Rentenreform: Tempo hoch, Konflikte inklusive
Bundeskanzler Friedrich Merz setzt den Bundestag unter Zugzwang: Die Rentenreform soll bis Ende 2026 vollständig umgesetzt sein – am liebsten sogar schon bis Jahresende. 33 Vorschläge einer Expertenkommission liegen auf dem Tisch, darunter die heikle Anhebung des Renteneintrittsalters. Merz und Arbeitsministerin Bärbel Bas wollen die Empfehlungen nahezu unverändert übernehmen.
Eckpunkte noch vor der Sommerpause
Der Fahrplan ist ambitioniert: Eckpunkte noch vor der Sommerpause, Gesetzentwürfe über den Sommer, Kabinettsbeschlüsse im Herbst, Abschluss im Bundestag bis Dezember. Für Millionen Ältere geht es um Verlässlichkeit – für die Regierung um Glaubwürdigkeit.
Politisch bleibt es unruhig. Es gibt Kritik von den Sozialverbänden und den Linken.
Keine Rentenkürzungen
Merz betont: Keine Rentenkürzungen. Kritiker sehen das anders – denn ein höheres Rentenalter bedeutet faktisch längeres Arbeiten. Die Wiedereinführung des Nachhaltigkeitsfaktors bedeutet, dass die Renten weniger stark steigen. Der Kanzler hält dagegen: Wer länger lebt, könne auch länger arbeiten.
Die Reform wird zum Lackmustest: Schafft es die große Koalition der Willigen, Stabilität ins Rentensystem zu bringen – oder bleibt alles beim politischen Ritual der Ankündigungen?
Foto: CDU / Tobias Koch