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Erstaunlich, aber der Deutschen Rentenversicherung zufolge bekommen Ost-Berliner mit 1268 Euro in Deutschland die höchste Rente. Auf Platz zwei liegen die Saarländer. Der Abstand zwischen Männern und Frauen ist enorm.

Damit liegen die Ost-Berliner deutlich über dem bundesweitem Durchschnitt von 916 Euro netto vor Steuern, so viel bekommen sie von der Rentenversicherung nach Abzug von 11,5 Prozent Sozialversicherung überwiesen.

Das ist, wohlgemerkt, ein Durchschnitt. Der Unterschied zwischen Männer und Frauen ist immer noch gewaltig. Männer bekommen im Schnitt annähernd 1200 Euro netto vor Steuern, Frauen lediglich 700 Euro. Wobei der größte Unterschied gerade im Saarland existiert – mit 713 Euro, denn Frauen bekommen im kleinsten Bundesland nur 532 Euro. Das alles ist im Rentenatlas der Deutschen Rentenversicherung nachzulesen.

Altersrente bundesweit nach Ländern

BundeslandDurchschnittMännerFrauen
Schleswig-Holstein8691155651
Hamburg9261164754
Niedersachsen8561163620
Bremen8691143666
Nordrhein-Westfalen8861242611
Hessen8941194658
Rheinland-Pfalz8471165592
Baden-Württemberg9161220681
Bayern8641141654
Saarland8561245532
Berlin-West9021058789
Berlin-Ost112812681026
Brandenburg10501200935
Mecklenburg-Vorpommern10221160918
Sachsen10441207924
Sachsen-Anhalt10251190904
Thüringen10301182915
Durchschnitt Bundesgebiet9161191705

Quelle: Deutsche Rentenversicherung

Schuld ist fehlende Kinderbetreuung

Warum ist das so? In Westdeutschland sind viele Mütter nach der Geburt der Kinder zuhause geblieben – teils freiwillig, teils zwangsweise. In Westdeutschland fehlte es jahrzehntelang an Kindergärten und Horte. Wer aber kürzer einzahlt, bekommt auch weniger Rente. Nach dem die Kinder aus dem Gröbsten raus waren, haben diese Mütter häufig in Teilzeit gearbeitet. Somit fehlen ihnen wichtige Jahre.

In der ehemaligen DDR haben Mütter ihre Kinder im Betriebskindergarten untergebracht – und konnte vergleichsweise früh nach der Geburt Vollzeit weiterarbeiten, entsprechend höher sind ihre gesetzlichen Renten. Das alles ist dem Rentenatlas der deutschen Rentenversicherung zu entnehmen.

Ost-Berliner bekommen mehr Rente

Wie bei den Männer belegen auch die Frauen in Ost-Berlin den ersten Platz mit einem durchschnittlichen Ruhegehalt von 1026 – fast doppelt so viel wie eine Saarländerin. Überhaupt bekommen die Frauen in Ostdeutschland durch die Bank deutlich höhere Rente als ihre Geschlechtsgenossinnen in Westdeutschland. Übrigens ist auch der Unterschied zwischen Männern und Frauen in punkto Rente in Ostdeutschland deutlich niedriger als im Westen, was mit dem unterschiedlichen Rollenbild in West und Ost zu tun hat.

Neben diesen Daten bietet der Rentenatlas noch weit mehr interessanter Fakten. Es lohnt sich also, einmal durchzublättern.

Rentenniveau sinkt seit Jahrzehnten

JahrSicherungsniveau vor Steuern
198057.6
199055
200052.9
200152.6
200252.9
200353.3
200453
200552.6
200652.2
200751.3
200850.5
200952
201051.6
201150.1
201249.4
201348.9
201448.1
201547.7
201648.1
201748.2
201848.1
201948,1*
202048,0**
202148
202248
202348
202448
202548
*geschätzt
**Haltelinie
Quelle: Deutsche Rentenversicherung

Posted by Helmut Achatz

Vorruheständler, Journalist, Börsianer, Vorstand VHS Olching, Wirtschaftsingenieur,

2 Comments

  1. Herbert Wendland 23. Januar 2019 at 5:57

    Wie immer, wenn man mit Zahlen hantiert, kann es erstaunliche Ergebnisse geben.
    Mich treibt die Frage um, ob die hohen Renten der Ostberliner aus unseren Sozialkassen kommen, oder ob es eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist, diese Renten auszubezahlen.
    Dann wäre der Steuerzahler dafür verantwortlich.

    Antworten

    1. Das sind Zahlen der Deutschen Rentenversicherung über die Zahlbeträge. Das heißt, diese Renten hat die Rentenkasse ausgezahlt. Natürlich geht das nur, weil der Bund zuschießt. Mittlerweile überweist der Staat der Deutschen Rentenversicherung mehr als 90 Milliarden Euro pro Jahr, Tendenz steigend.

      Antworten

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