Freiwillig Beiträge in die Rentenkasse zahlen

Freiwillig Beiträge in die Rentenkasse zahlen? Warum nicht! Wer noch rückwirkend für 2018 einzahlen will, muss sich beeilen, denn die Frist endet am 1. April 2019.

Bei Sparkassen und Banken gibt es keine Zinsen mehr, wie Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) gerade versicherte, warum also nicht in die Rentenkasse einzahlen und so das Ruhestandsgeld erhöhen. Freiwillig Beiträge können sich laut „Finanztip“ durchaus lohnen für alle, die noch 20 Jahre Rente beziehen (ohne Rentenerhöhung).

Freiwillig Beiträge zahlen

Die Beitragszahlung für das Jahr 2018 ist noch bis zum 31. März 2019 möglich, weil der 31. März aber auf einen Sonntag fällt, ist die Frist bis zum 1. April verlängert. Die Beitragshöhe kann zwischen dem Mindestbeitrag in Höhe von 83,70 Euro und dem Höchstbeitrag in Höhe von 1209 Euro frei gewählt werden. Die Beiträge können für Versicherte möglicherweise wichtig sein, um den Versicherungsschutz für eine Erwerbsminderungsrente aufrechtzuerhalten oder die Wartezeit für eine Altersrente zu erfüllen.

Seit 2017 können auch Altersvollrentner bis zum Erreichen ihrer Regelaltersgrenze freiwillige Beiträge zahlen, um ihre Rente zu erhöhen. Die Broschüre „Freiwillig rentenversichert: Ihre Vorteile“ informiert darüber, welche Möglichkeiten und Vorteile die freiwillige Versicherung bietet.




Heute Niedriglohn – morgen magere Rente

Niedriglohn und Altersarmut sind mittlerweile Dauerthema. Schon im April 2016 nahm sich Anne Will des Themas an, heute wieder. Trotz Beschäftigungsboom droht Geringverdienern im Alter eine Rente nur knapp über Sozialhilfeniveau oder sogar darunter. Nur was passiert, um das zu ändern?

„Niedriger Lohn, magere Rente – was ist uns Arbeit wert?“ – so ähnlich hieß der Titel bereits 2016, den Anne Will in ihrer Sendung diskutieren ließ. Irgendwie einfallslos, oder? Verändert hat sich seitdem nicht viel. Anne Will lädt auch fast wieder die gleichen Leute ein – mit Malu Dreyer, eine SPD-Politikerin, mit Mike Mohring, einen CDU-Politiker, mit Katrin Göring-Eckardt, jemand von den Grünen, mit Petra Vogel ist wieder jemand von der IG Bau dabei, dann natürlich jemand von den Familienunternehmern, dieses Mal Reinhold von Eben-Worlée und Guido Fahrendholz. Koordinator einer Notunterkunft für Obdachlose in Berlin. Es kommt dann auch wie erwartet. „Tichys Einblick“ ätzt, dass „die Veranstaltung über weite Strecken zäh war, wie ein Zusammenschnitt aus Sendungen der letzten Monate, auf die ein Dramaturg frech ‚Best of‘ gepappt hat“.

Millionen arbeiten für Niedriglohn

Auch die Einführung zum Talk liest sich so ähnlich wie damals: „Immer mehr Menschen in Deutschland brauchen einen Nebenjob, um über die Runden zu kommen; rund vier Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind im Niedriglohnsektor tätig … und schon heute leben fast jede fünfte Rentnerin und jeder fünfte Rentner in Altersarmut … die Große Koalition will das Problem mit einer sogenannten Grundrente lösen und die Lebensleistung der Menschen in Deutschland besser honorieren.“ Ja, was ist schief gelaufen in Deutschland, dass so viele Menschen von ihrem Erwerb nicht mehr leben können?

Warum läuft es anderswo besser?

Wer sich an Anne Will und 2016 erinnert, hat ein Déjà-Vu-Erlebnis. Wie wäre es denn, mal zu fragen, warum es in Nachbarländern wie Dänemark, Schweden oder den Niederlanden besser läuft? Wie wäre es denn, mal zu fragen, warum das Pensionsniveau hierzulande so viel höher ist als das Rentenniveau? Wie wäre es denn, mal zu fragen, warum es keine Erwerbstätigenpension gibt? Wie wäre es denn, mal zu fragen, was Altersarmut mit den Negativzinsen zu tun hat? Ganz richtig warf Petra Vogel den Parteien vor, wirkungslos herumzudoktern, dabei müsse das gesamte Rentensystem verändert werden. „Es müssen Beamte, es müssen Abgeordnete und es müssen auch Selbständige mit in die Kassen einzahlen“, so Vogel.

Wir drehen uns also im Kreis – und das aus den Rundfunkgebühren finanziert.

Anne Will lief übrigens am 3. März 2019 um 21.45 Uhr im Ersten. Die Sendung lässt sich in der Mediathek abrufen.




Zum 1. März wird die Mütterrente ausbezahlt

Die SPD hat das Rentenpaket mit heißer Nadel gestrickt, dabei vergaß sie, dass die Rentenkasse etwas Zeit braucht, sich drauf einzustellen. Die Mütterrente II wird für Bestandsrentnerinnen erst jetzt zum 1. März rückwirkend ausgezahlt, aber auch nicht für alle auf einmal, sondern sukzessiv, das heißt, das kann sich bis Sommer hinziehen.

Die Mütterrente ist mehrmals geändert worden: Seit 2014 gab es für die vor 1992 geborenen Kinder erst einmal ein zweites Erziehungsjahr, seit Januar 2019 bekommen die annähernd zehn Millionen Mütter und Väter einen weiteren Zuschlag in Höhe eines halben Entgeltpunktes. Ursprünglich wollte die CSU jedem Kind drei Rentenpunkten zugestehen, es sind dann aber doch nur zweieinhalb geworden für die vor 1992 geborenen Kinder. Zur Erinnerung: Dagegen war vor allem die vermeintlich ach so gerechtigkeitsliebende SPD.

Wie viel bekommen Mütter mehr?

Dank der Rentenreform bekommen Mütter, deren Kinder vor 1992 geboren wurden, einen halben Rentenpunkt mehr erhalten. Das heißt, sie bekommen seit 1. Januar 2019 insgesamt zweieinhalb (2,5) Rentenpunkte pro Kind. Weil sich die Regierung so spät und nach viel Hickhack erst darauf geeinigt hatte, konnte das Geld nicht schon ab Januar für Rentnerinnen mit vor 1992 geborenen Kinder ausbezahlt werden. Neu-Rentnerinnen mit vor 1992 geborenen Kindern allerdings bekommen die erhöhte Mütterrente bereits seit Anfang 2019.

Pro Kind und Monat gibt es im Osten 15,35 Euro, im Westen 16,02 Euro mehr. Das bedeutet, dass West-Rentnerinnen zum 1. März rückwirkend für Januar und Februar 32,04 Euro ausbezahlt bekommen, Ost-Rentnerinnen 30,70 Euro. Insgesamt erhalten betroffene Rentnerinnen im Westen 192,24 Euro mehr, im Osten 184,20 Euro.

Verzögerung bei Mütterrente II

Die Verzögerung gab’s nur für Bestandsrentnerinnen, für alle Mütter (und Väter), die ab Januar 2019 in Rente gehen, ist alles paletti. Sie profitieren sofort von der Mütterrente II. Die Bestandsrentnerinnen müsse jedoch gedulden. Wie die „Deutsche Handwerks Zeitung“ schreibt, wird „die Reform im Laufe der ersten Jahreshälfte 2019 umgesetzt werden – hier gibt es Nachzahlungen rückwirkend ab Januar 2019.“ Genau diese zeitversetzte und rückwirkende Auszahlung beginne nun im März 2019. So werde die Mütterrente II ab März sukzessive auch an die Bezugsberechtigten ausgezahlt, die bereits im Ruhestand sind. Bis alle umgestellt sind, könne es nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung allerdings bis zum Sommer dauern.

Abgaben auf die Mütterrente

Rentnerinnen sollten sich aber nicht zu früh freuen, denn auf die Mütterrente fallen noch Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sowie gegebenenfalls Steuern an. Ferner wird die höhere Mütterrente auf die Grundsicherung angerechnet. Der Sozialverband VdK fordert einen Freibetrag für Leistungen der gesetzlichen Rente auf die Grundsicherung.

Antrag, um Mütterrente zu bekommen?

Rentnerinnen müssen die höhere Mütterrente nicht beantragen. Das gilt sowohl für Bestandsrentnerinnen wie Neurentnerinnen.

Dieser Beitrag erscheint im Rahmen der Challenge von Nadine Becker, die zu „28 Days of Blogging“ aufgerufen hat. Das heißt, 28 Tage im Februar jeden Tag einen Blog-Post zu schreiben. Alle Blogger, die mitmachen, verlinken ihre Beiträge auf Facebook in der Gruppe 28 Days of Blogging, bei Pinterest und Instagram. Bin selbst gespannt, ob ich das in letzter Konsequenz durchhalte.  Also, bleibt neugierig – wo immer ihr auch mitlest und haltet Ausschau nach #28daysofblogging .

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Betriebsrente – ein Schuss in den Ofen wegen Staatsabzocke

Der Chef muss seit Anfang 2019 bei Neuverträgen etwas zur betriebliche Altersvorsorge zuzahlen – zu wenig, um die Nachteile in der Rente auszugleichen. So bleibt auch die „neue“ Betriebsrente ein Schuss in den Ofen.

Mit dem Betriebsrentenstärkungsgesetz sollte alles ganz anders werden – das Paradies für alle, die über den Betrieb fürs Alter vorsorgen. Ein schöner Traum. Die Wirklichkeit sieht ganz anders aus. Denn, wer genau hinschaut, stellt fest, dass die „neue“ Betriebsrente nicht viel besser ist als die „alte“. Die SPD hat Arbeitnehmer wieder über den Tisch gezogen und verkauft ihr Gesetz als den großen Wurf.

Der Chef wird einen Teufel tun und bei vor 2019 abgeschlossen Verträgen mitzahlen, dazu ist er ja auch nicht verpflichtet. Das Mitzahlen gilt laut §26a des Betriebsrentenstärkungsgesetzes für Altverträge erst ab 1. Januar 2022. Davor sind die Beschäftigten auf den Goodwill ihres Arbeitgebers angewiesen. Aber selbst, wer dem Chef einen neuen Vertrag, der nach dem 1. Januar 2019 abgeschlossen wurde, präsentiert, bekommt per Gesetz nur einem Zuschuss von 15 Prozent.  Dabei spart der Chef aber 20 Prozent Sozialabgaben. Das heißt, für die meisten, dass sich eine derart bezuschusste betriebliche Altersvorsorge immer noch nicht lohnt. Erst wenn der Chef 40 oder gar 50 Prozent zuschießt, lohnt sich das Sparen fürs Alter über den Betrieb.

Ein Schuss in den Ofen

Warum das? Weil Staat und Krankenversicherung am Ende so richtig zuschlagen und Direktversicherungen – um die geht es in der Regel –  rupfen. Also nicht von den 15 Prozent blenden lassen und auch nicht von den vermeintlichen niedrigeren Sozialabgaben. Das dicke Ende kommt zum Schluss.

Bei der Direktversicherung ist der Arbeitgeber der Versicherungsnehmer und nicht der Beschäftigte. Der Chef reicht aber nur das Geld an die Versicherung weiter. Der Arbeitnehmer hat somit nichts zu melden Deswegen kann auch nur der Arbeitgeber so eine Versicherung kündigen, weil er ja der Versicherungsnehmer ist. Beim Job-Wechsel wird’s ebenfalls schwierig, eben weil der Chef der Versicherungsnehmer ist. Wer weiß, ob der neue Chef gewillt ist, die bisherige Direktversicherung weiterzuführen.

Haken an der Betriebsrente

Der Arbeitnehmer verzichtet auf einen Teil seines Bruttogehalts und lässt dieses Geld von seinem Chef an die Direktversicherung überweisen. Das heißt, für den Teil vom Gehalt, denn der Angestellte nicht ausbezahlt bekommt, muss er auch keine Steuern und Sozialabgaben zahlen. Das klingt im ersten Moment verlockend, aber die Folgen sind gravierend.

Wie gesagt, bei neu abgeschlossenen Verträgen muss der Chef 15 Prozent zuschießen, weil er sich ja Sozialabgaben spart – und das sind immerhin 20 Prozent, so denn der Beschäftigte unterhalb der Beitragsbemessungsgrenzen für die Rentenversicherung und für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung liegt. Vielleicht wäre der Chef ja bereit, die ganzen eingesparten Sozialabgaben weiterzugeben. Fragen kostet nichts.

Am Ende vom Staat abgezockt

Wer über den Betrieb fürs Alter vorsorgt, muss vom Ende her denken. Was bleibt mir in der Rente vom eingezahlten Geld übrig? Was der Arbeitnehmer in der Einzahlphase spart, muss er in der Rente wieder hergeben. Er zahlt dann seinen Anteil an der Kranken- und Pflegeversicherung plus den Anteil des Arbeitgebers. Die Politik will noch immer nichts daran ändern, obwohl die Betriebsrente damit für viele zum Minus-Geschäft wird, denn zum Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil an der Krankenkasse kommt noch der Zusatzbeitrag und der Pflegebeitrag – alles in allem mehr als 18 Prozent. Die Direktversicherung kann da gar nicht rentabel genug sein, wenn am Ende annähernd ein Fünftel an die Sozialkasse geht. Das Perfide daran, diese Abzüge zahlt der Betriebsrentner zehn Jahre lang, sprich über 120 Monate. Wenn in dieser Zeit die Sozialabgaben steigen, ist er jedes Mal mit dabei und zahlt und zahlt und zahlt …

Wer privat krankenversichert ist, zahlt natürlich nichts. Auch wer eine private Lebensversicherung abschließt, zahlt natürlich nichts. Also ist es besser, den Chef um eine Gehaltserhöhung zu bitten und sie dann privat anzulegen. Das ist flexibler und rentabler. Das kann aber nicht Sinn des Betriebsrentenstärkungsgesetzes sein, oder?

Betriebsrente mindert gesetzliche Rente

Mit der Kranken- und Pflegeversicherung ist es ja nicht getan. Der Fiskus schröpft Betriebsrentner, die ab 2040 ihren Ruhestand antreten. Die Betriebsrente wird dann zu hundert Prozent versteuert.

Damit der Betriebsrentner ja nicht übermütig wird im Alter und nicht weiß, wohin mit dem vielen Geld aus seiner betrieblichen Altersvorsorge, bekommt er natürlich weniger gesetzliche Rente, denn in seiner aktiven Phase hat er ja wegen der Entgeltumwandlung auch weniger in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt. Wenn er im Berufsleben krank oder arbeitslos wird, bekommt er natürlich auch entsprechend weniger Kranken-, Eltern- oder Arbeitslosengeld.

Lohnt eine Betriebsrente überhaupt?

Gute Frage. Sie lohnt sich nur, wenn der Chef ordentlich etwas dazuzahlt und wenn die ausgesuchte Direktversicherung auch entsprechende Rendite abwirft – und das über einen langen Zeitraum, denn so eine Direktversicherung läuft unter Umstände über Jahrzehnte. In dem allermeisten Fällen lohnt sich eine Direktversicherung eben nicht. Der Ex-Versicherungsmanager Sven Enger hat in seinem Buch „Alt, Arm und Abgezockt“ genau beschrieben, wie Betriebsrentner von den Versicherungen über den Tisch gezocken werden. Nicht von ungefähr verdienen Versicherer immer noch glänzend, Allianz hat erst vor kurzem einen Rekordgewinn für 2018 von 11,5 Milliarden Euro ausgewiesen. Woher das Geld stammt, kann sich jeder an den fünf Fingern abzählen.

Es gibt Berechnungen von „Finanztest“ die Betriebsrentner wenig Hoffnung machen. Wer als ledigen Gutverdiener mit einem Jahresbrutto von 58 000 Euro monatlich 100 Euro einzahlt und auf garantierte 107 Euro Monatsrente hofft, muss sich nach 27 Jahren Einzahlung mit 67 Euro netto begnügen – ein schlechter Deal.

Problem ist der Doppelbeitrag

Insofern ist das Betriebsrentenstärkungsgesetz ein Betriebsrentenschwächungsgesetz. So lange es beim doppelten Krankenkassenbeitrag von Betriebsrenten bleibt, ist von einer Direktversicherung eher abzuraten. Da muss schon viel zusammenkommen, dass sie sich am Ende lohnt.

Übrigens, weder die Arbeitgeber noch die Direktversicherung, noch die Krankenversicherung und auch nicht die Gewerkschaften klären die Arbeitnehmer über die vielen Haken einer derartigen Betriebsrente auf. Dem Arbeitgeber ist es vermutlich egal, die Direktversicherung sieht nur die Prämien, die Krankenkassen warten auf den Tag der Auszahlung und die IG Metall verkauft ja mit ihrer Metallrente selbst Direktversicherungen. Alle arbeiten zusammen, um den Arbeitnehmer glauben zu lassen, das wäre eine gute Sache. So aber wird das Vertrauen in die Betriebsrente verspielt – und die Betriebsrentner sind wütend, wenn sie feststellen, dass sie verschaukelt wurden.

Metallrente ist ein Flop

Obwohl weder Arbeitgeber noch Krankenkassen noch Versicherung noch Gewerkschaft über die Nachteile informieren, hat sich herumgesprochen, dass die Betriebsrente ein Minus-Geschäft ist – es werden immer weniger Betriebsrentenverträge abgeschlossen. Laut „Handelblatt“ ist der Verbreitungsgrad der betrieblichen Altersvorsorge seit 2013 bis 2017 von 58,9 auf 55,6 Prozent geschrumpft. Das heißt umgekehrt, dass wegen dieser Abzocke durch Staat und Krankenkassen immer weniger einen entsprechenden Vertrag abschließen und mittlerweile knapp die Hälfte der Beschäftigten überhaupt keine Betriebsrente haben.

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Betriebsrentner und Grundrentner werden gegeneinander ausgespielt

Union und SPD schielen auf die Europa-Wahl und wollen Wähler mit Wohltaten ködern. Da ihnen die breiten Masse der Geringverdiener, sprich potentielle Grundrentner, wichtiger ist, wird die Entlastung von Betriebsrentner ad acta gelegt.

Es war bei „Bild“ nur eine kleine Meldung auf Seite zwei in der Mittwochsausgabe (13. Februar 2019), die aber Millionen von Betriebsrentnern betrifft, darunter auch viele mit einer Direktversicherung. „Bild“ schreibt, Merkel lehne die Entlastung von Betriebsrentnern ab. „Rund sechs Millionen Betriebsrentner müssen wohl auch in Zukunft den doppelten Krankenkassenbeitrag auf ihre Altersvorsorge zahlen“, so „Bild“. Nach Finanzminister Olaf Scholz (SPD) habe jetzt auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) dem Plan ihres Gesundheitsministers Jens Spahn (CDU) eine Absage erteilt. Merkel kategorisch: „Das geht nicht“. Weil die Abschaffung angeblich mit rund drei Milliarden Euro pro Jahr zu teuer sei.

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Merkel will ihrem Gesundheitsminister Spahn eines auswischen

In der gleichen Ausgabe, auf der gleichen Seite titelt das Blatt „So heimlich einigt sich die GroKo auf die Grundrente“. Über die Abschaffung des doppelten Beitrags wird schon jahrelang diskutiert, der Direktversicherungsgeschädigte e.V. (DVG) kämpft zäh gegen die Doppelverbeitragung. Zurzeit liegt eine Gesetzesinitiative der bayerischen Staatsregierung im Bundesrat, die Mittelstandsvereinigung der CDU hat auf dem CDU-Parteitag erfolgreich für die Abschaffung dieses Unrechts gekämpft – und jetzt soll es bei der Grundrente ganz schnell gehen. Spätestens bis Anfang Mai, so die „Bild“, werde es einen Gesetzesentwurf von Arbeitsminister Hubertus Heil geben. Wenn es nach der Union geht, soll dieser Entwurf noch vor der Sommerpause ins Kabinett.

Grund- gegen Betriebsrentner ausgespielt

Was da läuft, ist doch ganz klar. Für die Betriebsrentner ist angeblich nicht genug Geld da, aber für das Projekt Grundrente. Mit der Grundrente lässt sich bei Wählern auch besser punkten – und da will keiner hintan stehen. „Bild“ zitiert Mike Mohring, den CDU-Chef von Thüringen und Fraktionsvorsitzenden im Erfurter Landtag: „Die Grundrente kann und muss dieses Jahr beschlossen werden“. Klar, Mohring will Thüringens Ministerpräsident werden und Bode Ramelow, der der Linken angehört, am 27. Oktober 2019 beerben, dann ist nämlich Landtagswahl in Thüringen.

Wieder werden Wähler geködert

Union und SPD haben das Thema Grundrente gekapert, um Wähler zu ködern. Die Wohltaten gehen aber dieses Mal zu Lasten der Betriebsrentner, denn für ihre Entlastung von doppelten Krankenkassenbeiträgen ist plötzlich kein Geld mehr da, das wird ja für die Grundrente gebraucht. Dabei ist die Betriebsrente in der jetzigen Konstellation ein Minus-Geschäft, an dem Versicherer und Krankenkassen verdienen, aber nicht der Betriebsrentner.

Mittelstandsvereinigung für Betriebsrentner

Es gibt in der Union freilich auch eine andere Fraktion, angeführt von Mittelstandschef Carsten Linnemann, die sich für die Entlastung der Betriebsrentner engagiert. Merkel will Linnemann aber kleinhalten, wie ihr jüngstes Machtwort wieder verdeutlicht.

Möglichst viele sollten begreifen, dass wir Bürger wieder einmal von Merkel verschaukelt werden. Sie macht sich – wieder einmal – Themen der SPD zu eigen, um den Machterhalt der Union zu sichern. Ihr läuft die Zeit davon, denn die Europa-Wahl und vier Landtagswahlen stehen vor der Tür: am 26. Mai in Bremen, am 1. September in Brandenburg, am gleichen Tag in Sachsen und am 27. Oktober in Thüringen.

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Deutschland bei Altersvorsorge international abgeschlagen

Deutschland hat seine Altersvorsorge in den vergangen 15 Jahren systematisch in die Grütze gefahren. Mittlerweile sind wir im internationalen Vergleich nur noch auf Platz 13 und deutlich abgeschlagen.

Die Niederländer machen’s besser, die Dänen, die Finnen, die Australier, die Schweden, die Norweger, Singapur, Chile, Neuseeland, die Kanadier, die Schweizer und die Iren: die Rente. Das deutsche Rentensystem ist nur Mittelklasse. Das brachte jetzt eine Studie des Beratungsunternehmens Mercer ans Licht. Deutschland liegt 2017 nur auf Platz 13 von 30 analysierten Ländern und hat sogar gegenüber 2016 noch einen Platz verloren. Das Beratungsunternehmen Mercer untersucht die Altersvorsorgesysteme von Länder weltweit. Kriterien sind dabei Nachhaltigkeit, Angemessenheit und Integrität. Die Skala reicht von 0 bis 100, wobei 100 überragend bedeutet.

Deutschland deutlich abgeschlagen

Mercer hat die Altersvorsorge untersucht und dabei die staatliche und die betriebliche Rente berücksichtigt sowie private Altersvorsorge. Die Dänen landen dabei schon zum sechsten Mal in Folge auf dem ersten Rang mit einer Punktzahl von 78,9 (von 100), knapp gefolgt von den Niederländern. Deutschland ist mit 66,8 Punkten weit abgeschlagen.

„Auch wenn Deutschland im internationalen Vergleich einen Rang zurückfällt, zeigt die Studie deutlich, dass unser Rentensystem mit einem ‚gesunden Mix‘ aus gesetzlicher Rente, betrieblicher und privater Altersvorsorge auf einem guten Weg ist“, meint Dr. Udo Müller, Rentenexperte bei Mercer. Das bezieht sich freilich auf 2017, denn 2018 und 2018 unternimmt die Regierung alles, um Betriebsrentner weiter abzuzocken. Das Betriebsrentenstärkungsgesetz wurde nicht genutzt, um die Betriebsrenten zu stärken, denn der Webfehler des doppelten Krankenkassenbeitrags ist immer noch nicht behoben.

Betriebsrentner werden abgezockt

Mercer meint sogar, das Betriebsrentenstärkungsgesetz, das im August 2017 erlassen wurde und ab 2018 in Kraft trat, würde die Situation verbessern – eher nicht. Das Beratungsunternehmen meint, dass die folgende Maßnahmen zu weiteren Verbesserungen des Altersvorsorgesystems beitragen:

  • Anhebung der Mindestrenten für Niedriglohn-Rentner
  • Weitere Erhöhung der Erwerbsquote älterer Arbeitnehmer
  • Verbesserung der Kommunikation an die Leistungsempfänger
  • Erhöhung der Teilnahmequoten in der betrieblichen Altersversorgung.

Die Berater sehen das leider zu optimistisch. Ob die Grundrente von Hubertus Heil kommt, ist ungewiss, die Erwerbsquote älterer Arbeitnehmer wird sich wegen der Rente mit 63 nicht erhöhen, von einer Verbesserung der Kommunikation an die Leistungsempfänger ist nichts zu bemerken und eine Erhöhung der Teilnehmerquote in der betrieblichen Altersvorsorge wird es auch nicht geben, denn die Doppelverbeitragung von Betriebsrenten hat Angela Merkel gerade abgelehnt („Merkel lehnt Entlastung von Betriebsrentner ab“, so „Bild“).

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Merkel gegen Spahn – die Betriebsrentner sind die Dummen

Vor allem das Thema Nachhaltigkeit war Mercer wichtig. „Weltweit haben eine steigende Lebenserwartung und niedrige Investmenterträge ebenso signifikante wie längerfristige Auswirkungen auf die Fähigkeit vieler Systeme, angemessene Rentenleistungen bereitzustellen – jetzt und in Zukunft“, so das Beratungsunternehmen.  Japan, Österreich, Italien und Frankreich seien Beispiele für Volkswirtschaften, in denen die Rentensysteme nicht auf einem nachhaltigen Modell basieren, das aktuelle und zukünftige Generationen tragen könne.

Was macht Dänemark besser?

Dänemark erreichte bei der Nachhaltigkeit mit 79,8 Punkten den besten Wert von allen Ländern, Deutschland kam nur auf 40,9 Punkte. Auch bei der Integrität war Dänemark mit 81,3 Punkten deutlich bessere als Deutschland mit nur 74,0 Punkten. Integrität heißt,  Vertrauenswürdigkeit und Beständigkeit bei der Privatvorsorge. Der deutsche Staat führt leider Gesetze rückwirkend ein und greift in das Eigentum seiner Bürger ein – Verlässlichkeit sieht anders aus. Integrität schließt auch staatliche Aufsicht, Risikosteuerung und die Kommunikation ein. Damit ist es in Deutschland nicht besonders gut bestellt.

Dieser Beitrag ist Teil einer Serie über Rentensysteme im Ausland:

Blüm Was wir von Österreich lernen können Insgesamt zeigt Österreich, dass es auch anders geht – zum Nutzen der Rentner.

 

Die Rente in der Schweiz ruht auf drei SäulenWas wir von der Schweiz lernen können Die Schweizer sind bei der Altersvorsorge ein Vorbild, von dem deutsche Rentenpolitiker 

 

schweden Schweden Anders als die Deutschen setzen auch die Schweden auf den Kapitalmarkt für die Altersvorsorge – und fahren deutlich besser       als wir Deutsche.

 

norwegen Norwegen Die norwegische Staatsbank (Norges Bank) hat das Geld in Aktien und Immobilien weltweit in einem Pensionsfonds angelegt. Mittlerweile hat dieser Fonds ein Volumen von weit mehr als 8,23 Billionen norwegischer Kronen oder umgerechnet 825 Milliarden Euro.

 

niederlanden

 Niederlande Anders als die Deutschen setzen auch die Niederländer, wie die Schweden und Norwegern auf den Kapitalmarkt für die
Altersvorsorge. Die Niederländer brauchen deswegen vor Altersarmut auch keine Angst haben. Was wir von den Niederlanden lernen 

Dieser Beitrag erscheint im Rahmen der Challenge von Nadine Becker, die zu „28 Days of Blogging“ aufgerufen hat. Das heißt, 28 Tage im Februar jeden Tag einen Blog-Post zu schreiben. Alle Blogger, die mitmachen, verlinken ihre Beiträge auf Facebook in der Gruppe 28 Days of Blogging, bei Pinterest und Instagram. Bin selbst gespannt, ob ich das in letzter Konsequenz durchhalte.  Also, bleibt neugierig – wo immer ihr auch mitlest und haltet Ausschau nach #28daysofblogging .

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Ist die Riester-Rente so sicher wie die gesetzliche Rente?

„Die Rente ist sicher“, propagierte einst Norbert Blüm. Aber eben nicht in der Höhe, vergaß er zu sagen. Das ist das Problem. Was für die gesetzliche Rente gilt, gilt auch für die Riester-Rente. Sie kann die Versorgungslücke nicht schließen, wofür sie ursprünglich gedacht war.

„Das Kopfkissen – die bessere Riester-Rente?“, behauptet der Bund der Versicherten und provoziert damit die Versicherungsbranche. Wer hat Recht? Der Bund der Versicherten (BdV) hat in einer Studie ermittelt, „dass die Versicherungsunternehmen strukturell nicht in der Lage sind, erfolgreich mit den ihnen anvertrauten Werten zu arbeiten“. Das lasse sich sowohl auf hohe Kosten in der Ansparphase zurückführen, wie auch auf überzogene Annahmen zur Lebenserwartung, die die Rentenhöhe – und damit auch die Rendite – mindere, so die Studie des BdV.

Nur noch 0,9 Prozent Zins

Die Studie des BdV bezieht sich auf Riester-Rentenversicherungen, die mindestens den sogenannten Höchstrechnungszins abwerfen sollen. Der Höchstrechnungszins ist seit 1997 von vier Prozent auf mittlerweile 0,9 Prozent  gesunken, entsprechend niedrig fallen die Riester-Renten aus. Wer beispielsweise 20 Jahre lang monatlich 85 Euro eingezahlt hat und die 175 Euro Grundzulage mitgenommen hat, bekommt laut Stiftung Warentest bei der Allianz 77 Euro Riester-Rente ausgezahlt, bei DEVK nur 74 Euro, bei der R+V AG 77 Euro – nicht gerade üppig. Die Versicherungen versprechen zwar Überschussbeteiligungen, nur wer bereits Erfahrungen mit Versicherungen gemacht hat, weiß, dass die Überschussbeteiligungen im Lauf der Jahre teilweise bis auf null Euro abgeschmolzen wurden. Wie sollen die Konzerne auch Überschüsse angesichts der jahrelangen Nullzinsphase erwirtschaften – und daran wird sich auch so schnell nichts ändern, wie Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) unmissverständlich der ganze Welt mitteilte.

Wie die Überschüsse zusammenschmelzen

Der BdV hat also Recht, wenn er nur mit dem rechnet, was die Versicherer auf alle Fälle zahlen müssen. Aber selbst, wenn ein paar Euro Überschuss herausspringen, macht es das kaum besser. Der Gesamtverband der Deutschen  Versicherungswirtschaft (GDV) lässt das natürlich nicht auf sich sitzen und hält dagegen. Von Negativrenditen könne keine Rede sein, nach Steuern seien mit Riester-Renten Renditen zwischen drei und vier Prozent zu erzielen. „Das ist reine Polemik“, so der GDV-Geschäftsführer Peter Schwark. Der BdV kalkuliere mit viel zu niedrigen Lebenserwartungen und gehe von einem „unrealistischen Worst-Case-Szenario“ aus. Den schlimmsten Fall gibt es offensichtlich bei Versicherern nicht. Die Realität sieht leider anders aus, wie viele Kunden von Versicherungsunternehmen sicher bestätigen können.

Werden Männer 93 Jahre alt?

Was die Lebenserwartung betrifft, so nimmt der BdV die Zahlen vom Statistischen Bundesamt, während die Versicherungsbranche ihre eigenen Zahlen hat. Die Deutsche Aktuarvereinigung (DAV) geht von einer Lebenserwartung bei Männern von 92,7 Jahren aus, das Statistisches Bundesamt von 78,7 Jahren – macht einen Unterschied von 14 Jahren. Aber wie viele Männer werden schon annähernd 93 Jahre alt? Die Rechnung gilt übrigens für heute 40jährige, heute 60Jährige hätte laut DAV noch 34 Jahre vor sich, dem Statistischen Bundesamt nur noch 21 Jahre. Der GDV meint, dass ein Viertel der 2009 geborenen Jungen und 38 Prozent der Mädchen voraussichtlich mindestens 95 Jahre alt werden. Umgekehrt sterben aber drei Viertel schon früher.

Klar, wenn die Auszahlung auf so viele Jahre gestreckt wird, sind viele bereits gestorben und beziehen damit auch keine Riester-Rente mehr. Deswegen gibt’s monatlich auch weniger, als wenn die Zahlen des Statistischen Bundesamts genommen würden. Der BdV prangert genau diese zu vorsichtig kalkulierten Lebenserwartungen an.

Riester-Rente nur für Methusaleme

Aber zurück zur BdV-Studie: Der BdV hat durchgerechnet, was wäre wenn jemand jeden Monat 85 Euro einzahlt – plus Grundzulage von jährlich 175 Euro und es unters Kopfkissen legt. Es würde sich ein Betrag von 20 400 Euro plus 3500 Euro Zulage, sprich insgesamt 23 900 Euro ansammeln. Der Sparer könnte sich davon 20 Jahre lang jeden Monat 99 Euro auszahlen und es wären immer noch einige Hunderte übrig. Wenn er sich „nur“ 77 Euro auszahlt, wie bei der Allianz beispielsweise, würde das Geld unterm Kopfkissen 25 Jahre reichen. Da Männer im Schnitt laut Statistischem Bundesamt nur eine Lebenserwartung von 78,4 Jahren haben, würde der Unterm-Kopfkissen-Sparer also deutlich besser abschneiden, denn er hat ab 65 nur noch 13,4 Jahre zu leben. Das heißt, er könnte sich sogar 150 Euro auszahlen. Klingt makaber, aber ist nur ein Rechenexempel. Nur so viel, mit den 77 Euro monatlicher Riester-Renter muss ein Sparer schon sehr alt werden, dass sich Riester für ihn gelohnt hat.

Riester-Rente ist ein Draufzahl-Geschäft

Der BdV hat nicht viel anders gerechnet – und kommt bei den üblichen Riester-Angeboten auf erzielbare Renditen (plus Staatszuschuss) von minus 2,9 Prozent bis minus 0,3 Prozent – also ein Draufzahlgeschäft. Die Versicherer kalkulieren einfach mit viel zu hohen Lebenserwartungen.

Übrigens, wenn die betriebliche Riester-Rente nicht von der Doppelverbeitragung durch die Krankenversicherung befreit worden wäre, sähe es sogar mit den Verlusten noch viel schlimmer aus. Denn bis 2018 wurde Riester noch doppelt verbeitragt, wie andere Betriebsrenten heute leider immer noch. Außerdem wurde sie bis dahin auf die Grundsicherung angerechnet. Beides hat das Betriebsrentenstärkungsgesetz zumindest für Riester verbessert, nicht aber für andere Betriebsrenten.

 




Die Rentenkasse wird gemolken wie eine Kuh

Die Rentenkasse wird vom Staat gemolken wie eine Kuh. Er bürdet ihr Lasten auf, die nicht zu ihren Aufgaben gehört. Der Ausgleich reicht bei weitem nicht, so dass die Rentenzahler für Gesellschaftsaufgaben herhalten müssen. Ist das gerecht?

Mütterrente, abschlagsfreie Renten für besonders langjährig Versicherte, Kindererziehungszeiten, Erwerbsminderungsrente wegen Arbeitsmarktlage, West-Ost-Transfer – die Liste der versicherungsfremden Leistungen ist lang. Die Rentenzahler löhnen für viele sozialen Wohltaten, von denen andere profitieren. Der Staat zahlt dafür viel zu wenig als Ausgleich, so dass letztlich die Rentenzahler dafür aufkommen müssen. Das ist eine Art Sondersteuer, über die viel zu wenig gesprochen wird. Wenn Arbeits- und Sozialminister Hubertus Heil mit seiner Grundrente durchkommt, wird wieder die Rentenkassen angezapft – und so geht das schon seit Jahrzehnten.

Gemolken wie eine Kuh

Das heißt, die Rentenversicherung zahlt Aufgaben, die von allen Steuerzahlern, auch den Beamten und Selbstständigen, übernommen werden müsste, aber immer wieder greifen die Politiker in die Rentenkasse und bedienen sich dort. Weil die meisten Beschäftigten hierzulande Zwangsmitglieder in der gesetzlichen Rentenversicherung sind, kommen sie nicht aus und sind die Dummen.

Rentenexperte Otto Teufel hat sich die Mühe gemacht, die versicherungsfremden Leistungen herauszurechnen und den Bundesmitteln gegenüber zu stellen. Er schätzt, dass seit 1957 weit mehr als 300 Milliarden Euro durch die verschiedenen Bundesregierungen „quasi veruntreut“ wurden, wie er vom „Stern“ zitiert wird. Dieses Geld schulde der Staat der Rentenkasse.

Staat zahlt zu wenig

Den Anteil der versicherungsfremden Leistungen an den Rentenausgaben beziffert Teufel auf insgesamt mindestens 34 Prozent aus. Der Anteil der dafür zur Verfügung gestellten Bundesmittel bewege sich dagegen seit Jahren zwischen 28 und 27 Prozent, so dass sich ein mit den Rentenausgaben wachsender Fehlbetrag von inzwischen 789 Milliarden Euro zu Lasten der Versicherten und Rentner ergebe, schreibt der Verein Aktion Demokratische Gemeinschaft (ADG).

2009 beispielsweise betrug der Anteil der versicherungsfremden Leistungen einschließlich Transferleistungen und Hinterbliebenenrente 34 Prozent, der Bund glich aber nur 27,6 Prozent aus (siehe Teufel-Tabelle). 2017 waren, um es in absoluten Zahlen auszudrücken, mehr als 20 Milliarden Euro ungedeckt, das heißt, die Bundesmittel reichten bei weitem nicht, um die versicherungsfremden Leistungen auszugleichen.

Rentenversicherung = Versicherung

Von Hubertus Heil, aber auch anderen Politikern wird geflissentlich vergessen, dass „die gesetzliche Rentenversicherung eine Versicherung ist, wie der Name schon sagt“, so Ria Schröder, Bundesvorsitzende der Jungen Liberalen.  „Das bedeutet, während der Erwerbszeit zahlt man Beiträge und erwirbt dadurch einen Anspruch auf eine Altersrente; doch in den vergangenen Jahren sind immer mehr sogenannte ‚versicherungsfremde Leistungen‘ hinzugekommen, wie etwa die Mütterrente oder die Rente mit 63. Diese sind nicht durch die Beiträge gedeckt und belasten den Bundeshaushalt schon jetzt mit jährlich 23 Milliarden Euro zusätzlich“, erinnert sie an Sinn und Zweck der Rentenversicherung.

Wie lange soll das noch so weiter gehen? Schon heute zahlt der Bund weit mehr als 90 Milliarden an Zuschuss in die gesetzliche Rente, ein Viertel des gesamten Bundeshaushalts. Durch die Grundrente und andere vermeintlichen Wohltaten wird daraus bald ein Drittel.

Dieser Beitrag erscheint im Rahmen der Challenge von Nadine Becker, die zu „28 Days of Blogging“ aufgerufen hat. Das heißt, 28 Tage im Februar jeden Tag einen Blog-Post zu schreiben. Alle Blogger, die mitmachen, verlinken ihre Beiträge auf Facebook in der Gruppe 28 Days of Blogging, bei Pinterest und Instagram. Bin selbst gespannt, ob ich das in letzter Konsequenz durchhalte.  Also, bleibt neugierig – wo immer ihr auch mitlest und haltet Ausschau nach #28daysofblogging .

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Grundrente oder Grundversorgung? Fürsorge- oder Äquivalenzprinzip?

Was hat es mit der Grundrente auf sich? Wer soll davon profitieren? Ist ein Renten-Euro von einem Gutverdiener weniger wert als von einem Geringverdiener. Darauf läuft Hubertus Heils neue Grundrente hinaus. Gerecht? Interessiert nicht.

„Wer ein Leben lang gearbeitet hat, muss im Alter mehr haben als jemand, der nie gearbeitet hat“, sagte Hubertus Heil, der Bundesminister für Arbeit und Soziales Ende Dezember 2018. Das soll die Grundrente garantieren – eine Rente, die die Lebensleistung würdige und die zehn Prozent über der Grundsicherung im Alter liege. Das soll für alle gelten, die 35 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt haben, so sein Plan. Klingt doch toll – oder? Wer einmal genau nachhakt, dürfte ins Staunen kommen.

Bedürftigkeitsprüfung soll wegfallen

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil will, dass es künftig keine Bedürftigkeitsprüfung mehr gibt, stattdessen sollen Rentner mit zu wenigen Rentenpunkten automatisch hochgewertet werden. Entscheidend ist, dass der Geringrentner 35 Beitragsjahre hat, wer nur auf 34 kommt, hat Pech gehabt. Die Rentenversicherung soll bei jedem prüfen, ob er mindestens auf 0,8 Rentenpunkten kommt, wenn nicht, wird er automatisch hochgestuft auf diese 0,8 Punkte hochgestuft.

Ist die Grundrente gerecht?

Wer 34 Jahre eingezahlt hat und wegen Erwerbsminderung vorzeitig in Rente gehen muss, steht sich schlechter, als jemand, der nur Teilzeit gearbeitet hat, dafür aber 35 Jahre lang. Ungerecht ist das auch gegenüber diejenigen, die durch eigene Arbeit eine kleine, aber auskömmliche Rente erarbeitet haben, denn sie werden mit anderen gleichgestellt. Gerecht sieht anders aus. Rentenanspruch interessiert Heil nicht.

Weg mit Bismarks Regeln

Hier werden Fürsorgeprinzip und Äquivalenzprinzip (Leistungsprinzip) miteinander vermengt. Die Höhe der Rente, so sieht es das Äquivalenzprinzip vor, richtet sich nicht mehr nur nach dem eingezahlten Beitrag. Dabei gibt es die Grundsicherung, die Niedrigrentner helfen soll, einigermaßen über die Runden zu kommen. Allerdings müssen sie belegen, dass sie bedürftig sind. Heil will das bedingungslose Grundeinkommen durch die Hintertür einfügen.

Komisch, dafür sollen plötzlich sechs bis sieben Milliarden Euro übrig sein, aber für die Abschaffung des doppelten Krankenversicherungsbeitrags sind keine 2,5 Milliarden Euro übrig. Das ist Politik nach Gutsherrenart. Nur weiter so, die SPD verprellt ihre letzten Wähler.

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Grundrente soll 2021 statt 2019 kommen – was ist das?

Mit der für 2019 angekündigten Grundrente wird es vorerst nicht. Aber, aufgeschoben, ist nicht aufgehoben. Geplante Einführung ist auf 2021 verschoben. Was hat es mit der Grundrente auf sich? Wer soll davon profitieren?

„Wer ein Leben lang gearbeitet hat, muss im Alter mehr haben als jemand, der nie gearbeitet hat“, sagte Hubertus Heil, der Bundesminister für Arbeit und Soziales Ende Dezember 2018. Das soll die Grundrente garantieren – eine Rente, die die Lebensleistung würdige und die zehn Prozent über der Grundsicherung im Alter liege. Das soll für alle gelten, die 35 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt haben, so sein Plan.

Geplant war die Einführung noch 2019, davon hat sich Heil wohl verabschiedet und laut „Welt“ angekündigt, die Grundrente solle spätestens zum 1. Januar 2021 in Kraft treten „und drei bis vier Millionen Menschen erreichen“. Anders als bei der Reform der Erwerbsminderungsrente soll die Grundrente rückwirkend eingeführt werden und auch für alle bisherigen Rentner gelten. Er schätzt „Welt“ zufolge, dass zu 75 Prozent Frauen von der neuen Grundrente profitieren werden.

Was ist Grundrente?

Wie soll das funktionieren? Laut Heil prüft die Rentenversicherung dann bei jedem Versicherten automatisch, ob er Anspruch auf Grundrente hat. Dafür wird „Bild am Sonntag“ zufolge die Summe der gesammelten Rentenpunkte durch die Versicherungsjahre geteilt. Kommt ein Versicherter im Jahresdurchschnitt auf weniger als 0,8 Punkte, wird er automatisch hochgewertet. Eine Bedürftigkeitsprüfung werde es nicht geben, so Heil.

Grundrente soll kommen

Das Ganz soll jährlich „Bild am Sonntag“ zufolge einen mittleren einstelligen Milliardenbetrag kosten und aus Steuermitteln finanziert werden.

Was macht die Rentenkommission?

Apropos neue Rente, wäre das nicht eigentlich Aufgabe der Rentenkommission, die Hubertus Heil im Mai 2018 vorgestellt hat? Was macht die? Seit 5. September 2018 Däumchen drehen, das war das Datum, an dem die Rentenkommission die letzte Meldung eingestellt hat. Also nichts außer Spiegelfechterei.

Mit seinem Vorstoß führt Heil das Äquivalenzprinzip ad absurdum. Die von Heil geplante Grundrente „würde die steuerfinanzierte Sozialhilfe und die beitragsfinanzierte Rente vermischen und die Unterschiede nivellieren“, schreibt Professor Franz Ruland ins einem Vortrag über die Bedeutung des Äquivalenzprinzips schon 2013. Damit gefährdet Heil die Glaubwürdigkeit der gesetzlichen Rente – wäre ja nicht das erste Mal.

Verschiebebahnhof für Milliarden

Weil Hubertus Heil wegen der geplanten Grundrente natürlich mehr Geld braucht, lehnt er laut „Focus“ die Pläne von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ab, die doppelten Krankenkassenbeiträge auf Betriebsrenten über Steuermittel abzubauen. Die Betriebsrentner füttern also weiter die Krankenkassen, damit die im Überfluss schwimmen. Mit diesem Vorstoß ruiniert Heil das letzte Vertrauen von Millionen Betriebsrentner, die zehn Jahre lang annähernd ein Fünftel ihrer Betriebsrenten an die Krankenkassen zahlen müssen. Das heißt, Betriebsrenten bleiben ein Minus-Geschäft. Die Rentenpolitik der Groko wird immer noch verworrener und gleicht einem Flickenteppich mit überbordender Bürokratie.

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