Satte Rentenerhöhung ab Juli

Wie schon im November 2018 prognostiziert, bekommen Rentner ab Juli eine satte Rentenerhöhung. Sie fällt auch genauso hoch aus, wie damals berechnet: Es gibt im Westen 3,18 Prozent mehr und im Osten 3,91 Prozent.

Der Rentenschätzerkreis kam onvista zufolge bei seinen Berechnungen auf eine Rentenerhöhung zum 1. Juli 2019 auf 3,18 Prozent im Westen und auf 3,91 Prozent im Osten. Damit schaffte der Rentenschätzerkreis eine Punktlandung.

Satte Rentenerhöhung 2019

Die vergleichsweise satte Erhöhung hat vor allem mit der guten Lagen am Arbeitsmarkt zu tun. Die Arbeitslosenquote ist so niedrig wie schon lange nicht mehr, entsprechend hoch ist die Zahl der sozialpflichtigen Beschäftigten. Trotz der Beitragssenkung am Jahresanfang um 0,1 Punkte auf 18,6 Prozent seien die Beitragseinnahmen der allgemeinen Rentenversicherung bis September um rund 4,4 Prozent gestiegen. Die Rücklagen der Rentenversicherung dürfte bis Ende 2018 auf 38 Milliarden Euro steigen. Dumm nur, dass die Rentenkasse deswegen Strafzinsen an die Europäische Zentralbank (EZB) zahlen muss.

Ostrenten gleichen sich an

Ost und West gleichen sich damit auch in punkto Rente immer mehr an – die Rentenwerte sind jetzt schon nur noch 3,5 Prozentpunkte auseinander. 2024 sind sie dann ganz gleich.

Satte Rentenerhöhung 2019 zu erwarten




Westdeutsche zieht es nach Ostdeutschland

Einige Rentner und Vorruheständler überlegen sich, ob sie nicht besser nach Ostdeutschlands umzuziehen sollen. Warum ist Ostdeutschland so attraktiv für die Generation 50plus und noch mehr für 60plus?

Jahrzehntelang sind Junge und Alte aus Ostdeutschland in den Westen gezogen. Das hat sich offensichtlich umgekehrt. Eintagsfliege oder Trendwende? Bereits seit vier Jahren ziehen dem Berlin-Institut zufolge mehr Menschen aus Westdeutschland – oder dem Ausland – in den Osten. Allerdings profitieren davon einige „Schwarmstädte“ überproportional, darunter Leipzig, Dresden, Jena, Erfurt, Potsdam und Rostock. Gefragt bei Pensionären sind auch Wohnorte in Küstennähe.

Die Richtung der Binnenwanderung zwischen Ost- und Westdeutschland hat sich geändert. 26 Jahre lang sind nach der deutschen Wiedervereinigung mehr Menschen von Ost- nach Westdeutschland gezogen. Auch laut Statista hat sich der Trend umgekehrt, wobei Statista auf Daten des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung verweist. Danach sind 93 415 Menschen von West- nach Ostdeutschland gezogen, aber nur 89 418 von Ost- nach Westdeutschland. „Wanderungsverluste haben die ostdeutschen Flächenländer weiterhin bei jungen Erwachsenen zwischen 18 und 29 Jahren, bei allen anderen Altersgruppen ist der Saldo für Ostdeutschland hingegen positiv“, so die Geografin Dr. Nikola Sander, Forschungsdirektorin am BiB.

Sachsen sind Wanderungsgewinner

Wanderungsgewinner sind Sachsen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Im Gegenzug verlassen immer noch mehr Menschen Sachsen-Anhalt und Thüringen in Richtung Westen.

Wanderung von Westdeutschland nach Ostdeutschland

Wanderung von Westdeutschland nach Ostdeutschland Quelle: Statista

Empty-Nest- und Ruhestandswanderer

Die Demographen vom Berlin-Institut unterscheiden bei ihrer Untersuchung die sogenannten „Empty-Nest-Wanderer“ und die „Ruhestandswanderer“: Was sind „Empty-Nest-Wanderer“? Kurz gesagt, solche Eltern, deren Kinder das Nest verlassen haben – meist über 50. Wenn das Haus leer ist, überlegen sich zumindest einige, umzuziehen. Viele sind es allerdings nicht, denn die Umzugsbereitschaft ist in dieser Altersgruppe nicht mehr sonderlich hoch. Von 1000 Einwohnern zwischen 50 und 64 Jahren hätten sich in den neuen Bundesländern im Jahr 2013 nur rund 16 für einen Umzug in eine andere Gemeinde entschieden, so das Institut. Die 52 000 Empty-Nest-Wanderer im Jahr 2013 seien eine überschaubare Gruppe. Es könnte indes mehr werden, mutmaßen die Demographen. „Auch wenn große Wanderungsströme in dieser Altersgruppe bislang ausbleiben, haben die neuen Bundesländer insgesamt bei den Empty-Nest-Wanderern die Trendwende geschafft“, so das Institut. Besonders beliebt bei der Altersgruppe zwischen 50 bis 64 Jahren sind Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen. Am liebsten haben Empty-Nest-Wanderer laut Berlin-Institut die neun ostdeutschen Großstädte. Leipzig habe es den 50- bis 64-Jährigen besonders angetan. Verlierer seien allerdings kleine Gemeinden mit weniger als 500 Einwohnern.

Meer und Berge ziehen

Gefragt sind bei Empy-Nest-Wanderer auch attraktive Gemeinden Küstennähe, Kurorte und landschaftlich schöne Gegenden. So können laut Berlin-Institut die Küstenorten Binz, Heringsdorf und Sassnitz an der Ostsee einen Positiv-Saldo verbuchen. In Sachsen gelte das für  Oderwitz im Vorland des Zittauer Gebirges und die zweitälteste sächsische Stadt Dohna.  „Auch die beiden thüringischen Kurorte Bad Berka und Bad Liebenstein können bei den Empty-NestWanderern im Saldo einen Zuzug verbuchen“, so die Demographen. Gleiches gelte für das Moor-, Mineral- und Kneippheilbad Bad Schmiedeberg und die beschauliche Hansestadt Havelberg in Sachsen-Anhalt.

Wichtig ist den Empty-Nest-Wanderer wohl, dass die Gemeinde, in die sie ziehen, in punkto Arzt, Apotheken und Läden gut ausgestattet sind, so dass die Zuzügler keine allzu weiten Wege zurücklegen müssen.

Ostdeutschland bei Rentner beliebt

Die neuen Bundesländer sind bei den über 64-Jährigen gefragt. „Besonders Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern locken Ruhestandswanderer an“, so das Berlin-Institut. Der Rentenbeginn ist ein einschneidender Abschnitt im Leben. Zwar bleibt das Gros der Rentner in ihrer vertrauten Umgebung, einige allerdings entscheiden sich zu einem Neuanfang. Denn, der Beruf hält sie ja nicht mehr an einem bestimmten Wohnort – sie sind jetzt endlich frei, selbst zu entscheiden, wo sie residieren wollen. Einige ziehen näher zu ihren Kindern und Enkeln, andere drängt es ans Meer oder in die Berge. „Es waren zuerst ältere Wanderungswillige, die es vermehrt in die neuen Bundesländer zog“, konstatieren die Berliner Forscher. Die Wanderungsbewegung setzte schon vergleichsweise früh ein. Viele zogen es nach Mecklenburg-Vorpommern des Meeres wegen. Nach Brandenburg zog es laut Berlin-Institut Rentner wegen altersfreundlicher Städte. Dieser Trend dürfte allein schon wegen der wachsenden Zahl der Rentner anhalten. „Denn je älter die stark besetzten Jahrgänge der Babyboomer werden, desto mehr verschieben sich auch unter den Wanderern die Anteile zugunsten höherer Altersgruppen“, konstatieren die Forscher. Sie gehen auch davon aus, dass es zwischen 2013 und 2030 mehr Rentner werden – ihr Zahl steige von drei auf 3,7 Millionen.

Mittelgroße Städte gefragt

Dabei zieht es die Ruhestandswanderer nicht unbedingt in die Großstädte, anders als die Jungen. Ganz abgesehen davon, dass sich viele die Großstadt nicht mehr leisten können, das gilt vor allem für München, Frankfurt und Stuttgart. Sie wollen es lieber etwas beschaulicher und suchen sich mittelgroße Städte aus, das heißt, Städte mit 10 000 bis 50 000 Einwohner – ablesbar an den Zahlen des Berlin-Instituts, das für mittelgroßen Städte im Jahr 2013 ein Plus von insgesamt 3,4 Ruhestandswanderern je 1000 Einwohner in dieser Altersgruppe verbuchte. Wichtig ist für die Ruhestandswanderer, dass es am Ort

Supermarkt, Arzt und Post gibt.

Auch kleine Gemeinden können Magnete für ältere Wanderungswillige sein. Einigen von ihnen hilft dabei ihre reizvolle Landschaft. So verzeichnen etwa die beiden kleinen Gemeinden Alt Schwerin und Blankenhof eine Nettozuwanderung bei den über 64-Jährigen. Beide liegen in Europas größtem geschlossenem Seengebiet, der Mecklenburgischen Seenplatte. Die über 1000 Seen der Regionen locken nicht nur Touristen an, sondern können auch einige ältere Menschen dazu bewegen, ihren Lebensabend dort zu verbringen. Andere Gemeinden haben ältere Menschen als Zielgruppe ausgemacht und sich auf deren Bedürfnisse spezialisiert. Dazu zählt etwa das malerische Burg im brandenburgischen Spreewald, das als staatlich anerkannter Ort mit Heilquellenkurbetrieb nicht nur Übernachtungsgäste anzieht, sondern auch einen Zuzug von Ruheständlern verzeichnet. Ähnlich attraktiv ist der Kurort Bad Elster im sächsischen Vogtland, eines der ältesten Mineral- und Moorheilbäder Deutschlands, oder das staatlich anerkannte Heilbad Bad Klosterlausnitz in Thüringen. (O-Ton Berlin-Institut)

Top-Schwarmstädte der Alten im Osten

Lüchow-Dannenberg  (+8,5%*)
Potsdam 7,2%
Schwerin 5,2%
Weimar 5,0% 1,7% 2,3%
*Prozentualer Zuwachs von 2008 bis 2013 laut GDW

Image by Hans Braxmeier from Pixabay 




Auto selbst reparieren und Geld sparen

Für Rentner gehört das eigene Fahrzeug einfach zum Alltag – als Garantie für Mobilität. Wer als Rentner sparen muss, setzt am besten beim Auto an. Warum nicht bei der Reparatur sparen und selbst reparieren. Was geht und was nicht?

In der Stadt ist ein Auto vielleicht nicht unbedingt notwendig, aber auf dem Land. Wer mobil sein will kommt ohne kaum aus. Wer nur eine kleine Rente hat, für den wird ein Auto allerdings wegen hoher Spritpreise, Versicherungs- und Reparaturkosten fast schon zum Luxus – eine Zwickmühle. Wie lässt sich dieser Zwiespalt auflösen? Wie wäre es denn mit Selbermachen? Damit lässt sich Geld sparen.

Reparieren leicht gemacht

Der Luftfilter setzt sich zu, der Auspuff rostet, der Ölwechsel steht an und die Reifen sind abgefahren. Wer nur ein bisschen handwerkliches Geschick hat, kann das mit ein wenig Erfahrung und mit dem passenden Werkzeug leicht selbst reparieren und die defekten Teile gegen neue auswechseln. Das spart Geld.

Ölwechsel für kleines Geld

Eine der wichtigsten Wartungsarbeiten, die sich für kleines Geld auch problemlos selbst machen lassen, ist der Ölwechsel – fällig in der Regel alle 15 000 Kilometer oder einmal im Jahr. Dafür braucht es eigentlich nur eine Hebebühne oder eine Auffahrhilfe, so dass der Do-it-your-selfer den Ölfilter und die Ölablassschraube leichter entfernen und den Auffangbehälter für das Altöl platzieren kann. Vorher sollte noch der Deckel am Öleinfüllstutzen, durch den das neue Öl später eingefüllt wird, abgeschraubt werden. So fließt das alte Öl – am besten betriebswarm (Vorsicht vor Verbrennungen!) – besser ab. Nach dem Aufbocken des Fahrzeuges Ölablassschraube lösen und das Altöl in einem geeigneten Behälterauffangen. Nach dem Ablassen, die Schraube wieder fest verschließen, den neue Ölfilter einsetzen und schon kann das neue Öl eingefüllt werden. Das Altöl kann bei dem Händler, bei dem das neue Motoröl gekauft wurde, auch wieder zurückgegeben werden.

Luftfilterwechsel schnell erledigt

Ein weiteres Verschleißteil am Auto, das immer wieder in regelmäßigen Abständen gewechselt werden muss, ist der Luftfilter. Der sitzt im Luftfilterkasten und ist somit bei den meisten Autos gut zu erreichen. Für einen Luftfilterwechsel reicht meist handelsübliches Werkzeug. Das meist mit vielen Falten versehene, spezielle Filterpapier muss von Zeit zu Zeit ausgetauscht werden. Dabei sollte auch gleich der Luftfilterkasten mit gereinigt werden, denn darin setzt sich öfter mal Schmutz ab. Meist ist der je nach Modell zwischen 20 und 100 Euro teure Luftfilter in weniger als 20 Minuten auch von Laien zu wechseln. Der Autobesitzer spart sich das Geld für den Werkstattbesuch.

Auspuffwechsel kein Problem

Einfacher wird es beim Auspuffwechsel. Auch beim Wechsel vom Endschalldämpfer lässt sich bares Geld sparen. Das Fahrzeug muss nur rückwärts auf zwei Auffahrrampen gefahren werden, die Schelle zwischen dem Mittelschalldämpfer und dem Endschalldämpfer (Vorsicht – heiß!) wird gelöst und schon kann der alte Auspuff samt Aufhängungsgummis abgezogen werden. Dann neue Gummis am neuen Auspuff montieren, alles wieder einfädeln und die Halterungsschelle wieder fest anziehen.

Reifenwechsel als Standard-Spar-Modell

Wer richtig Geld sparen will oder muss, lagert seine Reifen am besten in der eigenen Garage – hängend oder auf einem sogenannten Reifenbaum, denn die Werkstatt verlangt natürlich Geld fürs Einlagern von Reifen. Mit ein bisschen Hilfe ist auch der Wechsel kein Problem. Dafür braucht es einen Wagenheber: Fahrzeug aufbocken, Radbolzen oder -muttern lösen, alte Reifen samt Felgen abbauen und Saisonreifen aufziehen. Wichtig ist, dass die Reifen ab und an zum Auswuchten gebracht werden.

Batteriewechsel – Job für Sparfüchse

Auch moderne Autobatterien halten nicht ewig – nach fünf bis sieben Jahren muss eine neue Starterbatterie her. Für einen Wechsel muss das Fahrzeug zunächst abgestellt werden und alle Verbraucher am Auto sollten abgeschaltet sein. Dann zuerst das schwarze Kabel am Minuspol entfernen, in einem zweiten Schritt das rote Kabel am Pluspol. Sind beide Kabel abmontiert, so kann die Halterung der Batterie an der Karosserie abgeschraubt werden und der alte Akku wird aus dem Auto herausgehoben. Nach dem Einsetzen und Festschrauben der neuen Autobatterie wird das rote Kabel am Pluspol zuerst befestigt, ehe dann das schwarze Kabel am Minuspol folgt.  Wer Korrosion an den Batterie-Polen verhindern will, reibt diese vorher noch mit säurefreiem Fett ein.

Auch Arbeiten wie der Glühbirnenwechsel oder der Wechsel der Wischerblätter müssen nicht in einer teuren Werkstatt erfolgen. Mit ein wenig handwerklichem Geschick, dem passenden Werkzeug und etwas Erfahrung schaffen das viele auch selbst.




Regierung will mit Rentenkonto Rentner linken

Und wieder einmal gaukelt uns die Regierung vor, die Höhe der Rente ließe sich auf Knopfdruck abrufen. Arbeits- und Finanzminister schmieden eine unselige Allianz, um die Rentner mit einem Rentenkonto noch besser überwachen und abzocken zu können. Also Vorsicht!

Dem Staat ist nur daran gelegen, den Bürger zu kontrollieren, um auch noch den letzten Cent aus ihm heraus zu kitzeln. Ein Online abrufbares Rentenkonto wäre doch die ideale Lösung. Genau daran arbeiten Arbeit- und Finanzminister laut „Bild“. Mit einem Klick, so das Blatt, soll jeder in Deutschland zukünftig erfahren können, wie viel Geld er im Alter zur Verfügung hat.

Das hat nichts mit Fürsorge zu tun, dahinter steckt die Absicht, den Bürger auszuhorchen. Denn, für den Staat ist es ein leichtes, sich Zugang zu diesem Renten-Check zu verschaffen.

Wer will ein Rentenkonto?

Wer will denn so was? Es gibt einige Befürworter für eine solche übergreifende Infoplattform, in der alles zusammengefasst sein könnte, was der einzelne Bürger wissen muss, um einschätzen zu können, was er im Alter an Versorgungsansprüchen zu erwarten hat. Da ist zum einen der Bankenverband, dann natürlich der Arbeits- und Finanzminister und die Deutsche Renten Information. Auch das Deutsche Institut für Altersvorsorge spricht sich dafür aus. Treibende Kraft ist die Deutsche Renten Information.

Vorsicht vor staatlicher Fürsorge

Klingt aufs Erste plausibel und löblich. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung“ zitierte den jetzigen Wirtschaftsminister Peter Altmaier mit den Worten, dass „durch die Einführung eines digitalen Bürgerportals künftig sichergestellt werden soll, dass alle Verwaltungsdienstleistungen deutschlandweit elektronisch verfügbar sind“, so sein hehrer Ansatz. Gleichzeitig müsse ein solches Portal den Bürgern den Zugang zu einer unabhängigen Plattform bieten, die alle Ansprüche aus gesetzlicher Rente, Betriebsrente und privater Vorsorge sicher, einfach und übersichtlich zusammenfasst. Damit solle, so Altmaiers Argument, nachvollziehbar sein, „welche Anwartschaften der Bürger in den verschiedenen Säulen der Altersversicherung angespart hat“.

Wie gesagt, klingt fürsorglich. Cui bono – wem nützt ein solches Rentenkonto? Wirklich dem Bürger – oder nicht doch eher dem Staat. Dank eines solchen Rentenkontos kann der Staat dann viel besser abschätzen, wo er den Bürger noch schröpfen kann, denn dann liegen ja die ganzen Vermögensverhältnisse des Bürger offen – und für den Staat vergleichsweise bequem erreichbar.

Skepsis ist angebracht

Woher diese Skepsis? Dem Staat ist nicht zu trauen, das hat die Doppelverbeitragung von Direktversicherungen bewiesen. Der Staat beutet Betriebsrentner aus, für die Altersvorsorge wegen des Zugriffs von Staat und Krankenkasse zum Minus-Geschäft wird. Die Lebensversicherer werden vom Staat gezwungen, jeden Cent an die Krankenversicherung zu melden, den ein Bürger im Laufe seines Lebens über eine Direktversicherung angespart hat. Diese Information ist für Staat und Sozialversicherung Milliarden wert, denn der Besitzer einer Direktversicherung zahlt bei Rentenbeginn den Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil plus Pflegeversicherungsbeitrag an seine Krankenversicherung – annähernd 20 Prozent zehn Jahre lang. Möglich gemacht hat diese Enteignung ein Gesetz aus dem Jahre 2004, initiiert von der damaligen rot-grünen Regierung mit Unterstützung der Union. Das Gesundheitsmodernisierungsgesetz wird rückwirkend auch auf Verträge angewandt, die lang vor Inkrafttreten des Gesetzes abgeschlossen worden waren.

Excel statt Rentenkonto

Aber zurück zum Rentenkonto. Dem deutschen Staat ist in punkto Altersvorsorge nicht zu trauen, das hat er bis lang mehrfach bewiesen. Initiative in punkto Rentenübersicht ist besser – und dafür gibt es ein einfaches Mittel: eine Excel-Tabelle. Jeder kann in diese Tabelle alle Daten selbst eintragen, Excel summiert die Zahlen auf. Wer diese Tabelle ständig aktualisiert, hat problemlos einen Überblick über seine Altersvorsorge. Ach ja, Excel. Das ist ein Tabellenkalkulationsprogramm von Microsoft – das zu lernen ist kein Zauberwerk. Viele Windows-Nutzer dürften vermutlich bereits Excel auf ihrem Rechner haben. Die Bundesregierung könnte ja jedem ein Exemplar schenken. Wie wäre es denn, wenn der Staat statt in ein Rentenkonto zu investieren, in Finanzwissen investieren würde, wie es ja schon seit langem von Wirtschaftlern gefordert wird? Bislang sind alle derartigen Vorstöße im Sande verlaufen – oder habe ich da etwas nicht mitbekommen?




Offener Brief an Angela Merkel wegen Betriebsrenten

Betriebsrentner sind wütend, weil ihnen annähernd ein Fünftel im Alter fehlt. Sie werden von Staat und Krankenkassen abgezockt. Der Verein der Direktversicherungsgeschädigten (DVG) hat an Angela Merkel einen offenen Brief geschrieben, weil sie sich gegen eine Entlastung ausgesprochen hat.

Hier der Wortlaut des offenen Briefes des Vereins der Direktversicherungsgeschädigten (DVG) an Angela Merkel:

„Bild“ titelt „Merkel lehnt Entlastung von Betriebsrentnern ab“. Wir sind sehr überrascht, denn Union und SPD haben sich für eine Entlastung ausgesprochen. Damit brüskieren Sie 18 Millionen Menschen, die seit 2004 satte 44 Milliarden Euro an Krankenkassen- und Pflegebeiträge gezahlt haben. Allein der Betrag verdeutlicht, wie ein Gesetz die Lebensplanung vieler Menschen sabotiert – ohne Vorwarnung, ohne Übergangsfrist und rückwirkend.

Merkel lehnt Entlastung ab

Die Bundesregierung hätte ausreichend Gelegenheit gehabt, dieses Unrecht wieder gutzumachen. Warum steht im Koalitionsvertrag nichts von Entlastung? Beseitigen Sie dieses Unrecht sofort! Unterstützen Sie die Initiativen der Bayerischen Staatsregierung, Ihres Gesundheitsministers Jens Spahn und zahlreicher Kolleginnen und Kollegen Ihrer Fraktion. Und akzeptieren Sie doch bitte die klare Beschlusslage des Parteitages der CDU.

Protest gegen Merkels Hinhaltetaktik

Denken Sie daran: Schlechte Wahlergebnisse haben Gründe. Irgendwann begreift auch der letzte Wähler, was er von den Wahlversprechen der Union zu halten hat. Der Direktversicherungsgeschädigte e.V. (DVG) ist offen für Vorschläge zur Entlastung. Was wir nicht länger hinnehmen, ist das „Aussitzen“ dieses Themas.

Wir hoffen, Sie begreifen, dass die Bürger diesen Zustand nicht länger einfach hinnehmen. Sie müssen umdenken, um bei den bevorstehenden Wahlen das Vertrauen von 18 Millionen Wählerinnen und Wählern zurück zu gewinnen.




Brauchen wir ein Job-Plattform für Rentner?

Was für eine Frage. Ja, wir brauchen eine Job-Plattform für Rentner. Einige Silver Ager wollen oder müssen arbeiten. Sie bringen Wissen mit, das Unternehmen brauchen. Umgekehrt suchen Silver Ager Bestätigung, auch in finanzieller Form. In Österreich tut sich etwas – und in Deutschland?

Bei Siemens werden Ältere systematisch aussortiert und gedrängt, einen Auflösungsvertrag zu unterschreiben. Siemens ist dabei nicht der einzige Konzern hierzulande, der versucht, die Silver Ager loszuwerden. Schade, offensichtlich hat der Konzern nicht begriffen, welchen Erfahrungsschatz er hat, den er nur heben müsste. Siemens ist indes nicht symptomatisch für den Umgang von Unternehmen mit ihren Beschäftigten. Andere Konzerne wissen sehr wohl, was sie an den Älteren haben. Über kurz oder lang werden Unternehmen das Potenzial der Älteren anzapfen müssen, um Arbeitsplätze zu besetzen.

Job-Plattform für Silver Ager

Allein dieses Beispiel zeigt, dass es gerade hierzulande ein Umdenken braucht, einen Paradigmenwechsel, wie das so schön heißt. Offensichtlich sind die Österreicher da schon weiter. In Wien hat sich eine Online-Plattform gebildet, die das Wissen und Können von Silver Agern für Unternehmen anzapfen wollen. „Grow Wiser“ ist Motto und Programm der Plattform WisR, die Silver Ager und Unternehmen zusammenbringen will.

Dabei geht es den Recruitern nicht nur um die Vermittlung von Silver Agern, sondern auch um Aufklärung, Beratung und Hintergründe. In ihrem Blog kläre sie über Zuverdienst und die Rahmenbedingungen auf, über Selbstständigkeit und liefern Tipps für den Lebenslauf.

Expansion nach Deutschland

Noch beschränkt sich die Plattform WisR auf Österreich, aber das soll sich laut Daniel Eberharter von WisR ändern. Bereits im April will das Unternehmen seine Radius auf den süddeutschen Raum erweitern.

Die Wiener haben begriffen, dass der „demographische Wandel die Gesellschaft grundlegend und damit auch den Arbeitsmarkt ändert“, so WisR-Gründerin Klaudia Bachinger.

Die Registrierung ist für Silver Ager übrigens kostenlos, für Unternehmen im Abosystem nutzbar.

Am 12. März haben es die Newcomern in die Sendung „2 Minuten 2 Millionen“ bei Puls4 geschafft, die durchaus vergleichbar ist mit „Die Höhle der Löwen“ auf Vox. Ein Deal kam indes nicht zustande. Aber die Jungunternehmerinnen sind offensichtlich zuversichtlich, weitere Geldgeber für ihre Expansion nach Deutschland zu finden.

Die Wiener sind indes nicht die einzigen, die sich Gedanken machen über die Babyboomer und ihrem Wunsch, wenigstens zeitweise und in Teilzeit zu arbeiten. In Frankfurter gibt es das Online-Netzwerk für erfahrene Fach- und Führungskräfte MASTERhora. Die Frankfurter sind aber nicht explizit für Rentner da, sondern für die Generation 50plus.

Im österreichischen Bodensdorf hat sich der Verein Unruhestandaktiv gegründet, der die Generationensolidarität in Wirtschaft und Gesellschaft fördert, multikulturelle Generationentreffpunkte organisiert und Spiel-, Lern-, und Werkräumen sowie Kooperationen organisiert.

Foto: WisR




So können Rentner Steuern sparen

Durch die Rentenerhöhungen werden immer mehr Rentner steuerpflichtig. Wer 2018 mehr als 9000 Euro – der steuerliche Grundfreibetrag – Rente plus Zusatzverdienst bezieht, muss eine Steuererklärung abgeben und zahlt Steuern. Wie Rentner Steuern sparen können.

Übersteigt die Rente plus Zuverdienst durch Nebentätigkeiten 9000 Euro (Grundfreibetrag), sind auch Rentner dazu verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben. In dieser Erklärung machen sie viele Angaben genauso wie steuerpflichtige Arbeitnehmer. Allerdings gibt es da einiges, was speziell auf Rentner gemünzt ist – und ihnen zugutekommt. Wer das weiß und nutzt, kann bei der Steuererklärung einiges sparen.

So lassen sich Steuern drücken

Die Lohnsteuerhilfe (Lohi) schätzt, dass durch die Rentenerhöhung 2019 rund 48 000 Rentner Steuern zahlen müssen, die bisher keine Steuern zahlen mussten. Ein Viertel aller Rentner, knapp fünf Millionen Senioren, müssen der Lohi zufolge 2019 ihre Steuererklärung abgeben, worüber sich der Finanzminister freut, der 410 Millionen Euro zusätzlich kassiert.

Jeder sollte seine Steuern drücken – wie geht das? Hans Daumoser, Vorstand der Lohi Bayern, stellt die sieben effektivsten Steuertipps für Rentner vor:

Sonderausgaben

„Zunächst dürfen laut Gesetz die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung als Sonderausgaben angesetzt werden“, so der Steuerexperte der Lohi. „Das sind immerhin schon rund elf Prozent der Rente.“ Auch Beiträge zur Haftpflicht-, Unfall- oder Zahnzusatzversicherung kommen in Frage, wenn die steuerliche Höchstgrenze noch nicht erreicht wurde. Nicht zu vergessen sind die sonstigen Sonderausgaben, wie ein Versorgungsausgleich, Unterhaltsleistungen, die Kirchensteuer, Parteibeiträge und Spenden. In den meisten Fällen wird der Pauschbetrag von 36 Euro (72 Euro bei gemeinsamer Veranlagung) überschritten.

Haushaltsnahe Dienstleistungen

Werden haushaltsnahe Dienstleistungen in Anspruch genommen, so können die Kosten dafür zu 20 Prozent abgesetzt werden. Darunter fallen nicht nur die Kosten für eine Putzhilfe oder ambulante Pflege, sondern auch der Hausnotruf. Wer krankheitsbedingt in einem Pflegeheim wohnen muss, kann alle Dienstleistungen im Heim, auch für den Haarschnitt oder die Fußpflege, als haushaltsnahe Dienstleistung geltend machen. Mieter finden häufig auch Posten in der Nebenkostenabrechnung des Vermieters, die absetzbar sind. Ähnlich zu den haushaltsnahen Dienstleistungen lassen sich auch Handwerkerrechnungen in der Rente von der Steuer absetzen.

Außergewöhnliche Belastungen

Alle Ausgaben, die unter die außergewöhnlichen Belastungen fallen, sollten für die Steuererklärung addiert werden. Dies sind beispielsweise die Kosten für eine Brille, ein Hörgerät, den Zahnersatz oder den Rollator. Auch nicht verschreibungspflichtige Medikamente auf Rezept, Zuzahlungen bei der Physiotherapie, Honorare für Heilpraktiker oder vom Arzt verordnete medizinische Behandlungen, die die Krankenkasse nicht übernommen hat, können in der Steuererklärung angegeben werden. Wissenschaftlich nicht anerkannte Behandlungen müssen zuvor vom Amtsarzt attestiert werden.

Fahrtkosten zum Arzt, zur Physiotherapie oder ins Krankenhaus können mit 30 Cent pro Kilometer berücksichtigt werden. Viele einzelne kleinere Rechnungen können hier am Ende ins Gewicht fallen. Und große Investitionen wie in einen Treppenlift, im Zuge eines alters- oder behindertengerechten Umbaus des Eigenheims, machen sich richtig bemerkbar. Es kommt zwar die zumutbare Belastung zum Tragen, bevor etwas abgesetzt werden kann, aber die ist bei kleineren Renten nicht wirklich hoch.

Behindertenpauschbetrag

Bei permanenten chronischen Leiden oder dauerhaften gesundheitlichen Einschränkungen sollte darüber nachgedacht werden, ob nicht ein Behinderungsgrad festgestellt werden kann. Wird ein Grad der Behinderung von 25 bis 100 bescheinigt, so kann nach dem Grad gestaffelt der Behinderten-Pauschbetrag zwischen 310 und 1420 Euro und erhöht bis 3700 Euro geltend gemacht werden.

Liegt der Behinderungsgrad bei 70 mit dem Merkmal „G“ oder bei 80, so kann zusätzlich eine Pauschale für Fahrtkosten in Höhe von 900 Euro als außergewöhnliche Belastung beansprucht werden. Bei den Merkmalen „aG“, „BI“ oder „H“ können für Privatfahrten von bis zu 15 000 Kilometer und sogar bis zu 4500 Euro abgesetzt werden, wenn die tatsächliche Fahrleistung nachgewiesen oder glaubhaft gemacht werden kann.

Werbungskosten

Jedem steuerpflichtigen Rentner wird vom Finanzamt automatisch eine Pauschale von 102 Euro angerechnet. Oft liegen aber höhere Werbungskosten, beispielsweise  aufgrund einer gebührenpflichtigen Renten- oder Steuerberatung, Mitgliedschaft bei einem Lohnsteuerhilfeverein, Kontoführungsgebühren, Gewerkschafts- oder Verbandsbeiträgen vor. Auch Rechtsberatungs- oder Prozesskosten, bei denen es um die Rente geht, sind anzuführen. Wird einem Nebenjob, der kein Minijob ist, nachgegangen, so kommen die Fahrtkosten, Arbeitsmittel und Fortbildungskosten dazu.

Günstigerprüfung für Kapitalerträge

„Liegt der persönliche Steuersatz in der Rente unter 25 Prozent und fallen aufgrund von lebenslangen Ersparnissen Kapitalerträge an, so sollte auf der Anlage KAP die „Günstigerprüfung“ angekreuzt werden“, rät Hans Daumoser. Denn dann wird die Differenz zwischen dem niedrigeren persönlichen Steuersatz und der abgeführten Abgeltungsteuer rückerstattet.

Wer Steuern zahlen muss, sollte seine Steuererklärung von sich aus fristgerecht abgeben und darauf achten, dass er möglichst viel absetzen kann. Damit das Finanzamt die Abzüge anerkennt, müssen aber das ganze Jahr über Belege gesammelt werden. Denn nur nachweisliche Ausgaben werden steuerlich berücksichtigt. Wer jedoch unter dem steuerfreien Existenzminimum lebt, kann sich von der Abgabepflicht zur Steuererklärung befreien lassen und ist damit ein für alle Mal den Papierkram los.

 

Quelle: obs/Lohnsteuerhilfe Bayern e.V./© lohi




Frauen sind im Alter arm dran – ärmer als Männer

Beim Ruhestandsgeld klafft weiter eine Lücke zwischen Frauen und Männern. Sie wird zwar langsam kleiner, weil mehr Frauen erwerbstätig sind und Erziehungszeiten besser anerkannt werden, aber so richtig befriedigen kann das nicht.

Wenn westdeutsche Frauen ihren Rentenbescheid anschauen, muss ihnen schlecht werden, denn da stehen im Schnitt kaum mehr als 600 Euro und ein paar Zerquetschte drauf. Westdeutsche Männer bekommen hingegen im Schnitt 1078 Euro und damit deutlich mehr. Die Lücke bei den Renten der Vertreter beider Geschlechter ist gewaltig. Ostdeutsche haben’s besser, vor allem ostdeutsche Frauen, denn sie bekommen im Schnitt wohlgemerkt 894 Euro, ostdeutsche Männer 1171 Euro.

In der ehemaligen DDR war das System der Kindergärten und Horte deutlich besser ausgebaut als in Westdeutschland, weswegen ostdeutsche Frauen durchgehend arbeiten konnte. Zudem war Arbeitslosigkeit in Ostdeutschland bis zur Wende nahezu unbekannt. Das heißt, viele ostdeutsche Frauen können bis dahin eine durchgehende Erwerbsbiografie vorweisen.

Frauen bekommen 606 Euro, Männer 1087

Die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung hat sich die Unterschiede bei den Ruhegeldern einmal vorgenommen und errechnete, dass Frauen 2014 durchschnittlich 618 Euro, Männer 1037 Euro gesetzliche Renten bekommen. Bei den Betriebsrenten sei die Differenz sogar noch eklatanter. So bekämen Männer 2011 im Schnitt mit 574 Euro fast dreimal so viel Geld wie Frauen. Für 2015 hat die Stiftung ein „Gender Pension Gap“ von 53 Prozent errechnet. Seitdem hat sich kaum etwas verändert, denn auch heute sind die Unterschiede immer noch eklatant.

Gesetzliche und private Rente addiert, sind es bei Frauen nur 43 Prozent der Altersbezüge wie bei Männern. Die Unterschiede haben sich der Studie zufolge seit Anfang der 90er-Jahre zwar angeglichen, aber so richtig befriedigen kann das niemand.

Wer hat schuld an dieser Diskrepanz?

Wer oder was trägt Schuld an dieser Diskrepanz: Die mangelnde Vereinbarkeit von Kindererziehung und Arbeit. Mal ehrlich, meist bleibt die Kindererziehung doch bei den Frauen hängen – und damit sind sie später im Rentenalter die Gekniffenen. Denn ihnen fehlen Beitragszeiten, obwohl sie etwas für die Rentenversicherungen getan haben, nämlich das Heranziehen künftiger Beitragszahler.

Knapp zusammengefasst heißt das:

  • Lücken in der Erwerbsbiografie: Frauen waren häufig nicht durchgängig berufstätig
  • oft nur Teilzeit: Frauen arbeiten häufig nur Teilzeit
  • Niedriglohn: Frauen tendieren zu Berufen (sozialer Bereich, Dienstleistung), in denen sie weniger verdienen
  • Öfter mal Pausen: Kinder zu betreuen, verlangt Präsenz und das lsst sich nur schwer mit dem Job vereinbaren
  • Minijobs: häufig nutzen Frauen Minijobs ohne Rentenversicherung

Frauen weltweit schlechter versorgt

Übrigens, die „geschlechtsbezogene Ungleichheit in der Alterssicherung ist keine deutsche Besonderheit, wenngleich die Situation in Deutschland im europäischen Vergleich besonders ungünstig ist“, so das Institut der Hans-Böckler-Stiftung.

Am 8. März 2019 ist Frauentag – und in Berlin sogar ein Feiertag, den es einst auch in der DDR gab. Die Berliner haben den Frauentag vor allem eingeführt, weil sie sonst so wenige Feiertage haben. Bayern beispielsweise hat 13 Feiertag, die Augsburger sogar noch einen mehr. Wer in erfunden hat, darüber streiten sich Deutsche und Amerikaner. Denn bereits 1909 haben gab es einen Frauentag in den USA. 1910 schlug die deutsche Sozialistin Clara Zetkin auf der Frauenkonferenz in Kopenhagen die Einführung eines entsprechenden Gedenktags vor.

Am 18. März 2019 gibt es dann den Equal Pay Day. Der Equal Pay Day (EPD) ist so etwas Ähnliches wie der Steuerzahlergedenktag, denn bis dahin arbeiten Frauen umsonst (im Vergleich zu Männer, die mehr verdienen). 2018 war der Equal Pay Day übrigens am 19. März, das heißt, es hat sich in punkto Gender Pay Gap kam etwas verändert.




Freiwillig Beiträge in die Rentenkasse zahlen

Freiwillig Beiträge in die Rentenkasse zahlen? Warum nicht! Wer noch rückwirkend für 2018 einzahlen will, muss sich beeilen, denn die Frist endet am 1. April 2019.

Bei Sparkassen und Banken gibt es keine Zinsen mehr, wie Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) gerade versicherte, warum also nicht in die Rentenkasse einzahlen und so das Ruhestandsgeld erhöhen. Freiwillig Beiträge können sich laut „Finanztip“ durchaus lohnen für alle, die noch 20 Jahre Rente beziehen (ohne Rentenerhöhung).

Freiwillig Beiträge zahlen

Die Beitragszahlung für das Jahr 2018 ist noch bis zum 31. März 2019 möglich, weil der 31. März aber auf einen Sonntag fällt, ist die Frist bis zum 1. April verlängert. Die Beitragshöhe kann zwischen dem Mindestbeitrag in Höhe von 83,70 Euro und dem Höchstbeitrag in Höhe von 1209 Euro frei gewählt werden. Die Beiträge können für Versicherte möglicherweise wichtig sein, um den Versicherungsschutz für eine Erwerbsminderungsrente aufrechtzuerhalten oder die Wartezeit für eine Altersrente zu erfüllen.

Seit 2017 können auch Altersvollrentner bis zum Erreichen ihrer Regelaltersgrenze freiwillige Beiträge zahlen, um ihre Rente zu erhöhen. Die Broschüre „Freiwillig rentenversichert: Ihre Vorteile“ informiert darüber, welche Möglichkeiten und Vorteile die freiwillige Versicherung bietet.




Lebensversicherungen sind nichts für die Altersvorsorge

Unbewusst haben wir’s ja alle gewusst, dass Lebensversicherungen nicht für die Altersvorsorge taugen. Der Bund der Versicherten (BdV) hat es auf den Punkt gebracht: Viele, wenn nicht sogar die meisten kündigen ihre Versicherung – mit Recht, denn die Nachteile überwiegen.

„Kündigungen von Lebensversicherungen sind der Normalfall, nicht die Ausnahme“, hat der BdV hochgerechnet und bezieht sich dabei auf die Statistik der Versicherer.  Die vom Gesamtverband der Versicherer (GDV) veröffentlichten Stornoquote liegt bei 2,6 Prozent. Hochgerechnet auf eine Laufzeit von 28 Jahren und länger kommt da einiges zusammen. Deshalb seien Leben-Policen ungeeignet zur Altersvorsorge, meint BdV-Vorstandssprecher Axel Kleinlein.

20 Prozent Abzug bei Lebensversicherungen

Der BdV schätzt, dass „wenn heute hundert Männer im Alter von 20 Jahren einen Vertrag bei einem Lebensversicherer zur Altersvorsorge abschließen, nur noch durchschnittlich 27 diesen Vertrag bei Rentenbeginn haben; drei werden verstorben sein und 70 werden den Vertrag zwischenzeitlich gekündigt haben“.

Wenn sich jetzt noch herumspricht, dass bei Auszahlung der Lebensversicherung annähernd 20 Prozent flöten gehen, dann lohnt sie sich überhaupt nicht mehr – und noch mehr kündigen oder lassen ihre Versicherung ruhen. Denn, für Kapitallebensversicherungen, die im beruflichen Umfeld abgeschlossen werden, müssen gesetzlich Krankenkassenversicherte doppelte Beiträge zahlen, was sich einschließlich Zusatz- und Pflegebeitrag auf mehr als 18 Prozent addiert. Eine Kapitallebensversicherung kann sich angesichts dieser hohen Abgabenquote nicht rentieren.

Negativzins ruiniert jede Rendite

Wegen des anhaltenden Negativzins verdienen die Versicherer immer weniger und haben die Überschussbeteiligung von Kapitallebensversicherungen meistens schon auf null abgeschmolzen. Einige Versicherungskonzerne wollen ihre Kunden mit einer Kapitallebensversicherung am liebsten ganz loswerden. Einige haben den Kundenstamm ja bereits in Run-off-Gesellschaften ausgelagert.

Diese Aktionen fördern nicht gerade das Vertrauen in eine Kapitallebensversicherung. Der BdV sieht darin gar die „Verwahrlosung der Lebensversicherungsbranche“, wie das „Versicherungsjournal“ schreibt. Versicherte würden nicht mehr als Vertragspartner gesehen, sondern zur Ware degradiert. Fakt ist, dass Lebensversicherungen kompliziert und intransparent seien, wie die „Nordwest Zeitung“ schreibt. Viele Kunden seien enttäuscht, wenn sie ihre Schlussabrechnung in Händen halten, weil es weniger ist als erwartet.

Versicherer verschaukeln Verbraucher

Die Branche wehrt sich natürlich gegen Attacke aus dem Verbraucherschutzlager. Der Branchenverband GDV wies laut „Versicherungsjournal“ die BdV-Behauptungen als „falsch“ zurück. Dabei werde unterstellt, dass die Stornoquote für jedes Jahr – unabhängig von der Laufzeit – identisch sei. Dabei zeige die Statistik, dass es mehr frühes als spätes Storno gebe. Hauptgründe für Storno seien Scheidung, Überschuldung und Arbeitslosigkeit. Die niedrige Stornoquote unterstreiche das Vertrauen der Kunden in die Lebensversicherung.

Doppelverbeitragung – wie bitte?

Wenn denn die Kundenfreundlichkeit der Versicherer so groß wäre, könnten sie ihre Kunden ja schon bei Vertragsabschluss über die Doppelverbeitragung zu Beginn der Rente aufklären. Mal ehrlich, wer wurde darüber aufgeklärt? Ich kennen keinen Fall, in dem der Versicherer seine Kunden über den annähernd 20-prozentige Verlust zu Beginn der Bezugsphase aufklärt. Ich lasse mich aber gern eines Besseren belehren.

Obwohl der Direktversicherungsgeschädigte e.V. (DVG) seit Jahren aufklärt und gegen diese Enteignung protestiert, gibt es immer noch viele mit Kapitallebensversicherung, die nicht wissen, was am Ende an Belastungen auf sie zukommt – sie sind dann bass erstaunt, dass ihnen fast ein Fünftel der Auszahlung von den Krankenkassen wieder abgeknöpft wird. Sie sollten erst einmal widersprechen.