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Erst zu Beginn von 2026 ist klar, wie viele Krankenkassen den Zusatzbeitrag erhöhen: Es sind insgesamt 44 von 93 Kassen. Die Frage ist, wann die restlichen folgen.
Nach der Erhöhung ist vor der Erhöhung – die Krankenkassenbeiträge sind nicht zu stoppen. Da helfen auch keine Beteuerungen und halbgare Sparpakete einer Gesundheitsministerin: Nina Warken liefert nur „Blabla“. Jens Baas, Chef der Techniker Krankenkasse, hält nicht viel von Warkens Versprechen auf stabile Krankenkassenbeiträge. Warken kann nicht rechnen – und wird regelmäßig von der Wirklichkeit überholt. Wie die jüngste Meldung des GKV-Spitzenverbandes belegt.
Beitragserhöhung programmiert
Den Krankenkassen bleibt gar nichts anderes übrig, als die Beiträge zu 📈 erhöhen. Der Grund: Die Bundesregierung belastet sie immer stärker mit versicherungsfremden Leistungen, die indes die Beiträge in die Höhe treiben. Die Kassen gehen gegen diese Praxis vor Gericht, aber bis die Klagen Erfolg haben, vergeht wertvolle Zeit.
Erste Kassen erhöhen
Warken hat wohl geglaubt, das wird sich schon irgendwie richten – tut es aber nicht: Jetzt haben die ersten Krankenkassen angekündigt, 2026 die Zusatzbeiträge zu ⬆️ erhöhen. Zur Vorhut der Krankenkassen gehören:
| Krankenkasse | Zusatzbeitrag 2026 | Erhöhung |
|---|---|---|
| AOK Baden-Württemberg | 2.99% | 0.39% |
| AOK Bremen/Bremerhaven | 3.29% | 0.80% |
| AOK Hessen | 2.98% | 0.49% |
| AOK Niedersachsen | 2.98% | 0.28% |
| AOK NordWest | 2.99% | 0.20% |
| AOK Rheinland/Hamburg | 3.29% | 0.30% |
| AOK Sachsen-Anhalt | 2.89% | 0.39% |
| Audi BKK | 2.60% | 0.20% |
| BAHN-BKK | 3.65% | 0.25% |
| Bergische Krankenkasse | 3.79% | 0.84% |
| Bertelsmann BKK | 3.20% | 0.25% |
| BIG direkt gesund | 3.69% | 0.30% |
| BKK Akzo Nobel | 3.39% | 0.39% |
| BKK Deutsche Bank AG | 3.40% | 0.50% |
| BKK Diakonie | 3.80% | 0.40% |
| BKK exklusiv | 3.49% | 1.10% |
| BKK Faber-Castell & Partner | 2.48% | 0.30% |
| BKK Freudenberg | 2.99% | 0.50% |
| BKK Gildemeister Seidensticker | 3.40% | 0.50% |
| BKK Groz-Beckert | 3.40% | 0.90% |
| BKK Melitta HMR | 3.90% | 0.40% |
| BKK Miele | 3.20% | 0.40% |
| BKK ProVita | 3.79% | 0.90% |
| BKK Public | 2.50% | 0.20% |
| BKK PwC | 2.80% | 0.20% |
| BKK SBH | 2.79% | 0.35% |
| BKK Scheufelen | 3.99% | 0.59% |
| BKK Technoform | 3.49% | 0.35% |
| BKK Werra-Meissner | 4.35% | 0.98% |
| BKK Wirtschaft & Finanzen | 3.99% | 0.96% |
| Bosch BKK | 3.18% | 0.50% |
| Continentale BKK | 3.33% | 0.50% |
| DAK-Gesundheit | 3.20% | 0.40% |
| Energie-BKK | 3.98% | 1.00% |
| Ernst & Young BKK | 2.75% | 1.00% |
| Heimat Krankenkasse | 3.90% | 0.70% |
| HEK - Hanseatische Krankenkasse | 2.89% | 0.39% |
| HKK | 2,59% | 0,40% |
| mhplus BKK | 3.86% | 0.57% |
| Novitas BKK | 3.60% | 0.62% |
| Pronova BKK | 3.70% | 0.70% |
| Salus BKK | 3.29% | 0.30% |
| Techniker Krankenkasse (TK)** | 2.69% | 0.24% |
| VIACTIV Krankenkasse | 4.19% | 0.92% |
Die Liste wird ständig aktualisiert (Stand: 2.1.2026).
Durchschnittszusatzbeitrag bei 3,36 Prozent
Im Schnitt stieg der sogenannte Zusatzbeitrag, den die Kassen selbst erheben können, um 0,23 Prozentpunkte auf 3,36 Prozent des beitragspflichtigen Einkommens an. Das geht aus täglich aktualisierten Daten des Spitzenverbandes der Krankenkassen (GKV) hervor. Die Bandbreite reicht aktuell von 2,18 bis zu 4,39 Prozent.
Zahl der Kassen sinkt
Seit dem Jahreswechsel gibt es nunmehr 93 statt wie zuvor 94 gesetzliche Kassen. Grund ist eine Fusion der Siemens-Betriebskrankenkasse mit der BKK Voralb. Durch diesen Zusammenschluss ist die BKK Voralb in der SBK aufgegangen, die nun als gemeinsame Kasse unter dem Namen SBK weitergeführt wird. Die BKK Voralb war eine geschlossene Betriebskrankenkasse (für Mitarbeiter von Heller, Leuze und Traub). Die SBK ist eine der größten Betriebskrankenkassen Deutschlands mit über einer Million Versicherten. Der Zusatzbeitrag für ehemalige BKK-Voralb-Mitglieder sinkt leicht von 3,9 % auf 3,8 % (Stand Januar 2026).
357 Milliarden Euro Ausgaben
Für 2025 werden für die Krankenkassen Gesamtausgaben von rund 347 Milliarden Euro prognostiziert. 2026 dürften sich die Ausgaben auf 370 Milliarden Euro erhöhen.
Wo bleibt die Reform?
Die schwarz-rote Bundesregierung hatte Reformen auch im Gesundheitssystem angekündigt, davon ist bislang nichts zu spüren. Wie bei der Rente soll es auch im Gesundheitswesen eine Kommission richten. Seit Monaten werden zahlreiche Reformvorschläge von Verbänden, Wirtschaft und Politik diskutiert. Was umgesetzt wird, wird sich im Laufe des Jahres zeigen. Vorschläge zur Kosteneinsparung sind:
- Kontaktgebühr für Arztbesuche und Gebühren für die unangekündigte Nutzung von Rettungsstellen,
- höhere Zuzahlungen bei Klinikaufenthalten und Medikamenten,
- Entlastung der Hausärzte durch Übertragung bestimmter Aufgaben an Fachpersonal,
- Streichung von Kostenübernahmen für homöopathische Behandlungen,
- höhere Abgaben auf Alkohol, Tabak und eine mögliche Zuckersteuer auf süße Getränke.
Die Krankenkassen fordern zudem, dass der Staat höhere Versicherungsbeiträge für Bürgergeld-Empfänger zahlt, und klagen deswegen. Die aktuelle Pauschale von rund 133 Euro monatlich sei zu niedrig
📌 Wichtiger Hinweis zum Krankenkassenwechsel
Wenn Ihre Krankenkasse den Zusatzbeitrag erhöht, haben Sie ein Sonderkündigungsrecht und können die Krankenkasse wechseln. Dies muss Ihnen postalisch mitgeteilt werden. Mit der Erhöhung des Zusatzbeitrags erhalten Versicherte ein Sonderkündigungsrecht.
- Jetzt prüfen: Wie hoch ist Ihr aktueller Zusatzbeitrag? Liegt er über dem Durchschnitt von 2,9 Prozent?
- Vergleichen: Nutzen Sie Vergleichsportale, um die Zusatzbeiträge anderer Kassen zu prüfen. Schon eine Differenz von 0,5 Prozentpunkten kann Hunderte Euro im Jahr ausmachen.
- Kasse wechseln: Wechseln Sie, wenn Ihre Krankenkasse eine Erhöhung ankündigt, denn Sie haben damit ein Sonderkündigungsrecht.
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