Wie die SPD Rentner foppt

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Die SPD verkauft Rentnern für dumm. Die Rentenerhöhung wird von der Inflation aufgefressen. Das heißt, Rentner büßen in diesem Jahr kräftig Kaufkraft ein.

Wer’s nicht glaubt, zücke seinen Taschenrechner: -7,4 minus +5,35 = -2,05. West-Rentner verlieren in diesem Jahr mindestes zwei Prozent an Kaufkraft; bei Ost-Rentner sind es „nur“ 1,28 Prozent (-7,4+6,12). Das ist zwar die „größte Rentenerhöhung“ seit Jahrzehnten, wie die Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesarbeitsministerium, Kerstin Griese (SPD), richtig feststellt, aber sie reicht eben nicht, um auch nur die Kaufkraft der Rentner zu erhalten, denn die Inflation ist mit 7,4 Prozent deutlich höher als die angekündigte Rentenerhöhung um 5,35 und 6,12 Prozent. Grieses Satz „soziale Sicherheit ist wichtig, gerade in diesen Zeiten“, wirkt wie Hohn. Kaufkraftverlust ist das Gegenteil von sozialer Sicherheit.

SPD verarscht Rentner

Offensichtlich kann Kerstin Griese nicht rechnen (verständlich, hat sich doch mit Finanzen bislang wenig zu tun gehabt), denn die Rentenerhöhung von 5,35 Prozent wird bei einer Inflationsrate von 7,4 Prozent mehr als aufgefressen – und das ist nur die halbe Wahrheit, denn die Inflationsrate lag schon im vergangenen Jahr bei 3,1 Prozent, während die Renten stagnierten. Die Rentner mussten 2021 eine Nullrunde hinnehmen. Die jetzige Rentenerhöhung kommt auch nicht am 1. Januar, sondern erst am 1. Juli 2022. Das heißt, die Inflation frisst den Rentner bereits ein halbes Jahr die Kaufkraft auf. Ferner werden zehntausende von Rentnern wegen der Rentenerhöhung ihre Rente versteuern müssen. Übrigens, bei einer Rentenerhöhung gibt es keinen Freibetrag, das heißt, die Rentenerhöhung ist zu hundert Prozent steuerlich wirksam. So werden nach der Erhöhung im Sommer rund 103.000 Rentnerinnen und Rentner erstmals in die Steuerpflicht rutschen, schreibt die „WAZ“. Das geht aus einer Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine kleine Anfrage der Linken im Bundestag hervorgeht. Der Staat verdient an der Inflation, weil immer mehr Rentner Steuern zahlen müssen. Die Quittung für diese Ignoranz der Sorgen vieler Rentner hat die SPD bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen bekommen.

NRW-Wahlergebnis der #SPD: Lars #Klingbeil watscht Karl #Lauterbach ab!
Klingbeil tickt nicht mehr richtig!
Er sollte lieber #Scholz abwatschen!
Dieser hat durch soziale Lügen die Rentner verprellt!!!
Klingbeil sollte wegen dieser Aussage sofort seinen Hut nehmen!!!
Bauernopfer? pic.twitter.com/EBOm26EZ9H

— Gerhard Protze (@Hamburguesa60) May 17, 2022

730 Millionen Euro mehr Steuern

Der Staatskasse beschert dies nach Angaben des Ministeriums mindestens 730 Millionen Euro zusätzlich. Die Gesamtzahl der besteuerten Renten summiert sich laut Finanzministerium nach der Erhöhung auf fast sechs Millionen. Es ist ein neuer Rekord. Bei einer monatlichen Rente von 1200 Euro beispielsweise werden demnach künftig rund zehn Prozent der Erhöhung an Einkommenssteuer abgezogen.

Kaufkraftverlust trotz Rentenerhöhung

Griese räumte im ARD-„Morgenmagazin“ am Mittwoch, den 13. April 2022, zumindest ein, dass wegen des starken Preisanstiegs viele Rentner belastet seien. Dem wirke die Bundesregierung mit einem Entlastungspaket entgegen. Davon haben aber viele Rentner nichts, denn das Energiegeld bekommen nur Erwerbstätige, aber nicht Rentner. Wer dennoch Energiegeld bekommen will, muss tricksen. Mehr Verarsche geht schon nicht. Übrigens, die Ampel hat auch beschlossen, den sogenannte Nachholfaktor wieder in Kraft zu setzen, der sich dämpfend auf Rentenerhöhungen auswirkt. In diesem Jahr dürften die Deutschen 159 Milliarden Euro an Kaufkraft verlieren.

Für 2022 rechnen wir auf https://t.co/Z8C07E6dyj – basierend auf der aktuellen Entwicklung bei Einlagen und #Zinsen – mit 0,92 Mrd. EUR nominalen Zinserträgen, aus denen nach Abzug der #Inflation 158 Mrd. EUR reale Zinserträge, also 159 Mrd. EUR #Kaufkraftverlust – werden. pic.twitter.com/U9kQEdkB2C

— Franke-Media.net (@franke_media) May 17, 2022

Viele Rentner sind die Dummen

Gerade wer knapp über der Anspruchsgrenze für Grundsicherung liegt, ist gekniffen. Den der Rentner oder die Rentnerin bekommt eben keine Einmalzahlung oder einen Heizkostenzuschlag. Als Faustregel hat die Deutsche Rentenversicherung ausgegeben, dass jemand Anspruch auf Grundsicherung hat, wenn er oder sie weniger als 924 Euro Einkommen hat.

Ein wirklicher Fortschritt dürfte sein, dass das Bundeskabinett beschließt, die Erwerbsminderungsrente aufzustocken.

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Helmut Achatz

Macher von vorunruhestand.de

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