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Ostern ist mehr als nur Eiersuchen, denn die müssen auch erst mal gefärbt werden. In einigen Regionen entstehen wahre Kunstwerke. Vielleicht erlebt das Bemalen von Ostereiern ein Revival. Spaß macht’s auf alle Fälle.

„Vom Eise befreit sind Strom und Bäche“,  heißt es in Goethes „Faust“. Der Dichter belebt die Welt mit Farbe und schreibt weiter, „die Sonne duldet kein Weißes, überall regt sich Bildung und Streben, alles will sie mit Farben beleben“. Die Menschen haben den langen Winter satt und wollen Blumen und Farben. Zu Ostern muss es bunt werden – und dazu gehören bemalte Eier.

Zu Ostern lebt Tradition auf

In vielen Regionen Deutschlands, aber auch in anderen Ländern Europas haben bemalte Ostereier eine lange Tradition. Wobei das Färben von hartgekochten Eiern oder das Bemalen von Eierschalen schon älter ist und weit in die heidnische Zeit zurückreicht. Verzierte Straußeneier wurden angeblich schon in ägyptischen Gräber gefunden. Der Brauch, Eier zu färben, hat sich bis in unsere Zeit erhalten. Das Osterei ist einer jener Bräuche mit heidnischem Ursprung, der aber von den christlichen Kirchen umfunktioniert wurde und deswegen seit einigen Jahrhundert eng mit dem christlichen Glaube verbunden ist. Das Osterei symbolisiert das neue Leben, der Triumph des Lebens über den Tod.

Wunderwerke zum Bestaunen

Früher war das Bemalen der Ostereier symbolbehaftet – teilweise auch heute noch. Für die Sorben beispielsweise haben die Farben unterschiedliche Bedeutung: rot steht für den Opfertod Christi, gelb für den Wunsch nach Erleuchtung und Weisheit, weiß für Reinheit, grün für Jugend und Unschuld und orange für Kraft, Ausdauer und Ehrgeiz. Die Sorben investieren viel Zeit und Mühe – die Eier werden mit Wachs überzogen, gefärbt und das Wachs abgeschmolzen. Das passiert nicht einmal, sondern oft mehrmals. Das Ergebnis sind einzigartig dekorierte Ostereier, die jeden staunen lassen.

Wenn Opa und Oma mit dem Enkel …

Gelegentlich werden sie auf Ostermärkten angeboten – und inspirieren den einen oder anderen, es mal selbst zu versuchen. Das wäre übrigens doch mal wieder eine ideale Gelegenheit für Großeltern, mit ihren Enkeln etwas gemeinsam zu unternehmen.

Vor dem Bemalen kommt aber das Ei-Auspusten. Aber Vorsicht! Eier sind manchmal mit Salmonellen behaftet, deswegen vorher gründlich reinigen. Für das Herausholen von Eigelb und Eiweiß lässt sich auch ein dünner Strohhalm, eine Einwegspritze oder ein spezieller Mini-Blasebalg verwenden. Auf Ostermärkte werden auch bereits ausgeblasene Gänse- und Enteneier angeboten – auch eine Idee. Übrigens, aus Eiweiß und Eigelb lässt sich ein wunderbares Omelett braten oder Rührei kochen.

Acryl, Filzer oder Lack?

Jetzt zum Bemalen, Dekorieren, Färben und Lackieren. Ostereier fordern die Kreativität heraus. Es macht Spaß, verschiedene Färbetechnik für die Ostereier auszuprobieren. Wer will kann auch mit natürliche Farben experimentieren. Dazu eignen sich Zwiebeln, Rote Beete und Spinat. Es gibt die Strumpfhosentechnik, das Marmorieren und das Stempeln. Wer’s einfach haben will, arbeitet mit Acryl, Filzstiften, Wasserfarben oder Sprühlack. Auch mit Füllhalter, Gelroller und Universalstift lassen sich kreative Effekte auf Ostereier zaubern. Mit Sprühlack bekommen Ostereier das gewisse Etwas, ganz abgesehen davon, dass die Farben fixiert sind.

Auch Wollfäden sind erlaubt

Die Kleinen können ihr eigenes Werk schaffen und dann auch gleich aufhängen, so dass Mama und Papa die Schöpfungen bewundern können. Ostereier färben oder bemalen wird so zum Gemeinschaftsprojekt – ein ideale Gelegenheit für Opa, Oma  und Enkel, gemeinsam kreativ zu sein, zu experimentieren und zu lachen.

Wer will kann Ostereier auch bekleben, mit Schablone gleichmäßige Muster auftragen, filzen oder mit Garn umwickeln. Der Phantasie ist bei Ostereier keine Grenze gesetzt. Oder wie wäre es, die Ostereier mit Glasperlen zu dekorieren?

 

Bei dieser Gelegenheit wünsche ich allen „Frohe Ostern“.

 

Posted by Helmut Achatz

Vorruheständler, Journalist, Börsianer, Vorstand VHS Olching, Wirtschaftsingenieur,

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