Fit bleiben – auch mental. So funktioniert’s

Fitness ist einer der Trends, die tatsächlich sinnvoll sind – wer fit ist und in Bewegung bleibt, lebt nachweislich gesünder. Oft wird bei aller körperlichen Ertüchtigung aber die mentale Komponente vernachlässigt. Das ist mehr als fahrlässig, denn schließlich ist die geistige Gesundheit mindestens genauso wertvoll.

Körper und Geist

Gehirntraining unterscheidet sich dabei im Grunde gar nicht so sehr von körperlichem Training; so wie bei einem untrainierten und wenig beanspruchten Körper Muskelkraft und Ausdauer immer mehr nachlassen, verliert das Gehirn an Leistungsfähigkeit, wenn es nicht genügend gefordert wird. Hinzu kommt, dass mit zunehmendem Alter die allgemeine Gehirn- und Gedächtnisperformance sowieso nachlässt – ein ganz normaler Vorgang, ähnlich dem altersbedingten körperlichen „Verschleiß“. Was viele nicht wissen: Der Gipfel der geistigen Leistungsfähigkeit ist mit spätestens 25 Jahren erreicht, danach lässt sie langsam, aber stetig nach.

Abhilfe schaffen Maßnahmen wie eine gesunde Lebensweise – genauso wichtig ist es aber, auch im fortgeschrittenen Alter weiterhin soziale Kontakte zu pflegen und intellektuell aktiv zu sein. Das Schöne an letzteren Anforderungen ist, dass sie im wahrsten Sinne des Wortes spielend erfüllt werden können.

Spielend fit

Geistige Fitness kann man sehr effizient beim Spielen trainieren. Gerade komplexe Spiele wie Schach, die ein hohes Abstraktionsvermögen verlangen, sind hervorragend geeignet. Kartenspiele wie Skat oder Doppelkopf regen die grauen Zellen mit ihrem Anforderungsmix aus Regelkenntnis, Aufmerksamkeit und Taktik ebenfalls gut an und sind außerdem noch gesellig. Und auch simple Spiele wie Memory haben einen positiven Effekt.

Gehirntraining funktioniert aber auch als Solist(in): Kreuzworträtsel und Sudoku halten den Kopf auf Trab. Damit sich ein nachhaltiger Trainingseffekt erzielen lässt, ist aber Abwechslung das höchste Gebot. Denn wer zum Beispiel ausschließlich Sudokus löst, wird darin zwar immer besser, fordert sich aber auch immer weniger, und gerade dieses „gefordert sein“ ist essenziell. Wer nach neuen und unbekannten Spielen sucht, findet im Netz ein großes Angebot an kostenfrei spielbaren Denkspielen, bei denen vermutlich viele immer neuen Herausforderungen begegnen – für Abwechslung ist also gesorgt.

Auf diese Weise tut auch die 60plus-Generation spielend etwas für ihre geistige Gesundheit, und ganz nebenbei sie einem eventuell drohenden Bore-Out ein Schnippchen – denn wer sich mental anstrengt und mit anderen misst, hat gar keine Zeit, sich zu langweilen.

Bild: Flickr 309 grotos CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten




Wie die Autobranche unsere Gesundheit ruiniert

Offensichtlich nimmt es die Autobranche nicht sonderlich ernst mit dem Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit, die in Artikel zwei des Grundgesetzes verankert ist. Wie anders ließe sich sonst erklären, dass ihre Dieselfahrzeuge ein Vielfaches an Stickoxide hinauspusten wie erlaubt? Und wenn sich die Geschädigten wehren, werden sie hingehalten oder gar noch angefeindet. Und so ruiniert die Autobranche unsere Gesundheit.

Diesel-Gipfel am 2. August

Aber der Reihe nach: Am Mittwoch, den 2. August treffen sich in Berlin mehrere Minister, darunter Verkehrsminister Alexander Dobrindt und Umweltministerin Barbara Hendricks mit den Chefs von VW, Audi, Porsche, BMW, Ford und Opel sowie dem Verband der Automobilindustrie (VDA). Teilnehmer des „Nationalen Forums Diesel“ sind ferner der Deutsche Städtetag, die IG Metall und die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA). Eingeladen sind die Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Es fehlen Verbraucherschützer wie die Bundes Umwelthilfe oder der Bund Naturschutz.

Kein Verbraucherschützer beim Diesel-Gipfel

Die Teilnehmerliste sagt schon alles – die Mehrheit vertrat und vertritt die Meinung, das Eigentumsrecht der Autofahrer hat Vorrang vor dem Recht auf saubere Luft. Dabei müsste es genau umgekehrt sein, wie im Grundgesetz verankert. Warum reden wir nicht über „Rad statt Auto“. Der britische „The Guardian“ hat das Thema angestoßen und titelt „Swapping cars for bikes, not diesel for electric, is the best route to clean air“ (Der Tausch von Autos gegen Fahrräder ist der beste Weg zu sauberer Luft – nicht Diesel gegen Elektro). Wie wenig Räder im Alltag genutzt werden, lasse sich an Zahlen ablesen. So seien 2015 nur zwei Prozent der Wege in England mit dem Rad zurückgelegt worden, obwohl die durchschnittliche Länge jeder Fahrt lediglich sieben Meilen betragen habe. Der Wechsel zum Rad könnte nicht nur die Luftverschmutzung reduzieren, sondern auch andere Probleme wie Staus lösen.

Was sich die Kritiker einfielen ließen

 

Eben, weil dieser Diesel-Gipfel mehrheitlich von Vertretern der Industrie dominiert wird, sollte keiner allzu viel erwarten. Die Belange der belasteten Bürger wurden schon jahrelang hintangestellt, Klagen abgewiesen oder verschleppt.

Diesel dreckiger als erlaubt

Dabei ist mittlerweile längst bewiesen, dass Diesel-Fahrzeuge im Alltag deutlich mehr Stickoxide und Feinstaub emittieren als die vorgeschrieben. Der Diesel ist eine Mogelpackung. Die Folgen müssen alles tragen – nein, einatmen. Die Luft in den Ballungsräumen ist weit stärker belastet als zulässig. Wenn denn die Diesel so sauber wären, dürfte das nicht sein – es ist aber so.

Warum kocht das Thema gerade jetzt hoch? Die Grenzwerte für die gesundheitsgefährdenden Stickoxide werden schon seit Jahren regelmäßig überschritten. Der Druck kommt von außen, denn die Europäische Kommission hat ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland eingeleitet. Zudem hat der Druck der Umweltschutzverbände vor Verwaltungsgerichten zugenommen. Fahrverbote liegen nach jahrelangen Gerichtsverfahren jetzt in greifbarer Nähe. Fahrverbote drohen in Stuttgart, München und Hamburg.

Jetzt führt Ford auch noch die deutsche Autoindustrie vor“, wie die „Welt“ schreibt. Wer ein Fahrzeug mit Dieselmotoren der Euro-Normen 1 bis 3, die bis zum Jahr 2006 zugelassen worden sind, abgebe, solle je nach Modell zwischen 2000 und 8000 Euro „Umweltbonus“ erhalten. Der Kunde müsse jedoch einen neuen Ford kaufen. Pfiffig und werbewirksam. „Wir atmen alle die gleiche Luft, deshalb teilen wir die Bedenken bezüglich der Luftqualität in den Stadtgebieten und glauben, dass das Paket, das wir heute ankündigen, einen bedeutenden Beitrag zur Verbesserung der Situation leisten kann“, so der Deutschland-Vize von Ford Wolfgang Kopplin über die Aktion. „Über die Weiterentwicklung unserer Fahrzeuge hinaus sind wir davon überzeugt, dass die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Städten und Kommunen und echte Innovationen die Luftqualität entscheidend verbessern können – auch kurzfristig“, so Kopplin.

Jetzt zwingt der Markt auch VW und seine Töchter zu Zugeständnissen. „Volkswagen bietet Besitzern von älteren Diesel-Autos einen Rabatt“, so das „Handelsblatt“. Die so genannte Umweltprämie solle beim Kauf eines neuen Golf 5000 Euro betragen. Das kommt einer Abwrackprämie für Diesel-Fahrzeuge gleicht. Das „Handelsblatt“ rät jedoch, das Kleingedruckte zu lesen.

Die Autohersteller haben getrickst und getäuscht und betrogen – und sie haben damit nicht aufgehört. Sie hoffen, auch in Zukunft die Lungen der Menschen weiter ungestraft belasten zu dürfen. Vielleicht hilft die Aktion von Ford, dass einige umdenken. Bei BMW hat der Vorstoß der Konkurrenz offensichtlich schon gewirkt: „BMW kündigte eine ‚Umweltprämie‘ von bis zu 2000 Euro an für Kunden mit einem Dieselfahrzeug mit Euro-4-Abgasnorm oder älter; Bedingung ist demnach der Erwerb eines BMW-Elektroautos i3, eines Plug-in-Hybrids oder eines Dieselwagens mit der Euro 6-Norm; die Aktion soll bis Ende 2017 laufen“, schreibt die „Süddeutsche Zeitung“.

Der Staat als oberster Kontrolleur hat jahrzehntelang weggeschaut und die Autohersteller in ihrem Unrecht bestärkt. Erst Messungen der Deutschen Umwelthilfe (DUH) ließen die Betrügereien auffliegen – und natürlich die USA: Im September 2015 deckte die US-Umweltbehörde EPA die illegalen Abschalteinrichtungen in Motorsteuerungen bei Diesel-Fahrzeugen von Volkswagen auf. VW hatte per Software den Motor so gesteuert, dass er im Labor die Abgasnormen erfüllt, aber nicht auf der Straße. Diese VW-Modelle wurden – und werden – aber nicht nur in den USA verkauft, sondern auch hierzulande. Amerika hat sich gegen diesen Betrug gewehrt, Deutschland nimmt ihn hin.

Kontrolleure schauen weg

Das Kraftfahrtbundesamt hat einfach weggesehen, statt seine Pflicht zu erfüllen und die Fahrzeuge aus dem Verkehr zu ziehen. Selbst moderne Diesel-Fahrzeuge, die der Euro-6-Norm sind Dreckschleudern, wie die DUH in Tests belegt. Im Sommer lagen die Stickoxidemissionen bei mobilen Messungen teils neunfach über dem Grenzwert von Euro 6, im Winter sogar 17,2-fach darüber. Aber dieses Abgas atmen wir alle ein – und das wird in der Diskussion um Euronorm und Grenzwerte geflissentlich übergangen.

Der Protest wird lauter und ist nicht mehr so leicht zu überhören. Stefan Stahl von der „Augsburger Allgemeinen“ bringt es auf den Punkt:

Eigentlich ist das eine Selbstverständlichkeit: Die Luft sollte in einer Stadt so sauber sein, wie es der Gesetzgeber vorschreibt. Doch in Stuttgart und München ist dies an bestimmten Straßen nicht der Fall. Die Politiker wissen das seit Jahren – und schauen weg. Der Glaube muss vorgeherrscht haben, es werde alles so weitergehen in der Auto-Republik Deutschland. Doch dann fühlte sich VW unverwundbar und glaubte sich mit manipulierten Dieselfahrzeugen selbst in den USA durchmogeln zu können. Was für eine unglaubliche Dummheit!

Die DUH formuliert es etwas härter: „Diesel-Abgase töten!“ Alle Verkehrsminister in dieser Zeit haben nur die Schultern gehoben und der Autobranche ansonsten freie Hand gelassen. Erst als der Skandal 2015 von der amerikanischen Umweltbehörde aufgedeckt wurde, wurde auch Dobrindt aus seinem Schlaf gerissen.

Gewinn wichtiger als Gesundheit

Ohne auf die Details einzugehen, lässt sich doch sagen, dass den Autokonzernen der Gewinn wichtiger war als die Gesundheit von Menschen. Die Branche wiegelt ab und verharmlost. Auf Dauer wird das aber nicht funktionieren. Es braucht jedoch eine andere Verkehrspolitik. Wann begreifen die Automanager, dass sie umdenken müssen – falls nicht, werden sie dazu gezwungen. Die Folgen des Einfach-weiter-so wären weit schlimmer.

Aber, der Diesel-Gipfel am Mittwoch dürfte vermutlich kaum einen Wendepunkt markieren, darauf lässt schon allein die Liste der Eingeladenen schließen. Die Runde wird vor allem versuchen, Fahrverbote zu vermeiden. Also, Augen zu und durch – auf Kosten der Bürger. Tatsächlich haben sich die Beteiligten auf ein Software-Update geeinigt. Das ist der kleinster gemeinsame Nenner und hilft der Umwelt nicht weiter. Diesel-Fahrzeuge werden also weiter unsere Atemluft verpesten. „Die 5,3 Millionen Dieselautos in Deutschland sollen mit einer neuen Software weniger Schadstoffe ausstoßen“, schreibt die „Welt“. Umweltschützer und Experten halten das, so die „Süddeutsche Zeitung“ allerdings für Augenwischerei. „Ein Software-Update bringt gar nichts“, zitiert sie etwa Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen.

Was die Diesel-Gipfel-Besteiger versprechen – das Video zum Gipfel

Foto: Rueter/DUH




Warum Wandern das ideale Hobby ist

55 ist einfach das beste Alter, oder? Die meisten sind mit 55 Jahren – und darüber – noch gesund und fit, beruflich läuft es rund, die Kinder sind aus dem Haus. Es bleibt mehr freie Zeit für sich und seine Interessen. Viele müssen auch nicht mehr jeden Euro zweimal umdrehen.

Was damit anstellen? Briefmarken sammeln war gestern, heute rückt das Thema Gesundheit in den Vordergrund.

Wandern als ideales Hobby

Der Generation 55plus geht es nicht mehr um den Nervenkitzel oder darum zu testen, wer der Beste und der Stärkste ist, sondern Entspannung, gesundheitsbewusste Erholung und auch Genuss stehen im Vordergrund. Dafür ist kaum etwas anderes besser geeignet als Wandern.

Wandern als Volkssport?

Die richtige Wanderausrüstung

Ganz ohne Equipment, wie Ausrüstung auf neudeutsch so schön heißt, geht es auch beim Wandern nicht. Trotzdem hält sich die Zahl der Gegenstände in Grenzen – außer jemand will über die Alpen zu Fuß wandern.

Wer zu Fuß unterwegs ist, merkt schnell, das viel Gepäck hinderlich ist – es verbietet sich von selbst, viel Gepäck mitzunehmen. Unbedingt notwendig sind eigentlich nur:

  • bequemes, festes Schuhwerk
  • geeignete Kleidung
  • Regenschutz
  • Rucksack
  • Trinkflasche
  • Handy für Notfälle
  • eventuell Wanderstock

Deutschlands schönsten Wanderstrecken

Deutschland ist für das Wandern wie geschaffen. Es gibt kaum ein anderes Land mit so einer Vielfalt von Landschaften, Sitten, Kulturen und Traditionen auf so engem Raum. Von Friesland im Norden zu den Alpen im Süden, dem Rheintal im Westen bis zum Spreewald im Osten, Deutschland hat Wanderern viele Landschaften zu bieten.

  1. Der Goldsteig

Der Wanderweg ist mit mehr als 650 Kilometern Länge der längste zertifizierte Qualitätswanderweg Deutschlands. Er führt von Marktredwitz bis Passau und verbindet den Oberpfälzer mit dem Bayerischen Wald. Der Weg führt streckenweise auf mehr als 1.000 Metern Höhe entlang. Teilstrecken des Goldsteigs sind auch für Anfänger geeignet.

  1. Der Heidschnuckenweg

Der Wanderweg nimmt seinen Anfang in Hamburg-Fischbeck und schlängelt sich in vielen Windungen mitten durch die Lüneburger Heide. Die Endstation ist die Residenzstadt Celle. Der Heidschnuckenweg ist über 200 Kilometer lang und eignet sich auch für Anfänger. Der höchste Punkt liegt gerade einmal 169 Meter über dem Meeresspiegel.

  1. Harzer Hexenstieg

Der Harzer Hexenstieg ist zwar „nur“ hundert Kilometer lang, führt aber durch die herrliche Landschaft des Harzes, Deutschlands nördlichstes Mittelgebirge. Der höchste Punkt führt über den 1141 Meter hohen Brocken, den höchsten Berg Mitteldeutschlands. Beim Wandern durchquert der Naturliebhaber auch den Nationalpark Harz.

  1. Rennsteig

Der Rennsteig ist Deutschlands ältester und bekanntester Fernwanderweg. Er gehört auch zu den meist frequentierten und wird jährlich von etwa 100 000 Wanderern begangen. Der Rennsteig erstreckt sich über 170 Kilometer und nimmt seinen Anfang in Eisenach, wo sich auf der Wartburg der Reformator Martin Luther einige Zeit aufhielt. Er führt über den Kamm des Thüringer Walds, des Thüringer Schiefergebirges und des Frankenwalds und endet in Blankenstein an der Saale. Der Rennsteig ist ein historischer Grenzweg, der bereits im 14. Jahrhundert erstmals erwähnt wurde.

In der Ruhe liegt die Kraft

Wandern ist kein Leistungssport, sondern eine schöne und gesunde Freizeitbeschäftigung. Zum Wandern eignen sich nicht nur die bekannten Fernwanderwege. In und um fast jeden Ort finden sich gut markierte Wege, die zur Erkundung der Umgebung einladen. Sogar im Ruhrgebiet oder in Berlin gibt es schöne Fleckchen Natur oder geschichtlich interessante Wanderwege. Wichtig ist, dass Wandern Spaß macht. Am besten wandert es sich übrigens in Gesellschaft, mit der Familie, dem Ehepartner oder Freunden und Kollegen.


Max und Tanja berichten mit einem Augenzwinkern auf Ihrem Blog SurvivalMesserGuide.de über die Freuden des Outdoorlebensstils und ihre Leidenschaft für Outdoormesser. Von ihnen stammt auch dieser Gastbeitrag.




Was wirklich in die Hausapotheke gehört

Eine Hausapotheke darf in keinem Haushalt fehlen. Was gehört hinein? Wo sollte sie hängen oder stehen? Was ist sonst noch zu beachten? Die besten Tipps – plus Checkliste für den Hausgebrauch.

Schnittwunden, Halskratzen, Kopfschmerzen – mit einer gut sortierten Hausapotheke lassen sich kleine Wehwehchen selbst behandeln. Manchmal muss es zudem schnell gehen. Wer will schon mit einer blutenden Wunde erst zur Apotheke laufen, ganz abgesehen davon, dass die ja nicht immer offen hat. Auch bei Kopfschmerzen oder Halskratzen ist jeder froh, einfach in seinen Fundus an Medikamenten greifen zu können, um diese Malaisen zu behandeln.

Die meisten Deutschen haben vermutlich eine Hausapotheke. Aber mal ehrlich, wie viele wissen schon, ab das wichtigste enthalten ist. Oft fristet die Hausapotheke ein trauriges Dasein – versteckt in einer Ecke im Bad oder in der Abstellkammer. Nicht selten sammeln sich längst abgelaufene Pillen, Tropfen und Salben an oder Medikamente, von denen keiner mehr weiß, wofür sie einmal verschrieben wurden.

Wohin gehört die Hausapotheke?

Aber der Reihe nach. Wo sollte die Hausapotheke stehen oder hängen sein? Ideal ist natürlich ein kühler, trockener Raum. Das kann das Home-Office sein, die Diele oder das Schlafzimmer. Küche oder Bad taugen nicht als Ort für Hausapotheken. Medikamente mögen keine hohe Luftfeuchtigkeit.

Wie sieht die Hausapotheke aus?

Wie sollte die Hausapotheke aussehen? Ideal ist ein eigenes Schränkchen – warum denn nicht mal etwas investieren. Mit weißem Korpus und Milchglasscheibe kann sogar eine Hausapotheke etwas hermachen. Wenn das Schränkchen dann noch in Augenhöhe hängt, erleichtert das die Orientierung.

Was gehört hinein?

Jetzt zur Frage, was wirklich in eine Hausapotheke gehört. Natürlich unbedingt Verbandmaterial – und Arzneimittel sowie ein Fieberthermometer. Aber der Reihe nach:

Checkliste

  • Wundpflaster
  • Mull-Kompressen
  • Verbandspäckchen
  • Heftpflaster
  • Blasenpflaster
  • Dreiecktuch
  • Einweghandschuhe
  • Verbandsschere – und klammern
  • Pinzette
  • Fieberthermometer
  • Kühlpacks (die gehören ins Gefrierfach)
  • Schmerzmittel (Ibuprofen, Acetylsalicylsäure beispielsweise)
  • Erkältungsmittel
  • Halstabletten oder -lutschpastillen
  • Durchfallmedikamente
  • Wunddesinfektionsmittel (Spray und Salbe)
  • Mittel gegen Mückenstiche
  • Mittel gegen Lippenherpes
  • Rheuma- und Schmerzsalbe
  • Augentropfen
  • Hirschtalgstift
  • Erste-Hilfe-Anleitung

Wer auf Homöopathie schwört, legt sich am besten ein Set mit wichtigsten Mittel zurecht – am besten in Form von Kügelchen (Globuli). Es gibt Etui mit den 50 oder 60 wichtigsten Mitteln plus eines Führers „Homöopathie für den Hausgebrauch“.

Wer das Thema Hausapotheke ernst nimmt, überprüft auch deren Inhalt regelmäßig – mindestens einmal im Jahr. Also, einmal kurz auf das Verfallsdatum schauen – was abgelaufen ist, gehört ersetzt. Wenn Verpackungen angebrochen sind, gehören sie ebenfalls entsorgt. Wenn Salben und Cremes geöffnet wurden, gilt es ebenfalls, sie zu ersetzen. Gerade eine Salbe gegen Lippenherpes schadet dann mehr als sie nützt, weil sich Bakterien ansiedeln. Wie sieht es mit den Beipackzetteln aus? Liegen sie der Verpackung bei? Medikamente sollten in der Originalverpackung aufbewahrt werden. Wer seine verschreibungspflichtigen Arzneimittel in der Hausapotheke lagert, sollte sie nach der akuten Behandlung wieder entfernen.

Aber selbst Verbandsmaterial hält nicht ewig. Wenn Binden und Kompressen schon seit Jahren in der Hausapotheke schlummern, ist es besser, sie auszutauschen. Funktioniert das Fieberthermometer noch? Wenn nein, besser Batterie ersetzen.

Ist alles noch komplett?

Ganz wichtig, ist die Hausapotheke noch komplett? Wenn nein, dann besser möglichst bald auffüllen. Schließlich soll die Hausapotheke ja parat sein, wenn wir sie nötig haben.

… und wenn mal gerade das richtige Medikament fehlt und es ist Not am Mann, dann hilft die Notdienst-Apotheke.  Zu finden ist die beispielsweise in Bayern auf der Seite der Bayerischen Landesapothekerkammer oder der „Apotheken-Umschau“.

Was in den Urlaub mitnehmen?

Was gehört ins Reisegepäck? Klar, wer in exotische Länder fliegt, denkt sicher an die nötigen Impfungen, aber denkt er auch an seine Reiseapotheke? Was gehört in die Reiseapotheke?

  • Schmerzmittel
  • etwas gegen Juckreiz
  • Mückenschutz
  • Sonnenschutz
  • Durchfallmittel
  • Mittel gegen Reisekrankheit
  • Verbandsmaterial
  • Desinfektionsmittel

… und natürlich die Medikamente gegen akute und chronische Krankheiten

 

 




Wirkt Cannabis auch gegen Demenz?

Seit Cannabis kürzlich von der Bundesregierung unter bestimmten Voraussetzungen zu medizinischen Zwecken freigegeben wurde, bekommt die vor allem als berauschende Droge bekannte Pflanze noch mehr mediale und wissenschaftliche Aufmerksamkeit in Deutschland. Schon seit Jahren untersuchen Forscher aus Bonn den Wirkstoff Tetrahydrocannabinol (THC) und seinen Effekt auf den Alterungsprozess des Gehirns an Mäusen – jetzt präsentierten sie ihre erstaunlichen Erkenntnisse.

Erfolge bei Mäusen

Seit 15 Jahren erforschen Wissenschaftler aus Bonn, wie Cannabis auf Mäuse wirkt. Unter anderem verabreichten sie alten Mäusen (THC), das neben Cannabidiol (CBD) zu den wichtigsten Wirkstoffen von Cannabis zählt. Während es sich beim letzteren Wirkstoff um eine „nicht-psychoaktive Verbindung“ handelt, wie etwa hier nachzulesen ist, sorgt THC für die berauschende Wirkung, die der Konsum von Cannabis hat. Letzteren Stoff haben die Bonner Forscher nun in geringen Mengen alten Mäusen verabreicht – mit erstaunlichen Erkenntnissen: Wie das Handelsblatt berichtet, sollen sich eineinhalb Jahre alte Mäuse plötzlich wie junge Tiere verhalten und eine wesentlich bessere Lern- und Gedächtnisleistung aufgewiesen haben als vergleichbare Tiere, die nicht mit dem Wirkstoff behandelt wurden.

Cannabis bei Demenz?

Eine klinische Studie soll jetzt zeigen, ob sich dieser Effekt auch bei Menschen erzielen lässt. Die Forscher sind optimistisch und berufen sich auf vergangene Studien zur Wirkweise von Cannabis: „In diesem Zusammenhang wissen wir, dass praktisch alles, was in der Maus funktioniert, auch im Menschen funktioniert. Von daher bin ich vorsichtig optimistisch, dass die Ergebnisse vielleicht übertragbar sind“, erklärt der Neurowissenschaftler Andreas Zimmer dem „Handelsblatt“. Erste Hinweise darauf erhielten die Forscher bereits aus Israel. Dort wird Cannabis schon seit den 90er-Jahren ganz selbstverständlich zu therapeutischen Zwecken verschrieben – rund 25 000 Israelis erhalten dort jährlich ein entsprechendes Rezept, unter anderem als Schmerzmittel bei schweren chronischen Krankheiten oder bei Appetitlosigkeit. So auch einige Bewohner eines Altenheims: Sie bekamen die Medikamente zur Behandlung von Appetitlosigkeit und gegen Schlafstörungen. „Viele darunter waren daraufhin auch geistig wesentlich reger“, erläutert Andreas Zimmer.

Cannbis auf Rezept?

Da Cannabis seit dem Inkrafttreten des neuen Gesetzes am 10. März 2017 inzwischen auch in Deutschland als Arzneimittel für Schwerkranke freigegeben ist, steigt die Akzeptanz von cannabisbasierten Medikamenten. Die Hürden, ein entsprechendes Rezept zu bekommen, sind teilweise gesunken. Hierzulande wird eine staatliche Cannabisagentur künftig den Anbau, die Ernte, Verarbeitung und die Kooperation mit Ärzten und Apothekern überwachen, da der eigenständige Anbau und der Konsum zu Genusszwecken in Deutschland vorerst weiterhin illegal bleiben werden. Auch die Bonner Forscher treten nicht dafür ein, dass unkontrolliert Hanf verkauft werden sollte. Vielmehr soll auf Basis ihrer Erkenntnisse ein neues Medikament für eine kontrollierte Einnahme entwickelt werden. Wann es so weit sein wird, bleibt abzuwarten. Noch längst sind nicht alle Wirkweisen von THC und CBD hinlänglich erforscht, weswegen Patienten derzeit an einer Begleitstudie teilnehmen.

Bild: Flickr IMG_3176 MarihuanayMedicina CC BY-SA 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten




Altwerden in den eigenen vier Wänden – so funktioniert’s

Über das Altwerden denken die meisten Menschen nur ungern nach. Sollten sie aber, denn die Bevölkerung altert stetig. Oft bedeutet das Angst vor abnehmender Mobilität: Bestimmte Tätigkeiten fallen schwerer, und Treppenstufen werden plötzlich zum Hindernis. Um sich nach wie vor wohl zu fühlen, kann ein Umbau helfen – und jeder kann bis ins hohe Alter in der gewohnten Umgebung bleiben.

Barrierefreies Bad heißt modernisieren

Das Badezimmer steht häufig im Fokus einer altersgerechten Anpassung – neben stufenlosen Zugängen zur Eingangstür, Treppenlifte in mehrstöckigen Wohnungen oder Häusern und einer besseren Beleuchtung des gesamten Wohnraums. Barrierefreie Bäder sind längst als moderner Mehrwert des Wohnraums zu verstehen – so entsteht erst gar nicht der Eindruck von Sterilität wie bei einem Pflegeheim. Vielmehr ist das Gegenteil der Fall, wie ein Blick in Hotels oder Neubauten belegt. Dort erfüllen barrierefreie oder barrierearme Bauweisen nicht nur die Standards des Bundes, sondern beeindrucken auch mit zeitgemäßem Design. Wer Informationen zu den erwähnten Standards sucht, wird im Leitfaden für barrierefreies Bauen des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit fündig.

Heute schon an morgen denken

Wer heute schon an morgen denkt, spart doppelt Kosten beim Umbau. Einige Beispiele zeigen, wie sich die Basis schaffen lässt, um in Zukunft Kosten zu sparen und frühzeitig Gefahrenquellen im Haushalt zu erkennen und zu umgehen:

    • „Duschen sollten möglichst ebenerdig gefliest und bodengleich sein, oder, falls das nicht möglich ist, einen maximal zwei Zentimeter hohen Einstiegsrand haben.“, rät die Aktion „Das sichere Haus“. Der gemeinnützige Verein, der sich unter anderem mit Unfallprävention beschäftigt, bietet viele weiterführende Informationen rund ums Thema. Sogenannte Walk-in Duschen, sprich Duschen mit schwellenlosen oder bodengleichen Einstieg, bieten die nötige Sicherheit und sind in diversen Ausführungen und für jeden Geschmack erhältlich. Sturzbedingten Verletzungen wird damit vorgebeugt. Rutschhemmende Bodenbeläge geben zusätzlichen Halt.
    • Oft unterschätzen Renovierungswillige den Bedarf an Freifläche zwischen den einzelnen Sanitärobjekten; manchmal erweisen sich die baulichen Gegebenheiten als problematisch. Um die Toilette herum zum Beispiel ist Bewegungsfreiraum besonders wichtig. Außerdem gilt es zu beachten, dass die Sitzhöhe mit etwa 46 bis 48 Zentimetern hoch genug ist, damit Senioren mühelos aufstehen können. Selbst in kleineren Badezimmern sollten rechts und links neben der Toilette Stützklappgriffe installiert sein – kein Problem, sie auch später kostengünstig nachzurüsten, sofern der Platz ausreicht. Bei zusätzlichen Einschränkungen durch einen Rollstuhl sind etwa 90 Zentimeter Bewegungsfreifläche zu einer Seite nötig, sowie eine Fläche von 150 mal 150 Zentimetern davor.
    • Wichtig ist außerdem, dass rings um das Waschbecken genügend Ablagefläche vorhanden ist, um Wasch- und Kosmetikutensilien ablegen zu können. Um vor dem Waschtisch sitzen zu können, sind diese in einer Einbauhöhe von 80 bis 85 Zentimetern zu montieren. Eine Unterputzlösung des Siphons verhindert, dass man sich die Knie stößt. Ein Flachaufputzsiphon stellt eine kostengünstige Alternative dar.

Handelt es sich nicht um einen umfangreicheren Hausumbau, sondern lediglich um die altersgerechte Anpassung des Badezimmers, ist es nicht notwendig, Architektenbüros zu beauftragen. Dann sind spezialisierte Handwerksbetriebe der richtige Ansprechpartner.

Foto: Flickr DAVINCI_BVM_LO_12 DAVINCI Haus




Die 10 besten Tipps für ein langes, gesundes Leben

Was ist das Geheimnis eines langen und gesunden Lebens? Wer sollte das besser wissen als die Älteren unter uns. Was haben sie gemeinsam – und wie können Andere davon profitieren? Die zehn besten Tipps für ein langes und gesundes Leben.

„Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an, mit 66 Jahren, da hat man Spaß daran …“ – wer kennt das Lied von Udo Jürgens nicht. Aber wer mit 66 Jahren erst in Schuss kommt, für den ist dann auch schon Schluss. Wer alt werden will, muss früh anfangen – und nicht erst mit 66. Warum aber bleiben einige auch im Alter geistig und körperlich fit und andere nicht? Wie ticken Superager?

Öfter mal das Gehirn fordern

Lisa Feldman Barrett, eine Psychologie-Professorin an der Northeastern University und Kollegen am Massachusetts General Hospital haben sogenannte Superager untersucht und mit Altersgenossen verglichen. Dabei zeigte sich, dass gewisse Hirnregionen der Superager eher denen von 25-Jährigen entspricht – offensichtlich kaum betroffen vom Alterungsprozess. Ohne auf die Details einzugehen, wie wird jemand zum Superager? Die beste Antwort sei, so Lisa Feldman Barrett, an etwas angestrengt zu arbeiten, sich auch mal geistig anzustrengen – ab und an mal ein Kreuzworträtsel zu lösen oder ein Sudoku reicht nicht. Übrigens gilt das auch für die körperliche Fitness. Das heißt, sich anzustrengen fordert Körper und Geist. „If you don’t use it, you lose it“, wie das so schön auf Englisch heißt.

Gibt es dafür irgendwelche Tipps oder Rezepte? Panayiotis Mallis, Vice Chairman der Cyprus Adult Education Association (CAEA) glaubt, zehn Denk- und Verhaltensweisen gefunden zu haben, die einem helfen, mental und körperlich möglichst lang fit zu bleiben. Mallis weiß, wovon er redet: Er ist 83 Jahre alt. Der Zypriot nennt es

„Decalogue of Longevity – healthy Ageing

– und das sind seine Tipps:

  • Strong appetite. Damit meint er nicht, immer kräftig zu essen, sondern sich angemessen zu ernähren. Das heißt, möglichst auf Fastfood zu verzichten.
  • Firm will. Ein fester Wille. Das Gegenteil ist Wankelmut, sich gern vom eigenen Weg abbringen zu lassen.
  • Continous battle against indifference. Beständiger Kampf gegen Gleichgültigkeit und Desinteresse. Begeisterungsfähigkeit und Schaffensfreude. Wer für etwas Feuer fängt, vergisst seine Zipperlein.
  • Unlimited patience. Ausdauer, Geduld und Beharrlichkeit – drei Wörter, die am besten ausdrücken, was damit gemeint ist.
  • Enthusiam. Sich für etwas begeistern.
  • Self control. Diese Geisteshaltung dürfte sich mit Selbstbeherrschung am besten umschreiben lassen.
  • Discreet lenience. Damit ist dezente und taktvolle Nachsicht mit den Fehlern Anderer gemeint. Das heißt nicht, zu allem Ja und Amen zu sagen, sondern dem Anderen respektvoll und nachsichtig auf einen Fehler hinzuweisen.
  • Always humour. Seinen Humor nicht zu verlieren, auch in schwierigen Situationen. Mit Humor lässt sich vieles leichter ertragen.
  • Ability to disentangle complications. Disentangle steht für „entflechten“. Gemeint ist damit, schwierige Situationen zu vereinfachen, genau zu hinterfragen, worin das wirkliche Problem besteht.
  • Skill to live alone. Die Fähigkeit, auch allein zurecht zu kommen. Im Leben kommt es vor, dass jemand allein dasteht, auch wenn es anders geplant war. Einige kommen mit der Situation gar nicht zurecht, andere nur schlecht. Jeder sollte darauf vorbereitet sein und es sich zumindest vorstellen, besser noch, es einzuüben.

Letztlich geht es darum, lebendig und aufmerksam zu bleiben, den Kontakt zu suchen und neugierig zu bleiben. Gesundes Essen, ausreichender Schlaf und angemessener Sport tragen sicher das Übrige dazu bei.

Der Mensch braucht Rituale

Wer sich gewisse Rituale erhält, den wirft so schnell nichts aus der Bahn – auch das hilft, den Verfall hinauszuzögern. Ein Ehrenamt hilft, sich gebraucht zu fühlen und fördert den Kontakt und bringt Selbstbestätigung.

Erasmus+ bietet übrigens vom 18. bis 23. Oktober 2017 wieder einen Trainingskurs für Lehrer und Dozenten aus der Erwachsenenbildung an zum Thema „Learning in later life“, denn viele Gesellschaften in Europa stehen vor dem Problem der Alterung. In diesem Trainingskurs geht es genau um diesen Prozess und wie er am besten zu meistern ist. Europas Staaten sind gefordert, das als Herausforderung zu sehen, statt als Bedrohung. Die Älteren sollen auch künftig aktiv am Leben teilnehmen – in Familien, Gemeinden und in der Gesellschaft.  




Was so super am Superfood Ingwer ist

Superfood ist derzeit im wahrsten Sinne des Wortes in aller Munde – von exotischen Goji-Beeren, Noni-Saft, Chia-Samen, Matcha, Quinoa bis zu Chia-Samen. Dabei können es heimische Früchte und Samen durchaus mit den Exoten aufnehmen. Teilweise sind sie den Exoten sogar überlegen, dazu noch günstiger. Wenig spektakulär etwa liegt die Ingwerknolle in den Supermarktregalen und ist doch ein Kraftpaket. Ihr knochiges Äußeres täuscht allzu leicht über ihre zahlreichen positiven Wirkungen hinweg. Was kann die „Super-Knolle“?

Bewährt gegen Übelkeit

Ingwer hat sich vor allem als Mittel gegen Übelkeit in unterschiedlicher Ausprägung bewährt: Wie im Blog von mycare.de zu lesen ist, wirken die Inhaltsstoffe der Knolle sowohl bei der Reisekrankheit wie auch gegen den durch eine Chemotherapie ausgelösten Brechreiz. Dementsprechend gibt es Ingwer längst auch als Kapseln, fertigen Tee, Bonbons oder als Tropfen. Wer die Schärfe der puren Wurzel verträgt, kann sich auch selbst einen Tee zubereiten – beispielsweise unter Zugabe von Zitrone. Nicht zu empfehlen ist Ingwer demzufolge bei einer Überproduktion von Magensäure, da Ingwer zu deren Bildung beiträgt. Der Blogbeitrag erklärt weiterhin, dass auch bei Gallensteinen und bei der Einnahme von Blutgerinnungshemmern ein Arzt einbezogen werden sollte.

Schmerzmittel und Entzündungshemmer

Auch gegen leichte Kopfschmerzen soll Ingwer wirken: Wie die „Welt“ erklärt, wirkt die Gingerole ähnlich wie Acetylsalicylsäure – besser bekannt als Aspirin. Gingerol ist derjenige Stoff, der auch für die natürliche Schärfe des Ingwers sorgt. Er hat einen entzündungshemmenden Effekt und lindert beispielsweise den Muskelkater nach dem Sport: Schon zwei Gramm roher oder erhitzter Ingwer sollen dabei helfen. Darüber hinaus verspricht Ingwer auch bei Arthrose oder anderen Gelenkbeschwerden Linderung.

Als Erkältungsmittel

Die Verwendung als Tee zusammen mit Zitrone wirkt auch als Erkältungsmittel: Die Bitterstoffe Shogaole und Gingerole sind nicht nur Entzündungshemmer, sie wirken auch schweißfördernd und schmerzlindernd. Darüber hinaus können die Inhaltsstoffe der Super-Knolle schleimlösende Wirkungen entfalten.

Gut für Herz & Kreislauf

Wie in einem Artikel vom SWR zu lesen ist, haben indische Studien ergeben, dass Ingwer auch der Verklumpung der Blutplättchen entgegenwirkt und den Blutkreislauf anregt. Dementsprechend ist die Knolle auch Menschen mit Blutgerinnseln oder hohem Cholesterinspiegel zu empfehlen. Konkret raten die Forscher zu fünf Gramm pro Tag. Überdies hat Ingwer vorbeugende Wirkungen: Er beugt beispielsweise Herzleiden vor und mindert die Anfälligkeit für Thrombosen und Schlaganfälle.

Ingwer wirkt sich zudem erfrischend und belebend auf das Kreislaufsystem und den Stoffwechsel aus. Dabei spielt es keine Rolle, in welcher Form – ob pur oder als Tee – wir die Super-Knolle zu uns nehmen. Sogar Ingweröl ist zur äußeren Anwendung denkbar.

 

Foto: Flickr Ginger Veganbaking.net




Wie aus Burn-out im Ruhestand Bore-out wird

Der Autor Herb Stumpf und der Coach Wolfgang Schiele denken intensiv über den Vorruhestand nach, „weil die Veränderungen in diesem Lebensabschnitt ganz erheblich sind“, so Stumpf. Es geht eben nicht nur um die Finanzen, sondern auch um Beziehungen, das soziale Netz und um so banale Fragen, „wie strukturiere ich meinen Tagesablauf“. Diese Phase betrifft Kopf, Seele und Geist. Aus Burn-out kann dann unversehens Bore-out werden.

Wolfgang Schiele hat im Job-Portal Xing deswegen die fünf Gründe zusammengefasst, „warum man gut auf den Eintritt in den Ruhestand vorbereitet sein sollte“.

Gedanken zum Übergang vom Beruf in den Ruhestand:

  • Wir unterschätzen den Übergangsschock vom Berufsleben in die Ruhestandsphase: Er tritt nämlich abrupt, von einem Tag auf den anderen, ein. Wir, soeben noch mit dem Beruf vernetzt, verlassen plötzlich und unvorbereitet die Jahrzehnte lang gewohnten Struktur- und Ablaufmuster. Planungen für den Ruhestand: Fehlanzeige, weil – die Arbeit hat uns andere Prioritäten vorgegeben.
  • Als „Entberuflichte“ bewerten wir die vor uns liegende Zeitspanne der Späten Freiheit oft fahrlässig falsch: Wir leben durchschnittlich noch 20 Jahre lang. Das ist die gesamte Zeit unserer Kindheit, der Schul- und Berufsausbildung! Und wir haben zumeist keine langfristigen und nachhaltigen Pläne! Trotz immer besserer Gesundheit, großer Mobilität und hoher Flexibilität bis ins hohe Alter!
  • Unser Lebensphasenschalter wird mit einem Ruck umgelegt: von hoher Anforderung, ja möglicher Überforderung im Beruf, auf eine nunmehr drohende Unterforderung im Ruhestand. Von Burn-out-Syndrom auf „Bore-out-Syndrom“. Eine wirkliche Übergangs- und Anpassungszeit räumt uns das Leben nicht ein.
  • Der Wechsel in neue Rollen und Identitäten ist für uns heftig und ungewohnt. Heute noch Chef mit personeller und finanzieller Verantwortung oder Fachmann mit abrufbarem Wissen und hohem Ansehen, morgen, am Tage „Eins“ des Ruhestandes, sind wir entbunden von Mitarbeiterzuständigkeit, werden nicht mehr von Fachkollegen nach unserem Wissen und unseren Berufserfahrungen befragt. Ohne Funktion, nur noch Person.
  • Im Berufsleben haben wir so manche einschneidende Veränderung hingenommen: haben die Profession gewechselt, das Unternehmen, die Einstellung zur Arbeit. Fast schon ein „business as usual“ – eine ganz normale Übung eben. Wir waren Experten im Abwarten, Aussitzen, Anpassen – Changemanagement im beruflichen Leben war fast schon betriebliches Tagesgeschäft. Doch nun geht es nicht mehr an uns vorüber, sondern durch uns selbst durch, das Veränderungsmanagement …

Und Schiele hat die (mögliche) Entwicklung zum Bore-out in Uhr-Form zusammengefasst: Wer im Job besonders aktiv war und viel Verantwortung trug, kann nur schwer loslassen. Was nach dem Beruf kommt sehen sie als inhalts- und sinnlos an „und laufen somit Gefahr, in das berüchtigte ‚tiefe Loch‘ zu fallen“, wie es Schiele formuliert. Welche Phasen und Etappen diese Gruppe durchschreitet, hat der anhand  „Boreout-Uhr“ beschrieben.

Der Boreout-Prozess lässt sich Schiele zufolge grundsätzlich in vier Phasen aufteilen:

  1. Die Halte- oder Umschaltphase,
  2. Die Stillstandsphase,
  3. Die Frustrationsphase und
  4. Die Apathiephase.

 

Der Coach Schiele ist übrigens über die Webseite Coachingfiftyplus erreichbar.




Best-Ager-Magazin vom „Spiegel“ am Start

Der ‚“Spiegel“ hat mit „Spiegel Classic ein Magazin für die Generation 50plus herausgebracht. Das Magazin „für Menschen mit Erfahrung und Entdeckergeist“ soll sich dem „Lebensgefühl und der Lebenswirklichkeit der Generation 50plus widmen“, so das Credo der Magazinmacher.

Titelthema des Erstlings ist die Zukunftsangst älterer Menschen („Strategien für ein angstfreies Leben“). Es geht in der Ausgabe laut „Spiegel“-Verlag um Fragen wie „Wie wohne ich?“, „Wie verbringe ich meine Freizeit?“, „Wie halte ich mich gesund und fit?“ und „Welche Ziele habe ich?“. Ressortleiterin Susanne Weingarten will allerdings nicht das Alter der Leser in den Vordergrund stellen, sondern vielmehr ein Heft produzieren mit all den „Themen, die für sie (die Zielgruppe) relevant sind“.

Lebenswirklichkeit der 50plus-Generation

„Das neue Magazin Spiegel Classic bietet anspruchsvolle und unterhaltsame Beiträge, in denen sich die Interessen und Lebenswirklichkeit dieser Zielgruppe widerspiegeln“, sagt Weingarten. Reportagen und Ratgeberstücke zu Themen wie Reisen, Sport, Gesundheit, Kultur und Kulinarik dürfen natürlich nicht fehlen.

Zum Auftakt einer Serie über Wohnformen im Ruhestand widme sich Spiegel Classic den Chancen und Risiken, die im Zusammenleben mit Kindern und Enkeln liegen. Das Best-Ager-Magazin stellt verschiedene Wohnformen vor, darunter auch das Mehrgenerationenhaus. Die Ausgabe enthalte eine Reportage aus Namibia über den 68-jährigen Hamburger Unternehmer Michael Hoppe, der in der ehemaligen deutschen Afrika-Kolonie eine zweite Heimat gefunden hat und Hilfsprojekte für Kinder organisiert. Das Thema Fitness im Kopf kommt ebenso vor wie der Schauspielstar Mario Adorf, der über erste Verliebtheit und sein Verhältnis zu den Frauen („Mein erster Schwarm“) plaudert.

Umfang von Spiegel Classic: 140 Seiten, in einer Druckauflage von 165 000 Exemplaren. Der Preis: 4,90 Euro.

Der erste Eindruck – eher enttäuschend

Wie versprochen: der erste Eindruck von Spiegel Classic. Das fängt schon mit dem Cover an. Wer meint, die Zielgruppe 50plus wieder zu finden, wird ziemlich enttäuscht. Da schaut den Best-Agern ein Mit-Dreißiger entgegen. Der soll als Testimonial für „Erfahrung und Entdeckergeist“ herhalten. Zumindest komisch. Dann das Logo, das keines ist. Und was bitte schön soll „Classic“ heißen? Das ist irreführend und irritierend. Der Mann am Kiosk schaut Käufer verdutzt an, die nach „Spiegel Classic“ fragen. „Was soll das sein?“. Das Editorial muss ohne Front-Frau oder -Mann auskommen – niemand, der seinen Kopf hinhält. Offensichtlich wollte keiner der Redakteure sein Konterfei dafür hergeben. „Wer schreibt hier eigentlich – Persönliches ohne Persönlichkeit“, wirft das Medienmagazin „Meedia“ ein.

Spiegel Classic sei erkennbar bemüht, durch Handwerk und Professionalität zu punkten, notiert Meedia. Wer das Magazin aufmerksam durchblättert, fühlt sich kaum angesprochen. Mich beschleicht das Gefühl, dass da einiges aus dem großen Spiegel-Fundus stammt, darunter beispielsweise die Reportage aus Nambia über den 68-jährigen Hamburger Unternehmer Michael Hoppe.

Wat is’n Dampfmaschin?

Die Bilder wirken eher wie beiläufig und etwas verschämt, einfach eingestreut und beliebig, dazu viele Strichzeichnungen, wo es unnötig ist. Das Recycling-Papier lädt nicht gerade zum Schwelgen ein. A propos Strichzeichnungen: Die Kolumne des Finanzexperten Hermann-Josef Tenhagen lässt den interessierten Leser doch eher ratlos zurück. Da kommt keine ISIN vor, keine Erklärung, was sich denn hinter dem Kürzel BGH und MSCI verbirgt. ISIN steht übrigens für International Securities Identification Number und ist eine zwölfstellige Buchstaben-Zahlen-Kombination, sowas wie die Postleitzahl für einen Ort, nur in dem Fall für ein Wertpapier; BGH steht für Bundesgerichtshof und MSCI für Morgan Stanley Capital International, einem Macher von Aktienindizes, darunter der globale Aktienindex MSCI World. Mittlerweile gibt es einige Indexfonds auf den MSCI World, darunter beispielsweise den Comstage MSCI World mit der ISIN: LU0392494562. Die Verwaltungsgebühren sind mit 0,2 Prozent gering, ferner ist der Indexfonds sparplanfähig, das heißt, wenn ein Opa wirklich etwas für seinen Enkel tun will, kann er einen Sparplan einrichten, so dass jeden Monat oder alle drei Monate vielleicht für einen bestimmten Betrag Fondsanteile gekauft werden. Gleichzeitig erklärt die Kolumne, was ein Depot ist. Als wenn das nicht jeder Opa längst wüsste. Und warum bitte schön, muss Tenhagen als Strichmännchen erscheinen? Ihn kennt doch mittlerweile fast jeder aus dem Fernsehen.

Mühsame Annäherung an 50plus

Zugegeben, Verlage mühen sich ab mit der Zielgruppe 50plus. Mittlerweile tummeln sich einige 50plus-Magazine am Markt, darunter „Victoria“ und „meins – Frauen wie wir. Gruner+Jahr probiert es mit „Brigitte Wir –  und hat immerhin schon einige Ausgaben Erfahrung. Auch „Brigitte Wir“ hatte Anlaufschwierigkeiten, nicht zuletzt mit den Anzeigenkunden, die sich noch nicht ganz auf die Zielgruppe 50plus eingestellt haben. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Übrigens, „Viva“ ist bereits wieder vom Markt verschwunden. Schon Weihnachten 2015 kam das Aus für das Best-Ager-Magazin aus dem Gruner+Jahr-Verlag.