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Männer in den Wechseljahren? Ja, nicht nur Frauen kommen in die Wechseljahre. Die sogenannte Andropause betrifft statistisch etwa jeden zehnten Mann mittleren Alters. Nicht von ungefähr heißt es Wechseljahre – es geht dabei um einen schleichenden Prozess, der etwa ab dem 45 beginnt. Wobei das von Mann zu Mann anders verlaufen kann.

„Männer sind so … verletzlich“, singt Herbert Grönemeyer. „Männer können alles, Männer kriegen ’n Herzinfarkt“, weil sie zu wenig auf sich achten, ließe sich sein Songtext ergänzen. Sie ignorieren auch die Symptome der Andropause, nehmen die Wechseljahre einfach nicht ernst – mit Folgen wie Grönemeyer singt.

„Oh Männer sind so verletzlich“ – Herbert Grönemeyer im Youtube-Video

Zeichen der Andropause erkennen

Es gehört zum natürlichen Alterungsprozess, dass der Testosteronspiegel von Männern ab dem 35. Lebensjahr jährlich um ein Prozent sinkt – wenn Männer auf die 60 zugehen, hat der Körper bereits 25 Prozent des Sexualhormons verloren. Ob und wann ein Mann in die Wechseljahre kommt, lässt sich nicht pauschal sagen. Denn jeder Mann hat einen individuellen Testosteron-Basisspiegel. Wann er eine Veränderung spürt, ist davon abhängig, wie schnell der Spiegel absinkt. Und auch Faktoren wie die sportliche und berufliche Auslastung haben einen Einfluss auf die Hormone, wie Dr. Wolfgang Bühmann, Pressesprecher des Berufsverbandes der Deutschen Urologen e. V., an einem Beispiel verdeutlicht: „Ein Bauarbeiter merkt schneller, dass er weniger belastbar wird als jemand, der eine Bürotätigkeit ausführt. Meist werden die Beschwerden zwischen dem 50. und dem 60. Lebensjahr bemerkt“.

Dass die Menge der Geschlechtshormone im Körper abnimmt, kann sich in unterschiedlichen körperlichen Symptomen äußern:

  • Hitzewallungen, Schweißausbrüche
  • Erschöpfung, Antriebslosigkeit
  • Stimmungsschwankungen
  • Nervosität, depressive Verstimmungen
  • Rückenschmerzen
  • Abnahme der Libido
  • Haarausfall
  • höherer Anteil an Fettgewebe, weniger Muskelmasse
  • Schwierigkeiten beim Wasserlassen

Für sich genommen, können diese Indikatoren auch auf etwas Anderes hindeuten als auf die Andropause. Wer jedoch mehrere oder alle Symptome bei sich bemerkt, dem wird angeraten, einen Urologen oder Endokrinologen aufzusuchen. Spezialisierte Fachärzte können anhand des Testosteronwertes im Blut ermitteln, ob Wechseljahre oder Stress für die körperliche und psychische Abgeschlagenheit verantwortlich sind.

Wie bei Wechseljahren behandeln?

Braucht es bei Testosteronmangel überhaupt eine Therapie? In der Regel nicht. Nehmen die Beschwerden zu, gibt es mehrere Möglichkeiten, wie Mann ein positives Körper- und Lebensgefühl wiedererlangen kann. Dazu zählen zum einen von Medizinern durchgeführte Hormontherapien mithilfe von Gels, Spritzen, Tabletten oder Pflastern. Zum anderen lassen sich Nebenwirkungen wie eine Blasenschwäche und der Verlust der Libido auch auf natürlichem Wege mit einfachen Übungen in den Griff bekommen. Wer sich beispielsweise die App von TENA MEN herunterlädt, erfährt von Sportmediziner Prof. Dr. Thomas Kurscheid, wie sich die PC-Muskeln und die Beckenbodenmuskulatur gezielt trainieren und stärken lassen. Ein starker PC-Muskel steigert die sexuelle Energie und Lust beim Mann. Der Beckenboden wiederum spielt im männlichen Blasen-Prostata-System eine buchstäblich tragende Rolle: Wie eine Hängematte aus Muskeln, Sehnen und Bindegewebe stützt er die Organe im Unterleib und unterstützt die gesunde Funktion der Blase. Diese beiden Körperregionen zu festigen, verstärkt die Kontrolle beim Wasserlassen und wirkt einer Vergrößerung der Prostata entgegen. So kann Mann den Ruhestand vital und gesund genießen – ob alleine oder gemeinsam mit seiner Partnerin. Junge Männer lächeln sicher noch darüber, aber wer die 60 überschritten hat, dem ist oft nicht mehr zum Lächeln zumute.

Bildrechte: Flickr couples and ponds jennie-o CC BY 2.0 Keine Rechte vorbehalten

Posted by Helmut Achatz

Vorruheständler, Journalist, Börsianer, Vorstand VHS Olching, Wirtschaftsingenieur,

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