Goldpreis-Hammer: Erstmals über 5.000 Dollar pro Unze

Finanzen

Werbung

Gold erreicht ein historisches Hoch. Warum boomt das Edelmetall so? Was raten Experten und wie sicher ist unser Vermögen in Krisenzeiten wirklich?

Am 26. Januar 2026 knackte der Goldpreis (für eine Feinunze 31,1 Gramm) an der Londoner Metallbörse die 5000-Dollar-Marke. Das gab es noch nie! Damit setzt das Edelmetall seinen rasanten Höhenflug fort, nachdem es allein im Vorjahr ein Plus von 65 Prozent verzeichnete – der stärkste Anstieg seit den 1970er-Jahren.

Goldrausch – und was das für Anleger bedeutet

Warum steigt Gold so extrem?

Für den aktuellen Boom gibt es ein ganzes Bündel an Gründen, die besonders für sicherheitsorientierte Anleger im Vorruhestand relevant sind:

  • Geopolitische Krisen: Spannungen im Nahen Osten und Handelskonflikte, wie die jüngsten Zolldrohungen gegen europäische Staaten, treiben Investoren in den „sicheren Hafen“.
  • Zentralbanken schichten um: Vor allem Schwellenländer wie China reduzieren ihre Abhängigkeit vom US-Dollar und kaufen massiv Goldreserven auf.
  • Angst um die Unabhängigkeit der Fed: Politische Angriffe von US-Präsident Donald Trump auf die US-Notenbank schüren Zweifel an der Stabilität der Weltleitwährung. Trump will den gegenwärtigen Präsidenten der Federal Reserve (Fed), Jerome Powell, möglichst heute statt morgen loswerden.
  • Zinswende: Da Gold keine Zinsen abwirft, wird es bei sinkenden Marktzinsen im Vergleich zu Staatsanleihen deutlich attraktiver.

Goldpreis – Entwicklung seit 2016

screenshot

Goldpreis (Feinunze: 31,1 Gramm) in US-Dollar Quelle: comdirect

Auch Silber zieht kräftig nach

Nicht nur Gold glänzt: Silber überschritt kürzlich die Marke von 100 US-Dollar. Hier treibt vor allem die Industrie den Preis, da das Metall für Zukunftstechnologien wie Künstliche Intelligenz (KI), Robotik und die Energiewende unverzichtbar ist.

Was sollten Privatanleger jetzt tun?

Deutschland ist traditionell ein Land der Gold-Fans. Mit über 9.000 Tonnen privatem Goldbesitz (Barren, Münzen und Schmuck) sichern viele Bürger ihr Vermögen ab. Doch wie viel Gold gehört in ein Depot für den Ruhestand?

Die Stiftung Warentest bleibt bei ihrer bewährten Empfehlung: Rund zehn Prozent des Gesamtvermögens in Gold können als Absicherung gegen Währungsreformen oder schwere Rezessionen sinnvoll sein. Wichtig ist jedoch: Gold sollte nur mit Kapital gekauft werden, das langfristig nicht benötigt wird, da die Preise auch nach Rekordjahren schwanken können.

Ausblick: Geht die Reise noch weiter?

Während einige Experten vor einer Überhitzung warnen, sind Großbanken wie Goldman Sachs optimistisch und halten Kurse von bis zu 5.400 Dollar bis Ende 2026 für möglich.

Fazit: Gold bleibt die ultimative Versicherung im Depot. Wer bereits Bestände hat, darf sich über satte Buchgewinne freuen. Wer jetzt erst einsteigt, sollte dies aufgrund der hohen Kurse mit Augenmaß tun.

Wie in Gold investieren?

In Gold zu investieren ist heute so einfach wie nie zuvor. Je nachdem, ob ein Anleger das glänzende Metall lieber physisch in den Händen halten oder bequem per Mausklick in deinem Depot verwalten möchte, gibt es unterschiedliche Wege.

Hier sind die gängigsten Möglichkeiten:

1. Physisches Gold: Barren und Münzen

Der Klassiker für maximale Sicherheit. Du kaufst echtes Gold und lagerst es selbst oder in einem Banktresor.

  • Vorteile: Volle Kontrolle, kein Emittentenrisiko (Insolvenz einer Bank spielt keine Rolle), steuerfrei nach 12 Monaten Haltedauer.
  • Nachteile: Lagerrisiko (Diebstahl), Kosten für Schließfächer, höhere Gebühren beim Kauf („Spread“ zwischen An- und Verkaufspreis). Dass auch Schließfächer ein Risiko darstellen, hat der Fall Gelsenkirchen bewiesen: Bankräuber räumten sämtliche Schließfächer leer.
  • Beliebte Formate: Krügerrand-Münzen oder 100-g-Barren.

2. Xetra-Gold: Die börsengehandelte Alternative

Xetra-Gold ist ein sogenannter Gold-ETC (Exchange Traded Commodity). Es handelt sich um ein Wertpapier, das du wie eine Aktie über dein Depot kaufen kannst.

  • Funktionsweise: Hinter jedem Anteilsschein von Xetra-Gold steht genau ein Gramm Gold, das physisch in einem Tresor in Frankfurt gelagert wird.
  • Der Clou: Du hast einen Auslieferungsanspruch. Das heißt, du kannst dir „dein“ Gold tatsächlich nach Hause schicken lassen (gegen Gebühr).
  • Steuer-Vorteil: Nach einem Urteil des Bundesfinanzhofs wird Xetra-Gold steuerlich wie physisches Gold behandelt. Gewinne sind also auch hier nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei.
  • Kosten: Sehr geringer Spread (Kauf/Verkauf) und eine geringe jährliche Lagergebühr (ca. 0,36 % inkl. MwSt.).

3. Weitere Gold-ETCs (z. B. EUWAX Gold II)

Ähnlich wie Xetra-Gold bietet auch die Börse Stuttgart mit EUWAX Gold II ein Produkt an.

  • Unterschied: Bei EUWAX Gold II entfallen oft die monatlichen Lagergebühren, und die physische Auslieferung ist ab einer bestimmten Menge (meist 100 g) innerhalb Deutschlands sogar kostenlos.

Vergleich der Möglichkeiten

Merkmal Physisches Gold Xetra-Gold / ETCs Goldminen-Aktien
Lagerung Privat / Tresor Zentraltresor (Bank) Digital im Depot
Kosten Hoch (Spread) Gering (Depotgebühr) Depotgebühr / Order
Steuern Frei nach 1 Jahr Frei nach 1 Jahr* Abgeltungsteuer
Risiko Diebstahl Emittentenrisiko** Kursrisiko Firma

* Gilt für Xetra-Gold und EUWAX Gold II aufgrund des Auslieferungsanspruchs.

** Da es sich bei ETCs rechtlich um Schuldverschreibungen handelt, ist die physische Besicherung (Lagerung des echten Goldes) entscheidend.

4. Goldminen-Aktien und Fonds

Anstatt Gold direkt zu kaufen, investierst du in die Unternehmen, die es fördern (z. B. Barrick Gold).

  • Hebel-Effekt: Steigt der Goldpreis, steigen die Gewinne der Minen oft überproportional.
  • Risiko: Wenn die Mine schlecht wirtschaftet oder politische Unruhen im Förderland herrschen, kann die Aktie fallen, selbst wenn der Goldpreis steigt.

 Tipp: Wenn jemand Gold als reine „Krisenversicherung“ sieht, ist ein Teil in physischer Form (Münzen) sinnvoll. Für den unkomplizierten Vermögensaufbau und die Rendite ist Xetra-Gold aufgrund der hohen Liquidität und Steuerfreiheit meist die effizienteste Wahl.

Bild: iStock | kuppa_rock

Du kannst den Artikel teilen:

Werbung

Das könnte dich auch interessieren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Sie müssen den Bedingungen zustimmen, um fortzufahren.

null

Helmut Achatz

Macher von vorunruhestand.de

Newsletter

Erhalte regelmäßig News, Tipps und Infos rund um’s Thema Rente und Co. Du erhältst 14-tägig einen Newsletter.

Weitere Inhalte

Rentenplaner für Dummies

Werbung

Menü