Fit bleiben – auch mental. So funktioniert’s

Fitness ist einer der Trends, die tatsächlich sinnvoll sind – wer fit ist und in Bewegung bleibt, lebt nachweislich gesünder. Oft wird bei aller körperlichen Ertüchtigung aber die mentale Komponente vernachlässigt. Das ist mehr als fahrlässig, denn schließlich ist die geistige Gesundheit mindestens genauso wertvoll.

Körper und Geist

Gehirntraining unterscheidet sich dabei im Grunde gar nicht so sehr von körperlichem Training; so wie bei einem untrainierten und wenig beanspruchten Körper Muskelkraft und Ausdauer immer mehr nachlassen, verliert das Gehirn an Leistungsfähigkeit, wenn es nicht genügend gefordert wird. Hinzu kommt, dass mit zunehmendem Alter die allgemeine Gehirn- und Gedächtnisperformance sowieso nachlässt – ein ganz normaler Vorgang, ähnlich dem altersbedingten körperlichen „Verschleiß“. Was viele nicht wissen: Der Gipfel der geistigen Leistungsfähigkeit ist mit spätestens 25 Jahren erreicht, danach lässt sie langsam, aber stetig nach.

Abhilfe schaffen Maßnahmen wie eine gesunde Lebensweise – genauso wichtig ist es aber, auch im fortgeschrittenen Alter weiterhin soziale Kontakte zu pflegen und intellektuell aktiv zu sein. Das Schöne an letzteren Anforderungen ist, dass sie im wahrsten Sinne des Wortes spielend erfüllt werden können.

Spielend fit

Geistige Fitness kann man sehr effizient beim Spielen trainieren. Gerade komplexe Spiele wie Schach, die ein hohes Abstraktionsvermögen verlangen, sind hervorragend geeignet. Kartenspiele wie Skat oder Doppelkopf regen die grauen Zellen mit ihrem Anforderungsmix aus Regelkenntnis, Aufmerksamkeit und Taktik ebenfalls gut an und sind außerdem noch gesellig. Und auch simple Spiele wie Memory haben einen positiven Effekt.

Gehirntraining funktioniert aber auch als Solist(in): Kreuzworträtsel und Sudoku halten den Kopf auf Trab. Damit sich ein nachhaltiger Trainingseffekt erzielen lässt, ist aber Abwechslung das höchste Gebot. Denn wer zum Beispiel ausschließlich Sudokus löst, wird darin zwar immer besser, fordert sich aber auch immer weniger, und gerade dieses „gefordert sein“ ist essenziell. Wer nach neuen und unbekannten Spielen sucht, findet im Netz ein großes Angebot an kostenfrei spielbaren Denkspielen, bei denen vermutlich viele immer neuen Herausforderungen begegnen – für Abwechslung ist also gesorgt.

Auf diese Weise tut auch die 60plus-Generation spielend etwas für ihre geistige Gesundheit, und ganz nebenbei sie einem eventuell drohenden Bore-Out ein Schnippchen – denn wer sich mental anstrengt und mit anderen misst, hat gar keine Zeit, sich zu langweilen.

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Warum die documenta viele ratlos zurück lässt

Schwer, schwerer, documenta – die documenta 14 in Kassel und Athen lässt viele ratlos bis verstört zurück. Genau das ist es, was der künstlerische Leiter der documenta Adam Szymczyk wollte: Weg mit dem Sinn. Kunst ist sinnlos, unsinnig – „unlearnig“ das Ziel. Es lebe das „transformative Potenzial des Alltäglichen“, so die Einleitung zur documenta 14.

Keiner kommt von einem Besuch so zurück, wie er weggefahren ist, so das Fazit nach dem Besuch der documenta 14 in Kassel, die noch bis zum 17. September 2017 läuft – in Anlehnung an das Zitat von Graham Greene.

Wie kommt die documenta 14 an? Bei den meisten offensichtlich gut bis sehr, zumindest lässt darauf die facebook-Bewertung schließen. Von 1256 documenta-Besuchern bekam die documenta 14 immerhin 4,2 Sterne von fünf Sternen. Allerdings gaben auch 119 der document nur einen Stern. Jutta Jopke meint in facebook, sie sei noch nie von einer documenta so enttäuscht gewesen wie dieses Jahr – „dieses Jahr ist wirklich tragisch schlecht“. „Adam Szymczyk, das ist dir miserabel misslungen!“.

Bilder von der documenta 14 Kassel 2017


 

Aber vielleicht war das ja genau die Absicht des documenta-Kurators. Szymczyk zufolge ist „learning“ auch „unlearning“. Seine Strategie war es zu vermeiden, für irgend Etwas zu stehen, wie es „Sleek-Mag“ formuliert. Szymczyk verweigert jeden Anspruch oder jedes Argument – das sei ein bedeutungsloses Paar von Doppelaussage ähnlich Ludwig Wittgensteins berühmtem Satz „Es regnet entweder oder es regnet nicht“. Belanglos, um es auf einen Nenner zu bringen.

BEINGSAFEISSCARY

Die beste Art, sich der Ausstellung zu nähern, sei, zu verlernen, was wir glauben zu wissen, zitiert Kolja Reichert von der „Frankfurter Allgemeinen“ den Kurator Szymczyk. Selbstverleugnend und selbstvergessend durch Kassel ziehen – das ist vielleicht das beste Rezept. Nichts zu erwarten und alles zu hoffen – vielleicht ist das auch ein Ansatz. Das fängt schon damit an, dass der documenta-Besucher rätselnd vor der Giebelaufschrift – von Banu Cennetoglu – des Fridericianums steht und sich fragt, was BEINGSAFEISSCARY heißt. Irgendwann wird ihm dann jemand erklären, dass damit „being safe is scary“ gemeint ist, was auf deutsch so viel wie „sicher sein ist gruselig“ heißt. Das Gegenteil wäre dann: gehetzt zu sein, ist behaglich.

Kassel und Athen

Die documenta 14 findet 2017 ja nicht nur in Kassel statt, sondern zeitlich versetzt parallel in Athen. Das heißt, der documenta-Besucher hätte am besten pendeln sollen. Sieht so der neue Kunst-Tourismus aus? Dann aber ist Kritik an Umweltzerstörung fehl am Platz.

Eigentlich erwartet der documenta-Besucher zeitgenössische Kunst. Ok, die kommt auch vor, aber Szymczyk greift auch tief in andere Kisten – Leichtbaumodelle aus den 60er-Jahren und Ölbilder aus dem 19. Jahrhundert wie Louis Gurlitts Akropolis. Natürlich könne man darüber diskutieren, ob das wirklich große Kunst sei, zitiert das Kunstmagazin „art“ den Kurator Dieter Roelstraete, aber „wir zeigen sie als Teil einer Debatte“. Vielleicht ist ja „Debatte“ zeitgenössische Kunst? Oder doch nicht? Die Ausstellung sei keine Ausstellung, sondern eine Ansammlung von irgendwelchen Objekten, bei denen der Affekt und Sentimentalität mehr zählen als stichhaltiges Engagement, schreibt das Sleek-Mag. Nur wenige Kunstwerke entziehen sich der verquasten Banalität dieser documenta.

Map – mehr Labyrinth als Orientierung

Szymczyk ist irgendwie unbehaglich bei Kunst. Vielleicht ist es auch die Mammutaufgabe, zwei Orten unter einen Hut zu bringen – und das Ganze noch bis zu einem bestimmten Stichtag. Wer weiß.

Dabei hätte es so einfach sein können – für ihn und die Besucher. Die documenta-Halle ist eines der wenigen gelungenen Hängungen, die dem Besucher so etwas wie eine Ahnung vermitteln, worum es bei zeitgenössischer Kunst geht.

Nein, einfach macht es Szymczyk sich und den documenta-Besuchern beileibe nicht. Das fängt schon mit der Karte an, die eher einer Strichzeichnung gleicht. Einzige Hilfe ist der bescheidene Maßstab am rechten unteren Rand: „100 m“ steht da, das soll genügen, um sich zurechtzufinden. Auf der Karte sind die Ausstellungsorte nur mit Punkten vermerkt, die zuzuordnen einem Puzzle gleicht. Straßennamen? Wen interessiert das schon. Das geht soweit, dass documenta-Besucher einige Orte schon gleich gar nicht finden. Wer es bis zum Gießhaus geschafft hat, ist zu beglückwünschen, denn der Wegweiser ist verbogen und weist in die falsche Richtung. Dort angekommen, erwartet den documenta-Besucher eine unsägliche Mehrkanal-Video- und Klanginstallation – gefühlte stundenlange Schwenks an Feldzäunen in Griechenland. Aber vielleicht ist das ja auch Szymczyks Absicht, um dem documenta-Besucher jegliche Orientierung zu rauben und ihm die Sicherheit zu nehmen?

Was ist Kunst?

Was ist Kunst? Das, was sich die documenta als solche ausweist oder ein Besetzer-Konglomerat im Nordstadtpark beispielsweise? Irgendwo steckt ein documenta-Schild im Rasen. Jeder kann selbst rätseln, ob die Bretterbude dazu gehört oder nicht.

Wie kommt der documenta-Besucher überhaupt zu den einzelnen Orten? Egal! Irgendwie wird er sich schon durchlavieren. Dabei lernt er zumindest Kassel kennen. Aber mit solchen Banalitäten will sich Szymczyk sowieso nicht beschäftigen, denn für ihn verkörpert die documenta „einen dediziert anti-essentialistischen Ansatz, der den heute vorherrschenden Verfahren der Spektakelproduktion und deren Zuschauerrolle jeden Respekt verweigert“. Alles klar?

Müll wird zu Kunst, Kunst zu Müll

Dumm nur für den documenta-Besuchern, denn der kann sich schon mal verirren angesichts der 35 Orte in Kassel – vom Gießhaus bis zum Glas-Pavillon auf der Kurt-Schumacher-Straße. Und gelegentlich fragt sich documenta-Besucher, wo er eigentlich ist. Da verwandelt sich schon mal ein Müllplatz zum documenta-Anhängsel oder 80 Tonnen Stahlbarren werden als Schrott verkannt. Da drängt sich zwangsläufig die Geschichte von der Plastik des Künstlers Martin Kippenberger auf: Eine Putzfrau hatte sie im Dortmunder U-Turm versehentlich entsorgt – sie hatte das Werk als Müll angesehen. Von daher stammt der Spruch: „Ist das Kunst oder kann das weg?“. Diesen Spruch haben die Bretterbudenbauer im Nordstadtpark umformuliert zu „Das ist Kunst, das muss bleiben“.

Rentierschädel und Pin-up-Girls

Bei aller Kritik – lasst euch die documenta nicht verdrießen, ein paar berührende Stücke sind dabei. Wie sagt doch die Hamburger BusinessMuse Birgit Dierker zu ihrem Besuch in Kassel: „Ein Leben ohne Kunst ist möglich, aber sinnlos“. Ihr hat übrigens die Arbeit des Londoner Künstlers Theo Eshetu in der Hauptpost besonders gefallen – mir auch.

Wer sich gruseln will, biegt in der Hauspost nach dem Eingang links ab und schaut in Hunderte leerer Rentieraugen. Máret Ánne Sara hat einen Wandteppich aus Rentierschädel aufgehängt, die aus ihrer eigenen Herde stammen. Sara gehört zu den Samen, die von der norwegischen Regierung gezwungen wurden, ihre Bestände zu reduzieren.

Die documenta bietet eben für alle etwas: Vom Pin-up-Girl bis zur Gitarre malischer Bluesmusiker, von bewohnbaren Betonröhren bis zu den Holzmasken der Kwakw’ala – ein unerfindlicher Kunst-Flohmarkt.

Viel Spaß beim Stöbern. Bitte nicht enttäuscht sein, wenn nur wenig Brauchbares dabei ist.




Wie uns die Intuition durchs Leben begleitet

Im Alltag treffen wir viele Entscheidungen mit dem Verstand. Wir wägen das Für und Wider ab und schätzen die Konsequenzen ein, die sich aus der Entscheidung ergeben. Das betrifft ganz banale Alltagssituation wie die Wahl des Joghurts im Supermarkt, aber auch solche, die verlangen, gründlich durchdacht zu werden wie die richtige Altersvorsorge. In manchen Situationen treffen wir jedoch eine Entscheidung, ohne rational und strategisch über das Ausmaß nachzudenken. Dann verlassen wir uns auf unsere Intuition.

Intuition versus Ratio

Ob wir diese Entscheidungen als Bauchgefühl bezeichnen, als innere Stimme oder als sechsten Sinn – die Intuition ist jedem von uns bekannt. Der Begriff Intuition kommt aus dem Lateinischen; das Verb „intueri“ bedeutet so viel wie „genau hinsehen“ oder „anschauen“. Im Gegensatz zu rationalen Entscheidungen, bei denen man bewusst Schlussfolgerungen zieht, basieren intuitive Entscheidungen auf Gefühlen, Instinkten und früheren Erfahrungen.

Situationen werden demnach nicht rational bewertet, sondern auf emotionaler Ebene. Daraus ergibt sich ein Perspektivenwechsel, der es uns ermöglicht, das Leben aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Deshalb sollten wir auch im Alltag öfter mal auf unser Bauchgefühl hören, denn sonst entgeht uns womöglich eine einzigartige Verbindung zu einem anderen Menschen. So gibt es laut Viversum eine Partnerschaft, die weit über die herkömmliche Liebe hinaus geht. Sie basiert auf einer tiefen und absichtslosen Liebe zueinander, bei der zwei Seelen miteinander Partners verschmelzen. Ob wir nun an das Konzept der Dualseelenliebe glauben oder nicht – wir müssen es zulassen, dass uns Menschen emotional berühren.

Die Weisheit der Gefühle

Schließlich haben wir unabhängig vom biologischen Alter ein Bedürfnis nach einer intimen Partnerschaft, die beide Partner erfüllt. Um dies erleben zu können, müssen wir uns auf emotionaler Ebene öffnen, denn nur so können wir eine Beziehung mit anderen Menschen eingehen und Zweisamkeit erfahren. Natürlich kann uns der Verstand dabei helfen, einzuschätzen, ob wir einem Menschen trauen können oder nicht. Doch die Intuition ist oft präziser. Während wir bei äußeren Sinnesreizungen außerdem Sekunden brauchen, um die Informationen im Gehirn rational zu verarbeiten, ermöglicht uns unser Bauchgefühl ein schnelles Handeln.

Bei der Fülle an Entscheidungen, die wir tagtäglich treffen müssen, haben wir es mitunter verlernt, auf unsere innere Stimme zu hören. Doch Liebe und Freundschaft beruhen nun einmal nicht auf Zahlen und Fakten, sondern auf dem Gefühl von Verbundenheit. Und bevor unser Verstand überhaupt die gesamte Situation erfasst hat, ist uns intuitiv schon längst klar, dass es sich um einen dieser besonderen Momente im Leben handelt, aus dem etwas Großes werden kann.

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Die richtige Pflege für reife Haut

Neben vielen anderen Dingen am und im Körper verändert sich mit dem Alter auch das größte Organ des Menschen, die Haut. Damit sie auch mit 50 plus noch strahlt, braucht es nicht nur die richtige Pflege. Dermatologen zufolge sollten Senioren auch besser täglich duschen, als ausgiebige Vollbäder zu genießen.

Juckreiz, Rötungen oder sehr trockene Partien – die Haut reagiert darauf, wenn sie nicht das bekommt, was sie braucht. Im Alter ist das vor allem: Ruhe.

Milde Reinigung fürs Gesicht

Runzeln und Falten lassen sich nicht gänzlich verhindern. Schließlich ist es ganz natürlich, das die Haut im Alter faltig wird und nicht mehr pfirsichglatt ist. Mit guter Pflege und UV-Schutz lässt sich der Alterungsprozess jedoch hinausschieben – so kommt es gar nicht erst zu lästigen Beschwerden wie Kontaktallergien und Juckreiz. Entsprechende Reinigungsmittel stellen den natürlichen Säureschutzmantel wieder her, machen die Haut widerstandsfähiger und verhindern, dass sie an Feuchtigkeit verliert. Forscher von der Charité Berlin empfehlen, viel Wasser zu trinken, da eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr nachweislich einen vitalisierenden Effekt hat: Die Durchblutung und der Stoffwechsel der Haut werden angekurbelt und die Haut ist widerstandsfähiger.

Kosmetiker und Dermatologen raten zusätzlich dazu, nur milde, seifenfreie und pH-neutrale Waschlotionen zu verwenden, die die Haut nicht austrocknen und den Fett- und Feuchtigkeitsmangel im Alter ausgleichen. Um Kosmetika mit Duft- und Konservierungsstoffen sollten Menschen mit reifer Haut hingegen einen großen Bogen machen, da diese Hautprobleme verursachen können. Für die abschließende Gesichtspflege eignen sich vor allem Cremes mit natürlichen Ölen wie Jojoba- und Nachtkerzensamenöl und hautberuhigenden Inhaltsstoffen wie Alge, Aloe Vera oder Calendula. Diese Stoffe wirken entzündungshemmend und beschleunigen die Wundheilung. Denn auch Kratzer oder rissige sowie aufgeschürfte Hautstellen verheilen mit steigendem Alter langsamer und schlechter.

So lässt sich die Haut ins Gleichgewicht bringen

  • Rückfettende Reinigungsmilch für empfindliche Haut
  • Reizlindernde Kühlmasken mit hautberuhigender Wirkung
  • Feuchtigkeitsmasken gegen trockene Haut
  • Leichte Massagen mit Ölen oder Fluids auf Lipidbasis für geschmeidige Haut

Besser Duschen statt Baden

Der Dermatologe Dr. Ulrich Klein aus dem nordrhein-westfälischen Witten rät älteren Menschen zudem dazu, zu duschen und auf lange Schaumbäder zu verzichten. Denn „je älter wir werden, desto mehr bauen die Talgdrüsen an Qualität und Quantität ab. Das kann zu Ekzemen führen und Allergien fördern“, erklärt der Experte. Nicht nur für die Haut, auch in puncto Barrierefreiheit sind ebenerdige Walk-In-Duschen, wie sie hier erhältlich sind, die bessere Wahl. Denn das Verletzungsrisiko beim Steigen über den Badewannenrand oder durch Ausrutschen auf der Seife im Stehen ist bei einer Wanne wesentlich höher. Zudem gilt es bei der Körperhygiene auf raue Waschlappen und alkalische Seifen zu verzichten, die den Säureschutzmantel angreifen. Parfümfreies Duschgel und Pflegeprodukte für Babyhaut leisten übrigens auch älteren Menschen gute Dienste.

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Warum zu viel Ballast Lebensqualität kostet

Wer unter Detox nur die Entgiftung des Körpers von Chemikalien, Alkohol und Nikotin versteht, greift zu kurz. Das Konzept lässt sich auch auf einen anderen Bereich des Lebens anwenden, beispielsweise den Kleiderschrank. Wie viel Ballast hängt da nicht selten an Kleiderstange und Haken.

Den alten Lebensabschnitt beenden

Wer in den Ruhestand geht, beendet einen Lebensabschnitt – und ein neuer beginnt. Durch den Wegfall geregelter Arbeitszeiten müssen wir den eigenen Alltag neu strukturieren und uns von der ein oder andere Gewohnheit trennen. Brauchen wir wirklich alles, was sich in den Jahren angesammelt hat – die Bücher, das Geschirr und die Kleidung? Sakkos, Blazer, Pullover, Hosen und Röcke haben schon viele Jahre auf dem Buckel; viele sind nur selten getragen worden, andere passen längst nicht mehr oder sind unmodisch. Mal ehrlich, wollen wir uns damit länger belasten? Es ist ein Gefühl von Freiheit, sich von überflüssigem Ballast zu lösen und so den Schritt in eine neue Zeit zu wagen. Doch unsere Kleidung ist nicht einfach nur eine Hülle, die uns vor Witterung schützt. Sie ist ein Merkmal unserer Identität, ja, und Kommunikationsmittel der Moderne.

Die soziale Komponente

Der Hintergedanke bei Kleidung war ja ursprünglich: Sie sollten einen Zweck erfüllen, uns vor Wind und Wetter schützen, vor Wärme und Kälte sowie zu viel Sonne. Und heute? Heute übernimmt Kleidung in unserer Gesellschaft auch eine soziale Funktion. Sie ist ein Kommunikationsmittel, mit dem wir mit anderen Menschen eine Verbindung eingehen können oder eben nicht. Kleidung spiegel  wir unseren Geschmack wider, zumindest gilt das für die meisten. Sie fungiert auch zur Selbsteinordnung, ob bewusst oder unbewusst. Farbwahl, Kombination mit anderen Kleidungsstücken und Marken vermitteln dem Gegenüber eine Botschaft. Ähnelt sich die Kleidung, entwickelt sich unbewusst ein Zugehörigkeitsgefühl. Auch wenn Kleider bekanntlich Leute machen, sollten wir nicht den Fehler begehen, Menschen anhand ihrer Kleidung zu bewerten. Hinter einer Fassade aus Kleidung steckt immer ein Individuum.

Den neuen Lebensabschnitt beginnen

Kleidung und Lebensstil sind somit eng verbunden. Oft kommt es vor, dass wir bestimmte Kleidungsstücke mit Ereignissen oder Lebensabschnitten verbinden. Das Tragen löst alte Gefühle aus, kann aber auch dazu führen, dass wir mit unseren Gedanken in einer anderen Zeit stecken bleiben. Gleiches gilt für den Ruhestand. Statt dem Vergangenen ewig treu zu bleiben, sollten wir die Chancen nutzen, die ein neuer Lebensabschnitt bietet. Es ist an der Zeit, sich von alten Kleidungsstücken zu trennen, und in neue zu schlüpfen.

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Wann neue Fenster sinnvoll sind

Auch Häuser werden alt. Wenn es in den eigenen vier Wänden zieht, kann das Leben darin sehr schnell ungemütlich werden. Zudem steigen die Heizkosten enorm an. Was tun? Die Lösung heißt: neue Fenster. Wann lohnt sich die Investition?

Je dichter desto besser

Moderne Fenster mit einer guten Wärmeschutzverglasung sorgen für angenehme Wärme im Haus und senken zudem den Energieverbrauch enorm. Also, alte Fenster raus, neue Fenster rein? Nicht immer müssen alte Fenster gleich ausgetauscht werden. Entscheidend ist vor allem, dass sie dicht sind, um das Altwerden in den eigenen vier Wänden so angenehm wie möglich zu gestalten. Meist sind Fenster die Schwachstellen in jedem Haus – kalte Luft dringt ein und wertvolle Wärme geht verloren. Durch schlecht isolierte Fenster geht bis zu 15 Prozent der erzeugten Wärme verloren. Aber sind die Fenster im Haus wirklich undicht? Ein Test bringt Klarheit.

Wie undichte Fenster erkennen?

Das erste Anzeichen für undichte Fenster: ein Luftzug. Es lohnt sich, den Rahmen einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Das lässt sich am einfachsten mit einem Räucherstäbchen überprüfen. Einfach vor das Fenster halten. Verwirbelt sich der Rauch, ist das Fenster unzuausreichend abgedichtet und sollte ausgetauscht werden. Alternativ wird auch auf den Bildern einer Wärmebildkamera erkennbar, welche Fenster zu viel Wärme hindurchlassen und daher möglicherweise veraltet sind.

Neue Fenster aussuchen

Wer sich dazu durch gerungen hat, undichte Fenster auszutauschen, fragt sich natürlich, welches Fenster er nehmen soll. Holz, Kunststoff oder Alu? Bevor es an die Auswahl geht, ist es sinnvoll, genau Maß zu nehmen. Hier gibt es eine Anleitung, wie sich verschiedene Fensterarten am besten vermessen lassen. Wer dann die genauen Maße kennt, kann sich nach passenden Modellen umsehen. Beim Kauf spielen vor allem ein guter U-Wert sowie eine mehrfache Verglasung eine wichtige Rolle. Der U-Wert besagt, wie viel Wärme vom Fenster durchgelassen wird. Je besser der U-Wert, desto mehr Energie können Sie sparen. Eine hochwertige Dreifachverglasung isoliert optimal.

Austausch der Fenster

Selbst Hand anlegen oder einbauen lassen? Wer handwerklich begabt ist, kann diesen Austausch sicher alleine vornehmen. Und wie funktioniert der Aus- und Einbau? Die folgende Anleitung hilft dabei:

  1. die alten Fensterflügel aushängen. Aber Vorsicht, damit kein Glas zerspringt. Je nach Alter kann es notwendig sein, die Fensterbänke ebenfalls zu entfernen.
  2. die alten Fensterrahmen an mehreren Stellen zersägen, um sie anschließend herausnehmen zu können.
  3. alte Rahmendübel heraus herausschrauben und die alten Fensterlaschen entfernen
  4. die neuen Fenstergriffe montieren, anschließend die neuen Fensterflügel in den Rahmen hängen.
  5. an der Außenseite des Fensterrahmens ein Dekompressionsdichtband anbringen. Das ist in der Regel enthalten.
  6. jetzt die Fensterrahmen einsetzen, fixieren und ausrichten. Der Rahmen sollte dabei in jedem Fall lot- und waagerecht sein. Am besten mit einer Wasserwaage überprüfen.
  7. nun den Fensterrahmen verschrauben und die Anschlussfugen mit Silikon oder Acryl abdichten

Wie gesagt, wer handwerklich begabt ist, kann den Austausch alleine vornehmen, dabei in jedem Fall jedoch zu zweit arbeiten, da Fenster unter anderem sehr schwer sein können. Wer sich das nicht zutraut, sollte unbedingt einen Profi zu Rate ziehen.

Bild : © istock.com/Kuzavok




Warum Mobilität im Alter wichtiger wird

Bluthochdruck, Meniskus, Rheuma – es gibt so vieles, was uns im Alter einschränkt, uns und unsere Mobilität. Da wird manchmal bereits der wöchentliche Einkauf zum Problem oder die Dusche oder das Treppensteigen. Wie lässt sich die Mobilität im Alter erhalten?

Was anstellen, um auch im Alter mobil zu bleiben? Mal ehrlich, wäre nicht auch ein Umzug in eine neue Wohnung manchmal die beste Lösung? Die die meisten Wohnungen und Häuser in Deutschland sind nicht unbedingt altersgerecht – und nicht für ein ganzes Leben gedacht. Wenn der Alltag immer schwieriger zu meistern ist, muss sich eben die Wohnung anpassen – und nicht umgekehrt. Mit einigen Umbauten können die meisten auch in der Lage so lange wie möglich im Eigenheim bleiben. Umziehen ist eine, aber nicht die einzige Option.

Was gibt es an Hilfsmitteln, um auch im Alter mobil zu bleiben?

Duschen zum Betreten

Täglich baden oder duschen – für viele ist das eine Selbstverständlichkeit. Was aber, wenn der hohe Badewannenrand zum Hindernis wird oder der glatte Wannenboden? Wie viele Ältere haben sich beim Baden oder Duschen schon schwer verletzt? Das muss nicht sein. Bäder und Duschen lassen sich ans Alter und die neuen Umstände anpassen. Die Lösung heißt Einstiegsbad und -dusche. Dank einer kleinen Tür an einer Seite der Dusche oder der Badewanne kann jeder auch im Alter ganz bequem ein- und aussteigen. Damit nicht genug, durch Extra-Sitz und Wandstützen wird Duschen und Baden so komfortabel wie möglich.

Mit dem Lift Treppe steigen

Im Alter erweist sich die Treppe für einige als Hürde. Nur mit fremder Hilfe lassen sich noch die Stufen überwinden. Einfach hinnehmen? Nein, denn auch dafür haben sich findige Techniker etwas einfallen lassen, um das Treppensteigen zu erleichtern: den praktischen Treppenlift. Der Treppenlift wird per Schienensystem an die Außen-oder Innenseite der Treppe angebracht. Ein integrierter motorisierter Sitz transportiert mobilitäts-eingeschränkte Menschen bequem von A nach B oder andersherum transportieren. Der Treppenlift passt sich dank unterschiedlichen Variationen den Lebensumständen an. Beispielsweise kann jeder einen Treppenlift für eine gewisse Zeit mieten, ein gebrauchtes Modell kaufen – oder eben sich doch für einen komplett neuen Lift entscheiden.

Den Stuhl ins Rollen bringen 

Das Haus ist das eine, der Ort und die nähere Umgebung das andere. Wer nicht mehr gut zu Fuß ist, für den werden auch der wöchentliche Einkauf oder ein Arztbesuch zur Herausforderung. Wie wäre es mit einem Seniorenmobil oder einem Stuhl, der rollt? Ein Seniormobil bringt Mobilitätseingeschränkte gemütlich zum Supermarkt oder Apotheke – und sie sind nicht auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen. Wer nicht mehr alleine Autofahren kann und jemanden gefunden hat, der das Fahren übernimmt, der kann sein Mobil einfach und sicher im Kofferraum verstauen. 

Wer will schon unselbstständig sein

Im Alter mobil zu bleiben – das hat für Senioren oberste Priorität. Unselbständigkeit belastend und frustriert. Altersexperten haben Lösungen parat – ob Treppenlift oder Seniorenmobil. Niemand sollte sich scheuen, sich seine Einschränkungen einzugestehen – wie soll ihm sonst geholfen werden? Meist sind die Angehörigen die richtigen Ansprechpartner, um Probleme zu bereden und zusammen das passende Hilfsmittel zu finden, um die individuelle Situation zu verbessern.




Fünf Tipps, wie sich ein Bad ideal fürs Alter anpassen lässt

Ob wir es wollen oder nicht – wir werden älter. Die Muskeln beginnen zu schwächeln und alltägliche Abläufe, die sonst so mühelos von der Hand gingen, werden zum Problem. Gerade im Bad spüren wir diese Entwicklung – höchste Zeit über einen Umbau nachzudenken.

Wie locker sind wir doch früher über den Wannenrand gestiegen und haben uns ins warme Wasser gleiten lassen – und heute? Diese Aktion wird manchmal zum Act. Das muss nicht sein. Es wird Zeit, über einen seniorengerechten Umbau nachzudenken.

Was sich so beiläufig liest, ist eben ganz und gar nicht beiläufig. Worauf müssen Sanierungswillige achten? Fünf Tipps für den Umbau zum barrierefreien Badezimmer.

1. Toilette mit erhöhter Bauform

Für viele führt der Weg am Morgen zunächst mal zur Toilette. Damit das Hinsetzen trotz eingeschränkter Beweglichkeit mühelos klappt, empfiehlt sich eine Toilettenerhöhung. Durch ein paar zusätzliche Zentimeter wächst das WC auf eine Höhe von 46 oder 48 Zentimeter. Da muss niemand mehr allzu tief Knie beugen, wodurch der Toilettengang leichter fällt. Und was für eine WC-Form wählen? Stand-WC oder Hängetoilette? Beide bringen’s auf eine Höhe von 46 oder 48 Zentimeter; bei einer wandhängenden Toilette genügt oft bereits ein verstellbares Montageelement. Wo bekommt der Sanierungswillige ein solches Stand-WC? Bei Calmwaters beispielsweise oder ähnlichen Badshops. Zusätzlichen Halt bieten Griffe neben dem Klosett. Auch auf Reisen muss kein Senior auf den Komfort verzichten – dafür gibt es die Toilettensitzerhöhung. Sie ist transportabel und lässt sich bei Bedarf einfach auf den WC-Sitz legen. Je nach Modell ist sie sogar mit Haltegriffen ausgestattet.

2. Barrierefreier Waschplatz

Seniorengerechte Waschbecken? Was soll da anders sein? Das Waschbecken ist praktischerweise unterfahrbar – heißt, es bietet genug Beinfreiheit. Bei einem solchen Waschbecken ist es auch kein Problem, sich einen Stuhl zu holen, um sich darauf niederzulassen und sich in Ruhe zu rasieren oder zu waschen.

3. Wasserhahn mit gutem Handling

An Retro-Wasserhähne zum Drehen freuen sich vielleicht Vintage-Fans, fürs Alter sind aber Einhebelmischer besser. Mit einer Hand stellen Nutzer die Wassermenge und –temperatur ein, während sie sich mit der zweiten Hand am Beckenrand oder einem Haltegriff festhalten. Empfehlenswert sind Armaturen mit eingebautem Thermostat: Das Wasser kommt richtig temperiert aus dem Hahn. Und dann darf die sensor-gesteuerte Variante nicht vergessen werden – dank eines eingebauten Infrarotsensors erkennt der Kran eine sich nähernde Bewegung, öffnet die Absperrung und schon fließt ein kräftiger Strahl aus dem Auslauf heraus.

4. Bodengleiche Dusche

Wer schon jemals in einem barrierefreien Badezimmer geduscht hat, weiß die Vorteile zu schätzen. Durch die schwellenlose Bauweise der bodengleichen Dusche fällt der Einstieg leicht; maximal 2,5 Zentimeter misst die Duschwanne in der Höhe. Das ist auch für Rollstühle kein Problem. Bei  durchgefliesten Duschboards ist der Übergang vollkommen ebenmäßig. Mit Glastüren statt eines Vorhangs wirkt das Badezimmer größer und offener – und die Türen öffnen sich zur Sicherheit nach außen.

Wer eine Dusche in ein Seniorenbad einbauen will, sollte auf die Maße achten: Für ein barrierefreies Bad misst die Dusche mindestens 1,20 Meter in Breite und Länge; ist die Nasszelle für einen Rollstuhlfahrer gedacht, sollte es mindestens 1,50 x 1,50 Meter sein.

5. Badewannen mit Tür

Das entspannte Bad nach einem anstrengenden Tag möchte kaum jemand missen. Gerade bei müden Knochen und schmerzenden Muskeln sorgt das warme Wasser für wohlige Momente. Besonders leicht klappt der Einstieg bei einer Badewanne mit Tür – die ist entweder bereits beim Kauf integriert oder wird nachträglich in die Wanne eingebaut. Abgedichtet ist die Tür mit einer Dichtung aus Silikon oder Gummi, schließlich soll das Wasser in der Wanne bleiben.

Eine gute Alternative ohne Tür sind in den Boden eingelassene Wannen mit einer Randhöhe von etwa 25 Zentimeter. Optisch erinnern sie stark an die herkömmlichen Badewannen. Selbst die 30plus-Generation ist vom Look begeistert. Den sicheren Halt beim Ein- und Ausstieg garantieren Griffe am Wannenrand sowie an der Wand; eine zusätzliche Antirutsch-Beschichtung im Inneren der Wanne garantiert den sicheren Stand. Seniorenbadezimmer? Das klingt nach viel Aufwand, muss aber nicht sein – und schon gar nicht ist es mit den kargen Bädern im Krankenhaus zu vergleichen. Im Vordergrund stehen Entspannung und Wohlfühlen. Bilder, Skulpturen, Pflanzen und Stores bringen Ambiente ins Bad.  Die Tipps sollen Sanierungswilligen die Orientierung erleichtern – und das Bad bleibt im Alter eine Wohlfühloase.




Wie sieht eine normale Rentner-Woche aus?

Wie sieht ein normaler Wochenablauf eines Rentners aus – die Rentner-Woche sozusagen? Vor dieser Frage stehen viele, die ihre berufliche Laufbahn hinter sich gelassen haben. Was tun den ganzen lieben Tag? Wie wollen wir unser Leben gestalten im Ruhestand?

Jede Reise geht einmal zu Ende, die vielleicht das Berufsleben vom Ruhestand trennt, sozusagen als Tapetenwechsel und Zäsur – für mich war das meine halbe Tour de France, die wegen eines Krankheitsfalls in der Familie unerwartet in Bordeaux endete. Eigentlich wollte ich danach über meine Wochenstruktur nachdenken.

Aufbruch in die Rente

Eigentlich – uneigentlich stellt sich die Frage jetzt, nach meiner unerwarteten Heimkehr. Die ersten Tage war ich damit beschäftigt, mich um die kranke Schwiegermutter zu kümmern – die Tage waren somit ausgefüllt. Aber das tritt jetzt mehr und mehr in den Hintergrund, weil ich mich wieder zurückziehe – und einen Teil delegiere.

Wie die Woche gestalten?

Also, muss ich mich jetzt fragen, wie will ich mein Rentnerleben gestalten, was ist mir wichtig, wo will ich mich einmischen und was noch lernen?

  • Schon zum Ende meines Lebens als angestellter Redakteur habe ich ja schon darüber nachgedacht, wie ich die Zeit danach gestalten will und ließ mich in den Vorstand der Volkshochschule Olching wählen – aus Überzeugung und Verpflichtung.
  • Ich habe am 28. November 1998 den cic! cyber investment club aus der Taufe gehoben – und bin immer noch Gesellschafter. Es geht jetzt darum, den cic! wieder zu aktivieren und Anleger zu motivieren, bei uns vorbei zu schauen. Wir Gesellschafter der ersten Stunde sind mit dem cic! älter geworden. Was der cic! braucht, ist junges Blut.
  • Vor dem Start zu meiner Tour de France bin ich dem ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad Club) beigetreten – um mich zu motivieren, auch nach der Tour weiter zu radeln
  • Als festangestellter Redakteur schloss mein erster Arbeitgeber für mich eine obligatorische Direktversicherung ab beim Versorgungswerk der Presse. Das war 1980. Seitdem habe ich in der Ansparphase immer brav Krankenkassenbeiträge aus meinem versteuerten Gehalt gezahlt – und jetzt, in der Auszahlphase, darf ich noch einmal den Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil für die Kranken- und Pflegeversicherung zahlen. Das Gesetz wurde rückwirkend 2004 von SPD, Union und Grünen beschlossen. Praktisch heißt das, dass ich fast ein Fünftel meiner Direktversicherung an die Krankenkasse abdrücken muss. Diese Doppelverbeitragung nehme ich nicht widerspruchslos hin. Deswegen bin ich dem Direktversicherungsgeschädigten Verein (DVG) beigetreten, um politisch aktiv gegen diese Ungerechtigkeit zu kämpfen.
  • Neben dem Radfahren muss ich etwas für ein ausgeglichenes Leben tun – ich denke, dass Qi Gong für mich am besten passt. Deswegen werde ich ab September einen Qi-Gong-Kurs belegen.
  • Körper, Seele und Geist – um den Geist zu fördern, besuche ich wenigstens einmal im Monat meinen Französisch-Konversation-Runde.
  • Neben Radfahren ist mir noch Schwimmen wichtig – wenigstens einmal die Woche. Im Sommer bietet sich dafür der See ein, zu dem es ja nur ein paar Kilometer sind.
  • Sport, Kultur und Kunst – im Keller wartet ein eingerichtetes Atelier auf mich. Wir ließen uns vor zwei Jahren auf Föhr von der Acryl-Malerei begeistern.
  • Social Updating – was so hipp klingt, heißt nichts anderes, als Freundschaften zu pflegen und alte Kontakte wieder zu reaktivieren
  • Reisen – ich war dieses Jahr ja schon oft unterwegs, deswegen sitze ich momentan gern zuhause, aber das Reisefieber kommt unweigerlich. Die nächsten Reisen sind auch schon geplant: Rhodos, Budweis
  • Haus- und Gartenarbeit – klingt nicht ganz so spannend, aber ist notwendig. Dazu gehört der Hausputz einmal die Woche und das Trimmen des Bux sowie die Reparatur der Falt-Stores.
  • Kochen – für einige ein ausfüllendes Hobby, für mich eher ein befriedigendes Zwischenspiel. Wie wäre es denn mal mit Marillen-Knödel oder gefüllte Tomaten. Rentner haben endlich Zeit, auch etwas Aufwendigeres zu kochen und verschiedenes auszuprobieren.
  • Mein Buchprojekt – meine Tour de France musste ich zwar vorzeitig abbrechen, meinen Vorsatz, darüber ein Buch zu schreiben, habe ich aber noch nicht ad acta gelegt.
  • Einmal Journalist, immer Journalist – in den vergangenen Jahrzehnten war ich einfach zu eingespannt, mich um das berufliche Umfeld zu kümmern. Das soll sich wieder ändern
  • Familie – die ist gewachsen. So ein Essen festigt die Bande, nur mal als Beispiel. Sich auszutauschen und den Kontakt zu pflegen, verbessert das gedeihliche Miteinander.
  • Lesen – die Zeiten der täglichen S- und U-Bahnfahrten sind vorbei. Während dieser Stunden habe ich so manches Buch ausgelesen. Das geht mir momentan ab – höchste Zeit, die Lektüre wiederaufzunehmen.
  • Kultur – Volkshochschule, Kunstvereine und Museen bieten so viele Möglichkeiten, sich schöpferisch weiterzubilden. Wie wäre es mal wieder mit Theater oder Kino?
  • Fotografieren – ich bin ja mittlerweile ein Instagram-Fan geworden. Offensichtlich kommen meine Schnappschüsse an, denn die Gefolgschaft wächst.

Selbstverwirklichung und Selbstfindung

Der (Vor)Ruhestands- und Übergangscoaching Wolfgang Schiele ermutig Ruheständler den Ruhestand 3.0 als „historische Chance zur Selbstverwirklichung und Selbstfindung“ zu nutzen. Da kann ich ihm nur beipflichten.

Diesen Freiraum auszufüllen ist Erfüllung und Aufgabe gleichzeitig. Wenn wir es nicht schaffen, „versinken wir entweder in den Banalitäten des Alltags oder verzetteln uns inmitten tausender Ideen und Angebote“. Er hat Recht damit, wenn er sagt, dass wir unsere neue Rolle erst finden müssen – das gilt auch für mich.

Kein Zeitkorsett mehr

Unser berufliches Leben war bestimmt von Vorgaben, definierten Pflichten und einem teils starren Zeitkorsett. Das ist vorbei. Jetzt geht es darum, uns einzunorden und dem Alltag eine Struktur zu geben. Diese unsichtbaren Strukturen werden uns erst jetzt bewusst, da es sie nicht mehr. Jetzt sind wir selbst dafür verantwortlich, uns eine Struktur zu geben.

Die richtige Balance

Schiele plädiert dafür, dass Ruheständler ihre Abläufe neu strukturieren, „denn die Struktur und Zwänge unserer Arbeitswelt existieren nicht mehr“. „Wir tragen eine neue Verantwortung uns selbst gegenüber: Wir sind gleichzeitig sowohl zum Chef als auch zum Mitarbeiter unseres Lebens geworden“, fasst es Schiele zusammen.

So ein bisschen dabei helfen könnte das Aktivitätenquadrat der Buchautoren Inga Behtke-Brenken und Günter Brenken („Aufbruch in den Ruhestand“). Sie empfehlen, „die vielen Möglichkeiten an Aktivitäten von vornherein in ein System einzuordnen. Sie teilen die Aktivitäten in vier Schwerpunkte ein:

  • Kontakte pflegen
  • Mehr wissen wollen
  • Genießen und konsumieren
  • Tätig sein

Ihr Tipp: „Versuchen Sie eine Balance zwischen diesen Schwerpunkten zu finden.“ Einseitig auf einem Schwerpunkt zu verharren, berge die Gefahr, Nutzung und Fertigkeiten der anderen Bereiche zu verlernen oder auf Anregungen zu verzichten.

Sie plädieren dafür, die Energie aus dem Berufsleben mit in den Ruhestand zu nehmen, um mit Schwung ein neues Leben zu beginnen, es nach den eigenen Wünschen zu gestalten.

Wie ein Tagesablauf aussieht

Es gehe darum, sich selbst zu erkunden, sich auf die eigene Persönlichkeit einzulassen, denn, nur sie nehmen wir mit in die Rente oder Pension „Das, was Sie aus sich selbst in dieser langen Zeit Ihres Berufslebens gemacht haben, unabhängig vom Nimbus und Status ihrer ehemaligen Position“, wie es Herb Stumpf, Autor des Buchs „Wenn das Wochenende 7 Tage hat“ so schön formuliert.

Und er beschreibt einen – für ihn – normalen Tagesablauf. Das soll natürlich nur eine Anregung sein – nicht mehr: Sein Tag laufe ziemlich strukturiert ab.

Ich stehe zwischen sieben und halb acht Uhr auf,
verbringe eine halbe Stunde im Bad und
eine gute weitere halbe Stunde mit Yoga-Übungen und Meditation. D
Dann frühstücke ich in aller Ruhe und lese ausgiebig die Süddeutsche Zeitung.
In der Regel ist es dann zehn Uhr.
Die nächsten zwei bis drei Stunden brauche ich für meine Post, meine Mails und den üblichen Bürokram, manchmal auch zum Einkaufen oder den Cappuccino in der Stadt und „people watching“.
Irgenwo zwischen 13 und 14 Uhr ist Mittagessen,
gefolgt von einer erholsamen Siesta, von der mich ein kräftiger Kaffee zurück ins Leben befördert.
So um 15 Uhr herum beginnt mein regulärer ‚Arbeitstag‘,  also Schreiben, manchmal Malen oder eine Seminarvorbereitung.
Mitunter fällt dieser Teil aus, weil das Leben andersweitig lockt.
Pflicht und Kür sind nicht mehr so genau getrennt!
Gegen 19 Uhr koche ich für meine Frau und mich, häufig auch für Freunde.
Ja, und wie Sie merken, war dann der Tag gut gefüllt – und ich freue mich auf jeden nächsten, den ich noch erleben darf.

Er räumt ein, dass er die „Entdeckung der Langsamkeit“ schrittweise wieder erlernen musste. Sein Leitmotiv heißt: „Lebe jetzt – bevor es zu spät ist!“ Leben heißt, ein Leben zu leben, „das seine Inhalte braucht, ein stetes Tun, geprägt von seinem tieferen Sinn.“ Deswegen wünscht er allen „möglichst viel bewusste Zeit“.

Das wünsche ich mir auch für mich – und für alle Anderen.




Apostrophitis – oder was Auto’s mit Baker’s zu tun haben

Majonäse ist tabu und die deutsche Sprache hat einen neuen Buchstaben. Die Orthografisten aller deutschsprachigen Länder haben getagt – und kamen zum Schluss, mit dem großen „ß“ einen neuen Buchstaben einzuführen. Sie hätte besser die Apostriphitis bekämpfen sollen, die hierzulande um sich greift.

Es lebe das große „ß“

Fünf ganze Jahre hat derRat für deutsche Rechtschreibung“ gebraucht, um einen neuen Buchstaben zu kreieren, Verzeihung – zu erschaffen. Vor kurzem wurde das amtliche Regelwerk der deutschen Rechtschreibung aktualisiert. Künftig darf das „ß“ auch als Großbuchstabe geschrieben werden, was natürlich für Eigennamen in Pässen und Ausweisen ganz wichtig sei. Schließlich kommt ja bei der Anschrift im Personalausweis auch das Wort „Straße“ ganz oft vor.

Mac-User sind gekniffen

Da taucht allerdings schon die nächste Frage auf: Wie lässt sich das Große „ß“ überhaupt auf der Tastatur eingeben. Eine Möglichkeit ist die Tastenkombination Shift + Alt Gr + ß – und herauskommt ein „ẞ“. Es geht vielleicht auch mit Alt Gr + H (nicht auf meiner Tastatur) oder mit Alt + 7838, was bei mir ein „ẞ“ hervorbringt. Wenn auch das nicht funktionierten sollte, hilft vielleicht 1E9E und Alt+C – und siehe da, erscheint schon das „ẞ“ auf dem Bildschirm. Zusammengetragen hat diese Möglichkeiten übrigens das Portal „GigaTech“. Leider kommen GigaTech zufolge nur Besitzer eines Windows-Rechner so einfach in den Genuss des „ẞ“. Immerhin könne ein Mac-Besitzer in den Einstellungen für „Sprache & Text“ im Menü „Text“ die „Symbol- und Textersetzung“ aktivieren und anschließend eine selbstgewählte Tastenkombination für das große „ß“ festlegen. Viel Spaß! Wem das zu viel „Action“ ist, kopiert das „ẞ“ einfach von einer anderen Seite und importiert es in seinen Text.

Oh Heiliger Vater

Fairerweise ist zu sagen, dass das „ẞ“ nicht die einzige Neuerung im neuen Regelwerk der deutschen Rechtschreibung ist. Künftig dürfen die Deutsch-Schreibenden auch Adjektive groß schreiben in Fällen wie „die Goldene Hochzeit“ und „alles Gute im Neuen Jahr“. In anderen Fällen ist wiederum Klein- und Großschreibung zulässig. Zu diesen Ausnahmen gehört „die mittlere Reife“, die auch als „die Mittlere Reife“ geschrieben werden darf. Eine Anrede wie der „Heilige Vater“ muss hingegen großgeschrieben werden.

Schluss mit der Majonäse

Bei Fremdwörtern hat der Rechtschreibrat den Wortdschungel etwas ausgedünnt. Künftig soll die „Anschovis“ aus dem Wortsalat verschwinden ebenso wie die „Majonäse“. Richtig heißt es nämlich Anchovis und Mayonnaise. Der Vandale darf wieder durch Vandalismus statt durch windelweichen Wandalismus schrecken und der „Ketschup“ wieder als „Ketchup“ aus der Flasche ploppen. Nach der Rechtschreibreform 1996 wurde auch Ketschup akzeptiert – jetzt hat der Rat für deutsche Rechtschreibung eine Rolle rückwärts gemacht.

Pipifax statt Anti-Apostrophitis

Das sind aber alles Petitessen, sprich Belanglosigkeiten, Kleinkram, Pipifax und Tüddelkram im Vergleich zur größten Sünde der deutschen Rechtschreibung, die mit einer solchen Geschwindigkeit und Hartnäckigkeit um sich gegriffen hat – und weiter um sich greift: Die Apostrophitis, die Pervertierung des Genitivs, sprich des Wes-Falls. Es wäre die eigentliche Aufgabe des Rechtschreibrats dagegen zu Felde zu ziehen.

Hanna’s Nähstube überall

Überall springen uns „Hanna’s Nähstube“, „Susi’s Meerschweinchen“ und „Rudi’s Pub“ an und beleidigen das Auge eines jeden rechtschreibbewussten Zeitgenossen. Der Deppenapostroph greift um sich und durchsetzt Werbesprüche, Namensschilder und Parteiplakate. Wer beispielsweise bei Google „Info’s“ eingibt, bekommt 521 000 Treffer. Nichts und niemand ist vom Deppenapostroph sicher. Die besten Beispiele hat Andreas Kothe auf seiner Seite Deppenapostroph zusammengetragen. Es ist erstaunlich, wie findig manche Hausmeister, Nähstubenbesitzerinnen, Spielehersteller und Politiker sind in puncto Apostroph. Da werden Apostrophe schon mal so `´ gesetzt oder auch mal unten (,), kein Plural ist vor ihnen sicher – und sie beschränken sich längst nicht mehr nur auf den Genitiv, sondern nehmen auch „n“ ins Visier; da werden Leerzeichen eingestreut, wo sie nicht hingehören.

Dem Ihle sein Baker

Eine ganz eigenwillige Kombination hat sich die Bäckereikette Ihle einfallen lassen für ihre neue Filiale in Olching. Aus Bäckerei Ihle wurde da „Ihle Baker’s“. Wie ist das jetzt zu interpretieren? Ihles Bäcker, dem Ihle sein Bäcker, der gebackene Ihle oder Pack‘ ma’s Ihle? Die beiden Brüder Wilhelm-Peter und Alexander fanden’s wahrscheinlich sexy, einfach mal ein ’ einzustreuen – Hauptsache Apostroph. Übrigens, ist Ihle Baker’s ein Neutrum, also keine Bäckerei, denn die wäre ja weiblich, eine Filiale ist es auch nicht, weil ebenfalls weiblich, also doch ein Geschäft oder Restaurant – am besten beides, sprich Resto-Back-Shop. Die Beiden sehen ihr Ihles Baker’s als „eines unserer exklusivsten und trendigsten Geschäfte, das in dieser Form auch in angesagten Metropolen wie Berlin, Barcelona oder New York stehen könnte“. Da gibt’s dann Afterwork-Partys, Cocktails, Fingerfood und Brunch-Time.

Es lebe die sprachliche Kreativität! Wer braucht da noch Regeln!

Wer ein paar Anregungen braucht – Deppenapostroph ist auch bei twitter vertreten @deppenapostroph