Ex-DDR-Funktionärinnen bekommen höchste Renten

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Rentnerinnen in Ost-Berlin bekommen die höchsten Renten bei Frauen in Deutschland. Wie kommt das? Waren sie Ex-DDR-Funktionärinnen?

„Bei den Frauen liegen die Renten in Ost-Berlin vorn; sie profitieren meist von den hohen Renten für die Beschäftigten in den früheren DDR-Ministerien und -Behörden“, schreibt „Bild“. Wer sich die nackten Zahlen anschaut, kann dieses Phänomen leicht nachvollziehen. Neben den besser bezahlten Regierungs- und Verwaltungsjobs in der damaligen Hauptstadt kommt ein struktureller Unterschied hinzu: In der DDR war die Vollzeiterwerbstätigkeit von Frauen die absolute Norm. Lange Unterbrechungen gab es selten:

Ost-Berlinerinnen weit vorn

  • Bezogen auf alle Rentnerinnen bundesweit weist der aktuelle Rentenatlas für Frauen in Ost-Berlin eine Durchschnittsnetto-Rente – nach Abzug von Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen – von 1422 Euro aus.
  • Bei langjährig Versicherten mit 35 Beitragsjahren liegen Ost-Berlinerinnen mit 1535 Euro ebenfalls vorn.
  • Das Gleiche gilt bei den besonders langjährigen Versicherten mit 45 Beitragsjahren: Ost-Berlinerinnen kommen in dieser Kategorie auf 1663 Euro Durchschnittsnettoerlöse.

Rentengefälle zwischen Ost und West

Davon können ihre Geschlechtsgenossinnen in den anderen Bundesländern nur träumen. Dort wirken traditionelle Familienmodelle mit langen Erziehungspausen und Teilzeitjobs, auch „Teilzeitfalle“ genannt, bis heute finanziell stark nach:

  • Durchschnittsnetto-Renten aller Frauen: im Saarland 842 Euro
  • Ø Rente 35 Beitragsjahre: in Niedersachsen 1277 Euro
  • Ø Rente 45 Beitragsjahre: in Niedersachsen 1456 Euro

Bei Männern Baden-Württemberg auf Platz 1

Dreht man den Spieß jedoch um und schaut auf die männlichen Rentner, fällt der Vergleich klar zugunsten der Bundesländer mit vielen gut bezahlten Industriejobs aus. Hier liegt beispielsweise Baden-Württemberg als starker Automobil- und Maschinenbaustandort an der Spitze. Wer hier sein Leben lang in der Industrie gearbeitet hat, freut sich heute über ein prall gefülltes Rentenkonto. Baden-Württemberg liegt deutlich vorn.

  • Bezogen auf alle Rentner bundesweit weist der aktuelle Rentenatlas eine Durchschnittsnetto-Rente für Männer in Baden-Württemberg – nach Abzug von Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen – von 1633 Euro aus.
  • Bei langjährig Versicherten mit 35 Beitragsjahren liegen Baden-Württemberger mit 1849 Euro ebenfalls vorn.
  • Das Gleiche gilt bei den besonders langjährigen Versicherten mit 45 Beitragsjahren: Baden-Württemberger beziehen eine Durchschnittsnettorente von 1969 Euro.

Schlusslicht Mecklenburg-Vorpommern

Während im Südwesten hohe Altersbezüge winken, bekommen Männer in anderen Bundesländern deutlich niedrigere Durchschnittsnetto-Renten. Besonders die ostdeutschen Flächenländer leiden bei den Männern bis heute unter den wirtschaftlichen Brüchen der Nachwendezeit, die oft mit Phasen der Arbeitslosigkeit oder Beschäftigungen im Niedriglohnsektor einhergingen:

  • Ø aller Männer: Mecklenburg-Vorpommern ist das Schlusslicht mit 1446 Euro.
  • Ø Rente 35 Beitragsjahre: Meck-Pomm ist auch ganz am Ende mit 1528 Euro.
  • Ø Rente 45 Beitragsjahre: Meck-Pomm und Thüringen teilen sich den letzten Platz mit 1598 Euro.

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Helmut Achatz

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