Wie Sparer auf Nullzinsen reagieren können

Der Chef der europäischen Notenbank Mario Draghi hat keinen Hehl daraus gemacht, dass es auf absehbare Zeit bei Nullzinsen bleibt. Sparer müssen sich nach der Decke strecken. Wo es noch etwas zu holen gibt.

Bei einer Inflationsrate von zuletzt 1,7 Prozent (November 2,3) ist es geradezu sträflich, sein Geld auf dem Konto liegen zu lassen. Nur wie anlegen? Bei Sparkassen gibt es für Tagesgeld 0,0 Prozent Zinsen, für Festgeld 0,001 Prozent Zinsen, für Sparbriefe mit Bindung von sechs Jahren mit etwas Glück 0,25 Prozent. Es lohnt sich für Sparer also, sich umzusehen und auf Vergleichsportalen wie „weltsparen“ die Konditionen zu checken. Es ist schon erstaunlich, dass Bei Tages- und Festgeldvergleichen wie „Weltsparen“ Sparkassen und deutsche Banken schon gar nicht mehr vorkommen, weil sie absolut nichts bieten.

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Durchschnittlicher Zins für Neu-Anlagen    Quelle: weltsparen.de

Sein Geld bei der Sparkasse zu deponieren, ist aber keine Geldanlage. Sparer, die den Wert ihres Vermögens zumindest erhalten wollen, sollten über den Tellerrand blicken, sprich über die Landesgrenzen, wo höhere Zinsen gezahlt werden – und das mittlerweile, ohne ein Konto in dem jeweiligen Land eröffnen zu müssen. In anderen Ländern der Euro-Zone werden deutlich höhere Zinsen gezahlt für Tages- und Festgeld als hierzulande. Die Zinsen in Deutschland sind schon seit längerem nahe der Nullzone, woran sich auch so schnell nichts ändern wird, das hat Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) erst vor kurzem wieder verdeutlicht.

Schluss mit Nullzinsen

Angesichts dessen müsste eigentlicher jeder Konsequenzen ziehen und sein Geld nicht mehr festverzinslich anlegen, sondern in Aktien investieren. Viele fühlen sich aber von den erratischen Kursausschlägen an der Börse überfordert und gehen lieber auf Nummer sicher. Nicht von ungefähr sind von annähernd sechs Billionen Euro Geldvermögen der Deutschen laut Deutscher Bundesbank 2,3 Billionen oder 40 Prozent in Tages- und Festgeld sowie Sparbüchern und -briefen investiert – oder liegen als Bargeld zuhause und im Banktresor. Leider vertrauen immer noch viele auf ihre Sparkasse, statt sich nach lukrativeren Alternativen umzusehen – und die gibt es.

Vergleichen lohnt sich für Sparer

Ein Tagesgeldkonto hat den Vorteil, dass der Kunde flexibel reagieren kann. Festgeld ist in der Regel während der Laufzeit – meist ein Jahr oder länger – gebunden, wer vorzeitig kündigt, kann bei einigen Anbietern trotzdem an sein Kapital, muss sich dann jedoch mit einem deutlich niedrigerem Basiszins begnügen oder bekommt keine Zinsen, je nach Angebot. Deswegen lohnt, auf die Unterscheidung „Flexgeld“ und „Festgeld“ zu achten. Aber, ein Anlagezeitraum von einem Jahr ist durchaus überschaubar. Übrigens, sein Geld länger zu binden, bringt kaum höhere Zinsen. Wer sein Geld kürzer als ein Jahr festlegt, bekommt allerdings nur niedrigere Zinsen.

Wie sicher sind ausländische Banken?

Wie sieht es mit der Einlagensicherung aus? Mittlerweile hat sich selbst bei ausländischen Banken eine Einlagensicherung in Höhe von 100 000 Euro etabliert. Diese Absicherung gilt auch für deutsche Kunden, denn in ganz Europa ist die gesetzlich garantierte Einlagensicherung durch eine EG-Richtlinie geregelt. Wer sich einen Überblick verschaffen will über die Einlagensicherung einzelner Banken, kann sich bei „Weltsparen“ informieren. Der Sparer kann auf dem Portal die Festgeld-Angebote nach Zinssatz und Konditionen vergleichen, das gilt auch in punkto  Einlagensicherung. Übrigens, sollte tatsächlich eine EU-Bank zahlungsunfähig werden, zahlt der nationale Einlagensicherungsfonds. Und wer mehr als 100 000 Euro anlegen will? Der verteilt die Summe besser auf mehrere Banken.

Was die Wiederanlage betrifft, so sollte sich der Sparer die Konditionen der Bank durchlesen, manchmal verlängert sich die Geldanlage automatisch, manchmal muss der Kunde aktiv werden.

 

Disclaimer:

Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Die hier enthaltenen Aussagen sind nicht als Angebot oder Empfehlung bestimmter Anlageprodukte zu verstehen. Dies gilt auch dann, wenn einzelne Wertpapiere oder Investments erwähnt werden. Der Beitrag soll lediglich einen Überblick über die Möglichkeiten geben und die selbständige Anlageentscheidung erleichtern.

Foto: weltsparen.de