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Pokern nur was für Midlifers? Von wegen. Die Senioren entdecken den Reiz des Pokerns und machen jüngeren Spielern sogar noch etwas vor. Vor allem in den USA ist Poker bei Senioren auf dem Vormarsch.

Schafkopf in Bayern, Skat im Norden – die Deutschen stehen eher auf diese beiden Kartenspiele. Skat ist sicher neben Poker besonders beliebt hierzulande. Um das Spiel herum ist eine richtige Vereinskultur gewachsen – mit lokalen, regionalen und deutschlandweiten Meisterschaften. Poker hat’s da etwas schwerer, aber auch für Poker gibt es eine Bundesliga.

Pokern in den USA populär

In den USA und Kanada ist das Verhältnis umgekehrt – da ist Poker das Spiel schlechthin. Gerade Ältere entdecken Pokern neu oder bekommen wieder Lust drauf. Anders als die Jungen oder Midlifers, sprich die Generation der 40- bis 50jährigen, die gern auch online zockt, da sie mit Online-Zahlsystemen aufgewachsen ist, treffen sich die Älteren lieber offline, sprich in kleiner Runde.

Senior Poker Tour am Start

Viele würden staunen, wie Rentner in den USA aufs Pokern abfahren. Mittlerweile hat sich eine eigene Alten-Poker-Kultur entwickelt. Ergebnis dieses Trends ist die  Senior Poker Tour (SPT). Auf einigen Poker-Seiten wird die SPT schon in einem Satz mit der World Series of Poker (WSOP) genannt, der größten Poker-Serie der Welt. Ob sich die SPT zu einem gleichrangigen Event entwickeln kann, muss sich erst noch zeigen. Die Zahl der potenziellen Spieler wird in den kommenden Jahren auf jeden Fall deutlich steigen, wenn die geburtenstarken Jahrgänge nach und nach in Rente gehen. Vielleicht entwickelt sich so etwas Ähnliches wie im Golf, wo es neben der normalen Tour auch eine Senior Tour gibt.

Ausgetragen wurde die SPT in Tunica, Mississippi in den USA. Gespielt wurde in der Variante No-Limits Hold’em mit Buy-Ins zwischen 50 und 350 Dollar. Das Main Event gewann Barry Schultz, der neben einem Geldgewinn auch das Startrecht für die WSOP Senior’s Championships in Las Vegas erhielt. Um seinen Start dort zu erleichtern, bekam er zusätzlich ein Starter-Paket im Wert von 2500 Dollar.

Spielen verbindet Senioren

Was reizt gerade Ältere an Skat, Schafkopf und Poker? Eine gesellige Runde mit Kartenspielen ist ein guter Aufhänger, um alte Freunde und Bekannte wieder an den Tisch zu bekommen. So fördert Schafkopf, Skat und Pokern den Gemeinschaftssinn; die Menschen reden wieder miteinander. Social Updating passiert beim Spielen so ganz nebenbei.

Ganz abgesehen davon, ist Kartenspielen Gehirntraining, denn bei Schafkopf, Skat und Poker müssen die Spieler mitdenken. Zum einen sind da die eigenen Karten. Das gedankliche Sortieren der Handkarten in die Gemeinschaftskarten und die daraus resultierenden Chancen verlangen Mitdenken. Dazu kommt, den Gegner richtig einzuschätzen.

Posted by Helmut Achatz

Vorruheständler, Journalist, Börsianer, Vorstand VHS Olching, Wirtschaftsingenieur,

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