Wirkt Cannabis auch gegen Demenz?

Seit Cannabis kürzlich von der Bundesregierung unter bestimmten Voraussetzungen zu medizinischen Zwecken freigegeben wurde, bekommt die vor allem als berauschende Droge bekannte Pflanze noch mehr mediale und wissenschaftliche Aufmerksamkeit in Deutschland. Schon seit Jahren untersuchen Forscher aus Bonn den Wirkstoff Tetrahydrocannabinol (THC) und seinen Effekt auf den Alterungsprozess des Gehirns an Mäusen – jetzt präsentierten sie ihre erstaunlichen Erkenntnisse.

Erfolge bei Mäusen

Seit 15 Jahren erforschen Wissenschaftler aus Bonn, wie Cannabis auf Mäuse wirkt. Unter anderem verabreichten sie alten Mäusen (THC), das neben Cannabidiol (CBD) zu den wichtigsten Wirkstoffen von Cannabis zählt. Während es sich beim letzteren Wirkstoff um eine “nicht-psychoaktive Verbindung” handelt, wie etwa hier nachzulesen ist, sorgt THC für die berauschende Wirkung, die der Konsum von Cannabis hat. Letzteren Stoff haben die Bonner Forscher nun in geringen Mengen alten Mäusen verabreicht – mit erstaunlichen Erkenntnissen: Wie das Handelsblatt berichtet, sollen sich eineinhalb Jahre alte Mäuse plötzlich wie junge Tiere verhalten und eine wesentlich bessere Lern- und Gedächtnisleistung aufgewiesen haben als vergleichbare Tiere, die nicht mit dem Wirkstoff behandelt wurden.

Cannabis bei Demenz?

Eine klinische Studie soll jetzt zeigen, ob sich dieser Effekt auch bei Menschen erzielen lässt. Die Forscher sind optimistisch und berufen sich auf vergangene Studien zur Wirkweise von Cannabis: “In diesem Zusammenhang wissen wir, dass praktisch alles, was in der Maus funktioniert, auch im Menschen funktioniert. Von daher bin ich vorsichtig optimistisch, dass die Ergebnisse vielleicht übertragbar sind”, erklärt der Neurowissenschaftler Andreas Zimmer dem “Handelsblatt”. Erste Hinweise darauf erhielten die Forscher bereits aus Israel. Dort wird Cannabis schon seit den 90er-Jahren ganz selbstverständlich zu therapeutischen Zwecken verschrieben – rund 25 000 Israelis erhalten dort jährlich ein entsprechendes Rezept, unter anderem als Schmerzmittel bei schweren chronischen Krankheiten oder bei Appetitlosigkeit. So auch einige Bewohner eines Altenheims: Sie bekamen die Medikamente zur Behandlung von Appetitlosigkeit und gegen Schlafstörungen. “Viele darunter waren daraufhin auch geistig wesentlich reger”, erläutert Andreas Zimmer.

Cannbis auf Rezept?

Da Cannabis seit dem Inkrafttreten des neuen Gesetzes am 10. März 2017 inzwischen auch in Deutschland als Arzneimittel für Schwerkranke freigegeben ist, steigt die Akzeptanz von cannabisbasierten Medikamenten. Die Hürden, ein entsprechendes Rezept zu bekommen, sind teilweise gesunken. Hierzulande wird eine staatliche Cannabisagentur künftig den Anbau, die Ernte, Verarbeitung und die Kooperation mit Ärzten und Apothekern überwachen, da der eigenständige Anbau und der Konsum zu Genusszwecken in Deutschland vorerst weiterhin illegal bleiben werden. Auch die Bonner Forscher treten nicht dafür ein, dass unkontrolliert Hanf verkauft werden sollte. Vielmehr soll auf Basis ihrer Erkenntnisse ein neues Medikament für eine kontrollierte Einnahme entwickelt werden. Wann es so weit sein wird, bleibt abzuwarten. Noch längst sind nicht alle Wirkweisen von THC und CBD hinlänglich erforscht, weswegen Patienten derzeit an einer Begleitstudie teilnehmen.

Bild: Flickr IMG_3176 MarihuanayMedicina CC BY-SA 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten




Altwerden in den eigenen vier Wänden – so funktioniert’s

Über das Altwerden denken die meisten Menschen nur ungern nach. Sollten sie aber, denn die Bevölkerung altert stetig. Oft bedeutet das Angst vor abnehmender Mobilität: Bestimmte Tätigkeiten fallen schwerer, und Treppenstufen werden plötzlich zum Hindernis. Um sich nach wie vor wohl zu fühlen, kann ein Umbau helfen – und jeder kann bis ins hohe Alter in der gewohnten Umgebung bleiben.

Barrierefreies Bad heißt modernisieren

Das Badezimmer steht häufig im Fokus einer altersgerechten Anpassung – neben stufenlosen Zugängen zur Eingangstür, Treppenlifte in mehrstöckigen Wohnungen oder Häusern und einer besseren Beleuchtung des gesamten Wohnraums. Barrierefreie Bäder sind längst als moderner Mehrwert des Wohnraums zu verstehen – so entsteht erst gar nicht der Eindruck von Sterilität wie bei einem Pflegeheim. Vielmehr ist das Gegenteil der Fall, wie ein Blick in Hotels oder Neubauten belegt. Dort erfüllen barrierefreie oder barrierearme Bauweisen nicht nur die Standards des Bundes, sondern beeindrucken auch mit zeitgemäßem Design. Wer Informationen zu den erwähnten Standards sucht, wird im Leitfaden für barrierefreies Bauen des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit fündig.

Heute schon an morgen denken

Wer heute schon an morgen denkt, spart doppelt Kosten beim Umbau. Einige Beispiele zeigen, wie sich die Basis schaffen lässt, um in Zukunft Kosten zu sparen und frühzeitig Gefahrenquellen im Haushalt zu erkennen und zu umgehen:

    • “Duschen sollten möglichst ebenerdig gefliest und bodengleich sein, oder, falls das nicht möglich ist, einen maximal zwei Zentimeter hohen Einstiegsrand haben.”, rät die Aktion “Das sichere Haus”. Der gemeinnützige Verein, der sich unter anderem mit Unfallprävention beschäftigt, bietet viele weiterführende Informationen rund ums Thema. Sogenannte Walk-in Duschen, sprich Duschen mit schwellenlosen oder bodengleichen Einstieg, bieten die nötige Sicherheit und sind in diversen Ausführungen und für jeden Geschmack erhältlich. Sturzbedingten Verletzungen wird damit vorgebeugt. Rutschhemmende Bodenbeläge geben zusätzlichen Halt.
    • Oft unterschätzen Renovierungswillige den Bedarf an Freifläche zwischen den einzelnen Sanitärobjekten; manchmal erweisen sich die baulichen Gegebenheiten als problematisch. Um die Toilette herum zum Beispiel ist Bewegungsfreiraum besonders wichtig. Außerdem gilt es zu beachten, dass die Sitzhöhe mit etwa 46 bis 48 Zentimetern hoch genug ist, damit Senioren mühelos aufstehen können. Selbst in kleineren Badezimmern sollten rechts und links neben der Toilette Stützklappgriffe installiert sein – kein Problem, sie auch später kostengünstig nachzurüsten, sofern der Platz ausreicht. Bei zusätzlichen Einschränkungen durch einen Rollstuhl sind etwa 90 Zentimeter Bewegungsfreifläche zu einer Seite nötig, sowie eine Fläche von 150 mal 150 Zentimetern davor.
    • Wichtig ist außerdem, dass rings um das Waschbecken genügend Ablagefläche vorhanden ist, um Wasch- und Kosmetikutensilien ablegen zu können. Um vor dem Waschtisch sitzen zu können, sind diese in einer Einbauhöhe von 80 bis 85 Zentimetern zu montieren. Eine Unterputzlösung des Siphons verhindert, dass man sich die Knie stößt. Ein Flachaufputzsiphon stellt eine kostengünstige Alternative dar.

Handelt es sich nicht um einen umfangreicheren Hausumbau, sondern lediglich um die altersgerechte Anpassung des Badezimmers, ist es nicht notwendig, Architektenbüros zu beauftragen. Dann sind spezialisierte Handwerksbetriebe der richtige Ansprechpartner.

Foto: Flickr DAVINCI_BVM_LO_12 DAVINCI Haus




Die 10 besten Tipps für ein langes, gesundes Leben

Was ist das Geheimnis eines langen und gesunden Lebens? Wer sollte das besser wissen als die Älteren unter uns. Was haben sie gemeinsam – und wie können Andere davon profitieren? Die zehn besten Tipps für ein langes und gesundes Leben.

„Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an, mit 66 Jahren, da hat man Spaß daran …“ – wer kennt das Lied von Udo Jürgens nicht. Aber wer mit 66 Jahren erst in Schuss kommt, für den ist dann auch schon Schluss. Wer alt werden will, muss früh anfangen – und nicht erst mit 66. Warum aber bleiben einige auch im Alter geistig und körperlich fit und andere nicht? Wie ticken Superager?

Öfter mal das Gehirn fordern

Lisa Feldman Barrett, eine Psychologie-Professorin an der Northeastern University und Kollegen am Massachusetts General Hospital haben sogenannte Superager untersucht und mit Altersgenossen verglichen. Dabei zeigte sich, dass gewisse Hirnregionen der Superager eher denen von 25-Jährigen entspricht – offensichtlich kaum betroffen vom Alterungsprozess. Ohne auf die Details einzugehen, wie wird jemand zum Superager? Die beste Antwort sei, so Lisa Feldman Barrett, an etwas angestrengt zu arbeiten, sich auch mal geistig anzustrengen – ab und an mal ein Kreuzworträtsel zu lösen oder ein Sudoku reicht nicht. Übrigens gilt das auch für die körperliche Fitness. Das heißt, sich anzustrengen fordert Körper und Geist. „If you don’t use it, you lose it“, wie das so schön auf Englisch heißt.

Gibt es dafür irgendwelche Tipps oder Rezepte? Panayiotis Mallis, Vice Chairman der Cyprus Adult Education Association (CAEA) glaubt, zehn Denk- und Verhaltensweisen gefunden zu haben, die einem helfen, mental und körperlich möglichst lang fit zu bleiben. Mallis weiß, wovon er redet: Er ist 83 Jahre alt. Der Zypriot nennt es

„Decalogue of Longevity – healthy Ageing

– und das sind seine Tipps:

  • Strong appetite. Damit meint er nicht, immer kräftig zu essen, sondern sich angemessen zu ernähren. Das heißt, möglichst auf Fastfood zu verzichten.
  • Firm will. Ein fester Wille. Das Gegenteil ist Wankelmut, sich gern vom eigenen Weg abbringen zu lassen.
  • Continous battle against indifference. Beständiger Kampf gegen Gleichgültigkeit und Desinteresse. Begeisterungsfähigkeit und Schaffensfreude. Wer für etwas Feuer fängt, vergisst seine Zipperlein.
  • Unlimited patience. Ausdauer, Geduld und Beharrlichkeit – drei Wörter, die am besten ausdrücken, was damit gemeint ist.
  • Enthusiam. Sich für etwas begeistern.
  • Self control. Diese Geisteshaltung dürfte sich mit Selbstbeherrschung am besten umschreiben lassen.
  • Discreet lenience. Damit ist dezente und taktvolle Nachsicht mit den Fehlern Anderer gemeint. Das heißt nicht, zu allem Ja und Amen zu sagen, sondern dem Anderen respektvoll und nachsichtig auf einen Fehler hinzuweisen.
  • Always humour. Seinen Humor nicht zu verlieren, auch in schwierigen Situationen. Mit Humor lässt sich vieles leichter ertragen.
  • Ability to disentangle complications. Disentangle steht für „entflechten“. Gemeint ist damit, schwierige Situationen zu vereinfachen, genau zu hinterfragen, worin das wirkliche Problem besteht.
  • Skill to live alone. Die Fähigkeit, auch allein zurecht zu kommen. Im Leben kommt es vor, dass jemand allein dasteht, auch wenn es anders geplant war. Einige kommen mit der Situation gar nicht zurecht, andere nur schlecht. Jeder sollte darauf vorbereitet sein und es sich zumindest vorstellen, besser noch, es einzuüben.

Letztlich geht es darum, lebendig und aufmerksam zu bleiben, den Kontakt zu suchen und neugierig zu bleiben. Gesundes Essen, ausreichender Schlaf und angemessener Sport tragen sicher das Übrige dazu bei.

Der Mensch braucht Rituale

Wer sich gewisse Rituale erhält, den wirft so schnell nichts aus der Bahn – auch das hilft, den Verfall hinauszuzögern. Ein Ehrenamt hilft, sich gebraucht zu fühlen und fördert den Kontakt und bringt Selbstbestätigung.

Erasmus+ bietet übrigens vom 18. bis 23. Oktober 2017 wieder einen Trainingskurs für Lehrer und Dozenten aus der Erwachsenenbildung an zum Thema “Learning in later life”, denn viele Gesellschaften in Europa stehen vor dem Problem der Alterung. In diesem Trainingskurs geht es genau um diesen Prozess und wie er am besten zu meistern ist. Europas Staaten sind gefordert, das als Herausforderung zu sehen, statt als Bedrohung. Die Älteren sollen auch künftig aktiv am Leben teilnehmen – in Familien, Gemeinden und in der Gesellschaft.  




Was so super am Superfood Ingwer ist

Superfood ist derzeit im wahrsten Sinne des Wortes in aller Munde – von exotischen Goji-Beeren, Noni-Saft, Chia-Samen, Matcha, Quinoa bis zu Chia-Samen. Dabei können es heimische Früchte und Samen durchaus mit den Exoten aufnehmen. Teilweise sind sie den Exoten sogar überlegen, dazu noch günstiger. Wenig spektakulär etwa liegt die Ingwerknolle in den Supermarktregalen und ist doch ein Kraftpaket. Ihr knochiges Äußeres täuscht allzu leicht über ihre zahlreichen positiven Wirkungen hinweg. Was kann die “Super-Knolle”?

Bewährt gegen Übelkeit

Ingwer hat sich vor allem als Mittel gegen Übelkeit in unterschiedlicher Ausprägung bewährt: Wie im Blog von mycare.de zu lesen ist, wirken die Inhaltsstoffe der Knolle sowohl bei der Reisekrankheit wie auch gegen den durch eine Chemotherapie ausgelösten Brechreiz. Dementsprechend gibt es Ingwer längst auch als Kapseln, fertigen Tee, Bonbons oder als Tropfen. Wer die Schärfe der puren Wurzel verträgt, kann sich auch selbst einen Tee zubereiten – beispielsweise unter Zugabe von Zitrone. Nicht zu empfehlen ist Ingwer demzufolge bei einer Überproduktion von Magensäure, da Ingwer zu deren Bildung beiträgt. Der Blogbeitrag erklärt weiterhin, dass auch bei Gallensteinen und bei der Einnahme von Blutgerinnungshemmern ein Arzt einbezogen werden sollte.

Schmerzmittel und Entzündungshemmer

Auch gegen leichte Kopfschmerzen soll Ingwer wirken: Wie die “Welt” erklärt, wirkt die Gingerole ähnlich wie Acetylsalicylsäure – besser bekannt als Aspirin. Gingerol ist derjenige Stoff, der auch für die natürliche Schärfe des Ingwers sorgt. Er hat einen entzündungshemmenden Effekt und lindert beispielsweise den Muskelkater nach dem Sport: Schon zwei Gramm roher oder erhitzter Ingwer sollen dabei helfen. Darüber hinaus verspricht Ingwer auch bei Arthrose oder anderen Gelenkbeschwerden Linderung.

Als Erkältungsmittel

Die Verwendung als Tee zusammen mit Zitrone wirkt auch als Erkältungsmittel: Die Bitterstoffe Shogaole und Gingerole sind nicht nur Entzündungshemmer, sie wirken auch schweißfördernd und schmerzlindernd. Darüber hinaus können die Inhaltsstoffe der Super-Knolle schleimlösende Wirkungen entfalten.

Gut für Herz & Kreislauf

Wie in einem Artikel vom SWR zu lesen ist, haben indische Studien ergeben, dass Ingwer auch der Verklumpung der Blutplättchen entgegenwirkt und den Blutkreislauf anregt. Dementsprechend ist die Knolle auch Menschen mit Blutgerinnseln oder hohem Cholesterinspiegel zu empfehlen. Konkret raten die Forscher zu fünf Gramm pro Tag. Überdies hat Ingwer vorbeugende Wirkungen: Er beugt beispielsweise Herzleiden vor und mindert die Anfälligkeit für Thrombosen und Schlaganfälle.

Ingwer wirkt sich zudem erfrischend und belebend auf das Kreislaufsystem und den Stoffwechsel aus. Dabei spielt es keine Rolle, in welcher Form – ob pur oder als Tee – wir die Super-Knolle zu uns nehmen. Sogar Ingweröl ist zur äußeren Anwendung denkbar.

 

Foto: Flickr Ginger Veganbaking.net




Wie aus Burn-out im Ruhestand Bore-out wird

Der Autor Herb Stumpf und der Coach Wolfgang Schiele denken intensiv über den Vorruhestand nach, „weil die Veränderungen in diesem Lebensabschnitt ganz erheblich sind“, so Stumpf. Es geht eben nicht nur um die Finanzen, sondern auch um Beziehungen, das soziale Netz und um so banale Fragen, „wie strukturiere ich meinen Tagesablauf“. Diese Phase betrifft Kopf, Seele und Geist. Aus Burn-out kann dann unversehens Bore-out werden.

Wolfgang Schiele hat im Job-Portal Xing deswegen die fünf Gründe zusammengefasst, „warum man gut auf den Eintritt in den Ruhestand vorbereitet sein sollte“.

Gedanken zum Übergang vom Beruf in den Ruhestand:

  • Wir unterschätzen den Übergangsschock vom Berufsleben in die Ruhestandsphase: Er tritt nämlich abrupt, von einem Tag auf den anderen, ein. Wir, soeben noch mit dem Beruf vernetzt, verlassen plötzlich und unvorbereitet die Jahrzehnte lang gewohnten Struktur- und Ablaufmuster. Planungen für den Ruhestand: Fehlanzeige, weil – die Arbeit hat uns andere Prioritäten vorgegeben.
  • Als „Entberuflichte“ bewerten wir die vor uns liegende Zeitspanne der Späten Freiheit oft fahrlässig falsch: Wir leben durchschnittlich noch 20 Jahre lang. Das ist die gesamte Zeit unserer Kindheit, der Schul- und Berufsausbildung! Und wir haben zumeist keine langfristigen und nachhaltigen Pläne! Trotz immer besserer Gesundheit, großer Mobilität und hoher Flexibilität bis ins hohe Alter!
  • Unser Lebensphasenschalter wird mit einem Ruck umgelegt: von hoher Anforderung, ja möglicher Überforderung im Beruf, auf eine nunmehr drohende Unterforderung im Ruhestand. Von Burn-out-Syndrom auf „Bore-out-Syndrom“. Eine wirkliche Übergangs- und Anpassungszeit räumt uns das Leben nicht ein.
  • Der Wechsel in neue Rollen und Identitäten ist für uns heftig und ungewohnt. Heute noch Chef mit personeller und finanzieller Verantwortung oder Fachmann mit abrufbarem Wissen und hohem Ansehen, morgen, am Tage „Eins“ des Ruhestandes, sind wir entbunden von Mitarbeiterzuständigkeit, werden nicht mehr von Fachkollegen nach unserem Wissen und unseren Berufserfahrungen befragt. Ohne Funktion, nur noch Person.
  • Im Berufsleben haben wir so manche einschneidende Veränderung hingenommen: haben die Profession gewechselt, das Unternehmen, die Einstellung zur Arbeit. Fast schon ein „business as usual“ – eine ganz normale Übung eben. Wir waren Experten im Abwarten, Aussitzen, Anpassen – Changemanagement im beruflichen Leben war fast schon betriebliches Tagesgeschäft. Doch nun geht es nicht mehr an uns vorüber, sondern durch uns selbst durch, das Veränderungsmanagement …

Und Schiele hat die (mögliche) Entwicklung zum Bore-out in Uhr-Form zusammengefasst: Wer im Job besonders aktiv war und viel Verantwortung trug, kann nur schwer loslassen. Was nach dem Beruf kommt sehen sie als inhalts- und sinnlos an “und laufen somit Gefahr, in das berüchtigte ‘tiefe Loch’ zu fallen”, wie es Schiele formuliert. Welche Phasen und Etappen diese Gruppe durchschreitet, hat der anhand  „Boreout-Uhr“ beschrieben.

Der Boreout-Prozess lässt sich Schiele zufolge grundsätzlich in vier Phasen aufteilen:

  1. Die Halte- oder Umschaltphase,
  2. Die Stillstandsphase,
  3. Die Frustrationsphase und
  4. Die Apathiephase.

 

Der Coach Schiele ist übrigens über die Webseite Coachingfiftyplus erreichbar.




Best-Ager-Magazin vom „Spiegel“ am Start

Der ‘”Spiegel” hat mit “Spiegel Classic ein Magazin für die Generation 50plus herausgebracht. Das Magazin „für Menschen mit Erfahrung und Entdeckergeist“ soll sich dem „Lebensgefühl und der Lebenswirklichkeit der Generation 50plus widmen“, so das Credo der Magazinmacher.

Titelthema des Erstlings ist die Zukunftsangst älterer Menschen („Strategien für ein angstfreies Leben“). Es geht in der Ausgabe laut „Spiegel“-Verlag um Fragen wie „Wie wohne ich?“, „Wie verbringe ich meine Freizeit?“, „Wie halte ich mich gesund und fit?“ und „Welche Ziele habe ich?”. Ressortleiterin Susanne Weingarten will allerdings nicht das Alter der Leser in den Vordergrund stellen, sondern vielmehr ein Heft produzieren mit all den „Themen, die für sie (die Zielgruppe) relevant sind”.

Lebenswirklichkeit der 50plus-Generation

„Das neue Magazin Spiegel Classic bietet anspruchsvolle und unterhaltsame Beiträge, in denen sich die Interessen und Lebenswirklichkeit dieser Zielgruppe widerspiegeln“, sagt Weingarten. Reportagen und Ratgeberstücke zu Themen wie Reisen, Sport, Gesundheit, Kultur und Kulinarik dürfen natürlich nicht fehlen.

Zum Auftakt einer Serie über Wohnformen im Ruhestand widme sich Spiegel Classic den Chancen und Risiken, die im Zusammenleben mit Kindern und Enkeln liegen. Das Best-Ager-Magazin stellt verschiedene Wohnformen vor, darunter auch das Mehrgenerationenhaus. Die Ausgabe enthalte eine Reportage aus Namibia über den 68-jährigen Hamburger Unternehmer Michael Hoppe, der in der ehemaligen deutschen Afrika-Kolonie eine zweite Heimat gefunden hat und Hilfsprojekte für Kinder organisiert. Das Thema Fitness im Kopf kommt ebenso vor wie der Schauspielstar Mario Adorf, der über erste Verliebtheit und sein Verhältnis zu den Frauen (“Mein erster Schwarm”) plaudert.

Umfang von Spiegel Classic: 140 Seiten, in einer Druckauflage von 165 000 Exemplaren. Der Preis: 4,90 Euro.

Der erste Eindruck – eher enttäuschend

Wie versprochen: der erste Eindruck von Spiegel Classic. Das fängt schon mit dem Cover an. Wer meint, die Zielgruppe 50plus wieder zu finden, wird ziemlich enttäuscht. Da schaut den Best-Agern ein Mit-Dreißiger entgegen. Der soll als Testimonial für “Erfahrung und Entdeckergeist” herhalten. Zumindest komisch. Dann das Logo, das keines ist. Und was bitte schön soll “Classic” heißen? Das ist irreführend und irritierend. Der Mann am Kiosk schaut Käufer verdutzt an, die nach “Spiegel Classic” fragen. “Was soll das sein?”. Das Editorial muss ohne Front-Frau oder -Mann auskommen – niemand, der seinen Kopf hinhält. Offensichtlich wollte keiner der Redakteure sein Konterfei dafür hergeben. “Wer schreibt hier eigentlich – Persönliches ohne Persönlichkeit”, wirft das Medienmagazin “Meedia” ein.

Spiegel Classic sei erkennbar bemüht, durch Handwerk und Professionalität zu punkten, notiert Meedia. Wer das Magazin aufmerksam durchblättert, fühlt sich kaum angesprochen. Mich beschleicht das Gefühl, dass da einiges aus dem großen Spiegel-Fundus stammt, darunter beispielsweise die Reportage aus Nambia über den 68-jährigen Hamburger Unternehmer Michael Hoppe.

Wat is’n Dampfmaschin?

Die Bilder wirken eher wie beiläufig und etwas verschämt, einfach eingestreut und beliebig, dazu viele Strichzeichnungen, wo es unnötig ist. Das Recycling-Papier lädt nicht gerade zum Schwelgen ein. A propos Strichzeichnungen: Die Kolumne des Finanzexperten Hermann-Josef Tenhagen lässt den interessierten Leser doch eher ratlos zurück. Da kommt keine ISIN vor, keine Erklärung, was sich denn hinter dem Kürzel BGH und MSCI verbirgt. ISIN steht übrigens für International Securities Identification Number und ist eine zwölfstellige Buchstaben-Zahlen-Kombination, sowas wie die Postleitzahl für einen Ort, nur in dem Fall für ein Wertpapier; BGH steht für Bundesgerichtshof und MSCI für Morgan Stanley Capital International, einem Macher von Aktienindizes, darunter der globale Aktienindex MSCI World. Mittlerweile gibt es einige Indexfonds auf den MSCI World, darunter beispielsweise den Comstage MSCI World mit der ISIN: LU0392494562. Die Verwaltungsgebühren sind mit 0,2 Prozent gering, ferner ist der Indexfonds sparplanfähig, das heißt, wenn ein Opa wirklich etwas für seinen Enkel tun will, kann er einen Sparplan einrichten, so dass jeden Monat oder alle drei Monate vielleicht für einen bestimmten Betrag Fondsanteile gekauft werden. Gleichzeitig erklärt die Kolumne, was ein Depot ist. Als wenn das nicht jeder Opa längst wüsste. Und warum bitte schön, muss Tenhagen als Strichmännchen erscheinen? Ihn kennt doch mittlerweile fast jeder aus dem Fernsehen.

Mühsame Annäherung an 50plus

Zugegeben, Verlage mühen sich ab mit der Zielgruppe 50plus. Mittlerweile tummeln sich einige 50plus-Magazine am Markt, darunter “Victoria” und “meins – Frauen wie wir. Gruner+Jahr probiert es mit “Brigitte Wir –  und hat immerhin schon einige Ausgaben Erfahrung. Auch “Brigitte Wir” hatte Anlaufschwierigkeiten, nicht zuletzt mit den Anzeigenkunden, die sich noch nicht ganz auf die Zielgruppe 50plus eingestellt haben. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Übrigens, “Viva” ist bereits wieder vom Markt verschwunden. Schon Weihnachten 2015 kam das Aus für das Best-Ager-Magazin aus dem Gruner+Jahr-Verlag.

 




Wie sich der Garten in eine Oase verwandeln lässt

Trautes Heim, Glück allein – in diesen Worten steckt ein Quäntchen Wahrheit. Denn, ein eigenes Grundstück mit Garten bietet Chancen, die anderen Menschen verwehrt bleiben. Wie sich so ein Garten in eine Oase verwandeln lässt? Hecken, Bänke, Rosenbeete – und ein eigener Pool werten einen Garten. Vor allem mit einem Pool erfüllen sich Gartenbesitzer einen Traum, der erholsame Momente abseits überfüllter Strände verspricht.

Ein Pool kann vieles sein, auch das aufblasbare Planschbecken, wer allerdings mehr will, sollte sich mit dem Thema Naturpool beschäftigen.

Was ist ein Naturpool?

Was ist ein Naturpool? Anders herum, was ist ein Naturpool nicht? Jedes Planschbecken muss irgendwann einmal entleert werden, weil das Wasser verdreckt und sich Keime bilden. Das gilt auch für ein Schwimmbecken. Natürlich ist es toll, sich im Sommer zu erfrischen und fit zu halten. Weniger toll ist die Pflege – Wassers ohne Zugabe von Chemikalien ist nicht möglich, weil sonst das Infektionsrisiko wächst, was den Badespaß trübt.

 

Geht’s auch anders? Ja, wer auf Natürlichkeit Wert legt, ist mit einem Naturpool gut beraten. Denn der Naturpool ist zwar optisch mit einem Swimmingpool im klassischen Design vergleichbar, wirkt aber dennoch alles andere als steril. Im Gegensatz zur weiß-bläulichen Farbgebung normaler Pools fügt sich die Badeoase von Anbietern wie Pool for Nature mit ihrem grünen Farbton harmonisch in die Umgebung ein.

Vorteile von Naturpools

Ein Naturpool bietet einige Vorteile. So wird das Wasser in Naturpools biologisch durch Wasserpflanzen oder Mikroorganismen gereinigt wird. Die Badeparadiese bleibt somit frei von Chemikalien. Das Wasser wird über ein Nachbarbecken gereinigt, was den Naturpool selbst von Fischen oder Pflanzen befreit. Vorteil: Pflegebedarf sowie damit verbundene finanzielle Aufwendungen halten sich in Grenzen, anders als bei herkömmlichen Pools oder Planschbecken.

Ein weiterer Pluspunkt von Naturpools: Das Wasser erwärmt sich dank überschaubarer Größe und verhältnismäßig geringen Tiefe von allein. Und niemand muss Angst haben vor Hautreaktionen, ausgelöst durch Chemikalien.

Pflege von Naturpools

Wie gesagt, ein einmal professionell angelegter Naturpool braucht keine große Pflege. Gartenexperten gehen von etwa zwei Stunden Pflegeaufwand aus. Und so lässt sich das Wasser im Naturpool lange sauber und frisch halten:

  • kleine Filteranlage zur Säuberung des Schmutzwassers einsetzen
  • regelmäßige Überprüfung des Nährstoffgehalts
  • bei Wahl des Naturpools bewusst Naturstein auswählen

Naturpool versus Schwimmteich

Was unterscheiden Naturpools und Schwimmteiche? Gemeinsam ist ihnen, dass sie das Wasser ohne Zusatz von Chemikalien biologisch aufbereiten. Im Gegensatz zum Naturpool sind Pflanzen – und Planktonsedimentation – für die Reinigung des Wassers verantwortlich und halten es klar.

Beim Naturpool wird das Wasser täglich durch einen biofilmaufbauenden Filter gepumpt wird. Im Filter werden Nährstoffe und Schwebeteilchen von Mikroorganismen gebunden und abgebaut. Das Wasser im Naturpool bleibt klar – auch ohne Wasserpflanzen, womit für Schwimmer mehr Platz bleibt.

Bild: © istock.com/wundervisuals




Warum auch Bestager der Spielsucht verfallen – und wie damit umgehen?

„Sechzig Jahre und kein bisschen weise …“ – das Lied von Curd Jürgens gilt leider für so manche Ältere, die oft stundenlang vorm Daddelautomaten hängen, nicht los kommen vom Computer und immer noch hoffen, beim Lotto das große Los zu ziehen. Schleichend wird aus dem Vergnügen dann Sucht. Wie lässt sich mit Spielsucht umgehen?

Egal, ob Lotto, Casinospiele oder Sportwetten – viele Menschen können mit Glücksspielen nicht umgehen und fallen irgendwann der Spielsucht anheim. Derzeit leiden einer Studie der Bundeszentral für gesundheitliche Aufklärung zufolge schätzungsweise 650 000 Menschen in Deutschland unter einem problematischen Spielverhalten – vermutlich sind es noch weit mehr. Sie überschreiten immer wieder die Grenzen, die es beim Spielen einzuhalten gibt. Der Weg in die Sucht ist nicht immer leicht zu erkennen. Besonders, da viele Betroffene das Glücksspiel zuerst als reinen Zeitvertreib und wegen des Unterhaltungsfaktors anfangen.

Die Nachfrage nach Glücksspielen ist jedenfalls da. Im Internet gibt es zahlreiche Anbieter von Casinospielen. Portale, wie das Onlinecasino-austria.at entdecken jeden Tag neue Betreiber, die sie auf Herz und Nieren prüfen und bewerten. Schätzungen zufolge spielt derzeit etwa dritte Deutsche öfter mal ein Glücksspiel. Männer scheinen besonders gefährdet zu sein.

Wie kommt es zur Spielsucht?

Wie kommt es zur Spielsucht? Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Nur so viel, je rasanter der Spielverlauf, desto höher das Suchtpotenzial. Zocker verlieren da schon mal den Überblick über ihre Einsätze – und vor allem über ihre Verluste. Irgendwann können diese Spieler dann nicht mehr mit dem Glücksspiel aufhören. Dieser Meinung ist jedenfalls Dr. Anja Bischof von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Lübeck. Sie befasst sich mit der Suchtforschung und Suchttherapie und weiß, dass der Kontrollverlust mit einer sozialen Isolation einhergeht, was daraufhin zu schwerwiegenden Folgen für den oder die Betroffenen führt, wie den Verlust des Arbeitsplatzes, Schulden und Trennung vom Partner. Letztlich verlieren Spielsüchtige nach und nach den Bezug zur Realität.

Wer ist davon betroffen?

Zum einen sind Menschen mit Hang zum Narzissmus und Kontrollstörungen eher spielsuchtgefährdet als stabile Menschen. Zum anderen geraten viele Männer, Arbeitslose und Personen mit Migrationshintergrund in die Spielsucht, da sie das Glücksspiel nutzen, um aus ihrer miserablen Lage zu kommen. Diese Idee geht allerdings meistens nach hinten los. Besonders hoch sind die Zahlen der Spielsüchtigen bei jungen Leuten und Jugendlichen. Auch hier sind es vorwiegend die Männer, die an einem problematischen Spielverhalten leiden.

Wie mit Spielsucht umgehen?

Wer merkt, dass er plötzlich den ganzen Tag daddelt, bei dem sollten die Alarmglocken klingeln. Besonders, wer ständig die Einsätze erhöht. Das schlimme dabei, Spielsüchtige nutzen auch Geld, das sie eigentlich gar nicht haben. Wer bemerkt, dass Stress und Probleme im Alltag über Hand nehmen und diese mit weiterem Zocken kompensiert werden, sollte sich dringend Hilfe holen – oft leichter gesagt, als getan. In Deutschland gibt es zahlreiche Hilfsmaßnahmen, Therapieangebote und professionelle Unterstützung bei Spielsucht. Viele Beratungsstellen bieten darüber hinaus kostenlose und anonyme Gespräche an. Bei einer ausgeprägten Spielsucht ist zudem ein ambulanter oder stationärer Klinikaufenthalt möglich. Denn Glücksspielsucht ist als Krankheit anerkannt. Die Kosten für die Behandlung können von der Krankenkasse übernommen werden.

Sich selbst auf die Finger schauen

Wer auf das Glücksspiel nicht verzichten will und gerne regelmäßig spielt, kann einer Spielsucht mit einfachen Mitteln entgegenwirken – Pausen einplanen und nur im konzentrierten Zustand spielen. Wichtig ist ferner, sich ein Limit zu setzen, das auf keinem Fall überschritten werden darf. Was gar nicht geht, zu versuchen Verluste wieder wett zu machen. Und noch etwas, Spielen und Alkohol sind eine gefährliche Kombination.




Wie lässt sich Arbeit altersgerecht gestalten?

Politiker und Ökonomen fordern, dass Ältere länger arbeiten sollen. Können sie das auch? Wie stellen sich Unternehmen darauf ein? Längst ist nicht alles ideal – höchste Zeit nachzubessern oder überhaupt erst mal loszulegen.

Zwar steigt der Anteil älterer Beschäftigter in den Belegschaften peu à peu, aber von den 63-Jährigen sind der Bundesagentur für Arbeit nur noch 15 Prozent Vollzeit beschäftigt, von den 64-Jährigen sind es lediglich 10,3 Prozent, selbst von den 60-Jährigen sind nur 35,2 Prozent Vollzeit beschäftigt. So sah im vergangenen Jahr die Realität aus. Dabei altern Deutschland und Italien in Europa am schnellsten. Dem Statistischen Bundesamt zufolge waren 2016 hierzulande 21 Prozent älter als 65 Jahre – getoppt nur von Italien mit 22 Prozent. Die jüngste Bevölkerung hat übrigens Irland mit 13 Prozent 65plus-Einwohnern.

Immer weniger Aktive und mehr Alte

Unternehmen stehen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) vor der Herausforderung, Rahmenbedingungen für eine längere Lebensarbeitszeit zu gestalten. Die BAuA hat deswegen die Broschüre die „Alterns- und altersgerechte Arbeitsgestaltung“ herausgebracht. Die baua: Praxis vermittle systematisch und praxisnah den aktuellen Forschungsstand – plus Hinweise auf die Möglichkeiten einer alterns- und altersgerechten Arbeitsgestaltung.

2030 werden laut BAuA voraussichtlich nur noch 39 Millionen Menschen im erwerbsfähigen Alter in Deutschland leben. 2010 seien es noch rund 45 Millionen. Schon aus Eigeninteresse müsste den Unternehmen daran gelegen sein, qualifiziertes Personal möglichst lange und leistungsfähig im Unternehmen halten – am besten bis zur Regelaltersrente. Eigentlich dürfte es sich von selbst verstehen, dass ein gutes Betriebsklima und ergonomische Arbeitsumfeld motivieren. Motivierte Beschäftigte, sind gesunde Beschäftigte, die seltener krank werden – gut für die Effizienz. Leider ist das bei vielen Führungskräfte noch nicht angekommen.

So sieht altersgerechte Arbeit aus

Die Broschüre der BAuA verdeutlicht, worauf es bei der alterns- und altersgerechte Gestaltung der Arbeit ankommt. Sie gibt konkrete Hinweise auf Gestaltungsmöglichkeiten im Betrieb – und ist gedacht für Verantwortliche in Betrieben, Arbeitsschutzakteure, Beratende, sowie Vertreter der Sozialpartner.

„Alterns- und altersgerechte Arbeitsgestaltung – Grundlagen und Handlungswissen für die Praxis“; Inga Mühlenbrock; 1. Auflage; Dortmund; Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2016; ISBN: 978-3-88261-216-5; 100 Seiten, DOI: 10.21934/baua:praxis20161116. Die baua: Praxis gibt es als PDF im Internetangebot der BAuA unter www.baua.de/publikationen.




Was ist Superfood – und brauchen wir es wirklich?

Einige schwärmen von Goji-Beeren und Chia-Samen als „Superfood“. Der Hype geht langsam auf die Nerven. Brauchen wir wirklich Superfood oder geht’s nicht auch eine Nummer kleiner? Was ist Superfood und was kann es?

Schon mal was von Açaí- und Goji-Beeren gehört oder von Noni-Saft, Chia-Samen, Moringa, Matcha, Quinoa, Spirulina oder Süßlupinen? Braucht das jemand – oder nur Clean-Eater und Flexitarier? Spaß beiseite, natürlich lohnt es sich gerade für Bestager aufs Essen zu achten. Es fragt sich eben, ob ausgewogene Ernährung Superfood nicht obsolet macht.

Aber zurück zur Eingangsfrage: Was ist Superfood? Diese Beeren, Samen oder Algen stechen angeblich hervor durch besonders viele geniale Inhaltsstoffe, die gesundheitliche Schäden reparieren oder Anti-Krebs-Wirkung vorweisen sollen. „Superfood“ klingt doch gut – und ist verkaufswirksam. Setzen Drogerien und der Lebensmittelhandel 2013 laut Statista lediglich eine halbe Million Euro mit Chia-Samen um, waren es 2015 bereits annähernd elf Millionen Euro. Der Quinoa-Umsatz hat sich binnen zwei Jahren in etwa versechsfacht auf 8,2 Millionen Euro. Wobei der Umsatz stärker stieg als der Absatz, wie aus den Zahlen der Marketing-Berater-Gruppe IRI Worldwide hervorgeht. Das heißt, die Vermarkter konnten höhere Preise durchsetzen Quinoa ist übrigens eine Getreideart, die aus Südamerika stammt – die Samen sind etwa so groß wie Hirse.

Alles nur eine Masche der Marketiers?

Lassen wir uns da etwas von den Marketiers vormachen? So ein bisschen schon. „Superfood“ ist Wikipedia zufolge ein Marketingbegriff, „der Lebensmittel mit angeblichen Gesundheitsvorteilen beschreibt“. Denn, heimische Früchte können durchaus mit den Exoten mithalten. Ganz abgesehen davon, dass sie nicht um den halben Erdball transportiert worden sind, sondern vom Gärtner um die Ecke kommen oder vom Feld aus der Region. Und noch eins, Superfood aus Übersee muss haltbar gemacht werden, um den Transport zu überstehen – entweder wird es zu Pulver vermahlen, püriert oder getrocknet. Dass Superfood oft gar nicht so „super“ ist, fiel der Zeitschrift „Ökotest“ auf. Die Redaktion ließ 22 Produkte testen und stellte fest: „gar nicht super“. Die Proben seien mit Mineralöl, Blei und Cadmium versetzt gewesen – „so super sei Superfood keineswegs“.

Superfood aus der Region

Wie wäre es denn, sich mal hierzulande nach Superfood umzusehen? Der „Senioren Ratgeber“ hat in der Januar-Ausgabe 2017 verglichen, darunter Sanddorn mit Acerola, Leinsamen mit Chia-Samen sowie Açaí-Beere mit Blaubeeren, Goji-Beeren mit Hagebutten. Teilweise ist heimisches Superfood den Exoten sogar überlegen. So enthalten 100 Gramm Goji-Beeren rund 150 Milligramm Vitamin C, Hagebutten hingegen zwischen 1200 und 1500 Milligramm, Sanddorn 450 Milligramm.

Also lassen wir mal die Vitamin- und Antioxidantien-Lieferanten – Antioxidantien schützen Zellen vor freien Radikalen, die Krebs fördern – Revue passieren:

  • Äpfel

    Ja, Äpfel. Sie enthalten Pektine. „Statte 30 Vitamine, Spurenelemente, Ballaststoffe, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe stecken in einem Apfel“, schreibt der Chacafoods. Es gebe kaum Lebensmittel, dass so viele komplexe und gesunde Mikronährstoffe enthält wie ein Apfel. Dazu kämen Ballaststoffe wie Pektin, die eine Verdauung fördern. Mit dem Genuss von Äpfeln lässt sich sogar der Cholesterinspiegel im Blut senken. Wer Äpfel mit Schale verzehre, nehme ein Lebensmittel mit leicht keimtötender, aber auch abführender Wirkung zu sich, so die hkk Krankenkasse. “Bei Durchfall sollte man davon also die Finger lassen – es sei denn, man reibt den Apfel klein; denn dadurch wird das im Apfel enthaltene Pektin besser freigesetzt – und dieser Ballast- und Quellstoff hat im Verdauungstrakt eine verdickende Wirkung”, so die Krankenkassenexperten weiter. Außerdem wirke das Pektin wie ein Schutzfilm zwischen Darmwand und Stuhl, so dass unser Verdauungsorgan weniger gereizt wird.

  • Bärlauch

    Bärlauch ist sogar noch heilwirksamer als Knoblauch. Bärlauch enthält schwefelhaltige ätherische Öle. Die Sulfensäuren werden im Körper zu antibiotischen Substanzen gegen Pilze und Bakterien umgewandelt. Bärlauch wirkt entgiftend, das gilt besonders für Schwermetallbelastungen durch Quecksilber und Cadmium. Bärlauch ist jedoch nur im Frühsommer, meist schon ab April zu pflücken. Bärlauch hat der hkk Krankenkasse zufolge “eine ganze Reihe von schwefelartigen ätherischen Ölen, die einen positiven Einfluss auf Leber, Galle, Darm und Magen haben. Schon im Mittelalter sei Bärlauch daher bei Erkrankungen des Verdauungstraktes eingesetzt worden. Wie Knoblauch enthalte “Bärlauch zudem Substanzen, die einer Arteriosklerose und dem Bluthochdruck entgegen wirken können”. Übrigens empfiehlt die hkk Krankenkasse, auch mal Giersch, Löwenzahn und Gänseblümchen zu probieren – im Salat beispielsweise.

  • Blaubeeren

    „Frische Alternative für Açaí-Beere aus der Region sind Blau- oder Heidelbeere“, schreibt der „Senioren Ratgeber“. Blaubeeren enthalten übrigens ebenfalls viel Vitamin C und zudem Polyphenolen – gut für Herz und Kreislauf.

  • Hagebutten

    Wie schon erwähnt, sind Hagebutten wahre Vitamin-C-Bomben. Sie sind leider nicht ganz so einfach zu verarbeiten. Es bietet sich an, sie zu Marmelade zu verkochen oder als Tee zu trinken. „Eatsmarter“  hat noch ein paar andere Ideen, so Habuttenessig, Konfitüre und Hagebuttensoße.

  • Ingwer

    Ok, Ingwer ist zwar nicht heimisch, aber mittlerweile überall zu bekommen – und er lässt sich auch im Gewächshaus ziehen. Ansonsten kommt Ingwer aus China, Australien oder auch Brasilien und Mexiko. Ingwer ist gut gegen Verdauungsbeschwerden und bei einer Erkältung. Hauptwirkstoffe ist Gingerole – und wirkt ähnlich wie Aspirin.

  • Joghurt

    Joghurt ist in Verruf gekommen: Die Organisation „Foodwatch“ zog jahrelang gegen Danone ins Feld und diskreditierte die verdauungsfördernde Wirkung von „Activia“. Angeblich schaffen es die Bakterienkulturen des Joghurts gar nicht bis in den Darm, weil sie bereits von der Magensäure abgetötet werden. Ok, das ist eine Meinung. Andere, wie der Ernährungsmediziner Stephan Bischoff von der Universität Hohenheim, halten entgegen. Die Joghurtmatrix überstünde sehr wohl den Angriff durch die Magensäure. John Cryan vom University College im irischen Cork verweist auf Studien, die darauf schließen lassen die Milchsäurebakterien im Darm bewirken, dass wir uns besser fühlen, stressresistenter sind und sogar unsere Psyche positiv beeinflusst wird. Cryan vom plädiert der „Welt“ zufolge sogar dafür, probiotische Joghurts in der Therapie von Depressionen auszutesten, denn die Darmflora habe einen großen Einfluss auf unser Gehirn. Joghurt helfe auch beim Abnehmen.

  • Leinsamen

    Leinsamen als Konkurrent zum Chia-Samen. Leinsamen enthält Lignane, die krebshemmend wirken. Leinsamen hilft auch, den Cholesterinspiegel zu senken.

  • Sanddorn

    Sanddorn enthält viel Vitamin C, ferner Vitamin B, Vitamin E, Beta-Carotin, Gerbstoffe, Beta-Sitosterol und Flavone. Sanddorn soll das Wachstum von Krebszellen hemmen. Und Sanddorn „lässt dich langsamer altern“, schreibt die „Welt“. Das liege an der Ascorbinsäure. Sie helfe dem Körper freie Radikale unschädlich zu machen, was den Alterungsprozess bremse.

  • Schokolade

    Die Gerbstoffe des Kakaos fangen aggressive Zellen schädigende Sauerstoffverbindungen, sprich freie Radikale, ein. Ein Pluspunkt für Schokolade, die ja Kakao enthält. Wer Schokolade – am besten Bitter-Schokolade – isst, schützt damit sein Herz dank der im Kakao enthaltenen Antioxidantien. Die Flavonoide lassen die Gefäße elastischer werden, wodurch laut „gesundheit.de“ der Blutdruck sinkt. Wer regelmäßig kleine Mengen Bitter-Schokolade esse, könne neben dem Blutdruck auch das Risiko für einen Schlaganfall und Herzinfarkt senken.

  • Tee

    Nein, in dem Fall ist nicht die Rede vom Exoten Matcha, sondern von schwarzem Tee. Und schwarzer Tee soll gesund sein? Nun, schwarzer Tee enthält Mineralstoffe wie Kalium sowie Fluorid. Dem „gesundheits-lexikonzufolge soll der langfristige Konsum von grünem oder schwarzem Tee „zu einer signifikanten Senkung des systolischen als auch diastolischen Blutdrucks führen“. Tee soll zudem die Ausschüttung des Stresshormons Cortisol dämpfen. Nicht von ungefähr heißt es „abwarten und Tee trinken“. Aber Tee enthält noch weit mehr Mineralien und Spurenelemente. Übrigens, gibt es einen Tee, der geschmacklich zwischen grünem und schwarzem Tee liegt: der taiwanische Oolong. Er soll bei beim Abnehmen helfen wegen seiner Saponine.

  • Walnuss

    Die Walnuss, die ja schon sehr an ein Gehirn erinnert, scheine so die „Welt“ tatsächlich „Futter fürs Hirn“ zu sein. „An der Andrews University im US-amerikanischen Berrien Springs ließ man 64 Studenten acht Wochen lang täglich entweder drei Scheiben Bananenbrot oder aber drei Scheiben Bananenbrot mit einer halben Tasse zerkleinerter Walnüsse essen; danach erfasst man mit einem Test ihre kognitiven Fähigkeiten – und dabei offenbarten sich die Walnussesser als Experten im schlussfolgernden Denken“.

  • Zimt

    Zimt kennen wir schon ziemlich lang, aber die meisten assoziieren damit eher Weihnachten, Milchreis oder Punsch. Zimt hat in der Heilkunde eine wichtige Rolle. Zimt ist krampflösend, hellt die Stimmung auf und fördert die Durchblutung, hilft gegen Blähungen und Durchfall. Im Ayurveda hat Zimt „gesundheit.de“ zufolge einen hohen Stellenwert, so wird er in der Ernährung und bei bestimmten Störungen empfohlen. Daneben werde Zimt auch in der Aromatherapie eingesetzt. Vor einigen Jahren haben Chemiker, darunter der amerikanische Chemiker Richard Anderson, die Entdeckung gemacht, dass Zimt auch die Blutzuckerwerte sinken lässt.

Mehr Infos unter: