MVV-Tarifreform zu Lasten der Rentner

Der Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) reformiert seine Tarife. Leider geht die MVV-Tarifreform zu Lasten der Rentner, besonders die aus dem Umland. Wer als Senior öffentlich fährt, wird bestraft. Gelten soll das ab 9. Juni 2019.

MVV-Tarifreform lässt Rentner bluten

„Viel einfacher und klarer strukturiert, mit günstigeren Preisen für die Mehrheit der Haushalte und mehr Bewegungsraum mit vielen Tickets: Die Tarifreform ist eine systematische Neugestaltung des MVV-Tarifs und damit die umfassendste Weiterentwicklung seit dem Verbundstart 1972“, behauptet der MVV. Allerdings müssen Rentner und Senioren bei der Reform finanziell bluten, denn sie zahlen teilweise deutlich mehr als heute – und sind auch noch anders benachteiligt.

Aber der Reihe nach – noch müssen der Stadtrat München und die Kreistage der acht Verbundlandkreise dieser Tarifreform zustimmen, die ab 9. Juni 2019 gelten soll. Es dürfte freilich kaum noch Änderungen geben, dafür liest sich die Info des MVV schon viel zu konkret.

Isarcard 65 deutlich teurer

Wie lebensfremd die Tarifreform ist, lässt sich an der Tatsache ablesen, dass die Isarcard für Ältere künftig Isarcard65 heißen wird. Bisher galt sie ab 60, künftig erst ab 65 Jahre. Allerdings gehen viele Münchner und Bewohner im Umland deutlich vor 65 in Rente – und haben dann entsprechend weniger Geld. Die Reformer argumentieren, dass sie ja dafür „freie Fahrt den ganzen Tag“ gewähren und die Sperrzeit von sechs bis neun Uhr streichen.

Das Seniorenticket entspreche dem geringeren Mobilitätsverhalten im Alter und sei auch deshalb so günstig. Was für eine Rosstäuscherei – die Isarcard 65 für das Gesamtnetz (M+6) als Monatskarte wird ab Juni 2019 mit 89,40 Euro sage-und-schreibe 29,4 Prozent mehr kosten als die bisherige vergleichbare Isarcard mit 69,10 Euro. Die Isarcard 65 als Monatskarte für den Innenraum wird „nur“ um 1,9 Prozent auf 49 Euro steigen.

Schlechte Karten für Enkel-Ausflüge

Die Reformer haben die Altersgrenze auf 65 Jahre angepasst, damit es nicht zu „Kannibalisierungseffekten“ mit den Berufspendlern kommt. Was für ein Argument!

Ach ja, wenn Oma und Opa mit den Enkeln den MVV nutzen will, dann zahlen sich auch mehr. Die Gruppen-Tageskarte Innenraum kostet mit 14,90 Euro 16,4 Prozent mehr als bislang. Die Gruppen-Tageskarte M+2 kostet mit 16,40 rund 15 Prozent mehr als die bisherige Gruppen-Tageskarte XXL.

So sieht senioren-freundliche Tarifpolitik aus. Das Schlimme dabei, die Reformer klopfen sich noch verbal auf die eigene Schulter.

 

 

 




Tag 52 meiner Tour de France

Tag 52 meiner Tour de France – Tag 52 ist gleichzeitig das Ende meiner Tour de France. Dieses Mal endet sie ganz geplant in Straßburg. Von Bordeaux bis Straßburg sind es 1634 Kilometer, 12 255 Meter Steigung, 69 329 verbrauchte Kalorien – das Navi registriert alles.

Tag 52 meiner Tour de France

Die Strecke Sarrebourg-Strasbourg hat mich mit Frankreich ausgesöhnt. Schon kurz nach Sarrebourg beginnt ein Radweg direkt am Marne-Rhein-Kanal entlang – gut ausgebaut, ohne große Steigungen, schattig, kühl und abwechslungsreich. Da sind selbst 80 Kilometer ein Klacks.

Am Marne-Rhein-Kanal entlang

Ich winke den Bootsfahrern zu, weiche Mitradlern aus und lasse die Landschaft an mir vorbei ziehen. Wie gerufen bietet sich gegen Mittag ein Kiosk am Kanal an, wo ich einen Hühnchen mit Salat esse und dazu ein Panache, sprich ein Radler. Allerdings hat der gute Mann vom Kiosk keine Zitronenlimonade – so entschließen wir uns, das Bier mit kohlensäurehaltigem Mineralwasser zu mischen. Auch ok.

Mein Ziel Straßburg erreicht

Ich komme schon um halb drei Uhr in Straßburg an – Zeit genug, in aller Ruhe zu duschen. Das Hotel hat ein Schwimmbad, das ich nur zu gerne nutze. Es bleibt noch Zeit, in die Stadt zu fahren, dieses Mal aber mit der Tram und nicht mit dem Rad. Das hängt abgesperrt in der Radl-Garage und wartet bis morgen auf den Heimtransport.

Straßburg ist das Ziel meiner Tour de France

1634 Kilometer in 24 Tagen

Tja, insgesamt bin ich in diesen 24 Tagen von Bordeaux bis Straßburg 1634 Kilometer geradelt – vermutlich waren es noch einige Kilometer mehr, da ich manchmal vergaß, von „Pause“ auf „Aufnahme“ umzustellen. Der erste Teil „meiner“ Tour de France endete ja in Bordeaux, der zweite Teil sollte in Bordeaux beginnen. Dazwischen lagen einige Schwierigkeiten mit der Bahn, mit Autobahnbrücken und Nägeln auf der Straße.

Meine Regenjacke musste ich in den annähernd dreieinhalb Wochen nur einmal auspacken. Ich hatte auch sonst Glück – kein Unfall oder schlimmere Panne. Schlauch wechseln ist normal. Die Seine-Überquerung hat meine Flexibilität heraus gefordert. Dieses Mal hatte ich keine Probleme mit Bakterienkulturen in der Trinkflasche, weil ich sie jeden Abend mit Spülmittel und heißem Wasser behandelte – also keine Diarrhoe. Dank Flohsamenschalen hat’s auch mit der Verdauung prima geklappt. Regelmäßiges Einreiben mit Protect-Salbe verhinderte Scheuerstellen im Schritt weitgehend– bis auf einmal. Aber wozu gibt es Arnika als Globulis – hatte ich mir extra mitgenommen.

 

Ich habe einiges dazugelernt – und es beim zweiten Teil besser gemacht.

„Tour de France für alte Knacker“ als Buch

Statt iPad Mini habe ich dieses Mal einen Asus Transformer Mini dabei mit Tastatur. Damit schreibt es sich einfach besser. Allerdings lässt die Antenne zu wünschen übrig. Gelegentlich fand mein Asus kein WLAN, wo mein Handy keine Probleme hatte.

Die Erfahrungen, die ich während dieser 52 Tage gemacht haben, will ich in einem Buch zusammenfassen – der Titel „Tour de France für alte Knacker – eine Reise vom Berufsleben in die Rente“. Impuls für diese Tour war: eine Zäsur zwischen Berufsleben und Rente. Zugegeben, „meine“ Tour war ein heftiger Einschnitt – vielleicht geht’s auch eine Nummer kleiner. Aber diese Tour war eine gute Erfahrung und hat ihren Zweck erfüllt – Abstand zum bisherigen Leben zu gewinnen, Zeit für Selbstreflexion, ein ganz bewusster Orts- und Sprachwechsel. Ich kann heute sagen: Ich bin in der Rente angekommen – und genau das wünsche ich alle Anderen auch, die in Rente gehen. Nichts schlimmer, als dem Alten nachzuweinen und in der Vergangenheit zu verharren. Die Rente bietet neue Möglichkeiten – nutzt sie!

Meine Tour de France soll ein Beispiel geben – nicht mehr, nicht weniger.

3494 Kilometer in 52 Tagen

Übrigens, insgesamt habe ich in den 52 Tagen auf meiner Tour de France 3494 Kilometer zurückgelegt. Pro Tag habe ich sicher mehr als hundert Euro gebraucht – für Hotelzimmer, Essen und Trinken, Eintritte, Zugfahrt und Verschleißteile. Dabei habe ich nicht immer im Restaurant gegessen, sondern mich – zwangsweise – ab und an selbst versorgt, nun, weil schlichtweg in manchen Orten an manchen Tagen kein offenes Lokal zu finden war.

à bientôt

Morgen bin ich zurück in Olching, wo andere Herausforderungen auf mich warten – welche, werdet ihr in Kürze lesen.




Tag 47 meiner Tour de France

Tag 47 meiner Tour de France – Le Bal du 14 Juillet, Frankreich feiert sich. Heute ist Nationalfeiertag und das Land defiliert, singt und tanzt. In Paris, Toulouse, Bordeaux und Nimes sind die Avenues und Stadien voll. Am Morgen flimmert die Militärparade über die Bildschirme der Nation, am Abend ist großer Ball.

Tag 47 meiner Tour de France

Der Tag fängt allerdings ganz anders an. Von Soissons nach Berry-au-Bac, das nördlich von Reims liegt, reiht sich ein Soldatenfriedhof an den anderen – Soupir, Œuilly, Pontavert. Hier liegen italienische, deutsche und französische Soldaten begraben – tausende. Im Ersten Weltkrieg verliefen hier die Fronten zwischen den deutschen und französischen Armeen. Die Massierung von Kreuzen und Grabsteinen stimmt nachdenklich. Ich halte und lasse das Bild auf mich wirken – welch‘ ein Irrsinn.  Mein nächstes Ziel heißt Reims. Ich radle auf der D925 durch die Dörfer der Picardie – vorbei an Soldatenfriedhöfen, Weizenfeldern und Kartoffeläckern, vorbei an einer Zuckerfabrik und Getreidemühlen – die Landschaft leicht wellig. Ab Berry-au-Bac stoße ich auf den Kanal der Aisne, an dessen Rand der Radweg verläuft. Leider endete er sechs Kilometer vor Reims in einem Treidelpfad. Eigentlich wollte ich schon einen anderen Weg suchen – da verwandelt sich der Pfad wieder in einen asphaltierten Radweg, der mich bis nach Reims führt.

Aussöhnung zwischen Adenauer und de Gaule

Das Hotel liegt vergleichsweise City-nah. Nach Dusche und kurzer Erholung flaniere ich in die Stadt Richtung Kathedrale, die berühmt ist. Die Fassade ist weitgehend renoviert. Die Kathedrale in Reims ist eine Art Nationalheiligtum der Franzosen, schließlich wurden hier die französischen Könige gekrönt. Für die Deutschen hat sie eine besondere Bedeutung: Deutsche Truppen beschossen die Kathedrale im Ersten Weltkrieg mehrere Tage lang – militärisch sinnlos, aber entehrend, dachten zumindest die deutschen Militärs damals. Am 8. Juli 1962 trafen sich der damalige französische Staatspräsident Charles de Gaule und der damalige deutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer zu einer Messe in der Kathedrale, um die deutsch-französischen Beziehungen zu entkrampfen. Eine Platte mit Inschrift vor dem Eingang zur Kathedrale erinnert an diesen Tag.

Reims und Champagner

Reims und Champagner gehören einfach zusammen, sitzen hier doch einige berühmte Kellereien. Natürlich musste ich einen Champagner in der Bar vor der Kathedrale trinken – immerhin neun Euro hat der Spaß gekostet.

Tag 47 meiner Tour de France

Champagner vor der Kathedrale in Reims trinken – der wahre Luxus

Bal du 14 Juillet

Es ist Feiertag, sommerlich, entsprechend voll sind die Cafés und Bars. Die Franzosen genießen den Tag sichtlich. Am Abend gibt es in Reims – wie in vielen anderen französischen Städten – ein Feuerwerk. Im Fernsehen läuft „Le Bal du 14 Juillet“, übertragen aus Nîmes. Die Franzosen singen bei den Liedern begeistert mit. Die Show hat Volksfestcharakter – eine bewundernswerte Leichtigkeit.

Heutige Distanz: 89 Kilometer – von Couloisy nach Reims. Morgen geht es weiter Richtung Verdun, wobei ich bereits in Sainte-Menehould übernachte.

Nächstes Etappenziel ist Reims

à demain




Tag 45 meiner Tour de France

Tag 45 meiner Tour de France – „Véloroute Paris-London“, immerhin bin ich heute mehr als 20 Kilometer auf dieser Route gefahren. Im Hotel logieren einige Engländer, die diese Tour gerade radeln. Die Idee, beiden Metropolen per Radweg zu verbinden, ist toll. 

Tag 44 meiner Tour de France

Heutige Distanz: 82 Kilometer – von Rouen nach Beauvais. Der Anfang war alles andere als ermutigend, eher entmutigend – es ging zehn Kilometer bergauf, bei Gegenwind und -licht, schlechten Straßen und viel Verkehr. Zumindest war es nicht ganz so heiß. Trotzdem habe ich zwischendurch wieder die Striche auf der Straße gezählt – noch einer, und noch einer und noch einer … Irgendwann war ich dann endlich oben und es lief besser. Glücklicherweise sind französische Autofahrer zuvorkommend, sie fahren langsam und mit großem Abstand an Radlern vorbei. Die Tour de France ist wohl ins kollektive Gedächtnis gesickert und hat die Mentalität geprägt, anders kann ich es mir nicht vorstellen. Ab und zu ist aus dem Auto ein aufmunterndes „Allez“ zu hören.

Wo immer es geht, sind sogenannte multifunktionale Streifen eingerichtet für Langsamfahrzeuge – oder Radler. Nur bei der N31 war’s halt einfach eng. Auf Dauer kann das ganz schön zermürben.

Einmal Sandwich und Volvic bitte

In Gournay-en-Bray gönne ich mir eine Pause im Intermarché – bei Sandwich und Volvic Citronnade. Eine Pause im Supermarkt ist zum einen billiger und geht zum anderen schneller.

In Gournay-en-Bray stoße ich auf die Véloroute Paris-London – Tatsache, die gibt’s wirklich. Deswegen musste ich auch unbedingt ein Foto machen. Der gut ausgebaute Radweg führt mich bis Beauvais – ein Traum. Die Fahrplan ist glatt, der Weg führt durchwegs durch Wald, die Übergänge sind ordentlich beschildert – und es geht leicht bergab. Die Stimmung der Radler ist entsprechend entspannt. Hier begrüßt sich jeder. Die Véloroute führt mich morgen noch etwas weiter, bevor ich dann wieder Nationalstraße fahren muss.

Von Rouen nach Beauvais

Vielleicht noch ein paar Worte zur L’Avenue Verte London-Paris. Es gibt zwei Varianten – eine durch die Picardie, die 472 Kilometer lang ist, eine durch die Normandie mit einer Länge von 406 Kilometer. Wer will, kann sich ausführlich im Internet über die L’Avenue Verte London-Paris informieren.

Wer über den Ärmelkanal übersetzt, nimmt die Fähre von Dieppe nach Newhaven. Also, es geht gemütlich zu, auch auf der Fähre. Entschleunigung heißt das Ziel.

Von Rouen nach Beauvais

Die Kathedrale in Beauvais nimmt sicher jeden gefangen, der hier her kommt. Die gotischen Baumeister wollten Gott so nah wie möglich sein, deswegen haben sie höher gebaut als alle anderen – die Gewölbehöhe erreicht 48 Meter und ist damit Weltrekord für gotische Kathedralen. Saint-Pierre wird auch als „Le Pantheon de l’architecture françaisegepriesen.

Leider wurde Beauvais im Zweiten Weltkrieg sowohl von der deutschen Luftwaffe, wie von den Allierten bombardiert, so dass schätzungsweise 80 Prozent der Häuser in Schutt und Asche lagen. 

 

à demain




Tag 43 meiner Tour de France

Tag 43 meiner Tour de France – „ein Ticket nach Le Havre“. Ja, ich bin mit dem Bus gefahren, weil ich ansonsten keine Chance sah, von Honfleur über die Seine zu kommen. Es gibt zwei Autobahnbrücken – Radler sind nicht vorgesehen. Also bleibt nur Bus-Fahren.

Tag 43 meiner Tour de France

Aber von Anfang an: Mein Provider hat mir gestern mitgeteilt, dass mein Datenvolumen nahezu aufgebraucht ist und mein mobiler Internet-Zugang demnächst abgeschaltet wird. Was tun? Ohne Internet unterwegs ist das so eine Sache. Ich will doch gelegentlich ein Bild verschicken, in Google Maps nach dem Weg schauen, zwischendurch eine Whatsapp verschicken – oder eine Vokabel nachblättern. Geht dann alles nicht mehr.

Ich bin per Zufall auf die Seite Amumot von Andre gestoßen, der verrät, wo es Prepaid-Karten gibt und was die kosten. Also, ich fahre zur nächsten Ortschaft und will eine Prepaid-Karte von Mobile.free   kaufen. Meine EC-Karte nimmt der Automat nicht, erst mit der Kreditkarte funktioniert’s. Für annähernd 30 Euro unbeschränkte Anrufe plus Internet – und das einen Monat lang. Mal schauen, wie ich damit zurechtkomme. 

Besser gelaunt radle ich Richtung Honfleur. Die Strecke hält leider einige Steigungen parat – das kostet Kraft. In Honfleur bewundere ich noch den Hafen und die vertäuten Schiffe, dann allerdings erwartet mich eine böse Überraschung. Die Brücke über die Seine ist für Radler gesperrt. Ich frage einen entgegenkommenden Radler, der kann mir allerdings auch keine Hoffnung machen. Ich umrunde noch einmal den Kreisverkehr in der Hoffnung, vielleicht doch eine Radspur zu finden, die mich hinüberbringt.

Vergeblich, was also tun? In Honfleur ein Taxi nehmen? Ich kalkuliere schon mal den Betrag: 40 bis 50 Euro werden es wohl sein. Erscheint mir die einzige vernünftige Idee. Also, ich radle zurück nach Honfleur, bemerke dabei den Bus 20 mit der Aufschrift „Le Havre“. Spontan disponiere ich um – und will Bus fahren. Nach kurzer Diskussion mit dem Busfahrer, darf ich mitfahren. Mein Rad verstaue ich im Gepäckfach unten. Für 4,90 Euro komme ich schließlich von Honfleur nach Le Havre – manchmal muss der Mensch Glück haben.

Von Deauville nach Fécamp

Alles andere ist weniger spektakulär. Ach ja, fast hätte ich es vergessen – heute, am 10. Juli 20 Uhr spielten das französische Team gegen das belgische um den Einzug ins Finale der Fußball-WM. Frankreich gewinnt 1:0 gegen Belgien. In Fécamp rasen Autos und Motorräder hupend durch die Stadt, um den Sieg zu feiern. Jetzt geht es gegen Kroatien oder England – je nachdem, wer gewinnt. Das Hupkonzert will schier nicht enden. Die Stadt ist aus dem Häuschen – überall Gepfeife und Gesänge. Mit der Mannschaft hat Frankreich gute Chancen, dieses Mal Fußball-Weltmeister zu werden. Felicitation!

Übrigens, das war meine nördlichste Etappe – ab morgen geht es Richtung Südosten, zurück nach Deutschland. Es bleiben mir allerdings noch einige Hundert Kilometer bis Straßburg. Von Bordeaux bis Fécamp habe ich 911 Kilometer herunter gestrampelt. Laut Google Maps sind es noch 665 Kilometer bis Straßburg – annähernd zehn Tage.

à demain




Tag 40 meiner Tour de France

Tag 40 meiner Tour de France – Le Mont-Saint-Michel ist ein absolutes Muss für jeden Bretagne-Besucher. Eigentlich gehört er ja schon zur Normandie, aber was soll’s. Von außen imposant, von innen überlaufen – so das knappe Urteil.

Tag 40 meiner Tour de France

Aber der Reihe nach – von heute geht’s ostwärts. Nach einem Tag Pause radle ich jetzt Richtung Osten. Den Tag Ruhe hatte ich dringend nötig. Es läuft wieder rund – mein Hintern hat sich auch erholt, das Fahren macht wieder Spaß. Die Strecke bis Le Mont-Saint-Michel ist weitgehend eben – eine Bucht eben. Die Radlwege sind gut ausgebaut, so dass ich zügig vorankomme. Ich poltere kurz nach elf Uhr über den Holzsteg, der den heiligen Berg mit dem Festland verbindet. Autos sind tabu. Wer will, kann einen Shuttle-Bus nehmen oder ein Droschke. Radfahren ist angeblich auch verboten, was ich nicht ganz einsehen will. Auf der Hinfahrt bleibe ich unbehelligt, auf der Rückfahrt werden ich von der Polizei freundlich gebeten abzusteigen. „D’accord“.

Falsches Wetter für gute Bilder

Kaum ein Wölkchen am Himmel, warm, sonnig – das gibt leider keine spektakulären Bilder ab. Ganz ohne Foto geht’s natürlich nicht. Le Mont-Saint-Michel gibt sich von außen ja noch unbeeindruckt, innen sieht die Sache anders aus. Touris wuseln durch die engen Gassen – schlimmer als auf dem Münchner Marienplatz. Es ist viel spanisch und japanisch zu hören, deutsch eher weniger – der heilige Berg ist bei deutschen Touristen wohl nicht mehr ganz so „in“. Auch die Erklärungen sind in englisch, spanisch und japanisch.

Weltkulturerbe Mont-Saint-Michel

Die Geschichte des Mont-Saint-Michel beginnt um 708, als Aubert, der Bischof von Avranches – wo ich übrigens heute übernachte – für den Erzengel Michael eine Kirche errichten ließ. Dank seiner exponierten Lage, begriffen die Menschen schon früh, dass der heilige Berg etwas Besonderes sein muss. Sie pilgerten im 10. Jahrhundert zum Mont-Saint-Michel. Benediktinermönche bauten – natürlich mit Hilfe der normannischen Herzöge – den heiligen Berg aus. Vor und im Hundertjährigen Krieg mit England wurde der Berg zur Trutzburg ausgebaut – uneinnehmbar für die Engländer. Im Zuge der Revolution war’s dann vorbei mit der Klostergemeinschaft und Pilgerfahrten. Aus der Abtei wurde ein Gefängnis. Erst 1874 setzte ein Umdenken ein und der Mont-Saint-Michel wurde Baudenkmal und restauriert. Seit 1979 gehört der Mont-Saint-Michel zum Weltkulturerbe.

Die Abteikirche thront 80 Meter über dem Meer. Auf der Turmspitze überragt die vergoldete Statue des heiligen Michaels Berg und Bucht. Der Dachstuhl ist eine hölzernes Tonnengewölbe – für Mitteleuropäer ungewöhnlich.

Um die Abteikirche gruppen sich schneckenförmig alle anderen Säle und Gebäudeteile – das Refektorium, der Gastsaal, der Kreuzgang, die Wandelhalle und der Rittersaal.

Es ist imposant, was in den Jahrhunderten entstanden ist und welche wechselhafte Geschichte dieser Ort erlebt hat.

Von der Geschichte eingeholt

Nach der Besichtigung geht’s weiter Richtung Avranches, wo ich ein Hotelzimmer gebucht habe. Auf der Fahrt nach Avranches holt mich die deutsche Geschichte ein. In Mont-de-Huisne hat der Volksbund Deutsche Kriegsgräber Anfang der 70er Jahre für die deutschen gefallenen Soldaten einen Soldatenfriedhof errichtet – mit Urnen. Annähernd 12 000 Soldaten haben hier ihre letzte Ruhe gefunden. Wie sagte doch Albert Schweitzer so treffen: „Die Soldatengräber sind die großen Prediger des Friedens“.

Tour de France

Der deutsche Soldatenfriedhof in Mont-de-Huisne

Blick auf amerikanischen Panzer

Und wo übernachte ich heute? Im Hotel Patton – das ist nicht irgendwie französisch, sondern leitet sich ab vom US-General George Patton, dem am 30. Juli 1944 bei Avranches der Durchbruch durch die deutschen Linien gelang. Auf dem Place Patton steht eine Säule mit den Daten und davor ein amerikanischer Panzer.

Ostwärts von Saint-Malo nach Avranches

So viel zur Geschichte von Avranches.

Anscheinend übernachte ich häufig in geschichtsträchtigen Hotels – aber eher unbeabsichtigt. Morgen geht’s weiter nach Bayeux, eine Herzensangelegenheit. Ich habe so viel über Wilhelm den Eroberer gelesen, der Normanne, der 1066 England eroberte. Sein Bruder, der Abt von Bayeux ließ einen Wandteppich mit Szenen der Eroberung anfertigen, der in Bayeux zu sehen ist. Wird ein hartes Stück – über 90 Kilometer, das heißt, früh aufbrechen.

à demain




Tag 38 meiner Tour de France

Tag 38 meiner Tour de France – bis Saint-Malo sind es keine 30 Kilometer, aber ich muss etwas kürzer treten. Die Wehwehchen machen sich bemerkbar. Außerdem, ich liege gut in der Zeit, warum soll ich mir nicht ein Päuschen gönnen.

Tag 38 meiner Tour de France

Von Dinan bis Saint-Malo – das kann ja wohl nicht so schwer sein, dachte ich. Aber mein Navi führte mich mal wieder in die Irre. Nach einer Neujustierung findet es schließlich den richtigen Weg. Das Navi will unbedingt, dass ich den Radweg nach Dinard nehme – das scheint wohl eine aufgelassene Bahntrasse zu sein, denn ich radle an einem Bahnhof ohne Gleisanschluss vorbei. Die Strecke ist gut ausgebaut und wird regelmäßig gepflegt.

Hortensien, Hortensien, Hortensien

Immer wieder muss ich halten, um die liebevoll gepflanzten Hortensien zu bewundern und zu fotografieren – es gibt sie fast in allen Farben. Häufig mischt sich Pastellblau mit weiß und rot.

Ich fahre in Dinard ein – in der Hoffnung, dass es eine Fährverbindung gibt zwischen Dinard und Saint-Malo. Das Navi ist leider nicht sonderlich hilfreich, deswegen frage ich mich zum „Vedette“ durch. Die letzten Kilometer lege ich somit auf der Fähre zurück – für 9,70 Euro ganz ok.

Schlafen bei den „Wachhunden“

Obwohl ich mir Zeit ließ, bin ich schon kurz nach zwölf in Saint-Malo. Das Hotel findet das Navi dann auch gleich. Ich überbrücke die Zeit bis 14 Uhr – dann ist die Rezeption  besetzt – mit einem Panaché (schlichtweg ein Radler) und einem Café. Die Bar ist gleichzeitig Ersatzpostamt. So verschicke ich die „gebrauchten“ Karten nach Hause, um mein Gepäck zu erleichtern.

Mein Hotel „les chiens du guet“ – die Wachhunde – ist gleich an der Porte Saint-Pierre, was sich als praktisch erweist, denn der Strand liegt nur wenige Meter entfernt.

Sommer, Sonne, Sand

Am Nachmittag genieße ich Strand, Meer und Leute. Einfach im warmen Sand liegen und vor sich hindösen, die Sonne auf der Haut spüren – und zwischendurch im Meer eintauchen. Die Côte D’Emeraude ist freilich nichts für Warmduscher – im Juli hat das Wasser vielleicht 22 Grad.

Das Hotel hat noch einen Vorteil – im Erdgeschoss ist ein Restaurant. So kann ich mit meinen Flip-Flop nach unten schlappen und während des Wartens im Internet surfen. Wie so oft, starten Restaurants erst um 19 Uhr. Ich warte also ein Viertelstündchen, das ich mit einem Kir Breton überbrücke – eine Mischung aus Crème de Cassis und Cidre.

Von Dinan nach Saint-Malo

 Mit der Fähre von Dinard nach Saint-Malo

Ich bin früh fertig mit dem Abendessen  und erkunde die Stadt. Die Altstadt Saint-Malo ist von Festungsmauern eingeschlossen – auf der einen Seite der Hafen, auf den anderen Seiten Strände, alles in allem eine phantastische Lage. Die vorgelagerten Inseln sind bei Ebbe sogar zu Fuß erreichbar. Natürlich lasse ich mir den Sonnenuntergang nicht entgehen. Die vorgelagerten Wellenbrecher – eingerammte Baumstämmen – geben ein pittoreskes Schauspiel.

Morgen geht’s nicht weiter – ich bleibe einen Tag länger in Saint-Malo.

à demain




Tag 37 meiner Tour de France

Tag 37 meiner Tour de France – ich brauche dringend eine Pause, denn der Schritt schmerzt immer häufiger, die Anstiege kosten Kraft und der Rücken zieht. Es dauert auch immer länger, bis ich in Gang komme. Heute halte ich noch durch, spätestens in Saint-Malo bleibe ich einen Tag länger.

Tag 37 meiner Tour de France

Wer mit dem Rad fährt, sieht einfach mehr. Die flachen Rebflächen Bordeaux und seines Umlands habe ich lange hinter mir gelassen, den Straßenrand dominieren jetzt Brombeerhecken, durchsetzt mit Farnen. An den Häuser blühen Hortensien und Rosen. Statt Spritzmittel riecht es hier nach Schweinemast; statt Weinreben bedeckt Mais die Felder; statt Schlösschen säumen Bauerngehöfte den Weg.

Hortensien lieben die Bretagne

Vor allem buschige Hortensienhecken fallen in den Dörfern am Wege von Rennes nach Dinan auf – in den Farben weiß, blau, rot und gemischt. Offensichtlich behagt ihnen das Klima. Die Bretonen sind auch stolz auf ihre Hortensien, wie mir ein Bauer am Gartenzaun erklärt – für mich war der kurze Plausch eine gute Gelegenheit, ein Päuschen einzulegen.

Ich brauche eine Pause

Die Straße liebt das Auf-und-Ab – kaum habe ich eine Hügel erklommen, kommt schon der nächste. So radle ich von einem Dorf zum nächsten, dann das übernächste und dann noch eines. So werden aus 50 Kilometer, schließlich 40, 30, 20 und zehn – und ab dann beginnen wieder die Zehn-Meter-Schritte.

Etwas mehr als 50 Kilometer nach Dinan

Um mir Dinan ins Gedächtnis zu brennen, verlangt der Ort noch einmal meine ganz Kraft, denn es geht stetig aufwärts.

Eigentlich verlangt’s mich nach einer Dusche, aber das Hotel ist erst ab 17 Uhr besetzt. Also schaue ich mir die Stadt an, gestärkt von einem Sandwich und einer Art Fanta. Mit Rad und Gepäck ist das allerdings in einer mittelalterlichen Stadt wie Dinan eher eine Qual. Und dann biege ich auch noch in die Rue du Jerzual ein, die steil von der Stadt zum Fluss, der Rance, führt. Kopfsteinpflaster, Häuschen klebt an Häuschen, Touristen überall, Handwerker, Künstler, Restaurants, Bistros – pittoreskes Mittelalter trifft geschäftige Neuzeit. Die Rue du Jerzual verband den Hafen mit der Stadt, verlor dann allerdings etwas ihre Bedeutung als die Umgehungsstraße gebaut wurde. Nur so viel – für Rennräder absolut  ungeeignet. Ich schob runter und nahm dann doch die Rue du Général de Gaule, sprich die Umgehungsstraße von der Rance hoch zur Stadt – radelnd.

Cidre aus der Tasse

Dinan ist durch und durch touristisch – kein Wunder, stehen doch noch viele alte Häuser aus dem Mittelalter. Die Stadt ist fast eine lebendes Museum, umschlossen von Festungsmauern. Am Abend, wenn die Tagestouristen weg sind, wird’s wieder beschaulich.

Übrigens, hier ist besonders der Cidre zu empfehlen, der aus Tassen statt Gläsern getrunken wird.

Morgen geht’s weiter nach Saint-Malo.

à demain




Tag 36 meiner Tour de France

Tag 36 meiner Tour de France – meine erste Panne. Auf dem Weg nach Rennes entweicht die Luft schlagartig. Mir bleibt nur, sofort zu bremsen und am Straßenrand zu halten. Nach 500 Kilometer den ersten Platten.

Tag 36 meiner Tour de France

Woran es lag, wird schnell klar – ein Nagel hat sich durch den Reifenmantel gebohrt und sitzt fest. Mit Mühe ziehe ich das Stück heraus. Gut, dass ich vorgesorgt haben und zwei Reserveschläuche in meinem Reparaturtäschchen mitführe. Der Austausch geht schnell über die Bühne – ich bin ja geübt: Satteltaschen herunter nehmen, Fahrrad umdrehen, Schnellspanner lösen, Rad herausnehmen, mit den Mantelhebern den Radmantel lösen, Schlauch herausziehen und gegen einen neuen Schlauch ersetzen.

Dann alles wieder umgekehrt – Schlauch einbauen, Mantel in den Felge spannen, leicht aufpumpen und darauf achten, dass der Schlauch nicht zwischen Mantel und Felge eingezwickt wird. Das Rad wieder einbauen und darauf achten, dass die Bremsscheibe richtig in der Scheibenbremse läuft. Vorsichtig festdrehen und überprüfen, ob das Rad rund läuft. Dann endgültig aufpumpen.

Schließlich gilt es, die Satteltaschen und das restliche Gepäck wieder einzuklinken. Das Ganze dauert dann doch eine Viertelstunde.

Flicken gehört zum Radfahren

Ein Reserveschlauch ist zu wenig, wie mich meine Erfahrung lehrt, deswegen wird der defekte Schlauch am Abend geflickt. Leider hat der Nagel nicht nur ein Loch in den Schlauch gestochen, sondern gleich drei. Die Reparatur zieht sich deswegen etwas in die Länge, da nach den ersten beiden Flicken immer noch Luft entweicht. Also klebe ich noch einen Flicken drauf, und noch einen … insgesamt ist der Schlauch viermal geflickt.

Leider war das heute nicht die einzige Reparatur – Schweiß, Wärme und Bewegung haben mein ledernes Uhrenarmband zermürbt. Ein Teil der Schließe hat sie gelöst. Mir bleibt also nichts anderes übrig, als möglichst bald einen Uhrmacher zu suchen, der das Teil ersetzt. In Rennes war das auch kein Problem. Es dauerte gerade einmal zehn Minuten und das Band ist ersetzt – jetzt im Krokolederlook (nicht echt, nur entsprechend geprägt).

Von Châteaubriant  nach Rennes

Ich bin immer noch früh dran und schaue mir die Stadt an. Im Tourist Office springt mich eine Broschüre an – „In Rennes mögen wir …“. Ja, was mögen wir in Rennes? Alles zu Fuß erreichen – na ja, wozu habe ich ein Fahrrad dabei; die Fachwerkhäuser (leider teilweise verfallen), die gesalzene Butter (ja, Crêpe mit beurre salé ist ok), die rockige Atmosphäre (durch die rue St. Martin waberte immerhin Hasch-Duft und die Halbe gab’s für 6 Euro, nicht von ungefähr heißt sie rue da la soif oder Straße des Durstes), das Klackern der Absätze auf den Kopfsteinpflaster (weniger Kopfsteinpflaster wäre mir als Radler lieber gewesen). Kurzum um, so ganz hat mich Rennes nicht überzeugt. Der Markt auf dem Place des Lices muss ja toll sein, zumindest den Beschreibungen zufolge. Leider hat er nur am Samstagvormittag offen.

Auf dem Weg nach Rennes

Die Kathedrale Saint-Pierre aus der zweiten Hälfte enttäuscht . Sie ist ein Mischmasch verschiedener Stile und hat so gar nichts Einzigartiges. Fürs Musée des Beaux-Arts hat’s leider nicht mehr gereicht. Alles in allem würde ich sagen – Rennes kann gerne noch an sich arbeiten.

à demain – in Dinan wahrscheinlich

Ach ja, wer durch die Bretagne fährt, wird zwangsläufig mit der deutschen Geschichte konfrontiert. Auf dem Weg von Châteaubriant nach Rennes begegnen einem immer wieder diese Straßenpfosten mit der Aufschrift „voie de la liberté – 1944“. Sie markieren den Weg, den die amerikanische Armee genommen hat zur Befreiung Frankreichs von Nazi-Deutschland.

Voie de la liberté

Voie de la liberté




Tag 35 meiner Tour de France

Tag 35 meiner Tour de France – von Nantes nach Chateaubriant, 70 Kilometer, 340 Meter Steigung insgesamt. So lesen sich kurz die Daten meiner heutigen Etappe. Nicht jeden Tag passiert etwas Spektakuläres, manchmal geht’s einfach nur ums Fahren.

Tag 35 meiner Tour de France

Tag 35 war so ein unspektakulärer Tag. Ich haderte noch am Morgen, ob ich überhaupt fahren soll, weil es in der Nacht ein heftiges Gewitter gab. Am Morgen war der Himmel zwar immer noch bedeckt, aber die Straßen waren trocken. Also, keine Ausrede. Es geht weiter. Etappenziel ist Chateaubriant, eine 11 000-Seelen-Stadt auf dem Weg von Nantes nach Rennes. Chateaubriant deswegen, weil Rennes zu weit gewesen wäre.

Bisherige Distanz – 450 Kilometer

Mittlerweile steckt mir die Müdigkeit in den Knochen. Annähernd 400 Kilometer radeln gehen an einem alten Knacker wie mir nicht spurlos vorüber. Leider konnte ich vor der Fortsetzung meiner Tour de France keine Kondition aufbauen. Das rächt sich jetzt.

Mein tägliche Routine

An dieser Stelle einige Worte zur Routine. Essen, schlafen, organisieren, duschen – das sind so die wichtigsten festen Größen – ach, und waschen natürlich. Da ich nur wenig Gepäck dabei habe, muss ich meine Trikot, Shorts und Socken jeden Tag waschen, damit ich am kommenden Tag auf Reserve zurückgreifen kann. Am Abend gewaschen, sind die Teile am kommenden Tag trocken.

Nach dem Einpacken gehe ich frühstücken und fülle meine Wasserflaschen auf – auch die werden am Vorabend gründlich mit Spülmittel gereinigt. Bis alles geschulter und verstaut ist, vergeht etwas Zeit. Dann kämpfe ich mich erst durch eine fremde Stadt, mit Hilfe des Navi, das allerdings nicht immer so spontan reagiert wie vom Auto gewohnt. Der „Vorschlag“ des Navi ist leider nicht immer verlässlich, da Teas! gern Radwege nutzt, die leider nicht immer für Rennräder geeignet sind. So ging’s mir heute. Der Regen am Vortag hat den vorgeschlagenen Radweg streckenweise in Teiche verwandelt, so dass ich auf die Straße ausweichen musste.

Navi, Tacho und Karte – meine Begleiter

Meine einzigen Begleiter sind für Stunden dann das Navi, Tacho und Karte. Ganz aufs Navi möchte ich mich schließlich nicht verlassen. Dazwischen immer mal wieder ein Schluck aus der Flasche – hmmm lecker, Leitungswasser.

Langgezogen Hügel hochstrampeln und den Schwung bis zum nächsten Anstieg mitnehmen – so ging’s mir heute häufig.

Chateaubriant ist glücklicherweise ein kleiner Ort, weswegen ich das Hotel auch gleich gefunden habe. Von der Stadt selbst habe ich wenig gesehen – das Schloss war zu, das Theater de Verre ebenfalls; in der Stadt erwischte mich dann ein Gewitter. Also habe ich den Abend im Hotel verbracht, sprich im Il Castello, wo mich ein hervorragender Osso Buco erwartete – es hätte schlimmer kommen können.

Chateaubriant auf halbem Weg von Nantes nach Rennes

Morgen geht’s weiter nach Rennes.

à demain