Sparkassenkunden zahlen Strafzinsen

Finanzen

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Noch vor vier Jahren hätten sich nur die wenigsten vorstellen können, dass sie Strafzinsen zahlen müssen. Jetzt machen die Sparkassen ernst. Die Negativzinspolitik hat die Bankkunden erreicht.

Negativzins kostet die Sparkassenkunden Geld, denn sie werden von ihrem Finanzinstitut künftig belastet. Weil die Sparkassen kaum noch etwas mit Zinsen verdienen, leiden sie natürlich unter der Negativzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Auffangen lässt sich der Druck nur durch Kostensenkung. Das allein reicht aber schon längst nicht mehr – die Sparkassen haben zusätzlich die Gebühren erhöht und sogenannte Verwahrentgelte für höhere Summe eingeführt. Der damalige Sparkassen-Präsident Georg Fahrenschon hatte bereits 2016 angekündigt, dass „die Zeit von kostenlosen Girokonten vorbei ist.“ Damit hatte er noch untertrieben. Sparkassenkunden zahlen längst höhere Gebühren – und mittlerweile mittelbar oder unmittelbar Strafzinsen. Tatsächlich sind die Girokonten laut „Handelsblatt“ immer teurer geworden. „Die Kontopreise sind binnen vier Jahren um durchschnittlich 25 Prozent gestiegen“, so das „Handelsblatt“. Die Entwicklung dürfte sich fortsetzen.  

Auch Privatkunden zahlen Strafzinsen

Längst zahlen nicht nur Firmen Strafzinsen, mittlerweile trifft es auch Privatkunden. Die Stadtsparkasse Düsseldorf beispielsweise geht „Fonds Professionell“ zufolge energisch gegen Kunden mit hohen Guthaben vor und droht ihnen sogar mit Kündigungen von Tagesgeld- oder Girokonten. Im Juli sei zunächst Klienten mit Guthaben von mehr als 100.000 Euro per Brief angekündigt worden, dass künftig ein Strafzins von 0,5 Prozent fällig werden würde. Wer sein Geld nicht anders anlegen wollte, dem droht die Kündigung.

Wer höhere Beiträge auf seinem Konto liegen lässt, muss damit rechnen, „Verwahrgebühren“ zu bezahlen, schließlich zahlt die Sparkasse Strafzinsen, wenn sie ihr Geld bei der EZB parkt. Das geben die Finanzinstitute natürlich an die Kunden weiter. Zu glauben, dass der Satz des Ex-EZB-Chefs Mario Draghi vom 26. Juli 2012 („Whatever it takes“ | was immer auch nötig ist) keine Auswirkungen auf die Bankpraxis haben würde, war blauäugig. Seine Nachfolgerin Christine Lagarde folgt Draghis Schuhstapfen. Es kann gut sein, dass sie den Negativzins von 0,5 Prozent noch weiter nach unten drückt.

Hier noch mal zur Erinnerung Draghis historisches Zitat

Künftig weniger Filialen

Was die Kosten betrifft, so werden die Sparkassen ihr Filialnetz ausdünnen, worunter die Kunden ebenfalls leiden, da sie künftig weiter fahren müssen bis zur nächsten Filiale. Viele Banken haben es seit dem übrigens bereits getan.

Geringere Zinsen haben auch den Effekt, dass den Deutschen die Lust aufs Sparen vergeht, denn sie bekommen ja nichts mehr dafür. Die Sparkasse wird sich künftig wohl umbenennen müssen, denn von Sparen kann ja keine Rede mehr sein, sondern nur noch von Verwahren.

Aus für die Altersvorsorge

Diese Entwicklung ist natürlich fatal für die Altersvorsorge, denn, wer keine Zinsen mehr bekommt, baut auch kein Vermögen für den Ruhestand auf – und landet im Alter automatisch in der Armut. „So sorgen die niedrigen Zinsen dafür, dass Altersarmut in der Gesellschaft wahrscheinlicher wird“, schließt der Sparkassenverband ganz richtig.

Dazu Fahrenschon:

„Die heutigen Beschlüsse (10. März 2016) der Europäischen Zentralbank (EZB) werden für immer mehr Menschen  in der Euro-Zone zu einer Belastung“, so der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Georg Fahrenschon. Neben Sparern und Kreditwirtschaft seien insbesondere auch Stiftungen, Versicherer, Versorgungssysteme, Sozialversicherungen und Krankenkassen betroffen.

 

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Helmut Achatz

Macher von vorunruhestand.de

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