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Das Alter kann schön sein, wenn nichts zwickt und kneift. Wer dennoch an Bluthochdruck, Arthritis oder Rückenschmerzen leidet, kann seine Lage durch Bewegung verbessern. Sie wirkt meist besser als Medikamente oder eine Operation. Was heißt das genau und was bedeutet es für den Alltag?
Ein Grillabend mit Freunden, ein Ausflug in der Gruppe nach Dresden, zum Törggelen nach Südtirol – das kann so schön und bereichernd sein. Leider werden viele Vorruheständler und Rentner durch Krankheiten in ihrer Aktivität stark eingeschränkt – und sie bewegen sich noch weniger. Das Gegenteil wäre richtig. Es kommt indes auf das richtige Maß an – und was ist das richtige Maß?
6000 Schritte in ein gesundes Leben
10 000 Schritte sind laut einer klinischen Studie das Optimum an täglicher Bewegung, um fit zu bleiben und seinen Energiehaushalt im Gleichgewicht zu halten. Mittlerweile wurde dieses Ziel aber auf 6 000 Schritte revidiert.
Das bewirken 6000 Schritte:
- Helfen, Krankheiten zu heilen oder zu lindern
- Verhindern Krankheiten wie Adipositas, Bluthochdruck, Diabetes, Krebs und Osteoporose
- Erhalten die geistigen Fähigkeiten und beugen Demenz und Alzheimer vor
- Verbessern Leistungsfähigkeit und Fitness
- Unterstützen beim Abnehmen
- Verbessern das Wohlbefinden
Allerdings erreichen die wenigsten Deutschen das Tagesziel: Der Durchschnittswert liegt bei 3500 Schritten, der sich je nach Beruf und Lebensgewohnheiten nach oben oder unten verändert. Eine Telefonistin kommt zum Beispiel nur auf etwa 1500 Schritte, ein Postbote dagegen schafft ungefähr 15 000 Schritte am Tag. Was für die Telefonistin gilt, dürfte insgesamt für die meisten Büro-Jobs gelten. Im Durchschnitt sitzt jede Deutsche und jeder Deutsche 9,2 Stunden pro Tag; das ist sogar eine halbe Stunde mehr als während der Corona-Pandemie (2021: 8,7); das geht aus einem Report der Deutschen Krankenversicherung (DKV) hervor. Nordrhein-Westfalen hält demnach mit fast zehn Stunden Sitzzeit den Negativrekord im deutschlandweiten Vergleich. „Eine Verminderung der täglichen Sitzzeiten durch Bewegung reduziert das Sterberisiko erheblich“, so Ingo Froböse, Professor an der Deutschen Sporthochschule in Köln und wissenschaftlicher Leiter des DKV-Reports.
Mein Bewegungsverhalten?
Ausschlaggebend für das Gesamtergebnis ist nicht allein der Sport. Laufen, Tennis, Squash, Fußball oder Aerobic tragen zwar grundsätzlich zu einem aktiven Alltag bei, sie machen aber nicht allein die Schrittanzahl aus. Dazu zählen alle Wege, die am Tag zurückgelegt werden. Ob zu Hause oder unterwegs – jeder Schritt wird dem Konto gutgeschrieben. Wer diesen Wert einfach ermitteln möchte, nutzt am besten das Tool „Vitawalker“. Er erfährt mehr über die eigenen Lebensgewohnheiten und kann seine tägliche Schrittanzahl bestimmen lassen. Das Tool bewertet anschließend das Ergebnis und gibt Tipps, wie sich mehr Bewegung in den Alltag einbauen lässt. Eine Alternative sind Fitness-Armbänder oder Lauf-Apps wie beispielsweise Runtastic, Endomondo Pro oder Runkeeper. Klar, dass diese Fitnesstracker immer dabei sind, schließlich sollen sie ja jeden Schritt erfassen. Mittlerweile haben auch Smartphone-Anbieter wie Xiaomi Fitness-Tracker auf den Markt gebracht. Ganz zu schweigen von Apple und seiner Apple Watch. Die Preisunterschiede sind allerdings gewaltig.
Wie ändere ich das?
Einfach machen. Jeder kann seine Schrittzahl erhöhen – ein paar einfache Tipps:
- Steigen Sie Treppen anstatt den Fahrstuhl oder die Rolltreppe zu benutzen
- Laufen Sie zum Bäcker oder zur Apotheke, anstatt mit dem Auto zu fahren
- Machen Sie nach dem Mittagessen einen Spaziergang
- Steigen Sie früher aus dem Bus und gehen den restlichen Weg zu Fuß
- Parken Sie außerhalb und laufen Sie in die Innenstadt
- Gehen Sie mit Freunden spazieren anstelle des nachmittäglichen Kaffeekränzchens
- Fahren Sie mit dem Fahrrad zum Einkaufen im Supermarkt
- Adoptieren Sie einen Hund, damit kommen Sie automatisch öfter raus
- Melden Sie sich zum Sportkurs an – gemeinsam macht Bewegung mehr
- Fahren Sie mit dem Rad zum Bahnhof oder gehen Sie zu Fuß
Bewegung in den Alltag einbauen – eine Sendung des NDR vom 25.02.2013
Durch Bewegen schneller abnehmen
Je früher der Einzelne damit anfängt, sein Bewegungsverhalten zu ändern, umso besser. Das gilt nicht zuletzt für die Generation 50plus. Durch ein aktiveres Leben lässt sich die Gesundheit positiv beeinflussen. Wer sich bewegt, verbrennt Fette – die lagern sich nicht mehr in Depots ein und können somit keine schädlichen Hormone produzieren, die wiederum schwerwiegende Krankheiten begünstigen. Ach ja, schöner Nebeneffekt eines aktiven Lebens – die Pfunde schmelzen. Auch im Alter ist es immer noch möglich, durch Bewegung das Gewicht zu reduzieren und somit die Risiken für gesundheitliche Folgebeschwerden zu reduzieren.
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3 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort
Hallo Helmut,
zum Thema Bewegung möchte ich noch hinzufügen, dass gerade Tai Chi (Taijiquan) und Qi Gong für jedes Alter sehr gut geeignet sind. Man kann es im Stehen und Sitzen üben und wirklich bis ins seeeeeeeehr hohe Alter!
Angelika
Hier wird einem erst wieder deutlich gemacht WIE WICHTIG Bewegung im Alltag für uns ist / sein kann! Top Artikel 😀
Toller Beitrag! Leider habe ich seit einigen Monaten stärkere Knieschmerzen und habe auch schon einen MRT-Termin bei https://otc-regensburg.de/leistung/diagnostik/mrt/ vereinbart. Vermutlich kommen die Schmerzen auch daher, dass ich mich zu wenig bewege. Deshalb suche ich nach Möglichkeiten, das mehr in meinen Alltag zu integrieren. An einen Sportkurs habe ich tatsächlich noch gar nicht gedacht, aber ich denke, dass das ganz gut für mich sein könnte, da ich gerne unter Leuten bin. Und die Idee, außerhalb der Innenstadt zu parke ist eigentlich auch nicht schlecht. Ich werde definitiv versuchen, deine Tipps umzusetzen, danke!