Angehörige pflegen – gut, wer frühzeitig vorsorgt

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Wenn Eltern Hilfe brauchen, kann das schnell zu einer echten Herausforderung werden. Wie lassen sich Finanzen, Pflege und Alltag frühzeitig rechtssicher ordnen.

Der Übergang in den Ruhestand ist eigentlich als Zeit der neuen Freiheit gedacht. Das entscheidende Wörtchen ist das „eigentlich“. Denn oft klopft genau dann die Realität an: Die eigenen Eltern benötigen plötzlich Unterstützung. Wenn Eltern plötzlich oder schleichend mehr Hilfe benötigen, verändert sich der Alltag. Wer kurz vor der Rente ist – oder bereits in Rente –, kommt in ein Spannungsfeld. Es ist mehr Zeit da, aber es gibt auch mehr Verpflichtungen und wir sind dann emotional gefordert. Wichtig ist, die Lage nicht nur aus dem Bauch heraus zu lösen, sondern einige zentrale Punkte frühzeitig zu sortieren. So wird der Druck in den Gesprächen gemindert und verhindert, dass Entscheidungen im Krisenmodus getroffen werden müssen.

Alltag entlasten, ohne Kontrolle zu verlieren

Der erste Schritt ist nicht „mehr Pflege“, sondern „mehr Verlässlichkeit“. Wer unterstützen hilft, braucht verlässliche Planbarkeit. Klären Sie zuerst, welche Aufgaben wirklich täglich anfallen, welche Aufgaben täglich sein könnten, welche wöchentlich und welche Spitzenaufgaben sind, beispielsweise nach einem Krankenhausaufenthalt abgearbeitet werden können.

Viele Familien prüfen in dieser Phase auch Unterstützungsangebote im Haushalt oder Begleitung im Tagesablauf. Falls Sie darüber nachdenken, dass Sie Betreuung zu Hause in Anspruch nehmen, sind polnische Pflegekräfte vielleicht ein Thema für Ihre Recherche. Die Frage ist nicht die nach der Lösung mit dem besten Schlagwort, sondern die nach der Passung: Aufgabenprofil, Ansprache, Einarbeitung, Vertretung im Ausfall, klare Absprachen im Haushalt.

Eine einfache Wochenstruktur hat sich praktisch bewährt: feste Zeiten für Einkäufe, Arzttermine, Medikamente, Bewegung, soziale Kontakte. Es klingt banal, funktioniert aber, weil sich so Erwartungen zeigen und Konflikte abnehmen.

Pflegegrad, Leistungen, Zuständigkeiten: Wer macht was?

Organisatorisch wird es meist an drei Stellen schwierig: Beantragung, Nachweise, Zuständigkeiten.

Wenn Pflegebedürftigkeit im Raum steht, ist jetzt der Zeitpunkt für ein systematisches Aufarbeiten von Pflegegrad und Leistungen. Nicht, weil die Formulare so schön sind, sondern weil davon Entlastungsleistungen, Sachleistungen, Pflegegeld, Unterstützungsangebote abhängen.

Parallel sollten die Rollen in der Familie geklärt werden. Wer ist der Ansprechpartner für Ärzte? Wer kümmert sich um Anträge? Wer fährt zu den Ärzten? Wer springt ein, wenn die Hauptperson ausfällt, weil sie krank ist oder einfach mal eine Pause braucht? Hier ist ein realistischer Blick hilfreich. Das heißt nicht, dass ich alles stemmen kann.

Den „Dschungel“ der Zuständigkeiten lichten

Organisatorisch wird es meist an drei Stellen kompliziert: Beantragung, Nachweise und Zuständigkeiten.

  • Pflegegrad prüfen: Klären Sie systematisch Ansprüche auf Pflegegeld, Sachleistungen und Entlastungsbeträge.
  • Rollen verteilen: Vorruhestand bedeutet nicht, dass Sie alles allein stemmen müssen. Wer kommuniziert mit Ärzten? Wer übernimmt die Bürokratie? Wer springt im Krankheitsfall ein?
  • Vorsorge treffen: Vollmachten und Patientenverfügungen sind kein Misstrauensvotum, sondern ein Schutz für alle Beteiligten, um im Ernstfall handlungsfähig zu bleiben.

Finanzen sachlich betrachten

Pflege daheim kann sehr viel billiger aussehen als eine stationäre Lösung und ist trotzdem nicht „billig“. Die Kosten brechen da an vielen Stellen durch: Zuzahlungen, Hilfsmittel, Umbauten, Fahrten, Entlastungen, Betreuungsangebote, Ausfälle im Beruf anderer Angehöriger.

Wichtig ist der klare Unterschied zwischen privater Leistung und professioneller Leistung. Bei medizinischer Behandlungspflege, etwa Injektionen, Wundverbänden, gehört es in professionelle Hände. Bei der Betreuung im Haushalt ist das was anderes. Wenn hier sauber getrennt wird, erhöht sich die Chance, nicht überfordert oder in Streit zu geraten. Wichtig ist auch die Transparenz den Eltern gegenüber. Viele alte Leute haben Angst, zur Last zu fallen. Ein kaltes Gespräch über Budgets, Wünsche und Grenzen ist oft entlastender als vage Zusagen.

Vollmachten sind kein Misstrauensvotum

Das Thema Vollmachten wird von vielen Familien aufgeschoben, weil es sich so hart anfühlt. Im Grunde aber ist es ein Schutz. Für die Eltern und für alle anderen. Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Regelung zur Bankangelegenheit sorgen dafür, dass jeder handeln kann, wenn etwas passiert, ohne dass gleich ein Betreuungsgericht eingesetzt werden muss.

Es braucht auch eine geordnete Ablage: Ausweise, Versicherungen, Mietvertrag, Rentenbescheide, Liste der Medikamente, Kontakt zur Hausarztpraxis, Notfallkontakte. Je klarer das ist, desto weniger Chaos bei Stress.

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Helmut Achatz

Macher von vorunruhestand.de

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