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Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fordert ein höheres Rentenniveau ohne höheres Rentenalter. Wie sieht das DGB-Konzept aus?
Die Debatte um die Zukunft unserer Rente nimmt Fahrt auf. Während die Bundesregierung ihre Rentenreform zügig auf den Weg bringen will, hat der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) nun ein eigenes, ambitioniertes Konzept vorgelegt. Für alle, die sich auf den Ruhestand vorbereiten, stellt sich die spannende Frage: Welche Weichen werden hier für unsere finanzielle Sicherheit im Alter gestellt?
Die falschen Fachleute
Das Konzept haben „vermeintliche“ Fachleute erarbeitet, darunter die Grünen-Politikerin Ricarda Lang und der frühere SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert. Wir erinnern uns: Der Talk-Master Markus Lanz fragte die Grünen-Chefin Ricarda Lang am 16. Januar 2024, wie hoch sie die Durchschnittsrente nach 45 Beitragsjahren einschätze. Ihre Antwort: „Ich würde davon ausgehen, dass wir bei 2000 Euro“ liegen. „Durchschnittsrente?“, fragte Lanz nach. Tatsächlich waren es Ende 2022 monatliche netto vor Steuern 1543 Euro, so die Auskunft der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion. Wobei Männer durchschnittlich auf 1.637 Euro kommen und Frauen auf 1.323 Euro. Leider ist die Sendung nicht mehr online.
Das DGB-Modell: Mehr Rente ohne längere Arbeitszeit
Das Ziel des DGB ist klar definiert: Durch eine Kombination aus einer gestärkten gesetzlichen Rente und einer verpflichtenden betrieblichen Altersvorsorge sollen Ruheständler künftig 70 bis 90 Prozent ihres letzten Nettoeinkommens erhalten. Ein zentraler Punkt dabei: Das Rentenalter soll nicht weiter steigen.
Erwerbstätigenrente vorgeschlagen
Um dieses Ziel zu erreichen, schlägt der DGB eine Erwerbstätigenversicherung vor, in die perspektivisch alle einzahlen sollen – beginnend mit Selbstständigen sowie Politikern. Die Kosten in der gesetzlichen Rentenversicherung sollen durch „leicht erhöhte Beiträge“ sowie einen höheren Zuschuss aus dem Bundeshaushalt finanziert werden. Für diesen „Demografiezuschuss“ wiederum sollen „hohe Einkommen, große Vermögen und Kapitaleinkünfte“ herangezogen werden. Außerdem sollen mehr Menschen in die gesetzliche Rente einzahlen, zunächst Selbstständige sowie Politikerinnen und Politiker als Schritte hin zu einer Erwerbstätigenversicherung für alle. Kein Wort von Beamtinnen und Beamten.
Der Vergleich: DGB vs. Bundesregierung
Die Ansätze könnten kaum unterschiedlicher sein. Während die Regierungskommission auf eine dritte Säule – die private Vorsorge – und eine schrittweise Anhebung des Rentenalters setzt, lehnt der DGB dies ab. Besonders strittig ist die Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Berufsjahren, die der DGB strikt ablehnt.
Während die Arbeitgeberverbände die Finanzierbarkeit des DGB-Modells kritisch sehen, signalisiert die Linke Zustimmung zu den Kernforderungen. Für die aktuelle Koalition bedeutet der Vorstoß aus dem DGB-Lager ein deutliches Störfeuer bei der geplanten Reformumsetzung.
Was bedeutet das für Sie?
Ob der DGB-Plan politische Mehrheiten finden wird, bleibt abzuwarten. Die Debatte zeigt jedoch eines deutlich: Die Rente bleibt eines der zentralen Themen der kommenden Jahre. Für Ihre persönliche Planung ist es wichtig, die verschiedenen Modelle im Blick zu behalten, um frühzeitig die richtige Strategie für Ihre eigene Absicherung zu wählen.
Private Kapitalbildung der Regierung oder umlagefinanziertes Modell des DGB?
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