Ist die Riester-Rente so sicher wie die gesetzliche Rente?

„Die Rente ist sicher“, propagierte einst Norbert Blüm. Aber eben nicht in der Höhe, vergaß er zu sagen. Das ist das Problem. Was für die gesetzliche Rente gilt, gilt auch für die Riester-Rente. Sie kann die Versorgungslücke nicht schließen, wofür sie ursprünglich gedacht war.

„Das Kopfkissen – die bessere Riester-Rente?“, behauptet der Bund der Versicherten und provoziert damit die Versicherungsbranche. Wer hat Recht? Der Bund der Versicherten (BdV) hat in einer Studie ermittelt, „dass die Versicherungsunternehmen strukturell nicht in der Lage sind, erfolgreich mit den ihnen anvertrauten Werten zu arbeiten“. Das lasse sich sowohl auf hohe Kosten in der Ansparphase zurückführen, wie auch auf überzogene Annahmen zur Lebenserwartung, die die Rentenhöhe – und damit auch die Rendite – mindere, so die Studie des BdV.

Nur noch 0,9 Prozent Zins

Die Studie des BdV bezieht sich auf Riester-Rentenversicherungen, die mindestens den sogenannten Höchstrechnungszins abwerfen sollen. Der Höchstrechnungszins ist seit 1997 von vier Prozent auf mittlerweile 0,9 Prozent  gesunken, entsprechend niedrig fallen die Riester-Renten aus. Wer beispielsweise 20 Jahre lang monatlich 85 Euro eingezahlt hat und die 175 Euro Grundzulage mitgenommen hat, bekommt laut Stiftung Warentest bei der Allianz 77 Euro Riester-Rente ausgezahlt, bei DEVK nur 74 Euro, bei der R+V AG 77 Euro – nicht gerade üppig. Die Versicherungen versprechen zwar Überschussbeteiligungen, nur wer bereits Erfahrungen mit Versicherungen gemacht hat, weiß, dass die Überschussbeteiligungen im Lauf der Jahre teilweise bis auf null Euro abgeschmolzen wurden. Wie sollen die Konzerne auch Überschüsse angesichts der jahrelangen Nullzinsphase erwirtschaften – und daran wird sich auch so schnell nichts ändern, wie Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) unmissverständlich der ganze Welt mitteilte.

Wie die Überschüsse zusammenschmelzen

Der BdV hat also Recht, wenn er nur mit dem rechnet, was die Versicherer auf alle Fälle zahlen müssen. Aber selbst, wenn ein paar Euro Überschuss herausspringen, macht es das kaum besser. Der Gesamtverband der Deutschen  Versicherungswirtschaft (GDV) lässt das natürlich nicht auf sich sitzen und hält dagegen. Von Negativrenditen könne keine Rede sein, nach Steuern seien mit Riester-Renten Renditen zwischen drei und vier Prozent zu erzielen. „Das ist reine Polemik“, so der GDV-Geschäftsführer Peter Schwark. Der BdV kalkuliere mit viel zu niedrigen Lebenserwartungen und gehe von einem „unrealistischen Worst-Case-Szenario“ aus. Den schlimmsten Fall gibt es offensichtlich bei Versicherern nicht. Die Realität sieht leider anders aus, wie viele Kunden von Versicherungsunternehmen sicher bestätigen können.

Werden Männer 93 Jahre alt?

Was die Lebenserwartung betrifft, so nimmt der BdV die Zahlen vom Statistischen Bundesamt, während die Versicherungsbranche ihre eigenen Zahlen hat. Die Deutsche Aktuarvereinigung (DAV) geht von einer Lebenserwartung bei Männern von 92,7 Jahren aus, das Statistisches Bundesamt von 78,7 Jahren – macht einen Unterschied von 14 Jahren. Aber wie viele Männer werden schon annähernd 93 Jahre alt? Die Rechnung gilt übrigens für heute 40jährige, heute 60Jährige hätte laut DAV noch 34 Jahre vor sich, dem Statistischen Bundesamt nur noch 21 Jahre. Der GDV meint, dass ein Viertel der 2009 geborenen Jungen und 38 Prozent der Mädchen voraussichtlich mindestens 95 Jahre alt werden. Umgekehrt sterben aber drei Viertel schon früher.

Klar, wenn die Auszahlung auf so viele Jahre gestreckt wird, sind viele bereits gestorben und beziehen damit auch keine Riester-Rente mehr. Deswegen gibt’s monatlich auch weniger, als wenn die Zahlen des Statistischen Bundesamts genommen würden. Der BdV prangert genau diese zu vorsichtig kalkulierten Lebenserwartungen an.

Riester-Rente nur für Methusaleme

Aber zurück zur BdV-Studie: Der BdV hat durchgerechnet, was wäre wenn jemand jeden Monat 85 Euro einzahlt – plus Grundzulage von jährlich 175 Euro und es unters Kopfkissen legt. Es würde sich ein Betrag von 20 400 Euro plus 3500 Euro Zulage, sprich insgesamt 23 900 Euro ansammeln. Der Sparer könnte sich davon 20 Jahre lang jeden Monat 99 Euro auszahlen und es wären immer noch einige Hunderte übrig. Wenn er sich „nur“ 77 Euro auszahlt, wie bei der Allianz beispielsweise, würde das Geld unterm Kopfkissen 25 Jahre reichen. Da Männer im Schnitt laut Statistischem Bundesamt nur eine Lebenserwartung von 78,4 Jahren haben, würde der Unterm-Kopfkissen-Sparer also deutlich besser abschneiden, denn er hat ab 65 nur noch 13,4 Jahre zu leben. Das heißt, er könnte sich sogar 150 Euro auszahlen. Klingt makaber, aber ist nur ein Rechenexempel. Nur so viel, mit den 77 Euro monatlicher Riester-Renter muss ein Sparer schon sehr alt werden, dass sich Riester für ihn gelohnt hat.

Riester-Rente ist ein Draufzahl-Geschäft

Der BdV hat nicht viel anders gerechnet – und kommt bei den üblichen Riester-Angeboten auf erzielbare Renditen (plus Staatszuschuss) von minus 2,9 Prozent bis minus 0,3 Prozent – also ein Draufzahlgeschäft. Die Versicherer kalkulieren einfach mit viel zu hohen Lebenserwartungen.

Übrigens, wenn die betriebliche Riester-Rente nicht von der Doppelverbeitragung durch die Krankenversicherung befreit worden wäre, sähe es sogar mit den Verlusten noch viel schlimmer aus. Denn bis 2018 wurde Riester noch doppelt verbeitragt, wie andere Betriebsrenten heute leider immer noch. Außerdem wurde sie bis dahin auf die Grundsicherung angerechnet. Beides hat das Betriebsrentenstärkungsgesetz zumindest für Riester verbessert, nicht aber für andere Betriebsrenten.

 




Messen 2019 für die 50plus-Generation

Messen für die 50plus-Generation schießen wie die Pilze aus dem Boden. Mittlerweile gibt es bereits zwei Dutzend dieser Messen in Deutschland und Österreich mit Zigtausend Besuchern. Das Messejahr beginnt bereits im Januar und endet erst im November. Ein Überblick.

Die Messemacher haben sich längst auf die 50plus-Generation eingestellt. Die Münchner Messe hat extra ein Casting für Models initiiert, auf dem sie Damen und Herren ab 45 Jahren suchen. Denn auf ihrer Modeshow Anfang Mai zur Messe „Die66“ will Projektleiter Stefan Ostermeier „den Besuchern tragbare Mode für die Generation 50plus zu zeigen, die authentisch präsentiert wird“.

Zwei Dutzend Messen für Best-Ager

Mode ist aber nur eines der Themen, die auf den Best-Ager-Messen das Publikum anziehen. Es geht auch um Finanzen, Wellness, Gesundheit, Reisen und Lifestyle. „Die 66“ ist zwar die größte Messe ihrer Art, aber nicht die einzige. Mittlerweile haben sich auch in anderen Städten deutschlandweit und in Österreich etabliert. So findet in Nürnberg die „Inviva“ statt, in Bremen die „Invita“, in Erfurt die „Besser leben“ und in Stuttgart „Die besten Jahre“.

Übersicht über 50plus-Messen

TerminMesseOrtBeschreibung
12.1.-13.1.201950plus Freude am LebenRatingenWohnen, Vorsorge, Freizeit, Gesundheit
26.1.-27.1.201950plus Freude am LebenErkrathWohnen, Vorsorge, Freizeit, Gesundheit
5. January 1900afaAugsburgHeimat, Freitzeit, Gesundheit
3. March 1900Bleib aktiv!St. Pölten (A)Lifestyle, Gesundheit, Reisen
27.2.-3.3.2019 invivaNürnbergErlebnismesse Mitten im Leben
9.3.-10.3.201950plus Freude am LebenEuskirchenWohnen, Vorsorge, Freizeit, Gesundheit
6.4.-7.4.201950plus Freude am LebenHeinsbergWohnen, Vorsorge, Freizeit, Gesundheit
10.4.-13.4.2019LebenslustWien (A)Finanzen, Gesundheit, Reisen, Kultur
13.4.-14.4.201950plusRied (A)Gesundheit, Wohnen, Reise, Mode
3.5.-5.5.2019 Die 66München50plus-Messe
18.5.-19.5.201950plus Freude am LebenSolingenWohnen, Vorsorge, Freizeit, Gesundheit
28.5.-30.5.2019SeniorentagDortmundVeranstaltungen, Mitmach-Aktionen, Messe
14.9.-15.9.2019Besser lebenErfurtLifestyle-Messe
17.9-18.9.2019InvitaBremenFit & Aktiv im Alter
6. October 201950 plus - Fit + Aktiv TagAmbergAktive Lebensgestaltung 50plus
8.10.-9. 10. 2019Generation Plus/Alt werden war gesternWuppertalGesundheit, Wohnen, Reisen, Hobbys 
13. October 2019SeniorenmesseBurgdorfGesundheit, Wohnen
20. February 190050plus InfotageHeilbronnLeben, Wohnen, Fitness und Gesundheit
2.11.-3.11.201950plus Freude am LebenLangenfeldWohnen, Vorsorge, Freizeit, Gesundheit
9.11.-10.11.201950plus Freude am LebenHeinsbergWohnen, Vorsorge, Freizeit, Gesundheit
15.11.-17.11.2019senaktivInnsbruck (A)Hobby, Heim, Gesundheit, Wellness, Reisen
21.11.-24.11.2019Die besten JahreStuttgartAlter, Vorsorge, Gesundheit

Die Messen werden eingerahmt von Vorträgen und Mitmachprogrammen. In den Vorträgen geht es um Glück und Zufriedenheit im Alter, wie gelingendes Altern aussieht und die neue Kultur des Alterns. Die Herausforderung einer alternden Gesellschaft verlangen nach neuen Antworten, weil wir immer älter werden und – wir Alten – prozentual immer mehr.

Info, Mitmachen und Spaß im Programm

Natürlich geht es auf den Messen um Ernährung und Gesundheit, Reisen, Wellness, Kultur – und nicht zuletzt Mode. Finanzen ist ebenfalls ein wichtiges Thema und Wohnen. Die Erfurter Messe hat sich das Thema Genuss auf die Fahnen geschrieben und wird einen Live-cooking-Bereich mit regionalen Produkten einrichten.

Bilder von der „Inviva“ 2015


Die 50plus-Generation hat viele Fragen, deswegen laden die Messemacher zu Diskussionsrunde, Workshops und Promi-Gesprächen ein. Der Spaß kommt ebenfalls nicht zu kurz: Auf der „Die 66“ im vergangenen Jahr verzauberte beispielsweise die Mezzosopranistin Cornelia Lanz das.

 

Foto: meine-afa.de




Jahresrückblick 2018 – Themen, Trends und Temperamente

Wie war 2018? Ein Jahresrückblick. Höchste Zeit, so kurz vor Silvester das Jahr Revue passieren zu lassen mit den besten Bildern und Beiträgen. Es war ein turbulentes Jahr, in dem einige Weichen neu gestellt wurden, es war ein politisches Jahr, das ins kommende Jahr ausstrahlt, es war heißes Jahr mit neuen Temperaturrekorden.

Das war 2018

Januar

3. Januar
Riester ist Murks und die betriebliche Altersvorsorge steckt voller Ungereimtheiten – das dämmert immer mehr, die selbstverantwortlich fürs Alter vorsorgen.  Die Versorgungslücke lässt sich so nicht füllen, weil die Kosten die Rendite auffressen. Mehr dazu …

25. Januar
Auch Männer kommen in die Wechseljahre. Jeder zehnte Mann ist davon betroffen. Was das heißt und wie entgegenwirken?
Mehr dazu …

26. Januar

28. Januar
Das Ringen um die Mütterrente hat begonnen. Sie ist Murks und Mogelpackung. Mütter fühlen sich ungerecht behandelt und begehren auf. Mehr dazu …

Februar

11. Februar
Der Koalitionsvertrag ist für Rentner und Krankenversicherte eine Mogelpackung und Etikettenschwindel. Das Ziel von Union und SPD, die Rente „für alle Generationen gerecht und zuverlässig“ zu gestalten, ist nichts anderes als Augenwischerei. Von Anerkennung der Lebensleistung oder Generationengerechtigkeit kann keine Rede sein. Und die Millionen von Direktversicherten wurden wieder von der CDU/CSU über den Tisch gezogen. Mehr dazu …

18. Februar
Wie gelingt ein original ungarisches Kesselgulasch am besten? Eigentlich ist das ganz einfach. Wobei es auf das „eigentlich“ ankommt. Beim Kesselgulasch kommt es auf den Kessel an und das Dreibein – und natürlich auf die Feuerstelle. Das Rezept ist vergleichsweise simpel. Ein bisschen Geduld sollte der Koch freilich mitbringen. Wie gesagt, Kesselgulasch ist Männersache. Mehr dazu …

20. Februar

27. Februar
Forderungen nach einem Kinderbonus bei der Rente werden laut? Die CSU will einen „Kinderbonus“ erstreiten. Es wird wieder über die Erziehungsleistung von Eltern gesprochen. Mehr dazu …

März

5. März
Das Kriegsende liegt 73 Jahre zurück, dennoch beschäftigt uns dieser kollektive Wahnsinn immer noch – uns Kriegsenkel. Der Krieg prägt uns Kriegsenkel, die wir zwischen 1950 und 1975 geboren wurden, ob wir es wollen oder nicht. Mehr dazu …

6. März

11. März
Zum 1. Januar 2018 ist das Betriebsrentenstärkungsgesetz in Kraft getreten. CDU/CSU und SPD haben leider die Chance vertan, die Betriebsrente zu reformieren. Das Betriebsrentenstärkungsgesetz ist eher ein Betriebsrentenschwächungsgesetz. Wer fürs Alter vorsorgen will, sollte das besser privat und eigenverantwortlich tun. Er sollte sich nicht auf die Politik verlassen – aus 13 gewichtigen Gründen.  Mehr dazu …

25. März
Am 14. Oktober 2018 wählen die Bayern ihren Landtag. Es wird Zeit, die CSU daran zu erinnern, was sie Millionen angetan hat, die eigenverantwortlich fürs Alter vorsorgen. Deswegen trafen sich Ende die Direktversicherungsgeschädigten zum 1. Münchner Stammtisch der Direktversicherungsgeschädigten. „Erst angelockt, dann abgezockt“ – damit muss Schluss sein. Das finden immer mehr, die per Entgeltumwandlung fürs Alter vorgesorgt haben und am Ende, wenn sie in Rente gehen knapp ein Fünftel an die Krankenversicherung abdrücken müssen. Mehr dazu …

April

11. April
Das Euro-System ist eine WG-Kasse, aus der sich einige ungeniert bedienen und die anderen blechen. Das ist die wichtigste Erkenntnis des einflussreichsten Volkswirtschaftlers Hans-Werner Sinn, der am 7. März 2018 runde 70 wurde und in dem Buch „Auf der Suche nach der Wahrheit“ seine Lebensgeschichte aufgeschrieben hat. Er zeigt, wie die EZB mit dem Euro Rentner schleichend enteignet – und viele andere auch. Mehr dazu …  

17. April
Ruhestand ist nicht mehr – die Generation 50plus ist heute fitter als früher. Sie will nicht einfach nur Enkel hüten und sich die Abende mit Kartenspielen vertreiben. Die Bestager treibt es hinaus. Sie wollen etwas erleben, reisen, sich weiterbilden und sich fit halten. Diesen Bedürfnissen kommt „Die 66“ nach – „Deutschlands größte 50plus Messe“ (O-Ton Messe München). Mehr dazu …

18. April
Schönheit kennt kein Alter, doch jugendlich frisches Aussehen ist der Inbegriff von Attraktivität. Verschiedene Alterserscheinungen treten im fortgeschrittenen Alter Zeit immer deutlicher hervor. Gerade Frauen fragen sich mit dem Einsetzen der Wechseljahre, wie sie den Veränderungen entgegenwirken können. Die besten Schönheitstipps für Frauen ab 50. Mehr dazu …

25. April
170, 160, 150, 140 Euro – darf’s noch etwas weniger sein? Von Jahr zu Jahr fallen die Versprechungen der Anbieter von Riester-Renten. Und dann wundern sich die Versicherer, dass keiner mehr Riestern will. Riestern lohnt sich nur noch für Minimal-Verdiener mit vielen Kindern. Alle anderen sollten davon besser die Finger lassen – und da hilft auch das neue Betriebsrentenstärkungsgesetz nichts, das Anfang des Jahres in Kraft trat. Mehr dazu …

Mai

Wegen meiner Reise in den Westen der USA, von Salt Lake City nach San Francisco, ist es von Ende April bis Mitte Juni stillgeworden auf meinem Blog. Deswegen hier einige Bilder aus Utah, Idaho, Wyoming, Nevada, Arizona und Kalifornien.

Von Salt Lake City nach San Francisco


Juni

14. Juni
Zum 1. Juli 2018 bekommen die rund 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner mehr Rente. Um wie viel die Rente steigt? Im Westen um 3,22 Prozent, im Osten um 3,37 Prozent. Die Infos über Rentenerhöhung sind bereits versandt oder werden in den kommenden Tagen versandt. Mehr dazu ...

20. Juni
Allen ist klar, die gesetzliche Rente muss reformiert werden, wenn sie auf Dauer funktionieren soll. Die von der Regierung eingesetzte Rentenkommission soll’s richten. Dumm nur, dass die jüngere Generation in dieser Rentenkommission komplett fehlt. Was ist von einer solchen Rentenkommission zu erwarten? Mehr dazu …

23. Juni
Am 18. Juni 2017 endete „meine“ Tour de France in Bordeaux. Schon damals hatte ich mir geschworen, die Tour wieder dort fortzusetzen, wo ich sie 2017 beendet hatte. Jetzt war es so weit. Am 29. Juni machte ich mich auf den Weg nach Bordeaux. Lest selbst, was ich in den Folgewochen alles erlebt habe. Mehr dazu …

30. Juni
Tag 33 meiner Tour de France – „Accès Vendée/Routes Barrées – le Samedi 7 Juillet de 9h à 16h“, heißt es auf dem Schild am Straßenrand bei Bourg-Chapon nördlich von La Rochelle. Hier kommt also die Tour de France durch wie schon mal 1955. Wie ich der Tour hautnah gekommen bin. Wow, schon 33 Tage en Route. Mehr dazu …

Juli

15. Juli
Tag 48 meiner Tour de France – „Bravo les Bleus“ titelt sogar Google. Frankreich ist Fußball-Weltmeister – verdient, oder? Die Franzosen feiern den Weltmeister gebührend mit Auto-Corso, tanzen und singen. Die Franzosen haben die Kroaten mit 4:2 geschlagen und sind damit Fußball-Weltmeister. Was hat das mit meiner Tour de France zu tun? Na, ich bin in Sainte-Ménehould – 44 Kilometer von Verdun entfernt und erlebe die Siegesfeier hautnah mit. Mehr dazu …

19. Juli
Tag 52 meiner Tour de France – und das Ende. Dieses Mal endet sie ganz geplant in Straßburg. Von Bordeaux bis Straßburg sind es 1634 Kilometer, 12 255 Meter Steigung, 69 329 verbrauchte Kalorien. Übrigens, insgesamt habe ich in den 52 Tagen auf meiner Tour de France 3494 Kilometer zurückgelegt. Mehr dazu …

22. Juli
Der Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) reformiert seine Tarife. Leider geht die MVV-Tarifreform zu Lasten der Rentner, besonders die aus dem Umland. Wer als Senior öffentlich fährt, wird bestraft. Gelten soll das ab 9. Juni 2019. Die Isarcard 65 für das Gesamtnetz (M+6) als Monatskarte wird dann mit 89,40 Euro sage-und-schreibe 29,4 Prozent mehr kosten als die bisherige vergleichbare Isarcard mit 69,10 Euro. Mehr dazu …

30. Juli

31. Juli
In punkto Radfreundlichkeit hinkt Deutschland hinterher – Holland, Dänemark und selbst Frankreich sind weiter. Deutschland muss Radland werden, nur so können wir dem Klimawandel entgegenwirken. Jetzt ist die Zeit zum Handeln. Mehr dazu …

August

2. August
Warum Altersarmut weiblich ist – weil vor allem Frauen Kinder großziehen, Lücken in ihrer Erwerbsbiografie haben und in schlecht bezahlten Berufen arbeiten. In München kommen dazu noch hohe Lebenshaltungskosten, was ihre Lage verschlimmert. Deswegen hat sich das „Münchner Bündnis gegen Frauenaltersarmut“ zusammengetan. „In München gibt es 60 000 arme Frauen“, weiß Wilhelm Kling, Vorsitzender des Seniorenausschusses München. Vermutlich sind es noch wesentlich mehr, denn viele arme Frauen schämen sich, zum Amt zu gehen. Sie empfinden es entwürdigend, um Hilfe zu betteln, die doch ihr gutes Recht ist. Mehr dazu …

9. August
Die Landtagswahl in Bayern wirft ihre Schatten voraus. Am Sonntag, den 14. Oktober 2018 wählen die Bayern ihren Landtag mit 180 Abgeordneten. Was dürfen Bayerns Rentner von den Parteien erwarten? Was darf der erwarten, der fürs Alter vorsorgt? Ein Vergleich der Wahlprogramme bringt Licht ins Dunkel. Mehr dazu …

16. August
Der alte Mann, das unbekannte Wesen – ist das so? Was wissen wir über alte Männer? Wenig. Wie bewältigen Männer das Alter? Warum sterben Männer früher als Frauen? Eine Gebrauchsanweisung ist überfällig. Mehr dazu …

20. August
Die Tabellenergebnisse der Bundesliga können viele aus dem Effeff herunterbeten, wenn sie aber nach dem Rentenniveau gefragt werden, versagen viele komplett, sprich, sie haben keine Ahnung von Rente. Dabei geht es doch um ihr Auskommen im Alter.
Mehr dazu …

28. August
Dieses Jahr ist durch den heißen Sommer alles früher dran – auch die Zwetschgen. Also beginnt jetzt die Datschi-Saison. Wie gelingt ein original Augsburger Zwetschgendatschi am besten? Zwetschgen sind keine Pflaumen und ein Zwetschgendatschi kein Pflaumenkuchen, soviel vorweg. Der süß-säuerliche Geschmack eines Zwetschgendatschi ist was ganz Besonderes – und die Krönung von Spätsommer und Frühherbst. Mehr dazu …

29. August

September

5. September

8. September
Wie gut haben es Rentner? Der Vermögensverwalter Natixis bewertet jedes Jahr die Bedingungen für Ruheständler in 43 Ländern. Deutschland ist im Renten-Ranking vom 7. auf den 13. Platz zurückgefallen. Mehr dazu …

11. September
Rente soll für Beamte kein Tabu mehr sein – Bundesarbeitsminister Hubertus Heil will auch Beamte in die gesetzliche Rentenversicherung einbeziehen. Das deutete er bei der Auftaktveranstaltung „Zukunftsdialog“ an. Das heißt, Heil kann sich eine Erwerbstätigenversicherung vorstellen, wie es sie in Österreich schon längst gibt. Auch in der Schweiz zahlen alle ein, sprich Angestellte, Selbstständige und Beamte.  Mit gesetzlicher und betrieblicher Rente kommen die Schweizer auf ein Sicherungsniveau von 60 Prozent. Davon können deutsche Rentner nur träumen. Mehr dazu …

27. September
„Wer Rentner quält, wird nicht gewählt“ – das war der Schlachtruf von weit mehr als 200 Direktversicherungsgeschädigten auf dem Münchner Marienplatz am 27. September 2018 auf der Demo gegen Abzocke. Die von Politik und Krankenkassen Abgezockten wollen das Unrecht der Doppelverbeitragung nicht länger hinnehmen und gehen auf die Straße. Mehr dazu …

Erfolgreiche Demo gegen Abzocke durch Krankenkassen

Erfolgreiche Demo gegen Abzocke durch Krankenkassen

Oktober

1. Oktober
Mittlerweile lebt jeder 14ste Rentner im Ausland. Ihre Zahl steigt – von 2000 bis 2017 von 1,1 auf 1,5 Millionen. Die meisten Renten werden nach Italien überwiesen, gefolgt von Spanien und Österreich. Mehr dazu …

8. Oktober
Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts – sie ist das wichtigste Gut. Und dafür lässt sich etwas tun. Dazu gehören eine ausgewogene Ernährung und regelmäßig altersgerechter Sport. Aber, dazu gehören auch Konsequenz und Ausdauer, gepaart mit etwas Spaß. Mehr dazu …

9. Oktober
Riester-Rentner zahlen keine Krankenversicherungsbeiträge, Betriebsrentner aber schon – und zwar doppelt. Diesen Irrsinn von Politik und Krankenkassen versteht kein vernünftiger Mensch. Den Krankenkassen dämmert, wie wütend viele Betriebsrentner sind und lenken ein. Ob das die Union auch begreift, deren Politiker im Gesundheitsausschuss sitzen? Ob sie die Verbeitragung fallen lassen?
Mehr dazu …

15. Oktober

31. Oktober
Wer ist wann wie alt? 60 ist das neue 40 und 70 das neue 50. Wir fühlen uns jünger als wir altersmäßig sind. Wir 60plus-Generation werden anders alt. Warum grau das neue Pink ist – die Antwort darauf liefert eine Ausstellung im Frankfurter Museum der Weltkulturen. Mehr dazu …

November

3. November
Das Rentenpaket soll ganz schnell im Bundestag durchgepeitscht werden. Kapiert haben es die wenigsten Abgeordneten, aber sie werden wegen des Fraktionszwangs brav zustimmen. Die Rentenformel wird damit reine Willkür – Beitrags- und Steuerzahler werden zur Kasse gebeten. Mehr dazu …

4. November
Das Rentenpaket bringt auch etwas für die Mütter. Ab 2019 bekommen Mütter – und Väter –, deren Kinder vor 1992 geboren wurden, dank Mütterrente II mehr Geld. Allerdings gibt’s nur einen halben Rentenpunkt. Mehr dazu …

12. November
Bislang weigert sich die Union, das Unrecht der Doppelverbeitragung abzuschaffen. Es scheint sich jedoch innerhalb der Partei ein Sinneswandel zu vollziehen, denn Bundesgesundheitsmininster Jens Spahn will die abgezockten Betriebsrenter zumindest entlasten. Kippt die Doppelverbeitragung? Mehr dazu …

13. November
Wie mehrere Medien berichten, dürfte die Rentenerhöhung 2019 ordentlich ausfallen. Die Rede ist von 3,18 Prozent im Westen und 3,91 Prozent im Osten.  Der Rentenschätzerkreis kommt „onvista“ zufolge bei seinen Berechnungen auf eine Rentenerhöhung zum 1. Juli 2019 auf 3,18 Prozent im Westen und auf 3,91 Prozent im Osten. Mehr dazu …

15. November
Zahlen Eltern zu viel in die Rente ein? Ja! Und Kinderlosen zahlen zu wenig. Gesundheitsminister Jens Spahn hat das erkannt – und der Aufschrei ist groß. Die eine Möglichkeit wäre, die Rentenbeiträge der Eltern zu senken oder die der Kinderlosen zu erhöhen. Nur einmal angenommen, die heutige Generation bliebe kinderlos – wer sollten dann ihre Renten bezahlen? Es gäbe niemand, weil die gesetzliche Rente im Umlageverfahren funktioniert. Die Frage bleibt hypothetisch, weil es immer noch Paare gibt, die Kinder – damit künftige Beitragszahler großziehen – und somit das Umlageverfahren sichern. Dafür werden sie aber nicht belohnt, sondern bestraft. Sie schultern gleich zwei Lasten. Mehr dazu … 

16. November
Ab Januar 2019 bekommen Neu-Erwerbsminderungsrentner mehr Geld, denn die  sogenannten Zurechnungszeit steigt ab dem 1. Januar 2019 auf einen Schlag um drei Jahre und fünf Monate. Bestands-Erwerbsminderungsrentner bleiben außen vor. Openpetition will gleiche Erwerbsminderungsrente für alle. Die Große Koalition, kurz Groko, ist stolz darauf, dass sie die Erwerbsminderungsrente verbessert, dumm nur, dass Schwarz-Rot die bisherigen Erwerbsminderungsrentner vergessen hat. Mehr dazu …

17. November
SPD und Grüne sind sich in punkto Abschaffung von Hartz IV einig. Sie wollen ein Bürgergeld oder eine Art Bafög für alle, weil sie glauben, dass sie damit den sozialen Zusammenhalt fördern. Umgekehrt wird ein Schuh draus – bei einem hohen Gemeinsinn darf der Staat großzügiger sein. Zurzeit werden die Fliehkräfte aber eher größer als kleiner. Mehr dazu …

20. November
Durch die jüngste Rentenerhöhung liegen die Renten von annähernd fünf Millionen Rentner über dem Grundfreibetrag, entsprechend müssen sie Steuern zahlen. 2019 werden es weitere 48 000 sein, die erstmals steuerpflichtig werden. Mehr dazu …

26. November

Dezember

6. Dezember

17. Dezember
Die Deutschen sparen sich arm – richtig gehört. Die Inflation ist weit höher als die Zinsen. Unterm Strich steht somit ein Minus, das heißt, wer spart wird ärmer. Wer’s nicht glaubt, muss nur Zinsen und Inflation vergleichen. Das Realvermögen schrumpft schon seit Jahren. Ruhestandsplanung wird zum Minus-Geschäft. Mehr dazu …

18. Dezember
Riester ist eine Totgeburt – wer’s nicht glaubt, muss sich nur die Zahlen anschauen. Trotz Erhöhung der Zulage und die Befreiung der Sozialversicherungspflicht schrumpft die Zahl der Verträge. Aber viele haben das Gefühl, Riester ist zu kompliziert und bringt zu wenig. Deswegen läuft Riester aus dem Ruder. Mehr dazu …

19. Dezember
Heute drei, morgen Dutzende – Pensionskassen kommen wegen der Nullzinspolitik von EZB-Chef Mario Draghi in die Bredouille. Leidtragende sind deutsche Betriebsrentner, deren Altersvorsorge gefährdet ist. Mehr dazu …

 

Tote des Jahres

Mal ganz abgesehen von Rente, staatliche Abzocke, Niedrigzins und Gebühren sind 2018 einige Ikonen, Künstler, Politiker, Denker und Schauspieler unserer Jugend gegangen.

Januar

Im Januar sterben gleich zwei Franzosen, die unsere Jugendzeit begleitet haben – am 7. Januar ist es France Gall („Poupée de cire, poupée de son“) und am 20. Januar der Cuisine-Gott Paul Bocuse. Was wäre unsere Jugend ohne Ikea gewesen und dem Regal „Billy“?  Ikea-Begründer Ingvar Kamprad stirbt am 27. Januar.

Februar

am 2. Februar stirbt der deutsche Schauspieler Rolf Zacher
am 8. Februar geht die deutsche Schauspielerin Marie Gruber („Go Trabi Go“)
am 21. Februar verlässt Ulrich Pleitgen die Bühne („Immer Ärger mit Opa Charly“)

März

am 11. März stirbt Kardinal Karl Lehmann, der frühere Bischof von Mainz
am 11. März verlässt Siegfried Rauch das „Traumschiff“ für immer
am 14. März endet das Leben des Mathematikers Stephan Hawking
am 22. März verklingt der Song der Jazz-Ikone Morgana King

April

Am 2. April verklingt die Stimme von Winnie Mandela
am 17. April stirbt die ehemalige First Lady Amerikas, Barbara Bush

Mai

am 4. Mai legt Abi Ofarim endgültig die Gitarre zur Seite
am 17. Mai stirbt Jürgen Marcus („Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben“)

Juni

am 27. Juni stirbt Joe Jackson, Vater von Michael Jackson

Juli

am 9. Juli steigt Hans Günter Winkler das letzte Mal vom Pferd
am 13. Juli stirbt Christine Nöstlinger („Maikäfer flieg“)

August

am 16. August geht die „Queen of Soul“ Aretha Franklin
am 18. August tritt der ehemalige UN-Generalsekretär Kofi Annan für immer ab
am 23. August ist für Dieter Thomas Heck die Show zu Ende

September

Am 6. September stirbt US-Schauspieler Burt Reynolds
am 9. September stirbt Daniel Küblböck („Deutschand sucht den Superstar“)

Oktober

am 1. Oktober endet das Lied von Charles Aznavour
am 6. Oktober stirbt die Opernsängerin Montserrat Caballé

November

am 14. November verlässt Schauspieler Rolf Hoppe die Bühne
am 26. November stirbt Bernardo Bertolucci („Der letzte Tango“)
am 30. November stirbt George H. W. Bush

Dezember

am 13. Dezember stirbt Jazz-Größe Nancy Wilson




Riester läuft langsam aus dem Ruder

Riester ist eine Totgeburt – wer’s nicht glaubt, muss sich nur die Zahlen anschauen. Trotz Erhöhung der Zulage und die Befreiung der Sozialversicherungspflicht schrumpft die Zahl der Verträge. Aber viele haben das Gefühl, Riester ist zu kompliziert und bringt zu wenig. Deswegen läuft Riester aus dem Ruder.

Wie übel die Riester-Rente beleumundet ist, lässt sich daran ablesen, dass trotz einiger Verbesserungen die Zahl der Riester-Verträge dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales zufolge schrumpft und ein Fünftel nicht mehr bespart wird. Das ist ein Desaster, denn Riester sollte eigentlich die Versorgungslücke schließen, die sich durch das Sinken des Niveaus in der gesetzlichen Rente öffnet. Der Staat hat es doch tatsächlich geschafft, Riester kleinzukriegen.

Die Zahlen sprechen für sich: 2015 waren es 16,49 Millionen Riester-Verträge, 2016 dann 16,57 Millionen und 2017 rund 16,59 Millionen, seitdem geht es aber bergab. Im ersten Quartal 2018 waren es nur noch 16,58 Millionen, im zweiten Quartal mit 16,57 noch mal weniger und im dritten Quartal schließlich nur noch 16,568 Millionen. Rund 20 Prozent der Verträge ruhen, das heißt sie sind Karteileichen. Von Januar bis September ging der Bestand um rund 25 000 Verträge zurück.

Riestervertraege

Die Zahl der Riesterverträge stagniert und ist seit vergangenem Jahr sogar rückläufig

Riester läuft aus dem Ruder

Wie wenig Riester ankommt, lässt sich daran ablesen, dass seit 2015 ja die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten gestiegen ist, die Riester-Zulage ist 2018 sogar von 154 auf 175 Euro gestiegen und Riester-Verträge wurden mit dem Betriebsrentenstärkungsgesetz in der Auszahlphase sozialversicherungsfrei gestellt. Das hat aber alles nichts genutzt, denn mittlerweile hat sich herumgesprochen, dass sich Riestern nicht lohnt und Riestern viel zu kompliziert ist.

Riester zu teuer und zu kompliziert

Wer sich die Riester-Statistik anschaut, begreift schnell, warum die Zahl der Verträge schrumpft. Die Mehrzahl der Sparer hat sich auf die Versicherungslösung eingelassen. Leider bleibt nach Abzug von Abschlussprovisionen und Verwaltungsgebühren nichts mehr von der einmal propagierten Rendite übrig, wie das auch der Ex-Versicherungsmanager Sven Enger in seinem Buch „Alt, arm und abgzockt so schön beschreibt. Mittlerweile haben das die Kunden begriffen und zahlen nicht mehr ein oder schließen eben keinen Riester-Vertrag mehr ab. Die Zahl der Versicherungsverträge ist binnen sechs Jahren von rund elf Millionen auf 10,8 Millionen geschrumpft – das sind 200 000 weniger.

Keiner weiß, was Riester wirklich bringt

Eine Doku des HR – interessant wird’s ab Minute 16:00

Einfache Sparpläne wären die Lösung

Die einzig brauchbare Lösung scheint heute der Riester-Banksparplan. Dumm nur, dass Anbieter damit nichts verdienen und das Produkt aus dem Angebot genommen haben. Mittlerweile gibt es nur noch die Sparkasse Holstein, die einen Riester-Banksparplan anbietet. Die Mainzer Volksbank, einer der wenigen neben der Sparkasse Holstein, hat den Vertrieb des Riester-Banksparplans Anfang Dezember 2018 eingestellt.

Beim Riester-Banksparplan zahlt der Sparer monatlich in den Vertrag ein. Auf Verzinsung braucht der Riester-Sparer allerdings nicht hoffen, denn der Leitzins ist bei null – und das wird sich so schnell nicht ändern. Dank Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), sind die Zinsen abgeschafft.

Wer klärt neutral über Riester auf?

Dabei lohnt es sich durchaus zu riestern, allein schon wegen der Zulagen, die für einen Single bei 175 Euro liegen, für jedes Kind kommen noch bis zu 300 Euro dazu – plus Steuergutschrift. Wer will, kann sich die Höhe der Förderung ganz individuell online mit dem Riester-Rechner ausrechnen lassen. Davon hat aber nur dann ein Sparer etwas, wenn Banken und Versicherungen sich bei den Gebühren zurückhalten. Die Sparkasse Holstein nimmt keine Abschluss- und Vertriebsprovision, pro Jahr verlangt sie zehn Euro Verwaltungskosten. Das heißt umgekehrt, den Riester-Sparern bleibt damit mehr übrig. Das ist den meisten anderen Banken und Sparkassen zu wenig, weswegen sie den Vertrieb eingestellt haben. Nur, das sagt Riester-Sparern niemand, ausgenommen Finanztip.




Früher war alles schlechter – uns geht’s heute besser

Die mediale Allgegenwärtigkeit hat uns ein bisschen die Optik verzerrt. Natürlich gibt es Altersarmut und Unrecht, aber ganz so schlimm ist es vielleicht doch nicht. Das will Guido Mingels mit seinem Buch „Früher war alles schlechter“ beweisen – zum mittlerweile zweiten Mal.

Mal ehrlich, wer schon jemals versucht hat, in den 80ern eine Opernkarte in München zu kaufen, weiß, was das für eine Tortur war. Wer nicht früh genug da war, ging leer aus – und stand da vielleicht schon stundenlang an. Mit Zeitung, Wurstbrot und Thermoskanne versorgt sowie einem Klappstühlchen saßen Operfans in der Schlange vor dem Schalter und warteten, bis die Klappe geöffnet wurde. Mittlerweile ist es etwas einfacher, aber nur etwas. Zum Glück gibt’s ja nicht nur die Live-Oper, sondern Kino-Versionen aus der Met und der Scala. Oper war damals nur jene, die viel Geld oder viel Zeit mitbrachten. Das hat sich geändert.

Wer von kultureller Verarmung spricht, sollte sich einmal die Statistik anschauen: „In der Spielzeit 1991/92 gab es 3387 Inszenierungen an öffentlich getragenen Theatern in Deutschland, 2014/15 waren es 5381“. Na, geht’s uns da heute nicht besser als früher? Das war nur ein Beispiel, Guido Mingels hat sage-und-schreibe 63 davon in seinem Buch „Früher war alles schlechter 2“ zusammengestellt.

Früher war alles schlechter

Trotz Kriegen, Krankheiten und Katastrophen geht es uns heute besser als früher. Vielleicht nicht in allem, aber in vielem. Von Weltuntergang zu reden, ist ziemlich daneben. Das heißt natürlich nicht, dass wir uns entspannt zurücklehnen können, aber ganz so übel wie viele meinen, ist die Gegenwart dann doch nicht, auch wenn uns Aktivisten das gerne weißmachen wollen. Ein anderes Beispiel ist die Genitalverstümmelung: „1985 waren in rund 30 Ländern, in denen die weibliche Genitalverstümmelung verbreitete Praxis ist, noch 51 Prozent der 15- bis 19-jährigen Mädchen betroffen, 2015 sind es 37 Prozent“. Um nicht missverstanden zu werden, das sind 37 Prozent zu viel, aber die Aufklärungsarbeit der Kenianerin Nice Leng’ete, Rugiatu Turay und Ann-Marie Caulker aus Sierra Leone hat offensichtlich dazu beigetragen, diesen Irrsinn einzudämmen.

60-Jährige laufen Marathon

Auch beim Ruhestand hat sich im Vergleich zu früher einiges verbessert. Wir sind, seien wir uns ehrlich, heute gesünder als früher – und sportlicher. Wir alten Knacker fahren eine Tour de France und wir nehmen am Berlin Marathon teil. „60 ist tatsächlich das neue 40, selbst die Zahl betagter deutscher Marathonläufer steigt“, schreibt Mingels. Bei den Männern habe sich der Anteil der über 60-jährigen Teilnehmer von 37 pro 1000 im Jahr 2003 auf heute 61 pro 1000 erhöht. Was die Bestzeiten betrifft, so leisten über 60-Jährige heute Fantastisches. „Die Bestzeit eines Deutschen in der Klasse über 60 im vergangenen Jahr (2017) beim Berlin Marathon: 2:59:31“, begeistert sich Mingels. Damit hätte derjenige sogar vor 50 Jahren manchen Olympioniken übertroffen.

4,7 Kinder statt 6,6 pro Frau

Besser ist allerdings manchmal immer noch nicht gut, wie Seite 62 belegt, auf der es um die „afrikanischen Geburtenraten“ geht. Einige arme Länder weisen Mingels Statistik zufolge immer noch Geburtenraten auf, „sie sie in Europa zuletzt im 19. Jahrhundert vorkamen“. Aber der Fortschritt ist eben manchmal eine Schnecke.

Früher war alles schlechter – uns geht’s heute besser

Früher war alles schlechter 2

Das Buch ist ein Augenöffner, was beispielsweise die „Morde an Kindern“ zeigt. „In der gesamten Geschichte der Menschheit war niemals jemand sicherer als ein siebenjähriges Kind in der heutigen westlichen Welt“, zitiert Mingels den englischen Risikoforscher David Spiegelhalter. Wir glauben, in Gewalt zu versinken, dabei ist das Gegenteil der Fall, so schrecklich jedes Einzelschicksal ist. Aber 1995 wurden 48 Kinder unter 14 Jahren ermordet, 2015 waren es 16.

Für Journalisten braucht es immer einen Aufhänger, weil Geschichten besser ankommen, wenn sie personalisiert sind. Das kann aber leicht die Wahrnehmung verzerren und den Eindruck vermitteln, die Welt sei grundböse. Mingels hat da ganz recht, wenn er kritisiert, dass Medien oft aus Sensationslust ein eindimensionales Bild zeichnen. Es fehlt die Einordnung. „Wir suchen das Haar in der Suppe und übersehen dabei die Suppe selbst“ – womit er nicht Unrecht hat. Journalisten, mich eingenommen, erzeugen dadurch ein Zerrbild der Wirklichkeit, die vielfältiger ist, als wir wahrhaben wollen und teils bewusst dagegen anschreiben.

„Früher war alles schlechter“ ist kein Schmöker, sondern eher ein Augenöffner und Entzerrer, den immer wieder in die Hand zu nehmen lohnt.

„Früher war alles schlechter 2“ von Guido Mingels.
erschienen 2018 bei DVA, München.
144 Seiten, Preis: 15,00 Euro
ISBN 978-3-421-04834-9
– ein  SPIEGEL-Buch –

Alle Buch-Rezensionen finden sich hier … 




Was sich 2019 für Rentner und Vorruheständler ändert

Renten, Steuern, Versicherungen, Gebühren, Fristen – 2019 ändert sich wieder einiges, das auch Rentner und Vorruheständler betrifft. Was genau ändert sich 2019 alles?

Änderungen 2019

Erwerbsminderungsrente

Wer wegen einer Krankheit oder Behinderung früher in Rente gehen muss, ist arm dran – daran wird sich 2019 nur marginal etwas ändern. Die Politik hat nur halbherzig und auch nur für „Neu-Rentner“ ab 2019 etwas verbessert. Die Erwerbsminderungsrente steigt ab 1. Januar 2019 auf einen Schlag für Neurentner. Das Rentenpaket sieht vor, dass die sogenannten Zurechnungszeit für neue Erwerbsminderungsrentner ab dem 1. Januar 2019 auf einen Schlag um drei Jahre und fünf Monate steigt.  Neu-Erwerbsminderungsrentner werden rentenrechtlich so behandelt, als wenn sie bis zum Rentenregelalter, sprich bis 65 Jahre plus acht Monate gearbeitet hätten. Für Alt-Rentner bleibt alles beim Alten.

Altersgrenze für Rente ab 63

Ab 2019 steigt die Altersgrenze bei der abschlagsfreien Altersrente für besonders langjährig Versicherte ab 63 – auf 63 Jahre plus acht Monate. Das trifft Versicherte des Geburtsjahrgangs 1956. Wer 1957 geboren ist, bekommt die „abschlagsfreie Altersrente ab 63“ erst ab 63 plus zehn Monate – und so erhöht sich das Eintrittsalter um je zwei weitere Monate. Voraussetzung für die abschlagsfreie Altersrente mit 63 sind allerdings 45 Versicherungsjahre. Akademiker brauchen gar nicht rechnen, weil sie sowieso nicht auf 45 Beitragsjahre kommen, schließlich wird das Studium nicht angerechnet.

Altergrenzen der abschlagsfreien Rente

GeburtsjahrAnhebung in MonatenRentenalter*
1952063
1953263+2
1954463+4
1955663+6
1956863+8
19571063+10
19581263+12
19591463+14
19601663+16
19611863+18
19622063+20
19632263+22
19642463+24

Regel-Altersgrenze steigt

65 war mal – ab 2019 steigt die Regelaltersgrenze, die ausschlaggebend ist für die abschlagsfreie Regelaltersrente, auf 65 Jahre plus acht Monate. Das trifft Versicherte, die 1954 geboren wurden und 2019 Jahr 65 Jahre werden. 1954 Geborene müssen bis 65 Jahre plus acht Monaten arbeiten, 1955 Geborene bis 65 Jahre plus neun Monate … Wer jünger ist, muss noch ein paar Monate länger arbeiten – bis 2031 die reguläre Altersgrenze bei 67 Jahre angekommen ist.

2018 höhere Renten

Aller Voraussicht nach wird die Rente am 1. Juli 2019 steigen – und zwar für Rentner im Westen um 3,18 Prozent und im Osten um 3,91 Prozent, so geht es aus dem Entwurf des Rentenschätzerkreises 2018 hervor. Nach den Vorausberechnungen des Rentenversicherungsberichts steigen die Renten bis zum Jahr 2031 um insgesamt 36 Prozent an. Das entspricht einer durchschnittlichen Steigerungsrate von 2,2 Prozent pro Jahr.

[nextpage title=“Rentenbeiträge 2019″]

Der Beitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung sank zum 1. Januar 2018 von 18,7 auf 18,6 Prozent. Daran wird sich 2019 nichts ändern. Die Nachhaltigkeitsrücklage ist zwar auf das 1,59-fache der monatlichen Ausgaben der Rentenkasse gestiegen, was bedingt, dass der Beitragssatz sinken müsste. Wegen des Rentenpakets bleibt es aber bei 18,6 Prozent.

Mütterrente

Im 2018 verabschiedeten Rentenpaket ist auch die Mütterrente. Ab 2019 bekommen Mütter – und Väter –, deren Kinder vor 1992 geboren wurden, dank Mütterrente II mehr Geld. Allerdings gibt’s nur einen halben Rentenpunkt mehr. Das heißt, Mütter, deren Kinder nach 1992 geboren sind, bekommen, wie bisher schon, drei Entgeltpunkte, Mütter, deren Kinder vor 1992 geboren sind, bekommen ab 2019 zweieinhalb (2,5) Entgeltpunkte. Ein Entgeltpunkt ist aktuell seit 1. Juli 2018 im Westen 32,03 Euro wert und im Osten 30,69 Euro. Das heißt, ein halber Entgeltpunkt bringt dann im Westen 16,02 Euro, im Osten 15,35 Euro.

Beitragsbemessungsgrenzen

Auch 2019 steigen die Beitragsbemessungsgrenzen für die Sozialversicherung.

Krankenversicherung

Die Beitragsbemessungsgrenze (BBG) für die gesetzliche Kranken- und Rentenversicherung und die Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) steigen ab 2019. Was so sperrig klingt, wirkt sich für Arbeitnehmer in Euro und Cent aus. Die Beitragsbemessungsgrenze für die Krankenversicherung steigt auf 54 450 Euro pro Jahr oder 4537,50 Euro pro Monat. Wer sich nach 2003 privat versichert, für den steigt sie sogar auf 60 750 Euro pro Jahr und 5062,50 Euro pro Monat.

Rentenversicherung

Die Beitragsbemessungsgrenze für die Rentenversicherung erhöht sich auf 80 400 Euro (West), sprich 6700 Euro pro Monat und auf 73 800 Euro (Ost), sprich 6150 Euro pro Monat. Die Versicherungspflichtgrenze wird vermutlich 60 750 Euro jährlich betragen.

Betriebliche Altersvorsorge

Die Betragsbemessungsgrenze (BBG) wirkt sich auch auf die betriebliche Altersversorgung aus. Durch die Erhöhung der BBG können Arbeitnehmer absolut gesehen mehr in eine Direktversicherung oder Pensionskasse oder einem Pensionsfonds einzahlen, ohne Sozialabgaben oder Steuern zahlen zu müssen, denn maximal vier Prozent der BBG sind Sozialabgaben frei und acht Prozent steuerfrei.

Betriebsrente

Wer einen Teil seines Gehalts als Betriebsrente umwandeln will, holt den Arbeitgeber ins Boot. Ab 2019 muss der Arbeitgeber bei Verträgen über eine Entgeltumwandlung mindestens 15 Prozent drauflegen. Bislang hat der Arbeitgeber Sozialabgaben gespart, wenn der Arbeitnehmer einen entsprechenden Vertrag abgeschlossen hat. Für Arbeitnehmer ist eine derartige Betriebsrente leider ein Minus-Geschäft, denn sie müssen in der Rente doppelte Krankenkassenbeiträge zahlen, eben den Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil plus Zusatz- und Pflegebeitrag, insgesamt mehr als 18 Prozent. Ab 2019 muss der Arbeitgeber auf die in Altersvorsorge umgewandelten Entgeltteile mindestens 15 Prozent zuzahlen. Das gilt ab 2019 nur für Neuverträge, für vorher bereits bestehende Verträge greift das erst ab 2022. Aber selbst 15 Prozent Zuschuss sind noch zu wenig. Wenn der Arbeitgeber nicht mindestens die Hälfte zur Betriebsrente zuzahlt, lohnt sie sich für den Arbeitnehmer nicht.

Doppelte Haltelinie

Das Rentenpaket bringt ab 2019 die doppelte Haltelinie in der gesetzlichen Rente. Das heißt, mit dem „Gesetz über Leistungsverbesserung und Stabilisierung in der gesetzlichen Rentenversicherung“ sollen die Beiträge bis 2025 nicht höher als bis zu  20 Prozent (aktuell 18,6 Prozent) steigen; das Rentenniveau von 48 Prozent soll bis 2025 ebenfalls festgeschrieben werden. Die Sicherung des Rentenniveaus wird Bestandteil der Rentenformel und geht als Niveauschutzklausel in die Berechnung ein.

Zusatzbeitrag

Der Zusatzbeitrag, den die Krankenkassen bislang allein vom Arbeitnehmer verlangt, wird ab 2019 wieder je zur Hälfte von Arbeitnehmer und Arbeitgeber gezahlt. Für Rentner heißt das, dass die Deutsche Rentenversicherung die Hälfte des Zusatzbeitrags übernimmt. Wer 1000 Euro Rente bekommt, spart im Jahr bei einem Zusatzbeitrag von 1,0 Prozent immerhin 60 Euro.

Pflegebeitrag

Der Beitrag zur Pflegeversicherung steigt 2019 um einen halben Prozentpunkte auf 3,05 Prozent für Beitragszahler mit Kindern und auf 3,30 Prozent für Kinderlose.

Kindergeld und -freibetrag

Ab 2019 steigt der Kinderfreibetrag von derzeit 4788 Euro auf 4980 Euro je Kind und 2020 noch einmal auf 5172 Euro. Wer noch zusätzlich den Betreuungsfreibetrag in Anspruch nehmen kann, für den erhöht sich der Freibetrag von 7428 Euro auf 7620 Euro. Zudem gibt es ab Juli 2019 zehn Euro mehr Kindergeld pro Kind geben. Das heißt, fürs erste Kind gibt es dann 204 (bisher 194) Euro, für das zweite 204 (194) Euro, für das dritte 210 (200) Euro und für das vierte und jedes weitere 235 (225) Euro.

Steuern

Der Steuerfreibetrags, bis zu dem überhaupt besteuert wird, steigt 2019 von 9000 Euro auf 9168 Euro pro Jahr.

Bagatell(Geringfügigkeits)grenze

Wer eine Betriebsrente – Direktversicherungen werden als Betriebsrente angesehen – bekommt, muss darauf Krankenkassenbeiträge zahlen und zwar für zehn Jahre, wenn er sich die Summe auf einmal auszahlen lässt, siehe auch § 229 Absatz 1 Satz 2 Sozialgesetzbuch Nr. 5. Ausnahme: Ist die Höhe der Betriebsrente unter der sogenannten Geringfügigkeitsgrenze. 2018 wurde die Geringfügigkeitsgrenze von 148,75 auf 152,25 Euro erhöht, 2019 beträgt die monatliche Untergrenze für Versorgungsbezüge 155,75 Euro. Bis zu dieser Grenze sind Versorgungsbezüge beitragsfrei. Diese 155,75 Euro leiten sich übrigens von der Mindestbeitragsbemessungsgrundlagen für freiwillige Mitglieder in der gesetzlichen Krankenversicherung ab, die sich 2019 auf 3115 Euro monatlich (alte Bundesländer) und auf 2870 Euro (neue Bundesländer) erhöht. 2018 lag die Grenze bei 3045 Euro und 2695 Euro. Die Bagatellgrenze ist 1/20 davon. Ist betriebliche Altersvorsorge nur einen Cent höher als die Geringfügigkeitsgrenze, müssen auf das Ganze Sozialversicherungsbeiträge gezahlt werden.

Höherer Freibetrag bei Grundsicherung

Wer Grundsicherung bezieht, darf von einer Renten, für die freiwillige Beiträge gezahlt wurden, ab Januar 2019 mehr behalten. Der Freibetrag steigt von 208 Euro auf 212 Euro im Monat. Das gilt auch für Witwen und Witwer.

Mindestlohn

Wer wegen seiner niedrigen Rente gezwungen ist zu arbeiten, darf sich freuen, denn der gesetzliche Mindestlohn steigt zum 1. Januar 2019 auf 9,19 Euro und zum 1. Januar 2020 auf 9,35 Euro.




Die richtige Kleidung für gesunde Haut

Etwa jeder zehnte Deutsche leidet unter empfindlicher Haut. Besonders Ältere sind davon betroffen, denn ihre Haut erneuert sich langsamer und sie reagiert empfindlicher auf Umweltreize. Entsprechend ist eine altersgerechte Feuchtigkeitspflege wichtig. Was viele nicht wissen, auch die Kleidung kann die Gesundheit der Haut beeinflussen – grobe Nähte, krankmachende Inhaltsstoffe in Farben oder raue Materialien können zu Reizungen, Jucken und sogar Entzündungen führen. Worauf bei der Kleiderwahl achten?

Allergene, Farbstoffe – ihre Wirkung auf die Haut

Modische Bluejeans, bunte Schuhe oder spitzenbesetzte Büstenhalter – auch im Alter möchten wir uns schick kleiden. Doch nicht immer sorgt die Kleidung für einen schönen Auftritt, wenn die Haut nach ein paar Stunden oder auch Tagen mit Rötungen oder Ausschlag reagiert. Denn leider befinden sich in den Textilien oft bedenkliche Chemikalien. Zwar sind schwer krankheitserregende Stoffe wie DMF (Dimethylformamid) mittlerweile in der EU verboten. Doch der Großteil der belasteten Kleidungsstücke kommt aus Asien. Dort sind Chemikalien wie Azo-Farben, Cadmium oder auch Formaldehyd frei erhältlich und werden bei der Textilproduktion trotz deutlichem Rückgang noch immer verwendet. Welche Wirkungen solche chemischen Stoffe auf den Menschen haben, ist bis heute nur zum Teil erforscht. Nachgewiesen ist aber, dass die Schadstoffe die Haut reizen und Kontaktallergien auslösen können. Inwieweit die Giftstoffe auch schwerwiegende Erkrankungen wie Nervenschäden oder Krebsleiden verursachen können, ist bis dato unklar.

Kleiderauswahl mit Bedacht

Immer der Nase nach – wer beim Kleiderkauf unangenehme Gerüche wahrnimmt, sollte besser die Finger von dem Kleidungsstück lassen. Denn riecht das auserwählte Shirt etwa nach Plastik oder beißend nach Chemie, ist es vermutlich mit Textilhilfsmitteln behandelt worden. Ebenso vorsichtig sollten wir sein, wenn das gewünschte Kleidungsstück ausschließlich separat gewaschen werden soll. Oftmals liegt das an leicht löslichen Farbpartikeln, die sich beim Schwitzen auch auf der Haut ablösen können.

Kleidung besser aus Naturfasern

Wer trockene Haut hat, sollte Kleidungsstücke aus weichen Naturfasern tragen, denn diese reizen die Haut nicht. Das können Materialien wie Biobaumwolle, Seide, Leinen oder Kaschmir sein. Bei Kleidungsstücken, die direkt auf der Haut aufliegen, ist es ratsam, zu hellen Farben zu greifen, da sich in helleren Teilen in der Regel weniger Farbreste verstecken als bei dunkel gefärbter Kleidung. Diese Regel gilt sowohl für Unterwäsche als auch für Stoffhosen oder Oberhemden. Wer hierbei auf der sicheren Seite sein möchte, greift am besten zu Kleidungsstücken mit Siegeln wie „Öko-Tex 100“ oder „Global Organic Textile Standard“ – sie garantieren eine schadstoffarme Herstellung.

Bei Jacken kommt es vor allem auf die Atmungsaktivität an. Denn staut sich die Wärme, kann unsere Haut ebenso mit Rötungen und Juckreiz reagieren. Entsprechend sollten besonders wir Senioren zu Jacken aus klimaregulierenden Materialien greifen, wie sie beispielsweise im Herrensortiment von Walbusch zu finden sind.

Zu guter Letzt hilft bei sensibler Haut vor allem eins: Waschen. Je häufiger ein Kleidungsstück gewaschen wird, desto geringer sind die Spuren chemischer Bestandteile. So schonen wir unsere empfindliche Seniorenhaut und verhelfen ihr langfristig zu einem gesunden Hautbild.

Bildrechte: Flickr Happy couple Pedro Ribeiro Simões CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten




Warum grau das neue Pink ist

Wer ist wann wie alt? 60 ist das neue 40 und 70 das neue 50. Wir fühlen uns jünger als wir altersmäßig sind. Wir 60plus-Generation werden anders alt. Warum grau das neue Pink ist – die Antwort darauf liefert eine Ausstellung im Frankfurter Museum der Weltkulturen.

Wir werden immer älter und wir werden immer mehr – das ist neu, so was gab’s in der Geschichte noch nie. Wie wirkt sich das auf uns und auf die Gesellschaft? Aber, was heißt schon „uns“? In USA sieht Älterwerden anders aus als hierzulande oder in Bolivien oder Japan. Übers Älterwerden gehen die Meinungen weltweit auseinander. Das Frankfurter Weltkulturen Museum hat einiges zum Thema Älterwerden zusammengetragen – in Texten und Bildern.

Grau ist das neue Pink

Die Ausstellung steht unter dem Motto „Grey ist the new pink“. „Wie Bruchstücke einer Lebenserinnerung fügt die Ausstellung den individuellen Umgang mit Lifestyle, Liebe uns Sexualität, Weitergabe von Wissen, Langlebigkeit, Krankheit, Gesundheit und Tod zu einer Anthologie des Alterns zusammen“, schreiben die Museumspädagogen.

Künstler zum Thema Älterwerden

18 Künstler aus zehn Ländern beschäftigen sich mit dem Thema Älterwerden. Darunter ist beispielsweise auch Günther Krabbenhöft, Jahrgang 1945. Ich würde mich nie so kokettieren wie Krabbenhöft, irgendwie bewundere ich ihn. Er kokettiert mit seinem Alter auf eine coole Art, die illustriert, was wir Alten alles sein können. Er ist Model – Altenmodel. Krabbenhöft hat bei Instagram eine Fangemeinde, um die ihn jeder beneiden kann. Die Sammlung der Frankfurter enthält auch eine Fotoserie dreier Geschwister aus Nigeria, die alle über hundert Jahre alt geworden sind und Bilder texanischer Mädchen, die gerade mit Lockenwicklern und Schminke auf einen Schönheitswettbewerb vorbereitet werden – und dadurch weitaus älter wirken, als sie sind. Krabbenhöft ist der Älteste, Meret Buser die Jüngste der Ausstellung.

Vom Rapper zum Würdenstab

Die Bandbreite der Ausstellung reicht vom betagten Rapper bis zum „Würdestab“. Die Museumspädagogen haben sich einiges einfallen lassen, um das Thema Älterwerden ins Bewusstsein zu rücken. Zu den 59 ethnographische Objekte gehört auch eine aus toten Vögeln hergestellte Paste, die auf Sumatra gegen Falten helfen soll – und ein geheimnisvolles Harz, dem eine ähnliche Wirkung nachgesagt wird.

Fotos, Videos und Zeichnungen komplettieren das Bild des Älterwerdens. Darauf zu sehen sind ältere Menschen beim Spazieren, beim Karten- und Tennisspielen, am Strand. Auch Liebe im Alter spielt in der Ausstellung eine Rolle. „Eine alte Frau lacht in die Kamera, sie trägt einen pinken Hut“ – vermutlich kommt daher der Titel „Grau ist das neue Pink“.

Älterwerden, so viel vorweg, muss nicht schlimm sein. „Die meisten der insgesamt mehr als 350 Einsendungen zeigten ein positives und lebensfrohes Bild des Älterwerdens“, so Kuratorin Alice Pawlik. Natürlich dürfen auch Krankheit und Tod nicht fehlen – sie gehören zum Älterwerden.

Wir werden alle älter

Wir altern eigentlich schon ab der Geburt. Am Anfang ist uns das nicht bewusst – im Gegenteil, wir wollen älter erscheinen als wir sind, weil wir den Erwachsenen nacheifern. Nur, irgendwann kommt der Punkt, wo wir uns wünschen jünger zu sein. Wir begreifen dann, das wir endlich sind. Dann überlegen wir uns, was von uns bleibt. Wer ehrlich ist, wird das bestätigen. Der Frage „Was bleibt von uns?“ können wir nicht ausweichen. Wir fühlen uns verantwortlich, was aus der Welt nach uns wird. Älterwerden hat viele Facetten. Die Ausstellung versucht, dem gerecht zu werden.

Warum Omas Vlogs hochladen

Die Jungen haben Blogs und Vlogs nicht für sich gepachtet. Einige der Älteren – ich auch – sind schon lange online. Wir haben die ersten Webseiten gestaltet, da waren die Kinder gerade erst geboren. Warum sollen wir diese Medien nicht nutzen, mit denen wir aufgewachsen sind? Wir haben noch so viel zu erzählen und zu vermitteln – warum nicht Vlogs nutzen? Instagram ist nur eine Plattform. Die Märchen lesenden, 85 Jahre alte „MarmeladenOma“ ist mittlerweile eine Ikone bei youtube.

Das Museum zeigt die Ausstellung vom 26. Oktober bis zum 1. September 2019. 

@weltkulturen.museum unter #GreyIsTheNewPink!




Frisches Design fürs Wohnzimmer hebt die Lebensgeister

Wer alt ist, muss doch nicht alt wohnen, oder? Warum nicht mal die Wohnung aufpeppen. Ein frisches Design fürs Wohnzimmer hebt die Lebensgeister.

Wir Bestager fühlen uns oft zehn Jahre jünger als wir sind. Wir nehmen am Leben teil, sind aktiv, halten uns fit, ernähren uns bewusst. Wäre es da nicht an der Zeit, auch unser Umfeld zu verjüngen? Ein paar neue Bilder, moderne Möbel und stylishe Vorhänge, bringen Frische in unser Leben.

Frozen interior – frozen life

„Jahrzehntelang unveränderte Einrichtungen, diese ‚Frozen Interiors‘ (erstarrte Inneneinrichtung), sehen wir vor allem in der älteren Nachkriegsgeneration“, so Einrichtungsprofi Klaus Seydlitz gegenüber der FAZ. Obwohl wir immer länger leben und uns sogar jünger fühlen als wir sind, beobachten Einrichtungsexperten, dass viele Menschen ab einem Alter von etwa 50 Jahren das Interesse an der Umgestaltung ihrer Wohnräume verlieren. Diese beschränke sich dann nur noch auf den barrierefreien Umbau des Badezimmers, während die restliche Einrichtung im ursprünglichen Stil weit vergangener Jahrzehnte sozusagen eingefroren sei, so Seydlitz. Studien zum Konsumverhalten zufolge konsumieren Menschen zwischen dem 40. und dem 50. Lebensjahr am meisten, danach sinkt das Interesse am Kaufen rapide ab. Deshalb sieht es in vielen Haushalten so aus wie noch vor 30 oder 40 Jahren. Neben ökonomischen Gründen für das Verharren in der alten Einrichtung spielt die Psyche eine wichtige Rolle. Manch‘ einer hängt womöglich einfach an der alten Einrichtung oder denkt, dass sich die Investition in neue Stücke nicht mehr lohnt. Andere halten am alten Interieur fest, weil Erinnerungen daran hängen; sie trauen sich nicht, dem alten Kinderzimmer ihres längst erwachsenen Sprösslings eine neue Funktion zu verleihen. Auch einst teuer gekaufte Dinge wollen wir Bestager oft ungern weggeben. Vielleicht sind wir aber auch einfach nur überfordert von neuen Trends.

Frisches Design fürs Wohnzimmer

Sind wir uns so wenig wert? Wir haben doch noch Jahrzehnte vor uns, denn wir werden immer älter. Moderne Design bringt frischen Wind in die eigenen vier Wände und hebt unsere Lebensgeister. Also, alles raus? Muss nicht sein. Bereits kleine Veränderungen wie das Ausmisten des alten, unnötigen Krempels wirken sich positiv auf unser Wohlbefinden aus. Eine unkomplizierte, aber wirksame Methode der Raumgestaltung sind Wandtattoos. Sie sind derzeit sehr angesagt und unglaublich vielfältig. Die Aufkleber für die Wandgestaltung kosten nicht viel und sind leicht anzubringen – genauso leicht lassen sie sich rückstandslos entfernen. Ein Lebensmotto oder ein schönes Zitat lassen sich im Handumdrehen an der Wand anbringen. Was noch? Die Auswahl an modernen und zugleich gemütlichen Wohnaccessoires ist groß. Wie wäre es mit großmaschigen XXL-Decken, die ohne Nadeln gestrickt werden. Die gibt’s online zu kaufen. Wer will, kann sie auch mit der Arm-Strick-Methode selbst produzieren. Tipp: Über so eine gestrickte Decke freuen sich auch die Enkel.

Aus alt macht neu

Alte Möbel sind nicht per se altmodisch – im Gegenteil, antike Möbel aus Holz sind bei jungen Leuten sogar heiß begehrt. Alte Stühle, Kommoden, Tische, Schränke und Anrichten können als Hingucker sein. Als Einzelstücke kommen sie am besten zur Geltung. Shabby Chic, Landhausstil oder Skandinavischer Stil kultivieren alte Möbel und antike Accessoires. Wer sein Wohnzimmer aufpeppen will, muss nicht zwangsläufig die komplette Einrichtung entsorgen. Manchmal reicht es schon, ausgewählte Möbelstücke neu zu arrangieren – oder ihnen wortwörtlich einen neuen Anstrich zu verpassen.

Bildrechte: Flickr Eclectic Living Room Laura D’Alessandro CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten




Mit Sport bis ins hohe Alter gesund bleiben

Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts – sie ist das wichtigste Gut. Und dafür lässt sich etwas tun. Dazu gehören eine ausgewogene Ernährung und regelmäßig altersgerechter Sport. Aber, dazu gehören auch Konsequenz und Ausdauer, gepaart mit etwas Spaß.

Sport bis ins hohe Alter

Wir müssen dem Altern nicht einfach nur tatenlos zusehen, sondern können uns aktiv für unsere Gesundheit und Wohlbefinden einsetze. Salutogenese heißt das Zauberwort – das Gegenteil von Pathogenese. Es geht bei der Salutogenese also darum, wie ich mich gesund erhalte. Gesunde Ernährung spielt eine wichtige Rolle und die ärztliche Versorgung bei der Prävention von Krankheiten oder der Behandlung von chronischen Leiden. Und dafür bieten Krankenkassen oder Magazine reichlich Tipps an. Zur Ernährung und der regelmäßigen Vorsorge kommt noch die Bewegung. Mit ausgewogenem Sport lässt sich so manches Zipperlein verhindern.

Wer sich nur schwer selbst motivieren kann, geht am besten in den Verein oder schließt sich einer Gruppe an. Inspirierend wirkt auch ein Match im Fernsehen oder der Besuch im Stadion. Wir fiebern mit unserem Lieblingsverein und lassen uns anstecken von der Begeisterung Anderer. Wer nicht nur die Daumen drücken will, kann natürlich auf seinen Favoriten wetten. Das klassische Wettbüro ist freilich längst aus der Mode gekommen. Der Trend zu Online-Wetten nimmt zu.

Langsam Leistung steigern

Zuschauen und Wetten ist das Eine, Selbermachen das Andere – der Fernseher kann die Bewegung nicht ersetzen. Dabei kommt es allerdings auf die Dosis an. Wer meint, er könne aus dem Stand einen Marathon laufen, muss sich nicht wundern, wenn er schon nach wenigen Kilometern zusammenklappt. Es ist allemal besser, langsam die Leistung zu steigern, statt gleich in die Vollen zu gehen. Das gilt gerade für uns Ältere.

Tour de France für alte Knacker

Wir dürfen uns dabei durchaus an Vorbilder orientieren. Ein Bernard Hinault, der fünfmalige Gewinner der Tour de France, setzt sich auch als 64-Jähriger noch aufs Rad, ein Paul Breitner, der sich sozial engagiert und auch körperlich fit hält, gehören dazu. Sport ist ein regelrechtes Wundermittel gegen das Altern und hilft uns, gesund zu bleiben.

Sport steigert die Funktionen des Immunsystems, da Adrenalin ausgeschüttet wird. Das Hormon animiert Abwehrzellen dazu, sich schneller zu vermehren und aktiver zu werden. Sport ist zudem gesund für das Herz. Bei ständigem Ausdauertraining wird die Muskulatur hier gestärkt. Dadurch kann das Herz viel wirtschaftlicher arbeiten. So wird bei geringerem Aufwand mehr Blut durch das System gepumpt und die Blutgefäße elastisch gehalten. Dadurch reduzieren sich Blutdruckprobleme. Der Cholesterinspiegel wird ebenfalls durch den Sport reguliert, weshalb Arteriosklerose oder gar Schlaganfälle und Herzinfarkte verhindert werden können. Sport verringert das Osteoporose-Risiko. Ab dem 40. Lebensjahr nimmt die Knochendichte ab – Sport wirkt dem entgegen. Sport steigert ferner unsere kognitive Leistungsfähigkeit. Regelmäßige Bewegung regt unser  Denkorgan an – dank der höheren Sauerstoffzufuhr.