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Wer alt ist, muss doch nicht alt wohnen, oder? Warum nicht mal die Wohnung aufpeppen. Ein frisches Design fürs Wohnzimmer hebt die Lebensgeister.

Wir Bestager fühlen uns oft zehn Jahre jünger als wir sind. Wir nehmen am Leben teil, sind aktiv, halten uns fit, ernähren uns bewusst. Wäre es da nicht an der Zeit, auch unser Umfeld zu verjüngen? Ein paar neue Bilder, moderne Möbel und stylishe Vorhänge, bringen Frische in unser Leben.

Frozen interior – frozen life

„Jahrzehntelang unveränderte Einrichtungen, diese ‚Frozen Interiors‘ (erstarrte Inneneinrichtung), sehen wir vor allem in der älteren Nachkriegsgeneration“, so Einrichtungsprofi Klaus Seydlitz gegenüber der FAZ. Obwohl wir immer länger leben und uns sogar jünger fühlen als wir sind, beobachten Einrichtungsexperten, dass viele Menschen ab einem Alter von etwa 50 Jahren das Interesse an der Umgestaltung ihrer Wohnräume verlieren. Diese beschränke sich dann nur noch auf den barrierefreien Umbau des Badezimmers, während die restliche Einrichtung im ursprünglichen Stil weit vergangener Jahrzehnte sozusagen eingefroren sei, so Seydlitz. Studien zum Konsumverhalten zufolge konsumieren Menschen zwischen dem 40. und dem 50. Lebensjahr am meisten, danach sinkt das Interesse am Kaufen rapide ab. Deshalb sieht es in vielen Haushalten so aus wie noch vor 30 oder 40 Jahren. Neben ökonomischen Gründen für das Verharren in der alten Einrichtung spielt die Psyche eine wichtige Rolle. Manch‘ einer hängt womöglich einfach an der alten Einrichtung oder denkt, dass sich die Investition in neue Stücke nicht mehr lohnt. Andere halten am alten Interieur fest, weil Erinnerungen daran hängen; sie trauen sich nicht, dem alten Kinderzimmer ihres längst erwachsenen Sprösslings eine neue Funktion zu verleihen. Auch einst teuer gekaufte Dinge wollen wir Bestager oft ungern weggeben. Vielleicht sind wir aber auch einfach nur überfordert von neuen Trends.

Frisches Design fürs Wohnzimmer

Sind wir uns so wenig wert? Wir haben doch noch Jahrzehnte vor uns, denn wir werden immer älter. Moderne Design bringt frischen Wind in die eigenen vier Wände und hebt unsere Lebensgeister. Also, alles raus? Muss nicht sein. Bereits kleine Veränderungen wie das Ausmisten des alten, unnötigen Krempels wirken sich positiv auf unser Wohlbefinden aus. Eine unkomplizierte, aber wirksame Methode der Raumgestaltung sind Wandtattoos. Sie sind derzeit sehr angesagt und unglaublich vielfältig. Die Aufkleber für die Wandgestaltung kosten nicht viel und sind leicht anzubringen – genauso leicht lassen sie sich rückstandslos entfernen. Ein Lebensmotto oder ein schönes Zitat lassen sich im Handumdrehen an der Wand anbringen. Was noch? Die Auswahl an modernen und zugleich gemütlichen Wohnaccessoires ist groß. Wie wäre es mit großmaschigen XXL-Decken, die ohne Nadeln gestrickt werden. Die gibt’s online zu kaufen. Wer will, kann sie auch mit der Arm-Strick-Methode selbst produzieren. Tipp: Über so eine gestrickte Decke freuen sich auch die Enkel.

Aus alt macht neu

Alte Möbel sind nicht per se altmodisch – im Gegenteil, antike Möbel aus Holz sind bei jungen Leuten sogar heiß begehrt. Alte Stühle, Kommoden, Tische, Schränke und Anrichten können als Hingucker sein. Als Einzelstücke kommen sie am besten zur Geltung. Shabby Chic, Landhausstil oder Skandinavischer Stil kultivieren alte Möbel und antike Accessoires. Wer sein Wohnzimmer aufpeppen will, muss nicht zwangsläufig die komplette Einrichtung entsorgen. Manchmal reicht es schon, ausgewählte Möbelstücke neu zu arrangieren – oder ihnen wortwörtlich einen neuen Anstrich zu verpassen.

Bildrechte: Flickr Eclectic Living Room Laura D’Alessandro CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

Posted by Helmut Achatz

Vorruheständler, Journalist, Börsianer, Vorstand VHS Olching, Wirtschaftsingenieur,

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