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Die Rentenkommission startet in Berlin. Bis Mitte 2026 soll sie Wege finden, um Altersvorsorge, Beitragssätze und Rentenniveau langfristig stabil zu halten.
Die Skepsis ist groß, ob der neuen Rentenkommission dieses Mal tatsächlich eine nachhaltige Rentenreform gelingt.
Wie sicher ist unsere Rente in Zukunft?
Die demografische Entwicklung setzt das deutsche Rentensystem massiv unter Druck. Um das Versprechen einer stabilen Altersvorsorge auch für kommende Generationen zu halten, hat die Bundesregierung die neue Alterssicherungskommission ins Leben gerufen. Am 7. Januar 2026 fand der offizielle Auftakt statt.
Das 13-köpfige Gremium steht vor einer Mammutaufgabe: Es soll Vorschläge erarbeiten, wie das Rentenniveau, der Beitragssatz und die Finanzierbarkeit langfristig im Einklang bleiben können. Dabei blickt die Kommission nicht nur auf die gesetzliche Rente, sondern nimmt alle drei Säulen – inklusive der betrieblichen und privaten Vorsorge – unter die Lupe.
Die neue Rentenkommission hat ihre Arbeit aufgenommen – und schon jetzt ist klar, dass die kommenden Monate von intensiven Debatten geprägt sein werden. Denn das Gremium muss Antworten auf Fragen finden, die seit Jahren als politisch heikel gelten.
🎯 Die wichtigsten Streitpunkte:
- Rentenniveau: Stabilisieren, anheben oder flexibilisieren?
Das Rentenniveau ist einer der sensibelsten Punkte. Während Gewerkschaften und Sozialverbände vor sinkenden Leistungen warnen, mahnen Ökonomen vor steigenden Kosten. Die Kommission muss klären, ob das heutige Niveau gehalten werden kann – und wenn ja, wie es finanziert werden soll.
- Beitragssätze: Wie viel Belastung ist tragbar?
Steigende Beitragssätze treffen Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleichermaßen. Die Frage lautet: Wie hoch darf der Beitrag steigen, ohne die Wirtschaft zu belasten oder Arbeit unattraktiver zu machen? Hier prallen finanzpolitische und sozialpolitische Interessen direkt aufeinander.
- Renteneintrittsalter: Tabu oder notwendige Stellschraube?
Die Lebenserwartung steigt – doch die Debatte über ein höheres Renteneintrittsalter bleibt politisch explosiv. Einige Experten sehen darin einen unvermeidlichen Schritt, andere warnen vor sozialen Härten. Die Kommission muss bewerten, ob und wie ein flexiblerer oder späterer Rentenbeginn aussehen könnte.
- Einbeziehung weiterer Gruppen: Kommt die Erwerbstätigenversicherung?
Ein Dauerbrenner: Sollten Beamte, Selbstständige oder andere bislang ausgenommene Gruppen in die gesetzliche Rentenversicherung einbezogen werden? Befürworter sprechen von mehr Gerechtigkeit und Stabilität, Kritiker von Bürokratie und verfassungsrechtlichen Hürden.
- Drei-Säulen-Modell: Wie stärken wir betriebliche und private Vorsorge?
Neben der gesetzlichen Rente geraten auch betriebliche und private Vorsorgeformen in den Fokus. Die Kommission muss klären, wie diese Säulen attraktiver und verlässlicher werden können – etwa durch steuerliche Anreize, Standardprodukte oder Reformen der Riester-Nachfolgemodelle.
- Finanzierbarkeit: Was ist langfristig realistisch?
Am Ende steht die Kernfrage: Wie lässt sich ein solidarisches, leistungsfähiges und finanzierbares Rentensystem gestalten, das dem demografischen Wandel standhält? Zwischen Generationengerechtigkeit, Haushaltsdisziplin und sozialer Sicherheit wird es harte Abwägungen geben.
Die 13 Mitglieder der Kommission
Die Kommission setzt sich aus Experten der Wissenschaft sowie Vertretern der Politik zusammen. Hier ist die Übersicht der Köpfe, die über die Zukunft Ihrer Altersvorsorge entscheiden:
| Funktion | Name | Hintergrund / Institution |
| Vorsitz | Prof. Dr. Constanze Janda | Univ. Speyer, Sozialrechtsexpertin |
| Vorsitz | Frank-Jürgen Weise | Ehem. Chef der Bundesagentur für Arbeit |
| Stellv. Vorsitz | Annika Klose | MdB (SPD) |
| Stellv. Vorsitz | Pascal Reddig | MdB (CDU) |
| Stellv. Vorsitz | Florian Dorn | MdB (CSU) |
| Wissenschaft | Prof. Dr. Peter Bofinger | Volkswirt (ehem. Wirtschaftsweise) |
| Wissenschaft | Prof. Dr. Tabea Bucher-Koenen | ZEW Mannheim |
| Wissenschaft | Prof. Dr. Georg Cremer | Ehem. Generalsekretär Caritas |
| Wissenschaft | Prof. Dr. Camille Logeay | HTW Berlin |
| Wissenschaft | Dr. Monika Queisser | OECD, Sozialpolitik-Expertin |
| Wissenschaft | Prof. Jörg Rocholl | Präsident der ESMT Berlin |
| Wissenschaft | Prof. Dr. Silke Übelmesser | Universität Jena |
| Wissenschaft | Prof. Dr. Martin Werding | Wirtschaftsweise, Experte für Sozialpolitik |
Zusammenfassung der Altersstruktur
| Bereich | Altersspanne |
| Jüngstes Mitglied | 33 Jahre (Annika Klose) |
| Ältestes Mitglied | 74 Jahre (Frank-Jürgen Weise) |
| Durchschnittsalter | Schätzungsweise zwischen 50 und 55 Jahren. |
Zusätzlich wird die Deutsche Rentenversicherung Bund als ständige Sachverständige an allen Sitzungen teilnehmen, um die praktische Umsetzbarkeit der Vorschläge zu gewährleisten.
📜 Politischer Hintergrund und aktuelles Rentenpaket
Die Einsetzung der Reformkommission erfolgt kurz nach der Verabschiedung eines umfassenden Rentenreformpakets am 5. Dezember 2025. Dieses Paket, dem einige Unionsabgeordnete kritisch gegenüberstanden, stabilisiert das Rentenniveau bei 48 Prozent bis 2031, führt einen Steuerfreibetrag von bis zu 2.000 Euro monatlich für arbeitende Rentner ein und weitet die Mütterrente aus.
Versprechen
Am 14. Mai 2025 versprach Vizekanzler Lars Klingbeil eine Rentenreform „zügig“ anzugehen. Die Zeit läuft.
Zeit seit Abgabe des Versprechens
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