Westdeutsche zieht es nach Ostdeutschland

Einige Rentner und Vorruheständler überlegen sich, ob sie nicht besser nach Ostdeutschlands umzuziehen sollen. Warum ist Ostdeutschland so attraktiv für die Generation 50plus und noch mehr für 60plus?

Jahrzehntelang sind Junge und Alte aus Ostdeutschland in den Westen gezogen. Das hat sich offensichtlich umgekehrt. Eintagsfliege oder Trendwende? Bereits seit vier Jahren ziehen dem Berlin-Institut zufolge mehr Menschen aus Westdeutschland – oder dem Ausland – in den Osten. Allerdings profitieren davon einige „Schwarmstädte“ überproportional, darunter Leipzig, Dresden, Jena, Erfurt, Potsdam und Rostock. Gefragt bei Pensionären sind auch Wohnorte in Küstennähe.

Die Richtung der Binnenwanderung zwischen Ost- und Westdeutschland hat sich geändert. 26 Jahre lang sind nach der deutschen Wiedervereinigung mehr Menschen von Ost- nach Westdeutschland gezogen. Auch laut Statista hat sich der Trend umgekehrt, wobei Statista auf Daten des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung verweist. Danach sind 93 415 Menschen von West- nach Ostdeutschland gezogen, aber nur 89 418 von Ost- nach Westdeutschland. „Wanderungsverluste haben die ostdeutschen Flächenländer weiterhin bei jungen Erwachsenen zwischen 18 und 29 Jahren, bei allen anderen Altersgruppen ist der Saldo für Ostdeutschland hingegen positiv“, so die Geografin Dr. Nikola Sander, Forschungsdirektorin am BiB.

Sachsen sind Wanderungsgewinner

Wanderungsgewinner sind Sachsen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Im Gegenzug verlassen immer noch mehr Menschen Sachsen-Anhalt und Thüringen in Richtung Westen.

Wanderung von Westdeutschland nach Ostdeutschland

Wanderung von Westdeutschland nach Ostdeutschland Quelle: Statista

Empty-Nest- und Ruhestandswanderer

Die Demographen vom Berlin-Institut unterscheiden bei ihrer Untersuchung die sogenannten „Empty-Nest-Wanderer“ und die „Ruhestandswanderer“: Was sind „Empty-Nest-Wanderer“? Kurz gesagt, solche Eltern, deren Kinder das Nest verlassen haben – meist über 50. Wenn das Haus leer ist, überlegen sich zumindest einige, umzuziehen. Viele sind es allerdings nicht, denn die Umzugsbereitschaft ist in dieser Altersgruppe nicht mehr sonderlich hoch. Von 1000 Einwohnern zwischen 50 und 64 Jahren hätten sich in den neuen Bundesländern im Jahr 2013 nur rund 16 für einen Umzug in eine andere Gemeinde entschieden, so das Institut. Die 52 000 Empty-Nest-Wanderer im Jahr 2013 seien eine überschaubare Gruppe. Es könnte indes mehr werden, mutmaßen die Demographen. „Auch wenn große Wanderungsströme in dieser Altersgruppe bislang ausbleiben, haben die neuen Bundesländer insgesamt bei den Empty-Nest-Wanderern die Trendwende geschafft“, so das Institut. Besonders beliebt bei der Altersgruppe zwischen 50 bis 64 Jahren sind Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen. Am liebsten haben Empty-Nest-Wanderer laut Berlin-Institut die neun ostdeutschen Großstädte. Leipzig habe es den 50- bis 64-Jährigen besonders angetan. Verlierer seien allerdings kleine Gemeinden mit weniger als 500 Einwohnern.

Meer und Berge ziehen

Gefragt sind bei Empy-Nest-Wanderer auch attraktive Gemeinden Küstennähe, Kurorte und landschaftlich schöne Gegenden. So können laut Berlin-Institut die Küstenorten Binz, Heringsdorf und Sassnitz an der Ostsee einen Positiv-Saldo verbuchen. In Sachsen gelte das für  Oderwitz im Vorland des Zittauer Gebirges und die zweitälteste sächsische Stadt Dohna.  „Auch die beiden thüringischen Kurorte Bad Berka und Bad Liebenstein können bei den Empty-NestWanderern im Saldo einen Zuzug verbuchen“, so die Demographen. Gleiches gelte für das Moor-, Mineral- und Kneippheilbad Bad Schmiedeberg und die beschauliche Hansestadt Havelberg in Sachsen-Anhalt.

Wichtig ist den Empty-Nest-Wanderer wohl, dass die Gemeinde, in die sie ziehen, in punkto Arzt, Apotheken und Läden gut ausgestattet sind, so dass die Zuzügler keine allzu weiten Wege zurücklegen müssen.

Ostdeutschland bei Rentner beliebt

Die neuen Bundesländer sind bei den über 64-Jährigen gefragt. „Besonders Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern locken Ruhestandswanderer an“, so das Berlin-Institut. Der Rentenbeginn ist ein einschneidender Abschnitt im Leben. Zwar bleibt das Gros der Rentner in ihrer vertrauten Umgebung, einige allerdings entscheiden sich zu einem Neuanfang. Denn, der Beruf hält sie ja nicht mehr an einem bestimmten Wohnort – sie sind jetzt endlich frei, selbst zu entscheiden, wo sie residieren wollen. Einige ziehen näher zu ihren Kindern und Enkeln, andere drängt es ans Meer oder in die Berge. „Es waren zuerst ältere Wanderungswillige, die es vermehrt in die neuen Bundesländer zog“, konstatieren die Berliner Forscher. Die Wanderungsbewegung setzte schon vergleichsweise früh ein. Viele zogen es nach Mecklenburg-Vorpommern des Meeres wegen. Nach Brandenburg zog es laut Berlin-Institut Rentner wegen altersfreundlicher Städte. Dieser Trend dürfte allein schon wegen der wachsenden Zahl der Rentner anhalten. „Denn je älter die stark besetzten Jahrgänge der Babyboomer werden, desto mehr verschieben sich auch unter den Wanderern die Anteile zugunsten höherer Altersgruppen“, konstatieren die Forscher. Sie gehen auch davon aus, dass es zwischen 2013 und 2030 mehr Rentner werden – ihr Zahl steige von drei auf 3,7 Millionen.

Mittelgroße Städte gefragt

Dabei zieht es die Ruhestandswanderer nicht unbedingt in die Großstädte, anders als die Jungen. Ganz abgesehen davon, dass sich viele die Großstadt nicht mehr leisten können, das gilt vor allem für München, Frankfurt und Stuttgart. Sie wollen es lieber etwas beschaulicher und suchen sich mittelgroße Städte aus, das heißt, Städte mit 10 000 bis 50 000 Einwohner – ablesbar an den Zahlen des Berlin-Instituts, das für mittelgroßen Städte im Jahr 2013 ein Plus von insgesamt 3,4 Ruhestandswanderern je 1000 Einwohner in dieser Altersgruppe verbuchte. Wichtig ist für die Ruhestandswanderer, dass es am Ort

Supermarkt, Arzt und Post gibt.

Auch kleine Gemeinden können Magnete für ältere Wanderungswillige sein. Einigen von ihnen hilft dabei ihre reizvolle Landschaft. So verzeichnen etwa die beiden kleinen Gemeinden Alt Schwerin und Blankenhof eine Nettozuwanderung bei den über 64-Jährigen. Beide liegen in Europas größtem geschlossenem Seengebiet, der Mecklenburgischen Seenplatte. Die über 1000 Seen der Regionen locken nicht nur Touristen an, sondern können auch einige ältere Menschen dazu bewegen, ihren Lebensabend dort zu verbringen. Andere Gemeinden haben ältere Menschen als Zielgruppe ausgemacht und sich auf deren Bedürfnisse spezialisiert. Dazu zählt etwa das malerische Burg im brandenburgischen Spreewald, das als staatlich anerkannter Ort mit Heilquellenkurbetrieb nicht nur Übernachtungsgäste anzieht, sondern auch einen Zuzug von Ruheständlern verzeichnet. Ähnlich attraktiv ist der Kurort Bad Elster im sächsischen Vogtland, eines der ältesten Mineral- und Moorheilbäder Deutschlands, oder das staatlich anerkannte Heilbad Bad Klosterlausnitz in Thüringen. (O-Ton Berlin-Institut)

Top-Schwarmstädte der Alten im Osten

Lüchow-Dannenberg  (+8,5%*)
Potsdam 7,2%
Schwerin 5,2%
Weimar 5,0% 1,7% 2,3%
*Prozentualer Zuwachs von 2008 bis 2013 laut GDW

Image by Hans Braxmeier from Pixabay 




Regierung will mit Rentenkonto Rentner linken

Und wieder einmal gaukelt uns die Regierung vor, die Höhe der Rente ließe sich auf Knopfdruck abrufen. Arbeits- und Finanzminister schmieden eine unselige Allianz, um die Rentner mit einem Rentenkonto noch besser überwachen und abzocken zu können. Also Vorsicht!

Dem Staat ist nur daran gelegen, den Bürger zu kontrollieren, um auch noch den letzten Cent aus ihm heraus zu kitzeln. Ein Online abrufbares Rentenkonto wäre doch die ideale Lösung. Genau daran arbeiten Arbeit- und Finanzminister laut „Bild“. Mit einem Klick, so das Blatt, soll jeder in Deutschland zukünftig erfahren können, wie viel Geld er im Alter zur Verfügung hat.

Das hat nichts mit Fürsorge zu tun, dahinter steckt die Absicht, den Bürger auszuhorchen. Denn, für den Staat ist es ein leichtes, sich Zugang zu diesem Renten-Check zu verschaffen.

Wer will ein Rentenkonto?

Wer will denn so was? Es gibt einige Befürworter für eine solche übergreifende Infoplattform, in der alles zusammengefasst sein könnte, was der einzelne Bürger wissen muss, um einschätzen zu können, was er im Alter an Versorgungsansprüchen zu erwarten hat. Da ist zum einen der Bankenverband, dann natürlich der Arbeits- und Finanzminister und die Deutsche Renten Information. Auch das Deutsche Institut für Altersvorsorge spricht sich dafür aus. Treibende Kraft ist die Deutsche Renten Information.

Vorsicht vor staatlicher Fürsorge

Klingt aufs Erste plausibel und löblich. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung“ zitierte den jetzigen Wirtschaftsminister Peter Altmaier mit den Worten, dass „durch die Einführung eines digitalen Bürgerportals künftig sichergestellt werden soll, dass alle Verwaltungsdienstleistungen deutschlandweit elektronisch verfügbar sind“, so sein hehrer Ansatz. Gleichzeitig müsse ein solches Portal den Bürgern den Zugang zu einer unabhängigen Plattform bieten, die alle Ansprüche aus gesetzlicher Rente, Betriebsrente und privater Vorsorge sicher, einfach und übersichtlich zusammenfasst. Damit solle, so Altmaiers Argument, nachvollziehbar sein, „welche Anwartschaften der Bürger in den verschiedenen Säulen der Altersversicherung angespart hat“.

Wie gesagt, klingt fürsorglich. Cui bono – wem nützt ein solches Rentenkonto? Wirklich dem Bürger – oder nicht doch eher dem Staat. Dank eines solchen Rentenkontos kann der Staat dann viel besser abschätzen, wo er den Bürger noch schröpfen kann, denn dann liegen ja die ganzen Vermögensverhältnisse des Bürger offen – und für den Staat vergleichsweise bequem erreichbar.

Skepsis ist angebracht

Woher diese Skepsis? Dem Staat ist nicht zu trauen, das hat die Doppelverbeitragung von Direktversicherungen bewiesen. Der Staat beutet Betriebsrentner aus, für die Altersvorsorge wegen des Zugriffs von Staat und Krankenkasse zum Minus-Geschäft wird. Die Lebensversicherer werden vom Staat gezwungen, jeden Cent an die Krankenversicherung zu melden, den ein Bürger im Laufe seines Lebens über eine Direktversicherung angespart hat. Diese Information ist für Staat und Sozialversicherung Milliarden wert, denn der Besitzer einer Direktversicherung zahlt bei Rentenbeginn den Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil plus Pflegeversicherungsbeitrag an seine Krankenversicherung – annähernd 20 Prozent zehn Jahre lang. Möglich gemacht hat diese Enteignung ein Gesetz aus dem Jahre 2004, initiiert von der damaligen rot-grünen Regierung mit Unterstützung der Union. Das Gesundheitsmodernisierungsgesetz wird rückwirkend auch auf Verträge angewandt, die lang vor Inkrafttreten des Gesetzes abgeschlossen worden waren.

Excel statt Rentenkonto

Aber zurück zum Rentenkonto. Dem deutschen Staat ist in punkto Altersvorsorge nicht zu trauen, das hat er bis lang mehrfach bewiesen. Initiative in punkto Rentenübersicht ist besser – und dafür gibt es ein einfaches Mittel: eine Excel-Tabelle. Jeder kann in diese Tabelle alle Daten selbst eintragen, Excel summiert die Zahlen auf. Wer diese Tabelle ständig aktualisiert, hat problemlos einen Überblick über seine Altersvorsorge. Ach ja, Excel. Das ist ein Tabellenkalkulationsprogramm von Microsoft – das zu lernen ist kein Zauberwerk. Viele Windows-Nutzer dürften vermutlich bereits Excel auf ihrem Rechner haben. Die Bundesregierung könnte ja jedem ein Exemplar schenken. Wie wäre es denn, wenn der Staat statt in ein Rentenkonto zu investieren, in Finanzwissen investieren würde, wie es ja schon seit langem von Wirtschaftlern gefordert wird? Bislang sind alle derartigen Vorstöße im Sande verlaufen – oder habe ich da etwas nicht mitbekommen?




So klappt’s mit dem Umzug im Alter

Ein Umzug im Alter ist eine Herausforderung. Aber mit kompetenten Helfer ist auch diese Aufgabe lösbar. Die besten Tipps für einen stressfreien Umzug.

Umziehen im Alter? Manche wollen, andere müssen umziehen. Da spielt vieles eine Rolle – weil Haus oder Wohnung nach dem Tod des Partners zu groß sind oder nicht altersgerecht, weil wir zurück in die alte Heimat oder einfach näher zu den Enkeln rücken wollen. Nicht selten spielt auch das Geld eine Rolle. In der Großstadt steigen die Mieten und die Rente reicht nicht mehr, während es sich anderswo billiger leben lässt. Unbenommen ist ein Umzug für die 60plus-Generation eine Herausforderung.

Immer mehr Senioren ziehen um

Gerade in München, Hamburg und Berlin trifft es immer mehr Senioren, die sich ihr Viertel oder ihren Kiez nicht mehr leisten können. Als letzter Ausweg bleibt dann nur noch der Umzug. Es dürfte nicht sonderlich verwundern, dass gerade in München und Berlin Seniorenumzüge nichts Besonderes mehr sind. Es gibt Schätzungen, danach ist jeder dritte Berliner dieser Altersgruppe in den vergangenen zehn Jahren mindestens einmal umgezogen ist.

Wer sich für einen Umzug entschließt, sollte einiges beachten – und sich am besten eine Checkliste anlegen. Wir Älteren haben im Laufe unseres Lebens einiges angesammelt an Erinnerungsstücken; wir sind verwurzelt mit unserer Umgebung und haben ein gewachsenen soziales Netz. Wie wollen wir diesen Schritt bewältigen?

Schaffen wir das? Nehmen wir alles mit? Was müssen wir aussortieren? Wer kümmert sich um Telefon- und TV-Anschluss am neuen Domizil? Wessen Hilfe können wir in Anspruch nehmen?

Umzug ohne Stress

Das Zögern der Älteren und die Scheu vor einem Umzug hat natürlich handfeste Ursache:

  • Geringere Mobilität
    Auch wenn wir es nicht wahrhaben wollen, so sind wir nicht mehr so belastbar wie in jungen Jahren. Selbst das Einpacken wird zum Kraftakt. Meist ist die neue Wohnung kleiner oder anders geschnitten als die alte, das heißt, wir müssen uns von vielem trennen. Dann müssen sie sich ja noch ums Renovieren der alten Wohnung kümmern – alles in allem ist das ein ziemlicher Kraftakt.
  • Aufgabe des gewohnten Umfelds
    Wir lassen unser Umfeld hinter uns. Das fängt beim gewohnten Ausblick an und hört beim Schwatz mit den Nachbarn auf. Wir müssen uns in punkto Einkaufen und Arzt neu orientieren. Sich umzugewöhnen fällt aber im Alter schwerer als in jungen Jahren.
  • Viele kostbare Erinnerungsstücke
    Im Laufe der Jahre sammeln sich immer mehr Gegenstände an, mit denen wir wertvolle Erinnerungen verbinden. Sie sollten den Umzug unbeschadet überstehen.

Beim Umzug helfen lassen

Das alles selbst stemmen zu wollen, ist keine gute Idee. Besser ist es, eine Umzugsfirma zu engagieren – eine, die sich mit Seniorenumzügen auskennt. Es lohnt sich, Angebote zu vergleichen und dann alles durchzusprechen. Profis haben Routine, so dass sich manche Probleme von selbst lösen.

In der Regel ist es ja nicht damit getan, Kartons zu transportieren. Schnell tauchen Fragen auf wie:

  • Wer verpackt den Hausrat?
  • Wer entsorgt überzählige Möbel und Hausrat?
  • Wer renoviert die alte Wohnung?
  • Wer schließt Waschmaschine und Herd an?
  • Wer kümmert sich um die Lampen?
  • Wer demontiert und montiert Rollos, Jalousien und ähnliches?

Am Umzug hängt weit mehr als nur den Haushalt von A nach B zu verlegen. Es geht um die Ummeldung beim Strom- und Gas-Lieferanten, ums Telefon und um Lieferdienste. Einiges können wir delegieren, wodurch ein Seniorenumzug auch relativ stressfrei ablaufen kann.




Brauchen wir ein Job-Plattform für Rentner?

Was für eine Frage. Ja, wir brauchen eine Job-Plattform für Rentner. Einige Silver Ager wollen oder müssen arbeiten. Sie bringen Wissen mit, das Unternehmen brauchen. Umgekehrt suchen Silver Ager Bestätigung, auch in finanzieller Form. In Österreich tut sich etwas – und in Deutschland?

Bei Siemens werden Ältere systematisch aussortiert und gedrängt, einen Auflösungsvertrag zu unterschreiben. Siemens ist dabei nicht der einzige Konzern hierzulande, der versucht, die Silver Ager loszuwerden. Schade, offensichtlich hat der Konzern nicht begriffen, welchen Erfahrungsschatz er hat, den er nur heben müsste. Siemens ist indes nicht symptomatisch für den Umgang von Unternehmen mit ihren Beschäftigten. Andere Konzerne wissen sehr wohl, was sie an den Älteren haben. Über kurz oder lang werden Unternehmen das Potenzial der Älteren anzapfen müssen, um Arbeitsplätze zu besetzen.

Job-Plattform für Silver Ager

Allein dieses Beispiel zeigt, dass es gerade hierzulande ein Umdenken braucht, einen Paradigmenwechsel, wie das so schön heißt. Offensichtlich sind die Österreicher da schon weiter. In Wien hat sich eine Online-Plattform gebildet, die das Wissen und Können von Silver Agern für Unternehmen anzapfen wollen. „Grow Wiser“ ist Motto und Programm der Plattform WisR, die Silver Ager und Unternehmen zusammenbringen will.

Dabei geht es den Recruitern nicht nur um die Vermittlung von Silver Agern, sondern auch um Aufklärung, Beratung und Hintergründe. In ihrem Blog kläre sie über Zuverdienst und die Rahmenbedingungen auf, über Selbstständigkeit und liefern Tipps für den Lebenslauf.

Expansion nach Deutschland

Noch beschränkt sich die Plattform WisR auf Österreich, aber das soll sich laut Daniel Eberharter von WisR ändern. Bereits im April will das Unternehmen seine Radius auf den süddeutschen Raum erweitern.

Die Wiener haben begriffen, dass der „demographische Wandel die Gesellschaft grundlegend und damit auch den Arbeitsmarkt ändert“, so WisR-Gründerin Klaudia Bachinger.

Die Registrierung ist für Silver Ager übrigens kostenlos, für Unternehmen im Abosystem nutzbar.

Am 12. März haben es die Newcomern in die Sendung „2 Minuten 2 Millionen“ bei Puls4 geschafft, die durchaus vergleichbar ist mit „Die Höhle der Löwen“ auf Vox. Ein Deal kam indes nicht zustande. Aber die Jungunternehmerinnen sind offensichtlich zuversichtlich, weitere Geldgeber für ihre Expansion nach Deutschland zu finden.

Die Wiener sind indes nicht die einzigen, die sich Gedanken machen über die Babyboomer und ihrem Wunsch, wenigstens zeitweise und in Teilzeit zu arbeiten. In Frankfurter gibt es das Online-Netzwerk für erfahrene Fach- und Führungskräfte MASTERhora. Die Frankfurter sind aber nicht explizit für Rentner da, sondern für die Generation 50plus.

Im österreichischen Bodensdorf hat sich der Verein Unruhestandaktiv gegründet, der die Generationensolidarität in Wirtschaft und Gesellschaft fördert, multikulturelle Generationentreffpunkte organisiert und Spiel-, Lern-, und Werkräumen sowie Kooperationen organisiert.

Foto: WisR




So können Rentner Steuern sparen

Durch die Rentenerhöhungen werden immer mehr Rentner steuerpflichtig. Wer 2018 mehr als 9000 Euro – der steuerliche Grundfreibetrag – Rente plus Zusatzverdienst bezieht, muss eine Steuererklärung abgeben und zahlt Steuern. Wie Rentner Steuern sparen können.

Übersteigt die Rente plus Zuverdienst durch Nebentätigkeiten 9000 Euro (Grundfreibetrag), sind auch Rentner dazu verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben. In dieser Erklärung machen sie viele Angaben genauso wie steuerpflichtige Arbeitnehmer. Allerdings gibt es da einiges, was speziell auf Rentner gemünzt ist – und ihnen zugutekommt. Wer das weiß und nutzt, kann bei der Steuererklärung einiges sparen.

So lassen sich Steuern drücken

Die Lohnsteuerhilfe (Lohi) schätzt, dass durch die Rentenerhöhung 2019 rund 48 000 Rentner Steuern zahlen müssen, die bisher keine Steuern zahlen mussten. Ein Viertel aller Rentner, knapp fünf Millionen Senioren, müssen der Lohi zufolge 2019 ihre Steuererklärung abgeben, worüber sich der Finanzminister freut, der 410 Millionen Euro zusätzlich kassiert.

Jeder sollte seine Steuern drücken – wie geht das? Hans Daumoser, Vorstand der Lohi Bayern, stellt die sieben effektivsten Steuertipps für Rentner vor:

Sonderausgaben

„Zunächst dürfen laut Gesetz die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung als Sonderausgaben angesetzt werden“, so der Steuerexperte der Lohi. „Das sind immerhin schon rund elf Prozent der Rente.“ Auch Beiträge zur Haftpflicht-, Unfall- oder Zahnzusatzversicherung kommen in Frage, wenn die steuerliche Höchstgrenze noch nicht erreicht wurde. Nicht zu vergessen sind die sonstigen Sonderausgaben, wie ein Versorgungsausgleich, Unterhaltsleistungen, die Kirchensteuer, Parteibeiträge und Spenden. In den meisten Fällen wird der Pauschbetrag von 36 Euro (72 Euro bei gemeinsamer Veranlagung) überschritten.

Haushaltsnahe Dienstleistungen

Werden haushaltsnahe Dienstleistungen in Anspruch genommen, so können die Kosten dafür zu 20 Prozent abgesetzt werden. Darunter fallen nicht nur die Kosten für eine Putzhilfe oder ambulante Pflege, sondern auch der Hausnotruf. Wer krankheitsbedingt in einem Pflegeheim wohnen muss, kann alle Dienstleistungen im Heim, auch für den Haarschnitt oder die Fußpflege, als haushaltsnahe Dienstleistung geltend machen. Mieter finden häufig auch Posten in der Nebenkostenabrechnung des Vermieters, die absetzbar sind. Ähnlich zu den haushaltsnahen Dienstleistungen lassen sich auch Handwerkerrechnungen in der Rente von der Steuer absetzen.

Außergewöhnliche Belastungen

Alle Ausgaben, die unter die außergewöhnlichen Belastungen fallen, sollten für die Steuererklärung addiert werden. Dies sind beispielsweise die Kosten für eine Brille, ein Hörgerät, den Zahnersatz oder den Rollator. Auch nicht verschreibungspflichtige Medikamente auf Rezept, Zuzahlungen bei der Physiotherapie, Honorare für Heilpraktiker oder vom Arzt verordnete medizinische Behandlungen, die die Krankenkasse nicht übernommen hat, können in der Steuererklärung angegeben werden. Wissenschaftlich nicht anerkannte Behandlungen müssen zuvor vom Amtsarzt attestiert werden.

Fahrtkosten zum Arzt, zur Physiotherapie oder ins Krankenhaus können mit 30 Cent pro Kilometer berücksichtigt werden. Viele einzelne kleinere Rechnungen können hier am Ende ins Gewicht fallen. Und große Investitionen wie in einen Treppenlift, im Zuge eines alters- oder behindertengerechten Umbaus des Eigenheims, machen sich richtig bemerkbar. Es kommt zwar die zumutbare Belastung zum Tragen, bevor etwas abgesetzt werden kann, aber die ist bei kleineren Renten nicht wirklich hoch.

Behindertenpauschbetrag

Bei permanenten chronischen Leiden oder dauerhaften gesundheitlichen Einschränkungen sollte darüber nachgedacht werden, ob nicht ein Behinderungsgrad festgestellt werden kann. Wird ein Grad der Behinderung von 25 bis 100 bescheinigt, so kann nach dem Grad gestaffelt der Behinderten-Pauschbetrag zwischen 310 und 1420 Euro und erhöht bis 3700 Euro geltend gemacht werden.

Liegt der Behinderungsgrad bei 70 mit dem Merkmal „G“ oder bei 80, so kann zusätzlich eine Pauschale für Fahrtkosten in Höhe von 900 Euro als außergewöhnliche Belastung beansprucht werden. Bei den Merkmalen „aG“, „BI“ oder „H“ können für Privatfahrten von bis zu 15 000 Kilometer und sogar bis zu 4500 Euro abgesetzt werden, wenn die tatsächliche Fahrleistung nachgewiesen oder glaubhaft gemacht werden kann.

Werbungskosten

Jedem steuerpflichtigen Rentner wird vom Finanzamt automatisch eine Pauschale von 102 Euro angerechnet. Oft liegen aber höhere Werbungskosten, beispielsweise  aufgrund einer gebührenpflichtigen Renten- oder Steuerberatung, Mitgliedschaft bei einem Lohnsteuerhilfeverein, Kontoführungsgebühren, Gewerkschafts- oder Verbandsbeiträgen vor. Auch Rechtsberatungs- oder Prozesskosten, bei denen es um die Rente geht, sind anzuführen. Wird einem Nebenjob, der kein Minijob ist, nachgegangen, so kommen die Fahrtkosten, Arbeitsmittel und Fortbildungskosten dazu.

Günstigerprüfung für Kapitalerträge

„Liegt der persönliche Steuersatz in der Rente unter 25 Prozent und fallen aufgrund von lebenslangen Ersparnissen Kapitalerträge an, so sollte auf der Anlage KAP die „Günstigerprüfung“ angekreuzt werden“, rät Hans Daumoser. Denn dann wird die Differenz zwischen dem niedrigeren persönlichen Steuersatz und der abgeführten Abgeltungsteuer rückerstattet.

Wer Steuern zahlen muss, sollte seine Steuererklärung von sich aus fristgerecht abgeben und darauf achten, dass er möglichst viel absetzen kann. Damit das Finanzamt die Abzüge anerkennt, müssen aber das ganze Jahr über Belege gesammelt werden. Denn nur nachweisliche Ausgaben werden steuerlich berücksichtigt. Wer jedoch unter dem steuerfreien Existenzminimum lebt, kann sich von der Abgabepflicht zur Steuererklärung befreien lassen und ist damit ein für alle Mal den Papierkram los.

 

Quelle: obs/Lohnsteuerhilfe Bayern e.V./© lohi




Frauen sind im Alter arm dran – ärmer als Männer

Beim Ruhestandsgeld klafft weiter eine Lücke zwischen Frauen und Männern. Sie wird zwar langsam kleiner, weil mehr Frauen erwerbstätig sind und Erziehungszeiten besser anerkannt werden, aber so richtig befriedigen kann das nicht.

Wenn westdeutsche Frauen ihren Rentenbescheid anschauen, muss ihnen schlecht werden, denn da stehen im Schnitt kaum mehr als 600 Euro und ein paar Zerquetschte drauf. Westdeutsche Männer bekommen hingegen im Schnitt 1078 Euro und damit deutlich mehr. Die Lücke bei den Renten der Vertreter beider Geschlechter ist gewaltig. Ostdeutsche haben’s besser, vor allem ostdeutsche Frauen, denn sie bekommen im Schnitt wohlgemerkt 894 Euro, ostdeutsche Männer 1171 Euro.

In der ehemaligen DDR war das System der Kindergärten und Horte deutlich besser ausgebaut als in Westdeutschland, weswegen ostdeutsche Frauen durchgehend arbeiten konnte. Zudem war Arbeitslosigkeit in Ostdeutschland bis zur Wende nahezu unbekannt. Das heißt, viele ostdeutsche Frauen können bis dahin eine durchgehende Erwerbsbiografie vorweisen.

Frauen bekommen 606 Euro, Männer 1087

Die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung hat sich die Unterschiede bei den Ruhegeldern einmal vorgenommen und errechnete, dass Frauen 2014 durchschnittlich 618 Euro, Männer 1037 Euro gesetzliche Renten bekommen. Bei den Betriebsrenten sei die Differenz sogar noch eklatanter. So bekämen Männer 2011 im Schnitt mit 574 Euro fast dreimal so viel Geld wie Frauen. Für 2015 hat die Stiftung ein „Gender Pension Gap“ von 53 Prozent errechnet. Seitdem hat sich kaum etwas verändert, denn auch heute sind die Unterschiede immer noch eklatant.

Gesetzliche und private Rente addiert, sind es bei Frauen nur 43 Prozent der Altersbezüge wie bei Männern. Die Unterschiede haben sich der Studie zufolge seit Anfang der 90er-Jahre zwar angeglichen, aber so richtig befriedigen kann das niemand.

Wer hat schuld an dieser Diskrepanz?

Wer oder was trägt Schuld an dieser Diskrepanz: Die mangelnde Vereinbarkeit von Kindererziehung und Arbeit. Mal ehrlich, meist bleibt die Kindererziehung doch bei den Frauen hängen – und damit sind sie später im Rentenalter die Gekniffenen. Denn ihnen fehlen Beitragszeiten, obwohl sie etwas für die Rentenversicherungen getan haben, nämlich das Heranziehen künftiger Beitragszahler.

Knapp zusammengefasst heißt das:

  • Lücken in der Erwerbsbiografie: Frauen waren häufig nicht durchgängig berufstätig
  • oft nur Teilzeit: Frauen arbeiten häufig nur Teilzeit
  • Niedriglohn: Frauen tendieren zu Berufen (sozialer Bereich, Dienstleistung), in denen sie weniger verdienen
  • Öfter mal Pausen: Kinder zu betreuen, verlangt Präsenz und das lsst sich nur schwer mit dem Job vereinbaren
  • Minijobs: häufig nutzen Frauen Minijobs ohne Rentenversicherung

Frauen weltweit schlechter versorgt

Übrigens, die „geschlechtsbezogene Ungleichheit in der Alterssicherung ist keine deutsche Besonderheit, wenngleich die Situation in Deutschland im europäischen Vergleich besonders ungünstig ist“, so das Institut der Hans-Böckler-Stiftung.

Am 8. März 2019 ist Frauentag – und in Berlin sogar ein Feiertag, den es einst auch in der DDR gab. Die Berliner haben den Frauentag vor allem eingeführt, weil sie sonst so wenige Feiertage haben. Bayern beispielsweise hat 13 Feiertag, die Augsburger sogar noch einen mehr. Wer in erfunden hat, darüber streiten sich Deutsche und Amerikaner. Denn bereits 1909 haben gab es einen Frauentag in den USA. 1910 schlug die deutsche Sozialistin Clara Zetkin auf der Frauenkonferenz in Kopenhagen die Einführung eines entsprechenden Gedenktags vor.

Am 18. März 2019 gibt es dann den Equal Pay Day. Der Equal Pay Day (EPD) ist so etwas Ähnliches wie der Steuerzahlergedenktag, denn bis dahin arbeiten Frauen umsonst (im Vergleich zu Männer, die mehr verdienen). 2018 war der Equal Pay Day übrigens am 19. März, das heißt, es hat sich in punkto Gender Pay Gap kam etwas verändert.




Freiwillig Beiträge in die Rentenkasse zahlen

Freiwillig Beiträge in die Rentenkasse zahlen? Warum nicht! Wer noch rückwirkend für 2018 einzahlen will, muss sich beeilen, denn die Frist endet am 1. April 2019.

Bei Sparkassen und Banken gibt es keine Zinsen mehr, wie Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) gerade versicherte, warum also nicht in die Rentenkasse einzahlen und so das Ruhestandsgeld erhöhen. Freiwillig Beiträge können sich laut „Finanztip“ durchaus lohnen für alle, die noch 20 Jahre Rente beziehen (ohne Rentenerhöhung).

Freiwillig Beiträge zahlen

Die Beitragszahlung für das Jahr 2018 ist noch bis zum 31. März 2019 möglich, weil der 31. März aber auf einen Sonntag fällt, ist die Frist bis zum 1. April verlängert. Die Beitragshöhe kann zwischen dem Mindestbeitrag in Höhe von 83,70 Euro und dem Höchstbeitrag in Höhe von 1209 Euro frei gewählt werden. Die Beiträge können für Versicherte möglicherweise wichtig sein, um den Versicherungsschutz für eine Erwerbsminderungsrente aufrechtzuerhalten oder die Wartezeit für eine Altersrente zu erfüllen.

Seit 2017 können auch Altersvollrentner bis zum Erreichen ihrer Regelaltersgrenze freiwillige Beiträge zahlen, um ihre Rente zu erhöhen. Die Broschüre „Freiwillig rentenversichert: Ihre Vorteile“ informiert darüber, welche Möglichkeiten und Vorteile die freiwillige Versicherung bietet.




Die Top-Rentner-Ziele 2019

Wo am besten die Rente verbringen? International Living liefert die Antwort und stellt jedes Jahr die beliebtesten Top-Rentner-Ziele vor. Das Best-Ager-Portal ist US-lastig, deswegen sind amerikanische Länder übergewichtet – mit Ausnahme Spanien und Portugal.

Der Annual Global Retirement Index von International Living ist fast schon legendär. Seit 30 Jahren kämen sie alle Winkel dieser Welt ab und analysieren, wo es sich als Rentner am besten lebt. Dabei geht es nicht nur um die Lebenshaltungskosten, sondern auch um Sicherheit, Visa-Bestimmungen, Lebensweise, Gesundheitswesen, Willkommenskultur und den Glücksfaktor.

Panama Nummer 1 für Amis

Zu den International-Living-Favoriten gehören verständlicherweise Mexiko und Costa Rica. Sie sind für US-Amerikaner leicht zu erreichen, die Bürokratie hält sich in Grenzen und es gibt schon viele amerikanische Rentner-Gemeinde in beiden Ländern. Neu auf der Liste ist Thailand.

Für deutsche Rentner liegen Costa Rica, Ecuador, Mexiko und die Nummer 1 Panama vermutlich nicht ganz so günstig, allein schon in punkto Entfernung. Für deutsche Ruheständler bietet sich eher Polen, Tschechien, Ungarn, die Türkei und Bulgarien an. Laut „Welt“ sind das zurzeit die attraktivsten Länder für deutsche Rentner.

Top-Rentner-Ziele 2019

Aber zurück zum Ranking von International Living – hier die Top-Ten-Rentner-Ziele:

  1. Panama
  2. Costa Rica
  3. Mexiko
  4. Ecuador
  5. Malaysia
  6. Kolumbien
  7. Portugal
  8. Peru
  9. Thailand
  10. Spanien

Noch ein paar Worte zu den europäischen Zielen:

Portugal

Nach Meinung von International Living hat Portugal ein rentner-freundliches Klima, eine aufgeschlossene Bevölkerung und eine entschleunigte Lebensweise. Viele Portugiesen, gerade in den urbanen Regionen, sprechen Englisch, wer sich jedoch nicht unbedingt in Touristenzentren niederlassen will, sollte Portugiesisch lernen. Die Lebenshaltungskosten sind niedriger als in Deutschland.

Spanien

Sandstrände, mediterrane Gelassenheit und Sonne rund ums Jahr ziehen Touristen und Rentner an. Große deutschsprachige Exklaven erleichtern die Eingewöhnung. Spanien hat den Euro, das Gesundheitswesen ist dem Deutschlands vergleichbar, die Lebenshaltungskosten sind aber niedriger als hierzulande. Vieles spricht also für Spanien als Rentnerparadies.

 

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Heute Niedriglohn – morgen magere Rente

Niedriglohn und Altersarmut sind mittlerweile Dauerthema. Schon im April 2016 nahm sich Anne Will des Themas an, heute wieder. Trotz Beschäftigungsboom droht Geringverdienern im Alter eine Rente nur knapp über Sozialhilfeniveau oder sogar darunter. Nur was passiert, um das zu ändern?

„Niedriger Lohn, magere Rente – was ist uns Arbeit wert?“ – so ähnlich hieß der Titel bereits 2016, den Anne Will in ihrer Sendung diskutieren ließ. Irgendwie einfallslos, oder? Verändert hat sich seitdem nicht viel. Anne Will lädt auch fast wieder die gleichen Leute ein – mit Malu Dreyer, eine SPD-Politikerin, mit Mike Mohring, einen CDU-Politiker, mit Katrin Göring-Eckardt, jemand von den Grünen, mit Petra Vogel ist wieder jemand von der IG Bau dabei, dann natürlich jemand von den Familienunternehmern, dieses Mal Reinhold von Eben-Worlée und Guido Fahrendholz. Koordinator einer Notunterkunft für Obdachlose in Berlin. Es kommt dann auch wie erwartet. „Tichys Einblick“ ätzt, dass „die Veranstaltung über weite Strecken zäh war, wie ein Zusammenschnitt aus Sendungen der letzten Monate, auf die ein Dramaturg frech ‚Best of‘ gepappt hat“.

Millionen arbeiten für Niedriglohn

Auch die Einführung zum Talk liest sich so ähnlich wie damals: „Immer mehr Menschen in Deutschland brauchen einen Nebenjob, um über die Runden zu kommen; rund vier Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind im Niedriglohnsektor tätig … und schon heute leben fast jede fünfte Rentnerin und jeder fünfte Rentner in Altersarmut … die Große Koalition will das Problem mit einer sogenannten Grundrente lösen und die Lebensleistung der Menschen in Deutschland besser honorieren.“ Ja, was ist schief gelaufen in Deutschland, dass so viele Menschen von ihrem Erwerb nicht mehr leben können?

Warum läuft es anderswo besser?

Wer sich an Anne Will und 2016 erinnert, hat ein Déjà-Vu-Erlebnis. Wie wäre es denn, mal zu fragen, warum es in Nachbarländern wie Dänemark, Schweden oder den Niederlanden besser läuft? Wie wäre es denn, mal zu fragen, warum das Pensionsniveau hierzulande so viel höher ist als das Rentenniveau? Wie wäre es denn, mal zu fragen, warum es keine Erwerbstätigenpension gibt? Wie wäre es denn, mal zu fragen, was Altersarmut mit den Negativzinsen zu tun hat? Ganz richtig warf Petra Vogel den Parteien vor, wirkungslos herumzudoktern, dabei müsse das gesamte Rentensystem verändert werden. „Es müssen Beamte, es müssen Abgeordnete und es müssen auch Selbständige mit in die Kassen einzahlen“, so Vogel.

Wir drehen uns also im Kreis – und das aus den Rundfunkgebühren finanziert.

Anne Will lief übrigens am 3. März 2019 um 21.45 Uhr im Ersten. Die Sendung lässt sich in der Mediathek abrufen.




Mit Qigong zu mehr Gelassenheit

Qigong ist eine Mischung aus Bewegung und Meditation – und ideal geeignet, um zu mehr Gelassenheit zu finden. Qigong schult die Konzentration, verbessert die Selbstwahrnehmung, fördert Gleichgewichtssinn und Beweglichkeit. Vielleicht hilft Qigong auch, unser Leben zu verlängern.

Woher kommt Qigong?

Ob 2000 oder gar 3000 Jahre alt, dürfte ziemlich egal sein – so viel ist allerdings klar, die chinesische Bewegungsmeditation hat sich bewährt, sich mit sich selbst in Einklang zu bringen. Wir skeptischen Westler müssen es einfach zulassen, was Chinesen schon längst akzeptiert haben. Fließende Bewegungen und ruhige Atmung helfen, sich wohler, vitaler und ausgeglichener zu fühlen. Dass sich damit sogar das Leben verlängern lässt, ist für Qigong-Anhänger ausgemachte Sache.

Anders als andere Sportarten, eignet sich Qigong auch für uns ältere Jahrgänge – und das Schöne dabei, Qigong wird mittlerweile überall angeboten, ob in Volkshochschulen oder in Sportvereinen, von Fitness-Studios und Personal Trainern. Ganz abgesehen davon, wer wirklich niemand finden sollte, kann auch Youtube konsultieren. Aber in der Gruppe macht’s einfach mehr Spaß und motiviert zu Regelmäßigkeit.

Was heißt Qigong?

Das chinesische Wort Qigong kommt von „Qi“ (ausgesprochen Tschi) und „Gong“. Qi steht für die innere Kraft, was wir auch als Lebensenergie ansehen. „Auf uns Menschen bezogen bedeutet es jene Energie, die wir seit Beginn unserer Existenz in uns tragen“, schreibt das Taiji-Forum. „Gong“ übersetzt das Taiki-Forum mit „Arbeit“, „Pflege“, „Übung“ oder „beständiges Üben“. Die Zusammensetzung von „Qi“ und „Gong“ bedeute demnach die Arbeit mit der Lebensenergie oder die Pflege derselben. Die Pflege des Qi meine eine bestimmte Form der „Selbstnährung“ des Menschen; die Lebensenergie werde also nicht von außen gestärkt, sondern von innen, durch den Menschen selbst. Mit Qigong-Übungen soll laut Taiji-Forum das Qi erhalten, gestärkt und ausgeglichen werden.

Sinn und Zweck ist es, die Lebensenergie zu stärken, um gesünder und vitaler zu werden, was letztlich das Leben verlängern kann. „Qigong ist ein harmonischer Fluss an Bewegungen“, zitiert die Frankfurter Rundschau Qigong- und Taiji-Lehrerin Karin Sedlmeier aus Wolnzach in Oberbayern. „Man hört kurz vor der stärksten Anspannung auf und geht dann in die Gegenbewegung“, fasst sie zusammen. Ob Qigong das Immunsystem fördert, daran zweifeln vielleicht einige, aber dass Qigong beruhigt, erfährt jeder, der es selbst ausprobiert.

In China ist die Bewegungsmeditation so etwas wie eine Volksbewegung. Alt und jung treffen sich in Parks, um gemeinsam zu üben. Qigong ist dabei eben nicht unbedingt Sport, sondern Bewegungsmeditation und Atemübung.

Wie Qigong üben?

Qigong-Übungen tragen in der Regel poetisch anmutende Namen wie „In die Stille eintreten“, „Den Himmel stützen“, „Der Kranich breitet seine Flügel aus“. Übungsfolgen orientieren sich an den fünf Elementen oder am Morgengebet buddhistischer Mönche. Dadurch wird es leichter, sich die Folge zu merken. Jede einzelne Übung hat eine bestimmten Zweck, ist gut für das eine oder andere Organ und soll das Qi mehren und zum Fließen bringen.

Wie Qigong praktizieren?

In der Gruppe mit einer Kursleiterin ist es sicher leichter, die Bewegungsabläufe zu erlernen und einzuüben. Wer einige Bewegungsabläufe verinnerlicht hat, kann und soll sie zu Hause üben. Qigong lässt sich im Stehen und Sitzen üben. Im Sommer gehen Qigong-Übende auch in die freie Natur.

Wofür ist Qigong gut?

Das Gesundheitsportal lifeline hat kurz zusammengefasst, wofür Qigong gut ist und gegen welche Leiden es hilft:

Die sanften Qigong-Übungen erfordern keine besondere Kraftanstrengung und sind in jedem Alter möglich. Als begleitende Therapie sind sie zum Beispiel empfehlenswert

Dieser Beitrag erscheint im Rahmen der Challenge von Nadine Becker, die zu „28 Days of Blogging“ aufgerufen hat. Das heißt, 28 Tage im Februar jeden Tag einen Blog-Post zu schreiben. Alle Blogger, die mitmachen, verlinken ihre Beiträge auf Facebook in der Gruppe 28 Days of Blogging, bei Pinterest und Instagram. Bis auf einen Tag, habe ich bis zum Schluss durchgehalten. Mit dem heutigen Beitrag endet diese Challenge.  #28daysofblogging .

Wer noch alles mitmacht bei #28DaysofBlogging: