„Brigitte Wir“ wird fünf Jahre alt

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Fünf Jahre „Brigitte Wir“ – das Magazin für den weibliche Teil der 60plus-Generation hat sich behauptet und feiert sein fünfjähriges Bestehen. Was ist aus dem Magazin seitdem geworden?

Im September 2015 wagte Gruner + Jahr den Schritt an den Kiosk mit einem neuen Magazin, das sich an Frauen in der „dritten Lebenshälfte“ richtet. „Brigitte Wir – das Magazin für die dritte Lebenshälfte“ kommt mittlerweile auf sechs Ausgaben pro Jahr. Ausgabepreis damals 4,50 Euro, heute 5,70 Euro – eine Preissteigerung von 26,7 Prozent.

„Brigitte Wir“ hat sich etabliert

Am Anfang sah es nicht danach aus, dass sich „Brigitte Wir“ halten würde, aber die Zielgruppe ist groß – und wächst. Die geburtenstarken Jahrgänge gehen auf die 60 zu und fühlen sich bei anderen Magazinen schon lang nicht mehr aufgehoben. Da kommt so ein Angebot gerade recht. Übrigens, „Brigitte“ hat mittlerweile viele Ableger, darunter „Brigitte Woman“, „Brigitte Mom“ und „Brigitte Be Green“ beispielsweise.

Die Macherinnen haben viel dazu gelernt seit der Anfangsphase. Nur so viel vorweg, die aktuelle Ausgabe ist deutlich schlüssiger, redaktionell und auch visuell besser gemacht und geht stärker auf die Generation der Babyboomerinnen ein, die „weltoffenen, lebensklugen älteren Frauen“ (O-Ton „Brigitte Wir“). Insgesamt wirkt die Gestaltung moderner.

Werbung bleibt schwierig

Was sich nicht geändert hat: Mit Anzeigen für diese Klientel sieht es nach wie vor mau aus. Die wenigen sind meist nicht für Babyboomerinnen maßgeschneidert, denn ob ein junges Model von Gudrun Sjödén die Zielgruppe anspricht, wage ich zumindest zu bezweifeln. Nun gut, es gibt auch Werbung für Vagisan und Klosterfrau Melissengeist.

Ok, das sind Petitessen, insgesamt wirkt „Brigitte Wir“ heute weit weniger abstrus als die Premierenausgaben. Die Frauschaft von Herausgeberin Brigitte Huber hat längst zu einer eigenen Handschrift gefunden.

An der Rubrizierung hat „Brigitte Wir“ festgehalten. Die orientiert sich an dem Bewegungsspiel „Ein Hut, ein Stock, ein Regenschirm und vorwärts-rückwärts-seitwärts-ran!“. Wobei unter „vorwärts“ Geschichten mit aktuellem Fokus stehen, „rückwärts“ blickt in die Vergangenheit, „seitwärts“ behandelt die schönen Dinge, die das Leben bereichern, wie Kultur, Mode oder Reisen – und „ran“ nimmt sich Themen vor, die die schmerzlichen Seiten des Älterwerdens erzählen.

Gelungene Porträts

Gelungen das Porträt von Marianne Birthler in der „Brigitte Wir“-Jubiläumsausgabe. Birthler leitete die Stasi-Behörde  und war kurzzeitig Kandidatin für das Amt der Bundespräsidentin. Sie plädiert für eine „aktive Erinnerungskultur und sorgt sich aktuell um die Demokratie“, wie es im Vorspann heißt. Auch für Männer ist „Brigitte Wir“ lesenswert – und zwar das Porträt des Urbayern Gerhard Polt. Köstlich, treffend – poltisch eben. Oder der Artikel „Mein roter Faden“ über Halt und Orientierung. Das Nachdenken über die eigenen Lebenslinien betrifft ja nicht nur Frauen, sondern auch Männer.

Finanzen bleibt Ausnahmethema

Mit Corona wollte sich „Brigitte Wir“ wohl weniger beschäftigen. Erst Ausgaben Nr. 1 2021 zeigt das Magazin den „heilsamen Weg aus der Krise – was gegen Sorgen hilft“. Ob in er Jubiläumsausgaben oder in Nr. 1 wird weiter über Reisen geschwärmt, dabei ist das schon seit Monaten kein Thema mehr. „Unterwegs im Jura“ verbietet sich zurzeit, und „Unterwegs auf Madeira“ ist ebenfalls nicht angebracht. Auch das Thema Finanzen kommt in „Brigitte Wir“ zu kurz. In Nr. 1 2021 beschäftigt sich zumindest Claudia Münster damit, „wie lange 100 000 Euro reichen“ – auf drei Seiten mit großem Aufmacherbild. Das ist aber die Ausnahme und nicht die Regel in „Brigitte Wir“. Die Macherinnen haben wohl für sich entschieden, dass Frauen Finanzen weniger interessieren.

Online-Angebot eher dürftig

Online gibt’s bei „Brigitte Wir“ nur Appetizer wie den Artikel über „Wir, für immer“ – und eben den Link zum Shop. Das war’s dann digital aber auch schon. Digital traut „Brigitte Wir“ ihren Leserinnen offensichtlich nicht allzu viel zu.

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Helmut Achatz

Macher von vorunruhestand.de

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