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Der demografische Wandel vertieft die Kluft zwischen jungen und überalternden Regionen. Besonders im Osten ist dieser Trend unübersehbar. Aktuelle Daten und Prognosen.
Deutschlands Bevölkerung wird älter – doch nicht überall im gleichen Tempo. Während Universitätsstädte wie Heidelberg und Metropolen wie München und Frankfurt mit einem Durchschnittsalter um die 40 Jahre boomen, kämpfen vor allem Landkreise in Thüringen und Sachsen-Anhalt mit einer zunehmenden Überalterung und dem Wegzug der jungen Generation.
Wo Junge fehlen und Alten die Mehrheit bilden
Eine Analyse der Bevölkerungsdaten zeigt: Die demografisch ältesten Regionen Deutschlands liegen konzentriert in den neuen Bundesländern. An der Spitze dieser Entwicklung stehen Landkreise wie Greiz in Thüringen, das Altenburger Land, Mansfeld-Südharz und die kreisfreie Stadt Suhl weisen ein Durchschnittsalter von über 50 Jahren auf.
Höchste Durchschnittsalter
Die älteste Region Deutschlands sind die Landkreise Mansfeld-Südharz und Altenburger Land. Quelle: Statista
Hotspots der Überalterung im Osten
Diese Entwicklung ist kein Zufall. Seit der Wiedervereinigung zog es viele junge Menschen auf der Suche nach Ausbildung und Arbeit in die westlichen Bundesländer. Die Folge: Im Osten blieben vor allem die Älteren zurück, und es wurden weniger Kinder geboren. Dieser doppelte Effekt hat die Altersstruktur nachhaltig verändert.
Schrumpfung im Osten, Wachstum im Westen
Die jüngste Bevölkerungsvorausberechnung der Bertelsmann Stiftung bis 2040 bestätigt diesen Trend. Während für Gesamtdeutschland ein leichtes Bevölkerungswachstum von 0,6 Prozent erwartet wird, das vor allem auf Zuwanderung beruht, sind die regionalen Unterschiede dramatisch:
- Sachsen-Anhalt wird voraussichtlich um 12,3 Prozent schrumpfen.
- Thüringen erwartet ein Minus von gut 11 Prozent.
- Mecklenburg-Vorpommern wird rund 7 Prozent seiner Einwohner verlieren.
- Auch in Sachsen und Brandenburg wird ein Bevölkerungsrückgang prognostiziert.
Im Gegensatz dazu stehen die westdeutschen Flächenländer und die Stadtstaaten. Baden-Württemberg (+ 4,6 %), Bayern (+ 4,0 %) sowie die Städte Berlin (+ 5,8 %) und Hamburg (+ 3,5 %) können mit einem deutlichen Bevölkerungszuwachs rechnen.
Interaktive Karte: Durchschnittsalter im Vergleich
Wie alt ist die Bevölkerung in Ihrem Landkreis? Und wie wird sie sich in Zukunft entwickeln? Verschiedene statistische Ämter und Stiftungen bieten interaktive Karten, die einen detaillierten Einblick in die demografische Lage in ganz Deutschland ermöglichen. Erkunden Sie die Daten und sehen Sie selbst, wie sich Alter, Bevölkerungszahl und Zuzug in Ihrer Heimatregion verteilen.
Deutschlands jüngste Städte
Das andere Ende des demografischen Spektrums bilden die Universitätsstädte und wirtschaftsstarken Metropolen. An der Spitze steht Heidelberg mit einem prognostizierten Medianalter von nur 38,8 Jahren bis 2040. Auch Städte wie Freiburg, Münster oder Leipzig ziehen konstant junge Menschen an und profitieren von einer dynamischen Altersstruktur.
Herausforderungen und Chancen
Die demografische Spaltung stellt Deutschland vor erhebliche Herausforderungen. In den überalternden Regionen müssen die soziale und medizinische Infrastruktur an die Bedürfnisse einer älteren Bevölkerung angepasst werden, während gleichzeitig der Fachkräftemangel wächst. In den Wachstumsregionen hingegen stehen die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum und der Ausbau von Kitas und Schulen im Vordergrund.
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Der Wandel bietet jedoch auch Chancen. Der Zuzug von Fachkräften aus dem Ausland kann dem Bevölkerungsschwund in einigen Regionen entgegenwirken. Zudem entstehen neue Berufsfelder in der Pflege und Gerontotechnologie. Eine aktive und vorausschauende Politik auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene ist gefordert, um die Lebensqualität in allen Regionen Deutschlands zu sichern und die demografische Kluft nicht weiter zu vertiefen.
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