Best-Ager-Magazin vom „Spiegel“ am Start

Der ‚“Spiegel“ hat mit „Spiegel Classic ein Magazin für die Generation 50plus herausgebracht. Das Magazin „für Menschen mit Erfahrung und Entdeckergeist“ soll sich dem „Lebensgefühl und der Lebenswirklichkeit der Generation 50plus widmen“, so das Credo der Magazinmacher.

Titelthema des Erstlings ist die Zukunftsangst älterer Menschen („Strategien für ein angstfreies Leben“). Es geht in der Ausgabe laut „Spiegel“-Verlag um Fragen wie „Wie wohne ich?“, „Wie verbringe ich meine Freizeit?“, „Wie halte ich mich gesund und fit?“ und „Welche Ziele habe ich?“. Ressortleiterin Susanne Weingarten will allerdings nicht das Alter der Leser in den Vordergrund stellen, sondern vielmehr ein Heft produzieren mit all den „Themen, die für sie (die Zielgruppe) relevant sind“.

Lebenswirklichkeit der 50plus-Generation

„Das neue Magazin Spiegel Classic bietet anspruchsvolle und unterhaltsame Beiträge, in denen sich die Interessen und Lebenswirklichkeit dieser Zielgruppe widerspiegeln“, sagt Weingarten. Reportagen und Ratgeberstücke zu Themen wie Reisen, Sport, Gesundheit, Kultur und Kulinarik dürfen natürlich nicht fehlen.

Zum Auftakt einer Serie über Wohnformen im Ruhestand widme sich Spiegel Classic den Chancen und Risiken, die im Zusammenleben mit Kindern und Enkeln liegen. Das Best-Ager-Magazin stellt verschiedene Wohnformen vor, darunter auch das Mehrgenerationenhaus. Die Ausgabe enthalte eine Reportage aus Namibia über den 68-jährigen Hamburger Unternehmer Michael Hoppe, der in der ehemaligen deutschen Afrika-Kolonie eine zweite Heimat gefunden hat und Hilfsprojekte für Kinder organisiert. Das Thema Fitness im Kopf kommt ebenso vor wie der Schauspielstar Mario Adorf, der über erste Verliebtheit und sein Verhältnis zu den Frauen („Mein erster Schwarm“) plaudert.

Umfang von Spiegel Classic: 140 Seiten, in einer Druckauflage von 165 000 Exemplaren. Der Preis: 4,90 Euro.

Der erste Eindruck – eher enttäuschend

Wie versprochen: der erste Eindruck von Spiegel Classic. Das fängt schon mit dem Cover an. Wer meint, die Zielgruppe 50plus wieder zu finden, wird ziemlich enttäuscht. Da schaut den Best-Agern ein Mit-Dreißiger entgegen. Der soll als Testimonial für „Erfahrung und Entdeckergeist“ herhalten. Zumindest komisch. Dann das Logo, das keines ist. Und was bitte schön soll „Classic“ heißen? Das ist irreführend und irritierend. Der Mann am Kiosk schaut Käufer verdutzt an, die nach „Spiegel Classic“ fragen. „Was soll das sein?“. Das Editorial muss ohne Front-Frau oder -Mann auskommen – niemand, der seinen Kopf hinhält. Offensichtlich wollte keiner der Redakteure sein Konterfei dafür hergeben. „Wer schreibt hier eigentlich – Persönliches ohne Persönlichkeit“, wirft das Medienmagazin „Meedia“ ein.

Spiegel Classic sei erkennbar bemüht, durch Handwerk und Professionalität zu punkten, notiert Meedia. Wer das Magazin aufmerksam durchblättert, fühlt sich kaum angesprochen. Mich beschleicht das Gefühl, dass da einiges aus dem großen Spiegel-Fundus stammt, darunter beispielsweise die Reportage aus Nambia über den 68-jährigen Hamburger Unternehmer Michael Hoppe.

Wat is’n Dampfmaschin?

Die Bilder wirken eher wie beiläufig und etwas verschämt, einfach eingestreut und beliebig, dazu viele Strichzeichnungen, wo es unnötig ist. Das Recycling-Papier lädt nicht gerade zum Schwelgen ein. A propos Strichzeichnungen: Die Kolumne des Finanzexperten Hermann-Josef Tenhagen lässt den interessierten Leser doch eher ratlos zurück. Da kommt keine ISIN vor, keine Erklärung, was sich denn hinter dem Kürzel BGH und MSCI verbirgt. ISIN steht übrigens für International Securities Identification Number und ist eine zwölfstellige Buchstaben-Zahlen-Kombination, sowas wie die Postleitzahl für einen Ort, nur in dem Fall für ein Wertpapier; BGH steht für Bundesgerichtshof und MSCI für Morgan Stanley Capital International, einem Macher von Aktienindizes, darunter der globale Aktienindex MSCI World. Mittlerweile gibt es einige Indexfonds auf den MSCI World, darunter beispielsweise den Comstage MSCI World mit der ISIN: LU0392494562. Die Verwaltungsgebühren sind mit 0,2 Prozent gering, ferner ist der Indexfonds sparplanfähig, das heißt, wenn ein Opa wirklich etwas für seinen Enkel tun will, kann er einen Sparplan einrichten, so dass jeden Monat oder alle drei Monate vielleicht für einen bestimmten Betrag Fondsanteile gekauft werden. Gleichzeitig erklärt die Kolumne, was ein Depot ist. Als wenn das nicht jeder Opa längst wüsste. Und warum bitte schön, muss Tenhagen als Strichmännchen erscheinen? Ihn kennt doch mittlerweile fast jeder aus dem Fernsehen.

Mühsame Annäherung an 50plus

Zugegeben, Verlage mühen sich ab mit der Zielgruppe 50plus. Mittlerweile tummeln sich einige 50plus-Magazine am Markt, darunter „Victoria“ und „meins – Frauen wie wir. Gruner+Jahr probiert es mit „Brigitte Wir –  und hat immerhin schon einige Ausgaben Erfahrung. Auch „Brigitte Wir“ hatte Anlaufschwierigkeiten, nicht zuletzt mit den Anzeigenkunden, die sich noch nicht ganz auf die Zielgruppe 50plus eingestellt haben. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Übrigens, „Viva“ ist bereits wieder vom Markt verschwunden. Schon Weihnachten 2015 kam das Aus für das Best-Ager-Magazin aus dem Gruner+Jahr-Verlag.

 




Wie sich der Garten in eine Oase verwandeln lässt

Trautes Heim, Glück allein – in diesen Worten steckt ein Quäntchen Wahrheit. Denn, ein eigenes Grundstück mit Garten bietet Chancen, die anderen Menschen verwehrt bleiben. Wie sich so ein Garten in eine Oase verwandeln lässt? Hecken, Bänke, Rosenbeete – und ein eigener Pool werten einen Garten. Vor allem mit einem Pool erfüllen sich Gartenbesitzer einen Traum, der erholsame Momente abseits überfüllter Strände verspricht.

Ein Pool kann vieles sein, auch das aufblasbare Planschbecken, wer allerdings mehr will, sollte sich mit dem Thema Naturpool beschäftigen.

Was ist ein Naturpool?

Was ist ein Naturpool? Anders herum, was ist ein Naturpool nicht? Jedes Planschbecken muss irgendwann einmal entleert werden, weil das Wasser verdreckt und sich Keime bilden. Das gilt auch für ein Schwimmbecken. Natürlich ist es toll, sich im Sommer zu erfrischen und fit zu halten. Weniger toll ist die Pflege – Wassers ohne Zugabe von Chemikalien ist nicht möglich, weil sonst das Infektionsrisiko wächst, was den Badespaß trübt.

 

Geht’s auch anders? Ja, wer auf Natürlichkeit Wert legt, ist mit einem Naturpool gut beraten. Denn der Naturpool ist zwar optisch mit einem Swimmingpool im klassischen Design vergleichbar, wirkt aber dennoch alles andere als steril. Im Gegensatz zur weiß-bläulichen Farbgebung normaler Pools fügt sich die Badeoase von Anbietern wie Pool for Nature mit ihrem grünen Farbton harmonisch in die Umgebung ein.

Vorteile von Naturpools

Ein Naturpool bietet einige Vorteile. So wird das Wasser in Naturpools biologisch durch Wasserpflanzen oder Mikroorganismen gereinigt wird. Die Badeparadiese bleibt somit frei von Chemikalien. Das Wasser wird über ein Nachbarbecken gereinigt, was den Naturpool selbst von Fischen oder Pflanzen befreit. Vorteil: Pflegebedarf sowie damit verbundene finanzielle Aufwendungen halten sich in Grenzen, anders als bei herkömmlichen Pools oder Planschbecken.

Ein weiterer Pluspunkt von Naturpools: Das Wasser erwärmt sich dank überschaubarer Größe und verhältnismäßig geringen Tiefe von allein. Und niemand muss Angst haben vor Hautreaktionen, ausgelöst durch Chemikalien.

Pflege von Naturpools

Wie gesagt, ein einmal professionell angelegter Naturpool braucht keine große Pflege. Gartenexperten gehen von etwa zwei Stunden Pflegeaufwand aus. Und so lässt sich das Wasser im Naturpool lange sauber und frisch halten:

  • kleine Filteranlage zur Säuberung des Schmutzwassers einsetzen
  • regelmäßige Überprüfung des Nährstoffgehalts
  • bei Wahl des Naturpools bewusst Naturstein auswählen

Naturpool versus Schwimmteich

Was unterscheiden Naturpools und Schwimmteiche? Gemeinsam ist ihnen, dass sie das Wasser ohne Zusatz von Chemikalien biologisch aufbereiten. Im Gegensatz zum Naturpool sind Pflanzen – und Planktonsedimentation – für die Reinigung des Wassers verantwortlich und halten es klar.

Beim Naturpool wird das Wasser täglich durch einen biofilmaufbauenden Filter gepumpt wird. Im Filter werden Nährstoffe und Schwebeteilchen von Mikroorganismen gebunden und abgebaut. Das Wasser im Naturpool bleibt klar – auch ohne Wasserpflanzen, womit für Schwimmer mehr Platz bleibt.

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Warum auch Bestager der Spielsucht verfallen – und wie damit umgehen?

„Sechzig Jahre und kein bisschen weise …“ – das Lied von Curd Jürgens gilt leider für so manche Ältere, die oft stundenlang vorm Daddelautomaten hängen, nicht los kommen vom Computer und immer noch hoffen, beim Lotto das große Los zu ziehen. Schleichend wird aus dem Vergnügen dann Sucht. Wie lässt sich mit Spielsucht umgehen?

Egal, ob Lotto, Casinospiele oder Sportwetten – viele Menschen können mit Glücksspielen nicht umgehen und fallen irgendwann der Spielsucht anheim. Derzeit leiden einer Studie der Bundeszentral für gesundheitliche Aufklärung zufolge schätzungsweise 650 000 Menschen in Deutschland unter einem problematischen Spielverhalten – vermutlich sind es noch weit mehr. Sie überschreiten immer wieder die Grenzen, die es beim Spielen einzuhalten gibt. Der Weg in die Sucht ist nicht immer leicht zu erkennen. Besonders, da viele Betroffene das Glücksspiel zuerst als reinen Zeitvertreib und wegen des Unterhaltungsfaktors anfangen.

Die Nachfrage nach Glücksspielen ist jedenfalls da. Im Internet gibt es zahlreiche Anbieter von Casinospielen. Portale, wie das Onlinecasino-austria.at entdecken jeden Tag neue Betreiber, die sie auf Herz und Nieren prüfen und bewerten. Schätzungen zufolge spielt derzeit etwa dritte Deutsche öfter mal ein Glücksspiel. Männer scheinen besonders gefährdet zu sein.

Wie kommt es zur Spielsucht?

Wie kommt es zur Spielsucht? Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Nur so viel, je rasanter der Spielverlauf, desto höher das Suchtpotenzial. Zocker verlieren da schon mal den Überblick über ihre Einsätze – und vor allem über ihre Verluste. Irgendwann können diese Spieler dann nicht mehr mit dem Glücksspiel aufhören. Dieser Meinung ist jedenfalls Dr. Anja Bischof von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Lübeck. Sie befasst sich mit der Suchtforschung und Suchttherapie und weiß, dass der Kontrollverlust mit einer sozialen Isolation einhergeht, was daraufhin zu schwerwiegenden Folgen für den oder die Betroffenen führt, wie den Verlust des Arbeitsplatzes, Schulden und Trennung vom Partner. Letztlich verlieren Spielsüchtige nach und nach den Bezug zur Realität.

Wer ist davon betroffen?

Zum einen sind Menschen mit Hang zum Narzissmus und Kontrollstörungen eher spielsuchtgefährdet als stabile Menschen. Zum anderen geraten viele Männer, Arbeitslose und Personen mit Migrationshintergrund in die Spielsucht, da sie das Glücksspiel nutzen, um aus ihrer miserablen Lage zu kommen. Diese Idee geht allerdings meistens nach hinten los. Besonders hoch sind die Zahlen der Spielsüchtigen bei jungen Leuten und Jugendlichen. Auch hier sind es vorwiegend die Männer, die an einem problematischen Spielverhalten leiden.

Wie mit Spielsucht umgehen?

Wer merkt, dass er plötzlich den ganzen Tag daddelt, bei dem sollten die Alarmglocken klingeln. Besonders, wer ständig die Einsätze erhöht. Das schlimme dabei, Spielsüchtige nutzen auch Geld, das sie eigentlich gar nicht haben. Wer bemerkt, dass Stress und Probleme im Alltag über Hand nehmen und diese mit weiterem Zocken kompensiert werden, sollte sich dringend Hilfe holen – oft leichter gesagt, als getan. In Deutschland gibt es zahlreiche Hilfsmaßnahmen, Therapieangebote und professionelle Unterstützung bei Spielsucht. Viele Beratungsstellen bieten darüber hinaus kostenlose und anonyme Gespräche an. Bei einer ausgeprägten Spielsucht ist zudem ein ambulanter oder stationärer Klinikaufenthalt möglich. Denn Glücksspielsucht ist als Krankheit anerkannt. Die Kosten für die Behandlung können von der Krankenkasse übernommen werden.

Sich selbst auf die Finger schauen

Wer auf das Glücksspiel nicht verzichten will und gerne regelmäßig spielt, kann einer Spielsucht mit einfachen Mitteln entgegenwirken – Pausen einplanen und nur im konzentrierten Zustand spielen. Wichtig ist ferner, sich ein Limit zu setzen, das auf keinem Fall überschritten werden darf. Was gar nicht geht, zu versuchen Verluste wieder wett zu machen. Und noch etwas, Spielen und Alkohol sind eine gefährliche Kombination.




Wie lässt sich Arbeit altersgerecht gestalten?

Politiker und Ökonomen fordern, dass Ältere länger arbeiten sollen. Können sie das auch? Wie stellen sich Unternehmen darauf ein? Längst ist nicht alles ideal – höchste Zeit nachzubessern oder überhaupt erst mal loszulegen.

Zwar steigt der Anteil älterer Beschäftigter in den Belegschaften peu à peu, aber von den 63-Jährigen sind der Bundesagentur für Arbeit nur noch 15 Prozent Vollzeit beschäftigt, von den 64-Jährigen sind es lediglich 10,3 Prozent, selbst von den 60-Jährigen sind nur 35,2 Prozent Vollzeit beschäftigt. So sah im vergangenen Jahr die Realität aus. Dabei altern Deutschland und Italien in Europa am schnellsten. Dem Statistischen Bundesamt zufolge waren 2016 hierzulande 21 Prozent älter als 65 Jahre – getoppt nur von Italien mit 22 Prozent. Die jüngste Bevölkerung hat übrigens Irland mit 13 Prozent 65plus-Einwohnern.

Immer weniger Aktive und mehr Alte

Unternehmen stehen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) vor der Herausforderung, Rahmenbedingungen für eine längere Lebensarbeitszeit zu gestalten. Die BAuA hat deswegen die Broschüre die „Alterns- und altersgerechte Arbeitsgestaltung“ herausgebracht. Die baua: Praxis vermittle systematisch und praxisnah den aktuellen Forschungsstand – plus Hinweise auf die Möglichkeiten einer alterns- und altersgerechten Arbeitsgestaltung.

2030 werden laut BAuA voraussichtlich nur noch 39 Millionen Menschen im erwerbsfähigen Alter in Deutschland leben. 2010 seien es noch rund 45 Millionen. Schon aus Eigeninteresse müsste den Unternehmen daran gelegen sein, qualifiziertes Personal möglichst lange und leistungsfähig im Unternehmen halten – am besten bis zur Regelaltersrente. Eigentlich dürfte es sich von selbst verstehen, dass ein gutes Betriebsklima und ergonomische Arbeitsumfeld motivieren. Motivierte Beschäftigte, sind gesunde Beschäftigte, die seltener krank werden – gut für die Effizienz. Leider ist das bei vielen Führungskräfte noch nicht angekommen.

So sieht altersgerechte Arbeit aus

Die Broschüre der BAuA verdeutlicht, worauf es bei der alterns- und altersgerechte Gestaltung der Arbeit ankommt. Sie gibt konkrete Hinweise auf Gestaltungsmöglichkeiten im Betrieb – und ist gedacht für Verantwortliche in Betrieben, Arbeitsschutzakteure, Beratende, sowie Vertreter der Sozialpartner.

„Alterns- und altersgerechte Arbeitsgestaltung – Grundlagen und Handlungswissen für die Praxis“; Inga Mühlenbrock; 1. Auflage; Dortmund; Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2016; ISBN: 978-3-88261-216-5; 100 Seiten, DOI: 10.21934/baua:praxis20161116. Die baua: Praxis gibt es als PDF im Internetangebot der BAuA unter www.baua.de/publikationen.




Was ist Superfood – und brauchen wir es wirklich?

Einige schwärmen von Goji-Beeren und Chia-Samen als „Superfood“. Der Hype geht langsam auf die Nerven. Brauchen wir wirklich Superfood oder geht’s nicht auch eine Nummer kleiner? Was ist Superfood und was kann es?

Schon mal was von Açaí- und Goji-Beeren gehört oder von Noni-Saft, Chia-Samen, Moringa, Matcha, Quinoa, Spirulina oder Süßlupinen? Braucht das jemand – oder nur Clean-Eater und Flexitarier? Spaß beiseite, natürlich lohnt es sich gerade für Bestager aufs Essen zu achten. Es fragt sich eben, ob ausgewogene Ernährung Superfood nicht obsolet macht.

Aber zurück zur Eingangsfrage: Was ist Superfood? Diese Beeren, Samen oder Algen stechen angeblich hervor durch besonders viele geniale Inhaltsstoffe, die gesundheitliche Schäden reparieren oder Anti-Krebs-Wirkung vorweisen sollen. „Superfood“ klingt doch gut – und ist verkaufswirksam. Setzen Drogerien und der Lebensmittelhandel 2013 laut Statista lediglich eine halbe Million Euro mit Chia-Samen um, waren es 2015 bereits annähernd elf Millionen Euro. Der Quinoa-Umsatz hat sich binnen zwei Jahren in etwa versechsfacht auf 8,2 Millionen Euro. Wobei der Umsatz stärker stieg als der Absatz, wie aus den Zahlen der Marketing-Berater-Gruppe IRI Worldwide hervorgeht. Das heißt, die Vermarkter konnten höhere Preise durchsetzen Quinoa ist übrigens eine Getreideart, die aus Südamerika stammt – die Samen sind etwa so groß wie Hirse.

Alles nur eine Masche der Marketiers?

Lassen wir uns da etwas von den Marketiers vormachen? So ein bisschen schon. „Superfood“ ist Wikipedia zufolge ein Marketingbegriff, „der Lebensmittel mit angeblichen Gesundheitsvorteilen beschreibt“. Denn, heimische Früchte können durchaus mit den Exoten mithalten. Ganz abgesehen davon, dass sie nicht um den halben Erdball transportiert worden sind, sondern vom Gärtner um die Ecke kommen oder vom Feld aus der Region. Und noch eins, Superfood aus Übersee muss haltbar gemacht werden, um den Transport zu überstehen – entweder wird es zu Pulver vermahlen, püriert oder getrocknet. Dass Superfood oft gar nicht so „super“ ist, fiel der Zeitschrift „Ökotest“ auf. Die Redaktion ließ 22 Produkte testen und stellte fest: „gar nicht super“. Die Proben seien mit Mineralöl, Blei und Cadmium versetzt gewesen – „so super sei Superfood keineswegs“.

Superfood aus der Region

Wie wäre es denn, sich mal hierzulande nach Superfood umzusehen? Der „Senioren Ratgeber“ hat in der Januar-Ausgabe 2017 verglichen, darunter Sanddorn mit Acerola, Leinsamen mit Chia-Samen sowie Açaí-Beere mit Blaubeeren, Goji-Beeren mit Hagebutten. Teilweise ist heimisches Superfood den Exoten sogar überlegen. So enthalten 100 Gramm Goji-Beeren rund 150 Milligramm Vitamin C, Hagebutten hingegen zwischen 1200 und 1500 Milligramm, Sanddorn 450 Milligramm.

Also lassen wir mal die Vitamin- und Antioxidantien-Lieferanten – Antioxidantien schützen Zellen vor freien Radikalen, die Krebs fördern – Revue passieren:

  • Äpfel

    Ja, Äpfel. Sie enthalten Pektine. „Statte 30 Vitamine, Spurenelemente, Ballaststoffe, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe stecken in einem Apfel“, schreibt der Chacafoods. Es gebe kaum Lebensmittel, dass so viele komplexe und gesunde Mikronährstoffe enthält wie ein Apfel. Dazu kämen Ballaststoffe wie Pektin, die eine Verdauung fördern. Mit dem Genuss von Äpfeln lässt sich sogar der Cholesterinspiegel im Blut senken. Wer Äpfel mit Schale verzehre, nehme ein Lebensmittel mit leicht keimtötender, aber auch abführender Wirkung zu sich, so die hkk Krankenkasse. „Bei Durchfall sollte man davon also die Finger lassen – es sei denn, man reibt den Apfel klein; denn dadurch wird das im Apfel enthaltene Pektin besser freigesetzt – und dieser Ballast- und Quellstoff hat im Verdauungstrakt eine verdickende Wirkung“, so die Krankenkassenexperten weiter. Außerdem wirke das Pektin wie ein Schutzfilm zwischen Darmwand und Stuhl, so dass unser Verdauungsorgan weniger gereizt wird.

  • Bärlauch

    Bärlauch ist sogar noch heilwirksamer als Knoblauch. Bärlauch enthält schwefelhaltige ätherische Öle. Die Sulfensäuren werden im Körper zu antibiotischen Substanzen gegen Pilze und Bakterien umgewandelt. Bärlauch wirkt entgiftend, das gilt besonders für Schwermetallbelastungen durch Quecksilber und Cadmium. Bärlauch ist jedoch nur im Frühsommer, meist schon ab April zu pflücken. Bärlauch hat der hkk Krankenkasse zufolge „eine ganze Reihe von schwefelartigen ätherischen Ölen, die einen positiven Einfluss auf Leber, Galle, Darm und Magen haben. Schon im Mittelalter sei Bärlauch daher bei Erkrankungen des Verdauungstraktes eingesetzt worden. Wie Knoblauch enthalte „Bärlauch zudem Substanzen, die einer Arteriosklerose und dem Bluthochdruck entgegen wirken können“. Übrigens empfiehlt die hkk Krankenkasse, auch mal Giersch, Löwenzahn und Gänseblümchen zu probieren – im Salat beispielsweise.

  • Blaubeeren

    „Frische Alternative für Açaí-Beere aus der Region sind Blau- oder Heidelbeere“, schreibt der „Senioren Ratgeber“. Blaubeeren enthalten übrigens ebenfalls viel Vitamin C und zudem Polyphenolen – gut für Herz und Kreislauf.

  • Hagebutten

    Wie schon erwähnt, sind Hagebutten wahre Vitamin-C-Bomben. Sie sind leider nicht ganz so einfach zu verarbeiten. Es bietet sich an, sie zu Marmelade zu verkochen oder als Tee zu trinken. „Eatsmarter“  hat noch ein paar andere Ideen, so Habuttenessig, Konfitüre und Hagebuttensoße.

  • Ingwer

    Ok, Ingwer ist zwar nicht heimisch, aber mittlerweile überall zu bekommen – und er lässt sich auch im Gewächshaus ziehen. Ansonsten kommt Ingwer aus China, Australien oder auch Brasilien und Mexiko. Ingwer ist gut gegen Verdauungsbeschwerden und bei einer Erkältung. Hauptwirkstoffe ist Gingerole – und wirkt ähnlich wie Aspirin.

  • Joghurt

    Joghurt ist in Verruf gekommen: Die Organisation „Foodwatch“ zog jahrelang gegen Danone ins Feld und diskreditierte die verdauungsfördernde Wirkung von „Activia“. Angeblich schaffen es die Bakterienkulturen des Joghurts gar nicht bis in den Darm, weil sie bereits von der Magensäure abgetötet werden. Ok, das ist eine Meinung. Andere, wie der Ernährungsmediziner Stephan Bischoff von der Universität Hohenheim, halten entgegen. Die Joghurtmatrix überstünde sehr wohl den Angriff durch die Magensäure. John Cryan vom University College im irischen Cork verweist auf Studien, die darauf schließen lassen die Milchsäurebakterien im Darm bewirken, dass wir uns besser fühlen, stressresistenter sind und sogar unsere Psyche positiv beeinflusst wird. Cryan vom plädiert der „Welt“ zufolge sogar dafür, probiotische Joghurts in der Therapie von Depressionen auszutesten, denn die Darmflora habe einen großen Einfluss auf unser Gehirn. Joghurt helfe auch beim Abnehmen.

  • Leinsamen

    Leinsamen als Konkurrent zum Chia-Samen. Leinsamen enthält Lignane, die krebshemmend wirken. Leinsamen hilft auch, den Cholesterinspiegel zu senken.

  • Sanddorn

    Sanddorn enthält viel Vitamin C, ferner Vitamin B, Vitamin E, Beta-Carotin, Gerbstoffe, Beta-Sitosterol und Flavone. Sanddorn soll das Wachstum von Krebszellen hemmen. Und Sanddorn „lässt dich langsamer altern“, schreibt die „Welt“. Das liege an der Ascorbinsäure. Sie helfe dem Körper freie Radikale unschädlich zu machen, was den Alterungsprozess bremse.

  • Schokolade

    Die Gerbstoffe des Kakaos fangen aggressive Zellen schädigende Sauerstoffverbindungen, sprich freie Radikale, ein. Ein Pluspunkt für Schokolade, die ja Kakao enthält. Wer Schokolade – am besten Bitter-Schokolade – isst, schützt damit sein Herz dank der im Kakao enthaltenen Antioxidantien. Die Flavonoide lassen die Gefäße elastischer werden, wodurch laut „gesundheit.de“ der Blutdruck sinkt. Wer regelmäßig kleine Mengen Bitter-Schokolade esse, könne neben dem Blutdruck auch das Risiko für einen Schlaganfall und Herzinfarkt senken.

  • Tee

    Nein, in dem Fall ist nicht die Rede vom Exoten Matcha, sondern von schwarzem Tee. Und schwarzer Tee soll gesund sein? Nun, schwarzer Tee enthält Mineralstoffe wie Kalium sowie Fluorid. Dem „gesundheits-lexikonzufolge soll der langfristige Konsum von grünem oder schwarzem Tee „zu einer signifikanten Senkung des systolischen als auch diastolischen Blutdrucks führen“. Tee soll zudem die Ausschüttung des Stresshormons Cortisol dämpfen. Nicht von ungefähr heißt es „abwarten und Tee trinken“. Aber Tee enthält noch weit mehr Mineralien und Spurenelemente. Übrigens, gibt es einen Tee, der geschmacklich zwischen grünem und schwarzem Tee liegt: der taiwanische Oolong. Er soll bei beim Abnehmen helfen wegen seiner Saponine.

  • Walnuss

    Die Walnuss, die ja schon sehr an ein Gehirn erinnert, scheine so die „Welt“ tatsächlich „Futter fürs Hirn“ zu sein. „An der Andrews University im US-amerikanischen Berrien Springs ließ man 64 Studenten acht Wochen lang täglich entweder drei Scheiben Bananenbrot oder aber drei Scheiben Bananenbrot mit einer halben Tasse zerkleinerter Walnüsse essen; danach erfasst man mit einem Test ihre kognitiven Fähigkeiten – und dabei offenbarten sich die Walnussesser als Experten im schlussfolgernden Denken“.

  • Zimt

    Zimt kennen wir schon ziemlich lang, aber die meisten assoziieren damit eher Weihnachten, Milchreis oder Punsch. Zimt hat in der Heilkunde eine wichtige Rolle. Zimt ist krampflösend, hellt die Stimmung auf und fördert die Durchblutung, hilft gegen Blähungen und Durchfall. Im Ayurveda hat Zimt „gesundheit.de“ zufolge einen hohen Stellenwert, so wird er in der Ernährung und bei bestimmten Störungen empfohlen. Daneben werde Zimt auch in der Aromatherapie eingesetzt. Vor einigen Jahren haben Chemiker, darunter der amerikanische Chemiker Richard Anderson, die Entdeckung gemacht, dass Zimt auch die Blutzuckerwerte sinken lässt.

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Wie sich mit richtiger Ohrenpflege ein Gehörverlust vermeiden lässt

Ob wir es wollen oder nicht – im Alter hören wir schlechter. Das merkt jeder, der einmal versucht, in einer größeren Gruppe gezielt einem Anderen zuzuhören. Das ist ein ganz natürlicher Prozess, der sich nicht aufhalten lässt. Also, klaglos hinnehmen? Dagegen lässt sich etwas unternehmen. Wie sich mit richtiger Ohrenpflege einem Gehörverlust oder der Abnahme der Hörfähigkeit entgegenwirken lässt.

Es fängt meist damit an, dass irgendwann so ab 50 der Eine oder Andere bei Stimmengewirr immer häufiger mehrmals nachfragen muss: „Was hast du gesagt?“. Hierzulande sind es Millionen mit einer Hörminderung. Bei wem das Gefühl aufkommt, schlecht zu hören, der sollte am besten zum Hals-Nasen-Ohrenarzt gehen und nicht hinwarten. Der HNO-Arzt klärt die Ursache des Hörproblems. Die Lösung kann ein Hörgerät sein.

Wenn der HNO-Arzt dann beispielsweise einen Innenohrschaden diagnostiziert – keine Angst. Fast in allen Fällen lässt sich die Hörfähigkeit mit einem Hörgerät verbessern. Wer hinwartet, schließt sich so ein bisschen von der Gesellschaft aus, die Missverständnisse häufen sich, was die sozialen Kontake verschlechtert – und letztlich Stimmung und Lebensqualität vermiest. Das muss nicht sein, jeder kann etwas dagegen tun. Hinwarten ist, wie schon gesagt, auch keine Lösung. Zugegeben, die Kosten für ein gutes Hörgerät können das monatliche Budget durchaus belasten.

Vorbeugen ist das A&O

Hörgeräte sind das Eine, Vorbeugen das Andere – jeder kann selbst etwas dagegen unternehmen. Hörverluste hingegen lassen sich nicht rückgängig machen. Sind die empfindlichen Haarsinneszellen erst einmal beschädigt, können sie sich nicht mehr regenerieren. Daher gilt es, sie so gut wie möglich zu schützen. Und wie? Lärm und andere hohe Belastungen vermeiden. Bereits ein Geräusch ab 85 Dezibel schädigt das Gehör, zumindest, wenn es häufig vorkommt. Wie laut ist laut? 85 Dezibel beispielsweise erzeugt ein Rasenmäher oder ein Saxofon, nicht zu vergessen Autos, Lkw und Busse auf einer Hauptverkehrsstraße, wie die „Welt“ einmal aufgelistet hat. So abstrus es vielleicht anmutet, Konzerte kommen auf einen „Lärmpegel“ von teilweise 100 Dezibel. Aber das empfanden wir damals nicht so, wenn Creedence Clearwater Revival, Pink Floyd, Led Zeppelin, AC/DC oder Queen auf der Bühne rockten.

Ok, manchmal geht es kaum, aber häufig lässt sich das Ohr doch gegen Lärm schützen – einfach von der Lärmquelle abrücken und Ohrenstöpsel tragen. Selbst ein dauer-telefonierender Kollege im Büro kann nerven. 55 Dezibel im Büro, sprich an einem Arbeitsplatz mit „vorwiegend geistiger Tätigkeit“ gelten als Grenzwert. In Großraumbüros wird der Wert hingegen meist überschritten, kein Wunder, wenn viele gestresst sind. Natürlich lässt sich mit Raumwänden und schallabsorbierenden Teppichen einiges machen, aber häufig bleiben nur noch Ohrenstöpsel. Mittlerweile gibt es Modelle, die Geräusche klar, aber in geringerer Lautstärke durchlassen – ideal für Büro und Konzert. Ja, auch beim Konzert, schließlich soll Musik ja Genuss bleiben. Wir sind einfach empfindlicher geworden als in jungen Jahren. A propos Musik, Musik mit Kopfhörern zu genießen, so klar der Sound auch rüberkommt, ist nicht ganz ungefährlich, zumindest auf Dauer. Eine Stunde Musik hören mit Kopfhörern ist noch kein Problem, aber mehr sollte es nicht sein. Besser ist Musik aus der Stereoanlage. Außerdem, das empfindliche Sinnesorgan freut sich über Ruhepause. Jeder sollte dem Ohr ab und an Erholung gönnen und einfach alle Geräuschquellen ausschließen.

Die richtige Ohrenpflege

Ohren sind besonders empfindlich. Zum Glück reinigen sie sich von selbst. Die feinen Härchen transportieren Schmutz mitsamt dem überflüssigen Ohrenschmalz nach außen. Das Ohrenschmalz kann dann sorgfältig mit einem Waschlappen oder Wattestäbchen entfernt werden. Mit dem Wattestäbchen in den Gehörgang zu pfriemeln ist kontraproduktiv, weil dabei möglicherweise das Trommelfell beschädigt wird. Vor allem sollte ein Pfropfen, der sich bei übermäßiger Produktion von Ohrenschmalz bildet, nicht mit Wattestäbchen entfernt werden. Hat sich ein Pfropfen gebildet, leidet das Hören darunter. Mit handwarmem Wasser lässt sich ein Pfropfen lösen. Die Lösung lässt sich mit einer Spritze ohne Nadel einträufeln oder mit einer Pipette. Einwirken lassen – und dann das Ohr noch einmal vorsichtig spülen. Bleibt das ohne Erfolg: den Ohrenschmalz vom Arzt entfernen lassen.

Bild: © istock.com/mumininan




Wie sieht die richtige Pflege für reife Haut aus?

Im Laufe unseres Lebens verändert sich viel – unter anderem auch die Haut. Wer auch im hohen Alter mit frischer Haut und einem strahlenden Teint überzeugen möchte, der muss seine Haut richtig pflegen. Schließlich ist nicht jedes Produkt auch tatsächlich für ältere Menschen geeignet. Denn mit zunehmendem Alter steigen die Ansprüche der Haut. Worauf ist zu achten? Wie sieht die richtige Pflege für reife Haut aus?

Problem – langsamere Regeneration

Reife Haut regeneriert sich nicht mehr so schnell und wird empfindlicher. So kann sie beispielsweise auch weniger Feuchtigkeit speichern. Dadurch lässt die Elastizität nach und es entstehen Falten. Betroffen ist nicht nur das Gesicht, sondern die Haut am gesamten Körper.

Rissige Ellenbogen und Knie, das Gesicht wirkt fahl und die Beine fühlen sich schwer an und sind geschwollen. Schon kleinste Hautirritationen können zu starkem Juckreiz, Entzündungen und sogar Ekzemen führen. Schuld sind unter anderem die Schweißdrüsen, die bei Senioren weniger aktiv sind. Dadurch lässt der Säureschutzmantel viel schneller Bakterien durch die ansonsten vorhandene natürliche Barriere. Das führt letztlich zu Hautproblemen.

Tipps für die Hautpflege von Senioren?

Senioren neigen schnell zu trockener Haut. Diese besitzt nicht mehr die Widerstandskraft, wie sie früher einmal vorhanden war. Deswegen muss die Haut mit einer auf reife Haut spezialisierten feuchtigkeitsspendenden Creme verwöhnt werden. Das fängt bereits bei der Dusche an, denn die Haut muss mit allen notwendigen Stoffen versorgt werden – und da sind rückfettende Duschgels besonders gut geeignet.

Eine spezielle Körperlotion sorgt für die nötige Feuchtigkeit danach. Übrigens eignen sich als Pflegeprodukte ebenfalls Produkte für die Babypflege, da die Haut kleiner Kinder ebenfalls viel Feuchtigkeit benötigt. Zusätzlich zur Hautpflege ist aber auch ein gesunder Wasserhaushalt des Körpers wichtig, da dieser ebenfalls die Haut beeinflusst. „Trinken, trinken, trinken“ heißt das Motto. Senioren sollten ausreichend trinken, am besten über den Tag verteilt – Trinken und pflegen sind die ideale Kombination.

Tipp: Noch mehr Antiaging Tipps für die Haut ab 50 gibt es hier.

Bild: © istock.com/PeopleImages




Was sich für Rentner 2017 alles ändert

Steuern, Zinsen, Versicherungen, Gebühren, Fristen – 2017 ändert sich wieder einiges, das auch Rentner und Vorruheständler betrifft. Was genau ändert sich 2017 alles?

Die Flexi-Rente

Die wichtigste Änderung für alle, die 2017 in Rente gehen ist die Einführung der  Flexi-Rente. Wer früher in Rente gehen will, soll das dürfen, ebenso soll er länger arbeiten dürfen, wenn er will. Das nennt sich dann Flexi-Rente.  In Kraft treten wird die Flexi-Rente teils zum 1. Januar, teils zum 1. Juli 2017. Das neue Hinzuverdienstrecht beispielsweise kommt erst ab Juli 2017. Möglich werden zudem freiwillige Zusatzzahlungen in die Rentenkasse ab einem Alter von 50 Jahren, um später ohne Abschläge früher in den Ruhestand gehen zu können. Mit der Flexi-Rente ist die Absicht verbunden, längeres Arbeiten attraktiver zu machen.

Zwangsverrentung

Hartz-IV-Empfänger werden ab Januar 2017 nicht mehr zum Eintritt in eine vorgezogene Altersrente mit Abschlägen gezwungen, wenn die Höhe dieser Rente zur Bedürftigkeit, also zum Bezug von Grundsicherungsleistungen im Alter führen würde. Ab Januar 2017 muss eine Altersrente nur noch dann vorzeitig beantragt werden, wenn sie trotz dieser vorzeitigen Inanspruchnahme und der damit verbundenen Abschläge bedarfsdeckend ist. Sie muss dagegen nicht mehr vorzeitig in Anspruch genommen werden, wenn die Höhe dieser Rente zum (ergänzenden) Bezug von Leistungen der Grundsicherung im Alter führen würde.

Residenzpflicht für Grundsicherungsempfänger

Claudia Klinger hat es auf ihrem Blog sehr schön mit der Schlagzeile „Lasst die Alten ziehen“ zusammengefasst:

chon bisher waren die Regelungen für Auslandsaufenthalte sehr restriktiv. „Leistungsempfänger mit Grundsicherung mussten ihren ‚Lebensmittelpunkt‘ in Deutschland haben, doch war die Dauer der verlustfreien Abwesenheit gesetzlich nicht klar definiert. Seit Jahresbeginn hat sich das geändert:“

Änderungen bei der Grundsicherung ‐ 4. Kapitel SGB XII
§ 41a. Verschärfung bei Auslandsaufenthalt: Grundsicherungsberechtigte im Ausland erhalten in Zukunft nach Ablauf der vierten Woche keine Leistung mehr. Bisher konnten die Betroffenen auch länger ins Ausland fahren, wenn ihr Lebensmittelpunkt in Deutschland war. Jetzt gilt nur noch der für Arbeitnehmer vorgeschriebene Urlaub von vier Wochen.
Quelle: Hartz-IV und Sozialhilfe: Das ändert sich 2017

Reguläre Altersgrenze steigt

65 war mal – ab 2017 steigt die Regelaltersrente auf 65 Jahre plus sechs Monate. Das trifft Versicherte, die 1952 geboren wurden und 2017 Jahr 65 Jahre werden. Wer jünger ist, muss noch ein paar Monate länger arbeiten – bis 2031 die reguläre Altersgrenze bei 67 Jahre angekommen ist.

Altersgrenze für die Rente ab 63

Übrigens steigt ebenfalls die Altersgrenze bei der abschlagsfreien Altersrente für besonders langjährig Versicherte ab 63 – auf 63 Jahre plus vier Monate. Das trifft Versicherte des Geburtsjahrgangs 1954. Wer 1955 geboren ist, bekommt die abschlagsfreie Altersrente ab 63 erst ab 63 plus sechs Monate – und so erhöht sich das Eintrittsalter um je zwei weitere Monate. Voraussetzung für die abschlagsfreie Altersrente mit 63 sind allerdings 45 Versicherungsjahre – Akademiker brauchen gar nicht rechnen, weil sie sowieso nicht auf 45 Beitragsjahre kommen, weil das Studium nicht angerechnet wird.

Beitragsbemessungsgrenzen

Ab Januar 2017 können Angestellte erst ab einem Jahreseinkommen von 57 600 (vorher 56 250) Euro von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung wechseln. Die Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung steigt ab 2017 auf jährlich 52 200 Euro (vorher 50 850).

Grenzen je nach VersicherungBruttolohn 2016  (Euro) Bruttolohn 2017  (Euro) 
MonatJahrMonatJahr
Kranken- und Pflegeversicherung
Beitragsbemessungsgrenze4 237,5050 8504 35052 200
Versicherungspflichtgrenze 14 687,5056 2504 80057 600
Renten- und Arbeitslosenversicherung
BeitragsbemessungsgrenzeWest:  6 200West:  74 400West:  6 350West:  76 200
Ost:    5 400Ost:    64 800Ost:    5 700Ost:    68 400

Quelle: Bundes­ministerium für Arbeit und Soziales/Stiftung Warentest

Rentenerhöhung

2017 werden die Renten voraussichtlich um 1,4 bis 1,8 Prozent steigen – die endgültige Prozentzahl wird im Frühjahr 2017 bekannt. In der Tabelle die Rentenerhöhungen der vergangenen Jahre (einschließlich Nullrunden).

JahrWestOst
20000,600,60
20011,912,11
20022,162,89
20031,041,19
2004--
2005--
2006--
20070,540,54
20081,101,10
20092,413,38
2010--
20110,990,99
20122,182,26
20130,253,29
20141,672,53
20152,102,50
20164,255,95
20171,5e2,0e
e=erwartet

Garantiezins Versicherungen

Wer ab Januar 2017 eine klassische Lebensversicherung abschließt, bekommt weniger Garantiezins (Höchstrechnungszins). Er muss sich mit 0,9 Prozent (vorher 1,25) Prozent begnügen. Für Bestandskunden bleibt alles beim Alten.

ZeitraumGarantiezins in %
1942-863
1987-943.5
1994-004
2000-033.25
2004-062.75
2007-112.25
2012-141.75
2015-161.25
2017-0.9

Quelle: GDV

Der Garantiezins sinkt ab 2107 von bis dahin 1,25 auf 0,9 Prozent –  das ist der Zinssatz, den die Versicherer ihren Kunden maximal auf den Sparanteil zusagen dürfen, wobei der Sparanteil dem Versicherungsbeitrag entspricht, abzüglich der Kosten für Vertrieb, Verwaltung und Risikoschutz.

Ab Januar 2017 ändert sich der Besteuerungsanteil der Rente und der Rentenfreibetrag. Ab diesem Jahr müssen 74 Prozent der Rente versteuert werden. Der Rentenfreibetrag liegt bei 26 Prozent. Mehr dazu in der Tabelle:

Jahr des Vorgesehener steuerfreier 
RentenbeginnsBesteuerungsanteil*Beitragsanteil
20055050
20065250.41
20075450.87
20085651.4
20095851.98
20106052.59
20116253.25
20126453.96
20136654.7
20146855.46
20157056.28
20167257.17
20177458.01
20187658.95
20197859.95
20208061
20218162.09
20228263.37
20238364.52
20248465.83
20258567.2
20268668.62
20278770.04
20288871.43
20298972.8
20309074.15
20319175.49
20329276.79
20339378.04
20349479.25
20359580.43
20369681.57
20379782.67
20389883.74
20399984.78
204010085.82

Besteuerung von Lebensversicherungen

Dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zufolge ändert ab 2017 die Besteuerung von Lebensversicherungen, die nach 2004 einen entsprechenden Vertrag abgeschlossen haben. Kunden, „müssen die Differenz zwischen Versicherungsleistung und eingezahlten Beiträgen zur Hälfte mit ihrem individuellen Tarif versteuern; Voraussetzung dafür ist, dass sie zum Zeitpunkt der Auszahlung das 60. Lebensjahr vollendet haben und der Vertrag mindestens zwölf Jahre bestand. Letztere Bedingung ist erstmals erfüllt, so dass die 2004 beschlossene Regeländerung nun erstmals wirksam wird. Davon unberührt bleiben Einmalauszahlungen aus Versicherungen, die vor 2005 abgeschlossen wurden. Sie sind weiterhin steuerfrei. Ferner gelten für Rentenzahlungen abweichende Regeln: Sie werden unverändert mit dem Ertragsanteil versteuert, der vom Alter des Versicherten abhängt. Bei einem Kunden, der mit 60 Jahren erstmals eine Rente erhält, beträgt der Ertragsanteil beispielsweise 22 Prozent. Er gilt für die gesamte Dauer des Rentenbezugs“.

Grundfreibetrag erhöht sich

Ab 2017 erhöht sich der Grundfreibetrag von 8652 auf 8820 Euro – und um weitere 180 Euro auf 9000 im Jahr darauf. Das heißt, bis zu diesem Betrag bleibt das Existenzminimum steuerfrei, erst ab dann wird Einkommensteuer fällig.

Neues zur Riester-Rente

Ab 2017 soll die Produktinfo zur staatlich geförderten Altersvorsorge vereinheitlicht werden. Der neue Flyer enthält auf zwei Seiten die wichtigsten Angaben zu den Produkteigenschaften von Riester- oder Basis(Rürup)renten. Dazu gehören neben dem Chance-Risiko-Profil die Höhe der Effektivkosten, die erwartete Ablaufleistung beziehungsweise Rentenhöhe sowie die Kosten bei vorzeitiger Vertragsauflösung oder Anbieterwechsel. Darüber hinaus müssen die Anbieter Muster-Info-Blätter ausgeben, die einen Modellkunden zugrunde legen.

Betriebliche Altersvorsorge

Ab 2017 steigt der Teil des Gehalts, den der Arbeitgeber steuer- und abgabenfrei in eine Direktversicherung, Pensionskasse oder in einen Pensionsfonds investieren kann. Dieser Förder-Höchstbeitrag steigt 2017 von 2976 auf 3048 Euro pro Jahr. Vorsicht! Wenn die Direktversicherung ausgezahlt wird, wird sich doppel verbeitragt, das heißt, der spätere Rentner zahlt dann für die Direktversicherung sowohl den Arbeitgeber- wie den Arbeitnehmeranteil an die gesetzliche Krankenversicherung, die Direktversicherte regelrecht schröpft und die Rendite einer Direktversicherung zunichte macht.

Rürup-Rente

Wer eine Rürup-Rente abgeschlossen hat, kann ab 2017 mehr als Sonderausgaben geltend machen. Der steuerliche Höchstbetrag steigt von 22 767 auf 23 362 Euro. Parallel dazu lassen sich künftig 84 (82) Prozent der Beiträge steuerlich geltend machen. Das heißt, somit sind bis zu 19 624 (18 669) Euro als Sonderausgaben abzugsfähig.

Pflegeversicherung

Ab 2017 gibt es fünf statt wie bislang nur drei Pflegegrade in Kombination mit einem neuen Bewertungsmaßstab. Das gilt indes nur für neue Fälle. „ Bereits pflegebedürftige Versicherte genießen Bestandsschutz und erhalten gegenüber ihrer bisherigen Pflegestufe einen mindestens um eine Ebene höheren Pflegegrad“, so der GDV. Mit der Neuordnung steige zugleich das maximale Pflegegeld: in der ambulanten Pflege von monatlich 728 Euro (Pflegestufe 3) auf 901 Euro (Pflegegrad 5); bei vollstationärer Versorgung von 1.995 Euro (für Härtefälle in der Pflegestufe 3) auf 2.005 Euro (Pflegegrad 5). Um die Mehrleistungen finanzieren zu können, steigen die Beiträge, so der GDV. Für gesetzlich Versicherte klettere der Beitragssatz von 2,35 auf 2,55 Prozent (bei Kinderlosen von 2,6 auf 2,8 Prozent), gleichzeitig gehe die Beitragsbemessungsgrenze von monatlich 4237,50 auf 4350 Euro nach oben.

Strom

Der Staat greift Verbrauchern ab 2017 wieder einmal wieder tiefer in die Tasche, denn die sogenannte Ökostrom-Umlage(EEG) steigt von 6,35 Cent auf 6,88 Cent pro Kilowattstunde – das sind immerhin 8,3 Prozent. Viele Stromkonzerne werden also 2017 die Preise erhöhen. Wenn der Strompreis steigt, ist es Zeit, sich nach Alternativen umzusehen und den Anbieter zu wechseln.

Altersentlastungsbetrag

Der Altersentlastungsbetrag wird Steuerzahlern über 64 Jahren gewährt. Er sinkt jährlich – im kommenden Jahr auf 20,8 Prozent des Bruttolohns, höchstens aber 988 Euro.

Mindestlohn

Wer als Rentner – und natürlich alle anderen auch – Mindestlohn bekommt, darf sich ab Januar 2017 auf eine Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns um 34 Cent auf 8,84 Euro brutto pro Stunde freuen. Nur wenige Branchen, Minderjährige und Auszubildende sind von dieser Regelung ausgenommen. Übrigens, der Mindestlohn gilt auch für Minijobs. Es lohnt sich nachzurechnen, denn ab Januar 2017 kann ein Minijobber nur noch gut 50 Stunden pro Monat arbeiten, wenn der Mindestlohn von 8,84 Euro die Stunde gezahlt wird. Das ergibt dann 442 Euro – knapp unter der 450-Euro-Marke. Möglicherweise muss die Stundenzahl reduziert werden. Jeder Minijobber sollte insofern die Stundenzahl überprüfen. Wer die 450-Euro-Marke knackt, ist somit in einem sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis.

Höhere Hartz-IV-Sätze

Ab Januar 2017 steigen Leistungen für alle, die ihren Lebensunterhalt nicht selbst bestreiten können. Der Regelsatz für Alleinstehende erhöht sich von 404 Euro auf 409 Euro pro Monat.

Die Grundsicherung für Kinder zwischen 6 und 13 geht um 21 auf 291 Euro nach oben. Der Regelsatz für Kinder bis zu sechs Jahre liegt 2017 weiterhin bei 237 Euro im Monat. Jugendliche bis 18 Jahren bekommen vom Januar an 311 Euro.

Ein Feiertag mehr

Ach ja, noch eines ändert sich 2017 – die Zahl der Feiertage. Anlässlich des Luther-Jahres – vor 500 Jahre schlug Martin Luther seine 95 Thesen an die Eingangstür der Schlosskirche in Wittenberg – haben alle am Reformationstag, den 31. Oktober 2017, einen zusätzlichen Feiertag.

 

 

 

 




Wie lassen sich die Gesundheitskosten senken?

Das deutsche Gesundheitssystem ist insgesamt gar nicht so schlecht und gerade Senioren profitieren von einer guten medizinischen Versorgung. Tja, wären da nicht die exorbitanten Kosten für Medikamente beispielsweise. Wie lassen sich die Gesundheitskosten senken? Wie können sich Patienten wehren?

Krankenkassen mit speziellem Kick

Die gesetzlichen Krankenkassen konkurrieren miteinander, was sich für Verbraucher positiv in Form flexiblerer Angebote bemerkbar macht. So bieten viele Krankenkassen heute schon einen Bonus in Form von Rabatten, Rückzahlungen oder Sachprämien, wenn Mitglieder gesünder leben und das auch nachweisen können. Gesünder leben? Ja, das drückt sich beispielsweise darin aus, dass sie regelmäßig an Vorsorgeuntersuchungen und Kontrollen teilnehmen oder dass sie Mitglied sind in einem Sportverein oder ins Fitness-Studio gehen. Auch bei der Zuzahlung für Arzneimittel gehen Krankenkassen wie die Online-Krankenkasse AGIDA neue  Wege: So erhalten Mitglieder jährlich einen gewissen Kostenbonus, von dem Zuzahlungen abgezogen werden. Wer also nur einmal im Jahr ein rezeptpflichtiges Medikament braucht und fünf Euro zuzahlt, bekommt den Bonus von der Krankenkasse gutgeschrieben. Wer dagegen 20 Mal Medikamente kauft, hat seinen Bonus aufgebraucht. Das wirkt als Anreiz, beispielsweise die nächste Grippe mit Hausmitteln zu kurieren statt mit rezeptpflichtigen Medikamenten vom Arzt, die auch nicht besser helfen. Mit dem von der Krankenkasse zurückgezahlten Bonus lässt sich dann prima etwas Anderes anstellen.

Wie in der Apotheke sparen?

Bei rezeptpflichtigen Medikamenten gibt es am Preis nichts zu rütteln, da hier die Zuzahlungen festgelegt sind. Sparen lässt sich nur mit den oben beschriebenen Bonussystemen, bei denen nicht genutzte Guthaben erstattet werden. Bei Medikamenten ohne Rezept bieten sich jedoch gleich mehrere Sparmöglichkeiten. Wer häufiger Medikamente benötigt, kann beispielsweise die beliebten Versand-Apotheken nutzen. Eine Stichprobe der Stiftung Warentest ergab, dass sich bei bestimmten Medikamenten bis zu 40 Prozent sparen lässt. Kritisiert wird allerdings die mangelnde oder fehlerhafte Beratung im Internet. Die Versandapotheken lohnen sich also vor allem dann, wenn es sich um bereits bekannte Medikamente handelt, die regelmäßig gekauft werden.

Pillen im Ausland kaufen

Eine andere Möglichkeit ist es, Urlaubsreisen mit dem Kauf von Medikamenten zu verbinden. Viele in Deutschland apothekenpflichtige (und entsprechend) teure Alltagsmittel sind in anderen Ländern in jeder Drogerie deutlich billiger. Das gilt zum Beispiel für einfache Schmerzmittel wie Aspirin, Paracetamol und Ibuprofen oder leichte Mittel zur Behandlung von Erkältungen, Muskelschmerzen und Magenproblemen. Ein beliebtes Ziel für Menschen im Westen Deutschlands sind beispielsweise die Niederlande. Auch in den USA sind einfache Medikamente in Drogerien und Supermärkten problemlos zu weit niedrigeren Preisen erhältlich.

Bild: © istock.com/PeopleImages




Wie bleiben wir auch im Alter geistig fit?

Fit im Alter – das bezieht sich auf Körper und Geist. Wie bleiben wir auch im Alter geistig fit? Training, soziale Kontakte, neue Eindrücke – das ist die Erfolgsformel für ein gutes Gedächtnis bis ins hohe Alter. Unser Gehirn ist im Alter zwar nicht mehr ganz so plastisch, wenn wir unseren Denkapparat ständig fordern, bilden sich jedoch auch in der dritten Lebensphase neue Synapsen, sprich Verbindungen zwischen den Nervenzellen.

(Vor)Ruhestands- und Übergangscoach Wolfgang Schiele beschäftigt sich intensiv mit dem Thema. Hier die Gedanke des Experten für die 50plus-Generation in punkto geistige Fitness im Alter:

Es ist kein Geheimnis – wir werden alle älter. Pro Jahr, so Wissenschaftler, gewinnen wir sechs Wochen Lebenszeit hinzu! 2040 werden die Menschen bereits eine Lebenserwartung um die hundert Jahre haben. Was wir für unsere körperliche Mobilität und Gesunderhaltung tun können, lesen wir tagtäglich in den Medien und werden überhäuft mit Ratschlägen der Ernährungs- und Fitnessgurus.

Tipps für die geistige Fitness

Wie aber lautet der Rat für die geistige Fitness? Unbestritten ist, dass mit fortschreitendem Alter Nervenzellen absterben und unser Arbeitsgedächtnis in seiner Schnelligkeit und Merkfähigkeit nachlässt. Doch unser Gehirn hat einige Reserven auf Lager.

Das schwindende Denkvermögen lässt sich durchaus ausgleichen. Zum einen tut das Gehirn seinen Teil: Es schaltet beispielsweise bisher nicht genutzte hintere Hirnregionen zur Unterstützung des Stirnhirns bei Konzentrationsaufgaben ein, erhöht zum Ausgleich für die sich reduzierende Gehirnmasse die Aktivität der verbliebenen Neuronen oder nutzt vermehrt die Kapazitäten beider Gehirnhälften. Zum anderen können wir selbst aktiv am Erhalt unserer geistigen Fitness arbeiten. Denn es gibt einen Zusammenhang zwischen körperlicher Betätigung und der geistiger Flexibilität und Kreativität. Das wissen die wenigsten von uns. Biochemiker und Neurobiologen haben herausgefunden, dass aktivierte Muskeln Stoffe freisetzen, die ins Blut gelangen und im Gehirn zur Ausschüttung von BDNF (Brain-Derived Neurotrophic Factor) führen – eines Stoffs, der als Nervenwachstumsfaktor wirkt und nicht nur das Überleben von Nervenzellen sichert, sondern auch neue Möglichkeiten ihrer Verknüpfung fördert. Und vielleicht auch demenzhemmend wirkt.

Mit 75 noch chinesisch lernen

Wenn es uns dann noch gelingt, unser Gehirn in der geeigneten Weise „ständig zu fordern, so dass es weh tut“, wie es Professor Gerhard Roth, einer der führenden deutschen Neurowissenschaftler formuliert, dann könnten wir auch noch mit 75 Jahren beispielsweise die chinesische Sprache erlernen.

Noch einmal staunen wie ein Kind

Alles, was wir dazu brauchen, sind ein paar Zutaten: Neugier, Wissensdurst und herausfordernde (Alters)Aufgaben. Sich dem Unbekannten stellen und noch einmal staunen wie ein Kind. Sich mit Hingabe einem Hobby widmen und auch Anstrengungen nicht scheuen. Sich um die Entspannung im Kopf genauso sorgen wie für die Lust am Denken.

Mehr Mut zur Veränderung

Roth formuliert es in „GEOkompakt“ folgendermaßen: „Alle Ärzte, alle Experten raten – fange früh genug an, dich mit der Frage zu beschäftigen, was du machen kannst und willst, wenn du mit 65 in Rente gehst. Doch hierzulande trauen sich zu viele Menschen schon während ihrer Berufsjahre nichts Neues mehr zu.“

Übrigens, Schiele nimmt Sie gern mit auf den Weg zu lebenslanger, geistiger Fitness, damit Sie nicht zu den Menschen gehören, die den Herausforderungen ausweichen. Er findet mit Ihnen heraus, worin Ihre späte Ziele bestehen und wie Sie sie umsetzen können.

Wolfgang Schiele ist Coach für Menschen im Veränderungsprozess vom Beruf in den Ruhestand und über seine Seite Coachingfiftyplus.de zu erreichen.