem Lebensversicherer zur Altersvorsorge abschließen, nur noch durchschnittlich 27 diesen Vertrag bei Rentenbeginn haben; drei werden verstorben sein und 70 werden den Vertrag zwischenzeitlich gekündigt haben“.

Wenn sich jetzt noch herumspricht, dass bei Auszahlung der Lebensversicherung annähernd 20 Prozent flöten gehen, dann lohnt sie sich überhaupt nicht mehr – und noch mehr kündigen oder lassen ihre Versicherung ruhen. Denn, für Kapitallebensversicherungen, die im beruflichen Umfeld abgeschlossen werden, müssen gesetzlich Krankenkassenversicherte doppelte Beiträge zahlen, was sich einschließlich Zusatz- und Pflegebeitrag auf mehr als 18 Prozent addiert. Eine Kapitallebensversicherung kann sich angesichts dieser hohen Abgabenquote nicht rentieren.

Negativzins ruiniert jede Rendite

Wegen des anhaltenden Negativzins verdienen die Versicherer immer weniger und haben die Überschussbeteiligung von Kapitallebensversicherungen meistens schon auf null abgeschmolzen. Einige Versicherungskonzerne wollen ihre Kunden mit einer Kapitallebensversicherung am liebsten ganz loswerden. Einige haben den Kundenstamm ja bereits in Run-off-Gesellschaften ausgelagert.

Diese Aktionen fördern nicht gerade das Vertrauen in eine Kapitallebensversicherung. Der BdV sieht darin gar die „Verwahrlosung der Lebensversicherungsbranche“, wie das „Versicherungsjournal“ schreibt. Versicherte würden nicht mehr als Vertragspartner gesehen, sondern zur Ware degradiert. Fakt ist, dass Lebensversicherungen kompliziert und intransparent seien, wie die „Nordwest Zeitung“ schreibt. Viele Kunden seien enttäuscht, wenn sie ihre Schlussabrechnung in Händen halten, weil es weniger ist als erwartet.

Versicherer verschaukeln Verbraucher

Die Branche wehrt sich natürlich gegen Attacke aus dem Verbraucherschutzlager. Der Branchenverband GDV wies laut „Versicherungsjournal“ die BdV-Behauptungen als „falsch“ zurück. Dabei werde unterstellt, dass die Stornoquote für jedes Jahr – unabhängig von der Laufzeit – identisch sei. Dabei zeige die Statistik, dass es mehr frühes als spätes Storno gebe. Hauptgründe für Storno seien Scheidung, Überschuldung und Arbeitslosigkeit. Die niedrige Stornoquote unterstreiche das Vertrauen der Kunden in die Lebensversicherung.

Doppelverbeitragung – wie bitte?

Wenn denn die Kundenfreundlichkeit der Versicherer so groß wäre, könnten sie ihre Kunden ja schon bei Vertragsabschluss über die Doppelverbeitragung zu Beginn der Rente aufklären. Mal ehrlich, wer wurde darüber aufgeklärt? Ich kennen keinen Fall, in dem der Versicherer seine Kunden über den annähernd 20-prozentige Verlust zu Beginn der Bezugsphase aufklärt. Ich lasse mich aber gern eines Besseren belehren.

Obwohl der Direktversicherungsgeschädigte e.V. (DVG) seit Jahren aufklärt und gegen diese Enteignung protestiert, gibt es immer noch viele mit Kapitallebensversicherung, die nicht wissen, was am Ende an Belastungen auf sie zukommt – sie sind dann bass erstaunt, dass ihnen fast ein Fünftel der Auszahlung von den Krankenkassen wieder abgeknöpft wird. Sie sollten erst einmal widersprechen.




Heute Niedriglohn – morgen magere Rente

Niedriglohn und Altersarmut sind mittlerweile Dauerthema. Schon im April 2016 nahm sich Anne Will des Themas an, heute wieder. Trotz Beschäftigungsboom droht Geringverdienern im Alter eine Rente nur knapp über Sozialhilfeniveau oder sogar darunter. Nur was passiert, um das zu ändern?

„Niedriger Lohn, magere Rente – was ist uns Arbeit wert?“ – so ähnlich hieß der Titel bereits 2016, den Anne Will in ihrer Sendung diskutieren ließ. Irgendwie einfallslos, oder? Verändert hat sich seitdem nicht viel. Anne Will lädt auch fast wieder die gleichen Leute ein – mit Malu Dreyer, eine SPD-Politikerin, mit Mike Mohring, einen CDU-Politiker, mit Katrin Göring-Eckardt, jemand von den Grünen, mit Petra Vogel ist wieder jemand von der IG Bau dabei, dann natürlich jemand von den Familienunternehmern, dieses Mal Reinhold von Eben-Worlée und Guido Fahrendholz. Koordinator einer Notunterkunft für Obdachlose in Berlin. Es kommt dann auch wie erwartet. „Tichys Einblick“ ätzt, dass „die Veranstaltung über weite Strecken zäh war, wie ein Zusammenschnitt aus Sendungen der letzten Monate, auf die ein Dramaturg frech ‚Best of‘ gepappt hat“.

Millionen arbeiten für Niedriglohn

Auch die Einführung zum Talk liest sich so ähnlich wie damals: „Immer mehr Menschen in Deutschland brauchen einen Nebenjob, um über die Runden zu kommen; rund vier Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind im Niedriglohnsektor tätig … und schon heute leben fast jede fünfte Rentnerin und jeder fünfte Rentner in Altersarmut … die Große Koalition will das Problem mit einer sogenannten Grundrente lösen und die Lebensleistung der Menschen in Deutschland besser honorieren.“ Ja, was ist schief gelaufen in Deutschland, dass so viele Menschen von ihrem Erwerb nicht mehr leben können?

Warum läuft es anderswo besser?

Wer sich an Anne Will und 2016 erinnert, hat ein Déjà-Vu-Erlebnis. Wie wäre es denn, mal zu fragen, warum es in Nachbarländern wie Dänemark, Schweden oder den Niederlanden besser läuft? Wie wäre es denn, mal zu fragen, warum das Pensionsniveau hierzulande so viel höher ist als das Rentenniveau? Wie wäre es denn, mal zu fragen, warum es keine Erwerbstätigenpension gibt? Wie wäre es denn, mal zu fragen, was Altersarmut mit den Negativzinsen zu tun hat? Ganz richtig warf Petra Vogel den Parteien vor, wirkungslos herumzudoktern, dabei müsse das gesamte Rentensystem verändert werden. „Es müssen Beamte, es müssen Abgeordnete und es müssen auch Selbständige mit in die Kassen einzahlen“, so Vogel.

Wir drehen uns also im Kreis – und das aus den Rundfunkgebühren finanziert.

Anne Will lief übrigens am 3. März 2019 um 21.45 Uhr im Ersten. Die Sendung lässt sich in der Mediathek abrufen.




Zum 1. März wird die Mütterrente ausbezahlt

Die SPD hat das Rentenpaket mit heißer Nadel gestrickt, dabei vergaß sie, dass die Rentenkasse etwas Zeit braucht, sich drauf einzustellen. Die Mütterrente II wird für Bestandsrentnerinnen erst jetzt zum 1. März rückwirkend ausgezahlt, aber auch nicht für alle auf einmal, sondern sukzessiv, das heißt, das kann sich bis Sommer hinziehen.

Die Mütterrente ist mehrmals geändert worden: Seit 2014 gab es für die vor 1992 geborenen Kinder erst einmal ein zweites Erziehungsjahr, seit Januar 2019 bekommen die annähernd zehn Millionen Mütter und Väter einen weiteren Zuschlag in Höhe eines halben Entgeltpunktes. Ursprünglich wollte die CSU jedem Kind drei Rentenpunkten zugestehen, es sind dann aber doch nur zweieinhalb geworden für die vor 1992 geborenen Kinder. Zur Erinnerung: Dagegen war vor allem die vermeintlich ach so gerechtigkeitsliebende SPD.

Wie viel bekommen Mütter mehr?

Dank der Rentenreform bekommen Mütter, deren Kinder vor 1992 geboren wurden, einen halben Rentenpunkt mehr erhalten. Das heißt, sie bekommen seit 1. Januar 2019 insgesamt zweieinhalb (2,5) Rentenpunkte pro Kind. Weil sich die Regierung so spät und nach viel Hickhack erst darauf geeinigt hatte, konnte das Geld nicht schon ab Januar für Rentnerinnen mit vor 1992 geborenen Kinder ausbezahlt werden. Neu-Rentnerinnen mit vor 1992 geborenen Kindern allerdings bekommen die erhöhte Mütterrente bereits seit Anfang 2019.

Pro Kind und Monat gibt es im Osten 15,35 Euro, im Westen 16,02 Euro mehr. Das bedeutet, dass West-Rentnerinnen zum 1. März rückwirkend für Januar und Februar 32,04 Euro ausbezahlt bekommen, Ost-Rentnerinnen 30,70 Euro. Insgesamt erhalten betroffene Rentnerinnen im Westen 192,24 Euro mehr, im Osten 184,20 Euro.

Verzögerung bei Mütterrente II

Die Verzögerung gab’s nur für Bestandsrentnerinnen, für alle Mütter (und Väter), die ab Januar 2019 in Rente gehen, ist alles paletti. Sie profitieren sofort von der Mütterrente II. Die Bestandsrentnerinnen müsse jedoch gedulden. Wie die „Deutsche Handwerks Zeitung“ schreibt, wird „die Reform im Laufe der ersten Jahreshälfte 2019 umgesetzt werden – hier gibt es Nachzahlungen rückwirkend ab Januar 2019.“ Genau diese zeitversetzte und rückwirkende Auszahlung beginne nun im März 2019. So werde die Mütterrente II ab März sukzessive auch an die Bezugsberechtigten ausgezahlt, die bereits im Ruhestand sind. Bis alle umgestellt sind, könne es nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung allerdings bis zum Sommer dauern.

Abgaben auf die Mütterrente

Rentnerinnen sollten sich aber nicht zu früh freuen, denn auf die Mütterrente fallen noch Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sowie gegebenenfalls Steuern an. Ferner wird die höhere Mütterrente auf die Grundsicherung angerechnet. Der Sozialverband VdK fordert einen Freibetrag für Leistungen der gesetzlichen Rente auf die Grundsicherung.

Antrag, um Mütterrente zu bekommen?

Rentnerinnen müssen die höhere Mütterrente nicht beantragen. Das gilt sowohl für Bestandsrentnerinnen wie Neurentnerinnen.

Dieser Beitrag erscheint im Rahmen der Challenge von Nadine Becker, die zu „28 Days of Blogging“ aufgerufen hat. Das heißt, 28 Tage im Februar jeden Tag einen Blog-Post zu schreiben. Alle Blogger, die mitmachen, verlinken ihre Beiträge auf Facebook in der Gruppe 28 Days of Blogging, bei Pinterest und Instagram. Bin selbst gespannt, ob ich das in letzter Konsequenz durchhalte.  Also, bleibt neugierig – wo immer ihr auch mitlest und haltet Ausschau nach #28daysofblogging .

Wer noch alles mitmacht bei #28DaysofBlogging:




Betriebsrente – ein Schuss in den Ofen wegen Staatsabzocke

Der Chef muss seit Anfang 2019 bei Neuverträgen etwas zur betriebliche Altersvorsorge zuzahlen – zu wenig, um die Nachteile in der Rente auszugleichen. So bleibt auch die „neue“ Betriebsrente ein Schuss in den Ofen.

Mit dem Betriebsrentenstärkungsgesetz sollte alles ganz anders werden – das Paradies für alle, die über den Betrieb fürs Alter vorsorgen. Ein schöner Traum. Die Wirklichkeit sieht ganz anders aus. Denn, wer genau hinschaut, stellt fest, dass die „neue“ Betriebsrente nicht viel besser ist als die „alte“. Die SPD hat Arbeitnehmer wieder über den Tisch gezogen und verkauft ihr Gesetz als den großen Wurf.

Der Chef wird einen Teufel tun und bei vor 2019 abgeschlossen Verträgen mitzahlen, dazu ist er ja auch nicht verpflichtet. Das Mitzahlen gilt laut §26a des Betriebsrentenstärkungsgesetzes für Altverträge erst ab 1. Januar 2022. Davor sind die Beschäftigten auf den Goodwill ihres Arbeitgebers angewiesen. Aber selbst, wer dem Chef einen neuen Vertrag, der nach dem 1. Januar 2019 abgeschlossen wurde, präsentiert, bekommt per Gesetz nur einem Zuschuss von 15 Prozent.  Dabei spart der Chef aber 20 Prozent Sozialabgaben. Das heißt, für die meisten, dass sich eine derart bezuschusste betriebliche Altersvorsorge immer noch nicht lohnt. Erst wenn der Chef 40 oder gar 50 Prozent zuschießt, lohnt sich das Sparen fürs Alter über den Betrieb.

Ein Schuss in den Ofen

Warum das? Weil Staat und Krankenversicherung am Ende so richtig zuschlagen und Direktversicherungen – um die geht es in der Regel –  rupfen. Also nicht von den 15 Prozent blenden lassen und auch nicht von den vermeintlichen niedrigeren Sozialabgaben. Das dicke Ende kommt zum Schluss.

Bei der Direktversicherung ist der Arbeitgeber der Versicherungsnehmer und nicht der Beschäftigte. Der Chef reicht aber nur das Geld an die Versicherung weiter. Der Arbeitnehmer hat somit nichts zu melden Deswegen kann auch nur der Arbeitgeber so eine Versicherung kündigen, weil er ja der Versicherungsnehmer ist. Beim Job-Wechsel wird’s ebenfalls schwierig, eben weil der Chef der Versicherungsnehmer ist. Wer weiß, ob der neue Chef gewillt ist, die bisherige Direktversicherung weiterzuführen.

Haken an der Betriebsrente

Der Arbeitnehmer verzichtet auf einen Teil seines Bruttogehalts und lässt dieses Geld von seinem Chef an die Direktversicherung überweisen. Das heißt, für den Teil vom Gehalt, denn der Angestellte nicht ausbezahlt bekommt, muss er auch keine Steuern und Sozialabgaben zahlen. Das klingt im ersten Moment verlockend, aber die Folgen sind gravierend.

Wie gesagt, bei neu abgeschlossenen Verträgen muss der Chef 15 Prozent zuschießen, weil er sich ja Sozialabgaben spart – und das sind immerhin 20 Prozent, so denn der Beschäftigte unterhalb der Beitragsbemessungsgrenzen für die Rentenversicherung und für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung liegt. Vielleicht wäre der Chef ja bereit, die ganzen eingesparten Sozialabgaben weiterzugeben. Fragen kostet nichts.

Am Ende vom Staat abgezockt

Wer über den Betrieb fürs Alter vorsorgt, muss vom Ende her denken. Was bleibt mir in der Rente vom eingezahlten Geld übrig? Was der Arbeitnehmer in der Einzahlphase spart, muss er in der Rente wieder hergeben. Er zahlt dann seinen Anteil an der Kranken- und Pflegeversicherung plus den Anteil des Arbeitgebers. Die Politik will noch immer nichts daran ändern, obwohl die Betriebsrente damit für viele zum Minus-Geschäft wird, denn zum Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil an der Krankenkasse kommt noch der Zusatzbeitrag und der Pflegebeitrag – alles in allem mehr als 18 Prozent. Die Direktversicherung kann da gar nicht rentabel genug sein, wenn am Ende annähernd ein Fünftel an die Sozialkasse geht. Das Perfide daran, diese Abzüge zahlt der Betriebsrentner zehn Jahre lang, sprich über 120 Monate. Wenn in dieser Zeit die Sozialabgaben steigen, ist er jedes Mal mit dabei und zahlt und zahlt und zahlt …

Wer privat krankenversichert ist, zahlt natürlich nichts. Auch wer eine private Lebensversicherung abschließt, zahlt natürlich nichts. Also ist es besser, den Chef um eine Gehaltserhöhung zu bitten und sie dann privat anzulegen. Das ist flexibler und rentabler. Das kann aber nicht Sinn des Betriebsrentenstärkungsgesetzes sein, oder?

Betriebsrente mindert gesetzliche Rente

Mit der Kranken- und Pflegeversicherung ist es ja nicht getan. Der Fiskus schröpft Betriebsrentner, die ab 2040 ihren Ruhestand antreten. Die Betriebsrente wird dann zu hundert Prozent versteuert.

Damit der Betriebsrentner ja nicht übermütig wird im Alter und nicht weiß, wohin mit dem vielen Geld aus seiner betrieblichen Altersvorsorge, bekommt er natürlich weniger gesetzliche Rente, denn in seiner aktiven Phase hat er ja wegen der Entgeltumwandlung auch weniger in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt. Wenn er im Berufsleben krank oder arbeitslos wird, bekommt er natürlich auch entsprechend weniger Kranken-, Eltern- oder Arbeitslosengeld.

Lohnt eine Betriebsrente überhaupt?

Gute Frage. Sie lohnt sich nur, wenn der Chef ordentlich etwas dazuzahlt und wenn die ausgesuchte Direktversicherung auch entsprechende Rendite abwirft – und das über einen langen Zeitraum, denn so eine Direktversicherung läuft unter Umstände über Jahrzehnte. In dem allermeisten Fällen lohnt sich eine Direktversicherung eben nicht. Der Ex-Versicherungsmanager Sven Enger hat in seinem Buch „Alt, Arm und Abgezockt“ genau beschrieben, wie Betriebsrentner von den Versicherungen über den Tisch gezocken werden. Nicht von ungefähr verdienen Versicherer immer noch glänzend, Allianz hat erst vor kurzem einen Rekordgewinn für 2018 von 11,5 Milliarden Euro ausgewiesen. Woher das Geld stammt, kann sich jeder an den fünf Fingern abzählen.

Es gibt Berechnungen von „Finanztest“ die Betriebsrentner wenig Hoffnung machen. Wer als ledigen Gutverdiener mit einem Jahresbrutto von 58 000 Euro monatlich 100 Euro einzahlt und auf garantierte 107 Euro Monatsrente hofft, muss sich nach 27 Jahren Einzahlung mit 67 Euro netto begnügen – ein schlechter Deal.

Problem ist der Doppelbeitrag

Insofern ist das Betriebsrentenstärkungsgesetz ein Betriebsrentenschwächungsgesetz. So lange es beim doppelten Krankenkassenbeitrag von Betriebsrenten bleibt, ist von einer Direktversicherung eher abzuraten. Da muss schon viel zusammenkommen, dass sie sich am Ende lohnt.

Übrigens, weder die Arbeitgeber noch die Direktversicherung, noch die Krankenversicherung und auch nicht die Gewerkschaften klären die Arbeitnehmer über die vielen Haken einer derartigen Betriebsrente auf. Dem Arbeitgeber ist es vermutlich egal, die Direktversicherung sieht nur die Prämien, die Krankenkassen warten auf den Tag der Auszahlung und die IG Metall verkauft ja mit ihrer Metallrente selbst Direktversicherungen. Alle arbeiten zusammen, um den Arbeitnehmer glauben zu lassen, das wäre eine gute Sache. So aber wird das Vertrauen in die Betriebsrente verspielt – und die Betriebsrentner sind wütend, wenn sie feststellen, dass sie verschaukelt wurden.

Metallrente ist ein Flop

Obwohl weder Arbeitgeber noch Krankenkassen noch Versicherung noch Gewerkschaft über die Nachteile informieren, hat sich herumgesprochen, dass die Betriebsrente ein Minus-Geschäft ist – es werden immer weniger Betriebsrentenverträge abgeschlossen. Laut „Handelblatt“ ist der Verbreitungsgrad der betrieblichen Altersvorsorge seit 2013 bis 2017 von 58,9 auf 55,6 Prozent geschrumpft. Das heißt umgekehrt, dass wegen dieser Abzocke durch Staat und Krankenkassen immer weniger einen entsprechenden Vertrag abschließen und mittlerweile knapp die Hälfte der Beschäftigten überhaupt keine Betriebsrente haben.

Dieser Beitrag erscheint im Rahmen der Challenge von Nadine Becker, die zu „28 Days of Blogging“ aufgerufen hat. Das heißt, 28 Tage im Februar jeden Tag einen Blog-Post zu schreiben. Alle Blogger, die mitmachen, verlinken ihre Beiträge auf Facebook in der Gruppe 28 Days of Blogging, bei Pinterest und Instagram. Bin selbst gespannt, ob ich das in letzter Konsequenz durchhalte.  Also, bleibt neugierig – wo immer ihr auch mitlest und haltet Ausschau nach #28daysofblogging .

Wer noch alles mitmacht bei #28DaysofBlogging:

 




Wieviel Untertan steckt noch in uns Bürgern?

Verdun und Ingolstadt haben eines gemeinsam – eine Dauerausstellung zum Ersten Weltkrieg. Wer durch die Reduit Tilly in Ingolstadt schlendert, ist erstaunt, was aus uns in hundert Jahren geworden ist. Aber die Obrigkeitshörigkeit haben wir Untertanen teilweise immer noch nicht abgelegt. Wie viel Untertan steckt in uns?

Die bayerische Armee gibt es nicht mehr, aber das Bayerische Armeemuseum“. Das Museum ist an sich schon sehenswert, noch packender ist aber die Dauerausstellung zum Ersten Weltkrieg. Wer begreifen will, wie wir Deutschen wurden was wir sind, fährt nach Ingolstadt und geht ins Reduit Tilly. „Das Reduit Tilly ist ein Festungsbau aus dem 19. Jahrhundert“, schreibt das Faltblatt zur Ausstellung. Dort, wo heute Bilder, Plakate und Gasmasken hängen, standen früher Kanonen. Heute schlendert der Besucher von Raum zu Raum, vom Deutsch-Französischen Krieg 1870/71, von Militär und Tradition, von Kriegsausbruch und Westfront, von Schützengraben und Materialschlacht, von Kolonien und Niederlage, von Geldentwertung und Revolution. Der Erste Weltkrieg bereitete den Zweiten vor.

Vom Untertan zum Revolutionär

Die Weimarer Republik trug von Anfang an das Scheitern in sich. Die Knebelung der Siegermächte waren die Ursache für Hunger und Unruhen. Marodierende Soldaten, die nach dem Krieg nicht mehr wussten wohin, organisierten sich in Freikorps und in Soldatenräte. Anarchie und Chaos, Hunger und Elend begleitete die Republik. Die Deutschen sehnten sich nach einem starken Mann, denn sie mit Hitler bekamen – anders, als sie sich das vorgestellt hatten.

Wer die Exponaten in der Reduit auf sich wirken lässt, begreift, wie es zum Ersten Weltkrieg und in der Folge zum Zweiten kam. Für uns heute ist das kaum vorstellbar, aber die Ausstellung dröselt die Fäden auf.

Obrigkeitshörigkeit und Patriotismus

Jedes Mal wieder war es Kadavergehorsam und Obrigkeitshörigkeit, die Selbstgefälligkeit der monarchischen Kräfte, das Untertanentum der Deutschen, die sich von einem Kaiser und einem Gröfaz – dem größten Führer aller Zeiten – vor den Karren spannen lassen. Nur wenige begehrten auf, zu wenige. Die Revolten während der Räterepublik vor hundert Jahren blieben nur eine Episode in der Geschichte. Davor und danach waren die Deutschen wieder brave Untertanen.

Für beide war es ein Leichtes, den Krieg  zum „Stahlbad“ zu verklären, „das wohltätig die Kräfte der Völker vor Erschlaffung bewahre“. Erschreckend die Begeisterung, mit der junge Männer in den Krieg zogen.

Wer die Reduit verlässt, weiß, warum das nie wieder passieren darf. Die Ausstellung ist Mahnung und Erinnerung, was Kriege anrichten.

Dieser Beitrag erscheint im Rahmen der Challenge von Nadine Becker, die zu „28 Days of Blogging“ aufgerufen hat. Das heißt, 28 Tage im Februar jeden Tag einen Blog-Post zu schreiben. Alle Blogger, die mitmachen, verlinken ihre Beiträge auf Facebook in der Gruppe 28 Days of Blogging, bei Pinterest und Instagram. Bin selbst gespannt, ob ich das in letzter Konsequenz durchhalte.  Also, bleibt neugierig – wo immer ihr auch mitlest und haltet Ausschau nach #28daysofblogging .

Wer noch alles mitmacht bei #28DaysofBlogging:




Deutschland bei Altersvorsorge international abgeschlagen

Deutschland hat seine Altersvorsorge in den vergangen 15 Jahren systematisch in die Grütze gefahren. Mittlerweile sind wir im internationalen Vergleich nur noch auf Platz 13 und deutlich abgeschlagen.

Die Niederländer machen’s besser, die Dänen, die Finnen, die Australier, die Schweden, die Norweger, Singapur, Chile, Neuseeland, die Kanadier, die Schweizer und die Iren: die Rente. Das deutsche Rentensystem ist nur Mittelklasse. Das brachte jetzt eine Studie des Beratungsunternehmens Mercer ans Licht. Deutschland liegt 2017 nur auf Platz 13 von 30 analysierten Ländern und hat sogar gegenüber 2016 noch einen Platz verloren. Das Beratungsunternehmen Mercer untersucht die Altersvorsorgesysteme von Länder weltweit. Kriterien sind dabei Nachhaltigkeit, Angemessenheit und Integrität. Die Skala reicht von 0 bis 100, wobei 100 überragend bedeutet.

Deutschland deutlich abgeschlagen

Mercer hat die Altersvorsorge untersucht und dabei die staatliche und die betriebliche Rente berücksichtigt sowie private Altersvorsorge. Die Dänen landen dabei schon zum sechsten Mal in Folge auf dem ersten Rang mit einer Punktzahl von 78,9 (von 100), knapp gefolgt von den Niederländern. Deutschland ist mit 66,8 Punkten weit abgeschlagen.

„Auch wenn Deutschland im internationalen Vergleich einen Rang zurückfällt, zeigt die Studie deutlich, dass unser Rentensystem mit einem ‚gesunden Mix‘ aus gesetzlicher Rente, betrieblicher und privater Altersvorsorge auf einem guten Weg ist“, meint Dr. Udo Müller, Rentenexperte bei Mercer. Das bezieht sich freilich auf 2017, denn 2018 und 2018 unternimmt die Regierung alles, um Betriebsrentner weiter abzuzocken. Das Betriebsrentenstärkungsgesetz wurde nicht genutzt, um die Betriebsrenten zu stärken, denn der Webfehler des doppelten Krankenkassenbeitrags ist immer noch nicht behoben.

Betriebsrentner werden abgezockt

Mercer meint sogar, das Betriebsrentenstärkungsgesetz, das im August 2017 erlassen wurde und ab 2018 in Kraft trat, würde die Situation verbessern – eher nicht. Das Beratungsunternehmen meint, dass die folgende Maßnahmen zu weiteren Verbesserungen des Altersvorsorgesystems beitragen:

  • Anhebung der Mindestrenten für Niedriglohn-Rentner
  • Weitere Erhöhung der Erwerbsquote älterer Arbeitnehmer
  • Verbesserung der Kommunikation an die Leistungsempfänger
  • Erhöhung der Teilnahmequoten in der betrieblichen Altersversorgung.

Die Berater sehen das leider zu optimistisch. Ob die Grundrente von Hubertus Heil kommt, ist ungewiss, die Erwerbsquote älterer Arbeitnehmer wird sich wegen der Rente mit 63 nicht erhöhen, von einer Verbesserung der Kommunikation an die Leistungsempfänger ist nichts zu bemerken und eine Erhöhung der Teilnehmerquote in der betrieblichen Altersvorsorge wird es auch nicht geben, denn die Doppelverbeitragung von Betriebsrenten hat Angela Merkel gerade abgelehnt („Merkel lehnt Entlastung von Betriebsrentner ab“, so „Bild“).

merkel-spahn

Merkel gegen Spahn – die Betriebsrentner sind die Dummen

Vor allem das Thema Nachhaltigkeit war Mercer wichtig. „Weltweit haben eine steigende Lebenserwartung und niedrige Investmenterträge ebenso signifikante wie längerfristige Auswirkungen auf die Fähigkeit vieler Systeme, angemessene Rentenleistungen bereitzustellen – jetzt und in Zukunft“, so das Beratungsunternehmen.  Japan, Österreich, Italien und Frankreich seien Beispiele für Volkswirtschaften, in denen die Rentensysteme nicht auf einem nachhaltigen Modell basieren, das aktuelle und zukünftige Generationen tragen könne.

Was macht Dänemark besser?

Dänemark erreichte bei der Nachhaltigkeit mit 79,8 Punkten den besten Wert von allen Ländern, Deutschland kam nur auf 40,9 Punkte. Auch bei der Integrität war Dänemark mit 81,3 Punkten deutlich bessere als Deutschland mit nur 74,0 Punkten. Integrität heißt,  Vertrauenswürdigkeit und Beständigkeit bei der Privatvorsorge. Der deutsche Staat führt leider Gesetze rückwirkend ein und greift in das Eigentum seiner Bürger ein – Verlässlichkeit sieht anders aus. Integrität schließt auch staatliche Aufsicht, Risikosteuerung und die Kommunikation ein. Damit ist es in Deutschland nicht besonders gut bestellt.

Dieser Beitrag ist Teil einer Serie über Rentensysteme im Ausland:

Blüm Was wir von Österreich lernen können Insgesamt zeigt Österreich, dass es auch anders geht – zum Nutzen der Rentner.

 

Die Rente in der Schweiz ruht auf drei SäulenWas wir von der Schweiz lernen können Die Schweizer sind bei der Altersvorsorge ein Vorbild, von dem deutsche Rentenpolitiker 

 

schweden Schweden Anders als die Deutschen setzen auch die Schweden auf den Kapitalmarkt für die Altersvorsorge – und fahren deutlich besser       als wir Deutsche.

 

norwegen Norwegen Die norwegische Staatsbank (Norges Bank) hat das Geld in Aktien und Immobilien weltweit in einem Pensionsfonds angelegt. Mittlerweile hat dieser Fonds ein Volumen von weit mehr als 8,23 Billionen norwegischer Kronen oder umgerechnet 825 Milliarden Euro.

 

niederlanden

 Niederlande Anders als die Deutschen setzen auch die Niederländer, wie die Schweden und Norwegern auf den Kapitalmarkt für die
Altersvorsorge. Die Niederländer brauchen deswegen vor Altersarmut auch keine Angst haben. Was wir von den Niederlanden lernen 

Dieser Beitrag erscheint im Rahmen der Challenge von Nadine Becker, die zu „28 Days of Blogging“ aufgerufen hat. Das heißt, 28 Tage im Februar jeden Tag einen Blog-Post zu schreiben. Alle Blogger, die mitmachen, verlinken ihre Beiträge auf Facebook in der Gruppe 28 Days of Blogging, bei Pinterest und Instagram. Bin selbst gespannt, ob ich das in letzter Konsequenz durchhalte.  Also, bleibt neugierig – wo immer ihr auch mitlest und haltet Ausschau nach #28daysofblogging .

Wer noch alles mitmacht bei #28DaysofBlogging: