Angst vor Armut – Wenn es knappt wird im Alter

Das Thema Altersarmut rückt immer stärker in den Fokus der Öffentlichkeit. „Angst vor Armut – Wenn das Geld im Alter nicht reicht“ heißt es am 16. Januar 2019 um 20.15 bei „Jetzt red i“ in Schweinfurt. Viele haben ein Leben lang gearbeitet und müssen im Alter zum Sozialamt gehen. Ist das gerecht?

Angst vor Armut geht um

Die Sorge um eine auskömmliche Rente treibt immer mehr Menschen um – trotz niedriger Arbeitslosigkeit und jahrelangem Wirtschaftswachstum. Der Bayerische Runkfunk greift das Thema für seine Sendung „Jetzt red i“. Auch im reichen Bayern treibe die Bürger diese Sorge um, so in Unterfranken: „Jeder fünfte der über 65-Jährigen ist hier armutsgefährdet, auch weil die Lebenshaltungskosten – besonders die Mieten – immer weiter steigen.“

Eine ordentliche Altersabsicherung fordert Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD). Nur, die SPD war die Partei, die das Rentenniveau kräftig beschnitten hat. Das am 1. Januar in Kraft getretene Rentenpaket hilft vielen nicht weiter. Die doppelte Haltelinie – Rentenniveau bei 48 Prozent und 20 Prozent Beiträge – ist bis 2025 garantiert, aber was dann? Aber selbst 48 Prozent reichen nicht. Sozialverbänden, Gewerkschaften und der Linkspartei wollen ein höheres Rentenniveau.

Die ganze Gerüst der gesetzlichen, betrieblichen und privaten Altersvorsorge ist ins Wanken geraten. Und darüber machen sich viele Bürger Sorgen.

Noch wird in Schweinfurt diskutiert. Schaut rein, diskutiert mit.

Jetzt red i im BR

 




Richtig sparen – fünf Tricks für den Alltag

Pensionskassen in Schieflage, Riester läuft aus dem Ruder, Ruhestandsplanung durch EZB ruiniert – die Nachrichten zum Thema Finanzen im Ruhestand sind zurzeit wenig erfreulich. Sie bestätigen nur aufs Neue, dass den meisten Menschen hierzulande im Rentenalter deutlich weniger Geld zur Verfügung steht. Also heißt es sparen – einige probate Spartricks.

1. Versicherungen checken

Was im Berufsleben wichtig war, kann im Rentenalter hinfällig werden. Deshalb lohnt es sich, einmal alle vorhandenen Versicherungspolicen auf den Prüfstand zu stellen: Welche sind noch notwendig, welche inzwischen überflüssig? Für Mitglieder einer privaten Krankenversicherung kann es sich zum Beispiel lohnen, in den sogenannten Basistarif zu wechseln. Der Tarif ist deutlich günstiger und gewährleistet die Grundversorgung. Auch etwaige Zusatzversicherungen wie eine Reise- oder Handyversicherung sind im Rentenalter oft nicht mehr notwendig. Zwar sind sie in der Regel nicht teuer, aber mal ehrlich, braucht es sie wirklich?

2. Sparen beim Einkauf

Preise vergleichen, Lebensmittel saisonal und Kleidung antizyklisch kaufen – mit dem richtigen Kaufverhalten lässt sich viel Geld sparen. Zudem locken das ganze Jahr über attraktive Rabatte, etwa im „Sale“ oder an Superverkaufstagen wie dem Black Friday. Wer  Lebensmitteln kauft, sollte sich immer am Kilopreis orientieren. Häufig enthält eine große Verpackung nur eine vergleichsweise geringe Menge des Produkts, oder eine 250-Gramm-Packung mit Gemüse wird als besonders günstig beworben, obwohl der Kilopreis deutlich über dem eines vergleichbaren Produkts liegt. Ein Vergleich der Kilopreise verschafft einen besseren Überblick.

Wer Schwierigkeiten hat einzuschätzen, ob eine Ware teuer oder günstig ist, kann den Umrechnungstrick anwenden. Das heißt, einfach den Produktpreis in Arbeitsstunden umrechnen. Würde ich für dieses Produkt die errechnete Stundenzahl arbeiten wollen? Zugegeben, dieser Trick ist sehr subjektiv, aber er eröffnet einem einen neuen Blick auf Preise. Damit stellt sich die Frage: Brauche ich das Produkt tatsächlich? Weniger ist manchmal mehr. 

3. Online ist oft günstiger

Keine Scheu vor dem Internet! Die Konkurrenz im Onlinehandel ist sogar noch größer ist als im stationären Einzelhandel. Wer etwas recherchiert, findet im Internet häufig günstigere Preise. Druckerpatronen, etwa für Brother-Drucker, bekommt ein cleverer Käufer hier beispielsweise wesentlich günstiger als in einem Fachgeschäft vor Ort. Allerdings ist zu beachten, dass die Preise im Onlinehandel stärker schwanken, mitunter mehrmals innerhalb weniger Tage. Wer das gewünschte Produkt nicht sofort benötigt, sollte die Preisentwicklung eine gewisse Zeit beobachten und auf alle Fälle mehrere Anbieter miteinander vergleichen.

4. Zahlungsweise anpassen

Fast alle Banken erheben mittlerweile Gebühren, wenn man Überweisungen per Überweisungsschein vornimmt. Es spart viel Geld, auf automatische Abbuchung umzustellen. Vor allem regelmäßige Zahlungen wie Miete, Strom- oder Fernsehgebühren lassen sich einfach per Dauerauftrag vornehmen. Dies verringert nicht nur die Kosten, sondern auch den Aufwand. Bei anderen Anbietern – Versicherungen etwa – spart, wer die Beiträge jährlich statt quartalsweise oder monatlich zahlt.

5. Leistungen der Bank prüfen

Es lohnt sich, die Leistungen seiner Hausbank zu überprüfen. In den vergangenen Jahren haben zahlreiche Banken die Preise für ihre Girokonten geändert. Viele erheben inzwischen Grundgebühren, und zahlreiche bisher kostenlose Leistungen sind mittlerweile nur gegen Aufpreis erhältlich. Es gibt aber immer noch Banken, die ein Girokonto vergleichsweise günstig oder gänzlich kostenlos anbieten. Wer in den Ruhestand geht, sollte beispielsweise bedenken, dass das bislang kostenlose Konto eventuell Geld kostet, wenn ein bestimmter monatlicher Mindesteingang unterschritten wird. Deswegen: Vorab ausrechnen, wie hoch die monatliche Rente nach allen Abzügen ist und gegebenenfalls die Hausbank wechseln, wenn der geforderte Mindestgeldeingang nicht erreicht wird.

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Messen 2019 für die 50plus-Generation

Messen für die 50plus-Generation schießen wie die Pilze aus dem Boden. Mittlerweile gibt es bereits zwei Dutzend dieser Messen in Deutschland und Österreich mit Zigtausend Besuchern. Das Messejahr beginnt bereits im Januar und endet erst im November. Ein Überblick.

Die Messemacher haben sich längst auf die 50plus-Generation eingestellt. Die Münchner Messe hat extra ein Casting für Models initiiert, auf dem sie Damen und Herren ab 45 Jahren suchen. Denn auf ihrer Modeshow Anfang Mai zur Messe „Die66“ will Projektleiter Stefan Ostermeier „den Besuchern tragbare Mode für die Generation 50plus zu zeigen, die authentisch präsentiert wird“.

Zwei Dutzend Messen für Best-Ager

Mode ist aber nur eines der Themen, die auf den Best-Ager-Messen das Publikum anziehen. Es geht auch um Finanzen, Wellness, Gesundheit, Reisen und Lifestyle. „Die 66“ ist zwar die größte Messe ihrer Art, aber nicht die einzige. Mittlerweile haben sich auch in anderen Städten deutschlandweit und in Österreich etabliert. So findet in Nürnberg die „Inviva“ statt, in Bremen die „Invita“, in Erfurt die „Besser leben“ und in Stuttgart „Die besten Jahre“.

Übersicht über 50plus-Messen

TerminMesseOrtBeschreibung
12.1.-13.1.201950plus Freude am LebenRatingenWohnen, Vorsorge, Freizeit, Gesundheit
26.1.-27.1.201950plus Freude am LebenErkrathWohnen, Vorsorge, Freizeit, Gesundheit
5. January 1900afaAugsburgHeimat, Freitzeit, Gesundheit
3. March 1900Bleib aktiv!St. Pölten (A)Lifestyle, Gesundheit, Reisen
27.2.-3.3.2019 invivaNürnbergErlebnismesse Mitten im Leben
9.3.-10.3.201950plus Freude am LebenEuskirchenWohnen, Vorsorge, Freizeit, Gesundheit
6.4.-7.4.201950plus Freude am LebenHeinsbergWohnen, Vorsorge, Freizeit, Gesundheit
10.4.-13.4.2019LebenslustWien (A)Finanzen, Gesundheit, Reisen, Kultur
13.4.-14.4.201950plusRied (A)Gesundheit, Wohnen, Reise, Mode
3.5.-5.5.2019 Die 66München50plus-Messe
18.5.-19.5.201950plus Freude am LebenSolingenWohnen, Vorsorge, Freizeit, Gesundheit
28.5.-30.5.2019SeniorentagDortmundVeranstaltungen, Mitmach-Aktionen, Messe
14.9.-15.9.2019Besser lebenErfurtLifestyle-Messe
17.9-18.9.2019InvitaBremenFit & Aktiv im Alter
6. October 201950 plus - Fit + Aktiv TagAmbergAktive Lebensgestaltung 50plus
8.10.-9. 10. 2019Generation Plus/Alt werden war gesternWuppertalGesundheit, Wohnen, Reisen, Hobbys 
13. October 2019SeniorenmesseBurgdorfGesundheit, Wohnen
20. February 190050plus InfotageHeilbronnLeben, Wohnen, Fitness und Gesundheit
2.11.-3.11.201950plus Freude am LebenLangenfeldWohnen, Vorsorge, Freizeit, Gesundheit
9.11.-10.11.201950plus Freude am LebenHeinsbergWohnen, Vorsorge, Freizeit, Gesundheit
15.11.-17.11.2019senaktivInnsbruck (A)Hobby, Heim, Gesundheit, Wellness, Reisen
21.11.-24.11.2019Die besten JahreStuttgartAlter, Vorsorge, Gesundheit

Die Messen werden eingerahmt von Vorträgen und Mitmachprogrammen. In den Vorträgen geht es um Glück und Zufriedenheit im Alter, wie gelingendes Altern aussieht und die neue Kultur des Alterns. Die Herausforderung einer alternden Gesellschaft verlangen nach neuen Antworten, weil wir immer älter werden und – wir Alten – prozentual immer mehr.

Info, Mitmachen und Spaß im Programm

Natürlich geht es auf den Messen um Ernährung und Gesundheit, Reisen, Wellness, Kultur – und nicht zuletzt Mode. Finanzen ist ebenfalls ein wichtiges Thema und Wohnen. Die Erfurter Messe hat sich das Thema Genuss auf die Fahnen geschrieben und wird einen Live-cooking-Bereich mit regionalen Produkten einrichten.

Bilder von der „Inviva“ 2015


Die 50plus-Generation hat viele Fragen, deswegen laden die Messemacher zu Diskussionsrunde, Workshops und Promi-Gesprächen ein. Der Spaß kommt ebenfalls nicht zu kurz: Auf der „Die 66“ im vergangenen Jahr verzauberte beispielsweise die Mezzosopranistin Cornelia Lanz das.

 

Foto: meine-afa.de




Was wir von den Schweden lernen können

zAnders als die Deutschen setzen auch die Schweden (neben den Norwegern) auf den Kapitalmarkt für die Altersvorsorge – und fahren deutlich besser als wir Deutsche. Niedrige Kosten und attraktive Rendite zeichnen den Siebten Allgemeinen Pensionsfonds AP7 aus. Da könnten wir doch was lernen?

Offensichtlich sind die Skandinavier weit pragmatischer als wir Deutsche. Norwegen und Schweden setzen auf den Kapitalmarkt, um die Demographie bedingte Lücke bei der gesetzlichen Renten zu füllen. Der schwedische Staat hat bereits 2000 ein Premium-Pensionsystem eingeführt, das die staatliche Rente ergänzt.

Die Schweden zahlen 16 Prozent des Bruttogehalts in das umlagefinanzierte Rente ein und 2,5 Prozent investieren sie in die kapitalgedeckte Altersvorsorge. Sie können sich selbst aussuchen, in welchen von rund 800 Fonds sie einzahlen wollen. Wem das zu kompliziert ist, kann und muss per staatlich verwaltetem Fonds AP7 fürs Alter vorsorgen – also fast so etwas wie Zwangs-Riester.

Schweden zahlen weniger Gebühren

Der Unterschied zu Riester sind allerdings Kosten und Wertentwicklung der schwedischen Premium-Rente. Die Verwaltungskosten liegen bei 0,1 Prozent und die jährliche Rendite seitdem er aufgelegt wurde bei mehr als sechs Prozent – ja, richtig gehört, bei durchschnittlich sechs Prozent pro Jahr. Premium-Rentner zahlen sonst  keine zusätzlichen Depotgebühren. Seit 2010 sind aus 100 schwedischen Kronen so 280 Kronen geworden. Mit dem Aktienrechner lässt sich die Durchschnittsrendite ganz leicht ausrechnen.

Dank effizientem Fondsmanagement bleibt nahezu alles von der Rendite übrig und fließt in die Taschen der Rentner. Wie anders doch in Deutschland, wo Kapitallebensversicherungen und Investmentfonds 1,5 bis vier Prozent Kosten abziehen. Wegen des Krankenkassen-Doppelbeitrags bei Betriebsrenten bleibt Altersvorsorgern hierzulande meist gar nichts mehr übrig – sie hätten ihr Geld genauso gut unters Kopfkissen legen können und wären auch nicht schlechter gefahren. Da kann der Staat noch so viel fördern, wenn die Versicherer und Banken sowie Krankenkassen sechs und mehr Prozent abschöpfen, wird Altersvorsorge sogar zum Minus-Geschäft. So wird das allerdings nichts mit einem auskömmlichen Ruhestand.

AP7 als obligatorischer Bürgerfonds

Der AP7 ist ein obligatorischer Bürgerfonds, der sich der sozialen und ökologisch Verantwortung bewusst ist und Kernkraft oder Kinderarbeit nicht ins Depot lässt. Jeder kann ständig nachsehen, wie sein Anlagekonto steht, denn die Zahlen sind per Internet abrufbar. Den AP7 gibt es als Aktien- und als Rentenfonds. Beide haben eine International Securities Identifikation Number (ISIN), so eine Art Postleitzahl für Kapitalanlagen. Investieren können aber nur Schweden, alle anderen bleiben außen vor. Die Fondsbewertungsgesellschaft Morningstar weist für den AP7 zumindest die wichtigsten Kennzahlen wie Rendite und Anlagevolumen aus.

Die Schweden können zwar auch in Einzelfonds investieren, aber mit weit über 90 Prozent entscheidet sich die weitüberwiegende Mehrheit für den AP7. Wer jetzt glaubt, das staatliche Fondsmanagement arbeitet so bürokratisch wie manche deutschen Bundesbehörden, muss seine Meinung gründlich revidieren. Den Schweden ist alles erlaubt, um für die Bürger eine passable Rendite zu erwirtschaften. Sie wissen, dass sich bezogen auf einen Anlagehorizont von Jahrzehnten mit Aktien eine deutlich höhere Wertentwicklung erreichen lässt. Sie scheuen auch nicht davor zurück, auf fallende Kurse zu setzen und kaufen Beteiligungen. Natürlich investieren die Schweden global und messen sich am Welt-Index MSCI ACWI – ACWI steht für All Country World Index.

Noch ein Wort zur Investmentstrategie: Wer sich für den AP7 Såfa entscheidet, der entscheidet sich dafür, dass sein Altersruhegeld bis zum 55. Lebensjahr zu hundert Prozent in Aktien investiert wird, ab 60 geht der Aktienanteil runter auf 83 Prozent und mit 65 Jahren auf 67 Prozent. In Deutschland gäbe es einen Aufstand, wenn ein Pensionsfonds so agieren würde, wie es der AP7 tut. Aber dafür leben die Schweden besser als wir im Alter.

Nachahmenswertes schwedisches Modell

Wir können uns von den Schweden eine Scheibe abschneiden. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) kennt sehr wohl die Vorteile des schwedischen Modells, der Forschungsbericht ist aber in den Schubladen der Behörde verschwunden. Seit März 2017 ist in dieser Beziehung wenig bis gar nichts passiert. Die Autoren der Studie beschreiben das schwedische Modell zwar genau: Ein staatlich organisierter und betriebener Fonds zur Kapitalanlage auf DefaultBasis in einem System zwingender Vorsorge (Schweden). Dabei ist es aber geblieben. Einen Satz aus der BMAS-Studie (s. Seite 21) sollte sich jeder auf der Zunge zergehen lassen: „Tatsächlich sank die ausgezahlte Rente in Schweden auch nach der Finanzmarktkrise 2008 nie unter den einer Riester-Rente entsprechenden Garantiebetrag. Da diese Garantie vor allem bei Niedrigzinsen hohe Kosten verursacht, hat die schwedische Prämienrente eine deutlich höhere Verzinsung als eine Riester-Rente.“ Da bleibt nur zu sagen: glückliches Schweden.

Abzocke durch Fondsgesellschaften

Wer dann noch die Gebühren des AP7 Såfa mit den Verwaltungs- und sontigen Gebühren von deutschen Riester-Anbietern – zu finden in der BMAS-Studie auf Seite 28 – vergleicht, der kommt ins Zweifel, ob uns die Politik nicht an die Versicherungs- und Fondsbranche verraten hat. Der AP7 Såfa kommt auf Gesamtkosten von 6,4 Prozent bei hohen Kapitalerträgen, der Union Invest auf 31,3 Prozent, Deka Invest auf 33,7 Prozent und DWS auf 41 Prozent.

  Hohe Kapitalerträge* Niedrige Kapitalerträge* 
AnbieterProduktGesamtkostenErtragsminderungGesamtkostenErtragsminderung
Schwedische RentenagenturAP7 Såfa6.40.175.60.15
Union InvestmentUniProRente31.30.9727.80.83
Deka InvestmentDekaZukunftPlan S.33.71.0730.10.91
DWSDWS RiesterRente Prem.411.36341.06
*in Prozent

Vergleich dreier Riester-Verträge mit dem schwedischen Standardfonds AP7 Såfa. Stand: 2013

Die große Koalition hätte mit dem Betriebsrentenstärkungsgesetz die Chance gehabt, diese Schieflage zu ändern – sie hat es nicht getan, zum Schaden deutscher Rentner.




Wie clever wohnen mit Smart Home funktioniert

Wir Vorruheständler – und Bereits-Rentner – sind mit dem Internet aufgewachsen. Warum es nicht auch stärker nutzen, um uns das Leben in den eigenen vier Wänden zu erleichtern? Mit Smart Home lässt sich vieles im Haus problemlos steuern. So funktioniert’s.

Smart Home? Nicht für uns! Doch gerade für uns! Die Technik, die dahinter steckt, erleichtert uns das Leben. Vieles im Haus lässt sich problemlos steuern, überwachen und vereinfachen. Der positive Effekt: Wir können mit Smart Home sogar länger in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben.

Was ist Smart Home und wie funktioniert es? Die meisten von uns sind mit den Internet aufgewachsen, kennen sich einigermaßen aus und erledigen das meisten online. Kurzum, wir sind eine internetaffine Generation. Wir sind offen für Neues – und Smart Home gehört dazu. Die Idee von Smart Home: Prozesse und Abläufe im Alltag unkompliziert zu automatisieren, um uns das Leben zu erleichtern. Wie werden die Systeme gesteuert? Entweder mit Smartphone, per Fernbedienung oder sogar ganz ohne. Ein Smart-Home-System bietet uns mehr Komfort und mehr Sicherheit.

Digitale Helfer für den Alltag

Vielleicht klingt das alles etwas abstrakt, was heißt Smart Home konkret? Smart Home kann die Steuerung des Saugroboter sein, des Kühlschranks, der Wasch- und Kaffeemaschine. Wer aktuell noch auf der Suche nach einem passenden Saugroboter für das smarte Zuhause ist, der schaut am besten beim praktischen Saugroboter Testvergleich rein. Auf dem Vergleichsportal gibt es Entscheidungshilfe mit vielen hilfreichen Tipps und Informationen rund um die digitalen Reinemacher, die Hausarbeit deutlich erleichtern. Um möglichst lange und ohne fremde Hilfe im eigenen Wohnhaus zu bleiben, sind die funktionalen Smart-Home-Vernetzungen für den Alltag eine perfekte Lösung.

Smart Home ist aber noch mehr als nur Saugroboter und intelligenter Kühlschrank. Dazu gehört auch das komplette Unterhaltungsangebot. Ob Smart TV oder Blu-Ray-Player – sie sind unkompliziert steuerbar. Das Leben mit Smart Home wird ein ganzes Stück komfortabler. Smart Home verspricht mehr Genuss sowie ein eigenbestimmtes Leben – und mehr Sicherheit. Per smarter Steckdose lassen sich Geräte auch von unterwegs ausschalten; intelligente Tür- und Fenstersicherungen erschweren Einbrechern das Leben.

Energiesparen leicht gemacht

Das Smart Home erkennt Stromfresser und Energieräuber. Nach einer Analyse sind Beleuchtung und Heizung daher individuell regelbar. Das ist nicht nur in puncto Energiesparen von Vorteil, sondern auch, wenn die Temperatur über Nacht stark abfällt. So lässt sich die Heizung wettergerecht programmieren. Mit smarter Technik lässt sich die Beleuchtung stromsparend und clever auf die eigenen Bedürfnisse abstimmen. Automatische Bewegungssensoren erkennen, wenn jemand den Raum betritt – und das Licht geht an. Beim Verlassen kümmert sich die Technik darum, es zu löschen.

Smart Home für mehr Sicherheit

Dem Smart Home Monitor aus dem Jahr 2017 zufolge sind die drei wichtigsten Gründe für den Kauf von smarter Technik: Komfort, Sicherheit und Spaß. Vielleicht sollten wir uns das Kürzel ALL merken – ALL heißt Ambient Assisted Living und meint so viel wie altersgerechte Assistenzsysteme für ein selbstbestimmtes Leben. Wir Älteren wollen möglichst lang in den eigenen Wänden wohnen. Die vertraute Umgebung zu verlassen, ist oft der letzte Schritt. Mit Smart Home verlängern wir die Spanne des selbstbestimmten Lebens in den eigenen vier Wänden. Die Kinder werden per beispielsweise Smartphone informiert, wenn es zu Unregelmäßigkeiten kommt und sich die Eltern länger nicht melden.

Schon mal von Notrufknopf oder -armband gehört? Das Notrufarmband wird direkt um das Handgelenk getragen. Dank dessen lässt sich in Notsituationen ein Notruf an eine im System gespeicherte Nummer absetzen. Es ist gerade für Verwandte von Alleinlebenden ein beruhigendes Gefühl zu wissen, dass sie im Notfall jederzeit informiert werden, wenn es Oma oder Opa, Tante oder Onkel schlecht geht. Das Smart Home ist so intelligent zu erkennen, wenn sein Bewohner stürzt: Durch Sensoren, die bei Druck im Teppich betätigt werden, setzt das System automatisch einen Notruf ab. Auch die Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend – „Zuhause im Alter“ – ist der Meinung, dass dank Technik viele länger in den vertrauten vier Wänden bleiben können und nicht ins Heim umziehen müssen.

Weitere Informationen zum Thema „Länger zuhause leben“ gibt es auf dem Internetportal Wegweiser für das Wohnen im Alter vom BMFSFJ und der Initiative „Zuhause im Alter“.

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Was wir von Norwegen lernen können

Anders als die Deutschen setzen die Norweger auf den Kapitalmarkt für die Altersvorsorge – und fahren deutlich besser damit. Norweger haben ein Guthaben, Deutsche Schulden pro Kopf. Die norwegische Zentralbank kümmert sich um den Reichtum der Nation und künftiger Generationen. Das können wir von den Norwegen lernen.

In 50 Jahren sind die Ölfelder in der Nordsee erschöpft – für die Zeit danach hat Norwegen vorgesorgt dank der Umsicht früherer Generationen, die das Geld nicht verplempert haben. Die norwegische Staatsbank (Norges Bank) hat das Geld in Aktien und Immobilien weltweit in einem Pensionsfonds angelegt. Mittlerweile hat dieser Fonds ein Volumen von weit mehr als 8,23 Billionen norwegischer Kronen oder umgerechnet 825 Milliarden Euro. Der norwegische Pensionsfonds wird nur von 550 Leute organisiert – alles Spezialisten und entsprechend gut bezahlt. Die Kosten sind mit sechs Prozent vergleichsweise hoch, die Wertentwicklung des Fonds aber auch. Allein in den vergangenen zehn Jahren hat der globale Pensionsfonds eine durchschnittliche jährliche Rendite von mehr als 13 Prozent erreicht, in den vergangenen 20 Jahren sogar 21 Prozent pro Jahr. Selbst nach Abzug der Kosten bleibt immer noch genug übrig für die Norweger. Wer will kann das alles selbst online nachrechnen, dafür gibt’s den Aktienrechner – einfach Kauf- und Verkaufskurs eingeben und Anlagedauer, auf „Berechnen“ klicken“ und die Rendite ablesen.

Von Norwegen lernen

Was haben Norwegens Rentner davon? Das Geld aus dem Pensionsfonds finanziert den Wohlfahrtsstaat, dazu gehören die Krankenkasse und die Mindestrente von umgerechnet annähernd 1600 Euro. Wie viel Geld generiert der Fonds? Von April bis Ende Juni 2018 erzielte der Fonds beispielsweise einen Gewinn von umgerechnet 17 Milliarden Euro, nur mal so als Beispiel. 17 Milliarden geteilt durch 5,25 Millionen Norweger ergibt 3238 Euro pro Einwohner. Wer’s nicht glaubt, kann das jederzeit online auf den Seiten des Norges Bank Investment Management nachlesen. Da steht auch, wie viel der Fonds aktuell wert ist, wo wieviel Geld investiert wird und wie sich der Fonds in den vergangenen Jahren entwickelt hat. Mittlerweile ist jeder Norweger dank des Pensionsfonds ein Kronen-Millionär.

Mindestrente ist keine

Allerdings ruhen sich die Norweger nicht auf der Mindestrente aus, denn die reicht auch im teuren Norwegen nicht weit. Wer Kinder großzieht, bekommt automatisch drei Rentenpunkte pro Jahr, um die Grundrente aufzustocken. Für Norweger ist es auch selbstverständlich, mit einer Betriebsrente fürs Alter vorzusorgen. Norweger können laut Deutscher Rentenversicherung schon mit 62 Jahren in Rente gehen, wenn sie entsprechen Rentenpunkte gesammelt haben. Reguläres Rentenalter ist allerdings 67 Jahre. Tatsächlich arbeitet rund ein Fünftel der Norweger noch nach 65 Jahren, weil sie Rente und Arbeit miteinander verbinden können. Um das zu ermöglichen, bietet der Staat einiges an Hilfen an, was er sich dank des Pensionsfonds auch locker leisten kann.

Die Schaltzentrale der norwegischen Pensionsfonds

Chancen des Kapitalmarkts

Allein die Zahlen sind schon beeindruckend. Wäre das nicht auch ein Modell für Deutschland? Natürlich! Aber deutsche Politiker arbeiten eher gegen eine kapitalgestützte Zusatzrente. Norbert Blüm hat den Deutschen den Blick mit seinem Spruch „die Rente ist sicher“ vernebelt, Riester hat die kapitalgestützte Vorsorge torpediert und Ulla Schmidt (SPD) sowie Horst Seehofer (CSU) haben alle, die eigenverantwortlich per Direktversicherung fürs Alter vorgesorgt haben – und immer noch vorsorgen – mit dem 2004 eingeführten Gesundheitsmodernisierungsgesetzt (GMG)  schlichtweg enteignet, indem sie ihnen doppelte Krankenversicherungsbeiträge aufgebrummt haben. Der Hype um die vermeintliche Volksaktie Telekom – erinnert sei nur an die Werbung mit Manfred Krug alias Liebling Kreuzberg – und ihr desaströser Absturz haben ebenfalls dazu beigetragen, dass den Deutschen die Lust auf Aktien gründlich vermiest wurde.

pensionsfonds-norwegen

Wertentwicklung des norwegischen Pensionsfonds seit 1998

Keine Angst vor Altersarmut

Wer über Altersarmut redet, muss auch darüber reden, wie deutsche Politiker den Deutschen die Chancen des Kapitalmarkts gründlich madig gemacht und sie durch gesetzgeberische Maßnahme davon abgehalten haben. Wenn einer wie Friedrich Merz, der ums Amt des CDU-Vorsitzenden kandidierte, wegen seines Vorschlags, mit Aktien fürs Alter vorzusorgen, sofort in die Lobbyisten-Ecke gestellt wird, sagt das alles aus über die Aktien-Antipathie der Deutschen. Das rächt sich jetzt leider. Denn wir Deutsche müssen Angst vor dem Alter haben, anders als die Norweger.

Transparenz als Voraussetzung

Leider kann der Einzelne die Anlagepolitik des „Statens pensjonsfond utland“ mangels Masse nicht unmittelbar umsetzen. Lässt sich trotzdem von den norwegischen Finanzverwaltern lernen? Die Norweger streuen das Vermögen weltweit, um das Risiko zu minimieren, sie verteilen das Geld auf Anleihen (29,7 Prozent), Aktien (67,6 Prozent) und Immobilien (2,7 Prozent) – und investieren langfristig. Risk-adjusted-Return, sprich möglichst hohe Rendite bei möglichst geringem Risiko propagiert Fondschef Yngve Slyngstad. Transparenz und Verantwortung gehören ebenfalls zu den Leitlinien – und dazu gehört, dass jeder Norweger jederzeit weiß, wie viel der Fonds wert ist und in was er investiert. Auf der Einstiegsseite des Fonds läuft eine Vermögensuhr, die den aktuellen Marktwert des Fonds in Bruchteilen von Sekunden ausrechnet.

Besser als der Index

Letztlich orientieren sich die norwegischen Fondsmanager natürlich an einer Richtgröße – und das ist der FTSE Global All Cap Index, ein Korb von 8000 Aktien von größeren Unternehmen weltweit, gewichtet nach ihrem Börsenwert. Daraus errechnet sich ein Durchschnitt, der Index eben. Den Korb zusammengestellt hat FTSE Russell, eine Tochter der Londoner Börse, wobei die Abkürzung FTSE für Financial Times Stock Exchange steht. Privatanleger wären langfristig allerdings mit dem konkurrierenden MSCI World besser gefahren – und mit dem MSCI World Minimum Volatility noch besser. Beides sind ebenfalls Körbe von Tausenden Unternehmen weltweit. „Korb-Macher“ ist MSCI (vormals Morgan Stanley Capital International), ein in New York ansässiger Finanzdienstleister, der Indizes zusammenstellt und anderen gegen Geld erlaubt, diesen Index zu benutzen. Die Fondsbranche hat sich darauf eingeschossen und eine Vielzahl von entsprechenden Index-Fonds entwickelt, darunter auch die beiden genannten.

Norwegen wird immer reicher

Das Konzept der Norwegen scheint zu stimmen, denn auf Dauer wächst das Vermögen des Fonds zum Wohl künftiger Generationen. Sie haben ihren Öl- und Gas-Schatz sinnvoll genutzt, um für die Zukunft vorzusorgen. Davon kann sich Deutschland eine Scheibe abschneiden.

Aber so lange Aktienbesitz hierzulande verteufelt und die Aktienkultur mit Füßen getreten wird, bleibt es beim sehnsuchtsvollen Blick nach Norden. Die Folge wird sein, dass sich Altersarmut weiter ausbreitet und der Verteilungskampf nach 2025 erst so richtig losgeht.

Disclaimer:

Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Die hier enthaltenen Aussagen sind nicht als Angebot oder Empfehlung bestimmter Anlageprodukte zu verstehen. Dies gilt auch dann, wenn einzelne Wertpapiere oder Investments erwähnt werden. Der Beitrag soll lediglich einen Überblick über die Möglichkeiten geben und die selbständige Anlageentscheidung erleichtern.




Miss 50plus Germany 2019 ist eine Sächsin

Schön im Alter? Ja, geht. Die Sächsin Evelyn Reißmann beweist es. Sie wurde zur Schönheitskönigin Ü50 gewählt – oder, wie das offiziell heißt zur „Miss 50plus Germany“. Bis 2019 darf sie diesen Titel tragen.

Längst ist die Miss-50plus-Germany-Wahl etabliert und bereits seit sieben Jahren Tradition. Die Jungen haben Deutschlands Laufstege nicht länger für sich gepachtet. In diesem Jahr hat sich 52-jährige Evelyn Reißmann aus Plauen dabei gegen 19 Konkurrentinnen durchgesetzt. Sie überzeugte vor allem mit „Selbstbewusstsein, Charme, Klugheit und natürlich ihrer Schönheit, lobte Ralf Klemmer, Geschäftsführer der Miss Germany Corporation“.

Miss 50plus kommt aus Sachsen

Insgesamt hatten sich mehr als 500 Frauen aus ganz Deutschland beworben. Sie mussten sich einer Jury stellen, die unter anderem aus dem CDU-Politiker Wolfgang Bosbach (ehemaliges Mitglied des Deutschen Bundestages & Rechtsanwalt), Alphonso Williams (DSDS Gewinner), Frederic Meisner (Fernsehmoderator) und Jessika Cardinahl (Schauspielerin) bestand.

Gekürt wurde die Sächsin in Bad Zwischenahn von ihrer Vorgängerin „Miss 50plus Germany 2018“, Manuela Thoma-Adofo.

Wie bleibt frau fit und in Form? Die alleinerziehende Mutter einer 16-jährigen Tochter macht regelmäßig Yoga und geht gern mit ihrem Hund spazieren. Sie glaubt an die Macht der Gene. Allerdings verhält sie sich auch gesundheitsbewusst und trinkt laut MDR Sachsen „viel Wasser und Tee“. Außerdem habe sie schon als Kind immer kalt geduscht.

Von Profi-Models bis Triathletin

Der Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ vermittelt einen Eindruck, wer sich alles um den Titel Schönheitskönigin Ü50 beworben hat: „Ein paar Profi-Models der Kategorie Best-Age waren dabei, Seniorinnen also, die derart makellos wirken, dass sie auf Fotos die Illusion vermitteln, 50 plus sei das tollste Alter überhaupt; man erkannte sie an ihrem kraftvollen Hüftschwung und ihrem stabilen Lächeln; bei anderen zitterten die Mundwinkel; wieder andere lächelten so flüchtig, als käme ihnen die ganze Situation mit vielen Zuschauern und Kameras doch irgendwie seltsam vor.“ Es haben sich laut SZ auch eine Bayernliga-Triathletin vorgestellt, eine Chinesisch und Afrikaans sprechende Stewardess, eine Diplom-Ingenieurin mit fünf Kindern, eine Tanztrainerin mit neun Enkeln, eine Kleindarstellerin, die eine schwere Krankheit überwunden hat und eine Moderatorin mit Rückenschmerzen, die mit ihrer kleinen Tochter gerne Schlagzeug spielt und die Physiotherapeutin Heyden-Straub, die „sich über die Ablenkung von den Härten in der Entzugsklinik freute“ – „lauter Frauen mit Erfahrungen und neuem Mut also“.

Bildrechte: dpa




Zigtausende Rentner zahlen erstmals Steuern

Durch die jüngste Rentenerhöhung liegen die Renten von annähernd fünf Millionen Rentner über dem Grundfreibetrag, entsprechend müssen sie Steuern zahlen. 2019 werden es weitere 48 000 sein, die erstmals steuerpflichtig werden.

Steuern zahlen wegen höherer Rente

In diesem Jahr stiegen die Renten zum 1. Juli in den alten Bundesländern um 3,22 Prozent und in den neuen Bundesländern um 3,37 Prozent. Deswegen müssen annähernd fünf Millionen von den rund 21 Millionen Rentner Steuern zahlen. 2019 werden es weitere 48 000 Rentner sein, die erstmals Steuern zahlen, weil sie durch die geplante Rentenanpassung am 1. Juli (Westdeutschland 3,18 Prozent, Ostdeutschland 3,91 Prozent) über dem Grundfreibetrag von dann 9168 Euro liegen werden, das zumindest schätzt das Bundesfinanzministeriums (auf eine Anfrage des Linken-Abgeordneten Matthias Birkwald, verbreitet über die das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND)), so berichtet der „Spiegel“. Der Grundfreibetrag zur Absicherung des Existenzminimums liegt 2018 bei 9000 Euro und wird 2019 bei 9168 Euro liegen. Das heißt, wer heute schon eine Rente von 750 Euro bekommt, müsste theoretisch Steuern zahlen. Tatsächlich zahlt er keine Steuern, da er ja einige Möglichkeiten hat, sein zu versteuerndes Einkommen – ja, die Rente gilt als solches – durch Werbungskosten, Sonderausgaben und Freibeträge zu reduzieren. Ganz abgesehen davon, dass, wer 2019 in Rente geht, „nur“ 78 Prozent der Rente steuerpflichtig sind.

Viele Rentner auf Grundsicherung angewiesen

Die Zahlen verdeutlich aber auch, dass 16 Millionen Rentner unter dem Grundfreibetrag von zurzeit 750 Euro liegen. Sie sind damit theoretisch auf Grundsicherung im Alter angewiesen, denn die, so eine Faustregel der Rentenversicherung, schon bei einem gesamten monatlichen Einkommen von durchschnittlich weniger als 838 Euro ins Auge gefasst werden sollte, das heißt, deren Beantragung. Weit mehr als eine halbe Millionen Rentner beziehen schon Grundsicherung, vermutlich sind es weit mehr, die sie bräuchten. Aber viele Bedürftige gehen aus Scham nicht zum Sozialamt, um sie zu beantragen

Wieviel Grundsicherung beziehen

   20062016
DeutschegesamtAltersgrenze und älter364535525595
davon
bis 70138063184120
70 bis 7589110123549
75 und älter137362217926
männlichAltersgrenze bis 70119821216869
davon
bis 705693988469
70 bis 753307454886
75 und älter2980873514
weiblichAltersgrenze und älter244714308726
davon
Altersgrenze bis 708112495651
70 bis 755603668663
75 und älter107554144412
AusländergesamtAltersgrenze und älter74247130323
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Altersgrenze bis 703155945121
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Die richtige Kleidung für gesunde Haut

Etwa jeder zehnte Deutsche leidet unter empfindlicher Haut. Besonders Ältere sind davon betroffen, denn ihre Haut erneuert sich langsamer und sie reagiert empfindlicher auf Umweltreize. Entsprechend ist eine altersgerechte Feuchtigkeitspflege wichtig. Was viele nicht wissen, auch die Kleidung kann die Gesundheit der Haut beeinflussen – grobe Nähte, krankmachende Inhaltsstoffe in Farben oder raue Materialien können zu Reizungen, Jucken und sogar Entzündungen führen. Worauf bei der Kleiderwahl achten?

Allergene, Farbstoffe – ihre Wirkung auf die Haut

Modische Bluejeans, bunte Schuhe oder spitzenbesetzte Büstenhalter – auch im Alter möchten wir uns schick kleiden. Doch nicht immer sorgt die Kleidung für einen schönen Auftritt, wenn die Haut nach ein paar Stunden oder auch Tagen mit Rötungen oder Ausschlag reagiert. Denn leider befinden sich in den Textilien oft bedenkliche Chemikalien. Zwar sind schwer krankheitserregende Stoffe wie DMF (Dimethylformamid) mittlerweile in der EU verboten. Doch der Großteil der belasteten Kleidungsstücke kommt aus Asien. Dort sind Chemikalien wie Azo-Farben, Cadmium oder auch Formaldehyd frei erhältlich und werden bei der Textilproduktion trotz deutlichem Rückgang noch immer verwendet. Welche Wirkungen solche chemischen Stoffe auf den Menschen haben, ist bis heute nur zum Teil erforscht. Nachgewiesen ist aber, dass die Schadstoffe die Haut reizen und Kontaktallergien auslösen können. Inwieweit die Giftstoffe auch schwerwiegende Erkrankungen wie Nervenschäden oder Krebsleiden verursachen können, ist bis dato unklar.

Kleiderauswahl mit Bedacht

Immer der Nase nach – wer beim Kleiderkauf unangenehme Gerüche wahrnimmt, sollte besser die Finger von dem Kleidungsstück lassen. Denn riecht das auserwählte Shirt etwa nach Plastik oder beißend nach Chemie, ist es vermutlich mit Textilhilfsmitteln behandelt worden. Ebenso vorsichtig sollten wir sein, wenn das gewünschte Kleidungsstück ausschließlich separat gewaschen werden soll. Oftmals liegt das an leicht löslichen Farbpartikeln, die sich beim Schwitzen auch auf der Haut ablösen können.

Kleidung besser aus Naturfasern

Wer trockene Haut hat, sollte Kleidungsstücke aus weichen Naturfasern tragen, denn diese reizen die Haut nicht. Das können Materialien wie Biobaumwolle, Seide, Leinen oder Kaschmir sein. Bei Kleidungsstücken, die direkt auf der Haut aufliegen, ist es ratsam, zu hellen Farben zu greifen, da sich in helleren Teilen in der Regel weniger Farbreste verstecken als bei dunkel gefärbter Kleidung. Diese Regel gilt sowohl für Unterwäsche als auch für Stoffhosen oder Oberhemden. Wer hierbei auf der sicheren Seite sein möchte, greift am besten zu Kleidungsstücken mit Siegeln wie „Öko-Tex 100“ oder „Global Organic Textile Standard“ – sie garantieren eine schadstoffarme Herstellung.

Bei Jacken kommt es vor allem auf die Atmungsaktivität an. Denn staut sich die Wärme, kann unsere Haut ebenso mit Rötungen und Juckreiz reagieren. Entsprechend sollten besonders wir Senioren zu Jacken aus klimaregulierenden Materialien greifen, wie sie beispielsweise im Herrensortiment von Walbusch zu finden sind.

Zu guter Letzt hilft bei sensibler Haut vor allem eins: Waschen. Je häufiger ein Kleidungsstück gewaschen wird, desto geringer sind die Spuren chemischer Bestandteile. So schonen wir unsere empfindliche Seniorenhaut und verhelfen ihr langfristig zu einem gesunden Hautbild.

Bildrechte: Flickr Happy couple Pedro Ribeiro Simões CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten




Italiens Rentner gehen mit 62 in Rente

Wenn es nach Italiens Vize-Ministerpräsident Matteo Salvini geht, können Hunderttausende Italiener mit 62 Jahren und viele Italienerinnen sogar schon mit 58 Jahren in Rente gehen. Vorausgesetzt, sie können 38 oder 35 Beitragsjahre vorweisen. Italiens Rentner dürfen sich freuen.

Italien ist ein Rentnerparadies. Das lässt sich an den Zahlen des Istituto Nazionale Previdenza Sociale (INPS) ablesen. Der italienische Staat investiert deutlich mehr in die Rente seiner Bürger als der deutsche. Schon heute lässt sich Italien seine Rentner 286 Milliarden Euro kosten, das sind laut INPS immerhin 16,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), sprich dessen, was Italien jährlich erwirtschaftet. Deutschland zahlt seinen Rentner „nur“ 355 Milliarden Euro oder elf Prozent des BIP. Das ist, bezogen auf die Einwohnerzahl (Deutschland 82,5 und Italien 60,5 Millionen) prozentual deutlich weniger.

Italiens Rentner früher in Rente

Das reicht Salvini aber nicht. Er will die Rentner noch viel früher in Rente schicken, um für die Jungen Arbeitsplätze frei zu machen, so sein Argument. Setzt er sich durch, dürften Italiener bereits mit 62 Jahren in Rente gehen und Italienerinnen mit 58. Dafür soll die „Quote 100“ eingeführt werden. Alter und Beitragsjahre müssen 100 ergeben.

Anders als in Deutschland, unterscheidet sich das Rentenalter zwischen Männern und Frauen derzeit noch um ein Jahr, denn bislang können Italiener offizielle erst mit 66,7 in Renten gehen, Italienerinnen mit 65,7 Jahren. Für Italienerinnen soll das Renteneintrittsaltere auf 58 Jahren sinken, so sie denn 35 Rentenbeitragsjahre vorweisen können – für Italiener auf 62 Jahre.

Dieser frühe Renteneintritt soll bereits im Februar 2019 wirksam werden. Salvini schätzt, dass diese Änderung im kommenden Jahr sieben Milliarden Euro kosten wird.

Italiens Schulden steigen kräftig

Da Italien bereits heute im Euro-Raum das zweithöchst verschuldete Land ist, wird sich der Schuldenstand weiter erhöhen – denn es soll nicht an anderer Stelle gekürzt werden. INPS-Präsident Tito Boeri rechnete dem italienische Parlament vor, dass sich die Schulden der Rentenkasse damit auf rund hundert Milliarden Euro erhöhen würden. Dabei hat Italien bereits heute Schulden von 2,3 Billionen Euro, was annähernd 132 Prozent des BIP entspricht.

Dem „Chief Investment Officer“ zufolge soll Salvini Boeri geantwortet haben, doch besser abzutreten und in die Politik zu gehen. Boeri könne den Wählern dann ja erzählen, sie könnten erst mit 80 in den Ruhestand. Boeri schätzt, dass sich der Rentenanteil am BIP wegen dieser Änderung bis 2021 um einen Prozentpunkt auf 17,4 Prozent erhöhen werde.

Übrigens, bereits heute stehen viele italienische Rentner besser da als beispielsweise deutsche. Laut INPS liegt das durchschnittliche Renteneinkommen oder die Summe der Leistungen für jeden Rentner bei jährlich 21 000 für Männer (pro Monat: 1750 Euro) und bei 15 000 Euro (für Frauen: 1250 Euro). Davon können deutsche Rentner nur träumen.