Mütterrente III kommt erst 2028

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Die Mütterrente III lässt auf sich warten – damit bekommen Mütter, deren Kinder vor 1992 geboren sind, einen halben Rentenpunkt mehr. Weil die Umsetzung so kompliziert ist, verschiebt sich die Umsetzung auf 2027.

Die Mütterrente III ist ein Programm der Bundesregierung, das darauf abzielt, die rentenrechtliche Anerkennung von Kindererziehungszeiten für vor 1992 geborene Kinder weiter zu verbessern und eine vollständige Gleichstellung mit nach 1992 geborenen Kindern zu erreichen.

Mütterrente lässt auf sich warten

  • Ziel: Für Kinder, die vor 1992 geboren wurden, sollen statt bisher 2,5 Entgeltpunkte nun 3 Entgeltpunkte pro Kind angerechnet werden. Dies würde einem halben Rentenpunkt zusätzlich entsprechen.
  • Finanzielle Auswirkungen: Beim aktuellen Rentenwert von 40,79 Euro bedeutet ein halber Rentenpunkt 20,40 Euro mehr Rente pro Kind und Monat.
  • Betroffene: Rund zehn Millionen Rentnerinnen (und Väter, die das Kind überwiegend erzogen haben) sollen davon profitieren.

Ziel und Umsetzung

  • Gesetzliche Grundlage: Die Mütterrente III ist politisch im Koalitionsvertrag der aktuellen Regierung verankert. Lange wurde über das Datum gestritten, nun herrscht Klarheit.
  • Rechtlicher Start am 1.1.2027: Ab diesem Stichtag entstehen die höheren Ansprüche. Wer ab Januar 2027 ein Kind hat, das vor 1992 geboren wurde, sammelt rechtlich gesehen die vollen 36 Monate Kindererziehungszeit (statt bisher 30 Monate).
  • Technische Auszahlung erst ab 2028: Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) hat sich mit ihrem Einwand durchgesetzt: Die technische Umstellung von rund 10 Millionen Bestandsrenten ist so komplex, dass die Software-Anpassungen Zeit brauchen. Die monatliche Überweisung des erhöhten Betrags wird daher flächendeckend erst im Laufe des Jahres 2028 erfolgen.
  • Die gute Nachricht: Es geht nichts verloren! Für die Zeit ab Januar 2027 bis zur technischen Umstellung im Jahr 2028 erfolgt eine rückwirkende Nachzahlung.

Diskussion und Finanzierung

  • Gleichstellung: Das Vorhaben wird als wichtiger Schritt zur Rentenfairness und zur Anerkennung der Lebensleistung von Müttern gesehen, die ihre Kinder in einer Zeit großgezogen haben, als Kinderbetreuungsplätze noch nicht so verbreitet waren.
  • Kritik: Die Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung, Gundula Roßbach, kritisiert die geplante Ausweitung als unverhältnismäßig und die Finanzierung sei unklar. Sie betont, dass die zusätzlichen Kosten (rund 5 Milliarden Euro jährlich) aus Steuermitteln finanziert werden müssen, um eine zusätzliche Belastung der Rentenkasse und damit der Beitragszahler zu vermeiden. Zwar heißt es, dass die Maßnahme nicht aus der Rentenkasse, sondern aus Steuermitteln finanziert werden soll, aber das hat schon in der Vergangenheit nicht funktioniert.

    Andernfalls müsste der Beitragssatz in der Rentenversicherung steigen.

Bis zu welchem Alter Kind?

Mütterrente

Mehrheit für die Mütterrente Bild: ThePioneer

Zusätzlich zu den Kindererziehungszeiten gibt es auch die Kinderberücksichtigungszeiten, die bis zum 10. Lebensjahr des Kindes angerechnet werden können. Diese wirken sich zwar nicht direkt auf die Höhe der Rente aus, können aber Vorteile bei Wartezeiten für Rentenansprüche und bei der Bewertung von beitragsfreien oder beitragsgeminderten Zeiten bringen.

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Kritik und Stolperfallen

Trotz der Freude über das Plus gibt es Wermutstropfen:

  1. Anrechnung auf Sozialleistungen: Wer Grundsicherung oder Wohngeld bezieht, muss damit rechnen, dass die höhere Rente angerechnet wird. Im schlimmsten Fall bleibt vom Plus im Geldbeutel nichts übrig.
  2. Finanzierung: Die Kosten von jährlich rund 5 Milliarden Euro werden aus Steuermitteln finanziert. Dies sorgt politisch weiterhin für Diskussionen über die Generationengerechtigkeit, insbesondere bei der jüngeren Generation.

Fragen und Antworten zur Mütterrente III

Die Deutsche Rentenversicherung hat versucht, Fragen rund um die Mütterrente III kompakt zu beantworten. In den Fragen und Antworten erfahren Betroffene, worum es sich bei der Mütterrente handelt, was die Mütterrente III für betroffene Eltern bedeuten kann und wie es nun weitergeht.

Lars Klingbeils Versprechen

Am 14. Mai 2025 versprach Vizekanzler Lars Klingbeil eine Rentenreform „zügig“ anzugehen. Die Zeit läuft.

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1 Kommentar. Hinterlasse eine Antwort

  • Eva-Maria Stiller
    24. Juli 2025 21:32

    Ich bin mit 63 Jahren in Rente gegangen. Es waren 39,16 Beitragsjahren, 2 Kinder wurden eingerechnet und einige Jahre war ich in der FZR. Jetzt denkt man sicherlich, ich habe eine gute Rente. Falsch gedacht. Ich habe mit 538 Euro Netto angefangen. Ich habe bitterlich geweint. Ich habe bestimmt weniger Rente pro Monat, als wenn man hier her nach Deutschland kommt. Das Leben kann ein Arschloch sein.

    Antworten

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Helmut Achatz

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