Last Updated on 8. Juli 2020 by Helmut Achatz

Wo ließe sich besser Energie tanken als im eigenen Garten? Gärtnern – oder garteln, wie Süddeutsche und Österreich sagen – ist zwar Arbeit, aber Arbeit, die Spaß macht. Garteln hält uns geistig und körperlich fit – vor allem im Alter.

Ob Gemüse anbauen, Unkraut jäten oder Zaun streichen – Gärtnern tut gut. Was für eine Freude, oder besser noch ein stilles Glück, am Abend zu sehen, was wir alles geschafft haben. Das stärkt unser Selbstbewusstsein. Wir sind unbewusst stolz auf uns. Ein gepflegter Garten lädt ein, den Tag auf der Terrasse bei einem Glas Wein oder selbst gepresstem Saft ausklingen zu lassen. Gern erinnern wir uns an den langen sonnigen Sommer, als wir uns unter unserer rustikalen Pergola aus Holz, die vielleicht ähnlich wie diese von Unopiu aussieht, ausgebreitet haben, um vor der Sonne Schutz zu suchen. Im Schatten ließ sich so auch die Hitze ertragen. Im Herbst freuen wir uns über die Farbenpracht der Bäume, im Winter über die Raureif überzuckerten Zweige. Der Garten ist Inspiration und Rückzugsort; der Garten liefert uns darüber hinaus selbst gezogene Tomaten, Erdbeeren, Schnittlauch aus dem Gewürzbeet und Zwetschgen für den Datschi. Der Garten ist unsere kleine Oase im hektischen Alltag, wo wir Energie tanken können.

Garteln senkt den Blutdruck

Garteln hebt die Laune, entspannt und dämpft sogar Schmerzen. Wer viel in Natur und Garten verbringt, kann wissenschaftlichen Studien zufolge sogar seinen Blutdruck senken. Gartenarbeit entspannt und macht uns zufriedener. Ganz abgesehen davon, dass Bewegung in frischer Luft Gelenkschmerzen vorbeugt oder sie mildert. Garteln stärkt unsere Psyche, hilft Stress abzubauen und setzt Glückshormone frei. Beim Gärtnern ist das Hier und Jetzt wichtig, für Grübeln bleibt keine Zeit. Mediziner haben sogar herausgefunden, dass die Konzentrationsfähigkeit gefördert wird und die Motorik, schließlich nimmt uns Garteln ganz in Anspruch. Ganz abgesehen davon, ist Umstechen, Heckenschneiden und Jäten ideal beim Abnehmen. Und noch eines – wer viel in der frischen Luft ist und Sonne tankt, hilft seinem Hormon- und Kalziumstoffwechsel, was gut für Knochen und Muskulatur ist.

Alles mit Maßen

Gärtnern ist ideal, um auch im Alter agil zu bleiben. Allerdings sollten wir uns nicht überschätzen und stets auf die richtige Haltung beim Gärtnern achten, um Verletzungen oder Unfällen vorzubeugen. Wir Alten müssen niemand mehr etwas beweisen – also warum nicht für wirklich schwere körperliche Arbeit einen Profi beauftragen? Garten soll eine Oase der Ruhe und der Erholung bleiben.

Garten als Treffpunkt

Garteln als Therapie? In Österreich ist das schon längst Praxis. Das Buddeln in der Erde, das Säen und Ernten erhöht die Selbstwahrnehmung und erdet uns im wahrsten Sinn des Wortes. Das Beobachten einer Kohlmeise an der Vogeltränke entschleunigt und lässt uns dankbar werden für das, was uns die Natur zu bieten hat. Der Garten kann aber auch ein Ort der Begegnung sein, denn beim Garteln kommen wir leichter mit dem Nachbarn ins Gespräch. Und schließlich lassen sich im Garten wunderbare Feste feiern, die ein anderes Ambiente haben als in geschlossenen Räumen.

Top Ten Garten Tipps

1. Planen hilft

Wie groß ist der Garten? Was soll im Garten wachsen? Es hilft, einen Gartenplan zu zeichnen.

2. Vorher/nachher

Am besten per Foto festhalten, wie der Garten jetzt aussieht, das hilft bei der Ideenfindung. Was lässt sich erhalten, was muss neu gepflanzt werden?  Skizzen machen. Dann die Ideen auf den Plan übertragen.

3. der Wunschgarten

Nehmen Sie Plan, Skizzen und Fotos und zeichnen Sie Ihren Wunschgarten auf. Es reicht, den Wunschgarten zu skizzieren mit wenigen  geometrische Formen. Dann vielleicht noch kolorieren, das schärft die Vorstellung.

4. Was soll das kosten?

Dran denken: Bäume und Sträucher wachsen – also nicht zu groß kaufen. Je größer die Pflanzen, desto teurer. Vielleicht bekommen Sie ja auch Pflanzen von Freunden oder Nachbarn geschenkt. Warum nicht einfache Kieseln verwenden für Wege. Das Material gibt’s günstig in der Kiesgrube.

5. Pflanzkataloge nutzen

Lassen Sie sich von den Katalogen oder Online-Auftritte renommierter Staudengärtnereien inspirieren. Einige bieten sogar Hilfe bei der Beet- und Staudenplanung.

6. Wie sieht’s mit dem Boden aus?

Voralpen oder Nordsee? Es kommt auf den Boden an. Der Boden bestimmt die Pflanzenauswahl. Enthält der Boden viel Kalk oder Lehm, ist er sandig oder hat er einen hohen Tonanteil? Das alles ist entscheidend für die Pflanzenauswahl.

7. Welcher Gartenstil?

Mediterran oder Steingarten, Blühwiese oder französisch? Bitte entscheiden! Ein Mix wirkt verwirrend. Es ist wichtig, sich für einen Stil zu entscheiden.

8. Inspirieren lassen

Schauen Sie sich andere Gärten an. Was gefällt Ihnen, was nicht? Machen Sie Fotos, notieren Sie sich Details. Es lohnt sich auch, Gartenausstellungen und Landes- oder Bundesgartenschauen zu besuchen.

9. Harmonie statt Kakaphonie

Weniger ist oft mehr, das gilt auch für den Garten. Sträucher und Beete sollten miteinander harmonieren. Rosen passen gut zu Ziersalbei, Lavendel macht sich gut neben einem Kiesweg. Welche Farben sollen dominieren.

10. Abstand halten

Nicht vergessen: Bäume und Sträucher wachsen. Planen Sie das mit ein. Auch wenn es im Moment noch kahl wirkt, in zwei oder drei Jahren sieht der Garten ganz anders aus. Haben Sie Geduld und planen sie das Wachstum ein.

 

Wo Garten ist, ist Leben!

Foto: Pexels/Binyamin Mellish 

Posted by Helmut Achatz

Vorruheständler, Journalist, Börsianer, Vorstand VHS Olching, Wirtschaftsingenieur,

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