Wieder geht einer unserer Helden

Leben

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Hardy Krüger ist tot – damit geht wieder einer unserer Helden, die uns Babyboomer während unserer Kindheit begleitet und inspiriert haben.

„Hatari“ oder „Der Flug des Phoenix“ – wer erinnert sich nicht an diese Filme mit dem Schauspieler Hardy Krüger. Es war die unverschämte Ausstrahlung des Sonnyboys, die uns Babyboomer fesselte. Er war der Schwarm vieler Frauen – wir Männer waren eher neidisch auf die Nonchalance, die Waghalsigkeit und das Draufgängertum des gebürtigen Berliners, den es in die USA zog, wo er am 19. Januar 2022 starb.

Hardy hieß nicht immer Hardy, sondern wurde geboren als Eberhard August Franz Ewald Krüger – und zwar am 12. April 1928. Gestorben ist er am 19. Januar im kalifornischen Palm Springs. Hardy Krüger ist 93 Jahre alt geworden – und hat sein Leben gelebt.

Helden der Babyboomer

Er war unbenommen einer der „letzten Ikonen des deutschen Nachkriegsfilm“, wie es die ARD-Programmdirektorin Christine Strobl ausdrückt. Wir frühen Babyboomer haben uns Filme wie „Einer kam durch“, „Hatari“, „Der Flug des Phoenix“ oder „Die Brücke von Arnheim“ vermutlich mehrmals angeschaut. Dabei hat Krüger noch in weit mehr Filmen mitgespielt – jedes Jahr mindestens einen, manchmal sogar zwei oder mehr. Er war ein Tausendsassa.

ARD, ZDF und Arte haben anlässlich Krügers Tod ihre Programme geändert. Das ZDF beispielsweise seine Sendung „Hardy Krüger – eine deutsche Legende“. Wer sich dem Mensch Hardy Krüger näher will, muss sich diese 44 Minuten ansehen.

In Amerika berühmt geworden

Krüger war eine ambivalente Person. Klein-Eberhard wuchs in einer Nazi-Familie auf – Krüger sagt selbst, Hitler sei ihm „ein Halbgott“ erschienen. Mit 15 Jahren bekam er seine erste Rolle im Propaganda-Film „Junge Adler“. Er wurde danach eingezogen und entkam nur knapp der Exekution wegen „Befehlsverweigerung“, was ihn als Trauma sein ganzes Leben lang verfolgte.

Nach einige seichten Filmen geht er nach Amerika und reüssiert in Hollywood, wo er neben John Wayne und Michael Crane spielt. Er schreibt später Bücher und führt Regie – ein Porsche-Typ eben. Was ihn umtreibt, ist der Krieg, die Grausamkeiten und die Sprachlosigkeit seiner Generation.

Krüger ist Kosmopolit. Er jettet durch die Welt, hungrig nach Begegnungen mit anderen Religionen und Kulturen. Das mit dem Familienleben zu vereinbaren, war wohl alles andere als leicht. Zwei Ehen scheiterten, erst die dritte hat Bestand. Seine der dritte Ehefrau Anita (Park) Krüger, heiratete er 1978. Der  Film von Patrick Zeilhofer ist insofern sehenswert, weil er auch „die Brüche in Krügers Vita“ beleuchtet und der Frage nachgeht, „was den deutschen Weltstar Zeit seines Lebens angetrieben hat“.

Sohn Hardy juniors Abschiedsworte

Obwohl sein Sohn, Hardy junior, drei Jahre vor dem Tod keinen Kontakt mehr zu seinem Vater hat, schrieb er ihm in Instagram berührende Abschiedsworte:

Wieder so ein Moment! Du hältst den Atem an, die Welt bleibt stehen und dir wird wieder einmal bewusst, das alles einmal geht irgendwann. Was bleibt ist Liebe, Respekt und meinen tiefsten Wunsch, dass nun dein Weg ein friedlicher und glücklicher sein wird. Da drüben auf die andere Seite. Hier ist nun der letzte Vorhang gefallen auf der Bühne der Welt und die Welt verneigt sich vor dir, Vater! Mir fehlen die Worte, wie so oft, wenn ich versuche etwas zu beschreiben, dass viel zu oft unausgesprochen blieb. Das Leben hat mich reich beschenkt, an wertvollen Momenten, schönen Plätzen und bewegenden Begegnungen, doch was mich wohl am meisten geprägt und inspiriert hat-bist DU! Nun zieht die „Krüger Karawane“ weiter…ohne Dich, bis wir uns eines Tages wiedersehen. Mein herzliches Beileid gehört seiner großen Liebe, über 40 Jahre war sie an seine – Anita Krüger 🖤
Farewell my loved father …

 

 

Bild: ZDF Screenshot

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Helmut Achatz

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