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Den Politiker dämmert es, dass viele Rentner in den kommenden Jahren in die Armut rutschen werden, wenn sie es nicht schon sind. Jetzt hat SPD-Chef das Thema Mindestrente wieder ins Spiel gebracht – und wird dabei von Unionsfraktionschef Volker Kauder unterstützt. Was für eine Wende. Rentner sollten sich indes nicht täuschen lassen, denn das ist reine Wahlkampftaktik, denn die Politiker hätten auch schon früher auf diese Idee kommen können. Erst jetzt, kurz vor den Wahlen in drei Bundesländern kramen sie das Thema wieder hervor.

Kauder sagte am Donnerstag, die Union werde etwas für die Rentner tun müssen, die sehr geringe Renten beziehen und kaum ihren Lebensunterhalt bestreiten können. Es müsse über eine Lebensleistungsrente oder Mindestrente geredet werden. Das klingt so schön pauschal. Reden heißt ja noch nicht umsetzen.

Mindestrente kontra schwarze Null

Auslöser war eine Forderung des SPD-Chefs Sigmar Gabriel, einen Sozialpaket parallel zur Flüchtlingshilfe zu schnüren. Gabriel gibt an, er fürchte um die Akzeptanz in der Bevölkerung für die Flüchtlingspolitik. Von Finanzminister Wolfgang Schäuble ist er dafür abgekanzelt worden. Er bezeichnete die Forderung als „erbarmungswürdiges Gerede“.

“Agenda 2010” lässt Rentner verarmen

Gabriel wirft Schäuble vor, er trage die rigide Haushaltspolitik wie eine Monstranz vor sich her und sei fixiert auf die „schwarze Null“.  Der SPD-Chef will für den Sozialpakt auch die schwarze Null opfern.

Fakt ist, dass durch Gerhard Schröders „Agenda 2010“, die während seiner Kanzlerschaft eingeführt wurde, sich das Rentenniveau sukzessive auf 43 Prozent absenkt. Was das bedeutet, kann sich ja jeder ausrechnen – in Rente zu gehen und deutlich weniger als die Hälfte des Netto-Gehalts zu bekommen. Der SPD-Vize Ralf Stegner hatte schon am Montag gefordert, das Rentenniveau nicht so dramatisch absinken zu lassen.

Frauen sind die Ausgeschmierten

Dabei trifft es Frauen in der Regel besonders hart, da sie im Schnitt weniger verdienen als Männer – und davon künftig nur noch 43 Prozent zu bekommen, ist hart. Nicht von ungefähr fürchten viele Frauen, im Alter nicht genug abgesichert zu sein. Das wird ein großes Thema am 8. März werden, dem Weltfrauentag. Den aktuellen Rentenzahlen zufolge bekommen Frauen heute im Durchschnitt nur rund 550 Euro Rente im Monat, Männer hingegen annähernd 1000 Euro. Dieser Unterschied ist eklatant und wohl kaum so groß wie hierzulande.

Nullzinspolitik enteignet deutsche Sparer

Das Schlimme daran ist, dass sparen heute auch nicht mehr hilft angesichts der Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) – und daran wird sich auch so schnell nichts ändern. Die Frauen landen in einer Sackgasse, was viele immer noch nicht so richtig begriffen haben und es einfach hinnehmen. Eigentlich müsste ein Aufschrei durchs Land gehen – aber nichts passiert. Der Leidensdruck ist offensichtlich noch nicht groß genug.

Weiterführende Links:

Posted by Helmut Achatz

Vorruheständler, Journalist, Börsianer, Vorstand VHS Olching, Wirtschaftsingenieur,

5 Comments

  1. […] über eine Rente ab 72 Jahren soll in der Politik bereits diskutiert werden. Wir werden also wohl nur noch eine Grundrente bekommen, die Inflationsbedingt wahrscheinlich noch nicht einmal die nötigsten Kosten decken […]

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  2. […] vorunruhestand.de: Kommt jetzt doch die Mindestrente? […]

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  3. Hallo,

    AUCH DIESES Argument, zu vielen anderen Argumenten gehört dazu !!!

    Die Lebensleistungsrente ( steuerfinanziert) sollte die gesamte Lebensleistung beinhalten.

    Es gibt einen Faktor, und der betrifft die “geringfügige Beschäftigung” (MINIJOB)
    bis in die 90er Jahre, dass keine Sozialabgaben eingezogen/einbehalten/bezahlt wurden,
    es gab für eine Einzahlung kein Gesetz !!!

    Diese Zeiten wurden und werden … auch nicht auf gesonderten Antrag … im Rentenverlauf berücksichtigt.

    Es betraf hauptsächlich Frauen, somit wäre eine Übergangsregelung für die Mindestrente ab 30 oder 35 Beitragsjahren für Frauen nur gerecht!

    Den Status “langjährig Versicherte” (langjährig in die RV eingezahlt) hat man nach 35 Beitragsjahren erreicht.

    Noch April 2015 wurde mehrfach über eine Übergangsregelung ab 35 Beitragsjahren

    für alle Versicherten in den Medien geschrieben ( bundesweit):

    Gerade bei SOZIALEN ANGELEGENHEITEN, speziell beim Thema Rente und Frauen, sollte es von Anfang an schon gerecht zugehen. (Nachträglich ist alles besonders schwierig …. Thema Mütterrente)

    Gruß U.H.

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    1. vielen Dank für die Anmerkung. Das Thema wird uns sicher erhalten bleiben und eher noch an Brisanz gewinnen
      lg
      vorunruhestand

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  4. leider gehöre ich auch dazu , und erhalte auch eine so geringe Rente , das man nicht leben kann damit, aber ich frage mich dann auch, warum wird dann bei den Wahlen so viel versprochen und nichts passiert, ich denke wenn viele Wähler nicht wählen gehen würden , und ihre Stimme Wahlstimmen ungültig machen würden , nur dann würde es eine Reaktion in dem Parlament geben, es heißt ja wohl es wird alles für das Volk gemacht, und nicht für die eigene Tasche, aber merken tut man nicht davon, im Gegenteil wir gehen wieder rückwärts, und gehen wieder mal leer aus, bei den Versprechungen im allgemeinen gesehen, anstatt nach vorne zu gehen, nur dann würden die Parteien mal wach werden, oder Wach gerüttelt werden, und vernünftige Argumente setzen , aber leider gibt es zu viele Gutgläubige Mitmenschen, die alles glauben was die Regierung sagen , ich gehöre nicht mehr dazu, und mache meine Stimme ungültig, weil ich auf diese Weise unsere Regierung nicht mehr unterstützen will, egal was ist, wenn irgendwo ein Gesetz entsteht, was für das Volk gut sein soll, wird aber Zeitgleich ein anderes Gesetz beschlossen, wo wir Bürger wieder was abgezogen bekommen, oder mehr Bezahlen muss, so geht es mit allen, Lohn, Lebensmittel, Kleidung, Umwelt, usw. wie soll unsere Zukunft aussehen?? Leute denkt doch mal darüber nach, wollt ihr wirklich auf diese Weise, unsere Regierung unterstützen? ???,

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