Angst vor Armut – Wenn es knappt wird im Alter

Das Thema Altersarmut rückt immer stärker in den Fokus der Öffentlichkeit. „Angst vor Armut – Wenn das Geld im Alter nicht reicht“ heißt es am 16. Januar 2019 um 20.15 bei „Jetzt red i“ in Schweinfurt. Viele haben ein Leben lang gearbeitet und müssen im Alter zum Sozialamt gehen. Ist das gerecht?

Angst vor Armut geht um

Die Sorge um eine auskömmliche Rente treibt immer mehr Menschen um – trotz niedriger Arbeitslosigkeit und jahrelangem Wirtschaftswachstum. Der Bayerische Runkfunk greift das Thema für seine Sendung „Jetzt red i“. Auch im reichen Bayern treibe die Bürger diese Sorge um, so in Unterfranken: „Jeder fünfte der über 65-Jährigen ist hier armutsgefährdet, auch weil die Lebenshaltungskosten – besonders die Mieten – immer weiter steigen.“

Eine ordentliche Altersabsicherung fordert Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD). Nur, die SPD war die Partei, die das Rentenniveau kräftig beschnitten hat. Das am 1. Januar in Kraft getretene Rentenpaket hilft vielen nicht weiter. Die doppelte Haltelinie – Rentenniveau bei 48 Prozent und 20 Prozent Beiträge – ist bis 2025 garantiert, aber was dann? Aber selbst 48 Prozent reichen nicht. Sozialverbänden, Gewerkschaften und der Linkspartei wollen ein höheres Rentenniveau.

Die ganze Gerüst der gesetzlichen, betrieblichen und privaten Altersvorsorge ist ins Wanken geraten. Und darüber machen sich viele Bürger Sorgen.

Noch wird in Schweinfurt diskutiert. Schaut rein, diskutiert mit.

Jetzt red i im BR

 




Rentner werden doppelt verbeitragt und doppelt besteuert

Eigentlich müsste ein Aufschrei durch Deutschland gehen – Rentner werden doppelt verbeitragt und doppelt besteuert. Der Staat zeigt ihnen die kalten Schulter und lässt Kläger auflaufen. Viele geben zermürbt auf. Die Verdrossenheit nimmt zu.

Wer eine Betriebsrente bezieht – und dazu werden auch Direktversicherungen gezählt – zahlt doppelte Beiträge an die Krankenkasse. Der Verein Direktversicherungsgeschädigte (DVG) läuft dagegen Sturm. Das ist allerdings nicht die einzige Heimtücke, die sich die Politik ausgedacht hat. Rentner werden auch doppelt besteuert. Plusminus widmet sich am 16. Januar 2019 diesem Skandal.

Doppelt verbeitragt und besteuert

Doppelbesteuerung ist verfassungswidrig, das ficht die Politik die vermeintlichen Volksparteien aber nicht an. „Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) hat ganz klar entschieden – jeder Fall der Doppelbesteuerung ist verfassungswidrig„, so der ehemalige Chef der Deutschen Rentenversicherung, Franz Ruland, „Plusminus“ am 16. Januar 2019. Wer dagegen aufbegehrt, muss sein Recht selbst durchsetzen, denn die Politik stellt sich taub. „Das ist ein politischer Skandal“, kommentiert Johanna Hey, Institut für Steuerrecht an der Universität Köln im ARD-Wirtschaftsmagazin die Ignoranz der Politik gegenüber den Entscheidungen des BVerfG.

Politik stellt sich taub

Schwarz-Rot-Grün lässt die Betroffenen abblitzen. Aber auch die FDP habe eine Stellungnahme auf Plusminus-Anfrage abgelehnt. Lothar Binding, finanzpolitische Sprecher der SPD, hält die Rentner hin und verweist darauf hin, dass „wir ein Gesetz, eine Gesetzesänderung auf unsicherem Terrain machen würden und das ist eigentlich keine kluge Entscheidung.“ Die rentenpolitische Sprecherin der AfD, Ulrike Schielke-Ziesing, grätscht ein und sieht den Finanzminister gefordert. Die Linke hat einen Antrag zur Gesetzesänderung vorbereitet. Matthias W. Birkwald von der Fraktion Die Linke, der sich schon für die Abschaffung der Doppelverbeitragung einsetzt, erklärt: „Wir brauchen eine Reform der gesetzlichen Grundlagen; wir müssen den Übergangszeitraum zwischen 2005 und 2040 auf 2060 schieben, dann könnte man dafür sorgen, dass niemand doppelt besteuert wird.“ Das Problem der Doppelbesteuerung ist schon seit vielen Jahren bekannt, die Politik vertröstet die Bürger aber ein ums andere Mal.

Die Rentner sind die Dummen

Was hat es überhaupt mit der Doppelbesteuerung auf sich? „Nach dem Alterseinkünftegesetz wird Rente seit 2005 teilweise besteuert; der Anteil steigt jährlich; 2040 liegt er bei 100 Prozent; gleichzeitig müssen die Rentenbeiträge schrittweise steuerfrei gestellt werden; doch das erfolgt nicht in gleichem Maße“, klärt Plusminus auf. Die Folge sei eine Doppelbesteuerung. Das Bundesverfassungsgericht hatte übrigens schon im März 2002 entschieden, dass eine doppelte Besteuerung vermieden werden soll. Bislang ist nichts passiert. Schlimmer noch, inzwischen gibt es erste Urteile und die ignorieren die Vorgaben des Bundesverfassungsgerichtes.

Der Bund der Steuerzahler sucht Musterkläger, die diesen Missstand rechtlich klären lassen wollen. Wer seine Unterlage der vergangenen Jahre aufbewahrt hat und sich gegen diesen Skandal wehren will, sollte unter info@steuerzahler.de Kontakt mit dem Bund der Steuerzahler aufnehmen.




Messen 2019 für die 50plus-Generation

Messen für die 50plus-Generation schießen wie die Pilze aus dem Boden. Mittlerweile gibt es bereits zwei Dutzend dieser Messen in Deutschland und Österreich mit Zigtausend Besuchern. Das Messejahr beginnt bereits im Januar und endet erst im November. Ein Überblick.

Die Messemacher haben sich längst auf die 50plus-Generation eingestellt. Die Münchner Messe hat extra ein Casting für Models initiiert, auf dem sie Damen und Herren ab 45 Jahren suchen. Denn auf ihrer Modeshow Anfang Mai zur Messe „Die66“ will Projektleiter Stefan Ostermeier „den Besuchern tragbare Mode für die Generation 50plus zu zeigen, die authentisch präsentiert wird“.

Zwei Dutzend Messen für Best-Ager

Mode ist aber nur eines der Themen, die auf den Best-Ager-Messen das Publikum anziehen. Es geht auch um Finanzen, Wellness, Gesundheit, Reisen und Lifestyle. „Die 66“ ist zwar die größte Messe ihrer Art, aber nicht die einzige. Mittlerweile haben sich auch in anderen Städten deutschlandweit und in Österreich etabliert. So findet in Nürnberg die „Inviva“ statt, in Bremen die „Invita“, in Erfurt die „Besser leben“ und in Stuttgart „Die besten Jahre“.

Übersicht über 50plus-Messen

TerminMesseOrtBeschreibung
12.1.-13.1.201950plus Freude am LebenRatingenWohnen, Vorsorge, Freizeit, Gesundheit
26.1.-27.1.201950plus Freude am LebenErkrathWohnen, Vorsorge, Freizeit, Gesundheit
5. January 1900afaAugsburgHeimat, Freitzeit, Gesundheit
3. March 1900Bleib aktiv!St. Pölten (A)Lifestyle, Gesundheit, Reisen
27.2.-3.3.2019 invivaNürnbergErlebnismesse Mitten im Leben
9.3.-10.3.201950plus Freude am LebenEuskirchenWohnen, Vorsorge, Freizeit, Gesundheit
6.4.-7.4.201950plus Freude am LebenHeinsbergWohnen, Vorsorge, Freizeit, Gesundheit
10.4.-13.4.2019LebenslustWien (A)Finanzen, Gesundheit, Reisen, Kultur
13.4.-14.4.201950plusRied (A)Gesundheit, Wohnen, Reise, Mode
3.5.-5.5.2019 Die 66München50plus-Messe
18.5.-19.5.201950plus Freude am LebenSolingenWohnen, Vorsorge, Freizeit, Gesundheit
28.5.-30.5.2019SeniorentagDortmundVeranstaltungen, Mitmach-Aktionen, Messe
14.9.-15.9.2019Besser lebenErfurtLifestyle-Messe
17.9-18.9.2019InvitaBremenFit & Aktiv im Alter
6. October 201950 plus - Fit + Aktiv TagAmbergAktive Lebensgestaltung 50plus
8.10.-9. 10. 2019Generation Plus/Alt werden war gesternWuppertalGesundheit, Wohnen, Reisen, Hobbys 
13. October 2019SeniorenmesseBurgdorfGesundheit, Wohnen
20. February 190050plus InfotageHeilbronnLeben, Wohnen, Fitness und Gesundheit
2.11.-3.11.201950plus Freude am LebenLangenfeldWohnen, Vorsorge, Freizeit, Gesundheit
9.11.-10.11.201950plus Freude am LebenHeinsbergWohnen, Vorsorge, Freizeit, Gesundheit
15.11.-17.11.2019senaktivInnsbruck (A)Hobby, Heim, Gesundheit, Wellness, Reisen
21.11.-24.11.2019Die besten JahreStuttgartAlter, Vorsorge, Gesundheit

Die Messen werden eingerahmt von Vorträgen und Mitmachprogrammen. In den Vorträgen geht es um Glück und Zufriedenheit im Alter, wie gelingendes Altern aussieht und die neue Kultur des Alterns. Die Herausforderung einer alternden Gesellschaft verlangen nach neuen Antworten, weil wir immer älter werden und – wir Alten – prozentual immer mehr.

Info, Mitmachen und Spaß im Programm

Natürlich geht es auf den Messen um Ernährung und Gesundheit, Reisen, Wellness, Kultur – und nicht zuletzt Mode. Finanzen ist ebenfalls ein wichtiges Thema und Wohnen. Die Erfurter Messe hat sich das Thema Genuss auf die Fahnen geschrieben und wird einen Live-cooking-Bereich mit regionalen Produkten einrichten.

Bilder von der „Inviva“ 2015


Die 50plus-Generation hat viele Fragen, deswegen laden die Messemacher zu Diskussionsrunde, Workshops und Promi-Gesprächen ein. Der Spaß kommt ebenfalls nicht zu kurz: Auf der „Die 66“ im vergangenen Jahr verzauberte beispielsweise die Mezzosopranistin Cornelia Lanz das.

 

Foto: meine-afa.de




Was wir von den Schweden lernen können

zAnders als die Deutschen setzen auch die Schweden (neben den Norwegern) auf den Kapitalmarkt für die Altersvorsorge – und fahren deutlich besser als wir Deutsche. Niedrige Kosten und attraktive Rendite zeichnen den Siebten Allgemeinen Pensionsfonds AP7 aus. Da könnten wir doch was lernen?

Offensichtlich sind die Skandinavier weit pragmatischer als wir Deutsche. Norwegen und Schweden setzen auf den Kapitalmarkt, um die Demographie bedingte Lücke bei der gesetzlichen Renten zu füllen. Der schwedische Staat hat bereits 2000 ein Premium-Pensionsystem eingeführt, das die staatliche Rente ergänzt.

Die Schweden zahlen 16 Prozent des Bruttogehalts in das umlagefinanzierte Rente ein und 2,5 Prozent investieren sie in die kapitalgedeckte Altersvorsorge. Sie können sich selbst aussuchen, in welchen von rund 800 Fonds sie einzahlen wollen. Wem das zu kompliziert ist, kann und muss per staatlich verwaltetem Fonds AP7 fürs Alter vorsorgen – also fast so etwas wie Zwangs-Riester.

Schweden zahlen weniger Gebühren

Der Unterschied zu Riester sind allerdings Kosten und Wertentwicklung der schwedischen Premium-Rente. Die Verwaltungskosten liegen bei 0,1 Prozent und die jährliche Rendite seitdem er aufgelegt wurde bei mehr als sechs Prozent – ja, richtig gehört, bei durchschnittlich sechs Prozent pro Jahr. Premium-Rentner zahlen sonst  keine zusätzlichen Depotgebühren. Seit 2010 sind aus 100 schwedischen Kronen so 280 Kronen geworden. Mit dem Aktienrechner lässt sich die Durchschnittsrendite ganz leicht ausrechnen.

Dank effizientem Fondsmanagement bleibt nahezu alles von der Rendite übrig und fließt in die Taschen der Rentner. Wie anders doch in Deutschland, wo Kapitallebensversicherungen und Investmentfonds 1,5 bis vier Prozent Kosten abziehen. Wegen des Krankenkassen-Doppelbeitrags bei Betriebsrenten bleibt Altersvorsorgern hierzulande meist gar nichts mehr übrig – sie hätten ihr Geld genauso gut unters Kopfkissen legen können und wären auch nicht schlechter gefahren. Da kann der Staat noch so viel fördern, wenn die Versicherer und Banken sowie Krankenkassen sechs und mehr Prozent abschöpfen, wird Altersvorsorge sogar zum Minus-Geschäft. So wird das allerdings nichts mit einem auskömmlichen Ruhestand.

AP7 als obligatorischer Bürgerfonds

Der AP7 ist ein obligatorischer Bürgerfonds, der sich der sozialen und ökologisch Verantwortung bewusst ist und Kernkraft oder Kinderarbeit nicht ins Depot lässt. Jeder kann ständig nachsehen, wie sein Anlagekonto steht, denn die Zahlen sind per Internet abrufbar. Den AP7 gibt es als Aktien- und als Rentenfonds. Beide haben eine International Securities Identifikation Number (ISIN), so eine Art Postleitzahl für Kapitalanlagen. Die ISIN des AP7: SE0003299999. Investieren können aber nur Schweden, alle anderen bleiben außen vor. Die Fondsbewertungsgesellschaft Morningstar weist für den AP7 zumindest die wichtigsten Kennzahlen wie Rendite und Anlagevolumen aus.

Die Schweden können zwar auch in Einzelfonds investieren, aber mit weit über 90 Prozent entscheidet sich die weitüberwiegende Mehrheit für den AP7. Wer jetzt glaubt, das staatliche Fondsmanagement arbeitet so bürokratisch wie manche deutschen Bundesbehörden, muss seine Meinung gründlich revidieren. Den Schweden ist alles erlaubt, um für die Bürger eine passable Rendite zu erwirtschaften. Sie wissen, dass sich bezogen auf einen Anlagehorizont von Jahrzehnten mit Aktien eine deutlich höhere Wertentwicklung erreichen lässt. Sie scheuen auch nicht davor zurück, auf fallende Kurse zu setzen und kaufen Beteiligungen. Natürlich investieren die Schweden global und messen sich am Welt-Index MSCI ACWI – ACWI steht für All Country World Index.

Noch ein Wort zur Investmentstrategie: Wer sich für den AP7 Såfa entscheidet, der entscheidet sich dafür, dass sein Altersruhegeld bis zum 55. Lebensjahr zu hundert Prozent in Aktien investiert wird, ab 60 geht der Aktienanteil runter auf 83 Prozent und mit 65 Jahren auf 67 Prozent. In Deutschland gäbe es einen Aufstand, wenn ein Pensionsfonds so agieren würde, wie es der AP7 tut. Aber dafür leben die Schweden besser als wir im Alter.

Nachahmenswertes schwedisches Modell

Wir können uns von den Schweden eine Scheibe abschneiden. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) kennt sehr wohl die Vorteile des schwedischen Modells, der Forschungsbericht ist aber in den Schubladen der Behörde verschwunden. Seit März 2017 ist in dieser Beziehung wenig bis gar nichts passiert. Die Autoren der Studie beschreiben das schwedische Modell zwar genau: Ein staatlich organisierter und betriebener Fonds zur Kapitalanlage auf DefaultBasis in einem System zwingender Vorsorge (Schweden). Dabei ist es aber geblieben. Einen Satz aus der BMAS-Studie (s. Seite 21) sollte sich jeder auf der Zunge zergehen lassen: „Tatsächlich sank die ausgezahlte Rente in Schweden auch nach der Finanzmarktkrise 2008 nie unter den einer Riester-Rente entsprechenden Garantiebetrag. Da diese Garantie vor allem bei Niedrigzinsen hohe Kosten verursacht, hat die schwedische Prämienrente eine deutlich höhere Verzinsung als eine Riester-Rente.“ Da bleibt nur zu sagen: glückliches Schweden.

Abzocke durch Fondsgesellschaften

Wer dann noch die Gebühren des AP7 Såfa mit den Verwaltungs- und sontigen Gebühren von deutschen Riester-Anbietern – zu finden in der BMAS-Studie auf Seite 28 – vergleicht, der kommt ins Zweifel, ob uns die Politik nicht an die Versicherungs- und Fondsbranche verraten hat. Der AP7 Såfa kommt auf Gesamtkosten von 6,4 Prozent bei hohen Kapitalerträgen, der Union Invest auf 31,3 Prozent, Deka Invest auf 33,7 Prozent und DWS auf 41 Prozent.

  Hohe Kapitalerträge* Niedrige Kapitalerträge* 
AnbieterProduktGesamtkostenErtragsminderungGesamtkostenErtragsminderung
Schwedische RentenagenturAP7 Såfa6.40.175.60.15
Union InvestmentUniProRente31.30.9727.80.83
Deka InvestmentDekaZukunftPlan S.33.71.0730.10.91
DWSDWS RiesterRente Prem.411.36341.06
*in Prozent

Vergleich dreier Riester-Verträge mit dem schwedischen Standardfonds AP7 Såfa. Stand: 2013

Die große Koalition hätte mit dem Betriebsrentenstärkungsgesetz die Chance gehabt, diese Schieflage zu ändern – sie hat es nicht getan, zum Schaden deutscher Rentner.




Wie clever wohnen mit Smart Home funktioniert

Wir Vorruheständler – und Bereits-Rentner – sind mit dem Internet aufgewachsen. Warum es nicht auch stärker nutzen, um uns das Leben in den eigenen vier Wänden zu erleichtern? Mit Smart Home lässt sich vieles im Haus problemlos steuern. So funktioniert’s.

Smart Home? Nicht für uns! Doch gerade für uns! Die Technik, die dahinter steckt, erleichtert uns das Leben. Vieles im Haus lässt sich problemlos steuern, überwachen und vereinfachen. Der positive Effekt: Wir können mit Smart Home sogar länger in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben.

Was ist Smart Home und wie funktioniert es? Die meisten von uns sind mit den Internet aufgewachsen, kennen sich einigermaßen aus und erledigen das meisten online. Kurzum, wir sind eine internetaffine Generation. Wir sind offen für Neues – und Smart Home gehört dazu. Die Idee von Smart Home: Prozesse und Abläufe im Alltag unkompliziert zu automatisieren, um uns das Leben zu erleichtern. Wie werden die Systeme gesteuert? Entweder mit Smartphone, per Fernbedienung oder sogar ganz ohne. Ein Smart-Home-System bietet uns mehr Komfort und mehr Sicherheit.

Digitale Helfer für den Alltag

Vielleicht klingt das alles etwas abstrakt, was heißt Smart Home konkret? Smart Home kann die Steuerung des Saugroboter sein, des Kühlschranks, der Wasch- und Kaffeemaschine. Wer aktuell noch auf der Suche nach einem passenden Saugroboter für das smarte Zuhause ist, der schaut am besten beim praktischen Saugroboter Testvergleich rein. Auf dem Vergleichsportal gibt es Entscheidungshilfe mit vielen hilfreichen Tipps und Informationen rund um die digitalen Reinemacher, die Hausarbeit deutlich erleichtern. Um möglichst lange und ohne fremde Hilfe im eigenen Wohnhaus zu bleiben, sind die funktionalen Smart-Home-Vernetzungen für den Alltag eine perfekte Lösung.

Smart Home ist aber noch mehr als nur Saugroboter und intelligenter Kühlschrank. Dazu gehört auch das komplette Unterhaltungsangebot. Ob Smart TV oder Blu-Ray-Player – sie sind unkompliziert steuerbar. Das Leben mit Smart Home wird ein ganzes Stück komfortabler. Smart Home verspricht mehr Genuss sowie ein eigenbestimmtes Leben – und mehr Sicherheit. Per smarter Steckdose lassen sich Geräte auch von unterwegs ausschalten; intelligente Tür- und Fenstersicherungen erschweren Einbrechern das Leben.

Energiesparen leicht gemacht

Das Smart Home erkennt Stromfresser und Energieräuber. Nach einer Analyse sind Beleuchtung und Heizung daher individuell regelbar. Das ist nicht nur in puncto Energiesparen von Vorteil, sondern auch, wenn die Temperatur über Nacht stark abfällt. So lässt sich die Heizung wettergerecht programmieren. Mit smarter Technik lässt sich die Beleuchtung stromsparend und clever auf die eigenen Bedürfnisse abstimmen. Automatische Bewegungssensoren erkennen, wenn jemand den Raum betritt – und das Licht geht an. Beim Verlassen kümmert sich die Technik darum, es zu löschen.

Smart Home für mehr Sicherheit

Dem Smart Home Monitor aus dem Jahr 2017 zufolge sind die drei wichtigsten Gründe für den Kauf von smarter Technik: Komfort, Sicherheit und Spaß. Vielleicht sollten wir uns das Kürzel ALL merken – ALL heißt Ambient Assisted Living und meint so viel wie altersgerechte Assistenzsysteme für ein selbstbestimmtes Leben. Wir Älteren wollen möglichst lang in den eigenen Wänden wohnen. Die vertraute Umgebung zu verlassen, ist oft der letzte Schritt. Mit Smart Home verlängern wir die Spanne des selbstbestimmten Lebens in den eigenen vier Wänden. Die Kinder werden per beispielsweise Smartphone informiert, wenn es zu Unregelmäßigkeiten kommt und sich die Eltern länger nicht melden.

Schon mal von Notrufknopf oder -armband gehört? Das Notrufarmband wird direkt um das Handgelenk getragen. Dank dessen lässt sich in Notsituationen ein Notruf an eine im System gespeicherte Nummer absetzen. Es ist gerade für Verwandte von Alleinlebenden ein beruhigendes Gefühl zu wissen, dass sie im Notfall jederzeit informiert werden, wenn es Oma oder Opa, Tante oder Onkel schlecht geht. Das Smart Home ist so intelligent zu erkennen, wenn sein Bewohner stürzt: Durch Sensoren, die bei Druck im Teppich betätigt werden, setzt das System automatisch einen Notruf ab. Auch die Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend – „Zuhause im Alter“ – ist der Meinung, dass dank Technik viele länger in den vertrauten vier Wänden bleiben können und nicht ins Heim umziehen müssen.

Weitere Informationen zum Thema „Länger zuhause leben“ gibt es auf dem Internetportal Wegweiser für das Wohnen im Alter vom BMFSFJ und der Initiative „Zuhause im Alter“.

pixabay.com © Pixaline (CC0 Creative Commons)




Die Angst vor Altersarmut wächst

Die Angst vor Altersarmut rückt stärker als andere Themen ins Bewusstsein der Deutschen. Sie machen sich „große“ Sorgen um ihr Auskommen im Alter – und das mit gutem Grund, denn die Rente reicht immer weniger.

Mehr als die Hälfte der Deutschen sorgt sich um die finanzielle Absicherung im Alter, das ergab eine aktuelle Umfrage der Beratungsgesellschaft Ernst & Young (EY). Nur Umweltverschmutzung und Krankheit treibt die Deutschen noch mehr um. Tatsächlich wird die gesetzliche Rente für einen auskömmlichen Ruhestand nicht reichen. Zurzeit ignorieren das noch viele, das ändert sich aber, wie die Studie belegt. Die Angst, im Alter zu verarmen, hatte in der Studie mit 18 Prozent (im Vergleich zum Vorjahr) die höchste Zuwachsrate in der Angstskala. Keine andere Sorge habe für die Deutschen so sehr an Bedeutung gewonnen, stellen die Autoren der Studie fest.

Angst-vor-Altersarmut

Die Angst vor Altersarmut an Position eins der Skala

Angst vor Altersarmut wächst

Mittlerweile hat sich auch bei den Jüngeren herumgesprochen, dass es im Alter mau aussehen wird. „Die Rente ist aus Sicht vieler Deutscher keineswegs mehr sicher, über die Hälfte der Bürger fürchten, im Alter finanziell deutlich kürzer treten zu müssen“, so das Resümee von Bernhard Lorentz, Leiter des Bereiches Government and Public Sector bei EY. Das ist ein doppeltes Problem, denn angesichts der aktuellen Nullzinsphase können die Jungen auch kein Vermögen aufbauen, außer, sie investieren in Aktien und Immobilien, wovon aber viele nichts wissen wollen.

Rentner sind zunehmend unzufrieden

Auch die heutigen Rentner sind mit ihrer finanzielle Situation im Vergleich zu den jüngeren Generationen deutlich unzufriedener. „Nur jeder Dritte Verbraucher über 65 ist mit seiner finanziellen Situation zufrieden“, sagt die Studie. Verbesserung dürfte auch 2019 nicht in Sicht sein. „2018 spürten die Konsumenten eine unerwartet hohe Inflation; Öl und Benzin, aber auch einige Lebensmittel waren teils deutlich teurer als vor einem Jahr“, kommentiert Thomas Harms, Leiter des Bereichs Consumer Products & Retail bei EY die Zahlen. Entsprechend bleibe bei den Bürgern trotzt Lohnerhöhung und Rentensteigerung am Ende weniger Geld im Portemonnaie übrig als vor einem Jahr. Tatsächlich stieg die Inflationsrate im November auf 2,3 Prozent und war im Dezember immer noch bei 1,7 Prozent.

Angst vor Altersarmut – Wenn die Rente nicht mehr reicht – Betroffene bei Peter Hahne – ZDF

Was Wunder, dass die Leute ihr Geld künftig vorsichtiger ausgeben werden. Sparen ist angesagt – und das laut Studie besonders bei Unterhaltungselektronik wie Smartphones und Tablets. Größere Einzelanschaffungen wie Autos oder Küchen sowie Haus- und Wohnungsrenovierungen werden zurückgestellt. Nur beim Urlaub wollen die Deutschen nicht sparen.

Dazu ein Kommentar von Heike Jahberg im „Tagesspiegel“




Was wir von Norwegen lernen können

Anders als die Deutschen setzen die Norweger auf den Kapitalmarkt für die Altersvorsorge – und fahren deutlich besser damit. Norweger haben ein Guthaben, Deutsche Schulden pro Kopf. Die norwegische Zentralbank kümmert sich um den Reichtum der Nation und künftiger Generationen. Das können wir von den Norwegen lernen.

In 50 Jahren sind die Ölfelder in der Nordsee erschöpft – für die Zeit danach hat Norwegen vorgesorgt dank der Umsicht früherer Generationen, die das Geld nicht verplempert haben. Die norwegische Staatsbank (Norges Bank) hat das Geld in Aktien und Immobilien weltweit in einem Pensionsfonds angelegt. Mittlerweile hat dieser Fonds ein Volumen von weit mehr als 8,23 Billionen norwegischer Kronen oder umgerechnet 825 Milliarden Euro. Der norwegische Pensionsfonds wird nur von 550 Leute organisiert – alles Spezialisten und entsprechend gut bezahlt. Die Kosten sind mit sechs Prozent vergleichsweise hoch, die Wertentwicklung des Fonds aber auch. Allein in den vergangenen zehn Jahren hat der globale Pensionsfonds eine durchschnittliche jährliche Rendite von mehr als 13 Prozent erreicht, in den vergangenen 20 Jahren sogar 21 Prozent pro Jahr. Selbst nach Abzug der Kosten bleibt immer noch genug übrig für die Norweger. Wer will kann das alles selbst online nachrechnen, dafür gibt’s den Aktienrechner – einfach Kauf- und Verkaufskurs eingeben und Anlagedauer, auf „Berechnen“ klicken“ und die Rendite ablesen.

Von Norwegen lernen

Was haben Norwegens Rentner davon? Das Geld aus dem Pensionsfonds finanziert den Wohlfahrtsstaat, dazu gehören die Krankenkasse und die Mindestrente von umgerechnet annähernd 1600 Euro. Wie viel Geld generiert der Fonds? Von April bis Ende Juni 2018 erzielte der Fonds beispielsweise einen Gewinn von umgerechnet 17 Milliarden Euro, nur mal so als Beispiel. 17 Milliarden geteilt durch 5,25 Millionen Norweger ergibt 3238 Euro pro Einwohner. Wer’s nicht glaubt, kann das jederzeit online auf den Seiten des Norges Bank Investment Management nachlesen. Da steht auch, wie viel der Fonds aktuell wert ist, wo wieviel Geld investiert wird und wie sich der Fonds in den vergangenen Jahren entwickelt hat. Mittlerweile ist jeder Norweger dank des Pensionsfonds ein Kronen-Millionär.

Mindestrente ist keine

Allerdings ruhen sich die Norweger nicht auf der Mindestrente aus, denn die reicht auch im teuren Norwegen nicht weit. Wer Kinder großzieht, bekommt automatisch drei Rentenpunkte pro Jahr, um die Grundrente aufzustocken. Für Norweger ist es auch selbstverständlich, mit einer Betriebsrente fürs Alter vorzusorgen. Norweger können laut Deutscher Rentenversicherung schon mit 62 Jahren in Rente gehen, wenn sie entsprechen Rentenpunkte gesammelt haben. Reguläres Rentenalter ist allerdings 67 Jahre. Tatsächlich arbeitet rund ein Fünftel der Norweger noch nach 65 Jahren, weil sie Rente und Arbeit miteinander verbinden können. Um das zu ermöglichen, bietet der Staat einiges an Hilfen an, was er sich dank des Pensionsfonds auch locker leisten kann.

Die Schaltzentrale der norwegischen Pensionsfonds

Chancen des Kapitalmarkts

Allein die Zahlen sind schon beeindruckend. Wäre das nicht auch ein Modell für Deutschland? Natürlich! Aber deutsche Politiker arbeiten eher gegen eine kapitalgestützte Zusatzrente. Norbert Blüm hat den Deutschen den Blick mit seinem Spruch „die Rente ist sicher“ vernebelt, Riester hat die kapitalgestützte Vorsorge torpediert und Ulla Schmidt (SPD) sowie Horst Seehofer (CSU) haben alle, die eigenverantwortlich per Direktversicherung fürs Alter vorgesorgt haben – und immer noch vorsorgen – mit dem 2004 eingeführten Gesundheitsmodernisierungsgesetzt (GMG)  schlichtweg enteignet, indem sie ihnen doppelte Krankenversicherungsbeiträge aufgebrummt haben. Der Hype um die vermeintliche Volksaktie Telekom – erinnert sei nur an die Werbung mit Manfred Krug alias Liebling Kreuzberg – und ihr desaströser Absturz haben ebenfalls dazu beigetragen, dass den Deutschen die Lust auf Aktien gründlich vermiest wurde.

pensionsfonds-norwegen

Wertentwicklung des norwegischen Pensionsfonds seit 1998

Keine Angst vor Altersarmut

Wer über Altersarmut redet, muss auch darüber reden, wie deutsche Politiker den Deutschen die Chancen des Kapitalmarkts gründlich madig gemacht und sie durch gesetzgeberische Maßnahme davon abgehalten haben. Wenn einer wie Friedrich Merz, der ums Amt des CDU-Vorsitzenden kandidierte, wegen seines Vorschlags, mit Aktien fürs Alter vorzusorgen, sofort in die Lobbyisten-Ecke gestellt wird, sagt das alles aus über die Aktien-Antipathie der Deutschen. Das rächt sich jetzt leider. Denn wir Deutsche müssen Angst vor dem Alter haben, anders als die Norweger.

Transparenz als Voraussetzung

Leider kann der Einzelne die Anlagepolitik des „Statens pensjonsfond utland“ mangels Masse nicht unmittelbar umsetzen. Lässt sich trotzdem von den norwegischen Finanzverwaltern lernen? Die Norweger streuen das Vermögen weltweit, um das Risiko zu minimieren, sie verteilen das Geld auf Anleihen (29,7 Prozent), Aktien (67,6 Prozent) und Immobilien (2,7 Prozent) – und investieren langfristig. Risk-adjusted-Return, sprich möglichst hohe Rendite bei möglichst geringem Risiko propagiert Fondschef Yngve Slyngstad. Transparenz und Verantwortung gehören ebenfalls zu den Leitlinien – und dazu gehört, dass jeder Norweger jederzeit weiß, wie viel der Fonds wert ist und in was er investiert. Auf der Einstiegsseite des Fonds läuft eine Vermögensuhr, die den aktuellen Marktwert des Fonds in Bruchteilen von Sekunden ausrechnet.

Besser als der Index

Letztlich orientieren sich die norwegischen Fondsmanager natürlich an einer Richtgröße – und das ist der FTSE Global All Cap Index, ein Korb von 8000 Aktien von größeren Unternehmen weltweit, gewichtet nach ihrem Börsenwert. Daraus errechnet sich ein Durchschnitt, der Index eben. Den Korb zusammengestellt hat FTSE Russell, eine Tochter der Londoner Börse, wobei die Abkürzung FTSE für Financial Times Stock Exchange steht. Privatanleger wären langfristig allerdings mit dem konkurrierenden MSCI World besser gefahren – und mit dem MSCI World Minimum Volatility noch besser. Beides sind ebenfalls Körbe von Tausenden Unternehmen weltweit. „Korb-Macher“ ist MSCI (vormals Morgan Stanley Capital International), ein in New York ansässiger Finanzdienstleister, der Indizes zusammenstellt und anderen gegen Geld erlaubt, diesen Index zu benutzen. Die Fondsbranche hat sich darauf eingeschossen und eine Vielzahl von entsprechenden Index-Fonds entwickelt, darunter auch die beiden genannten.

Norwegen wird immer reicher

Das Konzept der Norwegen scheint zu stimmen, denn auf Dauer wächst das Vermögen des Fonds zum Wohl künftiger Generationen. Sie haben ihren Öl- und Gas-Schatz sinnvoll genutzt, um für die Zukunft vorzusorgen. Davon kann sich Deutschland eine Scheibe abschneiden.

Aber so lange Aktienbesitz hierzulande verteufelt und die Aktienkultur mit Füßen getreten wird, bleibt es beim sehnsuchtsvollen Blick nach Norden. Die Folge wird sein, dass sich Altersarmut weiter ausbreitet und der Verteilungskampf nach 2025 erst so richtig losgeht.

Disclaimer:

Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Die hier enthaltenen Aussagen sind nicht als Angebot oder Empfehlung bestimmter Anlageprodukte zu verstehen. Dies gilt auch dann, wenn einzelne Wertpapiere oder Investments erwähnt werden. Der Beitrag soll lediglich einen Überblick über die Möglichkeiten geben und die selbständige Anlageentscheidung erleichtern.




Zusammen weniger allein – warum nicht in eine Senioren-WG ziehen?

Wie wohnen im Alter? Besser früher als zu spät darüber nachdenken. Wir werden immer älter und wir Alten werden immer mehr. Wie wäre es denn mit einer Senioren-WG?

Immer mehr Menschen sind im Alter auf die Pflege durch fremde Personen angewiesen. Während sich früher meist die Familienmitglieder um die Betreuung der Älteren kümmerten, leben viele Senioren heute alleine. Hinzu kommt, dass die Menschen ein immer höheres Alter erreichen und der Anteil an alten Menschen an der Bevölkerung steigt. Während derzeit 21 Prozent der Deutschen über 65 Jahre alt sind, werden es bis 2030 schon 30 Prozent sein. Grund genug, sich möglichst frühzeitig über die Wohnsituation im Alter Gedanken zu machen.

Pflegeplätze kaum noch bezahlbar

Wer keine Angehörigen hat, die bereit und in der Lage sind, die Pflege selbst zu übernehmen, ist auf Hilfe durch professionelle Pflegekräfte angewiesen. Altersheime sind jedoch eine kostspielige Angelegenheit. Ein Pflegeheimplatz in Deutschland kostet im Schnitt 3.300 Euro im Monat. Nach Abzügen der Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung muss die eigene Rente bis auf einen Betrag von knapp 110 Euro an Taschengeld für den Eigenanteil aufgewendet werden. Dieser beträgt durchschnittlich um die 1700 Euro im Monat – viel mehr, als die meisten Senioren mit ihrer Rente abdecken können.

In diesem Fall sind die nächsten Angehörigen gesetzlich dazu verpflichtet, einzuspringen – sofern es ihnen finanziell möglich ist. Wer dazu in der Lage ist, sollte sich deshalb rechtzeitig um eine private Pflegeversicherung bemühen, die im Alter für zusätzliche finanzielle Entlastung sorgen kann.

Pflegeheimplätze sind aber nicht nur teuer, sie genießen hierzulande auch nicht den besten Ruf. Darüber hinaus finden viele Senioren die Vorstellung schrecklich, nicht mehr in ihren eigenen vier Wänden leben zu können. Es ist wichtig, sich rechtzeitig Gedanken zu machen, wie und wo wir unseren Lebensabend verbringen möchte und welche Alternativen zum Pflegeheim zur Verfügung stehen.

Möglichst frühzeitig in eine Senioren-WG

Eine Alternative zum Altersheim kann für viele Menschen eine sogenannte Senioren-Wohngemeinschaft sein. Das Zusammenleben mit mehreren älteren Personen in einem Haus oder einer Wohnung hat gleich mehrere Vorteile:

  • Wir laufen weniger Gefahr, im Alter zu vereinsamen
  • Bewohner können sich gegenseitig unterstützen
  • Mietkosten und Ausgaben können geteilt werden
  • Pflege kann gemeinsam organisiert werden

Trotz aller Vorteile ist die Gründung einer Senioren-WG jedoch nicht ganz einfach, denn die Ansprüche an eine geeignete Immobilie sind hoch. Sie muss nicht nur die richtige Raumaufteilung haben, sondern nach Möglichkeit barrierefrei sein, um dort auch noch mit einer eingeschränkten Mobilität wohnen zu können.

Supermarkt um die Ecke

Wichtig sind auch nahe gelegene Einkaufsmöglichkeiten und eine gute Verkehrsanbindung sowie Arztpraxen und kulturelle Angebote, die leicht zu erreichen sind. Die richtigen Mitbewohner für eine Senioren-WG zu finden, gehört sicherlich auch nicht zu den leichtesten Aufgaben – schließlich müssen alle Mitglieder auch zueinander passen und sich sympathisch sein. Um mögliche Konflikte bereits im Voraus zu vermeiden, gehören feste Regeln zu einer Wohngemeinschaft unter Senioren ebenso wie zu einer Studenten-WG.

Wer sich für das Wohnen in einer Senioren-WG interessiert, sollte sich möglichst frühzeitig dazu entschließen und dort einziehen, solange er noch halbwegs fit und unabhängig ist.

 

Bildrechte: Flickr Tivoli gardens #72 Thomas Rousing CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten




Pensionskassen geraten wegen Nullzins in die Schieflage

Heute drei, morgen Dutzende – Pensionskassen kommen wegen der Nullzinspolitik von EZB-Chef Mario Draghi in die Bredouille. Leidtragende sind deutsche Betriebsrentner, deren Altersvorsorge gefährdet ist.

Es knirscht vernehmlich im Gebälk der Pensionskassen. Erst Anfang Dezember verbot die Finanzaufsicht Bafin der Pensionskasse der Caritas das Neugeschäft, weil der Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit, so die Rechtsform, die Solvabilitätskapitalanforderung nicht erfüllt und sich weigert, sein Geschäft nachhaltig zu sanieren. Das lässt darauf schließen, dass die Pensionskasse auf Dauer ihren Verpflichtungen den Betriebsrentnern gegenüber nicht mehr nachkommen kann. Kein Wort davon auf der Homepage der Kölner, die nur mitteilen, dass der bisherige Chef Christof Heinrich geht und Olaf Keese seinen Posten übernimmt.

Pensionskassen in der Bredouille

Beschäftigte von Kirche und Caritas, deren Betriebsrente über die Pensionskasse läuft, müssen sich auf Einbußen gefasst machen. Wie der Verein selbst schreibt (in der Pressemitteilung über den Wechsel des Vorstandsvorsitzenden), die gegenwärtige wirtschaftliche Lage der Kasse führe dazu, „dass eine Herabsetzung der Leistungen im Raum steht“. Kein Wort, was das konkret bedeutet. Die Pensionskasse der Caritas ist allerdings nicht die einzige, die Betriebsrenten kürzen wird, auch deren Schwester, die Kölner Pensionskasse, kränkelt und darf schon seit September kein Neugeschäft mehr ankurbeln.

Nullzinsphase belastet

Der Dritte im Bunde ist die Deutsche Steuerberater-Versicherung, die Pensionskasse der steuerberatenden Berufe. Ganz versteckt auf ihrer Homepage stellt die Pensionskasse fest, dass für 2017 annähernd 18 Millionen Euro fehlen und die  „Solvabilitätskapitalanforderung nicht mehr bedeckt ist“ – und für 2018 droht ebenfalls eine Unterdeckung.

Das sind momentan drei von 136 Pensionskasse mit 9,25 Millionen Versicherten, die Probleme haben, aber es werden sicher mehr werden, denn die Nullzinsphase ist ja längst nicht zu Ende. Wenn die Träger keine Mittel nachschießen, wird es eng und die Pensionskassen müssen Leistungen kürzen und Beiträge erhöhen. Der „Versicherungsbote“ schreibt: „45 der aktuell 137 deutschen Pensionskassen stehen unter erweiterter Aufsicht der BaFin, so berichtete kürzlich die Bundesregierung; und Chefaufseher Frank Grund wählte die Probleme der Anbieter als Schwerpunkt der jüngsten BaFin-Pressekonferenz in München“. Dem ist nichts hinzuzufügen.

Anleihen bringen nichts mehr

Ursache ist die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) unter ihrem Chef Mario Draghi. Da den Pensionskassen bei der Anlage die Hände gebunden sind, haben sie ihr Vermögen von rund 164 Milliarden Euro weitgehend in Anleihen gesteckt – nur bringen die immer weniger. Die gutverzinsten Alt-Anleihen laufen langsam aus und für neue gibt’s keinen Zins mehr. Ausbaden müssen es die Betriebsrentner.

Andere Träger haben es erst gar nicht so weit kommen lassen und schossen Geld nach, darunter BASF, der seine Pensionskasse mit 317 Millionen Euro versorgteFondsprofessionell zufolge braucht auch die Baden-Badener Pensionskasse eine Geldspritze – die BBP ist die Pensionskasse von ARD, Deutschlandradio und Deutscher Welle. Der Nachschuss wird sich wohl letztlich auf die Rundfunkgebühr auswirken, denn es ist die Rede von einem Nachschuss in dreistelliger Millionenhöhe.

Rentenfaktor nach unten korrigiert

Damit nicht genug, schon in den vergangenen Jahren hat sich die Nullzinspolitik Draghis auf den Rentenfaktor der Pensionskassen ausgewirkt. Dem „Versicherungsboten“ zufolge hat „mehr als jede sechste Pensionskasse in den letzten zehn Jahren ihre Verrentungsfaktoren zu Ungunsten der Versicherten nach unten korrigiert“. Die Größte Pensionskasse ist, sprich die BVV Versicherungsverein für das Bankgewerbe, hatte dem Tagessspiegel“ zufolge bereits zum 1. Januar 2017 ihre Rentenzusagen um gut 24 Prozent deutlich nach unten korrigiert. Ein niedrigerer Rentenfaktor bedeutet niedrigere Betriebsrenten. Was ist der „Rentenfaktor“: „Damit der Versicherer eine Garantie für die Rentenzeit geben kann, kalkuliert er die Rentenhöhe in Bezug auf ein fiktiv angespartes Kapital – in der Regel je 10.000 Euro“, erklärt das Verbraucherportal des Gesamtverbands der Versicherer.

Die größten Pensionskassen in Deutschland

Versicherung Versicherte 
Anlagevolumen in Mio. EuroAnwärterRentner
BVV Versicherungverein des Bankgewerbes28540351661114367
Allianz PK AG1191685821323008
Bayer-Pensionskasse89794276556635
BASF Pensionskasse81899441751220
Hoechst-Gruppe PK73794469753833
ZVK Bau AG58691143300358308
Hamburger PK von 1905582767623153114
Sparkassen PK AG49003615378686
Degussa-Hüls PK45424200524292
Allianz Vorsorgekasse44124968725276
ERGO PK41084603817458
Pro bAV Pensionskasse AG32212549552287
R+V Pensionsvers.30324492118988
VBL*286236801826646
Neue Leben PK23491484993112
Generali Deutschland23461637512360
R+V Pensionskasse23121589163600
Hamburger Pensionsrück20907897916512
Wacker Chemie PK2072172728234
Gothaer PK20283238124242
* Die Angaben beziehen sich nur auf den von der BaFin beaufsichtigten Teil der freiwilligen Versicherung.

Quelle: Bafin

Alles in allem also schlechte Nachrichten für Betriebsrentern, die in einen Pensionskasse einzahlen.




Wie die EZB den Deutschen die Ruhestandsplanung ruiniert

Die Deutschen sparen sich arm – richtig gehört. Die Inflation ist weit höher als die Zinsen. Unterm Strich steht somit ein Minus, das heißt, wer spart wird ärmer. Wer’s nicht glaubt, muss nur Zinsen und Inflation vergleichen. Das Realvermögen schrumpft schon seit Jahren. Ruhestandsplanung wird zum Minus-Geschäft.

Wer schon mal auf dem Münchner Oktoberfest war, weiß was Geldentwertung heißt. Bekam der Wiesn-Besucher die Maß 2008 noch für 8,30 Euro, so zahlt er 2018 bereits 11,50 Euro dafür. Das ist eine Inflationsrate von 3,3 Prozent. Anders ausgedrückt, seine 8,30 Euro von damals sind heute noch 5,99 Euro wert, also nur noch eine halbe Maß – und die gibt’s auf dem Oktoberfest nicht. Bei einer Inflation von zwei Prozent, so wie es die Europäische Zentralbank (EZB) anstrebt – und mittlerweile erreicht hat – sind in zehn Jahren aus einem Euro 82 Cent geworden. Übrigens, kann das jeder mit dem Inflationsrechner selbst ausrechnen. Im November betrug die Inflationsrate laut Statistischem Bundesamt sogar 2,3 Prozent. Niemand sollte angesichts der Probleme in der Euro-Zone hoffen, dass sich das so schnell ändert. Italien verschuldet sich immer höher, Frankreich auch – da kann eine EZB die Zinsen nicht erhöhen.

Ruhestandsplanung im Eimer

Wenn die Inflation höher ist als die Zinsen, dann schrumpft das Realvermögen, sprich das, was sich Verbraucher dafür leisten können. Nominal hat der Sparer zwar morgen noch genau so viel auf dem Konto wie heute, nur kann er sich damit immer weniger kaufen. Also wird er immer ärmer. Klingt logisch, oder? Nicht für die Deutschen. Entweder können oder wollen sie nicht rechnen, denn wie anders lässt sich erklären, dass im dritten Quartal 2018 laut Bundesbank mehr als 2,37 Billionen Euro – in Ziffern 2 371 000 000 000 – unter Matratzen, auf Giro- und Tagesgeldkonten und Sparbüchern vor sich verkommen.

„Nur“ 640 Milliarden Euro waren in Aktien und 576 Milliarden in Fonds investiert. Das Vermögen zerrinnt den Deutschen Monat für Monat zwischen den Fingern, weil es für Sparguthaben und für Tagesgeld keine Zinsen mehr gibt. Dabei bräuchten sie das Geld so dringend im Alter, um die Versorgungslücke zu schließen, die sich durch die Absenkung des Rentenniveaus immer weiter öffnet.

Draghi lacht sich ins Fäustchen

Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) und damit Urheber dieser finanziellen Katastrophe, lacht sich ins Fäustchen. Warum sind die Deutschen auch so blöd, denkt er sich im Stillen. „Selber schuld“, so sein Kommentar, den er mittlerweile schon mehrfach geäußert hat. Ihm ist egal, dass die Deutschen durch die Minus-Zins-Politik der EZB enteignet werden.  Seit 2011, so hat die comdirect ausgerechnet, verlieren die Deutschen pro Jahr dieser systematischen Enteignung geschuldet mehr als 34 Milliarden Euro, umgerechnet auf jeden Haushalt sind das 872 Euro Realzinsverlust.

Sozialkassen werden durch EZB geschröpft

Das Perfide daran, auch die gesetzliche Rente ist von Draghis Enteignungspolitik betroffen, denn die Deutsche Rentenversicherung muss ihre Reserven bei der EZB parken, wo sie Strafzinsen zahlt. Das gleiche gilt für die anderen Kassen der Sozialversicherung. Vater Staat freut sich drüber, denn er bekommt Geld geschenkt, ja noch besser, Gläubiger zahlen ihn sogar dafür, dass sie ihm Geld leihen dürfen.

Betriebsrentner leiden unter Draghi

Selbst, wer eine Betriebsrente in Form einer Kapitallebensversicherung hat, wird am Ende deutlicher weniger bekommen, als er einmal gedacht hat. Denn die Versicherungskonzerne verlieren wegen Draghi ebenfalls Geld, da sie das Geld der Versicherten ja weitgehend in Staatsanleihen anlegen müssen, die nichts mehr bringen, zumindest die neueren.

Rentenniveau bei 48 Prozent eingefroren

Düstere Aussichten für die kommenden Jahre, in denen die Babyboomer-Generation in Rente geht, denn das Rentenniveau von derzeit 48 Prozent wird auf diesem Stand eingefroren – vorerst nur bis 2025, was danach passiert, kann sich jeder selbst ausrechnen. Der Staat muss angesichts der Babyboomer-Welle zwangsläufig das Rentenniveau senken, um die Renten zahlen zu können. Nachkommende Generationen schauen in die Röhre.

Leider wird sich daran auch so schnell nichts ändern, wie die Vermögensberater von Ypos meinen. Eine nachhaltige Wende der Geldpolitik in der Eurozone erscheine nur sehr schwer vorstellbar. „Die finanzielle Repression ist also heute in den Schlagzeilen kaum noch präsent, aber in den Auswirkungen auf die Vermögensentwicklung wirkungsvoller denn je“, so Ypos.

Systematischer Vermögensverzehr

Wie hoch der Vermögensverzehr ist, zeigt die Grafik von Ypos. Bei einer Inflationsrate von 2,3 Prozent verlieren Anleger mit fast allen Anlageformen Realvermögen, sprich Kaufkraft. Nur noch mit Schrottanleihen ist Geld zu verdienen, allerdings gehen Anleger damit eine extrem hohes Risiko ein.

ypos-inflationscheck

Der Inflationscheck von Ypos zeigt klar, dass sich mit den üblichen Sparformen das Vermögen nicht erhalten lässt. Wer sein Geld auf dem Sparbuch oder Tagesgeldkonto bunkert, verliert systematisch Kaufkraft. Quelle: Ypos